(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

m 



4 



THE UNIVERSITY 
OF ILLINOIS 
LIBRARY 

V 



'^^tö LIBRARY 

BIOU» 



Return this book on or before the 
Latest Date stamped below. A 
Charge is made on all overdue 
books. 

University of Illinois Library 



JUL 5 19*? 



M32 



ACeSL/BRARY 

Yerhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch - botanischen Gesellschaft 

in Wien. 

Herausgegeben von der Gesellschaft. 

Pledig-irt von Dr. Carl Pritseh. 

Jahrgang* 1893. 
XLII. Band. 

Mit 9 Tafeln und 28 Figuren im Texte. 



Wien, 1893. 

Im Inlande besorgt durch A. Höldsr, k. und k. Hof- und Üniversitäts-Buchhändler. 
Für das Ausland in Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 

Druck von Adolf HolzhauSen, ' , 

k. und k. Hof- und Universitäts-Buchdrucker in Wien. 

Adresse der Redaction: Wien, I., Wollzeile 12. 



Ausgegeben wurden: 

I. Quartal (Sitzungsberichte S. 1—36, Abhandlungen S. 1—128): 
Ende März 1892. 

II. Quartal (Sitzungsberichte S. 37—56, Abhandlungen S. 129—304): 

Ende Juni 1892. 

III. Quartal (Sitzungsberichte S. 57—58, Abhandlungen S. 305—376) 

Ende September 1892. 

IT. Quartal (Sitzungsberichte S. 59—72, Abhandlungen S. 377—581) 
Ende Jänner 1893. 



Inhalt. 



Seite 

Stand der Gesellschaft am Ende des Jahres 1891 . . .... VII 

Ausgeschiedene Mitglieder XXVIII 

Lehranstalten und Bibliotheken, welche die Gesellschaftsschriften be- 
ziehen XXIX 

Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, mit welchen Schriftentausch 

. stattfindet XXXI 

Periodische Schriften, welche von der Gesellschaft angekauft werden XL 

Sitzungsberichte. 

Monats Versammlung am 13. Jänner 1892 Sitzb. 3 

„3. Februar 1892 Sitzb. 6 

„ 2. März 1892 Sitzb. 11 

Jahresversammlung am 6. April 1892 Sitzb. 37 

Monatsversammlung am 4. Mai 1892 Sitzb. 49 

„ 1. Juni 1892 Sitzb. 54 

„6. Juli 1892 Sitzb. 57 

„ 5. October 1892 Sitzb. 59 

„ „ 2. November 1892 Sitzb. 63 

„ 7. December 1892 Sitzb. 66 



Zoologischer Discussionsabend am 11. December 1891 Sitzb. 4 

„ „ „12. Februar 1892 Sitzb. 12 

„ 11. März 1892 Sitzb. 46 

Botanischer „ „18. December 1891 Sitzb. 5 

„ „ „ 29. Jänner 1892 Sitzb. 7 

„ 19. Februar 1892 Sitzb. 23 

„18. März 1892 Sitzb. 47 

„ 22. April 1892 Sitzb. 50 

„ 21. October 1892 Sitzb. 64 

„ Literaturabend „ 26. Februar 1892 Sitzb. 33 

„ 20. Mai 1892 Sitzb. 55 



Anhang: Geschenke für die Bibliothek im Jahre 1892 Sitzb. 70 



a* 



IV 



Inhalt. 



Wissenschaftliche Abhandlungen und Mittheilungen. 

Zoologischen Inhaltes: 

Seite 

Bergh, Dr. R. : Die Nudibranchiata holohepatica porostomata . .- Abb. 1 
Brauer, Dr. Friedrich: lieber das sogenannte Stillstandstadium in 

der Entwicklung der Oestriden-Larven Abb. 79 

Cobelli, Dr. Ruggero: Quattro nuove specie di Imenotteri . . . Abb. 67 

— Contribuzioni all' Ortotterologia del Trentino. II Sitzb. 61 

— Rettificazione Sitzb. 69 

Escherich C: Die biologische Bedeutung der „Genitalanhänge" der 

Insekten (Mit Tafel IV.) Abh. 225 

Forel, Dr. August: Die Ameisenfauna Bulgariens (Mit Tafel V.) . . Abh. 305 
Grobben, Dr. Carl: Ueber die Stammesverwandtschaft der Crusta- 

ceen Sitzb. 11 

— Ueber das Verhalten der Centrosomen bei der Befruchtung . Sitzb. 12 
Handlirsch A. : Referat über L. Ganglbauer's „Die Käfer von 

Mitteleuropa" Sitzb. 4 

Karpelles, Dr. Ludwig: Ueber einen eigenthümlichen Parasiten der 

Krontaube Sitzb. 46 

Klemensiewicz, Dr. St.: Eine neue Art der Gattung Miopia Tr. Sitzb. 67 
Lorenz, Dr. L. v. : Referat über die Beratbung eines Entwurfes von 

Regeln für die zoologische Nonienclatur Sitzb. 12 

— Ornitbologisches von der unteren Donau Sitzb. 60 

Palacky, Dr. Johann: Ueber die nordostasiatische Ornis .... Sitzb. 43 
Rebel, Dr. H.: Beitrag zur Lepidopteren-Fauna Südtirols, insbeson- 
dere der Umgebung Bozens (Mit 2 Figuren im Texte.) . . . Abh. 509 

Redtenbacher Josef: Monographische Uebersicht der Mecopodiden 

(Mit Tafel III.) Abh. 183 

Rogenhofer A. F.: Ueber die Scbmetterlingsfauna von Westchina 

und Thibet Sitzb. 55 

— Referat über Dr. Erich H aase 's Untersuchungen über die Mi- 

micry auf Grundlage eines natürlichen Systems der Papilioniden Sitzb. 57 

— Neue Lepidopteren des k. k. naturhistorischen Hofmuseums 

(Mit 6 Figuren im Texte.) Abh. 571 

— Ueber die taschenförmigen Hinterleibsanhänge der weiblichen 
Schmetterlinge der Acraeiden Abh. 579 

— Ueber das massenhafte Auftreten der Raupe von Lithosia caniola Sitzb. 61 
Rübsaamen, Ew. H. : Mittheilungen über Gallmücken (Mit Tafel II 

und 13 Zinkographien.) Abh. 49 

Strobl, Gabriel: Die österreichischen Arten der Gattung Hilara 

Meig Abh. 85 

Thomas, Dr. Fr.: Alpine Mückengallen (Mit Tafel VI und VII und 

7 Zinkographien.) Abh. 356 



Inhalt. 



V 



Seite 

Werner, Dr. pMl. Franz: Ausbeute einer herpetologischen Excursion 

nach Ost -Algerien Abh. 350 

Wester lund, Dr. Carl Agardh: Neue Binnenconchylien in der palä- 

arkti sehen Region Abb. 25 

Botanischen Inhaltes: 

Bauer, Dr. Carl: Ein für Oesterreich neuer Pilz Sitzb. 23 

— Das Keimen von Samen in Beerenfrüchten Sitzb. 23 

Boehm, Prof. Dr. Josef: üeber die Kartofifelkrankheit Sitzb. 23 

— lieber die Respiration der Kartoffeln Sitzb. 47 

• — Ueber einen eigenthümlichen Stammdruck Sitzb. 64 

Boll er A. Adolf: Zur Flora der grossen Kapela Abb. 241 

— . Eine botanische Wanderung um Bihac in Bosnien und im an- 
grenzenden Theile von Croatien Abb. 250 

Cobelli, Dr. Ruggero: Osseryazioni sulla fioritura e fecondazione 

della Priniula acaulis Jacquin , Abh. 73 

Fritsch, Dr. Carl: Die Gattungen der Caprifoliaceen Sitzb. 7 

— Referat über 0. Kuntze's „Revisio generum plantarum" . . Sitzb. 24 

— Referat über A. V. Kerne r's „Pflanzenleben" Sitzb. 33 

— Die Casuarineen und ihre Stellung im Pflanzensystem . . . Sitzb. 50 

Haläcsy, Dr. E. v.: Novitäten aus der Flora Albaniens Abh. 576 

Kernstock, Prof. E.: Lichenologische Beiträge Abh. 319 

Krasser, Dr. Fr.: Kleinere Mittheilungen Sitzb. 55 

— Referat über Dr. F. G. Kohl's „Die officinellen Pflanzen der 
Pharmacopoea Germanica für Pharmaceuten und Mediciner" . Sitzb. 67 

Lütkemüller, Dr. J.: Desmidiaceen aus der Umgebung des Attersees 

• in Oberösterreich (Mit Tafel VIII und IX.) Abh. 537 

Minks, Dr. Arthur: Beiträge zur Kemitniss des Baues und Lebens 

der Flechten. II Abh. 377 

Procopianu-Procopovici A.: Zur Flora von Suczawa .... Abh. 63 

Thomas, Dr. Fr.: Neue Fundorte alpiner Synchytrien Sitzb. 60 

Wettstein, Dr. R. v.: Ueber die Systematik der Solanaceae . . . Sitzb. 29 

— Ueber einige Orchideen des Wiener botanischen Universitäts- 
gartens Sitzb. 53 

Wiesner, Prof. Dr. J. : Ueber den Geotropismus einiger Blüthen . Sitzb. 49 

Wilhelm, Dr. C: Die Baum- und Strauchwelt Südösterreichs . . Sitzb. 11 

Zdarek Robert: Prunus Salzeri (Mit Tafel I.) . Abh. 17 

Zukal Hugo: Ueber den Zellinhalt der Schizophyten Sitzb. 50 

Verschiedenen Inhaltes: 

Fritsch, Dr. Carl: Jahresbericht pro 1891 Sitzb. 39 

Kaufmann J.: Jahresbericht pro 1891 Sitzb. 40 



VI 



Inhalt. 



Seite 

Knapp Josef Armin: Nachruf an Geheimrath Dr. Eduard August 



V. Regel Abh. 260 

Lorenz, Dr. L. v. : Jahresbericht pro 1891 ' Sitzb. 38 

Pelikan Freih. v. Plauenwald, Anton: Jahresbericht pro 1891 . Sitzb. 37 



Yerzeichniss der Tafeln. 

Erklärung 

siehe Seite 

Tafel I. Zdarek Eobert: Prunus Sdlzeri 24 

„ II. Rübsaamen, Ew. H. : Mittheilimgen über Gallmücken ... 62 
„ III. Redtenbacher Josef: Monographische Uebersicht der Meco- 

podiden 224 

„ IV. Escherich C: Die biologische Bedeutung der „Genitalanhänge" 

der Insekten 240 

„ V. Forel, Dr. August: Die Ameisenfauna Bulgariens 318 

„ VI und VII. Thomas, Dr. Er.: Alpine Mückengallen 376 

„ VIII und IX. Lütkemüller, Dr. J. : Desmidiaceen aus der Umge- 
bung des Attersees in Oberösterreich 570 



stand der (resellschaft 

am Ende des 

Jahres 18ÖS. 



Protector : 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft 

im Jahre 1893. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1894.) 
Seine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo-Mannsfeld. 

Yicepr'äsidenten: (Gewählt bis Ende 1893.) 

P. T. Herr Boehm Dr. Josef. 

„ „ Brunner v. Wattenwyl Dr. Carl. 

„ „ Kornhub er Dr. Andreas. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ „ Mik Josef. 

„ „ Ostermeyer Dr. Franz. 

Secretäre : 

P. T. Herr Fritsch Dr. Carl. (Gewählt bis Ende 1894.) 

(Die zweite Secretärstelle ist momentan unbesetzt.) 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1893.) 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 

Ausschussräthe : 

P. T. Herr Boehm Dr. Josef. 
„ „ Braun Heinrich. 
„ „ Brauer Dr. Friedrich. 
„ „ Brunner v. Wattenwyl Dr. Carl. 
„ „ Burgerstein Dr. Alfred. 
„ „ Claus Dr. Carl. 
„ „ Csokor Dr. Johann. 
„ „ Handlirsch Anton. 
„ „ Hauer Dr. Franz Eitter v. 
„ „ Heimerl Dr. Anton. 

Z. ß. Ges. B. XLII. 



(Gewählt bis Ende 1893.) 



X 



Leitung der Gesellschaft. 



(Gewählt bis Ende 1894. 



P. T. Herr Kerner Dr. Anton Kitter v. Marilaun. (Gewählt bis Ende 1893.) 

„ „ Kornhuber Dr. Andreas. „ „ 

„ Low Paul. 

„ „ Rogenhof er Alois Friedrich. „ • „ 

„ Vogl Dr. August. 

„ „ Wiesner Dr. Julius. 

„ „ Haläcsy Dr. Eugen V. 

„ „ Krasser Dr. Fridolin. 

„ „ Marenzeller Dr. Emil v. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ „ Mik Josef. 

„ „ Ostermeyer Dr. Franz. 

„ „ Bartsch Franz. 

„ „ Beck Dr. Günther E. v. Mannagetta. 

„ „ Eichenfeld Dr. Michael Eitter v. 

„ „ Fuchs Theodor. 

„ „ Grobben Dr. Carl. 

„ „ Kolazy Josef. 

„ „ Lütkemüller Dr. Johann. 

„ „ Müllner M. Ferdinand. 

„ „ Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr. 

„ „ Pfurtscheller Dr. Paul. 

„ „ Eebel Dr. Hans. 

„ „ Sennholz Gustav. 

„ „ Stohl Dr. Lukas. 

Zahlbruckner Dr. Alexander. 



(Gewählt bis Ende 1895.) 



Mitglieder, weiche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren: Handlirsch Anton, Kauf- 
mann Josef. 

Die Pflanzensammlung ordnen die Herren Hungerbyehler J. v., Müllner M. F. 
und Ostermeyer Dr. Franz. 

Die Betheilung von Lehranstalten mit Naturalien besorgen die Herren: Hand- 
lirsch Anton, Ostermeyer Dr. Franz, Pfurtscheller Dr. Paul. 

Die Bibliothek ordnet Herr Franz Bartsch. 

Das Archiv hält Herr Paul Low im Stande. 

Kanzlist der Gesellschaft: 

Herr Frank Cornelius, VIII., Josefstädterstrasse 5. 

Gesellschaftslocale : 

Wien, I., Wollzeile 12. — Täglich geöffnet von 3 — 7 Uhr Nachmittags. 



XI 



Die Irucksclirifteii der &esellscliaft werden überreicht: 

Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 

Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Carl Ludwig. 

Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor 

Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Albrecht. 

Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Carl. 

Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 

Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer. 

Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 4 Exemplare. 



Subventionen für 1892. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



b* 



XII 



Mitglieder. 



Mitglieder, welche die SesellschaftssclLrifteii beziehen. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 



P. T. Herr Ackerl Josef, Hochw., Subsidiarius, bei Maut- 
hausen a. d. Donau . Eied. 

„ „ Adamovic Alois, Gymnasiallehrer, Serbien . . Pirot. 

„ „ Adensamer Dr. Theodor, I., Nibelungengasse 8 Wien. 

„ „ Alexi Dr.^A. P., Professor am Oberg jmnasium . Naszod. 

„ „ Altenberg Felic, Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 

„ „ Am rhein Anton, Kaufmann, beeid. Schätzungs- 

Commissär, IX., Servitengasse 12 Wien. 

„ „ Angerer Leonhard, P., Bened.-Ordens-Priester Kremsmünster. 

„ „ Apfelbeck Victor, Custos am Landesmuseum . Sarajevo. 

„ „ Arneth Alfred v., k. k. Director des geheimen 

Staatsarchives, Exc Wien. 

10 „ „ Arnold Dr. Ferd., k. Ober-Landesgerichtsrath, 

Sonnenstrasse 7 München. 

„ „ Arthaber Eudolf v., I., Löwelstrasse 18 . . . Wien. 

„ „ Äusserer Dr. Carl, e. Professor, VIII., Lenaug. 2 Wien. 

„ „ Au st Carl, k. k. Bezirksrichter St. Gilgen. 

„ „ Bachinger August, Professor am Landes-Real- 

gymnasium, N.-Oe Horn. 

„ „ Bachinger Isidor, Fachlehrer, Wienerstrasse 41 Wr. -Neustadt. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Bürgermeister, Nr. 68 Nussdorf . 

„ „ Badini Graf Franz Jos., k. k. Postofficial . . . Meran. 

„ „ Bäuml«r Joh. A., Erzherzog Friedrichstr. 26, II. Pressburg.. 

„ „ Ball Yalentin, Geolog, Trinity College . . . Dublin. 

20 „ „ Bannwarth Th.,Lithogr., VII., Schottenfeldg. 78 Wien. 

„ „ Barbey William, Canton Vaud, Schweiz . . . Valleyres. 

„ „ Bartsch Frz., k.k. Ob.-Finanzrath, III., Salmg. 14 Wien. 

„ „ Bauer Dr. Carl, Assistent am k. k. bot. Univ.- 

Garten und Museum, III., Rennweg 14 . . . Wien. 

„ „ Baumgartner Julius, Stud. jur., Nr. 93 . . . Stein a. d. Donau. 

„ „ Beck Dr. Günth. R. v. Mannagetta, Custos und 
Vorst, der botan. Abtheilung des k. k. naturh. 

Hofmuseums, Währing, Hauptstrasse 11 . . Wien. 



Mitglieder. XIII 

P. T. Herr Beer Berthold, Dr., IX., Maximilianplatz 13 . Wien. 

„ „ Benda Franz, Hochw., P! Provincial, VIII. . . Wien. 

„ „ Benseier Friedrich, Inspector d. botan. Gartens 

der k. k. Universität, III., Rennweg 14 . . . Wien. 

„ „ Berg Dr. Carl, Director des Museums .... Buenos -Ayres. 

30 „ „ Ber^enstamm Julius, Edl. v., II., Tempelg. 8 Wien. 

„ „ Bergh Dr. Rudolf, Prof., Chefarzt, Stormgade 19 Kopenhagen. 

„ „ Bergroth Dr. Ewald, Finland Tammerfors. 

„ „ Beuthin Dr. Hein., Steindamm 29, St. Georg . Hamburg. 

„ „ Bi^ot Jacques, Rue Cambon 27 Paris. 

„ „ B ischin g Dr. Anton, Communal-Ober-Realschul- 

Professor, IV., Carolinengasse 19 Wien. 

„ „ Bittner Dr. Alex., III., Thongasse 11 ... . Wien. 

„ „ Blasius Dr. Rud., Stabsarzt a. D., Petrithor-Pr. 25 Braunschweig. 

„ „ Blasius Dr. Wilh., Director am herz, zoologi- 
schen Museum, Gaussstrasse 17 Braunschweig. 

„ „ Bobek Casimir, Lehrer am Gymnasium . . . Przemysl. 
40 „ „ Boehm Dr. Josef, k. k. Universitäts- Professor, 

VIIL, Skodagasse 17 Wien. 

„ „ Bohatsch Albert, IL, Schreigasse 6 . . . . Wien. 

„ „ Bohatsch Otto, V., Ziegelofengasse 3 . . . . Wien. 

„ Boller A. Adolf Wien. 

„ „ Bornmüller Josef, Eutrisch, Weststrasse 8, bei Leipzig. 

„ „ Brauer Dr. Friedrich, Custos des k. k. natur- 
histor. Hofmuseums und Professor der Zoologie 

an der Universität, IV., Mayerhofgasse 6 . . Wien. 

„ „ Braun Heinrich, Simmering, -Hauptstrasse 9 . Wien. 

„ „ Breidler J., Architect, Ottakring, Hubergasse 12 Wien. 

„ „ BresadolaR. G., Piazzetta dietro 12, il Duomo Trient. 

„ „ Breitenlohner Dr. J., Professor der Hoch- 
schule für Bodencultur . Wien. 

50 „ „ Brunner v. Wattenwyl Carl, k. u. k. Hofrath 

i. P., VIIL, Trautsohngasse 6 Wien. 

„ „ Brusina Spiridion, Prof. u. Dir. d. zool. Museums Agram. 

„ „ Burgerstein Dr. Alfred, Gymnasial-Professor, 

IL, Taborstrasse 75 Wien. 

„ „ Burmeister Heinrich, Einsbüttel, Eichenstr. 22 Hamburg. 

„ „ Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ „ Cassian Joh. Ritt, v., Dir. d. Dampfschifff.-Ges. Wien. 

„ „ C ele r in Dominik, Mag. d. Pharm., L, Wollzeile 13 Wien. 

„ „ Chimani Dr. Ernst, k. u. k. General-Stabsarzt, 

L, Kärntnerstrasse 21 Wien. 

„ „ Chimani Otto, stud. jur., L, Kärntnerstrasse 21 Wien. 

„ „ Chyzer Dr. Cornel, k. Physikus, Zempliner Com. Sätoralja-Ujhely. 



XIV 



Mitglieder. 



60 P. T. Herr Cidlinskj Carl, k. k. Postcassier, III., Erd- 

bergerstrasse 39 Wien. 

„ „, Cischini Franz Eitter v., k. k. Staatsanwalt, 

I., Schulte rgasse 5 Wien. 

„ „ Claus Dr. Carl, k. k. Prof. der Zoologie, Hofrath Wien. 

„ „ Cobelli Dr. Ruggero de Eoveredo. 

„ „ Colloredo-Mannsfeld, Fürst Josef zu, Durchl. Wien. 

„ „ Constantin Carl, k. k. Polizeibeamter, III., 

Salesianergasse 8 Wien. 

„ „ Csato Johann V., Gutsbesitzer, k. Eath, Siebenb. Nagy-Enyed. 

„ „ Csokor Dr. Joh., Prof. a. k. k. Thierarznei-Institut Wien. 

„ „ Cypers Victor Landrecy v., bei Hohenelbe . . Böhm.-Harta. 

„ „ Czech Th. v., Dr. d. Med., Ungarn, Com. Szolnok Tasnäd-Szänto. 

70 „ „ Dalla Torr e Dr. Carl V., Prof., Meinhardtstr. 12 Innsbruck. 

„ „ Dalberg Friedrich Baron, k. u. k. Kämmerer, 

I., Weihburggasse 21 Wien. 

„ „ Damianitsch Martin, pens. k. u. k. General- 
Auditor, IV., Favoritenstrasse 1 Wien. 

„ „ Damin Narcis, Prof. der naut. Schule, Croatien Buccari. 

„ „ Degen Arpäd V., VII., Kerepeserhof Budapest. 

„ „ Deg-enkoll) Herrn., Rittergutsbesitzer bei Pirna Eottwegendorf. 

„ „ Demi Arnold, Dr. med., Hietzing, Hauptstr. 11 Wien, 

„ „ Dewoletzky Dr. Eudolf, Gymnasial-Professor . Czernowitz. 

„ „ Dimitz Ludwig, k. k. Ministerialrath, VIII., 

Buchfeldgasse 19 Wien. 

„ „ Doli Eduard, Eealschul-Director, I., Ballgasse 6 Wien. 
80 „ „ Dörfler Ignaz, wissenschaftlicher Hilfsarbeiter 

am k. k, naturhistorischen Hofmuseum . . . Wien. 

„ „ Dolenz Victor, Stud. phil., VIII., Ledererg. 14 Wien. 

„ „ Dräsche Dr. Eichard Freiherr v. Wart Imberg, 

I., Giselastrasse 13 Wien. 

„ „ Drude Dr. Oscar, Prof. u. Dir. d. botan. Gartens Dresden. 

„ „ Dzieduszycki Graf Wladimir, Franziskanerpl. 45 Lemberg. 

„ „ E^^er Graf Franz, Kärnten, am Längsee . . Treibach. 

„ „ Ehnhart Carl, Privatbeamter, VI., Gumpen- 

dorferstrasse 14 Wien. 

„ „ Ehrlich Josef, k. k. Hofgärtner Laxenburg. 

„ „ Eichen feld Dr. Michael E. v., k. k. Landes- 
gerichtsrath, VIII., Josefstädterstrasse 11 . . Wien. 

„ Ellis J. B., Esq., New-Yersey, U.-St Newfield. 

90 n ,, Emich Gustav Eitter v. Emöke, k. Truchsess, 

IV., Sebastianiplatz 8 Budapest. 

„ „ Entleutner Dr. A. F., Privatgelehrter, Burg- 

grafenstrasse 14 Meran. 



Mitglieder. 



XV 



P. T. Herr Entz Dr. Geza, Prof. am Polytechnicum . . . Budapest. 

„ Erschoflf]yikol.,Wassili-OstroflF,12.Lin., IS.Haus St. Petersburg. 

„ „ Evers Georg, Kector, Pastor a. D., 2., III. . . Trient. 

„ Fatio Dr. Victor, Eue Massot 4 (N.) .... Genf. 

„ „ Fekete Gabr. Fidelis v., Hocbw., Priester, Steierm. U. -Premstätten. 

„ „ Felder Dr. Cajetan Freib. v., IX., Wasagasse 12 Wien. 

„ „ Felix Dr. Paul v., I., Canovagasse 5 . . . . Wien. 

„ „ Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Budapest. 

100 „ „ Figdor Gustav, Grossbändler, II., Kaiser Josef- 
strasse 38 Wien. 

„ „ Figdor Dr. Wilhelm, IL, Kaiser Josefstrasse 38 Wien. 

„ „ Finger Julius, Kärnten Millstatt. 

„ Flatt Carl v. Alföld, Hofricbter, P. Elesd, p. 

Grosswardein Alsö-Lugos. 

„ „ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ „ Fölkel Dr. Julius Emil, IX., Polyklinik . . . Wien. 

„ „ Förster J. B., Leiter der Eaffinerie- und Petro- 
leumindustrie -Actiengesellscbaft Budapest. 

„ „ Fontaine C^sar, Naturalist, Prov. Hennegau . Papignies. 

„ „ Formänek Dr. Eduard, Gymnasial -Professor, 

Anastasius Grüngasse 4 Brünn. 

„ „ Forster Dr. L., Hofratb, Biscbofstr. 3 . . . Linz. 

110 „ „ Franjic Angelus P., Hocbw Travnik. 

„ „ Frank Dr. Jobann, Advocat, I., Operngasse 8 . Wien. 

„ „ Franz Carl, Dr. d. Med., Mäbren, Post Zastawka Eossit'z. 

„ „ Freyn Josef, Civil-Ingenieur, fürstlicber Bau- 

ratb, Jungmannstrasse 3, Smicbow .... Prag. 

„ „ Friedrieb Dr. Adolf, Apotbeker, Fünfbaus, 

Scbönbrunnerstrasse Wien. 

„ „ Fritscb Dr. Anton, Prof. u. Cust. a. naturb. Mus. Prag. 

„ „ Fritscb Dr. Carl, Privat-Docent a. d. Universität, 

VIII., Lederergasse 23 Wien. 

„ „ Fritscb Josef, Privatier, Eicbwaldtbor Strasse 16 Teplitz. 

„ „ Frivaldszky Jobann V., 1. Custos am Nat. -Mus. Budapest. 

„ „ Fucbs Josef, k. Eatb, III., Hauptstrasse 67 . . Wien. 
120 „ „ Fucbs Tbeodor, Director der geol.-paläont. Ab- 

tbeilung des k. k. naturbistor. Hofmuseums . . Wien. 

„ „ Funke Hans Simon, Magister der Pbarmacie, 

Neu-Hietzing, Lainzerstrasse 99 ..... Wien. 

„ „ Gander Hieronymus, Hocbw., Pfarrer, P. Sillian, 

Tirol Inner -Villgraten. 

„ „ Gangibauer Ludwig, Custos am k. k. natur- 

bistoriscben Hofmuseum, IV., Hauptstrasse 40 Wien. 

„ „ Garbowski Tbadd., Stud. pbil., VIII., Lenaug. 2 Wien. 



XVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Garcke Dr. August, Professor und Custos am k. 

botan. Museum, Gneisenauerstrasse 20 . . . Berlin. 

„ „ Geitler Leop., k. u. k. Artillerie-Oberlieutenant Wien. 

„ „ Genersich Dr. Anton, Prof. der k. ung. Univ. Klausenburg. 

„ Frau Gerold Eosa v., I., Postgasse 6 Wien. 

„ Herr Glowacki Julius, Prof. am Landes-Eeal-Gymn. Leoben. 
130 „ „ Goldschmidt Theodor Eitter v., k. k. Baurath 

und Gemeinderath, I., Nibelungengasse 7 . . Wien. 

„ „ Gondola-Ghedaldi Baron Gravosa. 

„ „ G räf f e Dr. Eduard, Inspector d. k. k. zool. Station Triest. 

„ „ G raff Dr. Ludwig v., Prof. d. Zool. a. d. Univ. Graz. 

„ „ Gremlblich Julius, Hochw., Gymn.-Prof., Tirol Hall. 

„ „ Grimus Carl E. v. Grimburg, Professor . . St. Pölten. 

„ „ Grobben Dr. C.,Univ.-Prof., Währing, Frankg. 11 Wien. 

„ „ Grunow Albert, Chemiker d. MetaUwfab., N.-Oe. Berndorf. 
„ „ Gsangl er Anton, Hochw., Eector des Piaristen- 

Collegiums Krems. 

„ „ Haas Dr. Carl, VI., Matrosengasse 8 . . . . Wien. 

140 „ „ Haberler Franz E. v., Dr. jur., L, Bauernmarkt 1 Wien. 

„ „ Hab ich Otto, Fabrikant, Hernais, Stiftgasse 64 Wien. 

„ „ Hackel Eduard, Gymnasial-Professor .... St. Pölten. 

„ „ Hacker P. Leopold, Hochw., Post Furth, N.-Oe. Göttweih. 
„ „ Haimhoffen Gustav Eitter v. Haim, k. k. 

Eegierungsrath und Director des Ministerial- 

zahlamtes i. P., VII., Breitegasse 4 . . . . Wien. 

„ „ Halacsy Eugen v., Dr. med., VII., Schrankg. 1 Wien. 

„ „ Halbmayer Ernst, IX., Nussdorferstrasse 14 . Wien. 

„ „ Half er 11 Friedrich v., bei Aachen Burtscheid. 

„ „ Hampe Dr. Hermann, Hof- u. Gerichts -Advocat, 

I., Herrengasse 6 Wien. 

„ „ Handlirsch Anton, Magister der Pharmacie, 

Assistent am k. k. naturhistor. Hofmuseum, 

IV., Eubensgasse 5 Wien. 

150 „ „ Hanimair Jos., Beneficiat u. Convicts-Dir., O.-Oe. Freistadt. 
„ „ Hantken Max Eitt. v. Prudnik, k. Prof., Univ., 

VI., Eötvös utcza 9 Budapest. 

„ „ Haring Johann, Lehrer, N.-Oe Stockerau. 

„ „ Haszlinski Friedr., Prof. der Naturgeschichte Eperies. 
„ „ Hatschek Dr. Berthold, Professor der Zoologie 

an der Universität Prag Prag. 

„ „ Hauer Franz E. v., Hofrath, Intendant des k. k. 

naturhistorischen Hofmuseums, I., Burgring 7 Wien. 

„ „ Haussknecht Dr. Carl, Professor der Botanik Weimar. 

„ „ Hedemann Wilhelm v., Frederiksgade 16 . . Kopenhagen. 



Mitglieder. 



XVII 



P. T. Herr Heeg Moriz, Privatbeamter, II., Circiisgasse 35 Wien. 
„ Heger Dr. Hans, Redacteur der „Pharmaceuti- 

schen Zeitung." I., Jasomirgottstrasse 2 . . . Wien. 

160 „ „ Heiden Leopold, Oberlehrer, VII., Kandelg. 30 Wien. 

„ „ Heid er Dr. Adolf, IX., Wasagasse 12 ... . Wien. 
„ „ Heid er Dr. Arthur E. v., Docent für Zoologie 

an der Universität, Mailfredygasse 4 . . . . Graz. 

„ „ Heid er Moriz, IX., Wasagasse 12 Wien. 

„ Heidmann Alberik, Hochw., Abt des Stiftes . Lilienfeld. 
„ „ Heimerl Dr. Anton, Professor an der Sechshauser 

Realschule, Penzing, Parkgasse 30 a . . . . Wien. 
„ „ Heinz Dr. Anton, Professor der Botanik an der 

croatischen Universität Agram. 

^ „ Heinz el Ludwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. 3 Wien. 

. „ „ Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesitzer,N.-Oe. Gaming. 

„ „ Helfert Dr. Josef Alex. Freih. V., geh. Rath, Exc. Wien. 

170 „ „ Heller Dr. Camillo, Prof. d. Zool. a. d. Universität Innsbruck. 

„ „ Heller Dr. Carl M., Gustos d. k. zoolog. Museums Dresden. 

„ Frau Henneberg M., geb. Hinterhuber, IV., Schwindg. Wien. 
„ Herr Henschel Gustav, Professor an der Hochschule 

für Bodencultur, VIII., Florianigasse 16 . . . Wien. 

„ „ Hepperger Dr. Carl v., Advocat Bozen. 

„ „ Hetschko Alfred, Prof. d. Lehrerbildungsanstalt Bielitz. 

„ „ Heyden Lucas v.jSchlossstr. 54, bei Frankfurt a.M. Bockenheim. 

„ „ Hiendlmayr Anton, Gustos der zoolog.-zootom. 

Sammlungen des Staates, Neuhausergasse . . München. 

„ „ Hönig Rud., k. k. Reg.-Rath, IV., Hechteng. 1/a Wien. 

„ „ Hopffgarten Georg Max, Baron, b. Langensalza Mülverstedt. 
180 „ „ Horcicka Carl Richard, k. k. Postcontrolor, 

Fünfhaus, Goldschlaggasse 35 Wien. 

„ „ Hormuzaki Constantin v., Josefsgasse 8 . . . Czernowitz. 

„ „ Hornung Carl, Apoth., Siebenbürgen, Marktpl. Kronstadt. 

„ „ Horväth Dr. Geza v., Delibäb utcza 15 . . . Budapest. 

„ „ Huemer Dr. Ign., k. u. k. Reg.-Arzt i. 27.Inf.-Reg. Graz. 

„ „ Hütter Ott Georg V., kais. Japan. Consul . . . Triest. 
„ „ Hungerbyehler Julius, Edler v. Seestätten, 

I., Wollzeile 23 Wien. 

„ „ Hu SS Armin, Professor am evang. CoUegium . . Eperies. 

„ „ Huter Rupert, Hochw., Pfarrer, bei Sterzing . Ried. 
y, „ Hyrtl Dr. Josef, Hofrath, Univ. -Professor i. P., 

Kirchengasse 2 Perchtoldsdorf. 

190 r V Jeannee Dr. Josef, I., Hegelgasse 7 . . . . Wien. 

„ „ Jetter Carl, Privatbeamter, II., Rothesterng. 4 Wien. 

„ „ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Prof. der Botanik . Budapest. 

Z. B. Ges. B. XLII. C 



XVIII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Jurinac Dr. Adolf E., Prof. am Gjmn., Croatien Warasdin. 

„ „ K ab ät Jos. Eman., Zuckerfabriksdirector, Böhmen Welwarn. 

„ „ Karlinski Dr. J. V., k.u.k. Regimt.- u. Bez. -Arzt Konjica. 

„ „ Karpelles Dr. Ludwig, IV., kleine Neugasse 14 Wien. 

„ „ Kaspar Rudolf, Hchw., Decbant, b. Mähr.-Scbönb. Blauda. 

„ „ Kaufmann Josef, IV., Rubensgasse 5 . . . . Wien. 

„ „ Kautetzky Em., Ottakring, Lerchenfelderstr. 37 Wien. 

200 „ „ Keller Louis, Bürgerschullehrer, VI., MoUardg. 29 Wien. 

„ „ Kempny Peter, Dr., prakt. Arzt Gutenstein. 

„ „ K e r n e r Dr. Anton, R. v. M a r i 1 a u n, Universitäts- 
Professor, Director des botan. Gartens, Hofrath Wien. 

„ „ Kerner Josef, Hofrath, Kreisgerichts-Präsident . Salzburg. 

„ „ Kernstock Ernst, Realschul -Professor, Gries, 

Villa Weinberg, bei Bozen. 

„ „ Khek Eug., dipl. Apoth., Hernais, Alsbachstr. 42 Wien. 

„ „ Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht ... Wien. 

„ „ Kissling P. Benedict, Hochw., Pfarrverweser, 

a. d. Gölsen Schwarzenbach. 

„ „ Klemensiewicz Dr. Stanislaus, Professor am 



Gymnasium, Galizien Brody. • 

„ „ KlobDr. Al.,Hof-u.Ger.-Adv., I.,Maximilianstr.4 Wien. 

*210 „ „ Km et Andreas, röm.-kath. Pfarrer, b. Schemnitz Prencow. 

„ „ Knapp Josef Arm., IX., Liechtensteinstrasse 75 Wien. 

„ „ Knauer Dr. Blasius, k. k. Schulrath, VIII., Benno- 
gasse 31 Wien. 

„ „ Knauer Dr. Friedrich, Director des Wiener 

Vivariums, IL, Prater 1 Wien. 

„ „ Koelbel Carl, Gustos am k. k. naturhistorischen 

Hofmuseum, IX., Wasagasse 28 Wien. 

„ „ Kölln er Carl, Fachlehrer, IV., Schaumburgerg. 7 Wien. 

„ „ König Dr. Heinrich, k. Gerichtsarzt, Mühlgasse Hermannstadt. 

„ „ Königswarter Moriz, Freiherr von .... Wien. 

„ „ Kohl Franz Fr., Custos-Adjunct am k. k. natur- 
historischen Hofmuseum Wien. 

„ „ Kolazy Josef, k. k. Hilfsämter-Director, Sechshaus, 

Gürtelstrasse 9 Wien. 

220 „ „ Kolombato vi c Georg, k.k. Prof. d.Ob.-Realschule Spalato. 

„ „ Körners C, Kastner, Ungv. Com., P, Csap, Zahony Salamon. 

„ ,. Körle wie Anton, Professor am Ober-Gymnasium Agram. 

„ „ Kornhuber Dr. Andreas., k. k. Prof. d. Technik Wien. 

„ „ Kraatz Dr. G., Vorst, d. entom. Ver., Linkstr. 28 Berlin (W.). 

„ „ Krankel Dr. J., k. u. k. Ober- Stabsarzt . . . Zara. 

„ Kr äfft Dr.G., k.k. Prof. d.Techn., IIL, Seidelg.82 Wien. 

„ „ Krahulec Dr. Samuel, III., Hauptstrasse 83 . Wien, 



Mitglieder. 



XIX 



P. T. Herr KrasanFrz., k.k.Prof., II.Gymn.,Lichteiifelsg. 12 Graz. 
„ „ Krasser Dr. F., Assistent am pflanzenphysiolog. 

Institut der k. k. Univ., Währing, Alsbach.str. 2 Wien. 
230 „ „ Kraus Alois, Inspector der k. k. Menagerie zu 

Schönbrunn Wien. 

„ „ Kraus Br. M. C, Director der landwirthschaft- 

lichen Centralschule, Ober-Baiern, bei Freising Weihenstephan. 

„ „ Kr au SS Dr. Hermann, prakt. Arzt, Hafnerg. 3 Tübingen. 

„ „ Krebs Otto B., Vorstand, Westbahnhof . . . Wien. 

„ „ Krist Dr. Josef, Halbartbgasse 12 Graz. 

„ „ Kronfeld Dr. Moriz, I., Bäckerstrasse 20 . . Wien. 

„ „ Krueg Julius, Doctor der Medicin, Döbling . Wien. 

„ „ Künstler Gust. A., Realitätenbes., Sobieskig. 25 Wien. 
„ .„ Kulczynski Ladislaus, k. k. Professor am 

St. Hyacinth-Gymnasium Krakau. 

„ „ Kuntze Dr. Otto, Nied-Strasse 18, Friedenau bei Berlin. 

240 „ „ Kurz Anton, Privatbeamter, III., Salesianerg. 8 Wien. 

„ „ Kurz Carl, k. k. Medik.-Direct., III., Rennweg 12 Wien. 

„ „ Lach Alois, städt. Oberlehrer, II., Kleine Pf arrg. Wien. 

„ „ Lang Robert, Stationsvorstand, Niederösterreich St. Peter. 
„ „ Lauche Wilhelm, fürstl. Liechtensteinischer Hof- 

garten-Director Eisgrub. 

„ „ Lebzelter Ferdinand, k. k. Polizei-Commissär, 

III., Ungargasse 52 Wien. 

„ „ Leder Hans, Ungargasse 12 Mödling. 

„ „ Lei t geh Ludwig, P., Oeconomiedirector . . . Göttweih. 
„ „ Lenk Dr. Johann, Arzt des österr.-ungar. Lloyd, 

Via Pozzo del mare 1 Triest. 

„ „ Leonhardi Adolf Freih., Gutsbes., bei Wittingau Platz. 
250 „ „ Lewandowsky Dr. Rudolf, em. k. u. k. Oberarzt, 

Hernais Wien. 

„ „ Liechtenstein Johann, reg. Fürst von und zu Wien. 
„ „ Liechtenstern Franz Freih., k. u. k. Hauptmann 

der Reserve, Via Matiolli 4 Görz. 

„ „ Linsbauer Ludwig, Stud. phil, V., Kohlgasse 29 Wien. 
„ „ Lippe rt Christian, Hofrath, IV., Favoritenstr. Wien. 
„ „ Low Paul, IV., Kleine Neugasse 14, II, 7 . . Wien. 
„ „ Loitlesberger C, Professurs -Candidat, Pen- 
sionat „Stella mattutina" Feldkirch. 

„ „ Lopez Dr. Joäs Martins da Silva, prakt. Arzt, 

Rua da Rainha 272 Porto. 

„ „ Lorenz Dr. Lud. v. Liburnau, Custos-Adjunct 

am k. k. naturhist. Hofmuseum,* VII., Burgg. 9 . Wien. 

„ „ Lostorf er Adolf, Dr. med., I., Wollzeile 3 . . Wien. 

c* 



XX 



Mitglieder. 



260 P. T. Herr Ludwig Dr. Ernst, Hofrath, Prof. a. d. Univ. Wien. 

„ „ Ludwig Josef, Bürge rschuUehrer, VIII., Zeltg. 7 Wien. 

„ „ Lütkemüller Dr. J., Primär., IV.,Favoritenstr. 4 Wien. 

„ „ Maggi August, k. u. k. Oberlieutenant .... Fünfkirchen. 

„ „ Maliler Dr. Julius, IX., Mauthnergasse 6 . . Wien. 

„ „ Majer Mauritius, Hochw., C.-O.-Capit St. Gotthard. 

„ „ Maly Carl, IV., Hauptstrasse 74, III, 16 . . . Wien. 

„ „ Mandl Dr. Ludwig, I., Wollzeile 1 Wien. 

„ „ Mantin Georges, 54, Quai de Billy Paris. 

„ „ Marchesetti Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museums Triest. 
270 „ „ Marenzeller Dr. Emil V., Custos am k. k. natur- 

histor. Hofmuseum, VIII., Tulpengasse 5 . . Wien. 

„ „ Margo Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie a. d. Univ. Budapest. 

„ „ Marktanner-Turneretscher Gottlieb . . . Graz. 

„ „ Maschek Ad., fürstl. Eohan'scher Gartendirector Eadimowitz. 

„ „ Massopust Hugo, Via Coroneo 23 Triest. 

„ „ Matz Maximilian, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. . . Stammersdorf. 

„ „ Mayerhofer Carl, k. k. Hof-Opernsänger, XIII., 

Hauptstrasse 13 Wien. 

„ „ Mayr Dr. GustaT, kais. Rath, Professor, III., 

Hauptstrasse 75 Wien. 

„ „ Mazarredo D. Carlo de, Bergingenieur, Clauidio 

Coello 12, pral Madrid. 

„ „ Mehely Ludwig v., Lehrer der Staats-Ober-Eeal- 

schule, Siebenbürgen Kronstadt. 

280 „ „ Metzger Anton, Spare. -Beamter, III., Siegelg. 1 Wien. 

„ „ Mi eb e s Ernest, Hochw., Pro vincial des Piaristen- 
ordens, 892/11 Prag. 

„ „ M i k Josef, Professor am akademischen Gymnasium, 

III., Marokkanergasse 3, IL, 50 Wien. 

„ „ Miller Ludwig, III., Hauptstrasse, Sünnhof . . Wien. 

„ „ Mitis Heinrich Eitter v., k. u. k. Militär-Official, 

Penzing, Poststrasse 94 Wien. , 

„ „ Moisilu J., Professor, Eumänien Slatina. 

„ „ Moj sisovics Dr. August V. Moj svar, k. k. Prof., 

Custos d. Landesmus. Joanneum, Maiffredyg. 2 Graz. 

„ „ Molisch Dr. Hans, a. o. Professor an der tech- 
nischen Hochschule, Eechbauerstrasse 27 , . Graz. 

„ „ Müller Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt .... Bregenz. 

„ „ Müller Florian, Hochw., Pfarrer, b. Marchegg, 

P. Lassee Groissenbrunn. 

290 „ „ Müller Hugo M., I., Grünangergasse 1 . . . . Wien. 

„ „ Müllner Michael F., Eudolfsheim, Neugasse 39 Wien. 

„ „ Natterer Ludwig, k. u. k. Lieut. im 35. Inf.-Eeg. Prag. 



Mitglieder. 



XXI 



P. T. Herr Navaschin Sergius v., Privat-Docent der Botanik 

an der Universität, Wohnung 16 St. Petersburg. 

„ „ Netuschill Franz, k. u. k. Hauptmann, Militär- 
geographisches Institut Wien. 

„ „ Neufellner Carl, Privatbeamter, V., Rüdigerg. 6 Wien. 

„ „ Neugebauer Leo, Director der k. u. k. Marine- 
Realschule Pola. 

„ „ Neumann Anatol de Spallart, I., Getreidem. 10 Wien. 

„ „ Nickerl Ottokar, Dr. d. Med., Wenzelsplatz 16 Prag. 

„ „ Nie tsch Dr. Victor, Bürgerschullehrer, Währing, 

Gürtelstrasse 27 Wien. 

„ „ Nonfried Anton, Entomolog, Böhmen . . . Rakonitz. 

„ „ Nosek Anton, Professor am k. k. böhmischen 

Ober-Gymnasium Brünn. 

„ „ Nunnenmacher Anton Ritter v. Rollfeld, 

VIII., Lederergasse 23 Wien. 

„ „ Oberleitner Frz., Pfarrer, Ob. -Oe., bei Gmunden Ort. 

„ „ Ofenheimer Anton, IV., Belvederegasse 6 . . Wien. 

„ „ Osten-Sacken Carl Robert, Freih. v., Wredeplatz Heidelberg. 

„ „ Oster meyer Dr. Franz, Hof- und Gerichts- 

Advocat, I., Bräunerstrasse 11 Wien. 

„ „ Otto Anton, VIII., Schlösselgasse 2 Wien. 

„ „ P acher David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Ober-Vellach. 

„ „ Palacky Dr. Johann, Professor a. d. Universität, 

Director des geographischen Cabinets . . . Prag. 

„ „ Palla Dr. Eduard, Privat-Docent an der Univ., 

Assistent am botan. Garten, Neuthorgasse 46 Graz. 

„ „ Palm Josef, Dir. am Gymnas., Ob.-Oe., Innkreis Ried. 

„ „ Paltauf Dr. Richard, Univ.-Prof., IX., Alserstr. 4 Wien. 

„ „ PantocsekDr. Josef, P. Gr.-Tapolczan, Neutraer 

Comitat Tawornak. 

„ „ Paszitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Fünfkirchen. 

„ „ Paszlavszky Jos., Realsch.-Prof., IL, Hauptg. 4 Budapest. 

„ „ Pauli c Josef, k. Finanz-Vice-Director .... Ogulin. 

„ „ Paulin Alfons, Professor am k. k. Obergymn. . Laibach. 

„ „ Pechlaner Ernst, Cand. prof., Kapuzinergasse Innsbruck. 

„ „ Pelikan V. Plauenwald Anton Freih. von, k. k. 

Vice-Präs. u. Fin. -Land. -Dir. i. R., Seilerstätte 12 Wien. 

„ „ Penther Dr. Arnold, IX., Währingerstrasse 5 . Wien. 

„ „ Pesta August, k. k. Finanzrath, VI, Rahlgasse 3 Wien. 

„ „ Pfannl Edmund, Post Freiland Lehenrotte. 

„ „ Pfeiffer Anselm, Hochw., Prof. am Gymnasium Kremsmünster. 

„ „ Pfurtscheller Dr. Paul, Gymnasial-Professor, 

III., Kollergasse 1 Wien. 



XXII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Pier er Dr. F. S. J., Schiffsarzt d. österr.-ungar. 

Lloyd, Via Carradori 7 Triest. 

• „ Pintn er Dr. Theodor, Assist, a. zool. Inst. d. Univ. Wien. 

„ „ Platz Jos. Graf, k. k. Statth.-Beamt., Vorarlberg Peldkirch. 

„ „ Pokorny Emanuel, IV., Loiiisengasse 10 . . . Wien. 

„ „ Prandtstetter Franz v., Apotheker, N.-Oe. . Pöchlarn. 
330 „ „ Prantl Dr. Carl, Professor der Botanik, Director 

am botanischen Garten Breslau. 

„ „ Preissmann Ernest, k. k. Aich-Ober-Inspector, 

Burgring 16 Graz. 

„ „ Pregl Dr. Friedrich, Assistent a. d. Universität Graz. 
„ „ Preudhomme de Borre Alfred, rue Scutin 11, 

Schaerbeck Brüssel. 

„ „ Prinzl August, Oeconomiebesitzer, N.-Oe. . . Ottenschlag. 
„ „ Procopianu-Procopo vici Aurel, Post Capu 

Codrului, Bukowina Capu Campului. 

„ „ Protits Georg, Dr. phil Zombor. 

„ „ Eaimann Dr. Eudolf, Währing, Feldgasse 27 . Wien. 

„ „ Rakovac Dr. Ladislav, Secretär d. k. Landes-Reg. Agram. 

„ „ Rathay Emerich, Prof. d. ön.-pom. Lehranstalt Klosterneuburg. 

340 „ „ Rebel Hans, Dr. jur., VI., Magdalenenstrasse 14 Wien. 

„ „ Rechinger Carl, Cand. phil., I., Friedrichsstr. 6 Wien. 

„ „ Redtenbacher Josef, Professor Budweis. 

„ „ Reiser Othmar, Custos am Landes-Museum . . Serajewo. 

„ „ Reiss Dr. Franz, prakt. Arzt, bei Klosterneuburg Kierling. 

„ „ Reitter Edmund, Mähren Paskau. 

„ „ Rettig Heinrich, Inspector am botan. Garten . Krakau. 

„ „ Reuss Dr. Aug. Leop. Ritt, v., I., Wallfischg. 4 Wien. 

„ „ Reuth P. Emerich L., Hochw., Eisenburg. Com. Nemet-Ujvär. 

„ „ Rey Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 Leipzig. 

350 „ „ Richter Dr. Aladar, Professor Rima-Szombath. 

„ „ Richter Ludwig (Adresse L. Thiering), Maria 

Valeriegasse 1 Budapest. 

„ „ Rimmer Dr. Franz, Seniinarlehrer St. Pölten. 

„ „ Rippe 1 Johann Conrad, Professor an der k. k. 

Staats-Ober-Realschule Steyr. 

„ „ Robert Franz v., I., Zedlitzgasse 4 Wien. 

„ „ Röder Victor v., Oeconom, Herzogthum Anhalt Hoym. 
„ „ Rösler Dr. L., Professor der k. k. chemisch- 
physikalischen Versuchsstation Klosterneuburg. 

„ „ Rogenhofer Alois Friedrich, Custos am k. k. 

naturh. Hofmuseum, VIII., Josefstädterstr. 19 Wien. 
„ „ Rollett Emil, Doctor der Medicin, Primarius, 

I., Giselastrasse 2 Wien. 



Mitglieder. 



XXIII 



P. T. Herr Ronuiger Ferd., Disponent, I., Eotlietliurmstr. 17 Wien. 
360 ^ „ Ro soll Dr. Alexander, Professor a. d. n.-ö. Landes- 

Ober-Real- und Maschinenbauschule .... Wr.-Neustadt. 

„ „ Rossi Ludwig, k. k. Hauptmann Karlstadt. 

„ „ Rossmanit Dr. Theodor Ritt, v., k. k. General- 

Secretär der Börsekammer, I., Börseplatz 3 . Wien. 

„ „ Rothschild Albert, Freiherr V Wien. 

„ „ Rothschild Baron Nathauiel, IV., Theresianumg. Wien. 

„ Ruperts berger Mathias, Hochw., Pfarrer, Post 

Mühldorf, Niederösterreich Nieder-Ranna. 

„ „ Sandany F. J., k. k. Polizei-Rath, Währing . Wien. 

^ „ Schaf er Joh., Hochw., Pfarrer, b. Zirkniz, Krain Grahovo. 

„ „ SchaubDr. Robert Ritt. V., IX., Liechtensteinstr. 2 Wien. 

„ „ Scherfei Aurel, Apotheker Felka. 

370 „ ■„ Scherffel Aladar Iglö. 

„ „ Schernhammer Jos., Privatbeamter, Neufünf- 
haus, Märzstrasse 32 Wien. 

„ „ Scheuch Ed., VI., Kollergerngasse 1 . . . . Wien. 

„ „ SchiedermayrDr. Carl, k. k. Statthaltereirath, 

Kremsthal, O.-Oe Kirchdorf. 

„ „ Schieferer Michael, Wagnergasse 18 . . . . Graz. 

„ „ Schierholz Dr. Carl, Chemiker, III., Kegelg. 2 a Wien. 

„ „ Schiffner Rudolf, Gutsbes., II., Czerninplatz 7 Wien. 

„ „ Schleicher Wilhelm, Oeconomiebesitzer, N.-Oe. Gresten. 

„ Frau Schloss Natalie, I., Strauchgasse 2 Wien. 

„ Herr Schmerling Anton Ritter v., geh. Rath, Excell. Wien. 

380 „ „ Schnabl Dr. Johann, Krakauer Vorstadt 68 . . Warschau. 

„ „ Schollmayer Heinrich, fürstl. Schönburg'scher 

Oberförster, bei St. Peter, Krain, Post Sagurje Masun. 

„ „ Scholtys Alois, Präparator der botanischen Ab- 
theilung des k. k. naturhistor. Hofmuseums . Wien, 

„ „ Schräm Otto, Stud. med., VI., Stumperg. 16 . Wien. 

„ „ Schreiber Dr. Egyd, Director d. Staats-Realsch. Görz. 

„ „ Schreiber Mathias, Lehrer Krems a. d. D. 

„ „ Schrötter Hermann Ritter v. Kristelli, IX., 

Mariannengasse 3 Wien. 

„ „ Schroll Anton, Kunstverlag, L, Getreidemarkt 18 Wien. 

„ „ Schuster Adrian, Professor an der Handels- 
Akademie, IV., Theresianumgasse 6 . , . . Wien. 

„ „ Schwaighofe r Anton, Dr. phil., Gymn.-Prof. Marburg, 

390 „ „ Schwarz Carl v,, Baron, Villa Schwarz . . . Salzburg. 

„ „ Schwarz-Senborn Wilhelm Freih. v., Excell. Wien. 

„ „ Schwarze! Felix, Oecon., bei Böhm.-Deutschbrod Bastin. 

„ „ Schwarzenberg Adolf Josef, Fürst, Durchl. . Wien. 



XXIV 



Mitglieder. 



P. T. Herr Scudder Samuel, Prof., Harward College, U. St. Cambridge. 

„ „ Seiller Dr. Rudolf, Baron, I., Schottenhof . . Wien. 

„ „ Sennholz Gustav, Stadtgärtner, III., Heumarkt 2 Wien. 

„ „ Senoner Adolf, III., Marxergasse 14 ... . Wien. 

„ „ Siebeck Alexander, fürstl. KhevenhüUer'scher 

Forstmeister, Niederösterreich Riegersburg. 

„ „ Siebenrock Friedrich, Assistent am k. k. natur- 
historischen Hofmuseum, I., Burgring 7 . . . Wien-. 
400 „ „ Siegel Mor., Civil-Ingen.,V.,Hundsthurmerstr. 68 Wien. 

„ „ Siegmund Wilhelm jun., Böhmen Reichenberg. 

„ „ Sigl Udiskalk, P., Hochw., Gymnasial-Director Seitenstetten. 

„ „ Simonkaj Dr. Ludw., Prof. am Ob.-Gymn., VII. Budapest. 

„ „ Simony Dr. Oscar, o. ö. Professor an der Hoch- 
schule für Bodencultur, III., Salesianergasse 13 Wien. 

„ „ Singer Dr. M., Schriftsteller, II., Weintraubeng. 9 Wien. 

„ „ Sitensky Dr. Fr., Professor der Landwirthschaft 

in der Landesanstalt Tabor. 

„ „ Sohst C. G., Johns Allee 9 Hamburg. 

„ „ Spaeth Dr. Franz, Magistrats-Beamter, I., Kohl- 

messergasse 3 Wien. 

„ „ Stäche Dr. G., k. k. Ober-Bergrath, Director 

der geologischen Reichsanstalt Wien. 

410 „ „ Stapf Dr. Otto, Privat-Docent an der Universität 
Wien, derz. Assistant for India am Herbarium 

der Royal Gardens Kew. 

„ „ Stein dachner Dr. Fr., k. u. k. Hofrath, Director 

der zool. Abth. d. k. k. naturhistor. Hofmuseums Wien. 

„ „ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats-Gymnasium, 

VIII., Florianigasse 29 Wien. 

„ „ Steinwender Dr. Paul, k; k. Notar, Ob.-Oe. . Leonfelden. 

„ „ Stellwag Dr. Carl v. Carion, Hofrath, k. k. 

Universitäts-Professor Wien. 

„ „ Sternbach Otto Freiherr v., k. u. k. Oberst i. P. Bludenz. 

„ „ Stieglitz Franz, Hochw., Domherr, Walterstr. 8 Linz. 

„ „ Stierlin Dr. Gustav, Schweiz Schaflfhausen. 

„ „ Stockmayer Dr. Siegfried S., Ober-Döbling . Wien. 

„ „ Stohl Dr. Lukas, fürstlich Schwarzenberg'scher 

Leibarzt i. P., III., Hauptstrasse 46 ... . Wien. 

420 « „ Strasser Pius P., Hochw., Pfarrer, bei Rosenau Sonntagsberg. 

„ „ Strauss J., städt. Marktcommiss., IV., Waagg. 1 Wien. 

„ „ Strobl Carl, Lehrer, bei Linz, Ob.-Oe. . . . Traun. 

„ „ Strobl Gabriel, P., Hochw., Gymnasial-Professor Admont. 

„ „ Stummer Dr. Rudolf v. Trauenfels, III., 

Mechelgasse 2 Wien. 



Mitglieder. 



XXV 



P. T. Herr Stur Dionys, Hofrath, emer. Director der k. k. 

* geologischen Reichsaiistalt Wien. 

„ „ Sturany Dr. Rudolf, VII., Zieglergasse 3 . . Wien. 

„ „ Stussiner Josef, k. k. Postofficial, Wienerstr. 15 Laibach. 
„ „ Szyszylowicz Dr. Ignaz Ritter v., Professor an 

der landwirthschaftl. Hochschule, bei Lemberg Dublany. 
„ „ Tangl Dr. Eduard, k. k. Universitäts-Professor, 

Albertinengasse 3 Czernowitz. 

430 „ „ Tempsky Friedrich, Buchhändler Prag. 

„ „ TeuchmannFr., VII., Burggasse, Hotel Höller Wien. 

„ „ Thomas Dr. Friedr., herzogl. Professor, b. Gotha Ohrdruf. 

„ „ Tief Wilhelm, Gymnasial-Professor Villach. 

„ „ Tobisch J. 0., Dr., Districtsarzt, Kärnten . . . Rosseg. 
„ „ Tomasini Otto R. v., k. u. k. Hauptmann im 

27. Feldjäger-Bataillon Görz. 

„ „ Tomek Dr. Josef, fürstl. Leibarzt, b. Fronsburg Riegersburg. 

„ „ Topitz Anton, Schulleiter, bei Grein, Ob.-Oe. . St. Nikola. 
„ „ Trail Dr. James II. W-, Universitäts-Professor 

der Botanik, Schottland Aberdeen. 

„ „ Treusch Leopold, Beamter der I. österreichischen 

Sparcasse, I., Graben 21 Wien. 

440 „ „ Troyer Dr. Alois, Advocat, Stadt Steyr. 

„ „ Tscher nikl Carl, k. k. Hofgärtner Innsbruck. 

„ „ Tschörch Franz, k. u. k. militär.-techn. Official, 

VIII., Josef Städterstrasse 48 Wien. 

„ „ Tschusi Vict. R. zu Schmidhoffen, b. Hallein Tännenhof, 

„ „ Uhl Dr. Eduard, VI., Mariahilferstrasse Ib.. Wien. 
„ „ Valenta Dr. A. Edler v. Marchthurm, k. k. 

Regierungs-Rath, Professor Laibach. 

„ „ Velenovsky Dr. Josef, Professor an der böhmi- 
schen Universität, Vysehraderstrasse 20 . . . Prag. 
„ „ Verhoeff C, Cand. phil., bei Bonn .... Poppelsdorf. 
„ „ Verrall G. H., Sussex Lodge, England . . . Newmarket. 
„ „ Vesely Josef, k. k. Hofgärtner, IV., Belvedere . Wien. 
450 „ „ VielguthDr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oe. . Wels. 

„ „ Viertl A., k. u. k. Hauptm. i, P., Franziskanerg. 18 Fünfkirchen. 

„ „ Vodopic Mathias, Bischof, Eminenz, Dalmatien Ragusa. 

„ „ Vogel Franz A., k. k. Hof-Garteninspector . . Laxenburg, 
„ „ Vogl Dr. August, k. k. Universitäts- Professor, 

k. u. k. Hofrath, IX., Ferstelgasse 1 . . . . Wien. 

„ „ Vojtek Rieh., Apotheker, VI., Königseggasse 6 . Wien. 

„ „ Vukotinovic Ludwig Parkas v Agram. 

„ „ Wachtl Friedrich, k. k. Forstmeister, I., Kolo- 

wratring 14 Wien. 

Z. B. Ges. B. XLII. d 



XXVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Waginger Dr. Carl, VII., Neubaugasse 30 . . Wien. 

„ „ Wagner Dr. Anton, k. u. k. Eeg.-Arzt, N.-Oe. . Fiscbau. 
460 „ „ Wagner Bernard, P., Hochw., Professor am Ober- 
Gymnasium Seitenstetten. 

„ „ Walter Julian, Hocbw., P.-O.-P., Gjmnasial- 

Professor, I., Herrengasse 1 Prag. 

„ „ Walz Dr. Eudolf, IV., Carolinengasse 19 . . . Wien. 

„ „ Washington St. v., Baron, ScblossPöls, Steierm. Wildon. 

„ „ Was mann Erich, S. J., bei Eoermond, Holland Exaeten. 

„ „ Weinländer Georg, Gymnasial-Professor . . Krems a.d. Donau. 

„ „ Weinzierl Dr. Theodor Eitter v., Vorstand der 

Samen-Control -Versuchsstation, I., Herreng. 13 Wien. 

„ „ Weisbach Dr. August, k. u. k. Ober-Stabsarzt, 

Garnisonsspital Nr. 2, Eennweg Wien. 

„ „ Weiser Franz, k. k. Landesgerichtsrath, IV., 

Hauptstrasse 49 Wien. 

„ „ Weiss Dr. Adolf, Eegierungs-Eath, k. k. Univer- 
sitäts-Professor Prag. 

470 „ Frl. Werner Helene, I., Bellariastrasse 10 . . . . Wien. 

„ Herr Werner Franz, Dr. phil., I., Bellariastrasse 10 . Wien. 

„ „ Westerlund Dr. Carl Agardh, Schweden . . . Eonneby. 

„ „ Wettstein Dr. Eichard Eitter V. Westersheim, 

Professor an der Universität Prag. 

„ „ Wichmann Dr. Heinr., Adjunct a. d. österr. Ver- 
suchsstation für Brauerei, IX., Währingerstr. 59 Wien. 

„ „ Wiederniann Leopold, Hochw., Pfarrer, Post 

Sieghartskirchen Eappoltenkirchen. 

„ „ Wierer Ludwig V. Wierersberg, k. k. Bezirks- 
gerichts -Adjunct, Niederösterreich Korneuburg. 

„ „ Wiesner Dr. Julius, k. k. Univ.-Prof. d. Bot. . Wien. 

„ „ Wilczek Hans Graf, Excellenz, geh. Eath . . Wien. 

„ „ Wilhelm Dr. Carl, Professor an der Hochschule 

für Bodencultur, VIII., Skodagasse 17 . . . Wien. " 
480 „ „ Willkomm Dr. Moriz, Hofrath, k. k. Univer- 
sitäts-Professor, Smichow , Prag. 

„ „ Witting Eduard, VII., Zieglergasse 27 . . . Wien. 

„ „ Wocke Dr. M. F., Klosterstrasse 87 b . . . . Breslau. 

„ „ Wolf Franz, Gut Neuhof bei Graz Stieflingthal. 

„ „ Woloszczak Dr. Eustach, Professor am Poly- 

technicum Lemberg. 

„ „ Woronin Dr. M., Professor, kleine italienische 

Strasse 6 St. Petersburg. 

„ Wright Dr. Percival, Prof. d. Bot., Trinity Coli. Dublin. 

„ „ Zabeo Alfons, Graf, IX., Berggasse 9 . . . . Wien. 



Mitglieder. 



XXVII 



P. T. Herr Zahlbruckner Dr. Alexander, Assistent am 
k. k. naturhistorischen Hofmuseum, VII., Neu- 
stiftgasse 18, III Wien. 

„ „ Zareczny Dr. Stan., Professor am III. Gymn. . Krakau. 
490 „ „ Zdarek Robert, Währing, Pulverthurmgasse 1 . Wien. 
„ „ Zermann P. Chrjsostomus, Gymnasial-Prof. . Melk. 
„ „ Zickendratb Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki . Moskau. 
„ „ Zivotsky Josef, ev. Katechet, II., Praterstr. 78 Wien. 
„ Frau Zugmayer Anna, Gut Neuhof bei Graz . . . Stiftingthal. 
495 „ Herr ZukalH.,Uebungslehrer an der k.k. Lehrerinnen- 
Bildungsanstalt, VIII., Lerchengasse 34 . . . Wien. 



Irrtliümer im Terzeichuiss und Adress'änderiiu^en wollen dem Secretariate 
zur Beriicksichtig-ung" bekannt gegeben werden. 



d* 



XXVIII 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



1. Durch den Tod: 



P. T. Herr Aberle Dr. Carl. 

„ „ Alscher Alois. 

„ „ Arenstein Dr. Josef. 

„ „ Boberski Ladislaus. 

„ „ Brunner Franz. 

„ „ Burmeister Dr. Hermann. 

„ „ Buzek Franz. 

„ Egg er Eduard. 

„ „ Ei Chi er Wilhelm v. 



P. T. Herr Fürstenberg Friedrich. 

„ „ Holzhausen Adolf. 

„ „ Eegel Dr. Eduard. 

„ „ Eessmann Dr. F. 

„ „ Richter Dr. Carl, 

„ „ S Oeding Emil. 

„ „ Schulzerv. Müggenburg. 

„ „ Thümen Felix Freih. v. 

„ „ Weiglsperger Franz. 



2. Durch Austritt: 



P. T. Herr Eckhel Georg v. 

„ „ Gutleben Josef. 

„ „ Haberhauer Josef. 

„ „ Hinterwaldner J. M. 

„ „ Höf er Franz. 

„ „ Jahn Dr. Jaroslav. 

„ „ Kerry Dr. Richard. 

„ „ Klein Julius. 



P. T. Herr Matoloni F. X. 

„ „ Ransonnet Eugen V. 

„ „ Rock Dr. Wilhelm, 

„ „ Studnizka Carl. 

„ „ Then Franz. 

„ „ Steinbühler August. 

„ „ Wiemann August. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages durch 

Postnachnahme : 



P. T. Herr Knauthe Carl. 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



XXIX 



Lehranstalten und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 



Oeg-en Jahresbeitrag-. 

Berlin: König!. Bibliothek. 

Brixen: Fürstb. Gymnasium Vincentinum. 

Brünn: K. k. 1. deutsches Ober-Gymnasium. (Nchn.) 

Dornhirn (Vorarlberg) : Communal-Unter-Eealschule. 

Feldkirch (Vorarlberg): Pensionat Stella mattutina. 

Görz: Landesmuseum. 

„ K. k. Ober-Realschule. 

„ K. k. Ober-Gymnasium. (Q.) 
Graz: K. k. 1. Staats-Gymnasium. 
10 „ K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Güns: K. kath. Gymnasium. (P. f.) 
Kalksburg: Convict der P. P. Jesuiten. 
Klagenfurt: K. k. Ober-Gymnasium. 

Klausenhurg: Landwirthschaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Laibach: K. k. Lehrer-Bildungsanstalt. 

„ K. k. Staats-Ober-Realschule. 
Lemberg: K. k. Polytechnikum. 
Leoben: Landes-Mittelschule. 
Linz: Oeffentliche Bibliothek. 
20 ^ Bischöfliches Knaben-Seminar am Freinberge. 
Marburg: K. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfliches Knaben-Seminar. 

Martinsberg bei Raab: Bibliothek des e. Benedictiner-Erzstiftes. (Nchn.) 

Meran: K. k. Gymnasium-Direction. 

Ober-Hollabrunn : Landes-Realgymnasium. 

Oedenburg: K. kath. Ober-Gymnasium. 

Olmütz: K. k. Studienbibliothek. 

„ K. k. Ober -Realschule. 
Pilsen: K. k. deutsche Staats-Realschule. 
30 Fola: K. k. Staats-Gymnasium. 

Frag: K. k. deutsches Gymnasium der Altstadt. 

„ Botanisches Institut der k. k. deutschen Universität. 

„ K. k. deutsches Neustädter Gymnasium, Graben 20. 

„ K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nchn.) 

„ Gesellschaft für Physiokratie in Böhmen, Wenzelsplatz 16. 
Przibram: K. k. Lehrer-Bildungsanstalt. 



XXX 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Beichenherg (Böhmen): K. k. Ober-Eealgymnasium. 
Bied (Ober-Oesterreich): K. K. Staats-Ober-Gymnasium. 
Boveredo: Museo Civico. (P.) 
40 Salzburg: Fürsterzbischöfliches Gymnasium „Borromaeum". 

„ K. k. Gymnasium. 

„ K. k. Ober-Eealschule. 
Schässhurg: Evangelisches Gymnasium. 
Stockerau : Landes-Realgymnasium. 

Tahor: Höhere landwirthschaftlich-industrielle Landes -Anstalt. (P. f.) 
Temesvar: K. Ober-Gymnasium. 
Teschen: K. k. Staats-Realschule. 
Troppau: Landes-Museum. (Nchn.) 

„ K. k. Staats-Gymnasium. (Buchh. G ollmann.) 
50 „ K. k. Ober-Realschule. 

Ung arisch- Hradisch : K. k. deutsches Staats-Real-Obergymnasium. 
Villach: K. k. Real-Obergymnasium. 
Weisswasser, Böhm.-: Forstlehranstalts-Direction. 
Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, I., Christinengasse 1. 
„ Oesterreichischer Apotheker -Verein. 

„ Kaiser Franz Josefs-Gymnasium der inneren Stadt, Hegelgasse. 
„ Leopoldstädter k. k. Staats-Ober-Realschule, II., Vereinsgasse 21. 
„ K. k. Staats-Gymnasium, II., Taborstrasse 24. 
„ Botanisches Museum der k. k. Universität, III., Rennweg 14. 
60 „ K. k. Staats-Ober-Realschule, III., Radetzkystrasse 2. 
„ K. k. Staats-Realschule, Währing, Wienerstrasse 49. 
„ K. k. Staats-Unter-Realschule, V., Rampersdorfergasse 20. 
„ Zoologisch-botanische Bibliothek der k. k. technischen Hochschule. 
Wiener-Neustadt : Niederösterreichisches Landes-Lehrer-Seminar. 



Unentgreltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Prag: Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Wien: K. k. Hofbibliothek. 

„ Communal-Gymnasium Gumpendorf. 
70 „ ,, „ Leopoldstadt. 

„ „ Ober-Realschule Gumpendorf, VI., Marchettigasse. 

„ „ „ „I., Schottenbastei 7. 

„ Wieden. 
„ K. k. Universitäts-Bibliothek. 
75 „ Landesausschuss-Bibliothek. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XXXI 



Wissenschaftliche Anstalten und Yereine, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 



Oesterreich-Ungarn. 

Agram: Societas Historica Naturalis Croatica „Glasnik". 
Bregenz : Landes-Museums -Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schlesisclie Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. 
Budapest: K. ungarische Akademie der Wissenschaften. 
„ „ „ geologische Anstalt. 
„ „ „ geologische Gesellschaft. 
„ Ungarischer naturwissenschaftlicher Verein. 
„ Redaction der naturhistorischen Hefte des Nationalmuseums. 
10 Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 
„ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 
Hermannstadt : Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 

„ Ferdinandeum. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 

„ K. k. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues und der Industrie 
in Kärnten. 

Klausenhurg : Medicinisch-naturwissenschaftlicher siebenbürgischer Museumsverein. 

Leipa, Böhm.-: Nordböhmischer Excursions-Club. 
20 Leutschau: Ungarischer Karpathen -Verein. 

Linz: Museum Francisco-Carolinum. 
„ Verein für Naturkunde. 

Prag : K. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. 
„ Naturhistorischer Verein „Lotos". 

Reichenherg: Verein der Naturfreunde. 

Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 

Sarajevo: Glasnik zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini. 

Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trentschiner Comitats. 

Triest: Museo civico di storia naturale. 
30 „ Societä adriatica di scienze naturali. 
„ Societä d'orticultura del Littorale. 

Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 



XXXII 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Wien: K. k. naturhistorisches Hofmuseum. 

„ Naturwissenschaftliclier Verein an der Universität. 

„ K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 

„ K. k. geographische Gesellschaft. 

„ K. k. geologische Reichsanstalt. 

„ K. k. Gesellschaft der Aerzte. 

„ Deutscher und österreichischer Alpenverein. 

40 „ Oesterreichischer Reichs-Forstverein. 

„ Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

„ Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 



Deutsches Reich. 

AUenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 

Annaberg-Buchholz: Verein für Naturkunde. 

Arnstadt: Deutsche botanische Monatsschrift (G. Leimbach). 

Augsburg: Naturhistorischer Verein. 

Bamberg: Naturforschender Verein. 

Berlin : Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 

„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 
50 „ Berliner Entomologischer Verein (B. Hache). 

„ Deutsche entomologische Gesellschaft. 

„ Jahrbücher des k. botanischen Gartens und Museums. 

„ Naturwissenschaftliche Wochenschrift (Verlag von Ferdinand Dümmler, 
Zimmerstrasse 94, S. W. 12). 

„ Archiv für Naturgeschichte (Nicolai 'sehe Buchhandlung). 

„ Entomologische Nachrichten (Friedländer). 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preussischen Staaten. 
Bonn: Naturhistorischer Verein der preussischen Rheinlande und Westphalens. 
Braunschweig: Naturwissenschaftliche Rundschau (Vie weg & Sohn). 
„ Verein für Naturwissenschaft. 

60 Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 

„ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar im Elsass: Societe d'histoire naturelle. 
Danzig : Naturforschende Gesellschaft. 
Darmstadt: Verein für Erdkunde. 

Donau-Eschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 
Dresden: Gesellschaft „Isis". 
70 „ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 

Dürkheim: „PoUichia" (naturwissenschaftlicher Verein der baierischen Pfalz). 
Düsseldorf: Naturwissenschaftlicher Verein. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XXXIIl 



Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 
Emden: Naturforschende Gesellschaft. 
Erlangen: Biologisches Centralblatt. 

„ Physikalisch-medicinische Societät. 
Frankfurt a. M.: Senkenbergische uaturforschende Gesellschaft. 

„ Kedaction des Zoologischen Gartens. 

Frankfurt a. 0. : Naturwissenschaftlicher Verein für den Regierungsbezirk Frank- 
fuit a. 0. 

80 „ Societatum Litterae (Dr. Ernst Huth). 

Freibiirg i. B. : Naturforschende Gesellschaft. 
Fulda: Verein für Naturkunde. 

Glessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Buchh. Richter). 
Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 
Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Greifswald: Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Rügen. 
Güstrow: Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 
Halle a. d. S. : Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
90 „ Naturforschende Gesellschaft. 

„ „Die Natur" (Schwetschke'scher Verlag). 

„ Kaiserl. Leopold. -Carolin, deutsche Akademie der Naturforscher. 

Hatnburg -Altona: Naturwissenschaftlicher Verein. 

„ Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

„ Naturhistorisches Museum der Stadt Hamburg. 

Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 
Heidelberg : Naturhistorisch-medicinischer Verein. 
Jena: Medicinisch-naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
100 Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg : Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie (W. Engelmann). 

„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Botanische Zeitung (Verlagsbuchhandlung Arth. Felix). 

„ Zoologischer Anzeiger (W. Engelmann). 

„ Verein für Erdkunde. 
Lübeck: Naturhistorisches Museum. 

Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthum Lüneburg. 
110 Magdeburg : Naturwissenschaftlicher Verein. 
Mannheim: Verein für Naturkunde. 
Metz: Societe d'histoire naturelle. 

München: Königl. baierische Akademie der Wissenschaften. 

„ Gesellschaft für Morphologie und Physiologie. 
Münster: Westphälischer Provinz -Verein für Wissenschaft und Kunst. 

Z. B. Ges. B. XLII. 6 



XXXIV 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Nürnberg : Naturhistorisclie Gesellschaft. 
Offenhach: Verein für Naturkunde. 
Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Passau: Naturhistorischer Verein. 
120 Regensburg: Zoologisch-mineralogischer Verein. 

„ Königl. baierische botanische Gesellschaft. 

Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Württemberg. 
Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
Zwickau: Verein für Naturkunde. 

Schweiz. 

Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

Bern: Allgemeine schweizerische naturforschende Gesellschaft. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische entomologische Gesellschaft. (Theodor Steck, Natur- 
historisches Museum.) 
130 Chur: Naturforschende Gesellschaft. 

Frauenfeld: Mittheilungen der Turgauischen Naturforschenden Gesellschaft. 

Genf: Societe de physique et d'histoire naturelle. 

Lausanne: Societe vaudoise des sciences naturelles. 

Neufchätel: Societe des sciences naturelles. 

Sion: Societe murithienne de Valais. 

St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische botanische Gesellschaft (Jardin botanique). 

Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
140 Christiania: Vetenskaps Sällskapet. 

„ Universitäts-Bibliothek. 
Gothenburg: K. Vetenskaps Sällskapet. 
iitnc^; K. Universität. 
Stockholm: K. Vetenskaps Akademie. 

„ Entomologiska Föreningen, 94 Drokninggatan. 
Tromsö: Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
üpsala: Vetenskaps Societät. 
„ K. Universität. 

Dänemark. 

'150 Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske videnskabernes Selskab. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XXXV 



Holland. 

Amsterdam: Kouinklijke Akademie van Wetenschappen. 

„ Koninklijke Zoologisch Genootschap Natura Artis Magistra. 

Haag : Nederlandsche Entomologische Vereeniging. 
Harlem: Musee Teyler. 

„ Hollandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Middelburg: Genootschap de Wetenschappen. 

Hotterdam: Nederlandsche Dierkundige Vereeniging (ä la Station zoologique, 
Helder). 

Utrecht: Provincial Utrechtsche Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 



Belgien. 

160 Brüssel: Academie Koyale des sciences, des lettres et des beaux-arts de Belgique. 
(Commission des echanges internationaux.) 
„ Societe Eoyale de Botanique de Belgique. 
„ „ entomologique de Belgique. 

„ „ malacologique de Belgique. 

„ „ Beige de Microscopie. 

Gent: Kruidkundige Genootschap „Dodonaea" (Prof. Mac Leod). 
Liege: Eedaction de la Belgique Horticole (Morren). 

„ Societe Royale des Sciences. 
Luxemhourg: Societe des Sciences naturelles du Grand-Duche de Luxembourg. 
„ „ de Botanique du Grand-Duche de Luxembourg. 



Grossbritannien. 

170 Belfast: Natural History philosophical Society. 
Dublin: Royal Irish Academy. 

„ Geological Society. (Trinity College.) 
„ Royal Society. 
Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 
„ Geological Society. 
„ Botanical Society. 
Glasgoiv: Natural history Society. 
Liverpool: Biological Society. 
180 London: Entomological Society. 
„ The Entomologist. 
„ Entomologist's Monthly Magazine. 
„ Geological Society. 
„ Linnean Society. (Picadilly, W.) 
„ Meteorological Office. 
„ Royal Society. (Burlington House, W.) 



XXXVI 



Wissenschaftliche Anstalten. 



London: Royal microscopical Society. (Kings College.) 

„ Zoological Society. 
Manchester: Literary and philosophical Society. 
190 Newcastle upon Tyne: Tyneside Naturalist's Field club. 

Perth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D. Annat Lodge). 



Russland. 

Charkow: Gesellscliaft der Naturforsclier an der kaiserl. Universität. 
Dorpat : Naturforsclier-Gesellscliaft. 

ETcatherinenhurg : Societe ouralienne d'amateurs des sciences naturelles. 
Heising fors : Finska Vetenskaps-Societeten. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica. 

Kiew: Societe des Naturalistes. 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellscliaft der Naturforscher. 
200 Petersburg.: Academie Imperiale des sciences. 

„ Kaiserlicher botanischer Garten. 

„ Societas entomologica rossica. 
Riga: Naturforschender Verein. 

Italien. 

Acireale (Sicilien): Societä italiana dei Microscopisti Sicilia. 

Bologna: Accademia delle scienze. 

Florenz: Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze. 

„ Monitore zoologico italiano (Istituto Anatomico). 

„ Redazione del nuovo Giornale botanico. 

„ Societä entomologica italiana. 
210 Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societä di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucca: Accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 
Mailand: Societä italiana di scienze naturali. 

„ Istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 

„ Societä crittogamologica italiana. 
Messina: Malpighia Rivista Mensuale di Botanica. 
Modena: Societä dei naturalisti. 

„ Accademia di scienze, lettere ed arti. 

„ Societä malacologica italiana. (Segretario Prof. Dante Panternelli, 
Univers., Modena.) 
220 Neapel: Accademia delle science. 

„ Mittheilungen der zoologischen Station (Dr. Dohrn). 
„ Societä di Naturalisti. 
Padua: R. Istituto e giardino botanico dell' Universitä. 



Wissenscbaftliclie Anstalten. 



XXXVII 



Padua: Nuova Notarisia (Dott. C. B. de Toni). 

„ Societä veneto-trentina di scienze naturali. 
Palermo : Eeale Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. 

„ Societä di Acclimazione. 
Pisa: Societä toscana di scienze naturali. 
Pom: Reale Accademia dei Lincei. 
230 „ Societä italiana delle scienze. 

„ Jahrbücher des botanischen Gartens (Prof. Pirotta). 
„ Societä Romana per gli Studi zoologici. 
Siena: Reale Accademia dei Fisiocritici. 

„ Rivista italiana di scienze naturali. 
Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 

„ „Neptunia", Rivista per gli Studi di scienza pura ed applicata (Dott. David 
Levi Morenos, 3422, Venezia). 
Verona: Accademia di Agricoltura, commercio ed arti. 

Frankreich. 

Amiens: Societe Linneenne du Nord de la France. 
Angers: Societe d'etudes scientifiques. 
240 Bordeaux: Societe Linneenne. 

Caen: Societe Linneenne de Normandie. 

„ Annuaire du Musee d'histoire naturelle. 
Cherbourg: Societe des sciences naturelles. 
Dijon: Academie des sciences, arts et belles-lettres. 
Lille: Societe des sciences de l'agriculture et des arts. 

„ Revue biologique du Nord de la France. 
Lyon: Academie des sciences, belles-lettres et arts. 

„ Societe d'Agriculture. 

„ Societe botanique de Lyon (Palais des arts, place des terreaux). 
250 „ Societe Linneenne de Lyon. 
Nancy: Societe des sciences. 

„ Academie de Stanislas. 
Paris: Journal de Conchiliologie. 

„ Nouvelles archives du Musee d'histoire naturelle. 

„ Societe botanique de France. 

„ Societe entomologique de France. 

„ Societe zoologique de France. 
Mouen: Societe des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Coimhra: Sociedad Broteriana (Boletin annual). 
260 Lissabon: Academia real das sciencias. 

Porto: Sociedade Carlos Ribeiro (Revista de Sciencias Naturaes E. Socides). 



XXXVIII 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Spanien. 

Madrid: Sociedad espanola de historia natural. 

Asien. 

Batavia: Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wettenschappen. 

„ Natuurkundige Vereeniging in Nederlandisch-Indie. 
Bombay: Journal of the Bombay Natural History Society. 
Calcutta: Asiatic Society of Bengal. 
Shanghai: Asiatic Society, north China brauch. 

Afril<a. 

Cairo: L'Institut Egyptien. 

Ameriica. 

a) Nordamerika. 

Boston: American Academy. 
270 „ Society of Natural History. 
Buffalo: Society of Natural Sciences. 

Cambridge: American Association for the advancement of science. 

„ Museum of comparative Zoology. 

„ Entomological Club „Psyche" (p. G. Dimok in Paris). 
Chapel Hill: Elisha Mitchell Scientific Society. 
Columbus: Geological Survey of Ohio. 
S. Francisco: Californian Academy of Natural Sciences. 
FranMin County: Brookville Society of Natural History. 
Halifax, N. S.: Nova Scotian Institute of Natural Science. 
280 New-Haven: American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 

London (Ontario, Canada): Canadian Entomologist. 
St. Louis: Academy of Science. 

„ The Missouri Botanical Garden. 
Minnesota: Minneapolis Geological and Natural History Survey of Minnesota 

(N. H. Winchell, Director U. S. a.). 
Montreal: Geological and Natural history Survey of Canada. 

„ Eoyal Society of Canada. 
New-York: Academy of Sciences. 

„ Entomological Society, 16 and 18 Broad Street, New-York City. 
290 V Society of Natural History (olim Lyceum). 

„ Torrey Botanical Club. 
Philadelphia: Academie of Natural Sciences. 
„ American Entomological Society. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XXXIX 



Philadelphia: American Naturalist (Prof. E. D. Cope, 2102 Pine Street). 
„ American Philosophical Society. 

„ The Journal of Comparative Medicine and Surgery, A. L. Humel 

(Editor Conklin), 1217 Filbert Street. 
„ Zoological Society of Philadelphia. 

Bochester, N. Y. : Academy of Science. 
Salem: Essex Institute. 
300 Toronto: Canadian Institute. 

Trenton: Natural History Society. 

Washington : Departement of Agriculture of the United States of North America. 
„ Entomological Society. 

„ Smithsonian Institution. 

„ United States commission of fish and fisheries. 

„ United States Geological Survey. 

b) Mittel- und Südamerika. 

Buenos -Äyres : Museo publice. 

„ Eevista Argentina de Historia Natural. 

„ Sociedad cientifica argentina. 

310 Caracas: Revista cientifica mensual d. 1. universitad de Venezuela. 
Cordoha: Academia nacional di ciencias exactas a la Universidad. 
Mexico : Deutscher wissenschaftlicher Verein. 

„ Memorias de la Sociedad Cientifica, Antonio Alzate. 
„ Museo nacional mexicana. 
„ Sociedad mexicana de historia natural. 
Bio de Janeiro: Archivos do Museo nacional. 

Australien. 

Adelaide: Philosophical Society. (South Australian Institute.) 
Melbourne: Public Liberary, Museum and National Gallery of Victoria. 
Sidney: Linnean Society of N«w South Wales. 

320 „ Royal Society of New South Wales. 

321 „ The Australian Museum. 



XL 



Von der Gesellschaft angekaufte periodische Schriften. 



Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Berichte der Deutschen botanischen Gesellschaft in Berlin. 

Bibliotheca zoologica. Herausg. von Cariis und Engelmann. 

Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Herausg. von A. Engler. 

Botanischer Jahresbericht. Herausg. von Dr. E. Koehne (fr. Dr. L. Just). 

Botanisches Centralblatt. Herausg. von Dr. Oscar Uhlworm. 

Claus C. Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wien und 

der zoologischen Station in Triest. 
Flora (Allgemeine hotanische Zeitung). 
Flora und Fauna des Golfes von Neapel. 
Le Naturaliste Canadien (Red. par Abbe Provancher). 
Oesterreichische botanische Zeitschrift. 

Wiener Entomologische Zeitung. Herausg. von J. Mik, E. Reitter und 
F. Wachtl. 

Zoologischer Jahresbericht. Herausg. von der zoolog. Station in Neapel. 
Zoologische Jahrbücher. Herausg. von Spengel. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. 



A 



3 



Versammlung am 13. Jänner 1892. 

Vorsitzender: Herr Dr. Eugen v. Haläcsy. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

^ „ Als Mitglied bezeiclinet durch 

P. T. Herr t> m tt 

P. T. Herren 

Constantin Carl, k. k. Polizeibeamter und 

Bureauvorstand, Wien, III., Salesianergasse 8 F. Lebzelter, Dr. Fr. Ostermeyer, 
Funke Simon Hans, Magister der Pharmacie, 

Neu-Hietzing, Lainzerstrasse 99 . . . . A. Handlirscb, Dr. R. v. Wettstein. 
Knauer, Dr. Friedrich Carl, Director des 

Vivariums, Wien, II, Prater 1 A. Handlirsch, J. Kaufmann. 

Maly Carl, Wien, IV., Hauptstrasse 74 . . M. F. Müllner, Dr. R. v. Wettstein. 

Pen ther Arnold, Wien, IX., Währingerstrasse 5 Dr. C. Grobben, Dr. Th. Pintner. 
Verhoeff C, cand. phil., Poppelsdorf bei 

Bonn a. Rh. . . Durch den Ausschuss. 

Wagner, Dr. Anton, k. und k. Regimentsarzt, 

Fischau in Niederösterreich Dr.L.v.Lorenz,Dr.E.v.Marenzeller. 

Zdarek Robert, Währing, Pulverthurmgasse 1 Dr. C. Fritsch, Dr. F. Krasser, 



Anschluss zum Schriftentausch : 
Lübeck: Naturhistorisches Museum. 



Eingesendete Gegenstände : 

624 Stück Käfer für Schulen von Herrn J. Kaufmann. 

20 Schmetterlinge für Schulen von Herrn A. Metzger. 

100 Stück Käfer für Schulen von Herrn Baron A. Pelikan v. Plauenwald. 

650 Stück Wespen für Schulen aus der zoologischen Abtheilung des k. k. 
naturhistorischen Hofmuseums und eine grössere Partie Schmetterlinge von 
Herrn A. Rogenhofer. 

A* 



4 



Versammlung am 13. Jänner 1892. 



Im Laufe des Jahres 1891 sendete die k. k. zoologische Station in Triest 
im Tausche gegen eine Eeihe von Jahrgängen der „Verhandlungen" eine grössere 
Partie von Conchylien, Echinodermen und Coelenteraten, theils als Trocken- 
präparate, theils in Alcohol conservirt. 



Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit einem Nach- 
rufe an das am 28. December 1891 im 37. Lebensjahre in Wien 
verstorbene Ausschussmitglied Dr. Carl Richter, dem es nicht 
vergönnt sein sollte, sein begonnenes grosses Werk, die „Plantae 
Europaeae", zu Ende zu führen. Die Wissenschaft verlor in ihm 
eine tüchtige Arbeitskraft, die Gesellschaft eines ihrer eifrigsten, all- 
seitig bekanntesten und beliebtesten Mitglieder. Auf seinen Sarg 
legte die Gesellschaft einen Kranz nieder; viele Mitglieder bethei- 
ligten sich an dem Leichenbegängnisse. Friede seiner Asche! 



Herr Prof. Dr. Fr. Brauer hielt einen Vortrag : „Ueber das 
sogenannte,. Stillstandstadium in der Entwicklung der 
Oestriden-Larven". (Siehe Abhandlungen, Seite 79.) 



Zoologischer Discussionsabend am II. December 1891. 

Herr Dr. Th. Pintner sprach zunächst „Ueber den Bau 
und die Entwicklungsgeschichte der Saug- und Band- 
würmer". 

Hierauf referirte Herr A. Handlirsch über L. Ganglbauer's 
„Die Käfer von Mitteleuropa", 1. Band. 

Wohl selten dürfte eine Publication so sehr dem Bedürfnisse des ento- 
mologischen Publicums entsprechen, wie Ganglbauer's gründliche und um- 
fassende Bearbeitung der Käfer Mitteleuropas, eine hervorragende wissenschaftliche 
Leistung, die sich weit über alle in letzter Zeit erschienenen faunistischen 
Publicationen aus dem Gebiete der Coleopterologie erhebt. 

L. Eedtenbacher's bekannte „Fauna Austriaca", das bisher von den 
meisten österreichischen Coleopterologen benützte Handbuch, hat drei Auflagen 
erlebt, von denen auch die dritte bereits vergriffen ist. Der Aufforderung des 
Verlegers, eine vierte Auflage des für seine Zeit hervorragenden, aber jetzt schon 



Versammlung am 13. Jänner 1892. 



5 



etwas veralteten Werkes zu veranstalten, folgend, kam Gangibauer zur Ueber- 
zeugung, dass das in der „Fauna Austriaca" berücksichtigte Gebiet viel zu klein 
sei und er beschloss, das ganze Alpengebiet bis zur Ehöne und bis zur Grenze 
zwischen den ligurischen Alpen und dem Apennin bei Savona einzubeziehen, ausser- 
dem noch ganz Deutschland, Oesterreich-Ungarn und das Occupationsgebiet. 

Diese Erweiterung des Gebietes im Vereine mit den grossen Fortschritten 
der letzten Decennien in Bezug auf Morphologie, geographische Verbreitung u. s. w. 
erforderte eine gänzlich neue Bearbeitung des Stoffes und so entstanden an Stelle 
einer neuen Auflage von Eedtenbacher's „Fauna Austriaca" — „Die Käfer 
Mitteleuropas" von Gangibauer. Die Behandlung des umfangreichen Stoffes 
in Gangibauer 's Werk ist streng systematisch, die Charaktere der Familien, 
Gattungen und Arten sind, den neuesten Anschauungen gemäss, ausführlich erörtert, 
und um dieses Ziel erreichen zu können, wurden die Bestimmungstabellen von 
dem systematisch-descriptiven Theile getrennt. Zahlreiche sehr gelungene Holz- 
schnitte erleichtern dem Anfänger das Verständniss des Textes. 

Der bis jetzt erschienene erste Band der „Käfer Mitteleuropas" enthält 
die Familienreihe Carahoidea, wohl eine der schwierigsten Gruppen, durch deren 
glückliche Bewältigung der Verfasser bewiesen hat, dass die Bearbeitung der 
Coleopteren Mitteleuropas in keine geeigneteren Hände gelegt werden konnte, 
als in die seinen, und wir wünschen dem Autor von ganzem Herzen Glück zur 
Vollendung der schönen, nützlichen und höchst zeitgemässen Unternehmung. 

Herr Prof. Dr. Carl Grobben demonstrirte Larven von 
Eriocampa. 

Schliesslich wurde die im Discussionsabende am 13. November 
1891 begonnene Nomenclatur-Discussion fortgesetzt, aber noch 
nicht abgeschlossen. 



Im botanischen Discussionsabende am 18. December 
1891 hielt Herr Dr. Moriz Kronfeld einen Vortrag unter dem 
Titel: „Vergangenheit und Gegenwart der niederöster- 
reichischen Safrancultur". 



Am 8. Jänner 1892 wurde ein botanischer Literaturabend 
abgehalten, in welchem Herr Dr. A. Zahlbruckner die Vorlage der 
im Laufe des Monates December eingelaufenen Literatur vornahm. 



6 



Versammlung am 3. Februar 1892. 



Versammlung am 3. Februar 1892. 

Vorsitzender: Herr Dr. Franz Ostermeyer. 

Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



Franjic, P. Angelus, stud. phil., Wien, I., 
Franciskanerplatz 4 Dr. C. Fritsch, Dr. F. Krasser. 

Garbowski Thaddäus, stud. phil., Wien, VIII., 
Lenaugasse 2 Dr. L. v. Lorenz, A. Eogenhofer. 

Linsbauer Ludwig, stud. phil., Wien, V., 
Kohlgasse 29 Dr. C. Fritsch, Dr. F. Krasser. 

Eichter, Dr. Aladär, Eima-Szombath . . . H. Braun, Dr. E. v. Haläcsy. 

Werner Helene, Fräulein, Wien, I., Bellaria- 
strasse 10 . . Dr. E. Sturany, Dr. F. Werner. 



Herr Secretär Dr. Carl Fritsch legte folgende eingelaufene 
Manuscripte vor: 

Cobelli, Dr. Kuggero: „Quattro nuove specie di Imenotteri". 
(Siehe Abhandlungen, Seite 67.) 

Cobelli, Dr. Euggero: „Osservazioni sulla fioritura e fecon- 
dazione della Primula acaulis Jacquin". (Siehe Abhandlungen, 
Seite 73.) 

Procopianu-Procopovici Aurel: „Zur Flora von Suczawa". 
(Siehe Abhandlungen, Seite 63.) 

Kübsaamen, Ew. H. : „Mittheilungen über Gallmücken". 
(Siehe Abhandlungen, Seite 49.) 

Strobl, Prof. Gabriel: „Die österreichischen Arten der Gat- 
tung Hilara Meig.". (Siehe Abhandlungen, Seite 79.)^) 



Herr Hofrath Prof. Dr. C. Claus hielt einen Vortrag: „lieber 
die Strobilation der Discomedusen, mit besonderer Be- 
rücksichtigung der Mundbildung an den Ephyren". 

^) Der Schluss dieser Abhandlung folgt im II. Quartalshefte. 



Versammlung am 3. Februar 1892. 



7 



Botanischer Discussionsabend am 29. Jänner 1892. 

Herr Dr. Carl F ritsch hielt einen Vortrag unter dem Titel: 
„Die Gattungen der Gaprifoliaceen" und demonstrirte Vertreter 
dieser Gattungen in Herbar-Exemplaren. 

Gewöhnlich werden die Caprifoliaceen in zwei Unterfamilien eingetheilt, 
die Samhuceae und die Lonicereae. In die erstere Unterfamilie stellt man 
zumeist Samhucus und Viburnum, oft auch noch die sehr abweichende Gattung 
Ädoxa; in die letztere alle übrigen Gattungen. Da ich die Bearbeitung dieser 
Familie für „Die natürlichen Pflanzenfamilien" von Engler und Prantl^) 
übernommen hatte, war ich gezwungen, dieses System eingehend zu prüfen. Hiebei 
stellte sich zunächst heraus, dass die Gattung Ädoxa entschieden aus der Familie 
der Caprifoliaceen auszuschliessen ist, was auch schon von verschiedenen anderen 
Autoren (insbesondere von Drude^) betont wurde. Da jedoch die Beziehungen 
von Adoxa zu den Saxifragaceen, zu denen sie Drude stellt, sowie zu den 
Araliaceen, mit denen sie auch gewisse Analogien aufweist, keineswegs sehr nahe 
genannt werden können, so gibt es gegenwärtig keinen anderen Ausweg, als den, 
Ädoxa als Vertreter einer eigenen Familie, der Adoxaceeu, anzusehen. Diesen 
Ausweg habe ich auch in den „Pflanzenfamilien" eingeschlagen.^) Der Nachweis, 
welche Pflanzengattung die nächste Verwandtschaft mit Adoxa hat, muss erst 
durch weitere Untersuchungen erbracht werden. 

Aber auch die Gattungen Samhucus und Viburnum sind keineswegs so 
nahe verwandt, dass man sie ohne weiters in einer und derselben Unterfamilie 
unterbringen kann. Sambucus weicht schon habituell durch die fiederschnittigen 
Blätter von allen übrigen Caprifoliaceen ab; ausserdem hat diese Gattung extrorse 
Antheren, ein Merkmal, welches gleichfalls keiner anderen Gattung der Familie 
zukommt. Hiezu kommt noch eine Eeihe gewichtiger anatomischer Merkmale: 
Das Vorkommen von Harzschläuchen in der Binde und im Mark,*) von gürtel- 
förmigen Gefässstrangverbindungen in den Knoten,^) der Bau des Holzes^) u. s.w. 
Ich muss also Sambucus als Vertreter einer eigenen Unterfamilie auffassen, 
beziehungsweise Viburnum aus der Gruppe der Samhuceae ausschliessen und zum 
Vertreter einer getrennten Unterfamilie, der Viburneae, machen.') 

1) Vergl. dieses Werkes IV. Theil, 4. Abtheilung, S, 156—171 (Lieferung 66). 

*) Die Aufsätze Drude 's über diesen Gegenstand findet man in der Botan. Zeitung, 1879, 
S. 665, und in Engler's Botan. Jahrb., V, S. 441. 

') Zu demselben Resultate kam schon früher Celakovsky in seinem „Prodromus der Flora 
von Böhmen". 

*) Vergl. De Bary, Vergleichende Anatomie, S. 155. 

^) Vergl. Hanstein, Ueber gürtelförmige Gefässstrangverbindungen (Abhandl. der Berliner 
Akademie, 1857), 

*) Vergl. Michael, Vergleichende Untersuchungen über den Bau des Holzes der Compositen, 
Caprifoliaceen und Rubiaceen (Dissert.). Leipzig, 1885. 

^) Oersted hat in der Einleitung zu seiner monographischen Bearbeitung von Viburmim 
Vidensk. Meddel. f. d. naturh. For. i Kjöbenhavn f. A. 1859) die „Vihurneae'^ als Unterabtheilung der 
Samhuceae aufgefasst. , 



8 



Versammlung am 3. Februar 1892. 



Vibm-num hat mit Samhucus eine Reihe von Merkmalen gemeinsam, die 
wieder den meisten übrigen Gattungen nicht zukommen: Die actinomorphe, 
gewöhnlich radförmig ausgebreitete Corolle, den kurzen Griffel, die eineiigen 
Fruchtknotenfächer, die Bildung eines Oberfiächenperiderms ^) u. s. w. Hält man 
unter diesen Merkmalen die eineiigen Carpellfächer für das wichtigste, so muss 
man Triosteum zu den Viburneen stellen, während Bentham und Hooker^) 
diese Gattung wegen des verlängerten Griffels und der zygomorphen Corolle 
zur Unterfamilie der Lonicereen rechnen. Triosteum steht also zwischen den 
Viburneen und Lonicereen (letztere in weiterem Sinne, wie von Bentham und 
Hooker, genommen); habituell steht es den Lonicereen näher, weicht aber durch 
krautigen Wuchs von ihnen ab. 

Von den Lonicereen habe ich noch die Gruppe der Linnaeeen abgegliedert, 
welche gewiss mit ersteren nahe verwandt sind, aber durch die stets einsamigen 
Fruchtfächer sich den Viburneen nähern. Anatomisch haben sie mit den Loni- 
cereen s. str. die Entstehung eines inneren Peride r ms gemein — wenigstens 
so weit sie daraufhin untersucht wurden. Die Gruppe der Linnaeeen ist übrigens 
bei Bentham und Hook er schon ganz gut abgegrenzt (im „Conspectus gene- 
rum"^); nur der Name „Linnaeeae^ und die Einschränkung der „Lonicereae" 
rührt von mir her. 

Bentham und Hook er führen 13 Gattungen von Gaprifoliaceen auf; 
hievon habe ich Ädoxa ausgeschlossen, dafür aber die zu den Linnaeeen gehörige, 
von Maximowicz^) beschriebene Gattung DtpeZict eingefügt. J.6eZm habe ich im 
Anschlüsse an Vatke*) mit Linnaea vereinigt, die Hook er 'sehe Gattung Pmto- 
pyxis mit Leycesteria (mangels genügender genereller Unterschiede). Hooker's 
Microsplenium ist nach Baillon^) eine Art der Eubiaceen- Gattung Machaonia. 
Die in Hooker's „Icones plantarum" ^) von Oliver beschriebene Gattung Äcti- 
notinus gründet sich auf Äesculus-Blätter und Fi&wni*w-Blüthenstände, ist also 
nur auf Grund einer Mystification aufgestellt worden. ') 

Wir erhalten nunmehr folgende Gruppirung der Caprifoliaceen-Gattungen : 

I. Samhuceae. 

Einzige Gattung: Samhucus, in allen Welttheilen verbreitet (aus- 
genommen Central- und Südafrika, Neuseeland und Polynesien), 
n. Vihurneae. 

Typische Gattung: Vihurnum, weit verbreitet (fehlt in denselben 
Gebieten wie Samhucus, ausserdem in Neuholland), 
Zur folgenden Gruppe vermittelnde Gattung: Triosteum, Himalaya, 
chinesisch-japanesisches Gebiet, Nordamerika. 

^) Vergl. Möller, Anatomie der Baumrinden, S. 143. 
*) Genera plantarum, II, p. 2. 

3) Bulletin de l'Acad. imper. de St. Petersbourg, XXIV, p. 50. 

Oesterr. botan. Zeitschr., 1872, S. 290. 

Bulletin de la Societe Linneenne de Paris, I, p. 203 (1879). 
«) Icones plantarum, Ser. III, Vol. VIII, PI. 1740. 
^) Siehe Icones plantarum, Ser. III, Vol. IX, Adn. 



Versammlung am 3. Februar 1892. 



9 



III. Linnaeeae. 3 Gattungen: 

Sy7nphoricarpus, Nordamerika (bis Mexico). 
Dipelta, China. 

Linnaea^), verbreitet in den gemässigten Gebieten der nördlichen 
Hemisphäre (eine Art circumpolar, die anderen zerstreut, südlich 
bis Mexico und in den Himalaja). 

IV. Lonicereae. 4 Gattungen: 

Älseuosmia, Neuseeland. 

Lonicera^), in der nördlichen Hemisphäre fast überall (zwei Arten 
südlich des Aequators in Java). 

Diervilla, Ostasien, Nordamerika. 

Leycesteria, Himalaja. 
Werfen wir nun noch einen Blick auf die Umgrenzung der ganzen Familie 
und auf die ihr zunächst verwandten Pflanzenformen, so fällt vor Allem auf, 
dass die grosse Familie der Eubiaceen durch kein einziges durch- 
greifendes Merkmal von den Caprifoliaceen verschieden ist und dass 
daher gegen eine Vereinigung dieser beiden Familien, wie sie von Baillon^) auch 
durchgeführt wurde, nichts einzuwenden ist. Wenn wir bei Bentham und 
Hooker^) lesen: „Ordo (Caprifoliacearum) admodum naturalis . . . . a jRuhia- 
ceis distinguitur stipularum in plerisque defectu, habitu et fronde per exsic- 
cationem nunquam nigrescente", so richtet sich eine derartige Unterscheidung 
von selbst. Im Habitus unterscheiden sich die Caprifoliaceen zwar sehr auf- 
fallend von den bei uns einheimischen Rubiaceen aus der Gruppe der Stellaten, 
aber durchaus nicht von einer Reihe tropischer Formen dieser grossen Familie. 
Nebenblätter kommen bei Arten von Sambucus, Vihurnum und Leycesteria con- 
stant vor; andererseits findet man bei verschiedenen Rubiaceen-Gattungen ent- 
schieden zjgomorphe Blüthen*), so dass auch die Lonicereen nicht scharf von 
diesen unterscheidbar sind. Diervilla ist kaum von den Cinchoneen zu trennen, 
andererseits aber mit Lonicera sicher verwandt. Dass man die Caprifoliaceen so 
lange Zeit als eigene Familie angesehen hat, dürfte die Hauptursache in der be- 
deutenden Differenz der in Europa vertretenen Gattungen unter einander haben. 

Wo findet aber die Gattung Sambucus, welche unter den 
Caprifoliaceen eine isolirte Stellung einnimmt, ihren Anschluss? 
Nirgend anders, als in der Familie der Valerianaceen! Die habituelle 
Aehnlichkeit zwischen dem krautigen Sambucus Ehulus L. und der Valeriana 
officinalis L. ist gewiss keine zufällige, sondern sie weist auf phjlogenetische 
Beziehungen hin. Bei den Valerianaceen und Dipsacaceen hat Han stein die 
Gefässstrangverbindungen in den Knoten beobachtet, welche unter den Capri- 
foliaceen nur bei Sambucus gefunden wurden; Valeriana -Arten haben die der 

1) Nach 0. Kuntze's „Kevisio generum", S. 273 und 275, hat Linnaea fortan Oh olaria, 
Lonicera aber C aprifolium zu heissen. Ich schliesse mich vorläufig diesen Aenderungen nicht au. 
Histoire des plantes, Vol. VII. 
Genera plantarum, II, p. 1. 
4) Vergl. Schumann in „Natürl. Pflanzenfamilien", IV. Theil, 4. Abtheil., S. 6 (Lief. 61). 
Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. B 



10 



Versammlung am 3. Februar 1892. 



ganzen Eubiaceenreihe fremden fiederschnittigen Blätter u. s. w. Allerdings ist 
die Verwandtschaft keine besonders nahe; denn die Valerianaceen unterscheiden 
sich von den Sambuceen scharf durch die Eeduction der Gliederzahl des Androe- 
ceums, die introrsen Antheren und die ganz andere Ausbildung der Früchte, wozu 
noch andere, minder wichtige Merkmale kommen. Die vermittelnden Zwischen- 
glieder dieser beiden Gruppen sind unbekannt und offenbar längst ausgestorben. 
Eine Abstammung der Valerianaceen von Samhucus ist kaum anzunehmen; das 
Umgekehrte noch weniger. Die Annahme aber, dass beide Pflanzenformen aut 
einen gemeinsamen hypothetischen Urtypus zurückzuführen sind, ist wohl be- 
rechtigt. Diesem Urtypus, den wir uns nur mit durchwegs fünfgliederigen Quirlen 
in der Blüthe vorstellen können, ist Samhucus offenbar ähnlicher geblieben; bei 
einigen Arten dieser Gattung {Samhucus canadensis L., australis Cham, et Schi.) 
ist auch das Gynoeceum, bei allen das Androeceum pentamer. Nebenbei bemerkt, 
findet sich die den Valerianaceen eigenthümliche Eeduction des Gynoeceums auf 
ein einziges fruchtbares Ovulum auch bei der Gattung Viburnum in ganz der- 
selben Weise. Andererseits wurden bei Valeriana dioica L. gelegentlich fünf 
Narben beobachtet!^) 

Die Gattung Viburnum nähert sich im Habitus den Cornaceen^), die 
trotz ihrer freiblätterigen Corolle ohne Zweifel phylogenetische Beziehungen zu 
der Eubiaceenreihe haben. ^) Hiedurch sind auch die Araliaceen, an welche Adoxa 
anklingt, den Caprifoliaceen näher gebracht. Die Eeihe: Dipsacaceae — Vale- 
rianaceae — Bubiaceae (incl. Caprifoliaceae) — Cornaceae — Äraliaceae — Um- 
belUferae steht somit in unzweifelhaftem Zusammenhange.^) Im Systeme von 
Bentham und Hocker stehen diese Familien auch in der eben bezeichneten 
Eeihenfolge (nur umgekehrt) neben einander. Die Frage, welche dieser Familien 
die älteste ist und etwa der Ausgangspunkt für die übrigen gewesen sein könnte, 
lässt sich natürlich nicht so ohne Weiteres beantworten. Jedoch sprechen gute 
Gründe für die Annahme, dass die Valerianaceen und Dipsacaceen, die zygo- 
morphen Lonicereen — und andererseits vielleicht auch die Umbelliferen — 
relativ jüngeren Ursprunges sind. Weitere Behauptungen in dieser Hinsicht 
könnten heute wohl nur auf Grund von fraglichen Hypothesen aufgestellt werden. 

Hierauf besprach und demonstrirte Herr Dr. Eichard v. Wett- 
stein die österreichischen Gentiana- Arten aus der Gruppe 

1) Vergl. Höck iu „Natürl. Pflanzenfamilien", IV. Theil, 4. Abtheil., S. 174 (Lief. 66). 

2) Viburnum japonicmn Spr. wurde sogar von Thunberg als Cornus japonica beschrieben. 
(Vergl. Maximowicz, Diagnoses, III.) 

^) Vergl. hierüber auch Schumann in „Natürl. Pflanzenfamilien", IV. Theil, 4. Abth., S, 13. 

") Der Zusammenhang zwischen den Cornaceen und Araliaceen wurde allerdings schon öfters 
bezweifelt (vergl. Eich 1er, Blüthendiagramme, II, S. 407). Auch werden zu den Cornaceen ver- 
schiedene Gattungen gestellt, deren Zusammengehörigkeit nicht sichergestellt ist (Eichler, a. a. 0., 
S. 416). In dieser Hinsicht schafft vielleicht der Bearbeiter der Cornaceae in den „Natürlichen 
Pflanzenfamilien" einige Aufklärung, dessen Bemerkungen über „verwandtschaftliche Beziehungen" der 
Schreiber dieser Zeilen mit einer gewissen Spannung entgegensieht. 



Versammlung am 2. März 1892. 



11 



Endotricha. (Vergl. hierüber dessen Arbeit in der Oesterreichi- 
schen botanischen Zeitschrift, 1891 — 1892.) 



Yersammlung am 2, März 1892. 

Vorsitzender: Herr Anton Pelikan Freih. v. Plauenwald. 



St. Louis: Missouri Botanical Garden. 



Herr Prof. Dr. C. Grobben trug seine Ansichten über die 
Stammesverwandtschaft der Crustaceen vor. 

Nach denselben sind die Ostracoden und Cladoceren auf den Estheria- 
Typus der Euphyllopoden, die Copepoden und Cirripedien auf den Äpus-Tj-pns, 
die Malacostraken auf den Branchipus-Tj^ns zurückzuführen und die heute 
lebenden Krebse von drei diesen Typen im Habitus entsprechenden Stammformen 
(Urphyllopoden) abzuleiten. Zu Folge dessen ergibt sich eine Aenderung des 
Systems der Crustaceen und werden folgende vier Subclassen der Crustaceenclasse 
zu unterscheiden sein: 1. Phyllopoda, 2. Estheriaeformes, 3. Äpodiformes, 4. Mala- 
costraca (Branchipodiformes). 



Herr Prof. Dr. C. Wilhelm hielt hierauf einen Vortrag über 
„Die Baum- und Strauchwelt Südösterreichs", der sich darauf 
beschränkte, die wichtigsten und verbreitetsten Holzpflanzen Istriens 
und Dalmatiens übersichtlich zu betrachten. Eine etwas eingehen- 
dere Schilderung fanden die Triebbildung und das Verhalten der 
Zapfen bei der Seestrandskiefer {Pinns halepensis Mill.), der Cy- 
pressenwald auf Sabbioncello und die Verschiedenheiten der roth- 
früchtigen Wachholderarten. 



Neu eingetretenes Mitglied: 



Khek Eugen, Apotheker 



P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 
Dr. C. Fritsch, Dr. E. v. Wettstein. 



Anschluss zum Schriftentausch: 



B* 



12 



Versammlung am 2. März 1892. 



Zoologischer Discussionsabend am 12. Februar 1892. 

Herr Prof. Dr. C. Grobben trug die Eesultate der FoTschen 
Untersuchungen über das Verhalten der Centrosomen bei der 
Befruchtung vor, wonach das Centrosoma des Eies und jenes des 
eingedrungenen Spermatozoons sich theilen und je ein halbes männ- 
liches Centrosoma mit je einem halben Eicentrosoma verschmilzt. 

Hierauf wurde die im November begonnene Nomenclatur- 
Discussion zu Ende geführt und es folgt nunmehr hier der Ge- 
sammtbericht über die darüber geführten Verhandlungen. 

Herr Dr. L. v. Lorenz referirte über die bei dem IL Inter- 
nationalen Ornithologen-Congresse (Budapest, 17. — 20. Mai 
1891) in der Section für Systematik und Anatomie gepflogenen Be- 
rathungen über einen Entwurf von Kegeln für die zoologische 
Nomenclatur, welcher von den Herren H. v. Berlepsch, W. Bla- 
siiis, A. B. Meyer, K. Möbius und A. Reichenow aufgestellt 
und dem Congresse vorgelegt worden war. ^) 

Dieser im Anschlüsse an den „American Code of Nomen- 
clature" (1886) und an die von dem internationalen Zoologen-Con- 
gresse zu Paris (1890) angenommenen „Regles de la nomenclature 
des etres organises" verfasste Entwurf wurde in Budapest mit einigen 
Abänderungen angenommen und der Beschluss gefasst, denselben 
der deutschen zoologischen Gesellschaft und dem im Jahre 1892 zu 
Moskau stattfindenden internationalen zoologischen Congresse vor- 
zulegen. 

Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Erzielung einer mög- 
lichsten Uebereinstimmung in Angelegenheit der Nomenclaturfrage 
und im Hinblicke darauf, dass gegen die bereits vielfach angenom- 
menen Regeln und manche wesentliche Principien der Nomenclatur 
noch immer theils aus Unterschätzung, theils aus ungenügender 
Kenntniss derselben arge Verstösse geschehen, welche in der Syste- 
matik immer mehr Verwirrung an Stelle der anzustrebenden Klar- 
heit hervorrufen, hält der Referent eine möglichst grosse Verbreitung 



1) Abgedruckt ursprünglicli in Cabanis' Journal für Ornitliologie, 1891; dann mit den bei 
dem Ornithologen-Congresse vorgenommenen Aenderungen in „Ornis", VII. Bd., 1891, und im Haupt- 
tericlit über den II. Internationalen Oruithologen-Congress, I, Officieller Theil, S. 183. 



Versammlung am 2. März 1892. 



13 



der in Vorschlag gebrachten Kegeln^) und die Begutachtung der- 
selben in 'weiteren Kreisen für empfehlenswerth und beantragt zu- 
nächst, den in Rede stehenden Entwurf auch im Kreise der zoolo- 
gisch-botanischen Gesellschaft eingehender zu besprechen. 

Da dieser Vorschlag angenommen wurde, brachte Referent den 
Entwurf zur Verlesung und es werden nachstehend die Hauptpunkte 
des Entwurfes und die bei der Discussion einzelner derselben zum 
Ausdrucke gekommenen Ansichten im Wesentlichen kurz mit- 
getheilt.2) 

I. Allgemeiner Theil. 

A. Ueber die bisherigen Versuche zur Regelung der zoologischen 

Nomenclatur. 



B. Die grundlegenden Principien der zoologischen Nomenclatur. 

1. Bedeutung und Ziele der zoologischen Nomen- 
clatur. 

Das Ziel der Nomenclaturregeln ist die allgemeine üeberein- 
stimmung in den Benennungen und in der Schreibweise. 



Stetigkeit und Unabänderlichkeit sind die wesentlichsten 
Eigenschaften von Benennungen, welche allgemeine und dauernde 
Geltung in den biologischen Systemen haben sollen. — — — 

2. Das absolute Prioritätsprincip mit allen seinen 
Consequenzen bildet die Grundlage für die Regeln der 
zoologischen Nomenclatur. Alle übrigen die Nomenclatur 
betreffenden Fragen sind lediglich nach praktischen 
Gesichtspunkten zu behandeln und zu lösen. 

3. In dem amerikanischen Codex ist der gewiss 
sehr richtige Satz aufgestellt worden: „A name is only 
a name and has no necessary meaning". („Ein Name ist 
nur ein Name und braucht nicht zugleich eine Bedeutung 
zu haben.") 



^) Vergl. auch „Gesetze der eutomologischen Nomenclatur" in Berliner Entom. Zeitung, 1858, 
S. XI— XXII. 

^) Die citirten Stellen des Entwurfes sind durch die zurückgerückten Zeilen kenntlich 
gemacht. 



14 



Versammlung am 2. März 1892. 



Der Name dient lediglich als Mittel zur Verständigung. Zur 
Charakterisirung des Thieres dient die Diagnose. 



4. In der systematischen Nomenclatur werden latei- 
nische oder in Lateinform gebrachte Namen angewendet, 
doch müssen auch barbarische Namen, welche wie latei- 
nische Wörter gebraucht und in das System eingeführt 
sind, als giltige angesehen werden. 

5. Die von Linne begründete binäre Nomenclatur 
behält ihre Geltung, die ternäre Benennung der Sub- 
species darf jedoch für gewisse Fälle zur Erleichterung 
des Studiums angewendet werden. Mehr als drei Namen 
sind unzulässig. 

6. Die Eegeln für die zoologische Nomenclatur 
gelten für künftig zu gebende Namen ebenso wie für 
bereits gegebene. 

Zu Punkt 5 wurde bemerkt (Lorenz), dass im „American Code" für die 
Fälle einer trinären Benennung eine bestimmtere Eegel aufgestellt sei als hier 
und dass dort dargelegt werde, für welche Thierformen deren Anwendung em- 
pfehlenswerth erscheint, während im vorliegenden Entwürfe die Anwendung 
eines dritten Namens für die Subspecies^) bloss als zulässig oder erlaubt hin- 
gestellt werde. Der „American Code" spreche sich diesbezüglich präcise aus, 
indem er hervorhebt, dass untereinander verschiedene Individuen oder eine Ge- 
sammtheit von solchen, welche durch Uebergangsformen sich als zu einfer Art 
gehörig erweisen und dadurch als Subspecies (Unterarten) charakterisirt sind, als 
solche einen dritten Namen zu ihrer Unterscheidung erhalten sollen. Es wäre 
also hier die amerikanische Eegel und Auffassung mehr zu empfehlen. 

Der Ansicht, dass die trinäre Benennung in keinem Widerspruche mit 
dem Geiste der binären Benennung stehe, wurde beigepflichtet, sowie die erstere 
überhaupt im Allgemeinen Anklang fand. 

Weiters wurde aber auch hervorgehoben (Handlirsch), dass es Fälle gebe, 
in welchen die Bezeichnung mit drei Namen für manche Formen einer Art nicht 
ausreiche und dass die Anwendung von vier und mehr Namen eventuell zuzu- 
lassen wäre; dies müsste nur als eine logische Consequenz der Einführung von 
besonderen Namen für die Subspecies befolgt werden. Beispiel: Bomhus hor- 
torum, zerfällt in zwei Subspecies, welche als Bomhus hortorum und Bombus rude- 
ratus bezeichnet wurden. Beide Subspecies zerfallen wieder in eine Anzahl mehr 
oder minder scharf begrenzter und meist local gesonderter Formen, für die unbe- 
dingt ein vierter Name anzuwenden wäre und hätten dann diese etwa bezeichnet 
zu werden als : Bomhus hortorum hortorum nigricans, Bomhus hortorum rude- 
ratus ligusticus, Bomhus hortorum ruderatus corsicus etc. 



i) Der Begriff der Subspecies erscheint in dem vorliegenden Entwürfe nicht genau definirt. 



Versammlung am 2. März 1892. 



15 



Von anderer Seite (Haläcsy) wurde bemerkt, dass auch in der Botanik 
in ähnliclien Fällen derartige Benennungen in Anwendung gebracht wurden. 

Lorenz findet das zu weit gehend. Die Namen hätten nicht den Zweck, 
die Verwandtschaft oder Aehnlichkeit zwischen den Subspecies des Formenkreises 
einer Art zum Ausdrucke zu bringen; es genüge, die einzelnen Formen trinominal 
zu bezeichnen und die Verwandtschaft oder Aehnlichkeit müsse in den Beschrei- 
bungen durch Differentialdiagnosen oder tabellarische Darstellungen dargelegt 
werden. Durch die Namengebung würde dies doch nur unvollkommen geschehen 
können. 

II. Besonderer Theil. 

A. Ueber den Begriff und die Schreibweise der Namen. 

§. 1. Zur wissenschaftlichen Benennung der Thiere dienen 
zweierlei Namen: 1. Gruppennamen, zur Bezeichnung einer 
Gemeinschaft verschiedenartiger, aber unter sich mehr oder weniger 
ähnlicher, beziehungsweise verwandter Thiere, und 2. Artnamen, 
zur Bezeichnung einer Eeihe gleichartiger Einzelwesen. 

Gruppennamen bezeichnen folgende Begriffe : Classis 
(Classe), Ordo (Ordnung), Familia (Familie), Genus (Gattung), sowie 
deren Untergruppen. 

Artnamen bezeichnen die Speeles (Art) und Subspecies 
(Unterart). — — — — — — — — — — — — 

Für Punkt 2 wird vorgeschlagen (Lorenz), die folgende Fassung zu wählen: 
2. Artnamen zur Bezeichnung einer Eeihe gleichartiger oder durch Zwischen- 
formen in einander übergehender Einzelwesen. 

Gangibauer macht darauf aufmerksam, dass die Anführung der Namen 
für die über der Gattung stehenden höheren Gruppen hier, wenigstens in der 
angegebenen Form, nicht ganz am Platze sei, indem zur Benennung der Thiere 
nur der Gattungsname in Verbindung mit dem Namen der Art, eventuell der 
Unterart gehören ; die Gruppennamen Familie, Ordnung, Classe bezeichnen höhere 
systematische Kategorien, die aber bei der Benennung eines Thieres nicht in 
Anwendung kommen. Für diese dient nur eine Kategorie von Gruppennamen, 
nämlich der Gattungsname, und zwar in Verbindung mit dem Artnamen. 

Anmerkung: Alle die Artnamen betreffenden Bestimmungen 
der folgenden Paragraphen gelten auch für die Unterarten. 

§. 2. Familiennamen sind aus einem gebräuchlichen 
Gattungsnamen der betreffenden Gruppe, am besten derjenigen 
Gattung, welche den Charakter der Gruppe am schärfsten ausge- 
prägt zeigt, durch Veränderung der Genitiv-Endung in „idae" zu 
bilden; Unterfamilien erhalten die Endung „inae". 

Alle Gruppennamen sind mit grossem Anfangsbuchstaben zu 
schreiben. 



16 



Versammlung am 2. März 1892. 



Gattungsnamen werden immer als ein einziges Wort ge- 
schrieben, auch wenn sie aus mehreren Wörtern zusammengesetzt sind. 

Erläuterung: Zu Familiennamen sollen gebräuchliche 
Gattungsnamen benutzt werden. — — — — — — — — 

§. 3. Artnamen sind immer als ein einziges Wort zu schreiben, 
auch wenn sie aus mehreren Wörtern zusammengesetzt worden sind; 
doch soll in solchen Fällen, wo durch Zusammen ziehung zweier 
Worte Unklarheiten entstehen können, durch einen Bindestrich die 
Vereinigung vorgenommen werden, Sie erhalten immer einen kleinen 
Anfangsbuchstaben und richten sich, wenn sie Eigenschaftswörter 
sind, hinsichtlich ihrer Endung nach dem Geschlechte des zuge- 
hörigen Gattungsnamen. Sollte das Geschlecht des letzteren zweifel- 
haft sein, so bleibt die ursprüngliche Endung des Artnamens be- 
stehen. 



Gegen die allgemeine Anwendung von kleinen Anfangsbuchstaben bei 
den Artnamen, also auch wenn dieselben beispielsweise Eigennamen im Genitiv 
sind, erhoben sich mehrere Stimmen. Für die Annahme dieser Kegel wurde 
aber geltend gemacht, dass der Usus, den Speciesnamen immer mit kleinem 
Anfangsbuchstaben zu schreiben, von einem gewissen praktischen Werthe sei, in- 
dem dadurch eine Vereinfachung in der Schreibweise erzielt werde und Zweifel, 
ob man es mit einem Eigennamen zu thun habe oder nicht, dadurch von selbst 
aufgehoben werden. 

§. 4. Localformen, welche in so geringem Grade durch Färbung, 
Form oder Grössenverhältnisse von einander abweichen, dass sie 
nach einer Diagnose ohne Zuhilfenahme von Vergleichsmaterial oder 
ohne Kenntniss des Fundortes nicht festgestellt werden können, 
sollen nicht als Species mit zwei Namen bezeichnet werden, sondern 
als Subspecies durch Anhängung eines dritten Namens an den der Art, 
von welcher die Subspecies abgezweigt ist. Eine Trennung der drei 
Namen durch irgendwelche Zeichen oder Wörter ist nicht statthaft. 

Unbeständige individuelle Abweichungen einer Art (Spielarten) 
oder Missbildungen sind als Varietäten mit einem dem Artnamen 
„var.", beziehungsweise als Monstrositäten mit einem angehängten 
„monstr." zu bezeichnen. 

Bastarde werden durch Vereinigung der Namen beider Eltern- 
arten vermittelst eines liegenden Kreuzes (X) bezeichnet. Jedem 
der beiden Namen ist, wenn bekannt, das Geschlecht beizufügen. 



Hiezu wird bemerkt (Lorenz), dass es sich bei Annahme von Subspecies 
nicht um den geringeren oder grösseren Grad der Abweichung localer Formen 
handle und auch nicht darum, ob sich dieselben leicht oder schwer unterscheiden 
oder bestimmen lassen, sondern lediglich darum, ob dieselben durch Zwischen- 



Versammlung am 2. März 1892. 



17 



formen als zu einer Art gehörig sich erweisen. Sind solche locale Formen, 
welche durch Zwischenformen in einander übergehen, vorhanden, so ist die trinäre 
Benennung derselben empfehlenswerth. 

Der binäre Name hat die Gesammtheit der Localformen einer Species zu 
bezeichnen; der trinäre Name jede einzelne Form. Wer diese nicht unterscheidet, 
sondern nur von dem ganzen Formenkreis (Species) sprechen will, wendet bloss 
den binären Speciesnamen an. Es ist aber im anderen Falle jede der als Sub- 
species unterschiedenen Formen mit einem dritten Namen zu benennen und 
geht es nicht an, eine dieser Formen etwa als die typische binär zu bezeichnen, 
weil man sonst nie wissen könnte, ob mit der angewandten binären Benennung 
bei einer Art, welche in subspecifisch verschiedene Formen zerfällt, eine dieser 
Formen oder die Gesammtheit derselben gemeint sei. Es würden da zwei Be- 
griffe, von denen der eine (Species) den anderen (Subspecies) einschliesst, unter 
eine und dieselbe Bezeichnung fallen. Es werden nicht eine oder mehrere Sub- 
species von einer Art abgezweigt, sondern die Art zerfällt in mindestens zwei 
oder mehrere Subspecies, von der jede mit einem dritten Namen zu bezeichnen 
wäre. Eine einzelne Subspecies gibt es nicht, sondern wo eine solche existirt, 
muss mindestens noch eine zweite vorhanden sein, die mit ihr die Art zu- 
sammensetzt. 

Bei dieser Auffassung müsste für die Benennung der in Subspecies zer- 
fallenden Arten ein von dem in dem „American Code" zuerst vorgeschlagenen 
verschiedener Brauch in Anwendung kommen. Es wäre, wenn man beispielsweise 
von der Eingamsel (Merula torquata) eine zweite Form unterscheidet, welche 
in einem bestimmten Gebiete vorkommt, aber zugleich mit der ursprünglich als 
Merula torquata beschriebenen Form durch Uebergangsformen als zu einer Art 
gehörig erscheint, die neu unterschiedene Form trinär, also etwa als Merula 
torquata alpestris zu benennen; es müsste aber gleichzeitig, sobald von der ur- 
sprünglich beschriebenen Form, im Gegensatze zu der neu constatirten, die Rede 
ist, auch jene mit einem dritten Namen benannt werden. Hiebei wäre erst noch 
darüber eine Einigung zu erzielen, ob man in einem solchen Falle die ursprüng- 
lich bekannte Form als Subspecies durch Wiederholung des Speciesnamen kennt- 
lich machen, also Merula torquata torquata nennen, oder ob man für sie als 
Subspecies einen besonderen Namen, wie z. B. Merula torquata septentrionalis, 
einführen solle, sobald noch kein solcher für sie in Anwendung gekommen ist. 
Es dürfte sich das letztere vor Allem aus dem Grunde empfehlen, weil sich 
nicht immer oder sehr selten feststellen lassen wird, welche Form der in Sub- 
species getheilten Species dem Autor der letzteren vorgelegen war und weil in 
vielen anderen Fällen alle subspecifisch verschiedenen Formen, indem dieselben 
nicht unterschieden wurden, unter dem ursprünglichen Speciesnamen verstanden 
worden waren. 

In dem angeführten Beispiele würde der binäre Name Merula torquata 
nur zur Bezeichnung beider Ringamsel-Formen zusammen dienen: 

Merula torquata = Merula torquata alpestris -f- Merula torquata 
septentrionalis. 

Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. C 



18 



Versammlung am 2, März 1892. 



Sobald aber diese beiden thatsäclilich deutlich verschiedenen Formen nicht 
ineinander übergehen würden, wären dieselben als zwei verschiedene Species 
(Arten) aufzufassen und als Merula torquata und Merula alpestris binär zu 
unterscheiden. 

Dieser Darstellung beistimmend, wurde ferner bemerkt (Brauer), dass 
zum Charakter einer Art nur jene Merkmale gehören, welche allen Subspecies 
derselben gemeinsam sind; der Artcharakter resultire aus der Subtraction der 
Charaktere der Unterarten. Man könne immer nur Individuen oder Reihen von 
solchen vergleichen; hiebei ergebe sich das Gemeinsame und das Verschiedene der 
einzelnen Merkmale und erst hier zeige es sich, ob subspecifische Verschieden- 
heiten obwalten. Die wahren Artcharaktere werden bei einer grossen Zahl von 
Arten erst in der Zukunft fixirt werden können, jetzt sind die für manche Arten 
angegebenen Charaktere in der That nur Charaktere eines oder weniger bisher 
untersuchter Individuen und es werde sich erst mit der Zeit herausstellen müssen, 
ob die für das eine Individuum angegebenen Merkmale auch für alle anderen 
Individuen der Art gelten. 

B. Ueber den Beginn der zoologischen Nomenclatur und die Priorität. 

§. 5. Die allgemeine Giltigkeit des Prioritätsgesetzes beginnt 
mit der X. Ausgabe von Linne's „Sjstema Naturae" (1758). 

Erläuterung, Das Jahr 1758 gilt als Anfangszeit des 
Prioritätsgesetzes ebensowohl für Gattungs- wie für Artnamen. Art- 
namen solcher Schriftsteller, welche nicht die binäre Nomenclatur 
im Princip angewendet haben, können nicht berücksichtigt werden, 
auch wenn solche zufällig den Gesetzen der binären Nomenclatur 
entsprechen. Daher sind z. B. Brisson's Gattungsnamen anzu- 
nehmen, seine Artnamen aber sämmtlich zu verwerfen. 

Der Schluss der Erläuterung wurde als unconsequent und im Widerspruche 
mit den vorhergehenden Sätzen stehend angefochten (Gangibauer, Grobben) 
und die allgemeine Ansicht ging dahin, dass auch die Gattungsnamen nur 
von solchen Autoren zu acceptiren seien, welche principiell die binäre Nomen- 
clatur angewendet haben. Brisson, Geoffroy, Voet u. A. wären daher als 
Autoren von Gattungen zu ignoriren. 

§. 6. Der erste seit 1758 nach den Eegeln der binären 
Nomenclatur für eine Gattung oder Art veröffentlichte Name hat 
dauernde Giltigkeit, auch in seiner ursprünglichen Schreibweise; 
nur ist die Endsilbe eines adjectivischen Artnamens dem Geschlecht 
des zugehörigen Gattungsnamens anzupassen und ein ursprünglich 
gross geschriebener Artname mit kleinem Anfangsbuchstaben zu 
schreiben. 

, Abweichungen vom Gesetze der Priorität sind unzulässig, mit 

Ausnahme der unter §§. 11 und 12 genannten Fälle. 



Versammlung am 2. März 1802. 



19 



Anmerkung: Ausnahmsweise sollen folgende Veränderungen 
bestehender Namen gestattet sein: 

a) einen veröffentlichten Namen zu verändern, wenn diese Ver- 
änderung durch den Autor selbst in demselben Werke, beziehungs- 
weise in demselben Jahrgange der Zeitschrift, wo der Name 
veröffentlicht ist, in der deutlichen Form einer Berichtigung 
erfolgt ; 

b) nach Personennamen in Genitivform gebildete Artnamen gemäss 
der in §. 3 Anmerkung empfohlenen Schreibweise umzugestalten; 
jedoch nur so weit, als es sich um Veränderung eines einzelnen 
Buchstaben oder Weglassen von Titel, Adelsbezeichnungen u. dgl. 
handelt (z. B. livingstonii in Uvingstonei, gouldii in gouldi, de- 
filippii in filippii)', 

c) zweifellose Schreib- oder Druckfehler zu verbessern. Jedoch em- 
pfiehlt es sich, in solchen Fällen die Veränderung durch den 
Druck kenntlich zu machen. 

Auf Familien- und höhere Gruppennamen findet das Prioritäts- 
gesetz keine unbedingte Anwendung ; jedoch empfiehlt es sich, die 
bestehenden Familiennamen möglichst beizubehalten. 

§. 7. Als Datum der Veröffentlichung gilt der Zeitpunkt, an 
welchem der Name in Verbindung mit einer zur Bestimmung aus- 
reichenden Kennzeichnung (Beschreibung oder Abbildung) durch den 
Druck veröffentlicht worden ist. 

Als ausreichende Kennzeichnung einer Gattung genügt die 
Angabe einer bekannten oder hinreichend gekennzeichneten Art 
als Typus. 

Anmerkung. Nach Obigem haben „nomina nuda", d. h. 
Namen, welche ohne gleichzeitige oder vorangegangene Kennzeichnung 
der benannten Gattung oder Art veröffentlicht worden sind, ebenso 
Manuscriptnamen keine Giltigkeit. 

Eine Gattung kann nur durch Angabe von Charakteren definirt, aber nie 
durch blosse Nennung einer sogenannten typischen Art gekennzeichnet werden 
(Brauer). 

An dieser Stelle wurde die Frage aufgeworfen, was von einer Gattung zu 
halten sei, welche wohl bereits definirt ist, für die aber die zugehörigen Speeles 
noch nicht namhaft gemacht sind? Antwort: Die Gattung ist anzuerkennen, wenn 
sie ausreichend definirt ist, auch ohne Angabe der zu ihr gehörigen Arten. 

§. 8. Sind verschiedene Namen gleichzeitig als Bezeichnungen 
derselben Gattung veröffentlicht, so erhält zunächst derjenige den 
Vorzug, bei welchem ein Typus angegeben ist, sodann derjenige, 
welcher mit der deutlichsten Beschreibung versehen ist. 
Hiezu wurde bemerkt (Brauer), dass der Ausdruck Typus hier nur dann 
angenommen werden könne, wenn damit eine bereits gut beschriebene Art gemeint 

C* 



20 



Versammlung am 2. März 1892. 



sei, welche die angegebenen Charaktere der Gattung thatsächlich aufweist, aber 
nicht, wenn es sich um ein sogenanntes typisches Exemplar handle, welches nicht 
oder unvollkommen beschrieben ist. 

§. 9. Ist eine Art in demselben Werke unter verschiedenen 
Namen beschrieben, so hat der voranstehende Name den Vorzug. 
Ist die Art unter verschiedenen Namen in gleichzeitig erschienenen 
Werken beschrieben, so erhält zunächst derjenige Name den Vorzug, 
dessen Diagnose die Art am sichersten kennzeichnet, danach, falls 
Männchen und Weibchen oder verschiedene Entwicklungsstadien 
unter verschiedenen Namen stehen, derjenige, welcher das Männchen, 
beziehungsweise das meist entwickelte Thier betrifft, endlich der- 
jenige, welcher die Art am passendsten bezeichnet. 
Dazu wurde bemerkt, dass nicht immer der voranstehende Name zu be- 
vorzugen sei. Es hätte für den ersten Fall, dass eine Art unter verschiedenen 
Namen in demselben Werke angeführt sei, die gleiche Regel zu gelten, wie für 
den Fall, dass die Art unter verschiedenen Namen in zwei gleichzeitig erschienenen 
Werken beschrieben wurde. 

§. 10. Werden Arten, welche früher in einer Gattung ver- 
einigt waren, generisch gesondert, so verbleibt der alte Gattungs- 
name derjenigen Art, welche als Typus angegeben ist, oder welche 
aus dem Zusammenhange mit Sicherheit als solcher gedeutet 
werden kann. Ist kein Typus angegeben oder zu erkennen, so hat 
der die Trennung vornehmende Autor die Berechtigung, eine der 
Arten zum Typus zu bestimmen. 



Die Abänderung dieses Paragraphen wurde von mehreren Seiten im nach- 
stehenden Sinne angeregt: 

Wenn eine Gattung getheilt wird, so ist es empfehlenswerth, den ursprüng- 
lichen Gattungsnamen für eine Gruppe von Arten zu erhalten; als Autor kommt 
aber dann zu dem alten Gattungsnamen derjenige, welcher für diesen eine neue 
Definition gegeben und die Theilung vorgenommen hat. 

Wenn eine Art getheilt wird, so ist zu jeder der neu gebildeten Arten, 
sowohl zu jener, welcher etwa der alte Name belassen wurde, als zu der neu 
benannten der Name desjenigen als Autor zu setzen, der dieselben zuerst unter- 
schieden hat. Der ursprüngliche Name mit dem früheren Autor ist als Synonym 
zu beiden neuen Arten mit dem Beisatze „pro parte" oder „partim" zu stellen. 

C. Heber die Verwerfung von Namen. 

§. 11. Ein Gattungsname ist zu Gunsten eines späteren zu 
verwerfen, wenn er als Bezeichnung eines Gattungsbegriffes bereits 
früher in der Zoologie angewendet worden ist. 



Versammhing am 2. März 1892. 



21 



Es wurde für genügend befunden, wenn es in dem vorstehenden Satze nach 
Leuckart's Beispiel statt „in der Zoologie", lauten würde: „in einer Classe 
des Thierreiches". ^) 

§. 12. Ein Artname ist zu Gunsten eines späteren zu ver- 
werfen, wenn er in derselben Gattung, sei es auch nur als Synonym, 
bereits vorkommt. 

Anmerkung. Ein Artname darf nicht verworfen werden, 
wenn eine neue systematische Anschauung die Vereinigung desselben 
mit einem gleichlautenden Gattungsnamen erfordert. Man wird 
also sagen: Buteo buteo (L.), Milvus milvus (L.). Bei der Bildung 
neuer Namen möge man aber vermeiden, für die Art den gleichen 
Namen wie für die Gattung zu verwenden und umgekehrt. Es 
empfiehlt sich ferner, bei Neubildung von Artbezeichnuiigen über- 
mässig lange, sowie solche Namen zu vermeiden, welche in ver- 
wandten Gattungen bereits benützt worden sind. 
Die Ansichten über die Verwendung der Synonyme als Artnamen in der- 
selben Gattung waren sehr getheilt. 

Von Brauer wurden folgende Kegeln in Vorschlag gebracht: Ein in einer 
Gattung vorkommender giltiger Artname darf innerhalb derselben Gattung nicht 
noch einmal verwendet werden. Auch soll man die Verwendung von in der 
Synonymie vorkommenden Namen für neue Arten in Zukunft vermeiden. — 
Derselbe verurtheilte bei dieser Gelegenheit die Thätigkeit von Personen, welche 
sich vorwiegend damit befassen, in verschiedenen Publicationen die bereits ver- 
wendeten Namen ausfindig zu machen und durch neue zu ersetzen, denen sie 
dann ihren Namen als Autor beifügen, ohne die betreffenden Thiere sonst 
kritisch bearbeitet zu haben. Dies sei eine traurige Eichtung sogenannter wissen- 
schaftlicher Thätigkeit. 

§. 13. Ein jetzt im Gebrauch befindlicher Name soll zu 
Gunsten eines älteren nur dann verworfen werden, wenn der ältere 
mit unbedingter Sicherheit auf die betreffende Art zu be- 
ziehen ist. 

Sollte als Hauptsatz vor §.11 zu stehen kommen. 

D. lieber Anwendung und Schreibweise der Autornamen. 

§. 14. Als Autor eines Gattungs- oder Artuamens gilt der- 
jenige/ welcher denselben zuerst veröffentlicht hat. Sein Name 
wird ohne jegliches Zwischenzeichen dem betreffenden Thiernameu 
nachgesetzt. 

Allgemein wurde gefunden, dass der erste Satz nur für die Artnamen auf- 
zustellen und daher das Wort „Gattungs" darin auszulassen sei. Dagegen wäre 



1) Leuckart, Bericlit der mathem.-physik. Classe der kgl. sächs. Gesellsch. d. Wissensch., 
1886, S. 357. Note im Aufsatze über Ascosoma. 



22 



Versammlung am 2. März 1892. 



vor „veröffentliclit'* einzuschalten „mit einer ausreichenden Beschreibung oder 
kenntlichen Zeichnung". 

Bezüglich der Gattung sei eine besondere Regel aufzustellen und hätte 
dieselbe etwa zu lauten: Für Gattungsnamen gilt derjenige, welcher denselben 
zuerst veröffentlicht hat, nur dann als Autor, wenn der Umfang und Begriff der 
Gattung später nicht durch einen anderen Autor abgeändert wurde. Im Uebrigen * 
ist der Gattung einfach der Autor beizusetzen, in dessen Sinne und Umfange 
die Gattung aufgefasst und angenommen wird. 

Gaugibauer hebt hervor, dass der Autor bei dem Gattungs- oder Art- 
namen als nichts Anderes als ein abgekürztes Citat aufzufassen sei und als 
solches in erster Linie richtig sein müsse. 

Bei Speciesbezeichnungen wird der Autorname in Klammern 
gesetzt, wenn der Artname mit einem anderen als dem ursprüng- 
lichen Gattungsnamen verbunden ist. 
Dies wurde für überflüssig gehalten (Brauer, Gangibauer, Handlirsch, 
Lorenz). Denn die Klammer zeigt wohl an, dass der Autor des Artnamens diesen 
ursprünglich mit einem anderen Gattungsnamen in Verbindung gebracht hatte, 
es ist aber daraus noch immer nicht ersichtlich, mit welchem. Der Vortheil, dass 
man, durch die Klammer aufmerksam gemacht, bei der Originalbeschreibung die 
Art nicht unter dem ihr voranstehenden Gattungsnamen vergeblich suchen wird, 
wird dadurch aufgehoben, dass der Usus, eine Klammer zu setzen, andererseits 
ein viel häufigeres und zeitraubenderes Nachschlagen zu Folge hat, um zu con- 
statiren, ob die Klammer zu setzen sei oder nicht. Der Autorname gilt nur 
für die Speciesbezeichnung und hat auf die Gattung keinen Bezug. 

Bei trinär gebildeten Bezeichnungen wird nur dem dritten 
Namen (dem der Unterart), nicht gleichzeitig auch dem zweiten 
(dem der Art) der Autorname zugefügt, ebenso wenig wie bei Art- 
namen der Autor der Gattung oder gar derjenige, welcher die Art 
in eine andere Gattung als der Beschreiber gesetzt hat, anzu- 
führen ist. 

Anmerkung: Geringe Veränderungen, welche gemäss §. 6 
Anmerkung b und c an einem Thiernamen vorgenommen worden, 
berühren die Autorschaft des Namens nicht. 

Es empfiehlt sich, die Autornamen abgekürzt zu schreiben 
und dazu die vom Berliner Museum vorgeschlagenen und vom Pariser 
Congress 1889 angenommenen Abkürzungen möglichst zu benützen. 



Bei dem Congresse zu Budapest wurde der namentlich von Claus befür- 
wortete Antrag, bei dreifachen Namen nebst dem Autor der Subspecies auch den 
der Speeles zu schreiben, mit Mehrheit von einer Stimme abgelehnt; bei der 
Discussion in der zoologisch-botanischen Gesellschaft war die überwiegende 
Mehrzahl von Fachleuten für die Beisetzung des Autors der Art bei der trinären 
Bezeichnung der Subspecies, 



Versammlung am 2. März 1892. 



23 



Es wurde betont (G an gib au er), dass es als ein Hauptgrundsatz fest- 
zuhalten wäre, dass der Autorname von der Bezeichnung für die Art 
unzertrennlich sei. 

Botanischer Discussionsabend am 19. Februar 1892. 

Herr Dr. C. Bauer demonstrirte den für Oesterreich neuen Pilz 
Nectria importata Rehm, welchen Herr Wenn emar v. Hasenkamp 
in der Wiener Stadtgärtnerei auf Dracaena indivisa gefunden hat. 

Diese Art wurde bisher nur einmal von Prof. Magnus im Berliner bota- 
nischen Garten auf Pcmdanus beobachtet. Die in P. A. Saccardo's „Sylloge 
Fungorum" gegebene Diagnose der auf Tandanus vorkommenden Nectria im- 
portata -Eehm stimmt mit der vorgelegten bis auf ganz geringe Abweichungen 
in Bezug auf Länge der Asci und Sporen^) vollkommen überein. 

Herr Dr. C. Bauer besprach ferner das Keimen von Samen 
in den Beerenfrüchten von Pernettia mucronata Lindl. Ein im 
Wiener k. k. botanischen Garten cultivirtes Exemplar trug heuer 
reichlich Früchte, in denen sich vollkommen entwickelte Keimlinge 
fanden. Näheres darüber wird der Vortragende demnächst in der 
österreichischen botanischen Zeitschrift veröffentlichen. 

Herr Prof. Dr. Josef Boehm hielt einen von Demonstrationen 
begleiteten Vortrag über die Kartoffelkrankheit und formulirte 
die Resultate seiner mehrjährigen Versuche vorläufig in folgenden 
Sätzen : 

1. Die wahre Nassfäule ist durch den Verschluss der Lenticellen bedingt 
und somit eine Folge gehemmter Athmung. Die sodann durch Bacterien ver- 
anlasste „Fäulniss" ist eine secundäre Erscheinung. Bei vollständigem Luft- 
abschlüsse erfolgt Buttersäuregährung. 

2. Bei der Kartofifelkrankheit im engeren Sinne wird das Gewebe durch 
Phytophthora infestans getödtet. Die weiteren Veränderungen, welche das ge- 
tödtete Kartoffelfleisch erleidet, sind durch die Intensität der Infection, die Grösse 
der Kartoffel, durch die Temperatur und Feuchtigkeit der umgebenden Luft bedingt. 

3. Unter Bedingungen, welche für die Entwicklung aerober Bacterien 
günstig sind, verjauchen die Kartoffeln; erfolgt das Absterben jedoch langsam 
und bei hinreichender Zufuhr von Sauerstoff, so verkorken die Zellwände: 
die Kartoffel wird trocken faul. Die Verkorkung erfolgt von aussen nach innen. 



1) Derartige Zablendilferenzen sind bei Saccardo nicht selten zu finden. 



24 



Versammlung am 2. März 1892. 



4. Die Infection der Kartoffeln im Boden erfolgt nie durch die 
unverletzte Schale, sondern wird durch Insecten und Schnecken vermittelt. 
In den Miethen w^erden gesunde Knollen nie von pilzkranken Nachbarn inficirt. 

5. Aus einer pilzkranken Kartoffel entwickelt sich entweder gar 
keine Pflanze oder eine völlig gesunde. Die derzeit unbezweifelte Behauptung, 
dass die Phytophthora in den Knollen überwintere und mit diesen auf das Feld 
gebracht werde, ist entschieden unrichtig ; die Form und Art der Ueberwinterung 
des Pilzes ist gänzlich unbekannt. 

6. Bei 0** C. entwickelt sich in inficirten Kartoffeln der Pilz nicht nur 
nicht weiter, sondern stirbt ab; nur das von demselben bereits durchwucherte 
Fleisch, welches zunächst ganz normal aussah, verjaucht oder verkorkt. 

Herr Dr. Carl F ritsch referirte hierauf über: 
0. Kuntze, Eevisio generum plantarum vascularium 
omnium atque cellularium multarum secundum leges nomenclaturae 
internationales cum enumeratione plantarum exoticarum in itinere 
mundi collectarum. 2 Vol. Lipsiae, 1891. 

Es war im Jahre 1879, als 0. Kuntze durch die weitgehenden reforma- 
torischen Ideen, die er in seiner „Methodik der Speciesbeschreibung" ^) entwickelte, 
die Aufmerksamkeit der Sjstematiker auf sich zog. Kuntze war damals durch 
die Bearbeitung der aussergewöhnlich formenreichen Gattung Buhns auf den 
Standpunkt gekommen, dass der bisher festgehaltene SpeciesbegrifF unhaltbar sei, 
und er schlug nun vor, denselben durch verschiedene andere Begriffe, wie „Gregi- 
form", „Singuliform" etc. zu ersetzen. Die damals von Kuntze gemachten Vor- 
schläge sind nicht angenommen worden, weil sie die Nomenclatur sowohl, als auch 
das System nicht vereinfacht, sondern nur noch mehr verwirrt hätten, und der 
Verfasser ist inzwischen selbst zu dem alten Speciesbegriff zurückgekehrt, wenn 
er denselben auch in der Eegel weiter fasst, als die Mehrzahl der jetzt lebenden 
Systematiker dies zu thun gewohnt ist. 

Wurde Kuntze schon damals, von einer speciellen Studie ausgehend, zu 
allgemeinen Fragen und deren Beantwortung gedrängt, so verhält es sich auch 
mit dem vorliegenden, bedeutungsvollen Werke. Der Verfasser hatte in den 
Siebziger Jahren eine Weltreise unternommen und von derselben ein grosses 
Pflanzenmaterial mitgebracht, dessen Bearbeitung ihn begreiflicher Weise mehrere 
Jahre hindurch beschäftigte. Selbstverständlich fand sich auch gar manches Neue 
in der reichhaltigen Collection: 152 neue Arten^), 9 neue Gattungen, die alle 
im vorliegenden Werke beschrieben sind. Bei der Untersuchung und Bestimmung 
des Materials ergab sich oft die Nothwendigkeit, eine oder die andere Arten- 



1) 0. Kuntze, Methodik der Speciesbeschreibung und Ruhus. Monographie der einfach- 
blätterigen und krautigen Brombeeren. Leipzig, 1879. 

*) Die Anzahl der neuen Arten ist viel grösser, wenn man den Artbegriff enger fasst als 
Kuntze; denn Letzterer beschreibt in der „Eevisio generum'' sehr zahlreiche neue „Varietäten". 



Versammlung am 2. MiLrz 1892. 



25 



grMppe oder ganze Gattung monograplnsch zu revidiren, oder auch die Grenzen 
zwischen verwandten Gattungen zu präcisiren, schlecht begründete Gattungen 
einzuziehen u. dgl. In dieser Hinsicht birgt das Buch so viele Beiträge 
zur systematischen Botanik, dass es dadurch allein schon ein 
wichtiges Nachschlagebuch für jeden Systematiker ist. 

Die Hauptaufgabe aber, die sich der Verfasser in dem vor- 
liegenden Werke gestellt hat, ist- die Eevision der Nomenclatur 
sämmtlicher Phanerogamen- und vieler Kryptogamen - Gattungen auf 
Grund des Prioritätsgesetzes. Durch diese Eevision hat die erschreckende 
Anzahl von mehr als 1000 Gattungen ihren gebräuchlichen Namen ändern müssen. 
Das Verdienst, welches sich Kuntze durch diese Nomenelatur-Forschungen er- 
worben, ist in den Augen derjenigen, die in der strengen Durchführung von 
Nomenclatur-Eegelu das einzige mögliche Ende der heutzutage herrschenden Con- 
fusion sehen, ein ausserordentlich grosses, während natürlich Andere, die derlei 
historische Forschungen für Zeitvergeudung halten, es sehr bedauern werden, 
dass der scharfsinnige Verfasser so viel Mühe und Zeit auf eine so secundäre 
Sache, w4e die Nomenclatur, verschwendet habe.^) 

Leider existirt in der Gegenwart nicht nur der Gegensatz zwischen den 
Anhängern und den Feinden der Nomenclaturgesetze im Allgemeinen, sondern 
es gibt auch noch verschiedene Principien, nach welchen die Autoren die 
Nomenclatur richtig stellen wollen. In Bezug auf die Nomenclatur der Arten 
besteht ein scharfer Gegensatz zwischen jenen, welche den ältesten Artnamen auch 
dann anwenden, wenn er ursprünglich mit einem anderen Gattungsnamen ver- 
knüpft war, z. B. Ceratocephalus testiculatus Freyn (1888) = Banunculus testi- 
culatus Crantz (1763) = Ceratocephalus orthoceras DC. (1818), und jenen, welche 
nur den ältesten Speciesnamen in derselben Gattung gebrauchen. Unter den 
deutschen Botanikern der Gegenwart folgen nur Avenige dem letzteren Princip, 
so z. B. Beck, der in seiner „Flora von Niederösterreich" demgemäss den De 
C and olle 'sehen Namen für die eben als Beispiel erwähnte Art in Anwendung 
bringt. In England dagegen ist dieses Princip allgemein üblich. Kuntze wendet 
sich gleich in den ersten Seiten scharf gegen dieses Verfahren und widerlegt die 
Argumente, welche für letzteres angeführt zu werden pflegen. 

Um die Nomenclatur der Gattungen haben sich die Systematiker bis- 
her relativ wenig gekümmert; Beck ist einer der wenigen, die in neuester Zeit 
eingreifendere Aenderungen in der Gattungsbenennung durch Anwendung des 
Prioritätsg^setzes vorgenommen haben. So verwandelte der genannte Autor in 
seiner „Flora von Niederösterreich " imter den Gramineen: Baldingera in Ty- 
phoides, Corynephorus in Weingaertneria, Cynodon in Fibichia. Die Gattungs- 
nomenclatur wird aber verschieden ausfallen, je nachdem man auf den ältesten 
Namen seit Tournefort oder seit Linne, beziehungsweise auch bis auf w^elches 
Werk Linne 's man zurückgeht. In dieser Hinsicht bestehen auch differente 



*) Von diesem Standpunkte aus hat Drude in den .Berichten der Deutscheu hotanischen 
Gesellschaft" das Kuntze 'sehe Werk beurtheilt. 

Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. D 



26 



Versammlung am 2. März 1892. 



Meinungen, die natürlicli die Sache noch mehr verwirren. Die geringsten Um- 
änderungen würden wohl dann nothwendig sein, wenn man nur bis zum Jahre 
1753, in welchem die erste Ausgabe von Linne 's „Speeles plantarum" erschien, 
zurückginge; bekanntlich hat aber Linne die meisten seiner Gattungen wesentlich 
früher aufgestellt. Kuntze kommt zu dem Schlüsse, dass die erste Ausgabe 
von Linne's „Systema naturae", beziehungsweise also das Jahr 1735, als 
Anfang für die Nomen clatur der Genera anzunehmen sei. Schon dieses 
Princips wegen mussten viele Namen geändert werden, andere wegen der noth- 
wendigen Eücksicht auf Linne's theilweise sehr vernachlässigte Zeitgenossen, 
wieder andere — und es sind deren nicht wenige! — einfach desshalb, weil 
irgendwelche später gegebene Namen, die keine Berechtigung haben, zu Ungunsten 
älterer vergessener sich eingebürgert haben. 

122 Genera hat Kuntze nur wegen „Homonymie" umgetauft. Es 
handelt sich aber dabei nicht nur um vollständig gleichlautende Namen, sondern 
auch um solche, die zwar von demselben Stamme abgeleitet wurden, aber ver- 
schiedene Endungen haben. In dieser Hinsicht dürfte der Verfasser vielleicht 
etwas zu weit gegangen sein: er ändert z. B. Muhia in Mubina wegen der 
„Homonymie" mit Buhns ; ebenso will er Stictis und Sticta, Atropis und Atropa, 
Bunias und Bunium u. dgl. nicht neben einander gelten lassen. Gerade bei 
den genannten Gattungen dürften aber Verwechslungen wohl nicht leicht vor- 
kommen. 

Im Allgemeinen hat sich Kuntze an die Bestimmungen des Con- 
gresses von 1867 gehalten, aber in einem eigenen längeren Capitel seines Buches 
verschiedene Abänderungen und Zusätze zu diesen Bestimmungen vor- 
geschlagen, auf welche hier näher einzugehen allerdings zu weit führen würde. 
Es wird natürlich nicht zu vermeiden sein, dass diese Vorschläge nur theilweise 
Eingang finden — einige Systematiker werden diese, andere jene Vorschläge 
acceptiren — vielleicht kein einziger alle ohne Ausnahme ! Ein einzelner Botaniker 
wird sich wohl schwerlich jemals so unbedingte Autorität verschaffen, dass alle 
übrigen weitgehendere Eeformvorschläge desselben ohne Bedenken annehmen 
würden! Es wäre wohl wünschenswerth, dass ein neuer botanischer 
Congress^) zusammenträte und die unerquickliche Nomenclatur- 
frage wieder als Hauptpunkt auf sein Programm setzte; wenn es 
auch dann immer noch Einzelne geben wird, die den Beschlüssen des Con- 
gresses nicht Folge geben, so wird sich doch gewiss die Mehrzahl der einsichts- 
vollen Systematiker in einer Sache, wie die Nomenclatur, die ja schliesslich 
doch nur auf Conventionellen Eegeln beruhen kann, den Ansichten der Con- 
gressmajorität anschliessen. Die Bestimmungen des Jahres 1867 müssten im 
Allgemeinen dem neuen Congress als Basis dienen; die von Kuntze und 
Anderen vorgeschlagenen Aenderungen wären durchzubesprechen und Punkt für 
Punkt darüber zu beschliessen. Bei dieser Gelegenheit könnte auch die Frage, 



1) Wenige Wochen nach dem Niederschreiben dieser Zeilen erhalte ich die Einladung zu einem 
internationalen botanischen Congress zu Genua im September 1892. 



Versammlung am 2. März 1892. 



27 



hiF zu welchem Jahre man in Bezug auf die Gattungsbenennung ' zurückgehen 
solle, neuerlich aufs Tapet gebracht werden, namentlich mit Rücksicht auf die 
von einander abweichenden Vorschläge von De Candolle und Kuntze, deren 
ersterer nur bis 1737 zurückgreifen will. 

Nach diesen allgemeinen Betrachtungen erübrigt es noch, genauer auf den 
Inhalt des Kuntze 'sehen Werkes einzugehen. Letzteres beginnt mit einem 
Vorwort, welches unmittelbar vor Erscheinen des Werkes geschrieben wurde und 
einige Hauptpunkte bezüglich der Nomenclatur betont; es enthält die Wider- 
legung des Bentham'schen Princips der Speciesnomenclatur, Bemerkungen über 
Autorencitation (Klammermethode!) u. A. m. In letzterer Hinsicht macht der 
Verfasser den beachtenswerthen Vorschlag, statt Ipomoea reptans (L.) Poir. 
(d. h. Ipomoea reptans Poir. = Convolvulus reptans L.), Ipomoea reptans Poir. 
(L.) zu schreiben, also den Namen desjenigen, der die Pflanze in der richtigen 
Gattung zuerst mit dem richtigen Artnamen bezeichnete, voranzustellen. Dieser 
Vorschlag hat den unleugbaren Vortheil, dass beim oberflächlichen Abkürzen eines 
längeren Citates ^) kein Fehler entsteht, da Ipomoea reptans Poir. richtig, Ipomoea 
reptans L. (ohne Klammer) aber falsch ist. Ueber diese Sache lässt sich 
übrigens debattiren, da man für die bisher übliche Schreibweise auch mehr als 
einen Grund anführen kann. Auch diese — wenn auch nebensächliche — Frage 
könnte ein etwaiger Congress entscheiden. 

Dem Vorworte folgt zunächst das „Itinerar", eine auf zwei Druckseiten 
zusammengedrängte Skizze der von Kuntze unternommenen Weltreise. Hierauf 
folgen 16 Capitel unter dem gemeinsamen Titel: „Zur Revision der Gattungs- 
namen". Dieser Theil des Buches enthält eine Besprechung von Durand's 
„Index generum", eine solche von Pfeiffer's „Nomenclatur botanicus", dann einige 
historische Capitel („Linne's Concurrenz mit Zeitgenossen", Besprechung der Fehler 
und Inconsequenzen, die sich Linne, Robert Brown u. A. zu schulden kommen 
Hessen); ferner die Besprechung „verschiedener Auffassungen über rechtsgiltige 
Gattungsbegründung", dann weiters: „Nomina seminuda", „Namensveränderungen 
bei Erhebung von Sectionen zu Gattungen und wegen linguistischer Mängel", 
dann ein Capitel über Homonymie. In letzterem weist der Verfasser nach, dass 
die meisten Gattungs-Homonyme durch Benennung von Gattungen nach Per- 
sonen entstanden sind, und schlägt desshalb „zur künftigen Vorbeugung von 
Homonymen" vor, nicht immer nur die Endungen — a oder — ia an die Per- 
sonennamen anzuhängen, sondern andere Suffixe, Praefixe etc. in Anwendung zu 
bringen. Namen, wie Grisehachiella, Gayopliytum, Neoharonia u. dgl. klingen 
ja thatsächlich ganz annehmbar. Wenn uns Kuntze aber mit Gattungen, wie 
Ricliterago, HassTcarlinda, Schweinfurthafra, Muelleramra, Maximoimsia, Hen- 



^) Wenn in Kern er 's „ScTiedae ad floram exsiccatam Austro-Hungaricam" (Nr. 1816) zu lesen 
ist: „Doronicum Carpaticum Griseb. et Schenk, Iter Hung. in Wiegm., Arch., 1852, p. 342, pro var. 
Aroniei scorpioidis. — Nym., Supplem., SylL, I, Flor. Eur., p. 1 (1865)", so liegt es sehr nahe, dass 
ein oherflächlicher Abschreiber daraus Doronicum Carpaticum Griseb. et Schenk (statt Nym an) notirt, 
welches nie existirt hat. 

D* 



28 



Versammlung am 2. März 1892. 



ningsocarpu'm, Pasaccardoa, Sirhookera u. s. w. beschenkt, so werden dies wohl 
nicht nur die Philologen perhorresciren, sondern es wird dies auch den meisten 
anderen Sterblichen geschmacklos erscheinen. Dass ähnliche Namen schon exi- 
stiren, ist allerdings wahr; an manche derselben haben wir uns vollständig ge- 
wöhnt, wie z. B. an Carludovica (entstanden aus Carolus und Ludovica). 

Die weiter folgenden Capitel betiteln sich: „Annähernd gleiches Erscheinen 
neuer Publicationen. Gesellschaftsschriften. UnvoUkommenheit der Bibliotheken." 
— „Bentham et Hooker's „Genera plantarum" und deren Vernachlässigung der 
Literatur vor Eobert Brown." — „Das Bequemlichkeitsmotiv als Hinderungs- 
grund, rechtmässige Namen wieder herzustellen." — „Linne's „Systema naturae", 
editio princeps 1785, als Anfang unserer Nomenclatur für Genera." 

Nun folgen die schon erwähnten Abänderungsvorschläge und Commentare 
zu den internationalen Nomenclaturregeln. Hieran schliesst sich ein wichtiger 
Abschnitt, nämlich „Notizen zu Pritzel's Thesaurus literaturae botanicae", eine 
Eeihe werthvoller Ergänzungen und Verbesserungen des genannten, uns unent- 
behrlichen Werkes, die namentlich bei Nomenclaturfragen von grösster Wichtig- 
keit sein können. Um nur ein Beispiel anzuführen, weist der Verfasser nach, 
dass die einzelnen Bände von Willdenow's „Speeles plantarum" durchwegs 
später erschienen sind, als die Titelblätter und mit diesen auch Pritzel angeben, 
so z. B. der dritte Theil des dritten Bandes nicht 1800, sondern 1804, was bei 
vielen Prioritätsfragen entscheidend sein wird. 

Den Schluss dieses allgemeinen Theiles bildet ein für die Engländer 
bestimmtes Capitel in englischer Sprache, betitelt: „Modern English Nomen- 
clature". 

Der specielle Theil des Werkes, welcher selbstverständlich weitaus den 
grössten Kaum in demselben einnimmt, ist nach Familien geordnet; innerhalb 
der letzteren findet man die Gattungen und meist auch die angeführten Arten 
in alphabetischer Keihenfolge. Um an einem Beispiele darzuthun, in welcher 
Weise der specielle Theil angelegt ist, sei hier ein kurzer Auszug dessen gegeben, 
was wir über die relativ kleine Familie der Caryophyllaceen in dem Buche 
finden. 

Vier Druckseiten nimmt die ausführliche Besprechung der Gattung Stel- 
laria ein, welche übrigens nach Kuntze Stellularia (Linne, 1748) zu heissen hat; 
während der Name Stellaria (Ludwig, 1737) unserer Gattung Callitriche (Linne, 
1748) gebührt.^) Die Gattung Malachium wird von Kuntze (wohl mit Eecht!) 
auf Grund eingehender Untersuchung zu Stellularia eingezogen;^) ja der Verfasser 
geht so weit, Malachium aquaticum Fr., nebst Stellaria nemorum L, und ver- 
schiedenen anderen (sehr ungleichwerthigen !) Formen als „Varietäten" der ^Stel- 
lularia media Aschers. (L.) emend. OK." zu betrachten. In dieser letzteren 
Ansicht dürften ihm aber kaum viele Systematiker zustimmen! In ähnlicher 



1) Derlei Namensänderungen tonnen leider die Quelle der unangenehmsten Verwechslungen 

werden ! 

-) Zu demselben Resultate kam Pax in „Natürl. Pflanzenfamilien", III, Ahth. 16, S. 79. 



Versammluug am 2. März 1892. 



29 



Weise zieht Kuntze eine Eeihe von Arten zu ^Stellularia graminea Aschers. 
(L.) emend. OK.". Am Schlüsse der Besprechung dieser Gattung stellt Kuntze, 
wie er es bei den meisten von ihm umgetauften Gattungen gethan hat, alle bis- 
her unter Stellaria aufgestellten Arten in alphabetischer Reihenfolge zusammen, 
welche als Stellularia natürlich alle mit OK. (= Otto Kuntze) als Autornamen 
zu versehen sind.^) 

Von den übrigen Caryophyllaceen-Gattungen werden noch umbenannt: 
Spergularia (Pers., 1805) in Buda (Adans., 1763) '"^j, Folycarpon (L., 1759), wozu 
der Verfasser auch Polycarpaea Lam. zieht, in Polycarpa (Loefl., 1758), Hyme- 
nella (M09. et Sesse, 1824, non Fries, 1823) 3) in Triplateia (Barth, 1830). — 
Neue Arten sind nicht beschrieben, wohl aber sind verschiedene neue Varietäten 
und Formen, sowie Standorte bekannter Arten aus den Gattungen Arenaria, 
Buda, Cerastium, Drymaria, Polycarpa, Sagina, Silene, Spergula, Stellularia 
und Tunica angeführt. 

Aus dem Gesagten ist zur Genüge zu entnehmen, was der Botaniker in 
dem neuen Werke Kuntze 's findet. Es sei wiederholt, dass dasselbe fortan ein 
unentbehrliches Nachschlagebuch für jeden Systematiker sein wird, dessen 
Gebrauch durch das sorgfältigst angelegte Gattungsregister am Schlüsse bedeu- 
tend erleichtert wird. Fast jeder Monograph irgend einer Gruppe von Antho- 
phyten wird eine oder die andere für ihn interessante Bemerkung in der „Revisio 
generum" finden; aber nicht jeder wird in Allem dem bis zur Pedanterie ge- 
wissenhaften Autor folgen. Vielmehr möge man bei Benützung des Werkes den 
alten Mahnspruch: „Prüfe Alles und das Beste behalte!" nicht ausser Acht lassen. 

Schliesslich hielt Herr Dr. Kichard R. v. Wettsteiu einen 
Vortrag „lieber die Systematik der Solaiiaceae^'.' 

Unter den vielen Vorzügen, die das unter der Führung A. Engl er 's und 
K. Prantl's erscheinende Werk „Die natürlichen Pflanzenfamilien" aufzuweisen 
hat, ist einer schon an dem bis jetzt fertig vorliegenden Theile des Werkes deutlich 
zu erkennen. Er kennzeichnet das Werk als einen der wichtigsten Marksteine auf dem 
Wege des wissenschaftlichen Fortschrittes und besteht in der von mehreren Seiten 
und unabhängig von einander versuchten Emancipation von gewissen altherge- 
brachten, durch ihre Bequemlichkeit eingebürgerten systematischen Eintheiluugen 
der Familien. So wesentlich der Fortschritt ist, den die im Laufe dieses Jahr- 



1) Diese Artenverzeiclinisse sind uicht immer vollständig (vergl. z. B. meinen Aufsatz „Ueter 
einige iecan ja -Arten" in Oesterr. botan. Zeitschr., 1892, S. 6 — 8); es ist aber begreiflich, dass der 
Verfasser nicht die gesammte systematische Literatur durchsehen konnte (vergl. auch Kuntze 's -Vor- 
wort", S. VII). 

2) Pax wendet a. a. 0., S. 8.5, für diese an Namen reiche Gattung den gleichfalls von Adan- 
son herrührenden Namen Tissa an. 

3) Fries hat seine Pilzgattung fiymeJieWa 1825 in Hymenula umgetauft; Kuntze stellt nun 
in einer Fussnote alle von Saccardo angeführten Arten dieser Gattung zu Hymenella. 



30 



Versammlung am 2. März 1892. 



hundertes geschatfenen „natürlichen Systeme" gegenüber den früheren bedeuten, 
so lässt sich dennoch nicht verkennen, dass das bisher geltende und von der 
Mehrzahl der Botaniker angenommene System vieler Familien nichts weniger als 
natürlich ist. Man hat bei den meisten der erwähnten Bestrebungen im Sinne 
eines natürlichen Systemes zu sehr den Wunsch nach einer klaren und 
leichten Uebersicht und leichten Bestimmung in Verbindung zu 
bringen getrachtet mit dem Streben nach einem Einblicke in den 
entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhang. Und so sind denn viele 
zum Theile heute noch acceptirte Familieneintheilungen sehr klar und einfach, 
aber nichts weniger als natürlich. Ich verweise beispielsweise auf das heutige 
System der TJmbelliferen, das De Candolle'sche Cruciferen-System etc. Ist die 
Eintheilung einer grossen formenreichen Pflanzenfamilie nach der Zahl und dem 
Verlaufe der Oelgänge in den Früchten oder nach der Lagerung der Kadicula 
im Samen nicht ebenso künstlich, als die Eintheilung der Pflanzen nach der 
Zahl der Stamina? Man muss im Vorhinein schon annehmen, dass die Ent- 
wicklung der zahlreichen Vertreter einer grösseren Familie durchaus nicht so 
einfach vor sich ging, dass das Bild dieser Entwicklung in einem logisch auf- 
gebauten Systeme zum Ausdrucke kommen kann, und in der That zeigt sich 
schon jetzt, dass systematische Eintheilungen, die den natürlichen Verwandtschafts- 
verhältnissen Eechnung tragen, nicht immer diejenigen sind, die zugleich am 
übersichtlichsten und klarsten sind. Immer mehr wird die systematische Botanik 
damit rechnen müssen, dass Bücher, welche die Bestimmung ermöglichen sollen, 
von wirklich wissenschaftlichen Arbeiten ganz verschieden sein müssen, dass diese 
beiden Eichtungen desto weniger vereinigt werden können, je näher 
die Systematik ihrem Ziele, der Darstellung des entwicklungs- 
geschichtlichen Zusammenhanges, kommt. 

Um auf das Eingangs erwähnte Werk zurückzukommen, so weist dasselbe 
schon jetzt eine Keihe von Familienbearbeitungen auf, die in dem augedeuteten 
Sinne reformirend wirken werden, es sei diesbezüglich beispielsweise nur auf 
die Bearbeitung der Cruciferen durch K. Prantl hingewiesen. 

Nur dem Zuge der Zeit bin ich unwillkürlich gefolgt, wenn auch ich bei 
Bearbeitung der Solanaceen für das genannte Werk wesentlich von den bis- 
herigen Eintheilungen abweichen musste. Eine ausführliche Erörterung der von 
mir vorgenommenen Eintheilung und Gattungsumgrenzung behalte ich mir für 
eine spätere Arbeit vor, in der überhaupt Manches, was in der Bearbeitung nur 
kurz berührt werden konnte, ausgeführt. Manches ergänzt werden soll. Hier mögen 
nur zwei Fragen kurz berührt werden, nämlich die Berechtigung der Abweichung 
in der systematischen Gliederung der Familie von Bentham's und Hook er 's 
Genera plantarum, ferner die Stellung der Familie im Allgemeinen. 

Was die Abweichungen der systematischen Gruppirung gegenüber der von 
Bentham und Hook er angenommenen anbelangt, so beziehen sie sich ins- 
besondere auf die Tribus der Solaneae, Ätropeae und Hyoscyonieae dieser Autoren. 
Dieselben wurden begründet auf die Knospenlage der CoroUe und den Fruchtbau, 



Versammlung am 2. März 1892. 



31 



besonders auf das Vorkommen von Kapsel- oder Beerenfrüchten. Gegen diese Ein- 
theilung ist zunächst der Umstand geltend zu machen, dass die Tribus wesent- 
lich von einander abweichende Gattungen aufweisen, so dass die verschiedensten 
Typen im Systeme aufeinander folgen. Ich hebe diesbezüglich nur beispielsweise 
die grosse Verschiedenheit der den Tribus der Atropeae bildenden Gattungen 
Graboioskia und Lycium, — Atropa, — Mandragora, — Dissochroma, — So- 
landra hervor. Noch deutlicher tritt dies bei den Hyoscyameae hervor, die vier 
Gattungen umfassen, von denen Datura nichts gemein hat mit Hyoscijamus, 
die wiederum nicht unwesentlich verschieden von Scopolia und Physochlaina ist. 

Zu dieser Verschiedenheit der in den Tribus vereinigten Gattungen kommt 
die auffallende Thatsache, dass einzelne Gattungen jedes Tribus entschieden nahe 
verwandtschaftliche Beziehungen zu Gattungen anderer Tribus aufweisen, es sei 
beispielsweise auf die Beziehungen von Datura zu Solandra, von Hyoscyamus 
zu Chatnaesaracha, von Scopolia zu Ativpa und Triguera, von Mandragora zu 
Jahorosa u. a. hingewiesen. 

Diese beiden gewiss auffallenden Thatsachen Hessen ein neuerliches Studium 
der zur Eintheilung der Solanaceae verwendeten Merkmale nothwendig erscheinen. 
Eine eingehende Untersuchung der Knospenlage der CoroUe liess diese als 
nicht hinreichend constant erscheinen, um darauf die Gruppirung der Gattungen 
zu begründen, es Messen sich bedeutende Abweichungen vom Typus innerhalb 
der Gattungen (z. B. Solanum, Hyoscyamus) constatiren, ferner stellte sich ein 
unleugbarer Zusammenhang zwischen der Knospenlage der Blumenkrone und der, 
ein gewiss secundäres Merkmal darstellenden Form der Corollen heraus. 

Doch selbst die Ausbildung der Frucht, welche scheinbar so wichtige 
Anhaltspunkte der Systematik bietet, zeigte sich von relativ geringer Bedeutung. 
Vor Allem stellte es sich sofort heraus, dass unter dem Begriffe der Kapselfrüchte 
hier morphologisch sehr Verschiedenes zusammengefasst wurde. Die vierklappige 
Kapsel von Datura ist — um bei allgemeiner bekannten Beispielen zu bleiben — 
morphologisch etwas ganz Anderes, als die mit einem Deckel sich öffnende „Kapsel" 
von Hyoscyamus, diese wieder verschieden von der „Kapsel" von Scopolia. Da- 
gegen ist der Unterschied zwischen der Beerenfrucht der Atropeae und der 
Kapselfrucht der Hyoscyameae nur scheinbar ein grosser. Der Unterschied 
zwischen der „Kapsel" eines Hyoscyamus aus der Section Chamaehyoscyamus 
Wettst, und einer Beere einer Cliamaesaracha-kxi, zwischen der „Kapsel" von 
Scopolia und der trockenhäutigen, unregelmässig auf reissenden Beere von Triguera 
ist viel geringer, als der zwischen der Kapsel von Datura und jener von Hyos- 
cyamMS und Scopolia. Das Vorkommen ganz allmäliger Uebergänge von saftigen 
Beeren zu trockenhäutigen und von diesen zu unregelmässig oder mit Deckeln 
aufspringenden, beerenförmigen „Kapseln" lässt sich bei Solanaceen mehrfach 
beobachten. 

Die hier in Kürze skizzirten Verhältnisse bestimmten mich, von der Ein- 
theilung der Familie der früheren Autoren, die in dem Werke Bentham und 
Ho Oker 's gewissermassen einen Abschluss fand, abzugehen und eine Neueintheilung 
zu versuchen, die sich etwa in folgendem Schema darstellen lässt. 



32 



Versammlung am 2. März 1892. 



I. Fruchtknoten zwei- oder mehrfächerig. 

A. Embryo immer stark gekrümmt, die Krümmung beträgt mindestens einen 
halben Kreisbogen. Alle fünf Staubgefässe fertil, nahezu gleich. 

a) Fruchtknoten drei- bis fünffächerig. Fächer ungleich, unregelmässig. 

I. 1. Nicandreae. 

Einzige Gattung Nicandra. 

h) Fruchtknoten zweifächerig II. Solaneae. 

a. Staubfaden am unteren Ende des Connectivs befestigt, dieses sehr 
schmal und zwischen den beiden Antherenfächern. Hauptaxe immer 
verlängert. 

1. Blumenkrone röhrig mit schmalem Saume oder schmalglockig mit 
kurzem Saume. Beeren . 2. Lyciinae. 

Hieher 15 Gattungen, darunter Lycium, Atropa und 
Triguera. 

2. Blumenkrone trichterig oder glockig. „Kapseln." 

3. Hyoscyaminae. 
Hieher vier Gattungen, darunter Scopolia, Hyoscyamus. 

3. Blumenkrone radförmig oder glockig mit breitem Saume. 
Beeren 4. Solaninae. 

Hieher 11 Gattungen, darunter Withania, Physalis, 
Capsicum, Solanum, 
ß. Staubfaden am Rücken der Anthere befestigt oder am unteren Ende 
des Connectivs, in letzterem Falle verläuft dieses oft stark verdickt 
am Eücken der Anthere. Hauptachse oft verkürzt. 

5. Mandragorinae. 
Hieher sechs Gattungen, darunter Mandragora, 
c) Fruchtknoten vierfächerig. Fächer gleich, regelmässig. III. Q. Datureae. 

Hieher zwei Gattungen, Datura und Solandra. 

B. Embryo gerade oder sehr schwach gekrümmt, die Krümmung beträgt 
weniger als einen halben Kreisbogen. 

a) Alle fünf Staubgefässe fertil, gleich lang oder 1 — 3 kürzer. 

IV. Cestreae. 

Hieher die Subtribus der?. Cestrinae, 8. Goetzeinae, 
•9. Nicotianinae mit 19 Gattungen. 
h) Nur 2 — 4 Staubgefässe fertil, immer von verschiedener Länge. 

V. 10, Salpiglossideae. 

II. Fruchtknoten einfächerig. Gattungen zweifelhafter Stellung. 

Yon diesen Gruppen haben bloss die mit I — V bezeichneten Tribus eine 
gewisse systematische Sebstständigkeit und wissenschaftliche Bedeutung, die mit 
1 — 10 bezeichneten Subtribus dienen bloss der Möglichkeit einer leichten Orien- 
tirung und mithin praktischen Bedürfnissen. 

Was die systematische Stellung der ganzen Familie anbelangt, so ist vor 
Allem die Unmöglichkeit hervorzuheben, die Solanaceae von den Scrophularia- 



Versammlung am 2. März 1892. 



33 



ceq3 scharf zu trennen. Keines der bisher zur Unterscheidung herangezogenen 
Merkmale reicht hiezu aus. Wenn es auch im Interesse der Uebersichtlichkeit 
thunlich erscheinen mag, die beiden Familien getrennt aufzuführen, so muss 
doch diese Zusammengehörigkeit betont werden. 

Doch auch zu anderen Familien zeigen die Solanaceae unleugbare ver- 
wandtschaftliche Beziehungen, so insbesondere zu den Nolanaceae und durch 
diese zu den Convolvulaceae, ferner durch die Nolanaceae und die Convolvula- 
ceae, gleichwie durch die Gattung GraboivsJcia zu den Äsperifoliaceae. Diese 
Beziehungen sind nicht nur wichtig für die Einreihung der Familie, sondern 
auch insoferne, als sie deutlich auf die Unhaltbarkeit der unterschiedenen 
Reihen der Tuhiflorae. Lahiatiflorae und Nuculiferae hinweisen 
und die Vereinigung aller dieser Reihen zu einer von grösserem Umfange fordern. 
Eine solche Vereinigung wurde denn auch in jüngster Zeit von A. v. Kerner 
(Pflanzenleben, II. Band, S. 670) und A, Engler (Natürliche Pflanzenfamilien, 
IV. Theil, 3. Abth., S. 1) vorgenommen. 



Botanischer Literaturabend am 26. Februar 1892. 

Zunächst legte Herr Dr. Carl Fritsch das seit einigen Monaten 
vollständig erschienene „Pflanzenleben" von A. Kerner v. Mari- 
laun^) vor und besprach den Inhalt dieses Werkes. 

Kerner's „Pflanzenleben" ist ein Prachtwerk ersten Ranges, nicht 
etwa nur in Bezug auf die schöne Ausstattung und die meisterhaften, lehrreichen 
Abbildungen, sondern — wie es ja schon aus dem Namen des Verfassers zu ver- 
muthen war — ganz besonders durch den Inhalt selbst. Die Aufgabe, die sich 
Kerner gestellt hat, die Schilderung des Lebens der Pflanzen, ist, wenn man 
dieselbe zugleich vom wissenschaftlichen Gesichtspunkte ausgehend, aber doch 
dem Laien verständlich behandeln will, gewiss keine leichte. Kerner hat es 
verstanden, diese schwierige Aufgabe in meisterhafter Weise zu lösen und hat 
die botanische Literatur um ein herrliches Werk bereichert, welches nicht nur 
den Laien für die „scientia amabilis" zu begeistern im Stande ist, sondern auch 
für den Fachmann eine Fülle von interessanten Beobachtungen und die mannig- 
fachste Anregung zu weiteren Forschungen enthält. 

Es wäre vergebene Mühe, den reichen Inhalt des Werkes in Form eines 
eingehenderen Referates auszugsweise mittheilen zu wollen; ein derartiges Referat 
würde viel zu umfangreich und jeder wird es gewiss vorziehen, die einzelnen 
Capitel in der vom Verfasser selbst gegebenen Form nachzulesen. Es sei daher 



Verlag des Bibliographischen Institutes in Leipzig. 
Z. B. Ges. B. XLH. Sitz.-Ber. 



E 



34 



Versaramluug am 2. März 1892. 



hier nur auf die Anordnung des StoflFes und den hau]jtsächlichsten Inhalt der 
einzelnen Abschnitte kurz hingewiesen. 

Das Buch beginnt mit einer • Einleitung, welche sich mit den Methoden 
der botanischen Forschung beschäftigt und auch einen kui'zen Abriss der Ge- 
schichte der Botanik enthält. Die Einleitung schliesst mit der Besprechung 
der Ziele, welche die wissenschaftliche Pflanzenkunde in der Gegenwart verfolgt. — 
Die nächsten Capitel beschäftigen sich mit der Anatomie der Zelle, insbesondere 
mit dem Protoplasma und dessen Thätigkeit. Gerade in diesem Abschnitte 
zeigt der Verfasser ganz besonders den Werth seiner anschaulichen Darstellung. 
Wenigen dürfte es gelingen, die dem Laien so schwer verständlichen Details der 
feineren Anatomie in so fasslicher Weise auseinanderzusetzen. Es wird vielleicht 
mancher Vertreter der exacten Pflanzenphysiologie den Kopf schütteln, wenn 
Kern er die Zellen mit Wohnzimmern und die Hoftüpfel mit Fenstern vergleicht, 
wenn er von einer „Verständigung" der Protoplasten benachbarter Zellen spricht, 
wenn er endlich sogar den Pflanzen Instinct und Empfindung zuschreibt; aber 
gerade durch diese phantasievolle Auffassung der Lebensvorgänge in der Pflanze 
macht es der Verfasser dem Laien möglich, das ihm vollständig Fremde mit 
Bekanntem zu vergleichen und sich daher wenigstens eine annähernde Vorstel- 
lung von dem geheimnisvollen Walten der pflanzlichen Elementarbestandtheile 
zu machen. 

Dasselbe gilt von den hierauf folgenden Abschnitten, welche in ausführlicher 
Darstellung die wichtigsten Fragen der Pflanzenphysiologie behandeln — zunächst 
die Ernährungsphysiologie nebst allen mit derselben in näheren Beziehungen 
stehenden Capiteln: Aufnahme der Nahrung, Leitung der Nahrung (Transpiration), 
Bildung organischer Stofi'e aus unorganischen (Assimilation), Wandlung und 
Wanderung der Stoffe; dann die Theorie des Wachsthums unter besonderer 
Berücksichtigung des Einflusses der W^ärme auf dasselbe. Jeder dieser Abschnitte 
birgt eine Fülle interessanter Details; die Eesultate der exacten Physiologie sind 
untermischt mit einschlägigen Capiteln aus der Anatomie und mit zahlreichen, 
mehr dem Bereiche der sogenannten Biologie angehörenden Schilderungen. 

Den Schluss des ersten Bandes bildet eine allgemeine Morphologie der 
Vegetationsorgane unter dem Titel: „Die Pflanzengestalten als vollendete 
Bauwerke", die — weit entfernt vom trockenen Lehrbuchstyl — nicht minder 
anregend geschrieben ist wie das Vorhergehende. 

Der zweite Band des Werkes ist der „Geschichte der Pflanzen" gewidmet; 
derselbe bringt zunächst eine Schilderung der Fortpflanzungsorgane, welche der 
Verfasser in ungeschlechtliche und geschlechtliche, deren erstere er „Ableger" 
nennt, sondert. Als Ableger erscheinen hier auch alle auf ungeschlechtlichem 
Wege entstandenen Sporen von Thallophyten bezeichnet, während die Zygosporen, 
Oosporen und Carposporen, welche ihre Entstehung einer Befruchtung ver- 
danken, unter die „Früchte" eingereiht werden. In der Besprechung der Fort- 
pflanzung der höheren Pflanzen finden wir viele sehr interessante biologische 
Beobachtungen über die von Kerner auch schon früher mehrfach bearbeiteten 



Versammlung am 2. März 1892. 



35 



Einrichtungen der Blüthen zum Schutze und zur Uebertragung des Pollens, zur 
Anlockung von Insekten, zum Aufladen des Pollens auf die letzteren u. s. w. 
Ausführliche Capitel sind hiebei der „Kreuzung" und der „Autogamie" gewidmet; 
an dieselben schliesst sich ein Abschnitt, der die Befruchtung und Fruchtbildung 
der Blüthenpflanzen behandelt, ferner eine Besprechung der Parthenogenese und 
des Generationswechsels. 

Nachdem auf diese Weise die Verhältnisse der Fortpflanzung, also die 
Entstehung der Individuen, dargestellt wurden, gelangen wir zur Ent- 
stehung der Arten, welcher die zweite Hälfte des zweiten Bandes gewidmet 
ist. Nachdem Kern er den Begriff der Art, ferner die Abhängigkeit der Pflanzen- 
gestalt von der Bodenbeschaffenheit und von den klimatischen Verhältnissen, 
sowie den Einfluss, welchen Eingriffe von aussen (Verstümmelung, Parasiten) auf 
die Ausbildung der Individuen haben können, besprochen hat, wendet er sich 
dem Entstehen neuer Formen durch Bastardirung zu. Dass solche hybride Formen 
zu Arten werden können, hat der Verfasser schon in früheren Publicationen dar- 
gelegt; es ist daher nur ein Schritt von diesem Capitel zu jenem, welches die 
Abstammung der Arten zum Gegenstande hat. Und nun finden wir auf nicht 
viel mehr als 100 Druckseiten das ganze Pflanzensystem, und zwar ein System, 
welches theilweise eine neue und überraschende Gruppirung der Familien aufweist, 
deren nähere Begründung allerdings den Eahmen des „Pflanzenlebens" weit 
überschritten hätte. Um so mehr würde es den ßahmen dieses Referates über- 
schreiten, auf die Besprechung der Kerner'schen „Pflanzenstämme" näher einzu- 
gehen. Es sei nur hervorgehoben, dass der Abschnitt über die Entstehung 
der Arten einer der hervorragendsten in dem ganzen Werke ist, sowie dass der 
Systematiker in dem hier entwickelten Pflanzensystem die mannigfachste Anregung 
zu phylogenetischen und vergleichend-morphologischen Forschungen findet. 

Das letzte grössere Capitel des Buches beschäftigt sich mit der „Verbreitung 
und Vertheilung der Arten". Zunächst werden die Verbreitungsmittel der Pflanzen, 
insbesondere die der verschiedenen „Ableger" (einschliesslich der Sporen), sowie 
der Früchte und Samen erläutert. Dieser Abschnitt zeichnet sich — ganz ab- 
gesehen von der Fülle interessanter Beobachtungen, die in demselben mitgetheilt 
werden — durch besonders reichliche und instructive Illustrationen aus. Hieran 
schliesst sich ein kurzer Abriss der Pflanze ngeographie und das Schluss- 
capitel, welches vom „Aussterben der Arten" handelt. 

Aus dem Gesagten geht wohl zur Genüge die Bedeutung des vorliegenden 
Werkes hervor. Aeusserlich gewinnt dasselbe noch besonders durch die tadellose 
schöne Ausstattung, die ihm zu Theil geworden ist und durch die künstlerisch 
ausgeführten, ausserordentlich zahlreichen Abbildungen, welche vermöge der vor- 
züglichen Auswahl und genialen Auffassung das im Texte Gesagte in lebendiger 
Anschauung dem Leser vorführen. Eine besonders glänzende Zierde des Werkes 
bilden die 40 Aquarelltafeln, welche zum grössten Theile ganz unvergleichlich 
schön ausgeführt sind. 

Das „Pflanzenleben" wird also nicht nur in jeder Bibliothek eine Stelle 
unter den Prachtwerken ersten Ranges finden, sondern es wird auch jedem 

E* 



36 



Versammlung am 2. März 1892. 



Pflanzenfreunde zur hohen Freude gereichen und — was wohl am höchsten anzu- 
schlagen ist — jeder Fachmann wird es als eine der hervorstechendsten Er- 
scheinungen des Büchermarktes hegrüssen und eine Fülle genialer Gedanken in 
demselben niedergelegt finden. 

Die Vorlage und Besprechung der übrigen neuen Literatur be- 
sorgte Herr Dr. Kichard K. y. Wettstein in ausführlicher Weise. 



Abhandlungen. 



37 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 

Vorsitzender: Herr Anton Pelikan Freih. v. Plauenwald. 



Wieder eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Emanuel Kautetzky in Wien. 
„ „ k- und k. Hofrath Christian Lippert in Wien. 

Neu eingetreten: 
Collegium Borromaeum in Salzburg. 



Eingesendete Gegenstände: 

9 Centurien Moose von Herrn J. Breidler. 
325 Stück Käfer für Schulen von Herrn P. Leopold Hacker. 
250 Stück Insecten für Schulen von Herrn E. Kautetzky. 
54 Arten Flechten von Herrn F. Lebzelter. 

Knoppern und Rosengallen, sowie deren Erzeuger, für Schulen, von Herrn 
M. F. Müllner. 

50 Stück Insecten für Schulen von Herrn A. Rogenhofe r. 



Bericht des Präsidenten-Stellyertreters Herrn Anton Pelikan Freiherrn 

T. Plauenwald. 

Hochgeehrte Gesellschaft ! 

Sie freundlichst begrüssend erfülle ich die statutenmässige Obliegenheit 
Ihres Ausschusses, zu berichten über die Leistungen und den Stand der Gesell- 
schaft im abgelaufenen Jahre 1891. 

Ich erachte, mich nur auf allgemeine Ausführungen zu beschränken, weil 
Sie von den wissenschaftlichen Leistungen theils durch die Betheiligung einzelner 
Mitglieder an denselben, theils durch die Publicationen in den Ihnen zuge- 
kommenen Verhandlungen der Gesellschaft Kenntniss nehmen. 

Der 41. Band der Verhandlungen zählt nebst den Berichten über die 
monatlichen Versammlungen 54 wissenschaftliche Abhandlungen, darunter 18 zoo- 
logischen, 30 botanischen und 7 gemischten Inhaltes ; illustrirt sind dieselben mit 
6 lithographirten, darunter 4 Doppel-Tafeln. 

Ausser den normalen 10 wurden 2 ausserordentliche Sitzungen des Aus- 
schusses abgehalten, ferner fanden die monatlichen Plenarversammlungen und 
15 Discussionsabende statt. 

Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. F 



38 



Jalires -Versamralimg am G. April 1892. 



Inaugurirt wurde die Abhaltung botanischer Literaturabende, deren in 
unseren Verhandlungen (IV. Heft) erörterte Tendenz sich durch eine zahlreiche 
Betheiligung der Herren Collegen einer günstigen Entwicklung erfreuen möge. 

Wir zählen am Schlüsse des Jahres 506 Mitglieder, welche die Gesellschafts- 
schriften beziehen. Nicht unbeträchtlich ist der Verlust, welchen wir durch das 
Ableben von 15 Mitgliedern erleiden; es sind die Herren: Ingenieur Eduard 
Andre in Beaume, Professor Severin Christen in St. Paul, Professor Dr. 
Ottokar Feistmantel in Prag, Secretär Eduard v. Gall in Wien, Se. Eminenz 
Cardinal Dr. Ludwig Haynald in Kalocsa, Hofgartendirector Franz Malj in 
Wien, Professor Peter Martinovic in Cattaro, Se. Excellenz Erzbischof Peter 
Maupas in Zara, Collegienrath Dr. Carl Maximo vicz in St. Petersburg, Custos 
August V. Pelz ein in Wien, Dr. J. E. Polak in Wien, Carl Schuster in Wien, 
Lehrer Hans Steininger in Reichraming, Präsident Josef Ritter v. Stummer 
in Wien und unser in Förderung der Gesellschaftsinteressen thätiges, vieljähriges 
Ausschussmitglied Dr. Carl Richter; allen genannten werthen Collegen werden 
wir eine ehrende Erinnerung bewahren und wollen diese heute durch Erhebung 
von den Sitzen bezeugen. 

Zur fortan thunlichsten Befriedigung der zahlreichen Ansuchen von Lehr- 
anstalten um Zuwendung von Anschauungsobjecten wollen die Herren Collegen 
durch Abgabe des ihnen entbehrlichen Materials die Gesellschaft um so mehr 
gefälligst unterstützen, als in der einschlägigen Thätigkeit der Gesellschaft 
durch Schulenbetheiligung die ihr gewährten, unentbehrlichen Subventionen 
begründet sind. 

Unsere finanziellen Verhältnisse sind in Folge sorgfältigster Hintanhaltung 
aller nicht streng erforderlichen Auslagen geordnet. 

Sie werden hierüber und über die weiteren Daten wissenschaftlicher und 
administrativer Natur die folgenden Mittheilungen unserer Functionäre entgegen 
nehmen und es erübrigt mir nui- mehr. Allen, welche im Rahmen der uns 
gesteckten Ziele auf wissenschaftlichem Gebiete und bei Besorgung unserer Ver- 
waltung, sowie durch materielle Unterstützung die Zwecke der Gesellschaft 
förderten, den gebührenden Dank in der Voraussicht darzubringen, dass die ge- 
ehrten Collegen auch ferner vereint beitragen werden, die von der Gesellschaft 
unter den wissenschaftlichen Instituten bisher behauptete ehrende Stellung auch 
weiterhin einzunehmen. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. L. v. Lorenz. 

Ueber die mich betreffenden Angelegenheiten der Gesellschaft erlaube ich 
mir zu berichten, dass der gesellschaftliche Verkehr auch während des vergangenen 
Jahres wieder ein reger war und dass unsere Sammlungen Dank der unterstützenden 
Mitwirkung mancher Mitglieder in befriedigender Weise verwaltet und vermehrt 
werden konnten. Aus den jeweiligen Sitzungsberichten will ich Ihnen folgende 
statistische Daten mittheilen: 

In den 10 abgehaltenen ordentlichen Monats Versammlungen wurden 8 zoo- 
logische und ebenso viel botanische Vorträge meist von allgemeinerem Interesse 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 



39 



abgfehalten, während bei den 6 zoologischen Discussionsabenden 12 speciellere 
Themata und bei 9 botanischen deren 21 zur Besprechung gelangten. 

Zur Vermehrung der Sammlungen, sowie zur Betheilung der Schulen mit 
Lehrmitteln haben u. A. insbesondere Beiträge geliefert die P. T. Herren: Dr. F. 
Arnold, A. Dichtl, J. Dörfler, M. v. Eichenfeld, A. Hetschko, J. v. 
Hungerbyehler, A. Keller, F. Krcek, F. Lebzelter, Baron v. Liechten- 
stern, Dr. L. v. Lorenz, M. F. Müllner, A. v. Neumann-Spallart, Dr. 
F. Ostermeyer, C. Rechinger, A. Reischek, F. Ressmann, C. Richter, 
F. J. Sandany, H. Schollmayer und Dr. R. v. Wettstein, sowie die k. k. 
zoologische Station in Triest. 

Die Verwaltung der zoologischen Sammlungen stand unter meiner Obhut, 
während insbesondere Herr Dr. Ostermeyer sich durch die Fortsetzung der 
Ordnung des Herbars wieder besondere Verdienste erwarb. 

Mit der Vertheilung von Pflanzen und Thieren an Schulen wurde in der- 
selben Weise wie bisher fortgefahren, doch konnten nicht alle der eingelaufenen 
Gesuche aus verschiedenen internen Gründen erledigt werden und musste dies 
einen Aufschub von einigen Monaten erfahren, wesshalb der detaillirte Ausweis 
hierüber noch nachgetragen werden wird. 

Die mühevollen Bibliotheksarbeiten führte in ebenso unverdrossener wie 
präciser Weise wie bislang Herr Oberfinanzrath Bartsch. Der Schriftentausch 
wurde mit weiteren 7 Gesellschaften eingegangen, so dass die Zahl der jetzt im 
Tauschwege uns zukommenden Publicationen 317 beträgt. Geschenkweise sind 
31 Werke der Bibliothek zugekommen. 

Gestatten Sie, raeine Herren, dass ich meine Mittheilungen schliesse, indem 
ich dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck gebe, dass eine grössere Anzahl 
von Mitgliedern auch fernerhin der Förderung und Hebung der Gesellschaft ihr 
Interesse zuwenden möge. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. Carl Fritsch. 

Indem ich über die publicistische Thätigkeit der Gesellschaft im Jahre 1891 
zu berichten habe, bin ich in der angenehmen Lage, nur Erfreuliches mittheilen 
zu können. Der Band XLI der „Verhandlungen" übertrifft seinen Vorgänger 
bedeutend an Umfang: die Sitzungsberichte umfassen 94 Seiten (gegen 70 im 
Vorjahre), die Abhandlungen 798 Seiten (gegen 610 im Vorjahre). Die Zahl der 
Tafeln stellt sich, wenn man die Doppeltafeln auch doppelt rechnet, auf 10 
(gegen 9 im Vorjahre). Ausserdem enthält der Text 13 Zinkographien. 

Unter den Abhandlungen aus dem Gebiete der Zoologie nehmen zwei 
grössere und umfassende Arbeiten über Orthopteren den ersten Rang ein: 
V. Brunn er 's „Additamenta zur Monographie der Phaneropteriden" und Redten- 
bacher's „Monographie der Conocephaliden". Rebel lieferte interessante Bei- 
träge zur Kenntniss der dalmatinischen Microlepidopteren, Werner drei Aufsätze 
über verschiedene Reptilien und Amphibien. Ausser den genannten Autoren haben 
noch die folgenden P. T. Herren kleine oder grössere Beiträge zoologischen 



40 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 



Inhaltes geliefert: Brauer, Cobelli, Karpelles, Klemensiewicz, Krasser, 
Palacky, Keischek, Eogenhofer, Schreiber undWasmann. 

Unter den botanischen Abhandlungen steht die Bearbeitung der öster- 
reichischen Brombeeren von E. v. Haläcsy obenan. Ferner finden wir wie 
alljährlich eine Eeihe werthvoller Beiträge zur Kenntniss der Flora von Oesterreich- 
Ungarn; in dieser Hinsicht sind zu nennen: die Bearbeitung salzburgischer und 
steierischer alpiner Desmidiaceen von Heimerl; die mycologischen Aufsätze von 
Bäumler (Oberungarn) und Cobelli (Südtirol); die lichenologischen Arbeiten 
von Kernstock (Südtirol) und Zahlbruckner (Niederösterreich); die Mit- 
theilungen über niederösterreichische Lebermoose von Heeg; endlich die aus- 
schliesslich Gefässpflanzen betreffenden Beiträge zur Flora von Niederösterreich 
von G. V. Beck und zur Flora von Salzburg vom Berichterstatter. Auch die 
Abhandlung über hellfrüchtige Vaccinium-F ormen von Ascherson und Magnus 
enthält wichtige Angaben aus dem Gebiete unserer Monarchie; ebenso die Mehr- 
zahl der kleineren Aufsätze, die wir den Herren v. Beck, Dörfler, v. Höhnel, 
Knapp, Krasser, Kronfeld, Ostermeyer, Käthay, Eichter, Sennholz, 
Simony, Stockmayer, v. Wettstein und Zahlbruckner verdanken. 

Ausserdem enthält der Band XLI der „Verhandlungen" drei den Manen 
unvergesslicher Todter geweihte Nekrologe: den des hochherzigen Cardinais 
H a y n a 1 d, des unermüdlichen Botanikers v. Maximowicz (beide aus der 
Feder des Herrn Knapp), endlich den des Ornithologen v. Pelzeln von Herrn 
Eogenhofer. 

Wie den HQrren bekannt ist, hat sich in unserer Mitte ein Comite gebildet, 
welches den Zweck verfolgt, dem auf dem Matzleinsdorfer Friedhofe bei Wien 
ruhenden grossen Botaniker Stefan Endlicher ein Ehrengrab auf dem Central- 
friedhofe zu sichern und ihm dortselbst ein seiner Bedeutung würdiges Denkmal 
zu errichten. Unserer Aufforderung, dem Comite beizutreten, sind zahlreiche 
hervorragende Fachmänner des In- und Auslandes gerne gefolgt, und den Be- 
mühungen dieses erweiterten Comites ist es gelungen, eine so stattliche Geld- 
summe zusammenzubringen, dass die Verwirklichung der erwähnten Absicht kaum 
mehr in Frage steht. Gewiss werden diejenigen unter Ihnen, meine Herren, 
welche vielleicht noch keinen Beitrag zu diesem schönen Unternehmen geleistet 
haben, dies noch thun, denn je höher die dem Comite zur Verfügung stehenden 
Mittel anwachsen, desto würdiger des erhabenen Mannes wird das Denkmal her- 
gestellt werden können. 



Bericht des Rechnungsführers Herrn Josef Kaufmann. 
Einnahmen : 

Jahresbeiträge mit Einschluss der Mehrzahlungen und Eintritts- 
taxen von zusammen fl. 155 fl. 3.209 . 63 

Subventionen „ 1.540 . — 

Verkauf von Druckschriften und Druck-Ersätze „ 937 . 89 



Jahres -Versammlimg am 6. April 1892. 



41 



Interessen von Werthpapieren und Sparcasseeinlagen .... fl. 264.81 

Porto-Ersätze „ 19.70 

Sonstige Ersätze und Einnahmen „ 15 . — 

Summa . fl. 5.987.03 

und mit Hinzurechnung des am Schlüsse des 

Jahres 1890 verhliehenen Cassarestes von „ 2.760 . 21 5 

in Baarem und fl. 3.200 . — 

in Werthpapieren, im Ganzen fl. 3.200 . — fl. 8747 . 24-5 

Ausgaben: 

Besoldung des Kanzlisten fl. 600 . — 

Quartiergeld des Kanzlisten „ 180 . — 

Versicherungsprämie für den Kanzlisten „ 50 . 52 

Kemunerationen und Neujahrsgelder „ 74 . — 

Beheizung, Beleuchtung und Instandhaltung der Gesellschafts- 

localitäten „ 199 . 96 

Gebühren- Aequivalent „ 10 . 60'5 

Herausgabe von Druckschriften: 

Für den Band XLI der Verhandlungen, Druck 

und broschiren fl. 3.250 . 88 

Illustrationen „ 369 . 20 fl. 3.620 . 08 

Büchereinkauf „ 332 . — 

Erforderniss für das Museum „ 14 . 43 

Kanzleierfordernisse und Drucksorten „ 165 . 22 

Buchbinderarbeit für die Bibliothek „ 237 . 35 

Porto- und Stempelauslagen „ 297 . 16 

Sonstige Auslagen „ 31 . — 

Summa . fl. 5.812.32-5 

Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres 1891 ein Cassarest 
von fl. 3.200 . — in Werthpapieren und fl. 2.934 . 92 in Baarem, welch' letzterer 
zum grössten Theile bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt ist, und 
wovon ein Theilbetrag von fl. 2.500 . — ein unantastbares, aus den für Lebens- 
dauer eingezahlten Beiträgen entstandenes Capital bildet. 

Die Werthpapiere bestehen aus: 
2 einh. Notenrenten a 100 fl., gekauft um den Erlös für zwei Grundentlastungs- 

Obligationen , Geschenk von Sr. Excellenz Herrn Cardinal -Erzbischof 

Dr. Ludwig v. Haynald. 
1 einh. Silberrente zu 50 fl. von demselben. 

1 einh. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Dr. Ludwig K. v. Kochel 

1 einh. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Brandmayer. 

1 einh. Notenrente zu 100 fl., als Beitrag von Herrn Eogenhofer. 

4 einh. Notenrenten ä 100 fl., Geschenk von Herrn Baron v. Königswarter. 

1 Rudolfslos zu 10 fl. (3 sind bereits ohne Treff'er gezogen) und 



42 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 



1 einh. Notenrente zu 100 fl., als Spenden von Herrn Martin v. Damianitsch, 
k. k. General-Auditor in Pens., zum Andenken an seinen am 19. October 
1867 verstorbenen Sohn Rudolf Damianitsch, stud. jur. 

1 Clarylos zu 40 fl. 

5 einh. Silberrenten ä 100 fl., Legat nach Herrn Dr. Ludwig R. v. Kochel. 
1 einh. Notenrente zu 100 fl., Legat nach Herrn Paul v. Wagner, 
1 einh. Notenrente zu 1000 fl. und 

5 einh. Notenrenten ä 100 fl., angekauft aus dem Vermögen der Mitglieder auf 
Lebensdauer. 

Verzeichniss 

der im Jahre 1891 der Gesellschaft gewährten 
Subventionen : 

Von Sr. k. u, k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef I. fl. 200. — 
„ Ihren k. u. k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen : 



Carl Ludwig „ 30 . — 

Ludwig Victor „ 20. — 

Albrecht „ 50.— 

Josef Carl „ 50 . — 

Wilhelm „ 50.— 

Rainer „ 50 . — 

Heinrich „ 50 — 

Von Sr. Majestät dem Könige von Baiern „ 40 . — 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht . . . . „ 300 . — 

„ hohen niederösterreichischen Landtage „ 400 . — 

„ löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien . „ 300 . — 

Verzeichniss 

der für das Jahr 1891 geleisteten höheren Jahresbeiträge von 7 fl. aufwärts. 
Von den P. T. Herren : 

Colloredo-Mannsfeld, Fürst Josef zu, Durchlaucht fl. 100 . — 

Liechtenstein, regierender Fürst Johann von, Durchlaucht. . . „ 25. — 

Heidmann Alberich „ 10. — 

Kabät J. E „ 10 . — 

Kinsky, Fürst Ferdinand, Durchlaucht „ 10. — 

Pelikan v. Plauenwald, Anton Freiherr v „ 10. — 

Rothschild, Albert Freiherr v „ 10. — 

Schwarzenberg, Adolf Josef Fürst, Durchlaucht „ 10. — 

Bachinger August „ 8. — 

Zickendrath Ernst, Dr „ 7.72 

Aust Carl „ 7. — 

F ritsch Josef „ 7. — 

Heinz, Dr. Anton „ 7.— 



Jahres -Versammlung am G. April 1892. 



43 



Miebes Ernst 
Eossi Ludwig 
Vogel Franz A. 



fl. 7.- 
. 7.- 
„ 7.— 



In der Ausschiisssitzung am 4. April 1892 wurde der Beschluss 
gefasst, wichtigere principielle Beschlüsse des Ausschusses 
durch das Secretariat in der betrelfeiiden Monatsversammlung dem 
Plenum mitzutheilen und in den Sitzungsberichten zu publiciren. 
Demgemäss wurde folgender Beschluss in der April -Versammlung 
mitgetheilt : „Nekrologe von österreichisch - ungarischen 
Fachleuten werden nur dann in die Verhandlungen auf- 
genommen, wenn dieselben Mitglieder der Gesellschaft 
waren". 



Herr Secretär Dr. Carl F ritsch legte ein Manuscript von 
J. Redten b acher vor, betitelt: „Monographische Uebersicht der 
Mecopodiden". (Siehe Abhandlungen, Seite 183.) 



Herr Prof. Dr. Johann Palacky hielt einen Vortrag: „Ueber 
die nordostasiatische Ornis". 

Die Ornis Nordostasiens besteht aus vier Elementen, die in ihrem Ursprung 
gänzlich verschieden sind. Es sind das: 

1. Die Vögel des Nordens, gewöhnlich arktisch genannt, die im Winter 
südwestlich sich bis tief ins tropische Asien verbreiten (V4). 

2. Die an Zahl geringeren Formen der westlichen Wüsten, speciell Centrai- 
asiens, die sich nach Osten hin ausdehnen (^/i2). 

3. Die Sommergäste des tropischen Südens, die in stets abnehmender Zahl 
nach Nordosten wandern (ca. ^/g). 

4. Eine gewaltige Keihe einheimischer sesshafter Formen (Pariden, Piciden, 
Alaudiden, Emberiziden, Phasianiden, Accentoriden [hier ihr Maximum]) (fast Vs)- 

Nordostasien besitzt zwar keine endemische Familie, ja wenig endemische 
Genera (bei Oustalet Bahax, Speleornis, UrocyncJiramis, Moupinia, Fulcetta, 
Oreoperdix, Crossoptilon, Thaumalea), dagegen eine ziemliche Anzahl von ende- 
mischen Speeles, allerdings meist im Süden, wo Swinhoe vielleicht zuviel neue 
Speeles aufzählte. 

China hat bei Oustalet 249 endemische Speeles (von 807), dazu kommen 
einige Speeles aus Korea, Japan und dem östlichen Centraiasien, so dass man 
circa 300 (von 900) annehmen kann, ein ziemlich starkes Verhältniss (so sind nur 
158 Speeles China und Europa gemeinsam). Allerdings ist es im Norden etwas 



44 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 



anders, denn Ochotsk hat 7 aus 162 Speeles, Ostsibirien 3 aus 434 (Taßanooski) 
und Korea 2 aus 200 (Giglioli). 

Die endemischen Species sind selten bei den Raub- und Wasservögeln 
(Microhierax chinensis, Fdlco peMnensis, Haliaetus hranickii — Syrnium da- 
vidi — Aegiälitis dealbata, Herodias eulofotes, Ballina mandarina, Aix galeri- 
culata, Thalassidroma monorhis). Die mangelnde Kenntniss des centralen Hinter- 
indiens und Ostthibets verschuldet, dass viele Species als chinesisch endemische 
gelten, die wohl weiter verbreitet sind (so bei den Garrulaciden, Paradoxornithiden, 
Phasianiden), aber im Allgemeinen ist bei leichterer Verbreitung auch weniger 
Endemismus (mit Ausnahme von Otis JDyhovskii [?]). 

Entsprechend der geringen Breite der tropischen Meeresküste gibt es wenig 
tropische endemische Formen [Paleornis luciani Verreaux, dessen Vaterland lange 
unbekannt blieb, bis Montigny zwei Exemplare sandte [Secuen], Microhierax 
chinensis, 2 Pomatorhinus, 3 Garrulax, Paradoxornis, Ceriornis cahoti etc.). 

Natürlich sind hieb'ei die ganz tropischen Inseln Formosa, Hainau (und die 
Liukiu) übergangen, die an endemischen Species reich sind (31, 27, Steine ger 
hat allein 5 neue Species von den Liukiu). Die Hauptmasse der endemischen 
Formen fällt auf den gebirgigen Südwesten und ähnelt dem Osthimalaya, wie 
wir ihn bei Gates finden. So sind die Accentoriden hier sehr reich (7 Species bei 
Oustalet, jetzt 11 Species), aber nur Accentor montanellus ist weiter ver- 
breitet (erreichte auch einmal Wien). Die Garrulaciden haben bei Oustalet 
25 endemische Species von 28, die anderen Species erreichen Tonking und den 
Osthimalaya. Aus 14 Paradoxornithiden Chinas sind 10 endemisch, der Rest auch 
im Osthimalaya, von 14 Liotrichiden 9 endemisch, der Rest auch im Himalaya. 

Von den Species des Himalaya reichen viele nach Ostchina, so die schöne 
Grandala coelicolor, eine besondere Zierde des Hochgebirges, die Muscicapula 
sapphira, Arten von Tesia, Yuhina, Janthia, Alcippe, Conostoma, Sibia etc. 
Meistens sind es andere verwandte Arten. Die Paradoxornithiden sind nach Gates 
indo-chinesisch; 5 Species sind gemeinsam China und Indien (13 Species). 

Von diesen Himalayafornien erreichen aber nur wenige den Hoangho (von 
den Garrulaciden z. B. 8 Schen-si, 2 den Kuku-nor, 1 Peking und Mandschurien, 
keine Korea). Von allen Paradoxornithiden erreicht 1 den Kuku-nor, 1 Peking 
und Korea; von den Liotrichiden 1 den Kuku-nor, keine Korea, während z. B. 
Mupin deren 6 hat (1 Species noch in 4000 wz Höhe). Es ist also nicht die 
Kälte, die sie im Norden vertreibt. 

Die interessantesten Formen sind die westlichen. Schon Oustalet hob 
den afrikanischen Lanius pallidirostris hervor, von dem Przevalski 1 Exemplar, 
erlegte. Wir erwähnen Gypaetos barbatus, Vultur monachus (bis Wladiwostok 
aber selten wegen Aasmangel, David), Aquila pennata (Daurien), Pernis api- 
vorus, Circaetus gallicus, Falco vespertinus (— amurensis); Cuculus canorus 
Oust. neben canorinus Gab., Halcyon smyrnensis, Ceryle rudis, Tichodroma 
muraria, Cotyle riparia, Saxicola isabellina Rüp., morio Ehrb., Sylvia curruca L., 
Cisticola schoenicola, Anthus cervinus, richardi, Galeri(la cristata, Chrysomitris 
spinus, Carpodacus rubicilla (bis Caidam), Pica caudata, Turtur risorius, Co- 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 



45 



tiernix communis, Otis tarda, ohne die Wasservögel, die eigentlich arktischen 
und tropischen Wandervögel. 

Auffallend dagegen ist — von den Meeresvögeln abgesehen — die geringe 
Aehnlichkeit mit Amerika, wie sie doch z. B. bei Fischen und Pflanzen vorkömmt. 
Nur drei Wasservögel sind China und Nordamerika bei Oustalet gemein (Fulix 
mariloides, Larus occidentalis und Diomedea nigripennis), doch ist es im Norden 
anders. Dafür hat er den Troglodytes fumigaius Tein. (Japan, Peking, Mupin 
bis Aleuten) vergessen, den schon Sclater hervorhob. Im Norden treten die 
arktischen Arten mehr hervor, Kamtschatka hat z. B. Bernicla canadensis, 
Oidemia americana (bis Korea), Colymhus adamsi, Haliaetus leucocephalus. 

Die Commandeurinseln haben schon fast die Ornis von Alaska. Die eigent- 
lichen Meeresvögel des nördlichen Pacific sind bekanntlich auf beiden Seiten des 
Behringscanales identisch: Alciden, Uriiden. 

Reich ist dagegen die Anzahl unserer Vögel, die als paläarktische Formen 
hier wiederkehren: Cypselus apus, Wiedehopf, Certhia familiaris, Saxicola 
oenanthe, Cyanecula suecica var. coerulecula Pall., Drosseln, Bachstelzen, Lerchen, 
Meisen, Ämpelis garrulus (häufig in Ostsibirien), Krähen, Ammern, Wendehals etc. 
Doch sind sie meist nur im Nordwesten. Für viele Speeles bildet Daurien eine 
Grenze, die sie nach Osten nicht überschreiten, während umgekehrt viele östliche 
Formen nicht über Daurien hinaus nach Westen reichen. 

Von den ersten nennen wir Ficus major (Kjachta 1 Exemplar), Auerhahn, 
Acanthis hoTbölli (Tacan), Pyrrhula coccinea, Corvus cornix, Butalis grisola, Me- 
lanocorypha calandra (Irkutsk, Tacan), Saxicola stapazina Pall. (Tacan), Lanius 
Homeyeri etc. Aus der Zahl der letzteren sind die wichtigsten für uns die Be- 
wohner des ostsibirischen Urwaldes, Spechte, Meisen, Drosseln, Ammern, die 
manchmal doch vom Nordostwind nach Europa verschlagen, die russischen Irr- 
gäste bilden. Eigenthümlicher Weise sind dagegen Irrgäste aus dem Süden im 
Norden selten^); wir können nur anführen 1 Exemplar Turdus aliciae Baird 
(Amerika) am Cap Tschukotskoi, Ororetes gularis Swinh. (3 Exemplare, Ussuri), 
Suthora hulomachus (1 Exemplar, Abcek), Balhts indicus (1 Exemplar, Ussuri), 
Grus fratercula Gass. (1 Exemplar, Cap Tschukotskoi). 

Am Strande des Ussurilandes sind fast die letzten Sommergäste, nur wenige 
gehen noch nördlicher zum Amur und wenige nach Korea, andererseits gibt es. 
viele Speeles, die Peking nicht überschreiten. Eine Detailschilderung würde zu 
viel Raum einnehmen. So erreichen die Papagaien Secuen, ebenso die Nectari- 
niden und Treroniden, die Artamiden Macao, die Pittiden Amoy etc. Das untere 
Jangtsekiangbecken scheint die Grenze der sesshaften tropischen Formen zu sein. 

Die letzten tropischen Formen im Norden — die nicht paläarktisch sind 
— sind Eurystomus, Zosterops, Oriolus, Dicrurus, Pericrocotus, Hypsipetes, 

') Von der Wrangelinsel brachte der „Corvin" noch Nydea scandiaca, Lanius cristatus, 
Slrepsilas mdanocephalus , Charadrius fulvus, Phalaropus fulicarius, Samateria spectdbiUs, Larus 
glaucus, Larus sabinei, Simorhynchus cristatellus, Uria grylle, Uria columha, von der Heraldinsel 
nur Strtpsilas melanocephalus, Phalarojms fulicarius, Pagojyhila ehurnea (häufig), Larus glaucus, 
Uria grylle, aber keinen Landvogel. 

Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. G 



46 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 



Fasane (der Pfau ist in China nicht wild, so wie das Huhn [Hainan]), und diese sehr 
selten, nur die Muscicapiden sind zahlreicher als im Westen. So hat Korea keinen 
Dicrurus, Zosterops oder Hypsipetes, aber 4 Muscicapiden, Japan (bei Blakiston) 
6 Muscicapiden, keinen Dicrurus, Oriolus, Eurystomus, Kamtschatka keines der 
obigen Genera, aber noch 2 Muscicapiden (Tacan, ebenso die Commandeurinseln 
[Steineger]). Steineger bemerkt, dass einige Vögel über Jeso und die Kurilen 
nach Kamtschatka kommen, ohne das südliche Japan zu berühren. 

Interessant ist das Zunehmen der Sylviden in China, die fast ebenso 
zahlreich sind (63 bei Oustalet) wie im Mittelmeere, aber im Süden und Norden 
fast fehlen, ^) eine der Analogien, wie Nussbaum, Kastanie, Liquidambar etc., für 
die wir bisher keine Erklärung haben, wie für die Verbreitung von Pernis, Cisti- 
cola, Tichodroma, Coturnix, Otis etc. 



Zu Rechnungsrevisoren für das Jahr 1892 wurden in dieser 
Versammlung die P. T. Herren Dr. Ernst Chimani und Carl 
Jett er gewählt. 

Zoologischer Discussionsabend am II. März 1892. 

Herr Dr. Rudolf Freiherr v. Seiller hielt einen Vortrag unter 
dem Titel: „Zur Gleschichte der Becherzellen". 

Hierauf sprach Herr Dr. Ludwig Karpelles „lieber einen 
eigenthümlichen Parasiten der Krontaube". 

Im Vivarium im k. k. Prater in Wien verendete eine Krontaube, bei deren 
Section im zoologischen Institute der Wiener Universität sich in der Cutis und 
im subcutanen Bindegewebe massenhaft ein bisher noch nirgends beschriebener 
Parasit fand. Die Exemplare desselben liegen nicht nur neben einander, sondern 
stellenweise auch bis zu vier Exemplaren über einander, so dass man durch das 
Auskochen eines beliebigen Stückes der Haut von etwa 1 cm^ in Kalilauge viele 
hunderte von Chitinskeletten erhält. Nach diesem massenhaften Auftreten zu 
schliessen, dürfte der Parasit den Tod der Krontaube herbeigeführt haben. So- 
wohl die Federn als auch die Epidermis waren unversehrt. 

Das Thier ist von weisslicher Farbe, 2 — 3 mm lang, an der breitesten 
Stelle ^l^mm breit, von cylindrischer Körperform. Es hat vier Fusspaare, von 
denen die vorderen an der Körperspitze, die hinteren sehr weit rückwärts, etwa 
im letzten Viertel des Körpers sich inseriren, dabei sind die beiden vorderen 
Paare randständig, die beiden hinteren median. Jedes der vorderen endigt mit 
zwei langen Krallen, das dritte Fusspaar hat eine Kralle, das vierte Fusspaar 



') Salvadori hat in Papiiasien nur 16 Land- und 41 Wasservögel aiis China, FinscL in 
Centraipolynesien keinen Land- und nur 14 Wasservögel gefunden. 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 



47 



endigt nur mit einer sehr langen Borste. Die beiden vorderen Fusspaare sind 
gegenüber den hinteren mächtig entwickelt, letztere reichen kaum über den Körper- 
rand hinaus. Mit den ersteren Fusspaaren, respective deren Krallen, hält sich 
das Thier fest und gräbt es sich in die Haut (nicht Epidermis) ein, darum sind 
hier auch mächtig entwickelte Epimeren vorhanden, während die der hinteren 
Fusspaare reducirt sind. 

Das Merkwürdigste an diesem — der vier Fusspaare wegen zu den Milben 
zu stellenden — Parasiten ist das vollständige Fehlen der Mundtheile. 
Es ist nicht einmal eine Mundöffnung vorhanden. Auf den ersten Blick 
glaubt man, dass die Mundtheile in der Haut stecken geblieben seien, aber weder 
die durch das Auskochen der Haut in Kalilauge gewonnenen, noch die durch 
vorsichtigstes, hier sehr leichtes Herauspräpariren aus dem Bindegewebe, aus 
welchem sie beim Flottiren im Wasser oft schon von selbst herausfallen, liefern 
Exemplare, an denen eine Spur von Mundtheilen und von einer MundöfFnung zu 
bemerken ist. Ebensowenig ist eine äusserliche, geschlechtliche Diflferenzirung 
zu bemerken. Die bis jetzt an sehr vielen Exemplaren vorgenommenen Schnitte 
haben noch kein verwerthbares Eesultat ergeben, wesshalb ich vorläufig von der 
Benennung dieser mindestens ein neues Genus repräsentirenden Milbe, die sieb 
der Körperform wegen an Phytoptus und Bemodex anschliesst, in der Gestaltung 
der Füsse und Epimeren aber an gewisse Federmilben {Anaiges etc.) erinnert, 
noch abstehe. 

Auf dem weissen Körper heben sich die dunkelbraunen vorderen Epimeren 
schon mit freiem Auge erkennbar ab. Noch bei keiner Milbe sind Epimeren 
beschrieben, welche so tief in das Innere des Körpers hineinragen, wie das hier 
bei den vorderen Epimeren der Fall ist. Da, wie schon bemerkt, die Federn und 
die Epidermis unversehrt sind, dürfte die Milbe nicht von aussen eingewandert sein. 



Botanischer Discussionsabend am 18. März 1892. 

Der Vorsitzende, Herr Dr. Eugen v. Haläcsy, gedachte zu- 
nächst in warmen Worten des am 16. März d. J. im 75. Lebensjahre 
entschlafenen langjährigen Ausschussmitgliedes Regierungsrath Dr. 
Carl Aberle. Jeder, der den stets liebenswürdigen Mann mit dem 
rastlosen Fleisse und Eifer für die Wissenschaft kannte, wird dessen 
Hingang auf das Schmerzlichste bedauern. Nachdem sich die An- 
wesenden zum Zeichen ihrer Trauer von den Sitzen erhoben hatten, 
wurde zur Tagesordnung des Discussionsabends übergegangen. 

Herr Prof. Dr. Josef Boehm hielt einen Vortrag „lieber die 
Respiration der Kartoffeln". 

In der Botanischen Zeitung, Jahrg. 1887, hat Boehm nachgewiesen, dass 
Zweigstücke und frisch verletzte Kartoffeln unvergleichlich intensiver athmen 

G* 



48 



Jahres -Versammlung am 6. April 1892. 



als unverletzte Pflanzen. Aus den damaligen Versuchen ergab sich nur die grosse 
Wahrscheinlichkeit, dass diese bis dahin unbekannte Thatsache nicht durch Er- 
leichterung des Sauerstotfeintrittes in die Gewebe, sondern durch Wundreiz bedingt 
sei. Durch weitere Versuche wurde dies nun zweifellos erwiesen. Wird von einer 
Kartoffel ein Cylinder herausgebohrt und das Bohrloch in geeigneter Weise dauernd 
mit Wasser gefüllt erhalten, so athmet dieselbe, in Folge der retardirten Kork- 
bildung an der Wundfläche, sogar während längerer Zeit intensiver als eine ebenso 
verletzte, gleich schwere Knolle mit leer gebliebenem Bohrloche. 

Müller-Thurgau hat nachgewiesen, dass die Kartoffeln nicht durch 
Erfrieren, sondern, nach längerer Zeit, bei einer Temperatur in der Nähe von 0" 
süss werden und dass sie dann intensiver athmen als Knollen, welche bei ge- 
wöhnlicher Temperatur aufbewahrt waren. Dass Müller 's Ansicht über die 
Ursache beider Erscheinungen nicht zutrifft, sei nur nebenher bemerkt. 

Auch Kartoffeln, welche während Monaten bei einer Temperatur zwischen 
9 und 10" C. aufbewahrt wurden, verbrauchen dann bei 22° C. mindestens doppelt 
so viel Sauerstoff als gleichartige Knollen, welche bei Zimmertemperatur auf- 
bewahrt waren. 

Werden Kartoffeln während 24 Stunden oder mehreren Tagen bei 35 bis 
40° C. erwärmt, so athmen sie dann bei 22° C. ebenfalls sehr intensiv. Das 
Gleiche ist der Fall, wenn die Kartoffeln früher während geeignet langer Zeit zu 
innerer Athmung gezwungen wurden. Eben erst geschälte Kartoffeln verfallen 
in Wasserstoff bei 22° C. schon nach längstens zwei Tagen der Buttersäuregährung. 

Werden frisch angefertigte Kartoffelcylinder von circa 1 cm Durchmesser 
bei gewöhnlicher Zimmertemperatur unter Wasser eingesenkt, so sterben sie nicht 
nur nicht, sondern erhalten sich Monate lang frisch und ergrünen im Lichte. 
In Luft gebracht athmen sie, besonders nachdem sie früher geschält wurden, 
ebenso, respective noch intensiver als frisch angefertigte Cylinder und zeigen, 
wenn sie wieder unter Wasser eingesenkt werden, keine Spur einer pathologischen 
Erscheinung. Es begnügen sich somit verletzte Kartoffeln, deren intensive Ath- 
mung bei freiem Luftzutritte, wie bewiesen wurde, durch den Wundreiz bedingt 
ist, mit der relativ geringen Menge von Sauerstoff, welche im Wasser gelöst ist. 
Ueber 2 cm dicke oder bereits mit einer derberen Korkhaut bekleidete Cylinder 
verfallen bei gleicher Behandlung nach kürzerer oder längerer Zeit der Butter- 
säuregährung. Dasselbe ist der Fall bei selbst dünnen Kartoffelschnitten, welche 
mit der Breitseite unter Wasser gelegt wurden. 

In reinem Sauerstoffgase athmen die Kartoffeln bei 22° C. während circa 
acht Tagen nicht intensiver als in gewöhnlicher Luft; dann aber steigt die 
Athmungsintensität sehr bedeutend und die Knollen beginnen allmälig abzusterben. 

Die Athmungsintensität der Kartoffeln wird ferner sehr gesteigert, wenn 
dieselben mit Phytophthora infestans inficirt wurden. 

Es werden die Kartoffeln also nicht nur durch Verwundung, sondern auch 
sowohl durch relativ niedere als hohe Temperatur, durch zeitweise Entziehung 
des Sauerstoffes, sowie durch längeren Aufenthalt in reinem Sauerstoffgase und 
durch den Kartoffelpilz gleichsam in einen „fieberartigen" Eeizzustaud versetzt 



Versammlung am 4. Mai 1892. 



49 



und zu energischer Respiration veranlasst. In einem sauerstoffarmen Medium, 
z. B. im Wasserbade, begnügen sich aber dünne Cylinder sowohl gesunder als 
„gereizter" Knollen mit einer sehr geringen Menge von Sauerstoff. 

Die excessive Athmung der Kartoffeln nach geeigneter Vorbehandlung der- 
selben ist unter Anderem ein sicherer Beweis dafür, dass die Lösung der Stärke 
nicht durch Diastase, sondern durch den lebenden Zellinhalt bewirkt wird 
(Boehm, Botanische Zeitung, Jahrg. 1887, S. 685, Anmerkung). 

Die ausführliche Mittheilung der Versuche über die Athmung und über 
die „Krankheit" der Kartoffelknollen wird seinerzeit erfolgen. 



Versammlung am 4. Mai 1892. 

Vorsitzender: Herr Anton Pelikan Freih. v. Plauenwald. 



Wieder eingetretenes Mitglied: 
P. T. Herr Victor Apfelbeck, Custos am Landesmuseum in Serajewo. 



Eingesendete Gegenstände : 

76 Stück Schmetterlinge für Schulen von Herrn E. Kautetzky. 
Eine grosse Partie Schmetterlinge für Schulen von Herrn k. und k. Haupt- 
mann A. Viertl. 



Herr Secretär Dr. Carl Fritsch legte folgende eingelaufene 
Manuscripte vor: 

Boller Adolf: „Zur Flora der grossen Kapela". (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 241.) 

Boll er Adolf: „Eine botanische Wanderung um Bihac in 
Bosnien und im angrenzenden Theile von Croatien". (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 250.) 

Escherich C. : „Die biologische Bedeutung der ,Genital- 
anhänge' der Insecten". (Siehe Abhandlungen, Seite 225.) 



Herr Professor Dr. J. Wiesner hielt einen Vortrag „lieber 
den Geotropismus einiger Blüthen". 

In ausführlicher Weise besprach und demonstrirte der Vortragende den 
positiven Geotropismus der Perigone von CUvia noUlis, worüber er in den Be- 
richten der Deutschen Botanischen Gesellschaft schon einige Daten veröffentlichte. 



50 



Versammlung am 4. Mai 1892. 



Anschliessend hieran führte der Vortragende den Nachweis, dass die von 
Darwin herrührende Theorie des positiven Geotropismus auf die Blüthen von 
Clivia keine Anwendung finden könne, da ein der Wurzelspitze vergleichbares 
reizaufnehmendes Meristem an den Perigonen zur Zeit, in welcher sie geotropisch 
reagiren, nicht vorhanden ist, mithin angenommen werden muss, dass die Schwere 
dort unmittelbar wirke, wo wir die geotropische Krümmung sich vollziehen sehen. 



In dieser Yersammlung wurden an Stelle der verstorbenen 
Herren Dr. Carl Aberle und Dr. Carl Richter zwei neue Aus- 
schussmitglieder gewählt. Die Wahl fiel auf die Herren Dr. Lukas 
Stohl und Dr. Alexander Zahlbruckner. 



Botanischer Discussionsabend am 22. April 1892. 

Herr Hugo Zukal sprach „lieber den Zellinhalt der 
Schizophyten" und demonstrirte entsprechende mikroskopische 
Präparate. 

Der Vortragende berichtete über seine Culturversuche mit Tolypothrix lanata 
Wartm. Auf Grund derselben konnte er feststellen, dass die sogenannten „Körner" 
der Tolypothrix-ZeWen aus einem einzigen, zellkernähnlichen Körper hervorgehen. 
Indem nun der Vortragende diesen Körper als Zellkern auffasst, kommt er zu 
dem Schlüsse, dass ein grosser Theil der Schizophyten als vielkernige Organismen 
anzusehen seien. Im Uebrigen verweist der Vortragende auf seine Abhandlung 
„Ueber den Zellinhalt der Schizophyten" in den Sitzungsber. der kais. Akad. der 
Wissensch., Bd. CI, 1892, und auf seine vorläufige Mittheilung über dasselbe 
Thema in den Berichten d. Deutschen botan. Gesellschaft, Bd. X, Heft 2. 

Herr Dr. Carl F ritsch hielt einen Vortrag unter dem Titel: 
„Die Casuarineen und ihre Stellung im Pflanzensystem". 

Die Gattung Casuarina hat durch ihren eigenthümlichen, sehr an Equi- 
setum erinnernden Habitus stets eine isolirte Stellung unter den apetalen Dicoty- 
ledonen eingenommen; jedoch war, so lange man die Entwicklung ihrer weiblichen 
Blüthen und den Vorgang der Befruchtung nicht kannte, kein Grund vorhanden, 
sie im System anderswo unterzubringen. Treub war es nun, der fern in den 
Tropen, im botanischen Garten zu Buitenzorg auf Java, die gründlichsten und 
eingehendsten Untersuchungen über die erwähnten Fragen unternahm und uns 
vor wenigen Monaten mit einer Publication überraschte, welche sich den epochalen 
Werken eines Hofmeister und Strasburger über die Befruchtungsvorgänge 
und den Generationswechsel der Pteridophyten und Gymnospermen würdig an 
die Seite stellt. Die erwähnte Publication betitelt sich : „Sur les Casuarinees 



Versammlung am 4. Mai 1892. 



51 



et leur place dans le Systeme naturel" und erschien in den „Annales du 
jardin botanique de Buitenzorg", Vol. X, gegen Ende des Jahres 1891. Sie ist 
mit nicht weniger als 21 Tafeln ausgestattet, deren Anblick allein schon die 
bedeutenden Unterschiede lehrt, welche zwischen dem Bau und der Entwicklung 
der. Samenanlagen von Casuarina und jener aller übrigen bisher daraufhin unter- 
suchten Angiospermen bestehen. — In den folgenden Zeilen sollen nur die aller- 
wichtigsten Resultate der Treub 'sehen Untersuchungen mitgetheilt werden. 

Die weibliche Blüthe von Casuarina besteht bekanntlich aus zwei Carpiden, 
welchen auch zwei lange, fadenförmige Narben entsprechen. Der kurze gemein- 
same Griffel, welcher die letzteren trägt, bildet niemals einen Griffelcanal 
aus; die Stelle des letzteren nimmt ein aus dünnwandigem Parenchym bestehender 
Griffelcy linder ein. Das von den beiden mit den Eändern verwachsenen 
Fruchtblättern gebildete Ovarium zeichnet sich dadurch aus, dass seine Höhlung 
im Verlaufe der Entwicklung ganz verschwindet, um erst während der Ausbildung 
der Samenknospen wieder sichtbar zu werden. Die Placentation ist parietal; 
jedoch bildet sich kein Funiculus aus und überhaupt ist die Entwicklung der 
beiden Ovula eine ganz eigenthümliche. 

Ungleich wichtiger und eigenartiger sind aber die weiteren Vorgänge im 
Inneren des NuceUus. Vor Allem fällt hier die Entstehung eines mehrzelligen 
Archesporiums auf, welches durch vielfache Zelltheilungen einen mächtigen 
Zellkörper bildet, der den stets aus einer einzigen Zelle gebildeten Embryosack 
aller übrigen Anthophyten vertritt. Das mehrzellige Archesporium weist 
sofort auf die Pteridophyten hin; in dieser Hinsicht stehen also 
die Gymnospermen den Angiospermen näher als die Casuarinaceen. 
Aus dem Sporogen entstehen nun etwa 20 oder mehr Macrosporen, welche aber 
die übrigen, klein bleibenden Zellen nicht verdrängen. Nicht etwa nur in einer, 
sondern in mehreren Macrosporen kann man die Entstehung eines Geschlechts- 
apparates, insbesondere also einer Eizelle, wahrnehmen. Die Eizelle ist oft von 
einer oder zwei Nachbarzellen begleitet, welche aber mit den Synergiden nicht 
vergleichbar sind, sondern den Halscanalzellen des Archegon iums entsprechen 
dürften. Antipoden wurden niemals beobachtet. Hingegen finden sich zahlreiche 
Zellkerne, welche schon vor der Befruchtung vorhanden sind und ein Endosperm 
repräsentiren, wie wir es auch bei den Gymnospermen und in der Macrospore 
von Selaginella antreffen. 

Höchst merkwürdig ist die Art und Weise, wie der Pollen- 
schlauch bei Casuarina zur Samenknospe gelangt: derselbe drängt 
sich durch das Gewebe des Griff elcy linders hindurch, wendet sich 
aber dann nicht der Micropyle, sondern der Chalaza zu und dringt 
durch diese in den NuceUus ein. Dieses Eindringen des Pollenschlauches 
durch die Chalaza wird dadurch erleichtert, dass einige Macrosporen schon früher 
Schläuche nach unten getrieben haben, die — gewissermassen dem Pollenschlauch 
entgegenwachsend — das Zellgewebe in der Umgebung der Chalaza auflockerten. 
Das Ende des Pollenschlauches legt sich an den zu befruchtenden Embryosack 
an, ohne in denselben einzudringen. Treub vermuthet, dass nur der generative 



52 



Versammlung am 4. Mai 1892. 



Zellkern bis zu der mit einer Membran umkleideten Eizelle selbst vor- 
dringt. 

Schon aus dem hier in aller Kürze Gesagten geht zur Genüge hervor, 
dass Treub auf Grund seiner Untersuchungen berechtigt war, den Casuarinaceen 
einen selbstständigen Platz im Pflanzensysteme — zwischen den Gymnospermen 
imd Angiospermen — anzuweisen. Er nennt sie wegen der eben geschilderten 
Art der Befruchtung „ Chalazogamae^ und stellt ihnen alle übrigen Angiospermen 
als „Porogamae"' gegenüber.^) Sein System der Angiospermen lautet wörtlich: 



Erwähnt sei noch, dass der geistvolle. Verfasser des „Pflanzenleben", A. v. 
Kern er, im zweiten Bande dieses Werkes (Seite 674), schon vor dem Bekannt- 
werden der Treub 'sehen Untersuchungen, die Casuarinaceae, richtig geleitet 
von deren abweichendem Bau, als Vertreter eines eigenen Stammes, der „ Verti- 
cillatae''^, auff'asst. 

Zum Schlüsse mag noch eine Bemerkung bezüglich der Monocotyledonen 
Platz finden. In allen älteren Systemen, so namentlich in dem lange Zeit gang- 
baren von Endlicher, standen die Gymnospermen, da ihre Fortpflanzungs- 
verhältnisse nicht genau genug bekannt waren, am Anfange der Dicotyledonen. 
Später wurden sie auf Grund der epochalen Untersuchungen Hofmeister 's an die 
Pteridophyten angereiht, so dass die Monocotyledonen zwischen Gymnospermen 
und Dicotyledonen zu stehen kamen, obschon die Gymnospermen die mannig- 
fachsten Beziehungen zu den Dicotyledonen, kaum aber solche zu den Monoco- 
tyledonen aufweisen. Nun werden heute die Casuarinaceen von den Dicotylen 
losgerissen und an die Gymnospermen angereiht. Andere Forscher (CarueP) 
weisen den Loranthaceen eine selbstständige Stellung an; und wer weiss, ob nicht 
auch für die habituell so sehr an Coniferen erinnernden Proteaceen, die zudem 
häufig mehr als zwei Cotyledonen besitzen, noch eigenartige Fortpflanzungsver- 
hältuisse nachgewiesen werden! Alle diese Familien gehören aber den sogenannten 
„apetalen Dicotyledonen" an, während die tiefst stehenden Gruppen der Monoco- 
tyledonen nicht die geringsten Analogien mit Gymnospermen aufweisen. Alles das 
Angeführte spricht sehr für Drude, der die Monocotyledonen an das Ende des 
Systems stellt^) und die Dicotyledonen direct an die Gymnospermen anreiht. 

1) Um siclier zu geben, dass nicht etwa noch andere Apetalen sich ähnlich wie die Casuarinen 
verhalten, untersuchte Treub namentlich auch die Entwicklung und Befruchtung der Samenanlagen 
von Myrica, die sich aber ganz normal wie andere Angiospermen verhält. 

2) Caruel, Systema novum regni vegetabilis. Nuovo giornale botanico italiano, 1881, p. 217. 

3) Drude, Die systematische und geographische Anordnung der Phanerogamen. In Schenk 's 
Handbuch der Botanik, III. Bd., 2. Hälfte. 



Sous-embranchement : 
Angiospermes. 



Subdivision : 
Chalazogames, 
Classes : 
Chalazogames. 



Subdivision : 
Porogames. 
Classes : 

Monocotyledones, Dicotyledones. 



Versammlung am i. Mai 1892. 



53 



Dass die höchst entwickelten Formen unter den gamopetalen Dicotylen eine höhere 
Entwicklungsstufe erreicht haben als etwa die Orchideen, ist allerdings kaum zu 
leugnen, aber allen Anforderungen kann ein lineares System selbstverständlich 
niemals gleichzeitig Rechnung tragen! 

Herr Dr. Kichard y. Weit st ein demoustrirte einige inter- 
essante, eben in Blüthe stehende Pflanzen des Wiener botanischen 
üniversitätsgartens, nnter Anderem einige Orchideen, und bemerkte 
über letztere Folgendes : 

Unter einer grösseren Anzahl von Orchideen, welche Herr Hauptmann 
Kasch im Jahre 1891 aus Castelnuovo in Dalmatien nach Wien an den botani- 
schen Garten sandte, befanden sich mehrere, die im heurigen Frühjahre zur 
Blüthe gelangten und Gelegenheit boten, eine viel verkannte Pflanze sicher zu 
stellen, nämlich Orchis rubra Jacq. Unter mehreren Exemplaren von Orchis 
papilionacea L.^) gelangten drei einer von dieser ganz wesentlich abweichenden 
Orchis zur Blüthe, die auf den ersten Anblick lebhaft an eine Serapias erinnerte 
und sich von Orchis papilionacea durch die kräftigere Entwicklung aller Theile, 
durch die grossen häutigen Bracteen, die spitzen und längeren oberen Perigon- 
zipfel. welche die Länge der Lippe erreichten, durch die rhombische, lang und 
allmälig in den Grund verschmälerte Lippe, durch den kürzeren und geraden 
Sporn, sowie durch die Färbung unterschieden. Die letztere zeigte an den äusseren 
Perigonzipfeln ein intensives, etwas braun überlaufenes Roth, während die inneren 
Zipfel, gleichwie die Lippe, ins Violette neigten. Die Unterschiede sind, zumal 
an der lebenden Pflanze so bedeutend, dass es unmöglich ist, dieselbe mit Orchis 
papilionacea L. zu identificireu. Diese Orchis ist nun zweifellos identisch mit 
Orchis rubra Jacquin, die der Autor in Collectanea ad bot. etc., I, p. 60 (1786), 
ganz gut beschrieb und in Icones plantarum rariorum, I, auf Taf. 183 abbildete. 
Die Abbildung stimmt mit den vorliegenden Exemplaren vollkommen überein bis 
auf die Stellung der Perigonzipfel, die im Bilde abstehen. Doch hat bereits 
Jacquin selbst dies als einen Fehler der Zeichnung erklärt. 

Diese ganz sichergestellte und leicht kenntliche Orchis rubra Jacq. ist nun 
vielfach mit Orchis papilionacea verwechselt, vielfach mit ihr direct identificirt 
worden (vgl. z.B. Nyman, Conspect. flor. Europ., p. 692 [1878—1882]; Koch, 
Synops. flor. Germ, et Helv., ed. I, p. 688 [1837]; Richter, Plantae Europ., I, 
p. 265 [1890], etc.), trotzdem schon von früheren Autoren, z. B. L. Reichenbach 
in Flora german. excurs., p. 123, die Unterschiede genau präcisirt worden waren. 
Zur Verwirrung trug wesentlich Reichenbach fil. bei, der in Icon. flor. Germ, 
et Helv., XIII, p. 16, Orchis rubra als var. b. zu Orchis papilionacea zog und 
die Bemerkung hinzufügte, die beiden Pflanzen seien unmöglich zu trennen. 

Was die Verbreitung der Orchis rubra anbelangt, so sah ich sie bisher 
aus Dalmatien (Ragusa, leg. Adamovic; Spalato, leg. Petter; Castelnuovo, 



1) Dieselben gehörten durcliwegs der Form a. parviflora im Sinne von Willkomm's Prodr. 
flor. Hisp., I, p. 165, an. 

Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. H 



54 



Versammlung am 4. Mai 1892. 



leg. Kasch) und Istrien (Pola, leg. Pichle r), womit jedoch nicht gesagt sein 
soll, dass sie auf dieses Gebiet beschränkt sei. 

Ich kj.nn es nicht unterlassen, auf eine Eigenthümlichkeit der be- 
sprochenen Pflanze hinzuweisen. Dies ist die grosse Aehnlichkeit mit einer 
Serapias -Art, etwa mit Serapias Lingua Sw. Sie drückt sich zunächst in der 
auffallenden Färbung, dann aber und insbesondere in der Gestalt der oberen 
Perigonzipfel, in der Gestalt der Lippe, sowie in der Form der Bracteen aus. 
Orchis rubra hält morphologisch geradezu die Mitte zwischen Orchis papüionacea 
und Serapias Lingua, weshalb ich es für nicht unmöglich halte, dass sie eine 
Hybride zwischen diesen beiden Arten darstellt. Das Vorkommen au Standorten, 
wo beide Arten sich finden, die intermediäre Blüthezeit würden ebenso dafür 
sprechen, wia das von verschiedenen Autoren beobachtete Auftreten von Zwischen- 
formen zwischen Orchis rubra und Orchis papilionacea verständlich wäre. 

Sollte sich meine Vermuthung als richtig erweisen, was nur durch genauere 
Beobachtungen an Standorten erfolgen kann, dann wäre Serapias Barlae Eichter 
(Plant. Europ., I, p. 276, 1890) ein jüngeres Synonym von Orchis rubra. 

Mag nun Orchis rubra eine Hybride sein oder nicht, auf alle Fälle er- 
scheint mir die Existenz einer Pflanze, die morphologisch die beiden so wenig 
geschiedenen^) Gattungen Orchis und Serapias verbindet, sehr bemerkenswerth 
und geeignet, im Vereine mit anderen Thatsachen den relativ geringen wissen- 
schaftliehen Werth zahlreicher Orchideengattungen zu illustriren. ^) 



Am 29. April 1892 fand ein botanischer Literaturabend 
statt, an vs^elchem sich die Herren Dr. K. v. Wettstein und Dr. 
A. Zahlbruckner in die Vorlage und Besprechung der neuen Lite- 
ratur theilten. 



Versammlung am 1. Juni 1892. 

Vorsitzender: Herr Gustos Alois Rogenhof er. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
T- Herr % ^ ^^^^^^ 

Kölln er Carl, Bürgerschullehrer, Wien, IV., 

Schaumburgergasse 7 Dr. C. Fritsch, Dr. L. Karpelles. 

Schrötter Hermann, Eitter v. Kristelli, 

Wien, IX., Mariannengasse 3 Dr. Paul v. Felix, Dr. F. Krasser. 



^) Vergl. über die Unterschiede P fitz er, Orchidaceae in Engler und Prantl, Natürl. 
Pflanzenfam., II, 6. Abth., S. 89 (1889). 

2) Vergl. Wettstein in Oesterr. botan. Zeitschr., 1889, S. 427. 



Versammlung am 1. Juni 1892. 



55 



Herr Secretär Dr. Carl Fritsch legte ein Manuscript von 
Prof. Dr. August Forel vor, betitelt: „Die Ameisenfauna Bulgariens, 
nebst biologischen Beobachtungen". (Siehe Abhandlungen, III. Quartal.) 



Herr J. A. Knapp hielt hierauf dem kürzlich verstorbenen 
berühmten Botaniker Eduard v. Regel einen ausführlichen Nach- 
ruf. (Siehe Abhandlungen, Seite 260.) 



Herr Gustos A. Rogenhofer sprach, unter Vorweisung von 
natürlichen Exemplaren und bezüglicher Abbildungen, über die in 
neuerer. Zeit erfolgte Erschliessung der Schmetterlingsfauna von 
Westchina und Thibet, welche namentlich dem Sammelfieisse fran- 
zösischer Missionäre, der Herren Armand David und Felix Biet, 
zu danken ist und von Ch. Oberthür in Rennes durch vorzügliche 
Bilder weiteren Kreisen zugänglich gemacht wurde. In neuester Zeit 
erforschten auch Deutsche und Engländer das Gebiet, wodurch viele 
neue interessante Arten durch Leech bekannt wurden und in Ver- 
kehr kamen. 

Der Charakter der Fauna ist fast rein paläarktisch, mit Vertretern der 
indischen Region, die durch einzelne Papilio -Arten der Mencius-, Podalirius- 
und Baddei-Gvu^-pe, sowie die ganz absonderliche, herrliche Gattung Armandia 
und mehrere Arten der Chalcosiden, Hesperiden und Charaxes demselben ein 
theilweise tropisches Gepräge aufdrücken. 

Von besonderem Interesse ist das Auftreten zahlreicher Formen aus der 
Satyriden-Gruppe Pararge. 



Hierauf sprach noch Herr Gustos A. Marenzeller über einige 
neue Tiefsee-Holothurien. 



Botanischer Discussions- und Literaturabend am 20. Mai 1892. 

Herr Dr. Fridolin Krasser machte mehrere kleinere Mit- 
theilungen. 

Der Vortragende besprach zunä(?hst unter Demonstration von entsprechen- 
den Mikrotomschnitten die „squamulae intravaginales" \on JElodea cana- 
densis, weiche er auf Grund ihrer Entwicklungsgeschichte mit Göbel als 

H* 



56 



Versammlung am 1. Juni 1892, 



Emergenzen des Stammes anspriclit. — Ferner theilte derselbe die Zusammen- 
setzung einer, für manche Zwecke tauglichen, leicht herzustellenden Conser- 
virungsflüssigkeit mit, welche im hohen Grade antiseptisch wirkt. Dieselbe 
besteht aus 1 Volum Essigsäure, 3 Volumina Glycerin, 10 Volumina einer ca. 507o 
Kochsalzlösung. Die letztere wurde aus ordinärem Kochsalz (Viehsalz) und Hoch- 
quellenwasser hergestellt. Zuckerrübendurchschnitte und etiolirte Triebe der 
Kartoffel, welche beide Objecte sowohl in Alkohol wie in den sublimathältigen 
Conservirungsflüssigkeiten sehr bald schwarz werden, behalten die natürliche 
Farbe. Es hängt dieses Verhalten offenbar mit der chemischen Natur der Chromo- 
gene von Beta und Solanum zusammen, da der Vortragende bei Lathraea die 
interessante Beobachtung machte, dass diese Pflanze unter dem Einflüsse der 
besprochenen Conservirungsflüssigkeit schon nach einigen Stunden, also bedeutend 
rascher als die etwa in Wasser eingestellten Exemplare, sich dunkel färbt. Bei 
Lathraea wird also die Farbstoff'bildung durch die angegebene Conservirungs- 
flüssigkeit beträchtlich gefördert. Für die hohe antiseptische Wirkung der Flüssig- 
keit spricht der Umstand, dass die besprochenen Objecte in derselben in unver- 
schlossenen Standgläsern seit nahezu einem Jahre stehen und trotz des aus der 
Luft niederfallenden, an Pilzsporen ^) reichen Staubes vollständig intact sind. 
Das durch Verdunstung reducirte Volum der Conservirungsflüssigkeit wurde durch 
Nachfüllung von Hochquellenwasser immer wieder auf die ursprüngliche Höhe 
gebracht. 

Schliesslich machte der Vortragende auf die „fixirende" Eigenschaft des 
Salicylaldehyds bei Chromatophoren aufmerksam. Zur Fixirung von Farbstoff- 
körpern (z. B. Solanum Lycopersicum) ist eine P/oige alkoholische Lösung des 
Salicylaldehyds 24 bis 48 Stunden auf kleinere Stücke des Objectes anzuAvenden, 
wonach vollständige successive Härtung durch Alkohol herbeigeführt werden kann. 
Die Schnitte durch das gehärtete Object können in Glycerin, Glyceringelatine 
oder Canadabalsam eingeschlossen werden, doch darf Nelkenöl behufs Aufhellung 
nur ganz kurze Zeit angewendet werden. 

Hierauf folgte die Vorlage der neuen Literatur. Herr Dr. F. 
Krasser besprach den Inhalt einiger anatomisch -physiologischer 
Werke, während Herr Dr. Carl Fritsch eine Keihe von morpho- 
logisch-systematischen Werken vorlegte. 



1) In dem betreffenden Zimmer werden Penicillium und Mucor offen cultivirt. 



59 



Versammlung am 5. October 1892. 

Vorsitzender: Herr Gustos Alois Rogenhof er. 



Neu eingetretenes Mitglied: 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P- Herr \ ^ g^^^^^ 

Strobl Carl, Traun bei Linz, Oberösterreich A. Boller, Dr. L. v. Lorenz. 



Anschluss zum Schriftentausch: 

Düsseldorf: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Rom: Societä Romana per gli studi zoologici. 



Eingesendete Glegenstände : 

10 Stück Tintenfische von Herrn Prof Dr. C. Grobben. 
30 Stück Insekten von Herrn E. Kautetzky. 
800 Käfer für Schulen von Herrn J. T rem ml. 



Zu Beginn der Versammlung machte Herr Secretär Dr. L. 
V. Lorenz den versammelten Mitgliedern die Mittheilung, dass die 
Gesellschaft im Monate Noyember 1892 die durch Jahrzehnte inne 
gehabten Räumlichkeiten im Landhause verlasse und in ein neues 
Heim, Wien, L, Wollzeile 12, übersiedle. Das Locale im Land- 
hause war zwar seinerzeit vom hohen niederösterreichischen Landtage 
unserer Gesellschaft für die Dauer ihres Bestandes zugesichert 
worden; da aber der niederösterreichische Landesausschuss in neuerer 
Zeit wiederholt nachdrücklichst hervorhob, dass diese Localitäten 
für andere Landeszwecke dringend gebraucht werden, und der Gesell- 
schaft als Ablösung des Wohnungsrechtes im Landhause ein Jahres- 
pauschale anbot, welches zur Miethung einer für die Zwecke der 
Gesellschaft ausreichenden Wohnung genügend erschien, so entschloss 

Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. K 



60 



Versammlung am 5. October 1892. 



sich der Ausschuss, mit dem niederösteiTeichischen Landesausschusse 
einen Vertrag abzuschliessen, wonach der Gesellschaft an Stell« der 
Käumlichkeiten im Landhause ein fixes Jahrespauschale für die 
Dauer ihres Bestandes zugesichert wird. 



Herr Dr. L. v. Lorenz hielt einen längeren Vortrag unter dem 
Titel: „Ornithologisches von der unteren Donau". 

Der Vortragende berichtete über seine im Mai und Juni 1892 ausgeführte 
ornithologisehe Excursion in die Dobrudscha. Insbesondere schilderte er das 
Leben der Keiher in ihren Brutcolonien auf den Inseln und im Röhricht der 
Ufer der Donau; die Zahl dieser Colonien hat im Laufe der Jahre bedeutend 
abgenommen. Ueberhaupt kann sich dort das Vogelleben nicht ungehindert ent- 
wickeln, da der Jagd und Ausrottung der Vögel keinerlei Hindernisse in den Weg 
gelegt werden. 



Herr Secretär Dr. Carl Fritsch besprach die nachfolgende 
briefliche Mittheilung des Herrn Prof. Dr. Fr. Thomas über „Neue 
Fundorte alpiner Synchytrien": 

Synchytrium alpinum Thomas auf Viola bißora beschrieb ich in den 
Berichten der Deutschen botanischen Gesellschaft, VII, 1889, S. 255, nach Funden 
aus der Umgebung von Ratzes in Tirol und konnte ausserdem eine Anzahl anderer 
Standorte hinzufügen, die aber sämmtlich in den südlichen Theilen der Alpen 
liegen. An der Nordabdachung der Alpen sammelte ich diesen Pilz seitdem bei 
Sölden im Oetzthale, bei Arosa in Graubünden und vereinzelt im Suldbach ober- 
halb St. Beatenberg bei Interlaken. Die bisher tiefste Fundstelle (mit 1257 m 
Meereshöhe) liegt im Langrieswald des Hauensteiner Forstes bei Ratzes. Der 
Beschreibung meiner, behufs Feststellung der Eigenart dieses Synchytriums. 
seinerzeit ausgeführten Infectionsversuche (1. c, S. 258) habe ich hinzuzufügen, 
dass • in dem nachfolgenden Jahre der Pilz auf Viola hiflora im Blumentopf 
abermals zur Entwicklung kam, obgleich ich eine längere Submersion unterlassen 
und nur ab und zu so viel Wasser gegeben hatte wie beim Begiessen auch jedes 
anderen Blumentopfes. 

Synchytrium cupulatum m., das ich auf Dryas octopetala zuerst von 
einem Fundorte oberhalb Innichen in Tirol und dann nach Exemplaren aus 
Kärnten, dem Suldenthale, Nordtirol und dem Berner Oberland genauer beschrieb 
(Botanisches Centralblatt, 1887, Bd. XXIX, S. 19), ist bei Franzenshöhe auch vom 
verstorbenen Peyritsch gesammelt worden, wie Exemplare beweisen, die ich 
1889 im Innsbrucker Universitätsherbar sah. In Südtirol fand ich es seitdem 
am Schiern, wo es bei 1834 m Meereshöhe auf einer engbegrenzten Stelle am 
Gamssteig spärlich auftrat. Sehr häufig beobachtete ich es in diesem Jahre bei 



Versammlung am 5. October 1892. 



61 



Arosa in Graubünden an zehn verschiedenen Standorten, deren höchster 2410 m 
hoch am Aroser Weisshorn liegt (also immer noch ca. 250 m niedriger als der 
von mir hei den Tabarettawänden am Ortler constatirte), während infolge von 
Hinabschwemmung ins Thal der Pilz sich im Inundationsgebiete des Welschtobel- 
baches noch bei 1618 m im Walde reichlich und üppig entwickelt fand. 

Zu den bis in die baumlose Alpenregion verbreiteten Synchytrien gehört 
auch Synchytrium aureum Schröter. In 2307 m Meereshöhe sammelte ich auf 
dem Schafrücken bei Arosa auf einer noch nicht blühenden Cichoriacee, die ich 
nur für eine Form des Leontodon hastiUs (L.) Koch halten konnte (welche 
Bestimmung auch der vorzügliche Kenner jenes Gebietes, Herr Professor Brügger 
in Chur, zu bestätigen die Güte hatte), ein Synchytrium,, das sich von Synchytrium 
aureum nicht unterscheidet. Zwei Blätter eines einzigen Exemplares waren dicht 
besetzt, alle benachbarten Exemplare ohne jede Spur des Pilzes. Aus der Gegend 
von Liegnitz ist das Vorkommen von Synchytrium aureum auf Leontodon hispidus 
durch Schröter bereits bekannt. 

An drei verschiedenen Stellen, in Höhen zwischen 2100 und 2332 m, nahm 
ich ebenfalls bei Arosa ein Chrysochytrium von Homogyne alpina L. auf, mit 
welchem ich Infectionsversuche eingeleitet habe. Wenn die Zugehörigkeit zu 
Synchytrium aureum, die von vornherein nicht unwahrscheinlich ist, sich ergeben 
sollte, würde die grosse Anzahl der Wirthpflanzen dieses Pilzes um eine neue 
Gattung vermehrt sein. 



Herr Custos A. Eogeuhofer erwähnte nach Mittheilungen 
von Prof. C. Moser in Triest das massenhafte Auftreten der Kaupe 
Yon Lithosia caniola im heurigen Sommer in der Umgebung von 
Görz, sowie in Istrien, wo dieselbe an den Mauern, in den Vor- 
räumen und Stiegen der Häuser, sowie auch in Brazzano, Cormons 
und Cividale sich in sehr grosser Menge zeigte. 



Von Herrn Dr. R. Cobelli wurde folgende Notiz eingesendet: 
Contribuzioni all' Ortotterologia del Trentino, 

per il Dr. Euggero Cobelli in Rovereto. 
II. 

Nel 1889 pubblicai una prima Contribuzione alla fauna degli Ortotteri del 
Trentino^), in continuazione alla mia memoria „Gli Ortotteri genuini del Trentino".^) 

■) Contribuzioni alla fauna degli Ortotteri del Trentino, per il Dr. Ruggero Cobelli in 
Rovereto (Sitzungsberichte der k. k. zool.-botan. Gesellscb. in Wien, Bd. XXXIX, 6. März 1889). 

^) Gli Ortotteri genuini del Trentino, per il Dr. Ruggero Cobelli (con una Tavola). X Pubbli- 
cazione fatta per cura del Museo civico di Rovereto. Rovereto, 1886. 



62 



Versammlung am 5. October 1892. 



Ora credo di qualche Interesse l'aggiungere alcune notizie raccolte dappoi 
suUe invasioni di locuste nel Trentino, nonche una nuova specie per la fauna. 

Invasioni di loouste nel Trentino. 

Sesta invasione (1542 d. G. C). 

Oltre i paesi indicati nella mia memoria, fu invasa anche la Val Sugana, 
la qua! cosa risulta dal seguente brano di cronaca di quel tempo, scritta da un 
privato di Strigno, comunicata mi dal mio conoscente farmacista Sign. Giro Prati 
di Caldonazzo. 

„Quesf anno (1542) nell' estate passö una grandissima quantita di Locuste 
in modo e forma di Esercito per Val Sugana, quäle devoravano biave, herbe et ciö 
che ritrovavano con grandissimo dano, erano (dico) in tanta quantita che oscura- 
vano il Sole, venivano dalla Germania et Trento, et de qui passano in Italia." 

Per le ragioni esposte nella mia soprodetta memoria, egli e si puö dire 
fuori di dubbio, che la specie di Ortottero di cui si tratta, fu il Caloptenus 
italicus L. 

Ottava invasione (1546 d. G. C). 

In una gentilissima lettera dei 2 Dicembre 1886, il chiarissimo mio col- 
lega Sign. Dr. Hermann Krauss di Tubinga, valentissimo ortotterologo, mi scri- 
veva: Secondo Eathlef (Akridotheologie, 2. Theil, 1750, S. 50—51) si trova la 
seguente notizia in Hermann Heinrich Preis' Biblischem Thierbuche, Bd. 2, 
S. 165: „In multis germaniae partibus anno 1544 locustae ingruerunt ac longe 
lateque depopulatae sunt agros. Ac superiore anno, hoc est 1546 infinita Italiae 
loca ad Tridentum et Saxoniae partem, quae Silesiam attingit, magno numero 
infestarunt". — (Luther.) 

Si tratta perciö di un invasione di locuste nel Trentino, di cui io non feci 
parola nella mia memoria, perche non la conosceva. Questa invasione sarebbe da 
coUocarsi tra la mia settima ed ottava. Si avrebbero quindi avute nel Trentino 
nove invasioni di cavallette, di cui si conservano ancora memorie storiche. 

Specie nuove per il Trentino. 

Barbitistes obtusus Tar^ioni. 

Nella nominata mia memoria, scriveva di questa specie, le seguenti 

parole : 

„Nel „Prodromus" del Brunner si legge che fu trovata nel Tirolo 
meridionale, il Krauss perö nel suo „Neuer Beitrag" dice che la specie e 
comune presse il bagno di Ratzes nel Tirolo, e crede che anche gli esemplari del 
Brunner sieno stati raccolti nel medesimo luogo. Siccome pero la specie fu 
raccolta anche in paesi meridionali, cosi non e improbabile che si trovi in qualche 
localitä del Trentino, ciö che sarä da ricercarsi." 

Come vedesi in allora io giudicava questa specie come possibile nel 
Trentino. 



Versammlung am 2. November 1892. 



63 



Ora posso invece asserire che appartiene realmente alla fauna del Tren- 
tino, perche possiedo imo degli esemplari maschi raccolti dal valente naturalLsta, 
mio amico, Signore Dr. Mario Bezzi, a Eabbi e Pejo, nella prima metä dell' 
Agosto 1890. 



Schliesslich sprach Herr Hofrath Dr. C. Brunner v. Watten wyl 
einige Worte der Erinnerung an die in den bisherigen Gesellschafts- 
räumen verbrachten Zeiten und geleisteten Arbeiten und schloss mit 
dem Wunsche, dass die Gesellschaft in ihrem künftigen neuen Heim 
gedeihen und sich weiter entwickeln möge. 



Versammlung am 2. November 1892. 

Vorsitzender: Herr Gustos Alois Rogenhofer. 



Neu eingetretenes Mitglied: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
Herr \ ^ g^^^^^ 

Halbmayr Ernst, stud. med., Wien, IX., 
Nussdorferstrasse 14 Dr. S. Stockmayer, H. Zukal. 



Herr Secretär Dr. Carl Fritsch legte folgende eingelaufene 
Manuscripte vor: 

Lütkemüller, Dr. Johann: „Desmidiaceen aus der Umge- 
bung des Attersees in Oberösterreich". (Siehe Abhandlungen, 
Seite 537.) 

Minks, Dr. Arthur: „Beiträge zur Kenntniss des Baues und 
Lebens der Flechten". 11. (Siehe Abhandlungen, Seite 377.) 

Bebel, Dr. Hans: „Beitrag zur Lepidopteren-Fauna Südtirols". 
(Siehe Abhandlungen, Seite 509.) 



Custos A. Kogenhofer sprach über die neuesten entomo- 
logischen Erwerbungen, welche das k. k. naturhistorische Hofmuseum 



64 



Versammlung am 2. November 1892. 



vor Kurzem durch Herrn Dr. B. Hagen aus Sumatra und der an- 
stossenden Insel Bangka machte. Besonders interessant sind zwei neue 
Pieriden aus der Gattung Deilas. (Siehe Abhandlungen, Seite 571.) 



Hierauf demonstrirte Herr Dr. Eugen v. Haläcsy einige 
neue Pflanzenarten aus Albanien und überreichte ein darauf 
bezügliches Manuscript. (Siehe Abhandlungen, Seite 576.) 



In dieser Versammlung wurden zu Ausschussräthen für die 
Jahre 1893—1895 gewählt die P. T. Herren: 



Bartsch. F. 

Beck R. V. Mannagetta, Dr. Günther. 

Eichenfeld, Dr. M. v. 

Fuchs, Dr. Theodor. 

Grobben, Dr. Carl. 

Kolazy Josef. 

Lütkemüller, Dr. Johann. 



Müllner M. F. 

Pelikan v. Plauenwald, Ant. Freih. 
Pfurtscheller, Dr. Paul. 
Rebel, Dr. Hans. 
Sennholz Gustav. 
Stohl, Dr. Lukas. 
Zahlbruckner, Dr. Alexander. 



Als Scrutatoren fungirten die Herren J. Kolazy, Dr. L. y. 
Lorenz und Dr. J. Lütkemüller. 



Die October -Versammlung war die letzte im Vortragssaale des 
alten Locales im Landhause gewesen; die November -Versammlung 
wurde im Bibliotheksraume desselben zwischen bereits entleerten 
Bücherschränken abgehalten, da sie gerade in die Zeit der Ueber- 
siedlung fiel. 



Botanischer Discussionsabend am 21. October 1892. 

Herr Prof. Dr. Josef Boehm hielt einen Vortrag „lieber 
einen eigenthümlichen Stammdruck". 

Im Jahre 1884 theilte mir Breitenlohner mit, dass in die zerbrochene 
Hülse eines Thermometers, welcher in den Stamm von Aesculus Hippocastanum 
eingesetzt war, Saft abgeschieden wurde. Um die Ursache dieser uns befremdlichen 
Erscheinung kennen zu lernen, wurde im April 1885 ein offenes Manometer ein- 
gesetzt. Da sich bis Ende Mai der Stand des Quecksilbers nicht geändert hatte. 



Versammlung am 2. November 1892. 



65 



blieb der Versuch zunächst unbeachtet. Ich war aber sehr überrascht, als Ende 
September die ganze 60 cm lange Steigröhre mit Quecksilber gefüllt war. Dies 
Kesultat veranlasste mich zu einer Eeihe von Versuchen mit geschlossenen Mano- 
metern, aus welchen sich vorerst ergab, dass eine Drucksteigerung erst dann 
stattfindet, nachdem durch Ueberwallung der Manometerstiele ein luft- und 
wasserdichter Verschluss erzielt ist. Der positive Druck geht nach einiger Zeit 
in Saugung über. In einem Manometer von Aesculus Hippocastanum stieg der 
Ueberdruck bis zu neun Atmosphären und es ist dies gewiss nicht der grösste 
erreichbare Druck. 

Beim Studium der einschlägigen Literatur erfuhr ich erst in den letzten 
Tagen, dass die beschriebene Erscheinung schon von Theodor Ha rtig beobachtet 
wurde. Dieser eminente Forscher, in dessen Manometern der Ueberdruck nicht 
höher stieg als beim normalen Bluten, kommt zu dem Schlüsse, „dass die Ursache 
des Sommerblutens eine locale, auf die Umgebung des Bohrloches beschränkte 
sein müsse, und es stehe der Annahme nichts entgegen, dass dasselbe auch beim 
normalen Bluten der Fall, dass die den Holzsaft auch zu jeder anderen Zeit 
bewegende Kraft überhaupt eine der einzelnen Faser zuständige sei, über deren 
Ursache die Lehrbücher der Physik sowohl wie die der Chemie noch keinen Auf- 
schluss geben" (Anat. und Phys. der Holzpflanzen, 1877, S. 358). 

Nach meiner Ueberzeugung kann es gar keinem Zweifel unterliegen, dass 
„das Sommerbluten aus vorjährigen, armirt gebliebenen Bohrwunden" mit anderen 
vitalen Vorgängen in gar keinem Zusammenhange steht; es ist dasselbe eine 
osmotische Erscheinung, bewirkt durch lösliche Bestandtheile der bei der Ver- 
kernung gebildeten Secrete. Gegen den Herbst hin werden die osmotisch wirk- 
samen Substanzen zerstört und die Flüssigkeit wird sodann in die luft's^erdünnten, 
respective luftleeren Eäume der normalen Saftwege eingesaugt. Infolge der mehr 
oder weniger vollständigen Impermeabilität des verkernten Holzes für Luft kann 
nun der negative Druck in den Manometern die Grösse einer vollen Atmosphäre 
erreichen. Aus frischen Bohr wunden an dem Stamme belaubter Bäume (auch 
jener, welche im Frühjahre bluten) wird vom saftleitenden Splinte ausnahmslos 
Wasser absorbirt; bei negativem Drucke wird aber alsbald Luft ausgesaugt. 

Hierauf sprach Herr Dr. Joh. Lütkemüller „lieber die 
Chlorophyllkörper einiger D esmidiaceen". (Vergl. hierüber 
dessen Abhandlung in der Oesterr. botan. Zeitschrift, 1893.) 



Am 28. October 1892 wurde ein botanischer Literatur- 
abend abgehalten; die neue Literatur wurde von den Herren Dr. Carl 
Fritsch und Dr. A. Zahlbruckner vorgelegt. 



66 



Versammlung am 7. December 1892. 



Versammlung am 7. December 1892, 



(Im neuen Locale der Gesellschaft, I,, Wollzeile 12.) 



Vorsitzender: Herr Dr. Eugen v. Haläcsy. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



Wasmann E., S. J., Exaeten bei Roermond, 
Holland 

Botanisches Institut der k. k. deutschen Uni- 
versität in Prag 



L. Gangibauer, Dr. G. Mayr. 



Durch den Ausschuss. 



Eingesendete Gegenstände: 

Einige Seesterne von Herrn Dr. E. Gr äffe. 
Insekten für Schulen von Herrn Prof. A. Hetschko. 



Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung, indem er die 
anwesenden Mitglieder im neuen Locale begrüsste. Ferner theilte 
derselbe mit, dass Herr Dr. L. y. Lorenz, dem die hohe Ehre zu 
Theil wurde, Se. kais. Hoheit Herrn Erzherzog Franz Ferdinand d'Este 
auf seiner Weltreise begleiten zu dürfen, mit Eücksicht auf seine 
bevorstehende Abreise gezwungen sei, das Secretariat niederzulegen. 



Herr Secretär Dr. Carl Fritsch legte ein Manuscript von 
E. Pokorny vor, betitelt: „V. (HL) Beitrag zur Dipterenfauna 
Tirols". (Siehe Abhandlungen, Band XLIII.) 



Herr Gustos A. Kogenhofer sprach über die sogenannten 
taschenförmigen Anhänge am Hinterleibe der weiblichen Acraea- 
Arten, welche desselben Ursprunges sind wie jene der Parnassier. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 579.) 

Ferner legte derselbe vor das 1. Heft von Dalla Torre's 
Gatalogus Hymenopterorum, Bd. VI, Chrysididae enthaltend, sowie 



Versammlung am 7. December 1892. 



67 



ein Manuscript von F. F. Kohl: „Zur Hymenopteren-Fauna Nieder- 
österreichs. L". (Siehe Abhandlungen, Band XLIIL) 



Herr Dr. F. Krasser hielt einen Vortrag: „Zur Morphologie 
der Zelle". Vortragender besprach die Physoden, die Attractions- 
sphären, die chromatophilen Eigenschaften der Zellkerne, und erörterte 
die Frage, ob im Pflanzenreiche Richtungskörperchen anzunehmen 
seien oder nicht. 

Ferner referirte derselbe über Dr. F. G. Kohl: „Die officinellen 
Pflanzen der Pharmacopoea Germanica für Pharmaceuten und Medi- 
ciner". Leipzig, Verlag von Ambr. Abel (Lieferung 2 — 8). 

Von dem bereits im II. Quartale besprochenen Werke sind uns durch die 
rühmlichst bekannte Verlagsbuchhandlung bisher auch die Lieferungen 2—8 zuge- 
kommen, welche sowohl in illustrativer wie in textlicher Beziehung dieselben Vor- 
züge aufweisen, welche wir anlässlich der Vorlage der 1. Lieferung hervorgehoben 
haben. Durch die in Aussicht gestellte Tabelle, welche sämmtliche Hinweise von 
den Seiten der Pharmacopoea Germanica, ed. II, auf die der ed. III enthalten 
soll, stellt sich das bereits auf das Vortheilhafteste bekannte Werk auf den neuesten 
Standpunkt. Auch die in Aussicht gestellte Zugabe der Abbildungen von <S'^ro- 
phanthus hispidus, Hydrastis canadensis, Paullinia sorbilis, sowie vT5n Hyos- 
cyamus niger, Piper Cuheba und Quillaja Saponaria kann nur gebilligt werden. 
— Mit der 8. Lieferung sind Text (64 Seiten) und Abbildungen (40 Tafeln) bis 
zu den Myristicaceen fortgeschritten. 



Schliesslich legte noch Herr Secretär Dr. C. Fritsch die beiden 
folgenden Notizen vor, welche zu dieser Versammlung eingesendet 
worden waren: 

Eine neue Art der Gattung JEllopia Tr. 

Von Dr. Stanislaus Klemensiewicz. 

Cinereostrigaria m. $. 

Älae suhangustae, anteriores apice acuto, margine externo arcuato, postice 
subreeto, suh apice parum flexuoso; posteriores margine externo in costa 4 
pauUulum fracto. Boseo-carnea, capitis Vertex albus, frons fusco-ochracea; 
alae posteriores una, anteriores duahus strigis transversalihus, cinereis, contra 
se conversis, quarum posterior in cellula 6 introrsum angulo recto fracta. 
21 mm. — Patria : Galicia orientalis. 

Z. B. Ges. B. XLII. Sitz.-Ber. L 



68 



Versammlung am 7. Decemter 1892. 



Flügel recht schmal, die vorderen doppelt so lang (21 wm) wie breit ^). 
Am Vorderflügel der Vorderrand gebogen, stärker gegen die Spitze; der Saum 
um Vs kürzer wie der Innenrand, in der Innenrandhälfte fast gerade, gegen die 
Spitze stärker gebogen und unter derselben etwas geschwungen. Spitze scharf, 
Innenwinkel deutlich. Am Hinterflügel der Saum gerundet, auf Rippe 4 schwach 
gebrochen; Vorderwinkel breit gerundet, Afterwinkel recht deutlich. 

Rosen-fleischroth^), im Mittelfelde dunkler, am Vorderrande mehr ocker- 
gelb, Hinterflügel etwas bleicher; Vorderflügel mit zwei tief aschgrauen^), gegen 
einander gebogenen, auf den zugekehrten Seiten dunkler fleischroth angelegten 
Querstreifen, deren hinterer sich auf die Hinterflügel unmittelbar fortsetzt. Die 
Querstreifen massig breit, doch nicht scharf; namentlich ist der hintere am 
Vorderrande und die übrigen weniger deutlich. Der vordere Querstreif beginnt 
etwa in Vs des Innenrandes und zieht über den Ursprung des zweiten Astes, an 
der hinteren Mittelrippe rundlich gebrochen, bis vor die Mitte des Vorderrandes. 
Der hintere beginnt hinter ^/s des Innenrandes senkrecht auf demselben, biegt 
sich dicht vor Ast 2 gegen den Saum und zieht von da, sich verschmälernd, sanft 
gebogen in der Richtung der Flügelspitze, vor welcher er sich in Zelle 6 recht- 
winkelig einwärts bricht. Auf den Hinterflügeln ist die Querlinie von innen tiefer 
fleischroth angelegt, in der Innenrandhälfte fast gerade, von Zelle 4 an stärker 
gebogen. Saumlinie unbezeichnet. Fransen ockergelb, in der Flügelspitze ziegel- 
roth, mit dunklerer, breiter Theilungslinie. Unten die Flügel röthlich-ockergelb, 
ganz zeichnungslos. Der Kopf klein, Augen gross, Stirne und Palpen dunkel 
ockergelb, Scheitel weiss; die Fühler weisslich ockergelb, fein gewimpert ( 9 ), l>is 
zum ersten Querstreifen reichend. Palpen horizontal, das erste Glied unten ab- 
stehend, die übrigen anliegend beschuppt, klein, von oben nicht sichtbar. Spiral- 
zunge ziemlich stark. Der Thorax wollig behaart, mit den Flügeln gleichfarbig. 
Der Hinterleib anliegend beschuppt, gleich dick (4 mm), lang (12 mm), den After- 
winkel weit überragend, etwas heller wie der Thorax, namentlich gegen den After, 
unten fast gelblichweiss. Beine lang, anliegend beschuppt, ockergelb; Hinter- 
schienen mit zwei Paar Sporen. 



Der Schmetterling, auf den ersten Blick einem Himera Pennaria L. $ 
ähnlich, steht am nächsten der bräunlichrothen Varietät von Prosapiaria L.; 
unterscheidet sich jedoch auff'allend von derselben durch bedeutendere Grösse, 
eigenthümlichen Flügelschnitt und die Zeichnung. Die Flügel sind nämlich viel 
mehr gestreckt, auf den Vorderflügeln der Saum in der Innenrandhälfte fast 
gerade, der Innenwinkel deutlich. Die Querstreifen sind rein aschgrau^), ohne 

1) Länge von der Basis zur Flügelspitze, Breite vom Innenwinkel, senkreclit zum Vorder- 
rande gerechnet. 

2) Die Grundfarbe ist eigentlicli ockergelb, erscheint jedoch in Folge dichter Bestäubung mit 
feinen rothen Atomen fleischroth. 

3) In Folge optischer Verhältnisse zieht die Farbe der Querstreifen ein wenig ins Dunkelgrüne. 
*) Der Aderverlauf und andere Merkmale verweisen diese Art in die Gattung Ellopia Tr., 

doch müsste wegen der Farbe der Querstreifen die Diagnose derselben, welche lautet: „Grüne oder 



Versammlung am 7. December 1892. 



69 



jede Spur von Weiss, ihre Lage und Form verschieden. Endlich ist der Hinter- 
leib so sehr und gleichmässig dick, dabei verhältnissmässig so lang, wie bei keinem 
Individuum genannter Varietät. 

Dies veranlasste mich, diese Form nicht als blosse Varietät der Prosapiaria, 
sondern als eine neue Art aufzufassen und dieselbe nach vorhergehendem genauen 
Studium der bedeutendsten und neuesten Werke einschlägiger Literatur (Herrich- 
Schäffer, Heinemann, Ernst Hofmann, Freih. v. Gumppenberg: Systema 
Geometrarum etc.) und nach diesbezüglicher freundlicher Verständigung mit 
Herrn Fritz Eühl, dem bekannten Lepidopterologen und Vorstande der Societas 
Entomologica, als neue Art zu beschreiben. 



I^ettificazione. 

Neil" interesse della scienza, credo di dover pubblicare quanto segne. 

Neil' Adunanza dei 3 Febbrajo 1892 della k. k. zoologisch-botanischen Ge- 
sellschaft presentai una mia memoria, nella quäle descrissi come nuove tre specie 
di Tentredinidi, vale a dire, Cladius major, Seiandria himaculata e Nematus 
insubricus. 

II chiarissimo Sign. Fr. W. Konow p. ä Fürstenberg i. M., in una sua 
gentilissima lettera dei 12 Novembre a. c. mi espresse dei dubbi intorno alla 
novitä di queste tre specie, desiderando di vederle. Per depurare la cosa spedii 
subito al detto Signore le tre specie in discorso, ed egli gentilmente mi rispose 
con lettera dei 21 m. c. In quest' ultima lettera egli asserisce che: 

1. il Cladius major e il Cladius crassieornis Kon. (Deutsche Entomolo- 
gische Zeitschrift, 1884, S. 314 e 1886, S. 74); 

2. la Seiandria himaculata e la Seiandria coronata Klug (Wiener Ento- 
mologische Zeitung, 1887, S. 25); 

3. il Nematus insubricus e il Nematus coeruleoearpa Hartg. 

Sul Nematus non trovo nuUa a ridire. Eiguardo poi al Cladius ed alla 
Seiandria osserverö, che io le considerai come nuove, perche non conosceva le 
descrizioni di queste due specie pubblicate nei giornali sopraindicati. 

Ed ecco uno dei fatti che frequentemente succedono per la grande diffi- 
coltä e talvolta impossibilitä di avere tutta la letteratura anche di un solo or- 
dine d' insetti. 

Per rendere piü accessibile la letteratura a tutti quelli che con buona vo- 
lontä si danno allo studio di un qualche ordine di insetti, non sarebbe meglio di 
raccogliere tutti i dati nuovi in giornali speciali per i singoli ordini, invece che 
sparpagliarli in una infinitä di giornali che riesce impossibile o quasi di procurarsi? 

fleischröthliche Spanner mit zwei weissen Querstreifen der Vorderfiügel, deren liinterer auch die 
Hinterflügel durchzieht", umgeändert werden in: „Spanner mit zwei weissen oder aschgrauen 
Querstreifen etc.". 

L* 



70 



Versammlung am 7. December 1892. 



E con cio non si arri verebbe forse piü facilmente e piü presto a completare 
la fauna al meno dell' Europa ? 

A questa domande io spero risponderä chi e di me piü competente in 
materia. 

Rovereto, 26 Novembre 1892. 

Dr. Ruggero Cobelli. 



In dieser Versammlung fand auch die Wahl der sechs Vice- 
präsidenten für das Jahr 1893 statt. Es wurden gewählt die 
P. T. Herren: 



Boehm, Dr. J. 

Brunner v. Wattenwyl, Dr. C. 
Kornhuber, Dr. A. 



Mayr, Dr. G. 
Mik J. 

Ostermeyer, Dr. F. 



Als Scrutatoren fungirten die Herren J. Kolazy, J. v. Hunger- 
byehler und C. Maly. 



In den Monaten November und December 1892 musste mit 
Eücksicht auf die Uebersiedlung und die Adaptirungsarbeiten im 
neuen Locale von der Abhaltung von Discussionsabenden abgesehen 
werden. 



Geschenke für die Bibliothek 

im Jahre 1892. 

1. T hürnen Felix v. Die Pilze der Weinreben. Namentüche Aufzählung aller 

bisher auf den Arten der Gattung Vitis beobachteter Pilze. 1891. 

Vom Verfasser. 

2. Brauer, Prof. Dr. Friedrich und Bergenstamm J. Edl. v. Die Zweiflügler 

des kais. Museums zu Wien. V. Vorarbeiten zu einer Monographie der 
Muscaria schizometopa. Pars II. Wien, 1891. Von den Verfassern. 

3. Stockmayer Siegfried. Vaucheria caespitosa. Vom Verfasser. 

4. Ne bring, Prof. Dr. A. Die diluviale Flora der Provinz Brandenburg. 1892. 

Vom Verfasser. 

5. Kuntze, Dr. Otto. Revisio generum plantarum vascularium omnium atque 

cellularium multarum secundum leges nomenclaturae internationales 



Geschenke für die Bibliothek. 



71 



cum enumeratione plantarum exoticarum in itinere mundi collectarum. 
Vol. I, II. 1891. Vom Verfasser. 

6. Wiedemayr Leonard. Obladis-Sauerbrunnen und Schwefelquelle im Ober- 

innthale in Tirol. II. Auflage. Innsbruck, 1892. 

Von Herrn Prof. J. Mik. 

7. Wettstein, Dr. Eichard v. Untersuchungen über Pflanzen der österreichisch- 

ungarischen Monarchie. I. Die Arten der Gattung Gentiana aus der 
Section „EndotricJia" Fröl. Wien, 1892. Vom Verfasser. 

8. Vasey. Illustration of North American Grasses. Vol. I. Washington, 1891. 

U. S. Departement of Agriculture. 

9. Rzehak Emil. Systematisches Verzeichniss der bisher in Oesterreichisch- 

Schlesien beobachteten Vögel, nebst Bemerkungen über Zug, Brut und 
andere bemerkenswerthe Erscheinungen. 

— Die Raubvögel Oesterreichisch-Schlesiens. Vom Verfasser. 

10. Chyzer, Dr. Cornel. Ueber eine neue Spinnenfauna Ungarns. 

— Ueber die Estherien Ungarns. Budapest, 1892. Vom Verfasser. 

11. Ellis and Everhart. The North American Pyrenomycetes. Newfield, 1892. 

Von Herrn J. B. Ellis. 

12. Chyzer, Dr. Cornel und Kulczynski Ladisl. Araneae Hungariae. Tom. I. 

Budapestini, 1892. Von Herrn Cornel. Chyzer. 

13. Bresadola J. Corticium MartelUanum n. v. Vom Verfasser. 

14. Bottin i. Beitrag zur Laubmoosflora Montenegros. Vom Verfasser. 

15. Bresadola J. Fungi Tridentini. Fase. VIII— X. Tridenti, 1892. 

Vom Verfasser. 

16. Voss Wilhelm. Mycologia Carniolica. Berlin, 1889 — 1892. Vom Verfasser. 

17. Bargagli Piero. Rassegna biologica di Rincofori europei. Firenze, 1883 bis 

1887. 

— Contribuzione alla biologia dei Lixidi. 

— Ricerche suUe relazioni piü caratteristiche fra gli insetti e le plante 

firenze. 1888. 

— Dati cronologichi suUa diffusione della Galinsoga parviflora Ruiz- 

Pavon in Italia. Vom Verfasser. 

18. Nordstedt Otto. Australasian Characeae. Part I. Lund, 1891. 

Von Herrn Ferd. Baron Müller. 

19. Breidler Johann. Die Laubmoose Steiermarks und ihre Verbreitung. Graz, 

1891. Vom Verfasser, 

20. Biro Ludwig. Die charakteristischen Insekten im Gebiete der Ostkarpathen. 

Iglo, 1885. 

21. Kowarz Ferdinand Contributiones ad faunam comitatus Zempleniensis in 

Hungaria superiore. Diptera collectionis Dr. Cornel Chyzer. Budapest, 
1883. 

22. Chyzer, Dr. Cornel. Apidae Comitatus Zemplen. Budapest, 1887. 

23. Notes additionelles sur les Coleopteres du departement Zemplen en Haute- 
Hongrie. Budapest, 1885. 



72 



Geschenke für die Bibliothek. 



24. Chyzer, Dr. Gornel. Geschichte der Wander -Versammlungen ungarischer 

Aerzte und Naturforscher 1840—1890. S.-A.-Ujhely, 1890. 

Von Herrn Dr. Cornel Chyzer. 

25. Berg, Dr. Carlos. La formacion carbonifera de la republica Argentina. 1891. 

26. — Nuevos datos sobre la formacion carbonifera de la republica Argentina. 

1891. 

27. — Aeolus pyrohlaptus Berg, un nuevo destructor del Trigo. 1892. 

28. — Dyscophus anthophagus, un nuevo grillo uruguayo cavernicola. 1891. 

Vom Verfasser. 



1 



Die Nudihranchiata holohepatica porostomata. 

Von 

Prof. Dl. Rudolph Bergh 

in Kopenhagen. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2.- December 1891.) 



Die Gruppe der holohepatischen porostomeii Nudibranchien wurde vor 
vielen Jahren (1876) von mir aufgestellt,^) um die Doriopsiden und die Phyl- 
lidiaden aufzunehmen, die trotz ihrer so verschiedenen Formenverhältnisse 
doch nicht allein in Bezug auf die porenförmige Mundöffnung übereinstimmen, 
sondern auch in der eigenthümlichen Concentration des Centralnervensjstems, 
in der Entwicklung eines saugenden Schlundkopfes ohne Kiefer und Zunge, im 
Dasein einer eigenthümlichen Pericardialkieme und im Bau des Genitalsystemes, 
vorzüglich des Penis. 

Die zwei Gruppen gehören der grossen Abtheilung der holohepatischen 
Nudibranchien an und haben wie alle diese vor Allem die solide grosse, keine 
Aeste abgebende Leber, ferner eine Blutdrüse und zwei Samenbehälter, eine 
Spermatotheke und eine Spermatocyste. Von den zwei Familien stehen die 
Doriopsiden in unmittelbarer Nähe der cryptobranchiaten Dorididen^) und 
sind wahrscheinlich aus denselben durch eigenthümliche Reduction des Schlund- 
kopfes und durch Umbildung desselben in einen Saugapparat entstanden. Die 
Phjllidiaden dagegen stehen innerhalb der Holohepatiker augenblicklich ohne 
besondere Anknüpfung, ihre höher organisirten nächsten Verwandten sind ent- 
weder noch nicht entdeckt oder sind schon ausgefallen. Die intime Zusammen- 
stellung derselben mit den Doriopsen ist daher vielleicht nur eine ganz vorläufige 
und die Gruppe der Porostomen vielleicht eine wenig natürliche. 

Farn. Doriopsidae. 

Corpus fere Semper sat molle, formae fere omnino ut in Doridibus 
propriis. Apertura oralis poriformis, tentacula afftxa, rhinophoria et hrancJiia 
ut in Doridibus propriis. Notaeum laeve vel tuherculatum, limho palliali 

Bergh, Malakologische Untersuchungen (Semper, Philipp., II, ii), Heft X, 1876, Titelhl. 
2) R. Bergh, Die cryptohranchiaten Dorididen in Zool. Jahrb., VI, Abtheil. f. System., 
1891, S. 103—143. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 1 



2 



Rudolph Bergh. 



(perinotaeo) ut plurimum latiori undulato. Podarium latum ut in Doridibus 
propriis. 

Tubus oralis suctorius validus, simplex, non glandulosus. Bulbus pha- 
ryngeus suctorius, elongatus, cylindraceus , mandibuUs et lingva destitutus. 
Glandula ptyalina discreta, libera. Extremitas posterior hepatis profunde fissa. 
— Penis hamis seriatis armatus. 

Die zuerst von Pease (1860), aber fast ganz unkenntlich aufgestellte 
Gattung Doriopsis wurde einige Jahre nachher (1864) von AI der und Hancock 
als Doridopsis wieder aufgestellt. Die Doriopsön waren in der gewöhnlichen 
Pease 'sehen Manier hingestellt und es wäre ohne die ausdrückliche spätere An- 
gabe (1871) Pease's kaum möglich gewesen, die Identität der Doriopsen und 
der Doridopsen zu vermuthen. Erst durch die von Hancock gelieferte ana- 
tomische Untersuchung wurde die Gruppe gekannt und fixirt, sowie die Kenntniss 
derselben später durch meine hieher gehörenden Arbeiten erweitert. 

Die Doriopsiden stimmen in den Formverhältnissen fast alle sehr unter 
einander. Sie simuliren täuschend echte Doriden, wie schon aus den 
von den zwei verschiedenen ersten Autoren gegebenen congruirenden Namen 
(Doriopsis — Doridopsis) hervorleuchtet, sind aber durch die porenartige Mund- 
öffnung und die ganz kleinen angehefteten Tentakeln neben derselben 
augenblicklich leicht erkennbar. Sie sind nicht recht langgestreckt, meistens 
etwas gewölbt, meistens etwas plump. Sie erreichen mitunter eine recht bedeutende 
Grösse ; die Farben sind meistens etwas düster, nie prachtvoll ; viele Arten scheinen 
in den Farbenverhältnissen ganz ungewöhnlich zu variiren. Die Consistenz ist 
weich. — Der Rücken ist mehr oder weniger gewölbt, meistens eben und glatt, 
mitunter mit Knoten oder mit grösseren, selbst zusammengesetzten Tuberkeln 
besetzt (Doriopsis tuberculosa, clavulata, nicobarica, gibbulosa, spiculata). Immer 
kommt ein, mitunter ziemlich breites, immer wellenartig gebogenes Mantelgebräme 
(Perinotaeum) vor, den Kopf und sehr oft den Schwanz überragend; die Unter- 
seite des Mantelgebrämes (Hyponotaeum) ist auch glatt. Vorne am Rücken finden 
sich die meistens glattrandigen Rhinophorlöcher, meistens um etwa die Breite 
des eigentlichen Kopfes von einander geschieden. Die vollständig zurückziehbaren 
Rhinophorien nicht ganz kurzstielig; die Keule mitunter (Doriopsis tuberculosa) 
stark nach hinten gebogen. Die Keule zu beiden Seiten der Rhachis, die unten 
und an der Hinterseite breiter ist, durchblättert; die Zahl der Blätter nicht 
gross, meistens 25 — 35 betragend, selten viel geringer oder bedeutend grösser, 
bis mehr als 100 (Doriopsis tuberculosa); die Blätter mehr oder weniger dünn, 
mehr oder weniger .weich. Median am Rücken findet sich die meistens runde 
oder herzförmige, seltener (Doriopsis nicobarica, tuberculosa) Auskerbungen dar- 
bietende Kieraenspalte. Die meistens grosse Kieme immer aus einer nicht 
grossen Anzahl (4 — 8) von tri- oder quadripinnaten Blättern gebildet. Hinten 
im Kiemenkreise, denselben meistens completirend, steht die mehr oder weniger 
emporragende, cylindrische oder konische Analpapille, deren Rand gerade oder 
meistens spitz- oder rundzackig ist. Rechts und vorne am Grunde oder unweit 
vom Grunde der Analpapille die feine Nierenpore. — Der vom Vorderende des 



Die Nudibranchiata JioIoTiepatica porostomata. 



3 



Mantelgebrämes ganz bedeckte Kopf ist ganz kurz und klein, mitunter in eine 
kleine Kopfgrube an der Unterseite des Mantelgebrämes passend; an seiner 
Mitte findet sich die runde porenartige Mundöffnung; zu jeder Seite derselben 
das ganz kleine, faltenartige, von einer Furche durchzogene, angeheftete Ten- 
takel, das mitunter (Doriopsilla) fast ganz reducirt scheint. — Die Körper- 
seiten nicht ganz niedrig, hinten über der Wurzel des Schwanzes in einander 
übergehend. Vorne an der rechten Seite die Genitalpapille, an welcher sich die 
Penisscheide, die Vulva und der Schleimdrüsengang öffnen. — Der Fuss bildet 
eine grosse und breite Kriechfläche, doch schmäler als der Rücken; das vor- 
tretende Fussgebräme nie recht breit; der Vorderrand mit gerundeten Ecken 
und mit Furche, deren obere Lippe fast immer in der Mittellinie gespalten oder 
ausgerandet ist; der Schwanz ziemlich kurz, kaum oder wenig das Mantelgeb räme 
überragend, etwas zugespitzt, gerundet endigend. 

Die Körperbedeckungen sind zu dick, um die Eingeweide durchschimmern 
zu lassen. Das Coelom sich bis an die Schwanzwurzel erstreckend. Die Lage 
der Eingeweide ist wesentlich wie bei den echten Dorididen, 

Das Centrainervensystem in eine Bindesubstanz-Kapsel eingeschlossen, 
die sich als Scheide um die Nerven hinaus fortsetzt, und innerhalb dieser Kapsel 
ist die Ganglienmasse noch in ein dünnes, straffes und zähes Neurilem gehüllt. 
Die Centralmasse gleichsam einen dicken Siegelring darstellend, dessen obere 
sehr grobkörnige Hälfte (die Platte) in der Mittellinie fast doppelt so lang 
wie die untere ist; die obere Hälfte mit medianer oberflächlicher Längsfurche, 
die Grenze zwischen den zwei Hälften angebend; alle die Ganglien undeutlich 
von einander geschieden, so auch die cerebralen Ganglien von den pleuralen. 
Die Gehirnknoten die gewöhnlichen Nerven abgebend; das proximale Gangl. 
olfactorium kurzstielig, das distale wie gewöhnlich die Blätter der Rhinophorien 
versorgend. Die ausserhalb der cerebralen liegenden pleuralen Ganglien etwas 
kleiner als die vorigen; sie liefern die Nervi palliales antt., den Nervus pallialis 
longus, und das rechte noch dazu einen stark verzweigten Nervus vagus. Die 
pedalen Ganglien dicker als die pleuralen, von den cerebro-pleuralen gegen unten, 
mehr oder weniger gegen innen und gegen vorne hinabtretend, demgemäss werden 
die Commissuren kürzer oder länger; die Ganglien liefern drei Nervi pediaei. 
Die drei Commissuren kurz, dünn, meistens alle innerhalb einer breiten Scheide 
liegend; die pleurale mitunter von der subcerebralen und der pedalen gelöst; 
von der rechten Hälfte der pleuralen oder von einem Ganglion an ihrer Wurzel 
geht ein Nervus genitalis ab. Die buccalen Ganglien am hinteren Ende des 
langgestreckten saugenden Schlundkopfes liegend, durch je ein langes Connectiv 
mit dem cerebralen Ganglion verbunden; nur bei den Doriopsillen sind die 
Connective kürzer und die Ganglien am vorderen Ende des Schlundkopfes ver- 
legt. Diese Ganglien sind rundlich oder planconvex und stossen unmittelbar an 
einander; bei einigen Arten (Doriopsis tristis, atropos, Krebsii, nebulosa) ist der 
äussere Theil des Ganglions gleichsam etwas abgeschnürt und simulirt (oder ist) 
ein Ganglion gastro-oesophagale. 

1* 



4 



Rudolph Bergh. 



Die Augen ganz kurzstielig wie bei den Dorididen. Die Oto Cysten an 
den Fussknoten neben den Gehirnganglien liegend, eine grosse Menge (bis volle 
200) von Otokonien enthaltend. Die Blätter derRhinophorien weich, nie durch 
stabförmige Spikel steif gemacht. Die Haut meistens ohne eigentliche Spikel 
und überhaupt nur mit einer geringen Anzahl von erhärteten Zellen; nur bei 
den Doriopsillen kommen Spikel in grösserer Menge vor. 

Die Mundpore leitet in eine ziemlich starke Mund röhre, die von einem 
Schlundkegel fast ausgefüllt ist, welcher das vordere Ende des Schlundkopfes 
darstellt und in seiner ganzen Länge aus der Mundpore hervorgestreckt werden 
kann; an der Mundröhre heften sich ziemlich lange starke Retractoren. An der 
Spitze des Schlundkegels die feine dreieckige Oeffnung der Schlundkopfhöhle 
und neben derselben die noch feinere Oeffnung der Mundröhrendrüse (Gland. 
ptyalina). Die Fortsetzung des Schlundkegels nach hinten in die Körperhöhle 
hinein, ein muskulöses, langgestrecktes, cylindrisches Organ, mit enger dreieckiger, 
von starker Cuticula ausgefütterter Höhle, muss als Schlundkopf aufgefasst 
werden, weil an seinem Hinterende sich die buccalen Ganglien finden und 
daselbst auch Drüsen, Speicheldrüsen. Es muss aber hervorgehoben werden, 
dass dasselbe Organ bei den Doriopsillen die buccalen Ganglien am Vorderende 
trägt, während die Speicheldrüsen ihre Lage am Hinterende behaupten. Diesem 
Schlundkopfe, sowie dem Schlundkegel fehlt jede Spur von Bewaffnung und 
jede Spur einer Zunge. Vom Hinterende des Schlundkopfes geht die gestreckt- 
wurstförmige, oft mehrmals eingeschnürte, nicht dickwandige Speiseröhre aus, 
die sich mitunter am Ende etwas erweitert und in die- weite Leberhöhle öffnet, 
welche zugleich als Magen fungirt. Der Darm durchbricht die Leber links, 
etwa an der Mitte ihrer Länge, bildet nach vorne gehend einen kurzen Bogen 
nach rechts und verläuft nach hinten, um schliesslich zwischen den zwei Köpfen 
des M. retractor branchiae an die Analpapille aufzusteigen. Die ganze Länge 
des Darmes ist nicht bedeutend. 

Die Mundröhrendrüse (Gland. ptyalina) an der Unterseite des Schlund- 
kopfes liegend, abgeplattet, ziemlich gross, mehr oder weniger lappig, mitunter 
seine Zusammensetzung aus zwei Hauptlappen deutlich zeigend. Der aus zwei 
Stammästen gebildete Ausführungsgang am Grunde mitunter etwas weiter, ziemlich 
lang, nach vorne unter dem Schlundkopf, unterhalb der Commissuren verlaufend, 
in den Schlundkegel eintretend und durch denselben bis an seine Spitze ver- 
laufend. — Die kleinen Speicheldrüsen rundlich oder oval, planconvex, hinter 
den buccalen Ganglien, also gewissermassen innerhalb der Commissuren liegend; 
platt an dem hintersten Theile des Schlundkopfes angeheftet. Nur bei den Dorio- 
psillen liegen sie, ganz abnorm, dem vordersten Theil desselben an.^) — Die 
Leber gross und langgestreckt, mit Einsenkung am Vorderende für das Ein- 
treten der Speiseröhre; das Hinteren de ist ausnahmslos median tief ge- 
spalten, durch die enge Spalte steigt der lange starke M. retractor longus 



1) Vgl. über die acidogene Natur der Gland. ptyalina und der Gland. salivales: Krukenberg, 
Vergl. physiolog. Studien, V, 1881, S. 69—70. 



Die Nudibranckiata IwloJiepaiica poro/tiomata. 



5 



branchiae auf. Die Höhle der Leber weit, mit vielen grösseren und kleineren 
Loculamenten. Eine Gallenblase scheint (meistens) vorzukommen. 

Vorne an der oberen Wand des Pericardiums eine aus der Länge nach 
gehenden dünnen Blättern bestehende Pericardialkieme. Das Herz und das 
Gefässsystem wesentlich wie bei den Dorididen. ^) Die an die Kapsel des Central- 
nervensystemes angeheftete Blutdrüse meistens grau, von gerundetem oder 
mehr länglichem Umrisse, abgeplattet, mehr oder weniger lappig; sie ist immer 
einfach, nie doppelt. 

Die Kieme wesentlich wie bei den echten Dorididen; derselben gehört 
der erwähnte starke M. retractor longus branchiae an.^) 

Die Urinkammer bildet einen ziemlich weiten, an der oberen Seite der 
Leber median verlaufenden Sack, der einige Aeste in die Leber hineinschickt; 
der Urinleiter mit seiner Pore, sowie das ziemlich grosse pericardio-renale Organ 
wie bei den Dorididen. 

Die gelbliche feinkörnige Zwitterdrüse den vorderen Theil der oberen 
Seite und das Vorderende der Leber - bekleidend. Der Zwitterdrüsengang mit 
seiner Ampulle wie bei den Dorididen. Die vordere Genitalmasse mit ihren 
verschiedenen Organen auch wesentlich wie bei diesen letzteren; so der ausser- 
ordentlich lange Samenleiter, welcher nur ausnahmsweise (Doriopsilla) eine 
gesonderte Prostata bildet, meistens aber eine besondere prostatische und mus- 
kulöse Abtheilung zeigt; die glans penis trägt immer eine Bewaffnung mit in 
Quincunx-Ordnung stehenden Eeihen von Haken oder Dornen, und die Bewaffnung 
setzt sich in den Samenleiter hinein fort; eine ganz ähnliche Bewaffnung 
kommt unter den Dorididen bei der Echinodoris, Baptodoris, Carminodoris, 
Cadlina und der Artachaea vor. Die Spermatotheke und die Spermatocyste 
wie bei den Dorididen; bei einzelnen Arten (Doriopsis tristis, dehilis, niger- 
rima) ist die Vagina mit einer besonders starken Cuticula ausgefüttert. Recht oft 
kommt, auch wie bei den Dorididen, eine besonders kleine Vestibulär -Drüse 
vor. Die Schleim- und die Eiweissdrüse mit ihrem Gange, sowie das genitale 
Vestibulum mit seinen drei Oeffnungen auch wie bei der Familie der Dorididen. 

Die Doriopsen sind träge und langsame Thiere, die am Meeresboden,- auf 
Korallenriffen, seltener an Meerespflanzen kriechen; oft hängen sie mit dem Fusse 
an die Oberfläche des Meeres. Ueber ihre biologisphen Verhältnisse ist übrigens 
fast nichts bekannt. Die Untersuchung der Futterreste im Verdauungscanale zeigte 
mir immer nur einen aus animalischer Substanz gebildeten Brei. — Die Copu- 
lation scheint wie bei den Dorididen vor sich zu gehen. Der Laich tritt in 
Form eines langen zusammengedrückten, ziemlich hohen Gallertbandes aus dem 
Schleimdrüsengange hervor, und während das Thier sich hierbei im Kreise 
langsam bewegt, bleibt dieses Band, rundlich-spiralig gestellt, an der Oberfläche 
des Körpers anhaften, wo das Thier den Laich ansetzen Hess; die Eier sind in 



1) R. Bergh, Die Doriopsen des atlant. Meeres, 1. c, 1879, S, 59—60. 

2) Ebenda, S. 60—61. 



6 



Rudolph Bergh. 



diesem Bande in zweifacher Schichte vorhanden {Doridiopsis Umhata; E. Graeffe).^) 
Ueber die Ontogenien der Doriopsen ist gar nichts bekannt. 

Die Doriopsen gehören den tropicalen oder wenigstens wärmeren 
Meeresgegenden an; sehr zahlreich ist die Familie besonders im indischen und 
stillen Meere repräsentirt, viel sparsamer kommen sie im atlantischen und im 
Mittelmeere vor. 

I. Doriopsis (Pease) Bgh. 

Doriopsis Pease, Proc. zool. soc, 1860, p. 32. — Amer. Journ. of Conchol., 
VI, 1871, p. 299. 

— E. Bergh, Neue Nacktschn. d. Südsee, III. Journ. d. Mus. Godeffroy, 
Heft VIII, 1875, p. 82—94; Taf. X, Fig. 21—23: Taf. XI, Fig. 2-24. 

— IV, 1. c, Heft XIV, 1878, p. 21-45; Taf. I, Fig. 13—21; Taf. II, 
Fig. 1—20; Taf. III, Fig. 1. 

— R. Bergh, Malakologische Unters., Heft X, 1876, S. 384—387. — 
Supplementheft I, 1880, S. 9—13. — Heft XV, 1884, S. 693—697. 

— Heft XVI, 2, 1889, S. 842—844. — Heft XVII, 1890, S. 963-971. 

— R, Bergh, Die Doriopsen des atlant. Meeres. Jahrb. d. deutschen 
malakozoolog. Ges., VI, 1879, S. 42—64. 

— R. Bergh, Die Doriopsen des Mittelmeeres, 1. c, VII, 1880, S. 297—328, 
Taf. 10, 11. 

— R. Bergh, Rep. on the Nudibranch. Challenger-Exped., Zool., X, 
1884, p. 117—126; PI. IV, Fig. 5, 6; PI. V, Fig. 28—31. 

Doridopsis Aid. et Hanc, Trans, zool. Soc, V, part 3, 1864, p. 124—130, 
PI. XXXI. 

— — Trans. Linn. Soc, XXV, 2, 1865, p. 189—207, PI. XV— XX. 
Haustellodoris Pease, 1. c, 1871, p. 300. 

Bhacodoris Moerch, Journ. de conchyl., Ser. 3, III, 1863, p. 34. 
Hexdbranchus Gray (nec Ehrenb.), p. p. 
Dendrodoris Ehrenb., p. p. 

Corpus molle, supra laeve. 

Ganglia huccalia in posteriore parte hulbi pharyngei sita. 
Ausser durch die Weichheit und durch die fast immer glatte (nicht warzige) 
Beschaffenheit des Mantels unterscheiden sich diese, die echten Doriopsen durch 
die Lage der buccalen Ganglien am hinteren Ende des Schlundkopfes 
vor den Speicheldrüsen. 

1. D. limbata Cuv.^) 

7>. inornata Abr. 

Mare mediterr., atlant. occ 

') ß. Bergh, Die Doriopsen des Mittelmeeres. Jahrb. d. deutschen malakologischen Ges., 
VII, 1880, S. 310. 

Für die Sjnonymik dieser Art vgl.: Journ. d. Mus. Godeffroy, Heft XIV, p. 41—42. 



Die ^f^udibranchiata holohepatica porostomata. 



2. D. grandißora (Rapp). 

D. Setigera Rapp. ^) 
D. Eappii Cantr. 

Mare iiiediterr. 

3. D. atropos Bgh. 

Mare atlant. occ. (Rio de Janeiro). 

4. D. Krebsii (Moerch). 

var. pallida Bgh. 

Mare antillense. 

5. D. subpellucida Abraham. 

Mare antillense (St. Vincent). 

6. D. albo-linibata (Rüpp. et Leuck.). 

Mare rubr. 

7. D. fumata (Rüpp. et Leuck.). 

Mare rubr. 

8. D. ? punctata (Rüpp. et Leuck.). 

Mare rubr. 

9. D. rubra (Kelaart) Hanc. 

Mare indicum. . 

10. D. fusca A. et H. 

Mare indicum. 

11. B. gemmacea A. et H. 

Doris Denisoni Angas. 
Mare indicum. 

12. D. pustulosa A. et H. 

Mare indicum. 

13. B. clavulata A. et H. 

Mare indicum. 

14. D. nicobarica Bgh. 

Mare indicum. 

15. D. punctata A. et H. 

Mare indicum. 

16. D. miniata A. et H. 

Mare indicum. 

17. B. nigra (Stimpson) Hanc, Bgh. 

var. nigerrima Bgh. 
var. atroviridis Kelaart. 
var. brunnea Bgh. 

Mare indicum. 

18. B. atromaculata A. et H. 

Mare indicum. 



') Vgl.: Die Doriopsen des Mittelmeeres, 1. c, S. 298, Note. 



8 



Rudolph Bergh. 



19. D. fumosa (Quoy et Gaim.). 

Mare indicum (Isle de France). 

20. D. imdihimda Bgh. 

Mare indicum (ins. Maur.), ])liilipp. 

21. D. tuber culosa (Ouoy et Gaim.). 

Doris carbunculosa Kelaart. 

Mare indicum (ins. Maur.), pacif. 

22. D. BrocMi Bgh. 

Mare indicum. 

23. D. Bataviensis Bgh, 

Mare indicum. 

24. D. apicalis Bgh. 

var. 

Mare indicum. 

25. D. Semxieri Bgh. 

Mare philipp. 

26. D. modesta Bgh. 

Mare philipp. 

27. D. pellucida Bgh. 

Mare philipp. 

28. D. maculigera Bgh. 

Mare philipp. 

29. D. tristis Bgh. 

Mare philipp. 

30. D. indacus Tapparone-Canefri. 

Mare japonicum (Yokohama). 

31. D. variata Abraham. 

Mare chinense (Ning-p6). 

32. D. nehulosa Pease. 

Mare pacif. 

33. D. scabra Pease. 

Mare pacif. 

34. D. viridis Pease. 

Mare pacif. 
■35. D. affmis Bgh. 
Mare pacif. 

36. D. rubro-lineata Pease. 

Mare pacif. (ins. Huaheine). 

37. D. grisea Bgh. 

Mare pacif. (ins. Huaheine). 

38. D. debilis Pease. 

Mare pacif. (ins. Huaheine). 

39. D. violacea (Quoy et Gaim.). 

Mare pacif. (Nov. Holl.). 



Die Nudihranchiata Jiolohepatica porostomata. 



9 



40. D. lacera (Cuv.). 

Boris WeUingtonensis Abr. 

Mare pacif. (Nov. Zel.). 

41. Z). compta (Pease). 

D. herpetica Bgh. 

Mare pacif. (Apaiang). 

42. Z>. sordida (Pease). 

Mare pacif. (Tahiti). 

43. J). fusceseens (Pease). 

Mare pacif. (ins. Maiao). 

44. D. australis (Angas). 

Mare pacif. 

45. D. gibhulosa Bgh. 

Mare pacif. (Nov. Caled.). 

46. -D. Mariei (Crosse). 

Mare pacif. (Nov. Caled.). 

47. D. Bosseteri (Crosse). 

Mare pacif. 

48. D. Fabrei (Crosse). 

Mare pacif. 

49. D. Fontainii (d'Orb.). 

Mare pacif. orient. 

50. JD. peruviana (d'Orb.). 

Mare pacif. or. 

51. D.? aurea (Quoy et Gaim.). 

Mare pacif. 

52. D.? carneola (Angas). 

Mare pacif. 

53. D.? nodulosa (Angas). 

Mare pacif. 

54. D.? aurita (Gould). 

Mare pacif. 

55. D. australiensis Abr. 

Hab.? 

56. Z>. obscura Abr. 

Hab.? 

57. D. fumea Abr. 

Hab.? 

58. D. foedata Abr. 

Hab.? 

59. D. mammosa Abr. 

Hab.? 

60. D. parva Abr. 

Hab.? 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 2 



10 



Rudolpli Bergh. 



II. Doriopsilla Bgh. 

Doriopsilla Bgh. Die Doriopsen des Mittelmeeres, 1. c, 1880, S. 316—326, 
Taf. 11, Fig. 3—11. 

Corpus nonnihil rigidum, supra granulosum. 

Ganglia huccalia in anteriore parte hulhi pharyngei sita. 

Ausser durch festere Consistenz und die granulirte Beschaffenheit des 
Mantels unterscheidet sich diese kleine Gruppe von der grossen vorigen durch 
die Lage derbuccalen Ganglien am vorderen Ende des Schlundkopfes. 

1. D. areolata Bgh. 

Mare mediterr. 

2. D.? granulosa (Pease). 

Mare pacif. (ins. Sandwich). 

Farn. Phyllidiadae. 

Corpus subcoriaceum, ovale vel elongato-ovale, suhdepressum. — Caput 
indistinctum, apertura oralis poriformis : tentacula hrevia, radice connata et 
velum hrevissimum supra aperturam oralem formantia, sulco praedita, digiti- 
formia vel depressa, libera, rarius (PJiyllidiopsis) affixa; rhinophoria foveis 
retractilia, clavo perfoliato. Truncus extremitatihus fere aequahiliter rotun- 
datis. Notaeum tota circumferentia dilatatum, margine palliali (perinotaeo) 
podarium uhique superminens. Pallium supra fere Semper inaequale, tuherculis 
ohsitum; tuber cula medii dorsi series longitudinales vel quincunces formantia; 
halo tuberculorum anteriorum serierum lateralium rhinophoriis perforatus vel 
rhinophoria Uli contigua; halo tuber culi postici seriei medianae (Fryeria 
genere excepto) apertura anali perforatus vel anus Uli contiguus. Series tuber- 
culorum longitudinales vel quincunces figuris cuneiformibus eradiantibus circum- 
dantur, e tuberculis formatis. Pagina inferior limbi pallialis (hyponotaeum) 
externa parte laevis, interna parte lamellis branchialibus transversalibus confertis 
tenuibus praedita; annulus branchialis antice depressione capitali, dextro latere 
papilla genitali interruptus. Apertura analis postica, mediana, in dorso vel 
raro (Fryeria) inter dorsum et podarium sita; e fundo ipsius emergit tubus 
rectalis erectus, cylindraceus, margine dextro sulculo in porum renalem desinente 
praeditus. Latera trunci humilia. Podarium sat validum, reptile, notaeo 
brevius et praesertim angustius. 

Tubus oralis suctorius magnus, validus, pyriformis, (ut plurimum) 
symmetricus vel asymmetricus ob massam glandulosam regulärem vel irregulärem 
obtegentem; postice in bulbum pharyngeum elongatum, cylindraceum, mandi- 
bulis et lingua destitutum, continuatus. Extremitas postei'ior hepatis non fissa. 
— Penis hamis seriatis armatus. 



Die Nudibranchiata Jiolohepatica porostomata. 



11 



Als besondere Gruppe wurden die Phyllidien von Cuvier (1796) erst auf- 
gestellt und die Gattung von Lamarck und Bose adoptirt. Ganz unzulänglich 
bekannt stand die Gruppe aber bis auf die von mir (1869) gelieferte Monographie,^) 
an welche sich mehrere neuere Untersuchungen von mir angeschlossen haben. 

Die Gruppe umfasst Thiere von einer gewissen, mitunter selbst bedeutenden. 
Grösse und kräftigem Bau; sie sind von etwas lederartiger Consistenz und von 
eigenthümlicher, stark ausgeprägter bunter Farbenzeichnung. — Der Körper ist 
etwas länglich, etwas niedergedrückt, an beiden Enden gleichmässig gerundet; 
etwa an der Mitte findet sich die grösste Höhe, die sich von dort ab gegen alle 
Seiten senkt, einigermassen wie bei den Dorididen. Der Kopf sehr klein, mit 
porenförmiger MundölFnung, die von oben durch Zusammenschmelzen der Tentakel 
etwas gedeckt wird, welche letztere kurz, an der Vorderseite mit oberflächlicher 
Furche versehen, abgeplattet, mitunter auch fingerförmig sind, frei vortretend, 
seltener .(PhylUdiopsis) wie bei den Doriopsen angeheftet. Der Kopf passt in 
eine kleine abgeplattete Grube an der Unterseite des Mantelgebrämes, die Kopf- 
grube. Die Rhinophorien treten durch dreieckige oder rundliche, glattrandige 
OeflFnungen (Scheiden) vorne am Rücken, die neben oder in den Tuberkeln liegen, 
welche dem Vorderende der Seitenreihen von Tuberkeln entsprechen; am Boden 
der Rhinophorgruben sind die Augen nicht zu entdecken; die kurzstielige Keule 
schräg durchblättert, die Blätter der Keule nicht zahlreich (15 — 35). — Der 
Rücken ringsum den übrigen Körper überragend. Die obere Seite (Mantel) mit 
Tuberkeln reichlichst bedeckt, die eigenthümlich geordnet sind. An der ganzen 
Mittelpartie bilden dieselben drei Längsreihen oder mehrere (3) Fünfkreuz (Quin- 
cunces), während die Randpartien von keilförmigen eradiirenden Figuren bedeckt 
sind, deren Spitze gegen die Mitte des Rückens convergirt; am Rückenrande 
selbst stehen kleinere Tuberkel. Die Tuberkel sind einfach oder zusammengesetzt, 
haben aber alle einen helleren und mehr flachen Halo. Bei der PhylUdiopsis 
papilligera treten wahre Papillen auf (wie bei der Gattung PJchinodoris unter 
den Doriden). Während sich die Rhinophoröffnungen vor dem vorderen Tuberkel 
der lateralen Längsreihen, oder seitlich vor der vorderen Quincunx oder in dem 
Halo von jenem finden, liegt hinter dem oder in dem hinteren Tuberkel der 
medianen Längsreihe oder median hinter der letzten Quincunx die feine Oefi'nung, 
durch welche die Rectalröhre hervorgestreckt werden kann, nur bei den Fryerien 
findet sich die Oeffnung median unter dem Mantel, zwischen diesem und dem 
Fusse. Längs der rechten Seite trägt die Rectalröhre eine Furche, die am 
Grunde der Röhre in eine Nierenpore endet. Die Unterseite des Mantels ist 
längs des Aussenrandes glatt; sonst von den parallelen dichtstehenden (150 — 200), 
quergehenden, dünnen, doch ziemlich steifen, dreieckigen oder halbmondförmigen, 
meistens an Grösse alternirenden Kiemenblättern aufgenommen. Der Ring der 
Kiemenblätter vorne durch die Kopfgrube, an der rechten Seite durch die Genital- 
papille unterbrochen, bei den Fryerien hinten noch durch die Analöff'nung. Die 



1) R. Bergh, Bidr. til en Monogr. af Phyllidierne. Natuchist. Tidsskr., 3 R., 1869, V, 
p. 358—542, Tab. XIV— XXIV. 

2* 



12 



Rudolph Bergh. 



Genitalpapille mit den gewöhnlichen drei Oeffnungen wie bei den Doriopsen. — 
Der Fuss ist eine grosse Kriechfläche, die doch schmäler und ein wenig kürzer 
als der Eücken ist; der Vorderrand ein wenig ausgerande-t, mit medianem Ein- 
schnitt, aber ohne Furche; der Schwanz äusserst klein. 

Die Körperbedeckungen sind zu dick und steif, um die Eingeweide durch- 
schimmern zu lassen. Das Coelom sich bis an die Schwanzwurzel erstreckend. 
Die Lage der Eingeweide fast wie bei den Doriopsen. 

Das Centrainervensystem zeigt auch die Ganglien stark zusammen- 
gedrängt, doch weniger als bei den Doriopsen; es ist auch in eine ähnliche zähe 
und ziemlich dicke Bindesubstanz-Kapsel eingeschlossen und von Neurilem über- 
zogen; die Ganglien sind weniger grobkörnig als bei den Doriopsen. Die cerebro- 
pleuralen Ganglien sind wenig von einander geschieden, von denselben mehr 
gesondert steigen die pedalen nach unten und innen ab. Die Commissuren länger 
als bei den Doriopsen, von der pleuralen geht ein Nervus genitalis ab. Die 
proximalen und die distalen Ganglia olfactoria wie bei den Doriopsen; ein 
kleines Gangl. opticum kommt oft vor. Die am hinteren Ende des langen 
Schlundkopfes liegenden buccalen Ganglien rundlich, ausserhalb derselben kommen 
kleine Gangl. gastro-oesophagalia vor. Die Nervenvertheilung ist wesentlich wie 
bei den Doriopsiden. ^) 

Die Augen nicht kurzstielig, der Nervus opticus ziemlich oft schwarz 
pigmentirt. Die Ohrblasen zwischen dem Gehirn und Fussknoten liegend, mit 
zahlreichen Otokonien. Die Blätter der Khinophorien durch lange, auf den 
freien Band senkrecht stehende Spielen steif gemacht. Die Haut mit grösseren 
und kleineren Spielen äusserst reichlich ausgestattet, 2) bei einer Form (Ph. lori- 
cata) fast einen Eückenpanzer bildend. Auch in der interstitiellen Binde- 
substanz kamen solche Spikel ziemlich reichlich vor. 

Die Mundpore leitet bei allen Phyllidiaden in eine ziemlich weite Mund- 
röhre, an deren Grund sich die Oeffnung des Schlundkopfes findet. Bei den 
Phyllidiopsen ist diese Mundröhre wie bei den Doriopsen beschaffen. Bei den 
anderen Gattungen ist die Mundröhre hinten von der (bei den Phyllidiopsen 
und den Doriopsiden freien und nach hinten unter dem Schlundkopfe verlegten) 
Mundröhrendrüse innig eingefasst, die sich aussen als eine Einfassung mit kurz- 
fingerigen oder mehr unregelmässigen Geschwulsten zeigt, die dem Organe ein 
ganz abenteuerliches, symmetrisches oder asymmetrisches Aussehen verleihen; am 
Boden der Höhle zeigen sich die drüsenartigen Körper sehr ausgeprägt, bei den 
typischen Phyllidien als gegen die Schlundöff'nung convergirende Körper. Am 
Mundrohr heftet sich ein Paar sehr starke Retractoren. Der intratubale Theil 
des Schlundkopfes kurz und nicht vorstreckbar wie bei den Doriopsen. Der 
Schlundkopf wesentlich wie bei diesen letzteren, langgestreckt, cylindrisch, dick- 
wandig, auch mit dreieckiger und von starker Cuticula überzogener Lichtung, 
ohne Spur von sonstiger Bewaff'nung, ohne Spur von Mandibeln oder Zunge; 



1) Vgl. miene Monogr., 1. c, 1869, p. 376—382. 

2) Vgl. 1. c, p. 385—390. 



Die NtidibrancJiiata holohepatica porantomata. 



13 



an 3einem Hinterende die buccalen Ganglien und die Speicheldrüsen. Das Hinter- 
ende des Schlundkopfes setzt sich, oft nach einer Einschnürung, in die gestreckt- 
wurstförmige, mehr dünnwandige Speiseröhre fort. Am Ende, mitunter da 
etwas erweitert, geht die Speiseröhre in die auch als Magen fungirende Leber- 
höhle über. Der Darm die Leber hinter ihrer Mitte links durchbrechend, sein 
Bogen kurz und der gerade Verlauf nach hinten nicht lang. Die ganze Länge 
des Darmes meistens nur etwa der ganzen Körperlänge betragend. 

Die Mundröhrendrüse (Gland. ptyalina) nur bei den Phyllidiopsen wie 
bei den Doriopsen frei; sonst, wie erwähnt, mit der Mundröhre verschmolzen 
und dem hinteren Theile derselben durch ihre verschieden geformten Lappen 
(Phyllidia, Fri/eria—Fhyllidiella) ein eigenthümliches Aussehen verleihend. Die 
kleinen Speicheldrüsen (Gland. salivales) wie bei den Doriopsen, am hinteren 
Ende des Schlundkopfes hinter den buccalen Ganglien liegend. Die Leber fast wie 
bei den Doriopsen ; das Hinterende aber nie geklüftet; eine Gallenblase fehlt. 

Das Pericardium mit sammt der Pericardialkieme wie bei den Doriopsen. 
Das Herz und das Gefässsystem ^) auch wesentlich wie bei den letzteren. Die 
wie bei den Doriopsen immer einfache Blutdrüse an der Unterseite des Perito- 
naeums, an der oberen Seite des Schlundkopfes befestigt, abgeplattet, meistens 
gelblichweiss, an der Unterseite lappig. 

Die Niere viel stärker entwickelt als bei den Doriopsen, wo sie fast auf 
eine Urinkammer reducirt ist.^) Die Urinkammer ziemlich weit; der Uringang 
in die Nierenpore endigend, von welcher eine Furche, wegen der Retractilität 
der Eectalröhre, meistens längs des rechten Eandes der letzteren emporsteigt; 
nur bei den Fryerien scheint solche kaum ausgeprägt. Der Nierentrichter wie 
bei den Doriopsen. 

Die Zwitterdrüse den grössten Theil des Vorderendes und der oberen 
Fläche der Leber bekleidend; der Bau wie bei den Doriopsen. Die Ampulle des 
Zwitterdrüsenganges kurz und sackförmig. Der Samenleiter lang, aus einer pro- 
statischen und einer muskulösen Partie wie bei den Doriopsen bestehend; eine 
gesammelte Prostata kommt nicht vor. Die Penisscheide und die Haken- 
bewaffnung der glans fast ganz wie bei den Doriopsen. Der Eileiter, die 
zwei Samenblasen und die Vagina wie bei den Doriopsen. Die Schleim- und 
Eiweissdrüse auch wie bei den Doriopsen: eine Vestibulardrüse fehlt. 

Die Phyllidiaden gehören den tropischen oder wenigstens wärmeren Meeres- 
gegenden an, vorzüglich dem westlichen Theile des stillen Meeres, dem 
indischen und dem rothen Meere. Sie scheinen äusserst apathische, träge und 
in ihren Bewegungen langsame Thiere zu sein, welche Quoy und Gaimard 
(Voy. de l'Astrolabe, Moll., I, p, 291) sich fast nie bewegen sahen, nur als 
gleichsam todt festsitzend. Sie kommen meistens an Korallenriffen, am häufigsten 
unweit vom Ufer vor und oft in Menge (Ph. pustulosa), sollen aber auch (Dict. 
univ. d'hist. nat., X, 1847, p. 60) an Fucoideen kriechend in der Nähe des Ufers 



1) Vgl. meine Monogr., 1. c, p. 410—412. 
Vgl. 1. c, p. 416—421. 



14 



Rudolph Bergh. 



getrolfen werden können, während Semper sie auch aus grösserer Tiefe (bis 
30 Faden) gefischt hat (Ph. varicosa). Vielleicht sind sie Nachtthiere (Quoy 
und Gaimard). lieber die biologischen Verhältnisse dieser Thiere ist 
übrigens fast gar nichts bekannt. Ihre Nahrung wird vielleicht aus verwesenden 
animalischen Substanzen gebildet, die sie durch Saugen aufnehmen. In der 
Verdauungshöhle wurde (von mir) immer nur ^unbestimmbare thierische Masse, 
mitunter mit Diatomeen und feinsten Sand- und Kalkkörperchen vermischt, ge- 
funden. Sie vergiessen, „ganz wie die Limaceen" (Semper), durch Irritation 
ein reichliches weisses Secret, das von den Hautdrüsen herrührt und auch den 
durchdringenden Geruch dieser Thiere bedingt. Semper hat bei einer Form 
(Ph. pustulosa), die er in vier Individuen über acht Tage lebend beobachtete, 
die Paarung gesehen, welcher Function die Thiere aber sehr fleissig oblagen. 
Jede Copulation schien mehrere Stunden zu dauern, darnach wechseln die Indi- 
viduen, und so geht es Tage lang fort; in den ersten Tagen paarten sie sich 
wenigstens dreimal in 12 Stunden, später nur einmal im Tage; bei keinem 
dieser Individuen kam es aber zum Eierablegen. Collingwood hat bei einer 
Art (Ph. nohilis) das Laichen gesehen und den Laich als ein langes, schmales 
Band abgebildet.^) Von der Ontogenie ist überhaupt nichts bekannt. 

Der Familie gehört eine kleine Reihe von Gattungen an. 

1. Phyllidia (Cuv.) Bgh. 

R. Bergh, Bidr. til en Monogr. af Phyllidierne, 1. c, 1869, p. 360—455, 
499—510, Tab. XIV— XIX. 

— Malakologische Unters., Heft X, 1876, S. 377-383. — Supplement- 
heft I, 1880, S. 8. — Heft XVI, 2, 1889, S. 858. - Heft XVII, 
1890, S. 972. 

— Neue Nacktschnecken d. Südsee, I. Journ. d. Mus. Godelfroj, Heft II, 
1873, p. 1—11. 

Borsum tuherculis elongatis, plus minusve confluentibus ohsitum, medio 
mricositates longitudinales formantibus. Äpertura analis dorsalis. 
Forma tubi oralis glandula ptyalina obtecti symmetrica. 

1. Ph. varicosa Lamarck.^) 

Ph. ocellata Cuv. 
Ph. fasciolata Bgh, 
Ph. annulata Gray. 
Ph. ceylanica Kelaart. 

Mare indicum, pacif. 

2. Ph. arabica Ehrbg. 

Mare rubr. 

^) Collingwood, On some new species of Nudibrancliiate moll. Trans. Linn. Soc, 2 ser., 
II, 2, 1881, p. 136, pl. 10, Fig. 23. 

2) Vgl. übrigens für die Synonymik dieser Art meine Monogr., 1. c, p. 499 — 500. 



Die Nudibranchiata holohepatica x>ovostomata. 



15 



3. Fh. elegans Bgh. 

Mare philipp. 

4. Ph. rosans Bgh. 

Mare pacif. 

5. Ph. loricata Bgh. 

Mare pacif. 

IL Phyllidiella Bgh. 

E. Bergh, Bidr. til en Monogr. af Phyllidierne, 1. c, 1869, p. 455—492, 
510—513, Tab. XX— XXIV. 

— Malakologische Unters., Heft X, 1876, S. 382—383. — Heft XVI, 
2, 1889, S. 859. — Heft XVII, 1890, S. 973. 

— Neue Beiträge zur Kenntniss der Phyllidiaden. Verhandl. der k. k. 
zool.-botan. Gesellsch. in Wien, XXV, 1875, S. 661—662. 

Borsum proprium tuhercuUs discretis vel pro parte confluentibus quin- 
cunces formantibus obtectum. Apertura analis dorsalis. 

Forma tubi oralis glandula ptyalina obtecti asymmetrica. 

1. Ph. pustulosa (Cuv.). 

Ph. albo-nigra Quoy et Gaim. 
Mare indicum, pacif. 

2. Ph. nobilis Bgh. 

Ph. spectabilis Collingwood. 
Mare indicum, pacif. 

3. Ph. nigra (von Hass.). 

? Fryeria variabilis Collingwood. 
Mare indicum, pacif. 

4. Ph. verrucosa (von Hass.). 

Mare indicum. 

III. Fryeria Gray. 

R. Bergh, Neue Beiträge zur Kenntniss der Phyllidiaden, 1. c, 1875, 
S. 662—669, Taf. XVI, Fig. 5-10. 

— Malakologische Untersuch., Heft XVI, 2, 1889, S. 859, 862—865, 
Taf. LXXXIV, Fig. 19—22. 

Borsum fere ut in Phyllidiis propriis. Apertura analis postice inter 
Pallium et podarium linea mediana sita. 

Forma tubi oralis glandula ptyalina obtecti sat symmetrica. 
1. Fr. Rueppellii Bgh. 

Ph. pustulosa (Cuv.) Rüppell. 
Fryeria pustulosa Gray. 

Mare rubr., africano-indicum. 



16 



Rudolph ßergh. Die Nudibranchiata holohepatica 2}orosfoniata. 



IV. Phyllidiopsis Bgh. 

E. Bergh, Neue Beiträge zur Keniitniss der Phyllidiaden, 1. c, 1875, 
S. 670—673, Taf. XVI, Fig. 11—15. 

— Malakologische Untersuch., Heft XVI, 2, 1889, S. 859, 866—867, 
Taf. LXXXIV, Fig. 23—27. 

— Rep. 011 the Nudibranchiata. Bull, of the mus. of compar. zool. of 
Harvard Coli., XIX, 3, 1890, p. 175-178, PI. II, Fig. 7-14. 

Borsum fere ut in Phyllidiis propriis. Tentacula affixa. Äpertura analis 
dorsalis. 

Tubus oralis ut in Doriopsidibus. Glandula ptyalina discreta. 

1. Ph. cardinalis Bgh. 

Mare pacif. 

2. Ph. striata Bgh. 

Mare africano-indicum. 

3. Ph. papilligera Bgh. 

Mare mexicanum. 



17 



Prunus Salzeri. 

Von 

Robert Zdarek. 

(Mit Tafel I und 6 Zinkographien.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Decemter 1891.) 



In der Carinthia, Jahrgang 1887, Nr. 12, beschrieb ich eine neue Trauben- 
kirschenart und benannte dieselbe zu Ehren des k. k. Hofrathes Herrn Johann 
Salz er, der sich um die Hebung der Landescultur in Kärnten sehr verdient 
gemacht hatte, Prunus Salzeri. 

Der Grund, warum ich diese Pflanze nochmals einer Beleuchtung unter- 
ziehe, mag in der ersten, nur flüchtigen Beschreibung die Eechtfertigung finden. 

Zu verwundern wäre, dass eine neue Art, ein so stattlicher Baum, sich 
den Blicken der Botaniker so lange entzogen hat, wenn diesem nicht die flüchtige 
Aehnlichkeit mit der nahen Verwandten, der Prunus Padus L., mit der sie bis 
jetzt verwechselt wurde, entgegen zu setzen wäre. 

Darum sei mir auch gestattet, bei meinen Auseinandersetzungen diese 
Verwandte stets zum Vergleiche heranzuziehen, um die Unterschiede desto mehr 
beleuchten zu können und auch ihre Berechtigung als eine gute Art der Unter- 
gattung Padus Mönch nachzuweisen. 

Die Prunus Salzeri erreicht nach den Exemplaren, die ich sah, bei einem 
annähernden Alter von 45 Jahren eine Höhe bis 15 m und einen Stammdurch- 
messer über dem Boden von 32 cm. Sie unterscheidet sich in ihrem Habitus von 
der Prunus Padus durch den schlankeren Wuchs, dünnere Beastung 
und die ausgesprochene Neigung zur Spanrückigkeit, in welch letzterer 
Richtung sie sich ähnlich verhält, wie Carpinus, dann in der grauen Färbung 
der Rinde, wobei die längsrissige Borke der älteren Stämme sich nur 
schwach ausbildet. 

Die graue Färbung des secundären Hautgewebes dürfte die nachfolgende 
Erklärung finden: Die Phellogenzellen zwischen Saftperiderm und Collenchym- 
schichten sind, wie ebenfalls auch die Peridermzellen, viel zarter gebaut und 
darum nicht so compact, wie bei Prunus I'adus. Die zartwandigen Schichten 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 3 



18 



Robert Zdarek, 



des Periderms zerreissen beim Dickerwerden des Stammes viel leichter, lösen sich 
ab und es bildet sich keine so starke Peridermschichte. Der weniger compacte 
Bau dieses Gewebes, wie auch die theilweise Lostrennung der äussersten Lage 
gestattet der Luft mehr Zutritt und es bildet sich auf diese Weise eine lichtere 
Färbung, so zwar, dass die Rinde der Zweige, der schwächeren Aeste, wie auch 
der alten Stämme der Prunus Salzeri grau ist und bleibt, während die Rinde 
der jungen Aeste der Prunus Padus grünlichbraun und braun, jene der 
älteren Aeste und Stämme schwärzlich erscheint. 

Das Holz ist gelblichweiss, ähnelt dem der anderen Prunus -Arten, nur 
ist es weisslicher. Der anatomische Bau zeigt keine wesentlichen Unterschiede, 
aber auch hier tritt der zartere Bau überwiegend hervor. 

. Die Höhe der Markstrahlzellen (am Radialschnitte beobachtet) variirt bei 
Prunus Salzeri zwischen 15 — 25^, meistens ist dieselbe 17 — 20 während 
jene der Prunus PafZtts eine Höhe von 15 — 42 besitzen; gewöhnlich schwanken 
dieselben zwischen 25 — 30 fi. Trotz der kleineren Markstrahlzellen der Prunus 
Salzeri ist die Wand derselben stärker, aber ungleichmässig verdickt. Die Zell- 
wanddicke schwankt von TS — 5^, wovon die Verdickung manchmal eine Stärke 
von 1*3^ erreicht. Die Zellwanddicke der Markstrahlen bei Prunus Padus 
bewegt sich zwischen r2 — 2'5 ^, selten erreicht sie 4^. 

Bei beiden Arten kommen am häufigsten dreireihige und einfache, manch- 
mal auch zweireihige und in einzelnen Fällen auch vierreihige Markstrahlen 
vor. Die dreireihige Markstrahlengruppe der Prunus Salzeri fand ich constant 
34 breit, bei schwankender Höhe von 325 bis höchstens 600^; dieselbe er- 
reicht bei der Prunus Padus eine Breite bis 44 und eine Höhe bis 850 ^. 

Die jungen Zweige sind bei der ersteren Art stets dicht behaart, die 
Blattknospen kegelförmig, spitz, schwarzbraun, die Spitze ins Karmin- 
rothe übergehend, dagegen die Zweige der letzteren Art kahl oder schwach 
behaart, die Blattknospen schwarzbraun und braungelb. 

Die Blätter der Prunus Salzeri sind oval, spitz, in den Blattstiel ver- 
schmälert und vorherrschend scharf einfach gesägt. Sie erreichen eine Länge 
von 10 cm, eine Breite von 5 cm, bei einer Länge des Blattstieles von VI cm und 
sind dünner, als jene von Prunus Padus. Die Unterseite derselben ist lichtgrün, 
oft ins Weissliche übergehend. 

Die Blätter der Prunus Padus sind meist eiförmig oder ei-lanzettförmig, 
nicht in den Blattstiel verschmälert und wenigstens bei den Exemplaren der 
Voralpen vorwiegend doppelt scharf gesägt, Taf. I, Fig. 1 zeigt den beiderseitigen 
Typus. 

Die weisslichere Unterseite der Blätter von Prunus Salzeri rührt einerseits 
von einem starken Wachsüberzuge her, welcher bei Prunus Padus nur sehr 
schwach angetroffen wird, ferner von papillenartigen Verdickungen der Zell- 
wände an der Unterseite des Blattes, Taf. I, Fig. 2, wobei an den Unebenheiten 
die sich brechenden Lichtstrahlen eine weisslichere Färbung hervorrufen. Die in 
Fig. 2 vorgeführten Blattdurchschnitte sind gleichartigen Blättern entnommen. 



Prunns Salze,ri. 



19 



Nach den Torgeuommeuen Messungen stellen sich nachstehende Ver- 
hältnisse heraus: 

Prunus Salzeri: 1. Dicke der Blattspreiten 92*5 ^a. 

2. Cuticularschichten an der Oberseite des Blattes 43 ^. 

3. Oberhautzelle sammt Zellwand 14^. 

4. Cuticula 0-12,4^. 

5. Länge der Palissadenzellen 17'5— 25 ^. 
Prunus Padiis: 1. Dicke der Blattspreiten 115^. 

2. Cuticularschichten an der Oberseite des Blattes 0'25^. 

3. Oberhautzelle sammt Zellwand 20^. 

4. Cuticula 0-12 ^a. 

5. Länge der Palissadenzellen 32'5 ^u. 

Hier ergibt sich wieder die interessante Erscheinung, ähnlich wie bei den 
Markstrahlen, dass trotzdem die Höhendimensionen der Oberhautzellen kleiner 
sind als bei Prunus Padus, deren Cuticularschichten dennoch stärker ausgebildet 
erscheinen. 

Der eigenartige Bau der Oberhautzellen, resp. ihrer Zellwände, sowohl an 
der Ober- wie auch an der Unterseite verleihen dem Blatte schon bei näherer 
makroskopischer Untersuchung ein charakteristisches Gepräge. 

Taf. I, Fig. 3 führt die Oberhaut der Unterseite der Blätter beider Arten 
vor, wobei von Interesse ist, dass die Zellen bei Prunus Padus nach Fixirung 
des ihnen zugewiesenen Zellraumes in Folge nicht beendeten Membranwachs- 
thumes die vorgeführte Form annehmen mussten. Diese Erscheinung fand ich 
bei Prunus Padus vorherrschend, bei Prunus Salzeri äusserst selten und dann 
nur in geringem Masse. 

Die Schliesszellen der Spaltöffnungen besitzen bei Prunus Salzeri, und 
zwar bei kleinen Blättern eine Länge von 13"7 — 17'5 ^, bei grösseren Blättern 
eine Länge von 17'5 — 23*8^; jene von Prunus Padus bei kleineren Blättern 
eine Länge von 20 — 27'5 bei grossen Blättern eine solche von 20—30 ^. 

Der Blattstiel der Prunus Salzeri ist an der Oberseite scharf einge- 
schnitten und stets stark behaart, die zwei Drüsen gleichfalls immer 
stark behaart. 

Der Einschnitt bei dem Blattstiele der Prunus Padus ist nicht so scharf 
eingeschnitten oder verläuft oval, ist entweder ganz glatt oder nur 
schwach behaart, die Drüsen glatt, glänzend oder selten mit ein- 
zelnen Haaren besetzt (Taf. I, Fig. 4). 

Bekanntlich färben sich die Blätter der Prunus Padus oder doch wenig- 
stens deren Nervation stark roth, was bei Prunus Salzeri nicht geschieht. Hier 
entfällt das Hervortreten des Anthokyans entweder gänzlich oder es färben sich 
nur etwas die Blattstiele. In seltenen Fällen wird die Nervation schwach röthlich. 

lüflorescenz eine hängende Traube, stark duftend. Blüthe actinomorph, 
monoclin. Blüthenachse becherförmig, stark behaart und intensiver orangegelb 
als bei Prunus Padus. Kelchblätter fünf, tief gezähnt. Corollblätter fünf, 

3* 



20 



Eobert Zdarek. 



weiss, oval und stark bis zu zwei Dritteln des Umfanges und darüber 
gezähnt. Androeceum fand ich stets aus 30 Stamina bestehend und 
in drei Wirtein angeordnet; Gynaeceum aus einem Carpell mit zwei hängenden 
Samenknospen bestehend. Stigma endständig mit kopfiger Mündung. Der Stylus 
vorerst gerade, später gekrümmt. 

Bei Prunus Padus sind die Corollblätter vorn zugestutzt und 
nur dieser Theil oder höchstens bis zur Hälfte des Umfanges ge- 
zähnt. (Taf. I, Fig. 5.) Das Androeceum fand ich nach vielen Untersuchun- 
gen nicht gleichartig. In den meisten Blüthen waren 20 Stamina 
in zwei Wirtein angeordnet; nicht selten fand ich 20 Stamina in 
zwei Wirtein und im dritten, mittleren Wirtel nur fünf Stamina 
(siehe untenstehende Abbildung). 




Diagramm Diagramm 
der Blüthe von Prunus Salzeri. der Blöthe von Prunus Padus L. 

In den meisten Fällen fehlt der 
mittlere Wirtel der Stamina. 

Die dritte, innerste Wirtelstellung fand ich bei Prunus Padus aulFallend 
den zwei anderen näher gerückt, wohingegen bei Prunus Salzeri die Wirtel 
auffällig auseinandergerückt und regelmässiger nach der Tiefe 
über den Blüthenboden vertheilt sind. 

Die Frucht der Prunus Salzeri mit fleischigem, ziemlich wohlschmecken- 
dem Mesocarp (Sarcocarp); das Endocarp zur Steinschale umgewandelt, welche als 
ein Mittelglied zwischen den glatt- und netzgrubigschaligen betrachtet werden 
kann. An der Ausbauchung des Endocarps befindet sich eine glatte 
Fläche, um welche die Furchen constant eine gleiche Zeichnung 
bilden. Epicarp grüngelb. (Taf. I, Fig. 6.) 

Der Steinkern der Prunus Padus ist stets netzgrubig, grösser und die 
Länge desselben bewegt sich zwischen 6 und 7 mm, die Breite zwischen 4^/4 und 
5^/2 mm, der der Prunus Salzeri hingegen besitzt eine Länge von 4 — 5 mm 
und eine Breite von 3—3^/2 mm. 

Die Dicke des Endocarps der letzteren Art ist beim Längsschnitte im 
Mittel 47 mm und schwankt zwischen 357 und 952 mm, beim Querschnitte 
im Mittel 527 mm und unterliegt den Schwankungen 47— 782 mm. 



Prunus Salzeri. 



21 



Die Dicke des Endocarps bei Prunus Padus weist im Längsschnitte im 
Mittel 0"765 mm und eine Schwankung von 0"561 — ri9mm auf, im Querschnitte 
im Mittel 561 mm und die Grössen bewegen sich zwischen 51 und 621 mm. 
Die Sclerenchymzellen beider besitzen keinen namhaften Unterschied und er- 
scheinen im Querschnitte polygonal, kreisrund oder oval; ihre Grösse schwankt 
von 0'21 — 0'42 mm im Durchmesser. (Siehe untenstehende Abbildung.) 




a h c d 



a Längs-, b Querschnitt durch den Steinkern von Prunus Salzeri. 
c Längs-, Querschnitt durch den Steinkern von Prunus Padus h. 
(2 mal vergrössert.) 

Epicarp der Prunus Padus ist schwarz, Mesocarp schmeckt 
bittersüss. 

Die Blüthe der Prunus Salzeri erscheint im Mai um acht 
bis vierzehn Tage früher als bei Prunus Padus; ähnlich verhält es 
sich mit der Keife der Frucht. 

Vorkommen, Der mir bekannte Verbreitungsbezirk erstreckt sich überall 
auf die subalpine Eegion. Es sind mir nachstehende Fundorte bekannt, und zwar 
in Kärnten: Paternion, 550 m, auf Thonglimmerschiefer, nördliche Abdachung; 
Fresach, in südlich geneigter Lage, 718 m; Eudersdorf und St. Paul im Drau- 
thale, auf Gneis und südliche Abdachung, 640 m; Kellerberg, auf Thonglimmer- 
schiefer, 520 m; Kreuzen, auf gegen Süden geneigter Berglehne, dolomitischer 
Kalk, 900 m; Hermersberg bei Deutsch-Bleiberg, nordwestliche Abdachung, Gutten- 
steiner Kalk, 872 m; Gajach im Drauthale, 610 m; St. Paul im Lavantthale, 
400m; Stall im Möllthale, 850 m, dann nach David Pacher bei Tiffen, Ober- 
Vellach, jedoch nur vereinzelt. 

In Steiermark soll sie im Gössgraben bei Trofaiach vorkommen. Freiherr 
V. Hausmann führt in seiner Flora von Tirol nach Unger eine weissfrüchtige 
Traubenkirsche als bei Kossen im Unterinnthale häufig an. Ob nun die Trauben- 
kirschen der zwei zuletzt angeführten Standorte mit Prunus Salzeri identisch 
sind oder sich auf Prunus Padus L. var. leucocarpa beziehen, kann ich nicht 
beurtheilen. 

Prunus Padus L. var. leucocarpa hat mit Prunus Salzeri nichts zu 
schaffen und der der letzteren Pflanze vom Volke gegebene Name „Weisselse" 
dürfte Ascherson und Magnus (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in 
Wien, XLI, 1891, S. 693 u. 694) verleitet haben, diese Art mit der Varietät 
leucocarpa zu verwechseln. Der Name „Weisselse" rührt von der weisseren 
Färbung der Unterseite der Blätter, wie der Einde, nicht aber von der der 



22 



Robert Zdarek. 



Frucht her, welche grüngelb ist und sich am treffendsten in der Farbe mit 
einer reifen Keineclaude vergleichen lässt. 

Es sei mir gestattet, an dieser Stelle des mir bekannten Vorkommens der 
verschiedenen Leucocarpa-¥ovmen in Kärnten zu erwähnen. In Bleiberg-Kreuth 
(850 m Seehöhe) befindet sich eine Primus Padus L. var. leucocarpa, welche 
aber nur auf der der Sonne abgekehrten Seite weisse Früchte trägt, Früchte, 
in derem Fruchtfleische jedes Pigment vollkommen mangelt. Es befinden sich 
am gleichen Stamme daher weisse, schwarze und halbweisse und halbschwarze 
Früchte. An den halbschwarzen und halbweissen Früchten ist der Uebergang 
der Farben ein ziemlich schneller und spielt bald ins Bläuliche, bald ins Eöth- 
liche oder es ziehen rothe Adern in das Porzellanweisse hinüber. Die Leuco- 
cai'pa-Formen sind speciell bei Bleiberg ziemlich häufig. Ein Samhucus nigra 
steht im Frohnwalde bei Heiligengeist knapp neben dem Fahrwege und trägt 
gleich wie die erwähnte Leucocarpa-Form der Prunus Padus an der der Sonne 
abgekehrten Seite weisse Früchte. Der Uebergang der zwei Farben weiss und 
schwarz ist gleich wie bei der Padus leucocarpa-Form. Vaccinium Myrtillus L. 
var. leucocarpum Dumort. kommt constant mit weissen Früchten im „Hoch- 
walde" (1500 m Seehöhe) vor; Vaccinium uliginosum L. var. leucocarpum ist 
ebenfalls nicht selten in der dortigen Gegend. 

Es sei erwähnt, dass bei Bleiberg auch die Hepatica triloha meist weisse 
Blüthen hervorbringt, und die Form mit rothen Blüthen fast so häufig ist, wie 
die mit blauen Blüthen. 

Die Prunus Salzeri kommt meist in Untermischung mit Prunus Padus 
entweder vereinzelt oder in kleinen Horsten an Feldrainen, Hutweiden, Wald- 
rändern und im Walde, immer aber seltener als diese ihre nächste Verwandte 
vor, und wenn ihr auch frischer, humoser und fruchtbarer Boden besser zusagt, 
so fand ich sie doch auf sehr steinigem Kalkboden immer noch ziemlich üppig 
gedeihen. 

Nach dem Abhiebe entwickelt sie, wie auch die anderen Traubenkirschen- 
arten, einen reichlichen Stockausschlag. Die zahlreich vorkommenden Wurzel- 
loden erleichtern ihre rasche Vermehrung. Als Waldbaum wird sie, ausser in 
Untermischung im Niederwaldbetriebe, schwerlich je eine Bedeutung erlangen, 
wenn auch der Forstwirth ihr öfter begegnen dürfte; dagegen empfiehlt sie sich 
wegen ihres eleganten Wuchses und angenehmen Wohlgeruches der Blüthe als Zier- 
baum, eventuell als Zierstrauch. Die Frage, ob die nicht unangenehm schmeckende 
Frucht bei erzielter Veredlung mit dem anderen Edelobste auf der Tafel eine 
Concurrenz aushalten könnte, wage ich nicht zu beantworten, glaube aber, dass 
der Versuch der Mühe werth wäre. Das Holz selbst nimmt Politur sehr gut an 
und eignet sich als Möbelholz, wenn es auch in dieser Eichtung nie eine nennens- 
werthe Rolle spielen dürfte. 

Die Frucht fand ich von Exoascus pruni Fuckel deformirt, wie auch 
die Blätter mit Beutelgallen eines Phytoptus behaftet. Es lässt sich voraussetzen, 
dass viele Schädlinge anderer Prunus -kxtQji auch diesen Baum nicht verschonen 
werden. 



Prunus Salzeri. 



23 



In Kärnten wird sie „Weisselse" genannt und ihr vom Volke auch Zauber- 
kräfte zugesehrieben, die sowohl gegen Hagelschlag Schutz bieten, wie auch sonst 
günstigen Einfluss auf eine gute Feldfruchternte ausüben sollen. 

Im Möllthale, Umgebung Winklern, werden zu Ostern in den „Palmbesen" 
Zweige von „Weisselsen" gesteckt und zur Weihe in die Kirche getragen. Aus 
diesen Zweigen werden Kreuze gemacht und auf jedes Feld je drei gesteckt, 
welche dann die Saat vor Hagelschlag schützen sollen. Dieser Aberglaube besteht 
auch im Lavantthale. Im Möllthale wird ausserdem aus den Ruthen der „Weiss- 
elsen" ein Ring geflochten, „Saaring" (Säering), welcher bei jeder Feldfruchtsaat 
in das Saatgetreide kommt; der Säemann nimmt die auszusäende Saat nur durch 
diesen Ring. Hiedurch soll die Frucht nicht nur vor Hagelschlag mehr geschützt 
werden, sondern auch besser gedeihen. 

In Obersteiermark werden hie und da die zu Ostern geweihten Zweige dieses 
Baumes in die Stallungen gesteckt, um das Vieh vor ansteckenden Krankheiten 
zu schützen. 

Von dieser Art, als Kreuzung mit Prunus Padus, sah ich auch einen 
Bastard mit rothen Früchten, der im Typus der letzteren Art zuneigte. Den 
früheren Standort der beiden Prunus -Arten in der Nähe des Bastardes habe ich 
constatiren können. Sein Vorkommen ist Deutsch-Bleiberg bei Kadutschen in 
Kärnten. 



24 



Eobert Zdarek. Prunus Salzer L 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel I. 

Fig. 1. Typische Laubblätter; a) Prunus Salzeri, b) Prunus Padus L. 
(halbe Grösse). 

„ 2. Querschnitt durch das Blatt (etwas unterhalb der Mitte desselben) ; 

a) Prunus Salseri, h) Prunus Padus L. (220 mal vergrössert). 
„ 3. Oberhaut der Blattunterseite; a) Prunus Salzeri, h) Prunus 

Padus L. (220 mal vergrössert). 
„ 4. Querschnitt durch die Mitte des Blattstieles; a) Prunus Salzeri, 

h) Prunus Padus L. (12V2nial vergrössert). 
„ 5. Typische CoroUblätter; a) Prunus Salzeri, b) Prunus Padus L. 

(4 mal vergrössert). 

„ G. Typische Steinkerne; a) Prunus Salzeri, b) Prunus Padus L. 
(2 mal vergrössert). 



Vc7'h<iH(il . (1er li'.lt.zool. ho f. Oes. 



Taf.I. 



B.Zdxireh: 

lWmui> Salzeri 






25 



Spieilegium Malaeologieum. 

Neue Binnenconcliylien in der paläarktischen Region. 

Von 

Dl. Carl Agardli Westerlund. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. December 1891.) 

L 

Genus Hyalinia Agass. 

Hyalinia (Polita) upsaliensis n. sp. 

Testa sat anguste umbilicata, umhilico regulariter lente dilatato, de- 
pressa, subdiscoidea, forte olivaceo-micans, supra rufobrunnea, infra coerule- 
scenti lactea, irregulariter sat forte sed obscure striata; an fr. 5^/2 — 6, primi 3 — 4, 
regulariter lente, caeteri forte accrescentes, sat convexi, ad suturam impressam, 
obscure et valde marginatam, dense striatam, subangulati, ultimus penultimo 
circa ^/s latior, compressus, ad peripheriam rotundatus, supra convexior, infra 
complanatus, ab origine usque post medium longitudinis aeque altus, superne 
anfractum praecedentem levissime super jacens; apertura subhorizontalis, leviter 
excisa, rotundato-ovata, margine basali levissime armato; regio umbilicalis late 
concava. Lat. 12, alt. 4 5 mm. 

Hab. Upsala in Schweden. 

Diese schöne hochnordisclie, zahlreich im botanischen Garten bei Upsala 
von Prof. P. T. Cleve gefundene Art hat ihre nächstverwandten Formen, Hya- 
linia meridionalis, alhambrae und calpica, in Süditalien und Südspanien. Von 
diesen unterscheidet sie sich reichlich durch die sehr dunkle Farbe der Oberseite, 
die kantenlose abgerundete Peripherie, den zum grössten Theile gleichdicken 
letzten Umgang, der sehr wenig auf den vorletzten hinübergreift, die ausgehöhlte 
Nabelgegend u. s. w. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abli. 4 



26 



Carl Agardh Wcsterlund. 



Hyalinia (Polita) bellis n. sp. 

Testa umhilicata, convexo-depressa, nitidissima, fulva, late circa umbiU- 
cum albescens, obsolete irregulariter striata, vertigiis obsoletissimis linearum 
spiralium; spira parva, subtectiforrtii-depressa, apice prominulo ; an fr. 5^/^, con- 
vexiusculi, primi lente accrescentes, duo Ultimi latiores, penultimus praecedente 
fere duplo latior, ultimus vix V4 penultimo major, lentissime accrescens, antiee 
ne minime dilatatus, subtus convexiusculus, ad aperturam rectus; sutura late 
marginata, dense striata, linearis (non impressa); umbilicus sat angustus, in- 
fundibuliformis et pervius, omnes anfractus praebens, ad aperturam non dila- 
tatus; apertura descendens, late ovato-lunaris, margine exteriore et basali forte 
arcuatis. Lat. 10, alt. 5'5 mm. 

Hab. Sicilien, Nociforo unweit Vizzini (C. Cafici). 

Eine grosse Hyalinia alliaria-¥ orm, die sicli noch durch das Verhältniss 
der Umgänge, die Convexität der Spira, den Nabel und die Mündung auszeichnet. 

Hyalinia (Helieophana) aegopsinoides Maitz. 

Dr. Kobelt spricht in seiner Iconographie, N. F., unter den Fig. 666 
und 667 seine berechtigte Indignation über mein Verfahren aus, die Helix zoni- 
tomaea Let. (nebst den Verwandten Helix lenabaria Let. und Helix catobia Bgt.) 
in die Gattung Hyalinia Ag. zu stellen (Fauna der Binneuconchylien, I, 1886). 
Es freut mich desshalb sehr, mittheilen zu können, dass ich lange vor meinem 
Freunde Dr. Kobelt diesen Fehler eingesehen und denselben verbessert habe, 
sowohl in der Fauna, H. II, 6 (Juni 1889), als im Supplement 1, das im April 

1890 den Subscribenten und der Firma Friedländer & Sohn in Berlin zugesandt 
wurde, also einen Monat früher als das betreffende Heft der Iconographie (welches 
erst im Mai- Juni-Heft des ,,Nachrichtblattes" angemeldet wurde und mir durch 
eine Versendung von C. W. Kreidel's Verlag zufälliger Weise erst im December 

1891 bekannt wurde). Im Supplement spreche ich ausdrücklich aus, dass die 
Gruppe Helieophana für Hyalinia aegopsinoides Maitz, aufgestellt war und dass 
die drei hyalinienähnlichen Helices irrthümlich in derselben untergebracht waren, 
welchen ich auch selbstständig einen mit Kobelt 's Ansicht genau übereinstim- 
menden Platz in der Gattung Helix gegeben hatte. Dr. Kobelt sagt endlich: 
„Eine eigene Gruppe ist wohl das Mindeste, was diese seltsame Form (Hyalinia 
aegopsinoides) verlangen kann", und damit hat er die Berechtigung meiner 
„Schöpfung" der Helieophana anerkannt, welcher er auch den neuen Namen 
Cretozonites gibt, ein Name, der doch dem älteren Helieophana weichen muss. 

Genus Leiicochroa (Beck) Albers. 

Leucochroa (Calearina) debeauxi Kob. 

Var. hypo2}]tysa mihi. 

Testa superne fossulis et tuberculis densissime minutissimeque obtecta 
[omnino sine rugulis undulatis ceteroquin saltem passim in typo distinctis), 



Neue Binuenconchylien in der piilaarktisclien Region. 



27 



sci'lptura quae late tu latus inferius transit; aufr. sabplcmulaü. ultimus supra 
convexiusculus, infra ventrosa, carina antice ohsoUta in mcdio anfractics posita. 
Lat. 15, alt. 10 mm. 

Hab. Algerien. 

Genus Helix L. 

Helix (Patula) rotundata Müll. 
Var. infracostata mihi. 

Testa clepressa; anfr. 7 — 7^/2 (in typo rarissimc plures quam 6 — 6^/2), 
planulati vel convexinsculi (non hene convexi), ultimus compressus, utrinque 
aequaliter convexiusculus, ad peripheriam rotiindatus (in typo superne ohtuse 
angulatus, suhtus multo convexior), utrinque aequaliter, valde acutique, costatus 
(non infra multo dehilius et dense, saepe obsolete costulatus). 

Hab, Italien, Monte Majello in den Abruzzen. 

Diese Form ist die Helix abietina Paulucci (non Bourg.), welche Art also 
aus der Famia Italiens und wahrscheinlich auch Sardiniens zu streichen ist. 

Helix (Patula) ehaperi n. sp. 

Per affinis Helix ruderatae, sed multo minor (lat. 4 mm) et depressior 
(alt. 2 mm), anfr. 5V2 (non 4—5), multo lentius accrescentes , angusti, ultimo 
quam penultimus vix majore, supra et circa umhilicum costata, de caetera infra 
tenuissime denseque striata. 

Hab. Schweiz, in Montlaville, Canton Vaud, bei 1200 wo Herr Chaper 
aus Paris sie entdeckt und mir freundlichst Exemplare mitgetheilt hat. 

Helix (Wummulina) spiroxia Bourg. 
Var. harmosa mihi. 

Testa corneo-albida, unicolor, irregulariter et sat distanter ruguloso- 
striata, lineis spiralibus obsoletissi^ne munita; carina obtusa utrinque compressa; 
apertura intus albolabiata. Lat. 14, alt. 5 5 mm. 

Hab. Syrien, bei Alexandrette (Coli. J. Ponsonby). 

Helix (Triehia) hispida L. 
Var. tardigyra mihi. 

Testa in fundibuli forme umbilicata, convexa, interdum valde convexa, 
obscure brunnea, striata, setis brevibus curvatis dense obsita; anfr. 6, perlente 
accrescentes, convexi, sutura impressa separati, ultimus penultimo vix major, 
superne obsolete obtusissime angulatus; apertura horizontalis, margine basali 
substricte, intus forte albolabiata. Lat. 6, alt. 4 mm. 

Hab. Schweden, in Skäne und auf Gotland ; Deutschland, bei Vegesack etc. 

4* 



28 



Carl Agardb Weste rlund. 



Helix (Xerophila) patriareharum n. sp. 

Testa rimata vel fere öbtecte perforata, glohoso-turhinata vel glohosa, 
spira late conica, acuta, utrinque aequaliter et paullo irregulariter grosse striata 
vel costata, cretaceo-albida, fascia lata hrunnea supramediana usque ad apicem 
juxta suturam producta, infra fasciis 1 — 2 angustioribus notata; an fr. 6, regu- 
lariter accrescentes, convexiusculi, ultimus altitudine spirae aequalis, ventroso- 
rotundatus, infra paullo complanatus, antice rectus; apertura lunato-circu- 
laris, intus pone marginem valide alholdbiata, margine basali aperti, spirali 
reflexo. Lat. 10, alt. 9 5 mm. 

Hab. Palästina bei Hebron (Coli. J. Ponsonby). 

Nächstverwandt der Helix didieri (Bgt.) West., aber verschieden durch 
eine ganz andere Sciüptur, regelmässig zunehmende Umgänge, deren letzter 
bauchig und gerundet ist, breites starkes Oberband u. s. w. 

Helix (Xerophila) elausella n. sp. 

Testa punctiforme perforata (perforatione intus forte, clausa, ad aper- 
turam cum margine columellari stricte sursum prolongato, minime dilatato), 
supra vix convexiuscula, suhlaevigata, alhida, fasciis angustis, hrunneis, integris 
(1 supra et 3 suhtus) ornata; anfr. 5, forte accrescentes, planulati, ultimus 
infra convexus, supra medium angulatus, antice rotundatus, ad aperturam de- 
scendens; apertitra lunato-rotundata, intus forte alholdbiata, margine stricto, 
acuto, margine columellari tantum superne paulisper dilatato. Lat. 10, alt. 6 mm. 

Hab. Spanien, bei Sevilla (Prof. Calderon). 

Diese neue Art steht der tunesischen Helix stereolena Bgt. am nächsten, 
ist aber viel kleiner, weniger gewölbt, fast glatt, mit nur drei Unterbändern, alle 
Umgänge nehmen schnell zu, der letzte ist oben kantig und fällt vorne tiefer 
herab, der Mundsaum ist scharf u. s. w. 

Helix (Xerophila) bougzoulensis Bourg., M. 8. 

Testa peranguste umbilicata, fere tantum perforata, glohoso-convidea, 
in anfractubus superis regulariter et forte, in inferis irregulariter et levius 
striata, passim impressionibus paucis notata, albida, maculis parvis atris superne 
picta et apice atro; anfr. 6, sat convexi, superi regulariter accrescentes, ulti- 
mus penultimo multo major, sat ventrosus, rotundatus, antice strictus; aper- 
tura obliqua, sublunato-circularis, marginibus Omnibus forte arcuatis, in pariete 
longe disjunctis, ubique rectis (columellari vix paulisper aperto), intus albo- 
labiatis. Lat. 16, alt. 13—14 mm. 

Hab. Algerien, bei Bougzoul (C. F. Ancey). 

Gehört der Gruppe Helix acompsia Bourg. und Helix etaema Lit. et Bourg. 
zu, ausgezeichnet dui'ch ihre Sculptur, durch ihre Zeichnung, den geraden Mund- 
saum u. s, w., und steht wie in der Mitte zwischen den beiden verwandten Formen. 



Neue Biuncncoüchylien in der paläarktischen Region. 



29 



Helix (Xerophila) mesopotamica Mss. 
Var. alepina Desch. in sc. 

Testa valde depressa, spira apice prominula, tenuissime striata, cretaceo- 
alha, unicolor, vel superne in an fr actus ultimo fascia angusta et punctis non- 
nullis corneis in anfractiibus siiperioribus ; an fr. 5, ultimus ah origine rotun- 
datiis vel prinium sat acute angulatus, suhtus convexior, antice rotundatus; 
apertura lunato-rotundata, marginihus forte curvatis, intus albolabiatis. 
Lat. 9, alt. o'5—6 mm. 

Hab. Syrien, bei Haleb (Coli. J. Ponsonbyj. 

Helix (Xerophila) batuensis Poll, in sc. 

Testa anguste umhilicata (umhilico infundibuliformi, lentissime dilatato), 
depressa, vix convexiuscula, irregulariter obsoleteque striatula, sat nitens, albida, 
unicolor vel supra fasciis angustis, passim confluentibus, infra lineis 2 — 3 an- 
gustissimis brunneis picta; an fr. 5^1^, sat celeriter accrescentes, parum convexi, 
ultimus compresso-rotundatus, omnino ecarinatus, antice longe profundique de- 
scendens; sutura impressa; apertura obliqua, ovali-rotundata, intus profunde 
albolabiata, margine basali superne paullo dilatato. Lat. 15, alt. 9 mm. 

Hab. Algerien, bei Batua. 

Die Nächstverwandten dieser Xerophile sind die südfranzösiscben Helix 
arenivaga Mab. und Helix enthymeana Loc. 

Helix (Xerophila) marconi Bonrg., M. S. 

Testa mediocriter umbilicata, globosa, elato-turbinata, anfractubus 4 
superis (apice excepto) regulariter et dense, anfractubus duobus ultimis irregu- 
lariter et obsolete striata, sordide albida, pone aperturam ochracea, subunicolor; 
an fr. 6 — 0V2, sat convexi, regulariter accrescentes, ultimus multo major, rotun- 
datus, sed non ventricosus, versus aperturam lente sat profunde descendens; 
apertura obliqua, suborbicularis, parum excisa, margine columellari longe, 
oblique verticali, late dilatato, margine externo descendente, extense curvato, 
margine basali forte curvato, labiis 1 — 2 albis, sat profunde sitis; umbilicus ab 
apice usque ad aperturam lente dilatatus. Lat. 20, alt. 15 mm. 

Hab. Algerien, bei Anmale. 

Diese der Helix armoricana (Bourg.) Loc. sehr verwandte Form ist von 
Kobelt in seiner Iconographie, Fig. 1291, abgebildet. 

Helix (Xerophila) promissa n. sp. 

Testa intus punctiforme, non pervie perforata, ad aperturam forte in 
arcu dilatate umbilicata, valde depressa, spira parum convexa et apice tenui 
prominente, tenuissime irregulariter striata, cum multis parvis impressionibus in 



30 



Carl Agardh Weste rlund. 



anfr. ultimo, rufescenti-flavida, in anfr. superis transversim pallide brunneo- 
strigata, in ultimo fasciis hrunneis paucis superioribus et multis angustis in- 
ferioribus; anfr. 5^1 2, convexiusculi, regulariter accrescentes, ultimus aperturam 
versus valde dilatatus, compresso-rotundatus, antice lente et sat profwnde de- 
scendens; sutura impressiuscula; aper iura Tiorizontalis, transverse oblonga, 
7}iarginibus arcuatulis, parum excisa, intus eburnea, peristoma rectum, acutum, 
intus rufobrunnea cum labius 1 — 2 rufobrunneis. Lat. 14, alt. 7'5 mm. 
Hab. Spanien, bei Sevilla (Prof. Calderon). 

Eine Helix neglecta-Fovm, die wegen ihrer stark erweiterten letzten Win- 
dung und quer-oblongen Mündung nur mit Helix talepora (Bourg.) Loc. ver- 
glichen werden kann. Diese talepora aber ist mit derselben Anzahl Umgänge 
fast doppelt grösser, die Umgänge sind eng gewunden und der letzte anfangs 
ziemlich kantig; das Gewinde ist konisch, der Nabel sehr tief und viel weiter, 
die Mündungslippen fleischfarben u. s. w. 

Helix (Xerophila) pinguis n. sp. 

Testa punctiforme, ad partem obtecte, perforata, depresso-tectiformis vel 
paullo conoideo-convexa, irregulariter rude costata, einer eo-albida, superne in 
anfr. ultimo fascia lata, brunnea, costis alhis saepe abrupta, infra unicolor vel 
lineis nonnullis angustis obscuris picta; anfr. 5 — 5^/2, parum convexi, ad sutu- 
ram angulati, superi lente accrescentes, penultimus duplo latior, ultimus major, 
ventroso-rotundatus, medio obtuse angulatus, antice strictus; apertura magna, 
lunato-circularis, intus leviter albolabiata, peristomate stricto, margine superne 
obsolete reflexiusculo. Lat. 10, alt. 7 — 8 mm. 

Hab. Egypten, bei Alexandria (Coli. J. Ponsonby). 

Gehört der Gruppe der Helix rozeti Mich, mit Helix oxygyra Bourg., 
Helix rozetopsis Let. et Bourg. und Helix rolmiaca Bourg. zu. 

HeHx (Xerophila) guimeti Bourg. 

Testa anguste et paullo obtecte umbilicata vel perforata (in umhilico ne 
anfractus ultimus quidem visibilis), eleganter tenuissime striata, anfractus ulti- 
mus antice rotundatus, initio paullo compressus, sat acute angulatus, subtus 
multo quam supra convexior. Cfr. de caetero Bourg. in Spec. noviss., 187G, 
p. 51, und WesterL, Fauna der Binnenconchylien, II, 1889, S. 236. 

Var. eucallochroa Bourg., M. S. 

Testa utrinque costato-striata vel supra dense costata, infra striata, an- 
fractus parum convexi, ultimus levissime obtuse angulatus, apertura distincte 
labiata. Lat. 8' 5 — 10, alt. 6 — 8 mm. 

Hab. Egypten, bei Mariout. 



Neue Binncnconchylien in der paliiarktiscbcn Region. 



31 



Var. tanousi Bourg., M. S. 

Testa umhilico jam ab anfractu antepenuUimo distincte düatato, an- 
fractu ultimo ah initio fere cylindraceo, suina et infra aequalitcr convexo vel 
infra conrexiore, fere sine vestigio anguli. Lat. 8'5, alt. 7'5 mm. 

Hab. Egypten, bei Mariout und bei Alexandria. 

Helix (Xerophila) masthorella Pech, in sc. 

Testa anguste, margine columellari superne paullo angustato-umhilicata 
(in umhilico anfractus penultimus ahrupte usque ad aperturam aequaliter dila- 
tatus), depresso-conoidea, forte costulato-striata, in anfractu ultimo impressioni- 
hris numerosis linearibus notata, griseo-lutescens, fascia obscura interriipta ad 
peripheriam et fasciis basalibus phtribus angustis; an fr. 5, celeriter accrescentes, 
convexiuseuli, ultimus major, paullo, compressus, rotundatus, ab initio usque 
ad aperturam ohtuse angulatus; apertura lunato-rotundata, intus peristomate 
rufobrunneo et labio flavido, marginibus acutis, columellari superne non dila- 
tato. Lat. 9—10, alt. 6'5—7 mm. 

Hab. Sicilien (Coli. J. Ponsonby). 

In der formreichen Helix profuga-Grwpi^e scheint diese Schnecke einen 
selbstständigen Platz einzunehmen. 

Helix (Xerophila) modestissima Poll, in sc. 

Testa peranguste et paullo obtecte umbilicata vel subperforata, convexo- 
conoidea, spira sat elata, tenuissime, dense et leviter striata, albido-cinerea, uni- 
color vel in anfractu ultimo fascia angusta brunnea supra mediana usque ad 
apicem producta et fasciis nonnullis levioribus basalibus; an fr. 5^1^—6, sat 
celeriter accrescentes, vix convexiuseuli, superi ad suturam angulati, ultimus 
relate magnus, cylindraceus, medio usque ad aperturam angulo obsoleto albido 
praeditus; apertura lunato-circularis, peristomate brunneo, intus labio angusto 
elato flavescenti munito. Lat. 9 — 10, alt. 7 — 9 mm. 

Hab. Sardinien. 

Steht in der grossen Gruppe von Helix herbatica Fag. wahrscbeinlich der 
tunesischen Helix tremata Let. et Bourg. am nächsten. 

Helix (Xerophila) neptuni Poll, in sc. 

Testa late in fundibuli forme umbilicata, spira tantum paulisper convexa, 
utrinque aequaliter costulata, cinereo-albida, fascia lata nigrescente supra et 
aequali infra peripheriam nec non lineis angustis 2 — 5 .basalibus; an fr. 5, sat 
celeriter acc7'escentes, convexiuseuli, ad suturam angidati, ultimus superne visus 
parum quam penultimus latior, infra multo convexior quam supra, initio de- 
clivis, deinde rotundatus, supra peripheriam usque ad aperturam angidatus, 



32 



Carl Agardh Wosterlund. 



antice rectus; aper iura lunato-rotundata, peristomate acuto, recto, eldbiato; 
umhilicus perspcctivus, ab apice regulariter dilatatus. Lat. 8, alt. 5 mm. 

Hab. Italien, in der Provinz Roma, zwischen Nettuno und Ponte Astura, 
am Meere. 

Die in Algerien und Tunesien einheimische Helix duveyrieriana Bourg. ist 
bisher allein als Repräsentant einer Xerophilengruppe gestanden. Jetzt kommt 
die oben beschriebene hinzu, vielleicht von Nordafrika übergesiedelt, was auch 
der Speciesname andeutet. Unsere neue Art unterscheidet sich von der Bour- 
guignat 'sehen durch ihr unten viel mehr als oben gewölbtes Gehäuse, das nicht 
marmorirt, sondern gebändert ist, ziemlich schnell zunehmende Umgänge und 
gerundete Mündung. 

Helix (Xerophila) euaxes n. sp. 

Testa anguste, infra paullo dilatate umhilicata, depressa, spira vix con- 
vexiuscula, tenuis et fragilis, pallide Cornea, unicolor, densissime acute costulato- 
striata, fere tenue lamellate-costulata, infra tenuius, suh lente parum, densissime 
et leviter griseo-strigittata, ubique dense pilis longiusculis, rigidis, albis curva- 
tisque obsita; an fr. 4^/ 2, regulariter accrescentes, ultimus major, supra vix con- 
vexiusculus, alte supra peripheriam obtuse angulatus, infra initio parum, deinde 
magis magisque convexus, ad aperturam subventrosus, superne rectus; aper- 
tura lunato-rotundata, sat profunde exeisa, peristomate recto, acuto, simplici, 
margine columellari et basale aequaliter et forte curvatis, columellari superne 
valde dilatato et patulo. Lat. 5, alt. 3 mm. 

Hab. Spanien, bei Gibraltar (Ponsonby). 

Gehört zu der Gruppe der Helix conspurcata Drp. 

Helix (Xerophila) poiehila n. sp. 

Testa xmnctiforme perforata, supra depresso-turbinata, subtus convexius- 
cula, utrinque aequaliter dense striata, supra brunnea, ubique punctis strigisque 
numerosis, albis tenuibusque vel strigis latis, obscure brunneis, et angustioribus 
albis abundanter picta, subtus albida, lineis pertenuitus, pallide brunneis obso- 
letissimisque colorata; an fr. 5^/2, regulariter accrescentes, convexiusculi, ultimus 
subtus convexior, initio acute, ad aperturam obtuse angulatus; aperturaJiori- 
zontalis, lunato-oblonga, marginibus acque parum curvatis, basali plus quam 
duplo longiore quam exterior, intus valide albolabiatis. Lat. 7, alt. 4 — 5 mm. 

Hab. Algerien, bei Pescade, ()km von Algier (Joly). 

Steht der Helix ablennia (Bourg.) West, recht nahe, scheint aber gut von 
ihr wie von den Verwandten derselben verschieden zu sein. 

Helix (Xerophila) amblia n. sp. 

Teste per anguste umhilicata vel perforata, valde dexyresso-tectiformis, 
subtus praesertim antice multo convexior, tenuissime striata, sublaevigata, sor- 



Neue Biüaenconcliylieu iu der paliiarktisclicu Region. 



33 



dide flavescens (intus ehurnea), fascia ohscura angusta, saepe interrupta, supra 
mediana, xjrope ad carinam alhain, mepe ciiam fasciis tenuihus perohsuletis in 
pagina inferiore notata; an fr. o, sat ccleriter accrescentes, superi planulati, ad 
suturam angulati, suhexserti, ultimus supra vix convexiusculus, infra magis 
magisque aperturam versus ventroso-convexus, in umhilicum abrupte descendens, 
in orhitu usque ad aperturam öbtuse albocarinata; apertura lunato-rotun- 
data, in testis juniorihus acutius carinatis extus angulata, intus alholahiata, 
margine columellari supcrne anguste dilatato. Lat. 12, alt. 7 mm. 

Hab. Spanien, bei Sevilla (Jetschiu und Calderon). 

Diese Art wird in die Gruppe der Helix hyperconica Bgt. (Kabylien), 
Helix tellica Bourg. (Algerien) und Helix montserratica Bourg., Hid. (Spanien) 
gestellt' werden. Es ist besonders die junge, der Helix tellica an Form, Farbe, 
Umgängen etc. sehr ähnliche Schnecke, die ihr diesen Phitz gibt. Sie ist beson- 
ders durch ihre sehr feine Sculptur, fast übergreifende obere Umgänge und die 
weisse stumpfe Kante auf dem letzten dieser Umgänge ausgezeichnet. 

Helix (Xerophila) lampra n. sp. 

Testa late et perspective umdilicata (umhilico superne lentissime, a medio 
anfr. ultimi ceterius sed regulariter dilatato), depresso-convexa, tenuis, tenuissime 
densissimeque, in anfr. ultimo irregulariter, striatula, cinerascenti-alhida, strigis 
transversalihus pallide brunneis, numerosis, lineiformibus et latioribus obsolete 
picta; anfr. 6 — 6^/2, convexiusculi, ad suturam tenuem impressam angulati, 
sublente regulariter accrescentes, ultimus lentissime accrescens, antice non dila- 
tatus, supra medium obsolete angulatus, ad aperturam non vel leviter deflexus; 
apertura lunulato-rotundata, intus tenuissime labiata, peristomate tenuiubique 
recto, marginibus convergentibus. Lat. 15 — 16, alt. 7— 8 mm. 

Hab. Irland, Aran in Co. Galway (R. F. Schar ff). 

Var. scytJiropa mihi. 

Testa multo minor, depresso-conoidea, ad aperturam celerius dilatate 
umbilicata, lutescenti-alba, sed fasciis latissimis obscure brunneis fere omnino 
obtecta ut color normalis tantum superne paullisper ad suturam, medio et 
subtus ut lineae angustae visibilis (interdum tantum medio linea alba et subtus 
strigis pallidis paucis notata), anfr. 5^/2 — 6, ad suturam angulati, ultimus 
initio distinctissime, fere acute, angulatus, angulo pure albo, subtus multo con- 
vexior quam supra. Lat. 10, alt. 7 mm. 

Hab. cum typo. 

Diese Helix lampra ist freilich der ericetorum sehr nahe verwandt, aber 
ich kann sie doch nicht einfach als eine Varietät derselben betrachten. Sie hat 
zu viele und zu stark ausgeprägte Eigenthümiichkeiten. Solche sind die convexe 
Spira, die Streifung, die deutlich kantigen Umgänge, welche langsam zunehmen, 
besonders der letzte, welcher sehr allmälig zunimmt und gar nicht gegen die 
Mündung hin erweitert wird, wie er auch viel zusammengedrückter ist und vorne 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. ,5 



34 



Oarl Agardh Wester Ii; nd. 



kaum herabsteigt, weiter die feine, eingedrückte Nalit und der übei'all gerade 
Mundsauni. 

Die scythropa ist dem Typus und noch mehr der ericetorum so unähnlich, 
dass sie kaum dieser Gruppe angehören dürfte. Obwohl hier als Varietät auf- 
genommen, ist es wahrscheinlich, dass auch sie als eine selbstständige Speeles 
für sich stehen muss. 

Helix (XerophUa) mexensis Bourg., M. S. 

Testa anguste umbilicata, depresso-conica vel conico-pyramiddlis, alba, 
fascia interrupta ohscura tenui supramediana, in anfractubus superis regulariter 
tenue, in ultimo irregulariter obsolete striata; an fr. 6, regulariter accre§centes, 
sat convexi, medio leviter obtuse angulati, ultimus compresso-rotundatus ; aj)er- 
tura levissime excisus, fere circularis, marginibus approximatis, intus albo- 
Idbiata, margine columellari superne dilatato et paullo reflexo. Lat. 10, alt. 8 mm,. 

Hab. Egypten, bei Mex. 

Gehört der Gruppe der Helix spaella Let. et Bourg. (Algerien, Tunesien), 
Ilelix zitoumica Let. et Bourg. (Tunesien) und Helix madana Let. et Bourg. 
(Algerien, Tunesien, Frankreich) an. 

Helix (Taehea) nemoralis Müll. 
Var. imra n. 

Testa magna, crassa, ponderosa, nivea, unicolor vel fascia mediana rufa, 
spira conica, peristomate intus et pariete rufis. Lat. 23, alt. 23 mm. 
Hab. Irland, Roundstone in Co. Galway (R. F. Schar ff). 

HeHx (Pomatia) beilaniea Desch. in sc. 

Hahitu, magnitudine et relatione anfractuum peraffinis Helix anctostoma 
Mts. (Kobelt, Iconographie, Fig. 1035), sed testa ciiiereo-albida, fasciis dudbus 
latissimis sed obseletissimis (praesertim inferior) notata; an fr. 6, sat. convexi, 
ultimus ventricosus, superi regulariter accreseentes ; apertura verticalis, altior, 
ad basin valde recedens, pariete liorizontali valde convexo forte excisa, margine 
columellari subverticali superne levius tuberculato, exteriore basalique late patu- 
lis, valide labiatis. Lat. 33, alt. 30 mm; apert. lat. 17, alt. 15 mm. 

Hab. Syrien, bei Beilan unweit Alexandrette (Coli. J. Ponsonby). 

Genus Biiliminus (Ehrenberg) Beck. 

BuUminus (Zebrinus) cylindricus Mke. 

Var. mereß&oivsMi Bourg., M. S. 

Testa ovato-conica, anfractus ultimus parvus, planulatus, parte poste- 
riore deorsum lente declivis, lateribus externis deorsum aequaliter attenuatus, 



Neue Biuuciicoucbylieu iu der paläarktischen Kegion. 



35 



ajyice basali fere omnino in axi testae posito; sutura usque ad aperturam 
ohliqua, descendens; apertura marginibus verticalihus, parallelis. Long. 20, 
lat. 6mm\ apert. long. 5'o, lat. 3 25mm. 

Hab. Krim, bei Sebastopol (Coli. J. Ponsoiiby). 

Buliminus (Napaeus) djurdjurensis Anc. in sc. 

Testa rimato-perforata, elongato-timitiformis, tenuis, Cornea, laevis, 
tantwm aperturam versus irregulariter striata; an fr. 6^l<2, superi regulariter, 
inferi celeriter accrescentes, 3 — 4 superi valde convexi, subcylindracei, sutura 
profunda discreti, duo ultimi convexiusculi, sutura tenui, ultimus ^/s longi- 
tudinis teste paullo super ans; sutura usque ad aperturam aeque lente descen- 
dens; apertura (4 mm longa) elongato-ovata, margine columellari superne 
dilatato et reflexo. Long. 115, lat. 4 mm. 

Hab. Algerien, bei Djurdjura. 

Dieser Buliminus luiterscheidet sich von Buliminus milevianus Bourg. 
durch die Grösse, die Glätte seiner Schale, unregelmässiges Zunehmen der Um- 
gänge, seichte untere Naht, seine relativ kleinere Mündung u. s. w. 

BuHminus (Chondmlus) microtragus (Parr.) Kssm. 

Testa arcuate rimato-perforata, cyUndraceo-ovata vel subcylindracea, 
apice conico, Cornea, interdum alhido-flavescens, fmna, leviter striata vel laevi- 
gata; an fr. 7 — <SV2, parum convexi, regulariter lente accrescentes, penultimus et 
antepenultimus suhaequales ; apertura semiovata, dente magno parietali verti- 
cali, dente columellari horizontali non visibile curvato infra in columella superne 
lata callosaque, dente marginali suhinframediano in labio calloso lato superne 
bi-tridenticulato marginis dextri. — De caetero ut in Westerl., Fauna, III, S. 42. 

Diese genauere Beschreibung ist nothwendig gewesen, um die Kennzeichen 
der folgenden Form würdigen zu können. 

Buliminus (Chondrulus) montandoni Desch. in sc. 

Testa Buliminus microtrago (Parr.) Rssm. affinis, sed tenuissime, dense 
leviterque, sed regulariter et eleganter striata, cinerescenti albida, an fr. regu- 
lariter celeriterque accrescentes, penultimus et antepenultimus valde inaequales, 
apertura dente columellari ad basin columellae sito, dente marginis dextri fere 
siqjvamediane. Long. 12, lat. 4' 5 mm. 

Hab. Dobrudscha, in Baba-Dagh (Coli. J. Ponsonby). 

Buliminus (Chondrulus) movradi Desch. in sc. 

Testa rimata, cylindracea, apice conico, alba, nitida, leviter irregula- 
riter qiie striata; an fr. 8, regulariter accrescentes, superi sat, inferi vix convexi, 
ultimus antice rectus; sutura tenuis; apertura ovato-trigona, pariete obliquo, 

5* 



36 



Carl Agaidh Wcs t e r 1 u n d. 



infra angustata, denticulo minimo profunde in pariete et interdiwi vestigio 
denticuU in margine exteriore, peristoma paulisper incrassatum, inarginibus late 
discrctis, callo vix visihiU conjunctis, leviter curvatis, exteriore recto, columellari 
muUo hreviore dilatato. Long. 11 — 13 5, alt. 4 — 4 5 mm. 
Hab. Kleinasien, bei Angora (Coli. J. Ponsonby). 

Nächstverwandt dem bei Samsim in Kleinasien einbeimiscben, in der Krim 
angeschwemmten Buliminus incertus Eet., zeichnet sich diese Art aus durch ihre 
Grösse, durch den voi-ne geraden letzten Umgang, durch die fast dreieckige Mün- 
dung mit schiefei-er Wand und schwachen, fast obsoleten Zähnen, durch den 
kurzen Spindelrand u. s. w. 

Buliminus (Petraeus) granulatus n. sp. 

Peraffinis Buliminus labroso Oliv., sed testa ohlonga, sursim lentissime 
attenuata, apice ohtuso, cdhido-cinerea, irregulariter leviterque striata, uhique 
densissime tenue granulata; apertura 14 mm longa. Long. 30, lat. 12mm. 

Hab. Samarien. 

Forma curia n. : testa celerius ah apertura ad apicem attenuata, elon- 
gato-conica. Long. 26, lat. 13 mm. 

Genus Pupa Drap. 

Pupa (Torquilla) domieella n, sp. 

Testa rimata, ovato-conica, oblique costata, rufo-brunnea; an fr. 8, con- 
vexi, regulariter accreseentes, ultimus ad hasin vix compressus; sutura ptro- 
funda; apertura ovalis, infra rotundata,' lamellis et plicis 6: 1 plica angu- 
laris longa, 1 plica parietalis multo hrevior, immersa, 2 lamellae columellares, 
horizontales, superne positae, immersae (superior multo validior), laminis pala- 
talibus appositae, 3 laminae palat., non marginales (1. sat immersa, brevissima, 
2. et 3. intus pjrolongatae, praesertim 2.), peristoma vix expansiusculum, mar- 
gine exteriore superne obtuse angulato-curvato. Long. 7, lat. 2' 5 mm. 

Hab. Frankreich, bei Lourdes (Fagot). 

Die Art schliesst sich der Pupa massotiana Bourg. am nächsten an. 

Pupa (TorquiUa) hetaera n. sp. 

Testa perforato-rimata, cylindracea, apice conico, dense et regulariter, 
tenue sed acute striata, distantius et validius in anfractu ultifno, fulvo-cornea; 
an fr. 10, vix convexiusculi, regulariter accreseentes ; apertura ovalis, margini- 
hus non vel pertenue conjunctis, plica ang. antice duplicata, plica par. 1, levior, 
immersa, lamellis colum. 2 (1. longissima, marginalis, 2. hrevior, non marginalis), 
laminae palat. 4 (1. profundissima, 2. et 3. longissimae, submarginales, intus ad 
marginem columellarem prolongatae, 4. omnino hasalis, 2. et 3. lamellis colu- 



Neue BiDncnconchylien in der paläaiktischcn Region. 



37 



mellarihus et pUcae pariet. oppositae), interdum in angulo inter parietem et 
columellam tuberculo miinita. Long. 8, lat. 2' 33 mm. 
Hab. Ostpjrenäen. 

Diese ausgezeichnete Pupa affinis-Form. ist besonders der in Catalonien 
lebenden Pupa lilietensis Bof. verwandt, von welcher sie sich haruptsächlich durch 
ihre in Anzahl, Form und Stellung ganz verschiedene Mündungsbewaffnuug unter- 
scheidet. 

Pupa (Torquilla) oeeidentalis Fagot in sc. 

Testa anguste perforato-rimata, elongata, oblongo-conica vel cylindraceo- 
fusiformis, fere afe anfractu ultimo sursum lente attenuata, suhtilissima denseqiie 
regulariter striata, corneo-hrunnea; an fr. 9 — 9^/2, convexi, lente regulariter 
accrescentes, ultimus infra compressus, superne lente ascendens; apertura 
ovali-rotundata, plica angulari et parietali breves et fortes, tieutra marginalis, 
lamellis spir. 2 (1. immersa, fortis, 2. minima, profundissima, vix visibilis), la- 
minae palat. 4 (1. parva, immersa, 2. et 3. marginales, 4. brevis, basalis), Omni- 
bus aequaliter ad medium anfractus Ultimi productis, peristoma continuum, 
album, solutum et productum. Long. 7, lat. 2 33 mm. 

Hab. Frankreich, Hautes-Pyrenees, Valle Gave de Pau. 

Auch eine Pupa affinis-Form, aber der Abtheilung der Pupa pyrenaeariae 
(Boub.) Mich, (mit Pupa aulusensis Fag., Pupa attenuata Fag., Pupa vergnesiana 
[Ch.] Kstr. und Pupa clausilioides Boub.) zugehörig. 

Pupa (TorquUla) migma n. sp. 

Testa aperte rotundate perforata, cylindraceo-conica (a medio sursum 
lente conico-angustata, lateribus convexiusculis), tenue, dense eleganterque striata, 
Cornea; an fr. 5^/2, lente regulariter accrescentes, superi fortius, inferi levius 
convexi, ultimus ad basin cristato-compressus ; apertura ovalis, peristoma callo 
acuto elato continuum, plica angularis tuberculo in angulo praedita, plica 
parietalis immersa, lamellae columellares 2 (1. submarginalis, 2. brevior), laminae 
palatales 3, longae, marginales (1. et 2. introrsum usque super perforationem 
productae, initio subabruptae, deinde demus fortes, 3. basalis). Long. 8, lat. 2 mm. 

Hab. Frankreich, in den Ostpyrenäen. 

Theilt mit Pupa leptospira West, die letzte Abtheilung der Pupa affinis- 
Gruppe; sie ist von ihr verschieden durch ihre offene Perforation, ihr unten 
cylindrisches, von der Mitte an konisches Gehäuse, die unteren, schwach ge- 
wölbten Umgänge, nur drei, aber viel tiefer nach innen ausgezogene, anfangs 
abgebrochene Gaumenfalten, starken, scharfen (nicht verdickten) Verbindungswulst 
der Mündungsränder u. s. w. 

Pupa (Torquüla) appeliusi n. sp. 

Testa late rimata, oblongo-conica, spira elongato-conica, tenuissime regu- 
lariter striata, corneo-brunnea ; an fr. 8V2 — ^, superi angusti, tardissime, inferi 



38 



Carl Agardli Wcsterluiid. 



lati quamquam tardisswie accrescentes, sat convexi, sutura imprcssa disjuncti, 
lütimus antice hreviter ascendens; aper iura ovcdis, superne ad dextrum sat 
sinuata, plica angulari longa, extus duplicata, plica parietali immersa, lamelUs 
columellarih. 2 superis validis (suprema longior), lamelUs palatalib. 4 (1. pro- 
fundissima, caeterae longae, marginales), peristoma album, incrassatum, mar- 
ginibus callo tenui in pariete conjunctis. Long. 5, lat. 2 mm. 
Hab. Dalmatien (Appelius olim misit.). 

Die Torquillen bilden „eine eminent westeuropäische Gruppe, deren Haupt- 
masse heutigen Tages unter dem Einflüsse des Klimas des atlantischen Oceans 
steht" (Boettger). Man findet auch die meisten ihrer zahlreichen Arten mit 
ihren ebenso zahlreichen Formen in Frankreich und Spanien,- einige wenige in 
Nordafrika, Italien und Sicilien, aber nur eine Art {Pupa lihanotica Tristr.) in 
Westasien (auf dem Libanon) und bisher nur zwei in Dalmatien. Diese letzten 
sind Pupa fusiformis Kstr. und Pupa eximia West., alle beide 13 — 14 mm lange, 
ausgezogen spindelförmige Formen. An ihre Seite stellt sich jetzt die hier be- 
schriebene neue Art mit ihrem nur 5 mm langen und länglich-konischen Gehäuse, 
von fusiformis ausserdem durch die doppelte Zahl der Gaumenfalten, die geringe 
Zahl der Umgänge (8V2 — 9, statt 13), den ungelippten Saum etc. verschieden, 
wie von eximia auch durch Umgänge und Saum, starke Spindelfalten, vier 
Gaumenfalten u. s. w. Vielleicht muss man sie am richtigsten als Typus einer 
eigenen Gruppe betrachten. 

Genus Claiisilia Drap. 

Clausilia (Alopia) deubeli Kim. in sc. 

Testa fusiformis, lentissime in spira tenui attenuata, Cornea, lamelUs 
totis vel tantum superne ad medium alhis, distantibus, superne sutura alba 
filosa conjunctis, usque ad aperturam sculpta, interstitiis laevibus; an fr. 11, 
lente regiilariter accrescentes, suturam superam versus convexiusculi, ad suturam 
angulati, deorsum paullo attenuati, tres ultimi subaequales, crista hasali levi; 
apertura quadrato-rotundata, soluta, peristomate late expanso, lamella su- 
per a brevis, infera horizontalis, tortuosa, antice interdum bigibbosa vel breve 
furcata, plica e palatales 4, ad sinistrum in cervice destinctae (1. sat longa, 
2. et 4. multo breviores, 3. punctiformis), plica subcolumellaris prope lamel- 
lam inferam subemersa, clausilium profunde emarginato-bilobum. Long. 15 
ad 17'5, lat. 3 5 mm. 

Hab. Siebenbürgen, bei Petricsiki unweit Kronstadt. 

Verwandt der Clausilia madensis Fuss. 

Clausilia (Clausiliastra) laminata Mont. 

Var. pm'tita mihi. 

Testa gracilis, longe lenteque attenuata; an fr. 13, lente accrescentes; 
apertura piriformis, peristomate continuo, lamella supera longa, marginalis, 



Neue Binneuconchylicü in der paläarktischen Kegion. 



39 



infera valida, suhhorizontalis, infra concava, antice incrassata, plica suh- 
columellaris jjIus minus ohliqua, lange emcrsa, plicae palatales 3 (3. elon- 
gata), calhis palatalis deest, clausilium profunde in angulo acuto hi- 
lohatum, loho exteriore alto triangulari attenuato, interiore ad apicem emargi- 
nato. Long. 17, lat. 3 mm. 

Hab. Ungarn, Mehadia bei Domoglet (Jetschin). 

Clausilia (Delima) ealabaeensis Bocttg. in sc. 

Testa fusiformis, Cornea, sat gracilis, spira lente attenuata, densissime, 
acute, in anfr. superis mediisque irregulariter, in ultimo regulariter striatuli; 
an fr. 11, vix convexiusculi, satura tenui, alba, crenulata disjuncti, ultimus 
humilis, ad hasin levissime gibhoso-sulcatus ; a])ertura ovalis, peristomate conti- 
nuo, paullo soluto, infra expansiusculo, lamella supera brevis, ohliqua, in- 
fera super ae approximata, horizontali contorta, plica suhcolumellaris dis- 
tincte geniculata, subemersa, lunella dorsalis, valida, forte angulatim curvata, 
inferne brevissime calcarata, superne plicam principalem longiusculam non tan- 
gens, plica palatalis supera principali parallela, lunellam non attingens. 
Long. 17, lat. 2 66 mm. 

Hab. Griechenland, bei Kalambaka. 

Diese Art gehört der griechischen Gruijpe Sericata Boettg. mit den beiden 
früher beschriebenen Clausilia parnassia Boettg. und Clausilia sericata Pfr. zu 
und wird an die Seite der letzteren gestellt werden. 

Clausilia (Albinaria) strigata Pfr. 

Testa sat ventrosa, alba, opaca, unicolor vel ohscure, interdum den- 
sissime, maculata et strigata, sat distanter costata, in anfractu ultimo grosse 
rugoso-costata, costulis ohtusis, curvatis, in anfr. mediis ohsoletis, in inferis 
saepe furcatis; anfr. 10 — 13, convexiusculi, ad suturam tenuem angulati, ultimus 
ad basin ohtuse ohsoletissimeque bicristatus; apertura late ovata, intus obscura, 
peristomate expansiusculo, lamella infera int^'ans, saepe postice furcata, 
plica palatalis fortis, plica suhcolumellaris oblique intuenti visibilis. 
Long. 15—20, lat. 3 66 — 4 5 mm. — Diese Ergänzung der Beschreibung von 
Pfeiffer in Proc. zool. Soc, 1849, p. 136, musste der Darstellung der folgenden 
Varietäten vorangehen. 

Var, centralis Boettg. in sc. 

Testa sat gracilis, coerulescenti-alba, unicolor vel maculis et strigis 
brunneis, praesertim in medio, supra medium costata, in anfr. penultimo et 
antepenultimo sublaevis, in ultimo valide rugato-costata, lamella infera antice 
incrassata, a medio intus tenue furcata. 

Hab. Kreta, bei Asomato. 



40 



Carl Agardh Wcstcrlund. 



Var. cicuticosta Boettg. in sc. 

Testa g^'acilis, ubique aequaliter dense et acute costulata, costulis suh- 
strictis, in anfr. duohus ultimis saepe furcatis. Long. 15 — 15' 5, lat. 3 5 mm. 
Hab. Kreta, bei Asomato. 

Clausilia (Albinaria) virginea Pfr. 

Var. leucoderma Boettg. in sc. 

Testa fusiformis, coeruleo-albida (colore albo saepe detrito ut apex rufo - 
hrunnea), ubique, etiam medio, licet levius, costata, apertura rotundatior, 
cervix costis lamelliformibus levioribus et parum rugaeformibus. Long. 13 — 15, 
lat. 3-33— 3 66 mm. 

Hab. Kreta, in der Preveli-Schlucht. 

Clausilia (Albinaria) troglodytes (Parr.) A. Schm. 

Var. interpres Boettg. in sc. 

Testa fusiformis, spira angusta et distincte ad sinistrum curvata, ubique 
dense, tenue et sat obsolete, etiam in cerviee vix fortius striata, lamella infera 
obliqua stricte ascendens, subtus nodiforme incrassata. 

Hab. Kreta, bei Anapolis. 

Clausilia (Albinaria) tenuieostata Pfr. 

Var, mitis Boettg. in sc, 

Testa supra medium distincte costata, costis rectis, in medio obsoletissime 
costata, in anfr. penultimo valide costata, costis curvatis et saepe furcatis, in 
ultimo grosse rugoso-costata. Long. 16, lat. 3'5 mm. 

Hab, Kreta, im Hochtbale Ennea-charia. 

Var. omalica Boettg. in sc. 

Testa ubique aeque valide et sat distanter costata, costis in anfractu 
ultimo irregulariter et parce furcatis. Long. 16 — 19 5, lat. 4 mm. 
Hab. Kreta, in der Omalo-Hochebene. 

Clausilia (Albinaria) milleri Pfr. 
Var. delosina n. 

Testa ubique aequaliter (anfractu ultimo ad sinistrum ramoso-ruguloso 
excepto) densissime acute striata. 

Hab. Griechenland, auf der Insel Delos. 



Neue Binnenconchylien in der paläarktischen Region. 



41 



Clausilia (Albinaria) coerulea Fer. 
Var. antiparia Boettg. in sc. 

Testa gracilis, albo-coerulescens, unicolor vel punctuUs nonnuUis oh- 
smris ohsoletis conspersa, tantum in sunimo leviter striata, anfr. ultimo tantum- 
modo ad sinistruni rugoso-costato, de caetero striatulo, apertura intus rufobrunnea. 

Hab. Griechenland, auf der Insel Antipari. 

Yar. myconia Boettg. in sc. 

Testa in anfractubus superis dense acuteque costulata, in mediis dense 
leviterque striatula, in ultimo solummodo ad basin rugoso-costata, de caetero 
costulata, costulis saepe furcatis. Long. 14 5, lat. 3'5 mm. 

Hab. Griechenland, auf der Insel Mykonos. 

Clausilia (Albinaria) drakakisi Maitz. 
Var. devia mihi. 

Testa subtu/rrita, longa, spira longissima perangusta, anfr. 14, primi 10 
distanter et forte costati, sequentes 3 fere duplo densius costulati, ultimus costis 
lamelliformibus altis valde distantibus in cervice praeditus. Long. 20 — 22, 
lat. 4 mm. 

Hab. Kreta, zwischen Kritsa und Kavonsi. 

ClausiUa (Cristataria) ealopleura Let. in sc. 

Testa cylindraceo-fusiformis, gracilis, elongata, corneo-fulva, costis la- 
tissime distantibus (in anfractu penultimo tantum 6 — 7), validis altisque, paullo 
obliquis undulatisque, ad fines obtusis, ad costas anfractuum adjacentium sub- 
vicissim positis, interstitiis latis concaviusculis irregulariter striatulis ; anfr. 13, 
primis 2 — 3 convexis laevibus, cervice planulato, carina transversali ad dextrum 
plica brevi interrupta; apertura irregulariter piriformis, parva, angulata, 
peristomate soluto, producto, dilatato, lamella supera parva, obliqua, infera 
superne obtuenti vix conspicua, pone ad superam posita, perobliqua, levissima, 
plica principalis vix visibilis, plica palatalis infera minima, plica 
subcollumellaris inconspicua, lunella tenuis. Long. 17, lat. 3mm. 

Hab. Syrien, im Libanon. 

Von allen Cristatarien ist diese, der Clausilia strangulatae doch am 
nächsten stehende, sehr ausgezeichnete Art durch ihre eigenthümliche und äusserst 
starke Sculptur verschieden. 

Clausilia (Cusmieia) vestigans n. sp. 

Testa fusiformis, sursum in spiram gracilem lente attenuata, cerisea, 
supra medium dense striatula, medio tantum sub lente distincte striata et 
tenuissime clathrata, in anfractu ultimo dense, acute, u/ndato-striatus ; anfr. 12, 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 6 



42 



Carl Agardli Westerlund. 



ultimus longe solutus et productus, ad suturam tumidulus, medio planulatus 
impressusque, ad hasin longe anguste attenuatus, subbicristatus, crista exteriore 
longa, acuta, curvata, sulco longo profundoque, crista interiore obtusa, gibbosa; 
apertura piriformis, intus brunnea, sinulo erecto, peristoma solutum, margine 
basali circulari, lamella supera marginalis, infera simplex, antice lata, 
brevis, leviter furcata, callus palatalis tenuis, superne leviter incrassatus, infra 
intus in plicam validam albam productus, lunella superne recta, infra curvata, 
plica subcolumellaris infra stricta, distinctissima. Long. 10, lat. 1'66 mm. 
Hab. In den Alpen Krains. 

Ich habe diese schöne und ausgezeichnete Form unter meinen Clausilia 
schmidti gefunden, kann sie jedoch nicht für eine Varietät dieser betrachten, ob- 
wohl auch schmidti mitunter anstatt der zwei Basalhöcker des Gaumenwulst eine 
lange Basalfalte bekommen kann. Aber die überall sehr feine Spiralsculptur, die 
ganz verschiedene Nackenform, die einfache Unterlamelle, der losgelöste und wie 
bei Clausilia pauli lang vorgezogene letzte Umgang, wie auch die Kleinheit des 
Gehäuses deuten auf eine verschiedene und bisher nicht beschriebene Art. 

Clausilia (Cusmieia) pumila (Z.) C, Pfr. 
Var. tergestina mihi. 

Testa sat valide et distanter costata, spira longissima et tenuissima; 
an fr. 12 — 13, superi 8 — 9 subaequales altitudine et latitudine tardissime accre- 
scentes; apertura parva, oblongo-ovata, vix piriformis. Long. 9 — 10, lat. 2mm. 

Hab. Triest. 

Clausilia (Cusmieia) hepatica Kstr. 

Testa clavato-fusiformis, spira anguste cylindracea, celeriter attenuata, 
vel elongato-fusiformis, spira longa et angusta lente attenuata, hepatica, dense 
costata, costis in cervice tenuioribus et acutioribus quam ceterae, strigillata; 
an fr. 12 — 14, planulati, ultimus antice depressus, ad basin cristata, sulco lato; 
apertura piriformis, sinulo alto, magno, parum depresso, callus palatalis 
tenuissimus, lamella supera valida, spirali conjuncta, lamella infera aut 
Simplex, longissime emersa, ad finem exteriorem lamella intus crassa extus tenui 
longa duplicata, aut irregulariter x-formis, interlamellare pliculis 1 — 3 
praeditum, plica subcollumellaris immer sa, sed bene conspicua, cur- 
vata, plica principalis ultra lunellam arcuatam bene producta. Long. 14 — 16, 
lat. 3'5 — 4 mm. 

Hab. Steiermark. 

Diese Art wurde von dem ausgezeichneten Clausilienkenner Küster in 
seiner Clausilien-Monographie in Chemn. et Mart., Conchylien-Cabinet, be- 
schrieben und in Taf. 21, Fig. 9 — 12, abgebildet, aber die Beschreibung ist nach 
den jetzigen Forderungen einer Clausilienbeschreibuug sehr unvollständig und 
mangelhaft und sogar der Fundort ist unbekannt geblieben. In Küster 's nach- 
gelassener Sammlung habe ich endlich die vier Original-Exemplare wiedergefunden, 



Neue Binnenconchylien in der paläarktischen Region. 



43 



und nach diesen ist die oben gegebene genauere Beschreibung gemacht, welche 
zeigt, dass die systematische Stellung der Art an der Seite der Clausilia pumilae 
(Z.) C, Pfr. ist, wohin ich sie a priori in meiner Fauna der Binnenconchylien, 
IV, 1884, S. 192, gestellt habe. Auf dem dazu gehörigen Namenzettel ist auch 
der Fundort der Art angegeben. 

Genus Cionella Jeffr. 

Cionella (Ferussacia) extrema n. sp. 

Testa Cionella forhesi Bourg. affinis, sed anfr. 5, primi duo minu- 
tissimi, ut a caeteris separati, tres supremi junctim vix ultra tertiam partem 
altitudinis penuUimi aequant, penulHmus longissimus, ultimo aequalis vel altior, 
lateribus parallelis; sutura usque ad apicew> linea callosa alba, subtus obscura, 
late marginata, adeo obliqua, ut anfr. antipenultimus extus duplo brevior quam 
intus Sit; apertura piriformis, columella callosa, marginibus intus valide, late 
eburneoque labiatis, exteriore fere ab insertione aequaliter arcuato-producta. 
Long. 8'5 — 9'5, lat. 3 — 3 5 mm. 

Hab. Marocco (Coli. J. Ponsonby). 

Cionella (Ferussacia) stenophya n. sp. 

Testa Cionella forbesi Bourg. affinis, sed gracilis, cylindraceo-fusi- 
formis, apice brevi ut separato; anfr. 6, tres supremi perangusti, juncti vix 
antepenultimo altiores, hic penultimo duplo brevior, qui vix duas partes Ultimi 
attinet, ultimus ad aperturam depressiusculus, hasin versus angustatus ; sutura 
tenuis, marginata; apertura piriformis, margine exteriore infra medium valde 
arcuato-producto, columella brevis, recta, alba. Long. 7, lat. 2 mm. 

Hab. Algerien, in Anschwemmungen von Harrach (Ancey). 

Cionella (Ferussacia) bourlieri Anc. in sc. 

Testa gracilis, fusiformis, fulvo-cornea, nitidissima; anfr. 6, vix con- 
vexiusculi, supremi 3 tardissime accrescentes, penultimus antepenuUo plus quam 
duplo altior, circa tertiam partem brevior ultimo; sutura marginata, aper- 
turam versus valde ascendens; apertura (4mm longa) angusta, sursum in 
angulum longissimum acutissimumque producta, pariete vix convexiusculo, oblique 
stricto, ad columellam rectam verticalem subsinuato. Long. 7 — 7'5, lat. 2 33 mm. 

Hab. Algerien, 35 /m östlich von Boghari. 

Verwandt der Cionella debilis Mor. 

CioneUa (Hohen warthia) disparata n. sp. 

Affinis Cionella hohenwarthi, sed anfr. 5V2 — 6, supremi 5^2 — 4parvi, 
angusti, spiram brevem conicam formantes, duo uUimi magni, sat convexi, 
junctim vix duas partes altitudinis penultimi attingentes, penultimus ultimo sat 
convexo brevior; sutura forte marginata, supra horizontalis, medio valde, ad 
aperturam parum obliqua; apertura infra non dilatata, dimidiam partem 

6* 



44 



Carl Agardh Westerlund. 



altitudinis totius testae non attingens, margine exteriore sat forte arcuato-pro- 
ducto. Long. 6—6 5, lat. 2 mm. 

Hab. Spanien, bei Barcelona (Prof. P. T. Cleve in Upsala). 

Genus Hyalinia Agass. 

Hyalinia (Polita) senilis n. sp. 

Testa sat aperte umhilicata, subplano-depressa vel vix convexiuscula, 
rufescens, suhtus palUda, dense rudeque sfriatula, lineis spiralihus densis, sub 
lente validiusculis, clathrata; anfractus 6, sat convexi, penultimus antepen- 
ultimo duplo latior, ultimo vix ^/s angustior, ultimus lente accrescens, ne minime 
dilatatus, supra planulatus, infra convexior, peripheria rotundatus, antice 
strictus; sutura impressiuscula, marginata; umhilicus subconicus, ad aper- 
turam paullo dilatatus; apertura lunato-ovato-rotundata, peristomate ubique 
recto. Lat. 12, alt. 5 mm. 

Hab. Sicilien, bei Calatafimini (Adami comra.) und auf der Insel Mare- 
timo bei Sicilien (Marq. A. de Monterosato comm.). 

In der Gruppe der Hyalinia nitidula Drp. ist diese die einzige, die eine 
deutliche, sogar rauhe Spiralsculptur hat. 

Hyalinia (Mesomphix) spratti n. sp. 

Testa anguste sed pervie umhilicata, depressa, vix convexiuscula, nitida, 
lutescenti-cornea, subtus albidula, anfractubus superis striatula, anfr. ultimo 
leviter irregulariterque striata, sublaevigata, rugulis nonnullis obsoletis, supra 
sub lente lineis spiralibus tenuissimis densissime ornata; anfractus 5V2, con- 
vexiusculi, sutura impressa separati, celeriter accrescentes (quisque duplo latior 
quam praecedens), ultimus antice non modo non dilatatus, sed constrictus, non 
descendens, latere dextro toto aequaliter compresso-rotundatus ; apertura parum 
obliqua, lunato-ovata, margine columellari leviter expanso. Lat. 20, alt. 10 mm. 

Hab. Kreta (Coli. J. Ponsonby). 

Diese Hyalinia steht zwischen der Hyalinia westerlundi Caf. und Hyalinia 
duboisi Ch. Von jener unterscheidet sie sich durch ihre bedeutendere Grösse mit 
geringerer Anzahl der Umgänge {Hyalinia ivesterlundi hat schon bei 15 mm Durch- 
messer einen Umgang mehr), viel engeren Nabel, regelmässig schnell zunehmende 
Umgänge, welche an der Naht nicht kantig sind, der letzte an der Mündung 
zusammengezogen statt erweitert u. s. w. Von Hyalinia duboisi ist sie noch mehr 
verschieden, denn diese hat den letzten Umgang gegen die Mündung hin stark 
erweitert, viel breiter als der vorletzte, an der rechten Seite in und nahe der 
Mündung stark zusammengedrückt, aber dann schnell an Dicke zunehmend, etc. 



') Der Kedactiou zugegangen im Februar 18U2. 



Nene Binnenconchylien in der paläarktischen Region. 



45 



Genus Helix L. 

Helix (Theba) faidherbiana Bourg. 
Var. calypta mihi. 

Testa minor, intus perforata, ad apertiiram anguste umhilicata (um- 
hilicus demum ad duplam latitudinem dilatatus, peristomate non ohtectus), suh 
epidermide uniformiter fusca, flavescenti-hrunnea, densissime squamulis obsita 
coerulescens ; anfractus ultimus ad aperturam longe profundeque descendens-, 
aper iura ohliqiia, lunato-circularis; peristoma leviter patulum, intus albo- 
incrassatum, margine columellari non dilatato nec deflexo. Lat. 14, alt. 9 mm. 

Hab. Tunesien (J. Ponsonby comm.). 

Helix (Campylaea) cyclolabris (Besch.) Ter. 
Var. improna mihi. 

Testa dilatate umhilicata, suh lente valido minutissime granulata, glahra; 
anfractus ultimus suhcylindrico-rotundatus (nec compresso-angulatus, nec 
infra declivis, convexior); peristoma marginihus valde approximatis, callo 
parietali perhrevi soluto. 

Hab. Euboea (J. Ponsonby comm.). 

HeHx (Cressa) medea n. sp. 

Testa anguste umhilicata (umhilicus forte dilatatus et margine columel- 
lari sursum longe productus), depresso-convexa, fulvida, fascia angusta hrunnea 
supramediana et fascia altera hrunnescente proprius ad suturam ornata, supra 
suhtusque costis validis ohtusis ohliquis suhsigmoideis dense munita, intervallis 
ohsoletissime striatis, nullis vestigiis pilarum, granorum vel linearum spiralium; 
anfractus 5^/2, sat celeriter accrescentes, vix convexiusculi ultimus antice 
hreviter deflexus, peripheria rotundatus, suhtus convexior-, apertura ohliqua, 
lunato-rotundata, alholahiata, marginihus approximatis. Lat. 14, alt. 7 mm. 

Hab. Kreta (J. Ponsonby comm.). 

Durch ihre für die Cressa-Formen bisher ganz alleinstehende Sculptur 
ist diese neue Art von allen Verwandten verschieden. 

Helix (Jacosta) hypsa n. sp. 

Testa umhilicata (umhilicus mediocris, perspectivus, conicus), acute cari- 
nata, supra depresso-tectiformis (apex parvus, nitidus, laevis, rufus), suhtus 
convexiuscula, calcareo-alhida, supra maculis numerosis transversis hrunneis 
variegata, suhtus unicolor vel lineis hrunneis numerosis ohsoletis picta, uhique 
densissime suhacute striatula; anfractus 7 — 7V2, lente regulariter accrescentes, 
superi convexiusculi, caeteri suhplani, carinati (carina in priorihus suturam 
sequens, in ultimis, praecipue in penultimis, super eminens, exserta), supra cari- 



46 



Carl Agardh Westerlund. 



nam excavatulo-depressi, ultimus antice strictus, carina utrinque compressa; 
aper iura parum ohliqua, transversa, securiformis, externe acute profundeque 
canaliculata; peristoma rectum, intus forte albolahiatum, marginibus inpariete 
subplano longe disjunctis. Lat. 13, alt. 6 5 mm. 

Hab. Tunesien, bei Benzerto (Coli. J. Ponsonby). 

Helix (Xeroleuoa) apaturia n. sp. 

Testa sat anguste umbilicata, globuloso-conoidea, spira rotundata, öbtu- 
sissima, apice depresso, nitida, dense regulariter striatula, impressionibus brevi- 
bus tenuibus longitudinaliter positis ubique copiose signata, variegata, scilicet 
cinereo-coerulescens, pellucida, passim sed copiose et irregulariter crusta calcarea 
sordide lutescenti opaca obtecta; anfractus 6^1^, primi 4 plani, ad suturam 
angulati, passim paullisper exserti, omnino ad marginem laeves, ultimus et pen- 
ultimus convexi, rotundati, sutura tenui disjunctis, ultimus antice breviter de- 
flexus, subtus rotundatus; apertura obliqua, lunato-rotundata, intus leviter 
albolabiata; peristoma acutum, margine columellari sat late reflexo. Lat. 17, 
alt. 14z mm. 

Hab. Libyen (,T. Ponsonby comm.). 

Die nächste Verwandte ist ihre Landsmännin Helix berenice Kob., sie ist 
aber von dieser reichlich verschieden und muss als eine selbstständige Art be- 
trachtet werden. Dies werden schon einige wenige Hauptcharaktere der Helix 
berenice (nach einem Original-Exemplare des Entdeckers, Admir. Spratt) an 
den Tag legen: Testa subobtecte perforata, globuloideo-conica, omnino absque 
sculptura regulari novae speciei nostrae, tantummodo rugulis et sulcis liinc inde 
in crusta calcarea sordide albida, quae testam fere ubique tegit, anfractus 6^/2, 
primi 2^/2 convexi, apicem exsertum, acute prominentem exhibentes, sequentes 
duo super suturam carinati, carina compressa serrato-dentata, penultimus valde 
convexus, ab ultimo sutura perprofunda disjunctus. 

Genus Buliiniiius (Ehrenberg) Beck. 

Buliminus (Mastus) mestus n. sp. 

Testa rimata, ovato-globosa, striatula, pallide cornea vel lutescenti- 
albida, subdiaphana; anfractus 7, convexiusculi, superi 6 lentissime accre- 
scentes, ultimus solus longitudinis dimidiam fere attingens, a medio lente et sat 
alte aperturam versus ascendens; spira ventricosa, superne in conum brevissi- 
mum obtusum contracta; sutura tenuis, tenue marginata; apertura brevis, 
semiovata, pariete subliorizontali, dente nodiformi ad insertionem marginis 
externi; peristoma acutum, expansiusculum, intus alboincrassatum, margini- 
bus callo tenuissimo junctis, columellari dilatato. Long. 11 — 13, lat. 6 mm. 

Hab. Insel Sofrano (J. Ponsonby comm.). 

Sehr ähnlich einem stark gedrungenen Buliminus pusio Brod., aber nur 
in der Form. Uebrigens sind sie sehr verschieden. Buliminus pusio hat nur 



Neue Binnenconcbylien in der paläarktischen Region. 



47 



sechs Umgänge, regelmässig schnell zunehmend, deren vorletzter den zwei vor- 
letzten der neuen Art entspricht und fast so breit ist wie diese beiden zusammen, 
der letzte ist gegen die Mündung hin ganz horizontal, der vorletzte also überall 
gleich breit, die Mündung hat eine sehr schiefe Wand und entbehrt ganz des 
Höckers an der Insertion des Aussenrandes. 

Buliminus (Chondrulus) ponsonbyi n. sp. 

Testa sinistrorsa, rimata, omnino cylindrica, apice tantuni in conulum 
perhrevem obtusiim angustata, laevigata, cornea; spira elongata; anfr actus 10, 
lentissime accrescentes, uUimi 4 subaequales, superi convexi, caeteri siibplani, 
ultimus ad basin convexus, antice strictus; apertui^a sinistrum versus intensa, 
triangulari-semiovalis, tridentata: dente 1 compresso lamelUforme intrante parie- 
tali, cum callo crasso ohliquo ah insertione marginis sinistri conßuente, 1 trans- 
versaU in medio marginis externi et 1 transversali in medio marginis interni ad 
basin columellae arcuato-callosae, his ultimis duobus marginalibus; peristoma 
supra dentem marginis dextri rectum, tenue, de caetero late planeque expansum, 
alboincrassatum, callo parietali medio omnino deficiente. Long. 14, lat. 4 5 mm. 

Hab. Lycien, bei Horzoom (Coli. J. Ponsonby). 

Genus Claiisilia Drap. 
Clausilia (Siciliaria) oonfinata Ad. Schm. 
Var. fnerens mihi. 

Testa fusiformis, superne sensim anguste attenuata, breviter decollata, 
dense costulata (costulae acutae, strictae, in anfractu ultimo non validiores, sed 
minus reguläres, distantioribus et superne saepe dichotomae), sutura papillis 
pimctiformibus sat ohsoletis dense obsita, anfractus ultimus basi forte cristatus et 
late sulcatus, plica palatalis supera secunda longa, valida. Long. 21 — 23, lat. 5 mm. 

Hab. Sicilien, in der Provinz Palermo {k. de Monterosato comm.). 

Var. commeata mihi. 

Testa non decollata, fusiformis, gracilis, costulata (costulae sat densae, 
acutae, obliquae, capillaceae, superne incrassatulae albaeque), anfractus 11, 
ultimus basi breviter gibboso-cristatus, plicae palatales antice in callo crasso 
albo infra nodifero, saepe plicam inferam attingente, terminatae. 

Hab. Sicilien, bei Trabia (A. de Monterosato comm.). 

Clausilia (Siciliaria) calearae Phil. 
Var. nodosa mihi. 
Testa non decollata, tenue regulariter costulato-striata, plica palatalis 
infera perbrevis, peristoma expansum, incrassatum, margine externo sub sinu- 
lum nodoso, plica palatalis supera secunda tenuis, brevis. 

Hab. Sicilien, bei Palermo (A. de Monterosato comm.). 



48 C. A. Westerlund. Neue Binnenconcbylien in der paläarktischen Region. 



Die bis jetzt bekannten Formen der interessanten Gruppe Sieiliaria können 
vielleicht mit der geringsten Mühe und der grössten Bestimmtheit nach folgendem 
Schema examinirt werden: 

Ä. Lameila infera oblique ascendens. 

t Clausüium aegre conspicuum, latere sinistro vix repandum. 

* Plicula interposita inconspicua (deest.). 

Clausilia crassicostata (Ben.) Pfr. Testa decollata, valde costata (raro forte 
costulata), plica palatalis infera hrevissima, verticalis, dorsalis, acutissima, 
periStoma hreviter solutum. 
Var. eminens A. S. 

Clausilia leucophryne (Parr.) Pfr. Testa valde decollata, siibtiliter et dense 
costulata, plica palatalis infera parum conspicua, ohliqua, lateralis, 
periStoma magis solutum. 
Var. laudahilis Parr. 

Clausilia nohilis Pfr. Testa parum decollata, striata ad laevigata, plica pala- 
talis infera valida, emersa, sublateralis, peristoma parum solutum. 

* * Plicula interposita distincta, hene conspicua. 
Clausilia confinata Ben. 

Var. merens W. 
Var. commeata W. 

1 1 Clausilium hene conspicuum, latere sinistro valde repandum. 
(Testa non decollata, plicula interposita distincta.) 

Clausilia tiberii Ben. Testa acute denseque albido-costulata, sutura levis vel 
subcrenulata, plicae palatalis superae antice callo albido intus saepe 
plicifero connexae. 

Clausilia calcarae Phil. Testa densissime, medio levissime striatula, cervice 
striata, sutura marginata, papillifera, plicae palatalis superae non vel 
vix junctae. 

Var. adelinae Ben. 

Var. nodosa W. 

B, Lamella infera valida, horizontalis. 

Clausilia grohmanniana (Partsch) Rm. Testa decollata, lutescens, acute costu- 
lata, *sutura levis. 

Clausilia septemplicata Phil. Testa raro decollata, rufescens, densissime obso- 
lete striatula, sutura papillifera. 
Var. prasina (Ben.) A. S. 
Var. rubra Ben. 

Plicula interposita oder subclausiliaris (Stützfältchen) ist eine 
kleine schiefe oder quere Falte zwischen der Subcoluriiellare und der unteren 
Gaumenfalte, welche als Stützfalte für die Spitze des Clausiliuras bei den Sici- 
liarien {Clausilia crassicostata, leucophryne und nobilis ausgenommen) dient. 



49 



Mittheilungen über Gallmücken. 

Von 

Ew. H. ßübsaamen 

in Berlin. 

(Mit Tafel II und 13 Zinkographien.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Februar 1892.) 



Im II. Hefte der Verhandlungen des naturh. Vereines für die 
preuss. Eheinlande, Westfalen etc., Jahrg. XLVII, 1891, S. 257, habe ich 
bereits mitgetheilt, dass ich die Mücke, welche die Galle Nr. 248 meines Ver- 
zeichnisses hervorbringt, gezogen habe. Ich nenne diese Mücke zu Ehren des 
verstorbenen Dr. Franz Low, der zuerst ausführlich über diese Galle berichtet 
hat (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1874, S. 156—157 
und 1888, S. 545), 

Diplosis Loewii n. sp. 

Die etwas depressen Larven dieser Art gehen gegen Mitte August zur Ver- 
wandlung in die Erde; die von mir gezogenen Imagines erschienen von Mitte 
bis Ende December desselben Jahres. 

Am 19. Juli waren die Larven noch weisslich und etwa 1^/2 mm lang, also 
noch sehr jugendlich. Zur selben Zeit waren die Larven aus den Blattstiel- und 
Zweiggallen schon ausgewandert.^) 

1) Meine früher ausgesprochene Ansicht, dass die Mücke, welche die Blattstiel- und Zweig- 
gallen an Populus tremula erzeugt, nicht identisch sei mit der Erzeugerin der runden, erbsengrossen, 
blattunterseits sich befindenden Gallen an derselben Pflanze (Nr. 244, Fig. 21 k meiner vorher er- 
wähnten Abhandlung in den Verhandl. des naturh. Vereines in Bonn), habe ich im verflossenen Sommer 
durch neue Beobachtungen bestätigt gefunden. Die Larven unterscheiden sich schon deutlich durch 
die Gräten. Die Gräte der in den Fig. 21 fc abgebildeten Blattgallen lebenden i)iy;Zos«s -Art ist ähnlich 
gebildet wie bei Diplosis Loewii. Die Larve aus den ßlattstielgallen hat hingegen eine Brustgräte, 
deren Lappen mehr zugespitzt sind (vergl. Fig. 1). Diese Larven verlassen ihre Wohnung von 
allen an Populns tremula lebenden Gallmückenlarven am ersten; auch die Larven aus Galle Nr. 244 
gehen viel früher zur Verwandlung in die Erde als die Larven von Diplosis Loewii. — Ich möchte 
übrigens an dieser Stelle noch eine neue Galle an Populus tremula erwähnen, welche ich zuerst 
im Herbare des Herrn Prof. Dr. Fr. Thomas in Ohrdruf sah und später auch in der Nähe Berlins 
Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 7 



50 



H. Rübsaamen. 



Die Larven von Diplosis Loewii m. färben sich später, werden zuerst 
blassroth und endlich dunkel orangeroth. Bauchwarzen (Verrucae ventrales)^) 
schmal, kammartig nebeneinander stehend. Gürtelwarzen ( Verrucae cingentes 
corniculatae) ^) vorhanden; am letzten Segmente ziemlich spitz, an den übrigen 
zerstreut und mehr gerundet ; einige dieser Warzen scheinen den granulirten Warzen 
(Verrucae cingentes granulatae) ^) der Cecidomyia-Lsi,rYen ähnlich zu sein; doch 
lassen meine Präparate^) ein bestimmtes Urtheil hierüber nicht mehr zu. Eine 
andere D^pZos^s-Larve mit granulirten Warzen habe ich bisher nicht aufgefunden, 

Stigmata sehr kurz, warzenförmig; Kopf weit vorstreckbar; Taster kurz, 
zweigliederig. Augenfleck vorhanden. 

Am letzten Leibesring befinden sich auch hier die den Z)*2)Zos*s-Larven 
eigenthümlichen acht Höcker (tubercula).^) 

Alle Höcker sind stark entwickelt und mit verkümmerten Borsten besetzt. 
Die kleineren inneren Höcker (tubercula interna minora) stehen den grösseren 
(tubercula interna majora) sehr nahe. Die vorderen Aussenhöcker (tubercula ex- 
terna anteriora) sind von der Basis des Segmentes ziemlich weit entfernt. 

Die Brustgräte ist lang gestielt und zeigt die gewöhnliche Form der Brust- 
gräten der Diplosis-L'AYYen. Die Lappen sind an ihrer Spitze stark abgerundet; 




Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3. Fig. 4. 



zwischen ihnen befindet sich ein ziemlieh tiefer gerundeter Ausschnitt (Fig. 4), 
der aber kaum halb so breit ist als einer der Lappen. Die seitliche Einschnürung 
unterhalb der Lappen ist ziemlich stark. An der Basis eines jeden dieser Lappen 
befindet sich ein gebogener, fast wasserklarer spitzer Anhang. Die Lappen sind 

nicht selten fand. Diese Galle befindet sieb ebenfalls an der unteren Blattseite. Sie ist wenig kleiner 
als die Galle Nr. 244, sitzt aber nicbt wie diese mit breiter Basis am Blatte, sondern ist an dieser 
Stelle ziemlicb stark eingeschnürt; auch überragt sie die obere Blattseite nicht so stark als 
diese. Ihre blattoberseitige Oelfnung ist spaltartig. Die Gräte dieser Larve (Fig. 2) hat ebenfalls 
spitze Lappen ; der Ausschnitt zwischen denselben ist rund. Am Grunde desselben befinden sich noch 
einige unregelmässige Zähnchen. Mir ist keine Diplosis-LaT\e bekannt, welche sich hinsichtlich der 
Form der Gräte der Gattung Cecidomyia so sehr nähert als diese. Am meisten ähnelt sie in Bezug 
auf die Brustgräte der Cecidomyia persicariae L., deren Gräte ich ebenfalls abbilde (Fig. 3). 

•) Ueber diese Organe vergleiche meine Mittheilungen über Gallmückenlarven im II, Hefte 
1891 der Berliner Entomologischen Zeitschrift, S, 381—392, Taf, XIV. 

•») Dieselben befinden sich im Museum für Naturkunde in Berlin. 



Mittheiliingen über Gallmücken. 



51 



dunkel honiggelb, die Stielbasis und eine von den Lappen zur Basis des Stieles 
keilförmig verlaufende Zeichnung ist hellgelb; im Uebrigen ist der Stiel farblos. 

Die ausgewachsene Larve ist 3'5 — 4 mm lang. Die Puppe (Taf. II, Fig. 1) 
ist ebenso gross. Abdomen roth. Thoraxrücken gelbbraun, Kopf und Scheiden 
schwarzbraun. Bohrhörnchen spitz, aber ziemlich kurz. Athemröhrchen sehr 
lang, etwas gebogen; Scheitelborsten ebenfalls lang, aber um die Hälfte kürzer 
als die ^ithemröhrchen. Flügelscheiden kurz, bis zur Mitte des dritten Segmentes 
reichend. Die Scheiden der Hinterbeine reichen bis zur Mitte des fünften Seg- 
mentes, die Scheiden der mittleren Beine bis ans Ende des vierten Körpernnges 
und die Scheiden der Vorderbeine sind wenig kürzer als die letztgenannten. 

Thorax auffallend kurz, dreimal kürzer als das Abdomen. Die Dorsalseite 
des Abdomens ist sehr fein gekörnelt. 

Das Männchen ist 3'5 — 4 mm lang. Die Augen sind schwarz; Rüssel und 
Taster trübroth. Das erste Tasterglied ist das kürzeste, das zweite ist kaum 
kürzer als das dritte, aber etwas dicker; das vierte ist so lang als das zweite 
und dritte zusammen und an seiner Spitze etwas verdickt. Die Behaarung der 
Taster ist die gewöhnliche. Die Fühler (auch die Basalglieder) sind dunkel- 
braun; sie sind mit weissen Haaren besetzt und bestehen aus 2 + 24 Gliedern. 
Die Basalglieder sind etwas dicker als die Geisselglieder; das zweite Basalglied 
ist nahezu halbkugelig. Das erste einfache Glied ist nicht gestielt, von länglich 
runder Form und ungefähr zweimal so lang als breit. Nach der Fühlerspitze 
zu nehmen die einfachen Glieder immer mehr an Länge ab, bis sie endlich 
ganz kugelig geworden sind. Das erste Doppelglied ist etwas kürzer als das 
erste einfache Glied, dem es der Gestalt nach ähnelt. Dasselbe gilt von den 
übrigen Doppelgliedern, mit Ausnahme der 4 bis 5 letzten, welche deutlich birn- 
förmig sind. Der Stiel vom doppelten zum einfachen Gliede ist so lang oder 
wenig kürzer als das Doppelglied und an seiner Spitze deutlich verdickt. Der 
Stiel vom einfachen zum doppelten Gliede ist etwa halb so lang als das zuge- 
hörige einfache Glied. Letztes Doppelglied mit rundlichem, kurzgestieltem, be- 
haartem Fortsatze. An jedem einfachen Gliede ist nur ein Wirtel wahrzu- 
nehmen. Die ihn bildenden Haare reichen, an den Fühler angedrückt, ungefähr 
bis zur Mitte des folgenden einfachen Gliedes. An jedem Doppelgliede kann 
man deutlich zwei Wirtel unterscheiden. Von diesen sitzt der kleinere an der 
Gliedbasis; er liegt dem Gliede ziemlich dicht an und die Haare, aus welchen 
er besteht, sind kürzer als das betreffende Doppelglied. Der zweite Wirtel 
befindet sich etwas unterhalb der Gliedspitze. Die ihn bildenden Haare sind 
etwas gebogen und reichen ungefähr bis an das Ende des folgenden einfachen 
Gliedes. Jedes Geisselglied ist überall dicht mit feinen, sehr kurzen Härchen besetzt. 

Der Hinterkopf ist schwarzbraun, an den Augen weissgrau berandet; bei 
nicht ganz ausgefärbten Exemplaren ist der Hinterkopf ganz grauroth. Hals 
gelbroth, ziemlich dick, an der unteren Seite mit zwei schwarzen Längsstrichen. 

Thorax matt schwarzbraun, auf dem Rücken mit zwei grauweissen Haar- 
leisten und vor jedem Flügel mit einem Büschel ebensolcher Haare. 

Flügelwurzel und Schwingerwulst rothbraun. 



52 H. Rübsaamen. 

Die Flügel (Fig. 5) sind 3'5 — 4 mm lang; sie sind braun tingirt, erscheinen 
aber in gewisser Richtung betrachtet weisslich. 

Der Vorderrand ist lang behaart und hinter der Einmündung der ersten 
Längsader etwas erweitert. 

Die erste Längsader ist vom Vorderrande sehr weit entfernt, der zweiten 
Längsader also näher als dem Vorderrande. (Bei Diplosis glohuli m. liegt die 
erste Längsader in der Mitte zwischen Vorderrand und zweiter Längsader.) Die 
zweite Längsader verläuft bis zum letzten Viertel fast gerade, biegt dann aber 
nach hinten um und mündet hinter der Flügelspitze. (Bei Diplosis glohuli m. 
biegt die zweite Längsader schon hinter der Querader nach hinten um.) An 
der Querader ist die zweite Längsader am dicksten, nach Basis und Spitze zu 
wird sie allmälig dünner. Die dritte Längsader gabelt wenig vor der Flügel- 
mitte; ihr Gabelpunkt liegt der Einmündung der ersten Längsader in den 
Vorderrand gegenüber (bei Diplosis glohuli m. der Flügelmitte näher als die 

Einmündung der ersten Längsader) und ist von der 
zweiten Längsader und dem Hinterrande ungefähr 
gleich weit entfernt. Die vordere Zinke ist am 
Gabelpunkte deutlich nach vorne gebogen, verläuft 
dann in der Richtung des Stieles und biegt an 
ihrer Spitze nach hinten um in den Hinterrand 
Fig. 5. (also gebildet wie bei Diplosis glohuli m.). Die 

hintere Zinke bildet mit dem Stiele einen fast 
rechten Winkel und steht senkrecht auf dem Hinterrande (also steiler als bei 
diplosis glohuli m ). Querader schief, jenseits der Mitte der ersten Längsader 
(also wie bei Diplosis glohuli m.). Bei Diplosis tremulae Wtz. soll die Quer- 
ader vor der Mitte der ersten Längsader liegen. Die Erweiterung des Hinter- 
randes beginnt weit vor der Querader (also wie bei Diplosis glohuli m.). Ausser 
der gewöhnlichen Flügelfalte befindet sieh auf dem Flügel noch eine Falte 
hinter dem Stiele der dritten Längsader. Bei Diplosis glohuli m. habe ich 
diese Falte nicht beobachtet. 

Schwinger honigbraun, Stielbasis heller; unter dem Schwingerknopfe be- 
findet sich ein aus weissen Schuppen gebildeter Ring. Der Stiel geht allmälig 
in den Knopf über und ist wie dieser mit feinen anliegenden Haaren besetzt; 
nur an der Basis des Stieles befinden sich einige bedeutend längere Haare. 

Die Beine sind lang behaart; die Schenkel tragen, wie gewöhnlich an 
ihrer unteren Seite, ausserdem noch eine Reihe bedeutend längerer Haare. Auf 
der unteren Seite sind die Beine gelblichweiss, auf der oberen braun. 

Abdomen röthlichgelb, oben mit braunen Binden und zwei Reihen grauer 
Haare, die nach den Seiten zu am längsten sind. 

Der Sexualapparat ist ziemlich klein. An der wulstartigen Verdickung 
befindet sich jederseits oberhalb der gewöhnlichen Lamellendecken eine kegel- 
förmige Verdickung. Die Lamellendecken selbst sind gewöhnlich gebildet. Unter- 
halb der Decken befindet sich ein eigenthümliches Organ (Taf. II, Fig. 2), wie 
ich es bisher in ähnlicher Form nur bei Diplosis senecionis Rübs., Diplosis 




Mittheilungen über Gallmücken. 



53 



rosiperda n. sp. und Schkomijia socidbilis m. beobachtet habe. Es besteht aus 
einer chitinösen Masse, ist etAvas depress, von rostbrauner Farbe, an der Spitze 
etwas verbreitert, halbmondförmig ausgeschnitten und fein behaart. Ausserdem 
befindet sich an jeder der durch den erwähnten Ausschnitt bedingten Spitzen 
eine längere, etwas nach hinten gerichtete Borste. Dieses Organ reicht ungefähr 
bis zur Mitte der Zangenbasalglieder. Der Penis ist fast so lang wie die Grund- 
glieder der Haltezange; er ist an der Basis etwas verbreitert und an seiner 
Spitze schwach ausgerandet. Die Zangenbasalglieder werden nach ihrer Spitze 
zu dünner. An der unteren Seite eines jeden Basalgliedes befindet sich eine 
beulenartige Verdickung. Diese Verdickung ist halb so lang als das ganze Glied 
und nimmt auch die halbe Breite des Gliedes, an dessen innerer Seite sie liegt, 
ein. Die Behaarung der Basalglieder ist die gewöhnliche. Die Klauenglieder 
sind etwas gebogen und ziemlich dicht behaart. 

Der Hinterleib des Weibchens ist dunkelroth. Auf der oberen Seite des 
Abdomens sind die dunkelbraunen Binden meist so breit, dass die Grundfarbe 
nicht durchscheint. Im Uebrigen ist das Weibchen gefärbt wie das Männchen. 
Die gelbe Legeröhre ist vorstreckbar, im Euhezustande aber meist vollständig 
eingezogen. Das erete Glied ist mit feinen, rückwärts gerichteten Härchen be- 
setzt. Das zweite Glied ist mit abstehenden kurzen Haaren versehen. Am Ende 
der Legeröhre befindet sich eine grössere und eine darunterstehende kleinere 
Lamelle, an welchen beiden sich ebenfalls senkrecht abstehende Härchen befinden. 

Die Fühler sind 2 + 12-gliederig, etwas kürzer als der Leib. Die Stiele 
sind viermal kürzer als die Glieder. 

Das erste Geisseiglied ist etwa lV2Mal so lang als das folgende und in 
der Mitte deutlich eingeschnürt. Die übrigen Geisseiglieder werden nach der 
Spitze des Fühlers zu allmälig kleiner; sie sind etwas vor der Mitte eingeschnürt 
und an der Spitze schwach verdickt. Das letzte Geisselglied trägt an seiner 
Spitze einen Fortsatz, der so gebildet ist wie beim Männchen. 

Die einkammerigen, etwa 4 mm dicken, meist dunkelroth gefärbten Gallen, 
welche auf der oberen Blattseite stehen, wurden zuerst von Dr. Franz Löw aus 
dem Wiener Walde und später aus Norwegen beschrieben. 

Ich fand die Galle häufig (1890) in der Umgebung von Weidenau (Giers- 
berg und Setzerköpfchen) und habe dieselbe in denVerhandl. d. naturh. 
Vereines für die preuss. Eheinlande, Westfalen etc., Jahrg. XLVII, 
Taf. VIII, Fig. 21c und 23, abgebildet. Nach Prof. Dr. 0. Hieronymus (Er- 
gänzungsheft zum 68. Jahresbericht d. Schles. Ges., S. 102 u. 103, Nr. 48) 
kommt die Galle ausserdem vor in Schlesien (Wald bei Oswitz bei Breslau 
und bei der Försterei Tampadel am Lobten); ferner in der Mark Br anden- 
burg (Nauener Weinberge und Alt-Ruppin); drittens in Pommern (He- 
ringsdorf), viertens in Baden (Carlsruhe) und endlich am Harze (Blanken- 
burg). 

lieber den anatomischen Bau der Galle macht Hieronymus ausführliche 
Mittheilungen, welche ich nachfolgend wiedergebe: „Die Wand der reifen Galle 
ist etwa 1 mm dick. Unter der Epidermis befinden sich mehrere Lagen saftiger, 



54 



H. Rübsaamen. 



dünnwandiger parenchymatischer Zellen. Die äiissersten (etwa 4—5) dieser Lagen 
enthalten rothen Zellsaft. An das dünnwandige Parenchym schliessen sich nach 
dem Innern der Galle zu eine Anzahl sclerenchymatischer Zellschichten an, welche 
eine Innengalle bilden, die innen von dem kleinzelligen, saftigen, durch Thei- 
lungen eines Meristems entstandenen und reproducirten Nährgewebe für die Larve 
ausgekleidet ist." 

Diplosis rosiperda n. sp., 

ein neuer Feind unserer Gartenrose. 

Ende Jänner (1891) bemerkte ich in meinem Garten in Weidenau, dass 
eine Menge Knospen an Bosa centifolia L. nicht zur Entwicklung gekommen 
waren. Diese Knospen waren vertrocknet und ihre Stiele in Folge des Ein- 
trocknens umgebogen. Ich sammelte eine Anzahl dieser Knospen und fand, dass 
jede derselben von 1 — 5 gelbrothen Gallmückenlarven bewohnt war. Dass diese 
Larven wirklich die Ursache seien, wesshalb die Eosenknospen nicht zur Ent- 
faltung gelangt waren, schien mir aus meinem Funde mit ziemlicher Sicherheit 
hervorzugehen, da die Larven in keiner einzigen von mehr als dreissig unter- 
suchten Knospen fehlten. Einige Zeit später wurde diese Ansicht durch einen 
neuen Fund unterstützt. Ich besuchte Mitte April Herrn Prof. Dr. Fr. Thomas 
in Ohrdruf und theilte ihm meine oben erwähnte Beobachtung mit. 

Sogleich vorgenommene Nachforschung in dessen Garten ergab, dass auch 
hier an Sträuchern der erwähnten Eosenart sich eine ziemliche Anzahl vertrock- 
neter Knospen befanden. Beim Oeflfnen derselben erschienen sofort die rothen 
Gallmückenlarven. Die Knospen waren aber durchschnittlich viel reicher mit 
Larven besetzt, als die in Weidenau gefundenen, da ich bis 16 Larven aus einer 
Knospe hervorholen konnte. Ich habe nun auch diese Larven genau untersucht; 
sie passen vollständig zu der von mir in Weidenau aufgenommenen Beschreibung. 

Eine ähnliche Mittheilung über in der Entwicklung gehemmte Eosen- 
knospen kommt nun auch aus Nordamerika. Ein Herr Benjamin Hammond, 
Fishkill, New-York, sandte am 25. October 1890 Eosenknospen an Eiley, 
welche mit weissen Larven besetzt waren, die Eiley sogleich als Gallmücken- 
larven erkannte. ^) Obgleich nun diese Larven weiss gefärbt waren, so ist es doch 
nicht unmöglich, dass sie ebenfalls zu Diplosis rosiperda m. gehören, da mög- 
licher Weise die Larven im October noch nicht völlig entwickelt waren. 

Die ziemlich träge Larve ist orangeroth; der Kopf der aus den Knospen 
herausgeholten Larven ist meist eingezogen. Bauchwarzen an der Basis des 
Segmentes zerstreut und fast halbkugelig, die übrigen schmallanzettlich. 

Gürtelwarzen auf der Bauchseite fehlend, aber am Eücken und an den 
Seiten der Segmente vorhanden. An den vorderen Segmenten sind sie mehr 
abgerundet, an den hinteren hingegen spitz und lang. 

Jedes Segment ist mit einer Eeihe langer Borsten, die auf kleinen Warzen 
stehen, besetzt. Das letzte Segment (Taf. II, Fig. 7) zeigt die gewöhnlichen acht 



Insect Life, Vol. III, Nr. 6, p. 294—295, Washington, 1891. 



Mittheilungen über Gallmücken. 



55 




Fig. 6. 



Fig. 7. 



Höcker. Von diesen sind die vorderen Aussenhöcker der Basis des Segmentes 
ziemlich nahe gerückt und mit einer sehr langen, nach innen gebogenen Borste 
versehen. Alle übrigen Höcker sind mit kurzen, spitzen, stummelartigen Borsten 
besetzt.^) Die grossen Innenhöcker sind etwas nach aussen gebogen; sie sind 
wenigstens doppelt so lang als die kleinen Innenhöcker und stehen diesen sehr nahe. 

Die Fühler und das Kiefergerüste sind blassgelb. Die Augenflecke sind 
rothbraun, verkehrt commaförmig und stehen dicht zusammen. 

Die Brustgräte (Fig. 6) zeigt die gewöhnliche Form der Diplosis-Gr'iten. 
Die beiden Lappen sind stark abgerundet, ebenso der 
zwischen beiden sich befindende, etwas schmälere Ausschnitt. 

Sternal-, Lateral-, Pleural- und Ventralpapillen 
deutlich; ebenso die Afterspalte. 

Die gewaltsam aus den Knospen herausgenom- 
menen Larven gingen zur Verwandlung in die Erde. Am 
27. März desselben Jahres erhielt ich aus diesen Larven 
die Mücken. Möglicher Weise bestehen die Larven aber 
für gewöhnlich ihre Verwandlung in den Gallen. 

Die Puppe vermochte ich nicht aufzufinden. Das 
Weibchen ist etwa 2 mm lang. Das ganze Thier ist trüb 
Orangeroth gefärbt. Die Taster sind viergliederig, das 
erste Tasterglied ist sehr kurz, kaum länger als breit; das zweite ist etwas 
dicker und kürzer als das dritte; das dritte und vierte ungefähr gleichlang. Be- 
haarung gewöhnlich. 

Die Fühler sind 2 + 12-gliederig, dunkelbraun. Stiele und Basalglieder 
weisslich; letztere etwas dicker als die Geisseiglieder; das erste Basalglied kurz 
gestielt, an der Spitze napfförmig, das zweite von länglich runder Form. Die 
Geisselglieder sind walzenförmig, die untersten kaum merklich in der Mitte 
eingeschnürt; jedes Glied an der Spitze mit kleinem hyalinen Forsatze. Das 
erste Geisselglied an seiner Basis deutlich verschmälert, etwas länger als das 
zweite; nach der Fühlerspitze zu werden die Glieder allmälig kleiner. Jedes 
Glied an der Basis mit einem Haarwirtel; bei den unteren Gliedern sind die 
diesen Wirtel bildenden Haare so lang oder etwas länger als das zugehörige 
Glied, bei den oberen Gliedern aber nur halb so lang. Ein zweiter Wirtel ist 
nicht wahrnehmbar, vielmehr ist jedes Glied von seiner Mitte an bis zur Spitze 
ziemlich dicht mit nach vorne gebogenen Haaren besetzt^ die etwa halb so lang 
sind als das Glied. Bei einigen Gliedern befindet sich an der oberen Fühlerseite 
etwas über der Mitte ein Büschel stark nach hinten gebogener, kürzerer Haare. 
Endglied mit kurz gestieltem Fortsatze. Die Stiele sind in der Fühlermitte etwa 
halb so lang als ihre Glieder, nach beiden Fühlerenden zu aber kürzer. 

Auf dem Thoraxrücken befinden sich drei kurze, kastanienbraune Striemen ; 
auch die Brustseiten sind nach den Hüften zu braun gefärbt. 



1) Die Wurzel dieser Borsten sieht man deutlich durch die Haut des Höckers durchscheinen, 
wenn man die Larve unter dem Deckgläschen in "Wasser legt. 



56 



H. Rü])saamen, 



Der Flügelvorderrand (Fig. 8) ist hinter der Mündung der ersten Längs- 
ader etwas erweitert und überall lang behaart. Die erste Längsader mündet weit 
vor der Flügelmitte, sie liegt dem Vorderrande viel näher als der zweiten Längs- 
ader. Die zweite Längsader ist an der Querader etwas nach vorne gezogen, sonst 
ist sie ziemlich gerade, biegt aber im letzten Viertel deutlich nach hinten und 
mündet hinter der Flügelspitze. Die dritte Längsader 
gabelt nahe der Flügelmitte ; ihr Gabelpunkt liegt dem 
Hinterrande"" etwas näher als der zweiten Längsader. 

Die hintere Zinke bildet mit Stiel und Hinter- 
rand einen fast rechten Winkel ; die vordere Zinke ist 
am Gabelpunkte wenig nach vorne gebogen, in der 
Mitte deutlich eingezogen und biegt an ihrer Spitze 
ziemlich stark nach hinten um ; ihre Mündung liegt etwa gleichweit entfernt von 
derjenigen der zweiten Längsader und der Mündung der hinteren Zinke. 
Die Querader liegt wenig vor der Mitte der ersten Längsader 
Flügelfalte deutlich, der Spitze der vorderen Zinke anliegend. 
Schwinger lang gestielt. Stiel weisslich, Knopf orangeroth, in der Mitte 
mit dunklem Ringel. 

Abdomen schlank, doppelt so lang als der Thorax. Jedes Segment mit 
herumlaufender dunkel kastanienbrauner Binde. Die erste Binde ist nur an der 
Segmentspitze vorhanden und sehr schmal, die zweite Binde ist etwas breiter, 
die dritte noch breiter, die übrigen fast so breit wie die Ringe. Die zweite Binde 
ist in der Mitte deutlich, die dritte weniger deutlich unterbrochen. 

Die Legeröhre ist nicht sehr weit vorstreckbar und von gelbweisser Farbe. 
An ihrem Ende befinden sich zwei Lamellen, eine grössere obere, welche au ihrer 
Basis etwas eingeschnürt ist und eine viel kleinere, darunter stehende, von halb- 
kreisförmiger Gestalt. Die Lamellen sind zerstreut mit langen, abstehenden und 
dicht mit feinen, sehr kurzen Haaren besetzt. 

Das Männchen ist gefärbt wie das Weibchen. Binden des Abdomens oft 
weniger deutlich. 

Fühler 2 + 24-gliederig, abwechselnd einfache und doppelte Glieder. Das 
erste einfache Glied länglichrund, nach der Basis zu allmälig verdünnt; die fol- 
genden sind kugelig und in der Nähe der Fühlerspitze etwas querbreiter. Die 
unteren Doppelglieder sind deutlich birnförmig, also vor der Mitte eingeschnürt; 
bei den oberen ist diese Einschnürung sehr gering. Der Stiel vom doppelten zum 
einfachen Gliede ist so lang oder etwas länger als das Doppelglied; die übrigen 
Stiele etwas kürzer als das doppelte Glied. Am einfachen Gliede befindet sich 
ein deutlicher Wirtel; die ihn bildenden Haare reichen, an den Fühler angedrückt, 
bis etwas über die Basis des folgenden Doppelgliedes. Bei den Doppelgliedern 
ist an der Basis ebenfalls deutlich ein Wirtel wahrnehmbar ; die Haare, aus denen 
er besteht, sind wenig kürzer als das Doppelglied ; von der Gliedmitte an ist die 
Behaarung der Doppelglieder so wie die Behaarung der Geisselglieder des Weibchens. 

Der Sexualapparat (Taf. II, Fig. 8) nicht besonders stark entwickelt. Die 
Zangenbasalglieder sind an der Basis am stärksten und hier an ihrer inneren 




Mittheilungen über Gallmücken. 



57 



Seite beuleuai'tig verdickt. Die langen Haare stehen ziemlich dicht. Die Klauen- 
glieder sind in der Mitte etwas gebogen, wenig kürzer als die Basalglieder, an 
der Spitze etwas abgerundet und dunkelbraun gefärbt und überall mit zerstreut 
stehenden, nach hinten gebogenen Haaren besetzt. 

Die Lamellendeckeu sind ähnlich gebildet wie bei Schizomyia socidbilis m. 
(vergl. Zeitschrift für Naturw., Halle, 1891, Bd. LXIV, S. 151, Fig. 2), der 
innere Lappen verschwindet aber fast vollständig, so dass sie wie schief nach innen 
abgeschnitten aussehen. Auch die Behaarung der Lamellendecken ist wie bei 
Schizomyia sociahilis. Unter diesen Decken befindet sich das schon bei Diplosis 
Loeiüii n. sp. erwähnte Organ. Es hat sehr grosse Aehnlichkeit mit dem ent- 
sprechenden Organe bei Schizomyia sociahilis Eübs. Die Lappen divergiren aber 
viel stärker, wodurch bedingt wird, dass der Ausschnitt zwischen ihnen viel grösser 
ist als bei der vorhergenannten Mücke. 

Der Penis ist an seiner Spitze gerundet und von bräunlicher Farbe, sonst 
wasserklar und nach der Basis zu verbreitert. 

Diplosis rhamni n. sp. 

Die Larven sind 2 — 2'5 mm lange, beingelbe bis schwefelgelbe Spring- 
maden. Das letzte Segment (Taf. II, Fig. 4) mit den den Diplosis-LM'Vbn 
eigenen acht Höckern, die hier nur schwach entwickelt sind. Alle Höcker fast 
gleich gross. Die hinteren Aussenhöcker mit einer kurzen, die kleineren Innen- 
höcker mit einer noch kürzeren Borste. Die kleinen Innenhöcker stehen etwas 
höher als die grösseren, doch nicht so hoch wie die vorderen Aussenhöcker. 
Vorletztes Segment gewöhnlich gebildet. Bauchwarzen spitz, dornartig; Gürtel- 
warzeu scheinen an der Bauchseite zu fehlen ; sie sind an ihrer Spitze abgerundet 
und verschwinden nach dem Kopfe zu aUmälig ganz. Kiefergerüste blassgelb; 
Fühler ebenso, ziemlich kurz. Augenflecke dicht zusammen. Sternal-, Lateral-, 
Pleural- und Ventralpapillen regelmässig. Pseudopodien schwach entwickelt. 

Die Brustgräte hat die den D^pZos^s-Larven eigenthümliche Form (vergl. 
Textfig. 7). Die Lappen sind blassgelb; ebenso ein kleiner, halbkreisförmiger 
Fleck unterhalb der Lappen; im Uebrigen ist die Gräte farblos. 

Die Larven bestehen ihre Verwandlung in der Erde. 

Die Puppe (Taf. II, Fig. 3) ist ziemlich schlank; Augen schwarz; Thorax 
und Scheiden braun. Abdomen gelb, an der Eückenseite mit kurzen bräunlichen 
Binden. Jedes Segment ist an seiner Spitze mit deutlichen Dörnchen besetzt. 

Bohrhörnchen nicht stark entwickelt, aber spitz. Scheitelborste sehr lang, 
etwas nach vorne gebogen. Athemröhrchen ebenfalls lang, den Thorax weit über- 
ragend und etwas nach aussen gebogen. 

Flügelscheiden bis an das Ende des dritten Segmentes reichend. Scheiden 
der vorderen Beine bis zur Mitte und diejenigen der mittleren Beine bis an das 
Ende des vierten Segmentes reichend. Die Scheiden der Hinterbeine reichen bis 
zur Mitte des fünften Segmentes. Die letzten Abdominalsegmente etwas nach 
vorne eingebogen. 

Z. B, Ges. B. XLII. Ahh. 8 



58 



H. Rübsaamen. 



Das Weibclien ist etwa TöO w??z lang. Augen und Hinterkopf schwarz; 
letzterer gelbweiss berandet. Taster viergliederig; das erste Glied am kürzesten; 
das zweite doppelt so lang als das erste und am dicksten von allen; das dritte 
um die Hälfte länger als das zweite und das vierte so lang als das dritte und 
zweite zusammen, Behaarung gewöhnlich. 

Fühler 2 + 24-gliederig, braun, Basalglieder gelb, etwas dicker als die 
Geisselglieder. Das zweite Basalglied wenig kürzer als das erste, nach der 
Spitze zu verjüngt. Das erste Geisseiglied in der Mitte leicht eingeschnürt, mehr 
als doppelt so lang als das zweite; dieses etwas länger als das dritte; die 
übrigen ziemlich gleich gross und vor der Mitte leicht eingeschnürt. Letztes 
Glied mit kurzem Fortsatz. Beim ersten Geisseiglied sind eigentliche Wirtel 
nicht vorhanden, das Glied ist vielmehr zerstreut mit längeren Haaren besetzt. 
Bei den übrigen Geisseigliedern sind zwei Wirtel wahrnehmbar; die diese Wirtel 
bildenden Haare sind ungefähr von Gliedlänge. Hier, wie bei allen übrigen 
Diplosis- und Cecidomyia -Arten sind die Fühlerglieder ausserdem dicht mit 
feinen, sehr kurzen Härchen besetzt. 

Der ganze Thoraxrücken, incl. Schildchen und Hinterrücken schwarzbraun. 
Flügelvorderrand (Fig. 9) kaum erweitert, lang behaart. Die erste Längs- 
ader mündet ziemlich weit vor der Flügelmitte; sie ist vom Vorderrand und 
zweiter Längsader etwa gleich weit entfernt. Die 
zweite Längsader ist bis zur Querader etwas nach 
vorne gebogen, von hier verläuft sie in leichtem Bogen 
bis zur Flügelspitze. 

Die dritte Längsader gabelt nahe der Flügel- 
mitte; ihr Gabelpunkt liegt dem Hinterrande etwas 
näher als der zweiten Längsader. Die hintere Zinke 
ist gerade, sie bildet mit dem Stiele einen Winkel von ungefähr 130°. Die 
vordere Zinke geht in leichtem Bogen zum Hinterrande. Ihre Mündung liegt 
der Mündung der hinteren Zinke etwas näher, als derjenigen der zweiten Längs- 
ader. Querader in der Mitte der ersten Längsader ; Flügelfalte deutlich. Schwinger 
fast weiss. 

Abdomen gelb; oberseits mit graubraunen, erweiterten Binden. 

Legeröhre sehr weit vorstreckbar, wurmartig, schmal, am Ende mit den 
gewöhnlichen zwei Lamellen und von weissgelber Farbe. 

Das Männchen ist gefärbt wie das Weibchen. Die Fühler sind 2 + 24-glie- 
derig, die Geisselglieder sind abwechselnd einfache und doppelte; die vier ersten 
Geisselglieder sind länglich rund, in ihrer Gestalt also fast gleich; nach der 
Fühlerspitze zu sind die Doppelglieder etwas länger als breit, während die ein- 
fachen Glieder kugelig sind. Bei allen Gliedern ist nur ein Wirtel wahrnehmbar; 
die ihn bildenden Haare stehen ziemlich dicht und reichen ungefähr bis zum 
Ende des folgenden Gliedes. Endglied mit Fortsatz. 

Sexualapparat sehr klein. Zangenbasaiglieder an der Basis am dicksten, 
nach vorne zu stark verjüngt. Klauenglieder halb so lang als die Basalglieder, 
dicht behaart (fein und kurz) und in der Mitte etwas gebogen. Lamellendecken 




Alittbeilungen über Gallmücken. 



59 



vorne abgerundet, die Mitte der Zangenbasaiglieder etwas überragend. Penis 
etwas länger als die Lamellendecken; Organe zwischen beiden habe ich nicht 
aufgefunden. 

Die Larven von Diplosis rJiamni leben in den Blütheuknospen von Wiam- 
nus frangula, welche durch Einwirkung der Larven leicht anschwellen, und 
deren Fructifications-Organe verkümmern. Ich fand diese Deformationen zuerst 
an einem Strauche am Hermeisbacher Weiher bei Siegen, später auch 
noch an anderen Orten des Siegerlandes. Auch in der Umgebung Berlins 
kommt sie vor, wiewohl sie hier viel seltener zu sein scheint als im Kreise 
Siegen; ich habe sie wenigstens nur einige Male am Nonnendamm (hinter 
Charlottenburg) gefunden. In einigen der hier aufgefundenen deformirten 
Blüthen beobachtete ich aber eine blassrothe Cecidomyia-liRrxe, die wohl 
nur inquilinisch in diesen Gallen lebt. 

Asphondylia eytisi v. Frfld. 

Im XXm. Bd. (1873), S. 186 und 187 dieser Verhandlungen hat 
V. Frauenfeld unter obigem Namen eine Gallmücke beschrieben, welche er 
aus Cytisus austriacus L. am 30. März 1873 zog. Die Möglichkeit, dass diese 
Art mit Asphondylia sarothamni H. Lw. oder Asphondylia genistae H. Lw. iden- 
tisch sei, ist auch nach der Ansicht v. Frauenfeld 's nicht ausgeschlossen; da 
die Beschreibung, welche H. Loew von diesen beiden Mücken gibt, nicht genügt, 
um sie von ähnlichen sicher zu unterscheiden. 

Die Beschreibung, welche v. Frauenfeld von Asphondylia cytisi gibt, 
leidet nun an demselben Uebel, wie die H. Loew 'sehen Beschreibungen. Es ist 
also zur Zeit unmöglich, eine dieser Arten sicher zu bestimmen. 

Prof. Mik theilt im 10. Heft, S. 289 der Wiener Entomol. Zeitung 
mit, dass er eine von Wachtl aus Gallen an Cytisus austriacus L. und Cytisus 
ratishonensis Schäf. gezogene Mücke als Asphondylia sarothamni H. Lw. bestimmt 
habe, dass aber Dr. Fr. Löw die Asphondylia cytisi als Erzeuger dieser Galle 
ansehe (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1885, S, 502). 
(Ich möchte an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass die Angabe von 
Mik, Liebel habe den Erzeuger dieser Cecidien Asphondylia bitensis 
Kleff, gehalten, auf einem Irrthume beruht. Im Jahre 1886 war die Asphondylia 
hitensis Kleff, noch gar nicht beschrieben. In der Zeit sehr. f. Natur w., Halle, 
1886, S. 541, Nr. 76, hält vielmehr Liebel die Gallen der erst später von Kleff er 
beschriebenen Asphondylia hitensis [Entomol. Nachrichten, 1888, Heft 17, 
S. 264—266] noch für das Product der Asphondylia sarothamni H. Loew. Später 
beschrieb dann Liebel die Asphondylia Mayeri Liebel, welche ähnliche Hülsen- 
gallen an Sarothamnus scoparius hervorbringt.) 

Wie es nicht als Unmöglichkeit erscheint, dass ein und dieselbe Mücke an 
zwei verschiedenen (wenn auch verwandten) Pflanzen Gallen erzeugt, so könnte 
es immerhin ebensogut möglich sein, dass zwei verschiedene Mücken an ein und 
derselben Pflanze gleiche Gallen hervorbringen ; ich meine also, dass Asphondylia 

8* 



60 



H. Rübsaamen. 



cytisi eine selbstständige Art sein könnte, wenn auch Äsphondylia sarothamni 
an Cytisus- Arten gleiche Gallen hervorbringen würde. 

Anfangs Mai (1891) übersandte mir Herr Dr. D. v. Schlechtendal aus 
Halle eine Deformation an Cytisus capitatus Jacq., über welche derselbe schon 
früher Mittheilung gemacht hat. Es gelang mir nun, aus diesen Gallen die 
Mücken zu ziehen. Da sich im Berliner Museum für Naturkunde die 
H. Loew'sche Sammlung befindet, so war es mir möglich, die typischen Stücke 
von Äsphondylia sarothmmii und genistae mit den oben genannten Mücken 
(wenigstens noch hinsichtlich ihres Flügelbaues) zu vergleichen. Ich halte vor- 
läufig alle drei Arten für verschieden. Da ich aber sowohl von Äsphondylia 
sarothamni als auch von Äsphondylia genistae nur je ein Exemplar zur Unter- 
suchung verwenden konnte (zur genauen Beurtheilung des Flügelgeäders ist es 
nöthig, den Flügel durchaus flach aufzulegen und also vom Thiere abzutrennen), 
so ist die Möglichkeit, dass die von mir untersuchten Mücken zufällig abnorm 
gebildete Flügel besassen, nicht völlig ausgeschlossen. 

Nachfolgend gebe ich nun die von mir aufgefundenen Unterschiede an. 

1. Äsphondylia sarothamni H. Lw. 

Die Länge der ersten Längsader von der hakenförmigen Querader bis 
zur Mündung der gewöhnlichen Querader wenig länger als letztere. Die zweite 

Längsader ist an ihrer Spitze stark nach hinten 

gebogen. Der Gabelpunkt der dritten Längsader 
liegt in der Mitte zwischen dem Hinterrande und 
der zweiten Längsader. Die Vorderzinke ist am 
Gabelpunkte stark nach vorne und an ihrer Spitze 
•p.g stark nach hinten gebogen, sonst fast gerade. 

Ihre Mündung in den Hinterrand von derjenigen 
der Hinterzinke und der zweiten Längsader fast gleich weit entfernt. Querader 
mit ziemlich starker Biegung in der Mitte (vergl. Fig. 10 und 11). 




Fig. 11. Fig. 12. Fig. 13. 



2. Äsphondylia genistae H. L^y. 

Die Länge der ersten Längsader von der hakenförmigen Querader bis zur 
Mündung der gewöhnlichen Querader ist nicht länger als die letztere. Die 
zweite Längsader ist an ihrer Spitze schwächer gebogen als bei Äsphondylia 
sarothamni. Gabelpunkt wie vorher. Vorderzinke an der Basis kaum aufsteigend 
und an der Spitze nicht nach hinten gebogen. Ihre Mündung in den Hinter- 
rand liegt der Mündung der hinteren Zinke näher als derjenigen der zweiten 
Längsader. Querader eingebogen; die Einbiegung aber nicht in der Mitte, sondern 
viel näher der zweiten Längsader (Fig. 12). 



MitthciluDgeü über Gallmücken. 



61 



3. Asphondylia cytisi v. Frfld. 

Die Länge der ersten Längsader von der hakenförmigen Querader bis zur 
Mündung der gewöhnlichen Querader doppelt so gross als die letztere. Zweite 
Längsader an ihrer Spitze gebogen wie bei Asphondylia sarothamni. Gabel- 
punkt wie vorher. Vordere Zinke am Gabelpunkt stark nach oben gebogen und 
dann in deutlichem Bogen zum Hinterrande. 

Die Entfernung ihrer Mündung wie vorher. Querader nicht so schief wie 
bei den vorigen und nur sehr schwach gebogen (Fig. 13). 

Hinsichtlich der Färbung passen die von mir gezogenen Mücken nicht 
ganz zur Beschreibung, welche v. Frauenfeld gibt; ich glaube dennoch, dass 
mir dieselbe Art vorgelegen hat wie v. Frauenfeld. Ich habe auf dem schiefer- 
grauen Thorax keine glänzenden Längslinien, wohl aber zwei dichte weisse Haar- 
leisten bemerkt. Auch vor jeder Flügelwurzel befindet sich eine solche, kürzere 
Leiste. Das Schildchen ist schiefergrau wie die Seiten. 

Die Legeröhre des Weibchens ist nicht blattartig, sondern das letzte Glied 
sehr dünn, fast borstenförmig. Die Fühler der von mir gezogenen Stücke waren 
2 + 12-gliederig (nach v. Frauenfeld 2 + 10-gliederig). Die Taster sind 4-glie- 
derig. Das erste Glied nach der Spitze zu, das zweite mehr in seiner Mitte 
verdickt; beide Glieder fast gleich lang. Das dritte Glied so lang als beide zu- 
sammen; nach aussen zu in der Mitte stark verdickt; das vierte Glied fast so 
lang als die vorhergehenden zusammen genommen, schmal, überall fast gleich 
breit. Alle Glieder stark behaart. 

Der Sexualapparat des Männchens ist klein, im Allgemeinen gebildet wie 
bei den übrigen Cecidomyiden. Der Einschnitt zwischen den Lamellendecken 
scheint nicht so tief zu sein wie gewöhnlich. Penis an seiner Basis stark erweitert. 
Zangenbasalglied gelb, fast überall gleich dick. Klauenglied kurz, dick, rundlich. 
An diesem Gliede sitzt eine, wie mir scheint bewegliche, zweispitzige, schwarz- 
braune Klaue. Etwas Aehnliches habe ich bisher bei anderen Cecidomyiden 
nicht beobachtet; vielleicht kommt diese Klaue aber auch bei anderen Asphon- 
dylia -Arten vor. 



62 



II. Kübsaameu. Mittheihmgcn über Gallmücken, 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel II. 

Fig. 1. Puppe von Dij^losis Loewii n. sp. (LateralansicM). 

„ 2. Sexualapparat des Männcliens von Diplosis Loewii (Penis mit darüber 
liegender Klappe). 

„ 3. Puppe von Diplosis rhamni n. sp. (Lateralansicht). 

„ 4. Letztes Segment der Larve von Diplosis rliamni n. sp. (Dorsalansicht). 

„ 5. Puppe von Asphondylia cytisi v. Frfld. (Ventralansicht). 

„ 6. Sexualapparat des Männcliens von Äspliondylia cytisi v. Frfld. (die 
Lamellendecken zurückgeschlagen). 

„ 7. Letztes Segment der Larve von Diplosis rosiperda n. sp. (Dorsal- 
ansicht). 

„ 8. Sexualapparat des Männchens von Diplosis rosiperda n. sp. 

(Alle Figuren sehr stark vergrössert.) 



Vcrhaiull . der l:li.zool. boi. (/es. 
ßaiid XLir.l8;)2. 



Taf.n. 



EwKBühsaiurieTi : 
Math übe?- OaUnwrkah. 




63 



Zur Flora von Suczawa. 

Von 

A. Procopianu-ProcopoTici. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Februar 1892.) 



Der Zweck vorliegenden Beitrages ist lediglich, eine nothwendige Ergän- 
zung zu Knau er 's „Flora von Suczawa und seiner Umgegend" zu liefern. Da- 
durch wird aber der anerkannt gediegene Werth der Knau er 'sehen Arbeit — und 
ich möchte dies hervorgehoben haben — keineswegs alterirt, da — wie aus dem 
Folgenden ersichtlich — diese obzwar wesentliche Ergänzung nur einer ganz 
speciellen Richtung gilt. In Anerkennung dessen ist der möglichste Anschluss an 
die obgenannte Arbeit gewissermassen von selbst geboten. 

Das Florengebiet dieser Stadt, in der von Knauer angenommenen Um- 
grenzung, soferne es nicht mit der Landesgrenze zusammenfällt, wird, und zwar 
im Norden und Westen von Wäldern oder gegenwärtig zum Theile durch deren 
noch wohl erkennbare Ueberreste markirt. Von diesem Saume abgesehen, fehlt 
es aber dem Gebiete völlig an bedeutenderen Waldungen und somit ist selbst- 
verständlich auch die Waldflora beinahe ausschliesslich auf jene Gegend be- 
schränkt. 

Wenn Anfangs der Sechziger Jahre, als obige Schrift erschien, das Acker- 
land über die Hälfte des Gesammtareais ausmachte, so dürfen wir gegenwärtig 
schon drei Vierttheile, wenn nicht mehr, als solches bezeichnen. Da man mög- 
lichst viel des ungemein fruchtbaren Ackerbodens zu gewinnen trachtete, so sind 
Wiesen beinahe Seltenheiten geworden. Die Flora der letzteren ist aber eine 
wesentlich verschiedene, je nachdem die Wiesen, und zwar wie üblich das ganze 
Jahr hindurch als Hutweiden benützt, oder aber abgemäht werden. Unmittelbar 
an den Ortschaften liegen die ausgedehnten (meist Gemeinde-) Hutweiden (inso- 
ferne sie nicht ebenfalls, und zwar in allerletzter Zeit zum Theile oder ganz in 



64 



A. Procopianu-Procopovici. 



Ackerland umgewandelt wurden) deren Flora als jene der Wiesen, eigentlich der 
Hutweiden, von Knau er, a. a. 0., S. 9, angegeben ist. 

Was die zweite Art Wiesen anbelangt, welche durch den immer allgemeiner 
werdenden, vortheilhafteren Kleeanbau entbehrlich gemacht werden, so ist diese 
gegenwärtig nahezu überall auf entlegene, meist schmale Streifen mitten in 
Feldern, an den allersteilsten Stellen der Hügel beschränkt, wo sie derzeit durch 
die Mahd wohl ihre höchste Verwerthung erfahren. So brachten es diese oben 
erwähnten Umstände mit sich, dass die überaus üppige Flora dieser mehr weniger 
trockenen Wiesen, die ich der Kürze halber als ursprüngliche Wiesen bezeichnen 
möchte, bisher höchstens nur als flüchtigst bekannt angesehen werden kann. ^) 

Bevor jedoch die hier vorkommenden Pflanzenarten angeführt seien, ist es 
unter jenen oben angeführten Umständen jedenfalls geboten, ausgezeichnete Fund- 
stellen näher zu präcisiren. 

In dieser Hinsicht beansprucht zweifellos der östlich längs des Eo^iabaches 
in einer Länge von mindestens 15 hm sich windende Hügelabhang in erster Linie 
Erwähnung; er, der Eos iahügel, begleitet gewissermassen die von diesem Bache 
gespeisten Teiche Bulai, Nica, Strimbu und Eosia. Nicht minder wichtig sind 
die zwischen den Gemeinden Stroesci, St. Hie und Liteni gelegenen Hügelgruppen 
Ciritei, Cäldäru^a bei Zaharesci und Frumoasa. Ausserdem möge hier noch 
der Abhang am Hi^escibache, soweit er nicht als Hutweide dient, speciell der 
Hügel Costi§a unmittelbar bei der Gemeinde Hi^esci, Erwähnung finden. 

Es wäre völlig zwecklos gewesen, bei der nunmehr folgenden Aufzählung 
der um Suczawa auf ursprünglichen Wiesen vorkommenden Arten auch 
die mehr weniger gemeinen, mit den Hutweiden, Feldrainen u. s. f. gemeinsamen 
aufzunehmen, hauptsächlich darum, weil diese nicht irgend eine Gegend pflanzen- 
geographisch charakterisiren ; dagegen schien es mir durchaus nothwendig, aus 
der Eeihe der allein aufgenommenen mehr weniger seltenen Pflanzen die phjsio- 
gnomisch wichtigen Elemente der vorliegenden Pflanzenformation der ursprüng- 
lichen Wiesen durch gesperrten CursivdrucJc, jene Elemente aber, deren 
Vorkommen (um Suczawa und überhaupt in der Bukowina) ausschliesslich nur 
auf solche Wiesen beschränkt ist, mit einem * zu kennzeichnen. Schliesslich möge 
nicht unerwähnt bleiben, dass etliche, aber wenige Speeles polymorpher Gruppen, 

1) Dass dem so sei, überzeugt uns die bisherige diesbezügliche Specieskenntniss. In Her- 
bich 's Flora der Bukowina sind folgende sieben, beziehungsweise acht als „bei Strojestie" angeführte 
Species verzeichnet: Dianthus capitatus DC, Dictamnus albus L., EcTiium ruhrum Jacq., Iris hun" 
garica WK., Iris graminea L.? (allein diese einzige Pflanze konnte ich hier nicht auffinden und 
Termuthe eine Verwechslung mit Iris caespitosa Pall.), Anemone silvestris L., Linum flavum L. und 
Scorzonera purpurea L. Knauer führt von diesem Standorte, ausser den beiden zuletzt angegebenen, 
noch folgende vier an: Adonis vernalis L., Polygala major Jacq., Potentilta alba L. und Stachys 
recta L. (Clematis recta L., Anemone silvestris L., Prunus Chamaecerasus Jacq. und Nonnea pulla DC. 
wurden laut eigener Angabe auf S. 9 und 11 an anderen Standorten angetroffen,) 



Zur Flora von Suczawii. 



65 



wie Kosa, Hieracium etc., aus leicht erklärlichen Gründen bei dieser Gelegenheit 
uothwendiger und absichtlicher Weise übergangen wurden, was doch kaum als 
Mangel angerechnet werden kann. 

Clematis recta L., *Clematis integrifolia L. (Ciritei: hier relativ zahl- 
reich; Ro^ia: nur auf D.-Cäldäru^ei in etlichen Exemplaren), * Anemone nigri- 
cans Stork, * Anemone patens L., Anemone silvestris L., * Adonis ver- 
nalis L., * Aconitum Lycoctonum L. var.'? (Costi^a), Cimicifuga foetida L., 

* Polygala major Jacq., * Dianthus capitatus DG , * Silene densifhra DG., 

* Silene chlorantha Ehrh., * Arenaria graminifolia Schrad. (Frumoasa), Linum 
flavumL., * Dictamnus albus L., Cytisus nigricans L., * Orobus pan- 
nonicus Jacq., Primus Chamaecerasus Jacq.,^) Potentilla canescens Bess., 

* Potentilla patula WK., Potentilla alba L., * Trinia Kitaibelii MB (Fru- 
moasa), Ferulago silvatica Bess., * Asperula galioides MB., * Inula ensifoliaL. 
(Ro^ia), * Cineraria campe st ris DG., Ligularia sibirica Gass. (Giritei, an 
einem sumpfigen Bache), * Scnecio Biebersteinii Lind. (Gosti^a, spärlich), Cir- 
sium pannonicum Gand., * Jurinea mollis Rchb. (Frumoasa), Centaurea n. 
sp. (nur bei Frumoasa mit Arenaria und Jurinea, bisher seit Jahren der einzige 
Fundort), * Scorzonera purpurea L., * Hieracium echioidesWK., Campa- 
nula sibirica L., Anchusa Barrelieri DG., Nonnea pulla DG., * Echium 
rubriun Jacq., * Verbascum phoeniceum L., * Salvia nutans WK. (Ro^ia), 
Stachys recta L., * Phlomis tuberosa L., * Ajuga Laxmanni Benth. (Giritei, 
spärlichst), * Thesium intermedium Schrad., Euphorbia dulcis Jacq., Orchis 
ustulata L. (zerstreut), Gymnadenia odoratissima Rieh. (Gäldärusa bei Zaharesci, 
nur an einer quelligen Hügellehne), * Iris hungarica WK. (selten blühend), Iris 
sibirica L. (Giritei und Ro^ia, an feuchten Stellen), * Iris caespitosa Fall. 
{Iris graminea Herbich?)^), Anthericum ramosum L., Allium fallax Don 
(Frumoasa, selten), '* Allium sphaerocephalum L., Allium oleraceum L., * Mus- 
cari tenuiflorum Tausch (Giritei, spärlich), * Muscari leucophaeum Stev. 



Die Strauchvegetation, vornehmlich aus dieser Pflanze gehildet, ist äusserst zerstreut und 
nur in sehr unhedeutenden Gruppen anzutrefi:"en — hei Frumoasa und Cäldärusa hei Zaharesci kommt 
sie üherhaupt nicht vor — , auch mangelt ihr irgend eine sie charakterisirende Pflanzenassociation, so 
dass sie als selbstständige Formation gar nicht in Betracht gezogen werden kann. 

2) Es ist gewissermassen als eine merkwürdige Thatsache zu beachten, dass bei Cäldarusa 
bei Zaharesci über dem Hügelabhang auf der fast horizontalen Hügelterrasse vielleicht bis 10 Joch 
Wiese in ungeackertem Zustande, und zwar als ursprüngliche Wiese — doch auf wie lange? — noch 
erhalten ist. Hier überzeugt man sich am besten 1. von ihrer völligen Uebereinstimmung mit der 
Flora der Hügelabhänge und 2. von der geradezu wunderbaren Ueppigkeit dieser Wiesen. Das in dieser 
Hinsicht auffallendste Beispiel, das ich kenne, ist folgendes: Die Anzahl der Individuen von Iris 
caespitosa Pall., dieser kleinen Schwertlilie, man bedenke noch dazu zwischen Gräsern, Halbsträucheru 
lind Kräutern, übertrifft sogar bedeutend die des in ähnlicher Gruppirung vorkommenden wohlbekannten 
Colchicum autumnale L. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 9 



66 



A. Procopianu-Procopovici. Zur Flora von Suczawa. 



(Frumoasa), * Veratrum nigrum L., Juncus atratus Kroker (Ciritei, an 
feuchten Stellen), * Carex humilis Leyss. (Frumoasa), Ändropogon Ischae- 
mon L. 

Aus der soeben gegebenen Ergänzung zu Knauer 's „Flora von Suczawa 
und seiner Umgegend" folgt als unbestreitbare Thatsache, dass die oben angeführte 
Wiesenflora in der Bukowina auch um Suczawa vorkommt und nicht, wie bisher 
ganz allgemein angenommen wurde, lediglich an dem üppigen Dnjestr-Ufer, an 
Gjpsunterlage strenge gebunden, anzutreffen ist. 



67 



Qiiattro niiove specie di Imenotteri. 

Per il 

Dl. Ruggero Cobelli 

in Eovereto. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Februar 1892.) 



1. Pteroehilus Bezzii nova species. 

9 . Longitudo 8 — 9 mm. Nigra, leviter pubescente. Capite tJioraceqiie 
dense et sat profunde punctatis; abdomine subtiUssime ruguloso, superficialiter 
et obscurissime sparsim punctulato; segmento primo medio longitudinaliter im- 
presso. Mandihulis ferrugineis, dentibus nigris, basi saepe macula albo flava 
obsoleta. Palpis labialibus ferrugineis et eximie plumosis. Epistomio, sinu ocu- 
lorum, orbita inferiore, fronte, occipite, prothorace, teguUs, mesopleuris, scutello, 
postscutello et metathorace alboflavo maculatis: abdomine segmentis omnibus, 
ultimo excepto maculato, fasciis apicalibus alboflavis plus minus emarginatis; 
ventre segmento secundo et saepe etiam tertio, apice maculis lateralibus albo- 
flavis. Pedibus ferrugineis, coxis et throcanteribus nigris; femoribus anticis 
postice macula alboflava, tibiis omnibus externe plus minus obscure flavis. Alis 
fere hyalinis, anterioribus apice, cellula brachiali, prima cubitali et radiali plus 
minus obscuratis; venis stigmateque, vena costali et basi venarum omnium ferru- 
gineis exceptis, nigris; cellula radiali fere elliptica, basi et apice eadem lati- 
tudine; vena recurrente secundä cum, vena transversa cubitali secunda continua. 
Antennis nigris, scapo leniter curvato, inferne Semper plus minus ferrugineo 
brunneo. Mas ignotus. 

II colore del fondo del corpo e nero_ Tutta la superficie dello stesso e 
leggermente pubescente, coUa lente scorgesi distintamente un po di peluria sul 
capo e sul metatorace ; il pro e mesotorace e 1' addome non mostrano che rari e 
piccolissimi peli, ma in quella vece specialmente quest' ultimo e ricoperto di una 
specie di pruina che gli toglie la lucentezza. La testa ed il torace presentano dei 
punti impressi piuttosto grandi e profondi assai spessi. Osservato 1' addome nella 
sua superficie superiore con forti lenti, si vedono delle sottilissime rugositä dis- 

9* 



68 



Riiggero Cobelli 



poste in tutte le direzioni, di cui inolte si)ecialineiite oi lati trasversalmente, e tra 
esse qua e la delle punteggiature piccolissime ed assai siiperficiali. Noto espressa- 
mente che questa scultura dell' addome non si vede che iisando di lenti forti. 
Alla superficie ventrale deir addome, il secoudo segmento presenta delle sottili 
punteggiature distinte, non molto spesse ma estese su tutta la'sua superficie, 
mentre gli altri segmenti non le mostrano che al loro margine posteriore ed 
hanno il resto della superficie fornito di sottilissime rugositä per lo piü dirette 
trasversalmente. Le mandibole sono di colore ferruginoso coi denti neri, talvolta 
alla base esiste una macchia indistinta di colore bianco giallognolo. I palpi labiali 
di colore ferruginoso sono forniti lateralmente di lunghi peli che danno loro 
r aspetto di una piuma. L' epistomio termina troncato ed ha il margine inferiore 
liscio senza traccia di punti; presenta una macchia bianco gialla, la qualle ne 
occupa tutta la superficie eccettuato il margine inferiore e Y esterno ed ha nel 
mezzo inferiormente una profonda "smai-ginatura. Sul capo sono inoltre di colore 
bianco giallognolo, una macchia longitudinale fra le antenne, una macchia a vir- 
gola dietro Y apice degli occhi, il seno degli occhi ed il margine orbitale dal 
seno degli occhi sino all" epistomio. Le antenne di dodici articoli hanno lo scapo 
alquanto ripiegato all' indietro ed il flagello piü grosso nel mezzo ; lo scapo alla 
superficie inferiore specialmente alla base piü o meno di colore ferruginoso oscuro. 
II protorace nella sua porzione anteriore ha duc macchie bianco giallognole, di 
forma triangolare, le quali o s' incontrano col loro angolo interne nella porzione 
mediana del corpo ovvero restano un tantino separate. Lo scutello ha due macchie 
quadrate di colore bianco giallo separate o che si toccano appena col loro lato 
interno. II postscutello e ornato di una striscia bianco gialla trasversale. Sülle 
mesopleure vi ha una macchia bianco gialla quasi perpendicolare alla lunghezza 
del corpo, costituita in realtä da due macchie 1' una superiore e 1' altra inferiore, 
che per lo piü si toccano, ma possono anche essere piü o meno separate, anzi 
r inferiore puö mancare totalmente. Ai lati del metatorace esiste una macchia 
bianco gialla piü o meno estesa. Le tegule delle ali sono pure di colore bianco 
giallo con nel centro un punto chiaro quasi di colore ferruginoso. Le ali sono 
quasi completamente trasparenti, se si eccettui una striscia piü o meno larga 
fosca che parte dalla base della cellula brachiale, la attra versa, passa par la prima 
cellula cubitale, per la radiale, e raggiunge 1' ajtice dell' ala anteriore dove ne 
imbrunisce piü o meno anche tutto il margine esterno. La vena costale e di co- 
lore ferruginoso specialmente alla base, e di questo colore sono tutte le altre vene 
alla loro base, il restante di tutte le vene e cosi pure lo stigma sono di colore 
nero. La cellula radiale presenta al suo apice un brevissimo prolungamento, e 
ugualmente larga alla base ed all' apice, ed avrebbe una forma elittica se non 
esistesse un leggero angolo all' indietro, dove si inserisce la seconda vena tras- 
verso cubitale. La seconda vena i'iccorente sbocca direttamente o quasi nella 
seconda vena trasverso cubitale. Zampe; le anche ed i trocantei-i sono neri, ed 
all' apice hanno un anello piü o meno largo e piü o meno completo di colore 
ferruginoso; le coscie hanno un colore ferruginoso, e le anteriori portano sulla 
loro faccia posteriore una macchia chiara lineare che ne abbraccia quasi tutta la 



Quattro nuove specic di Imenotteii. 



69 



superficie di colore bianco giallo; le coscie iutermedie e posteriori soiio quasi 
conipletamente di colore ferruginoso, e soltanto alla loro superficie inferiore in 
prossimita del ginocchio hanno nna macchia non raolto appariscente di colore 
bianco giallognolo; le gambe in generale di colore ferruginoso sono piii o meno 
colorate di bianco giallognolo alla loro superficie esterna, i tarsi hanno colore 
ferruginoso. II prirao segmento dell' addome mostra sulla superficie superiore 
nella linea mediana della porzione orizzontale, un impressione longitudinale lineare 
che non raggiunge il margine posteriore. Le fascio di colore bianco giallo che 
ornano il margine posteriore della superficie superiore dei segmenti addominali 
hanno la seguente forma; nel primo segmento la fascia ha una smarginatura 
mediana nel punto dove esiste l'impressione lineare, e due altre smarginature una 
per ciascun lato e si allarga un poco ai lati ; nel secondo segmento non esistono 
che le smarginature laterali e la fascia si allarga alquanto ai lati; sui segmenti 
terzo quarto e quinto manca ugualmente la smarginatura mediana, le laterali 
possono essere piü o meno appariscenti o mancare, anzi negli ultirai puo scompa- 
rire lateralmente la fascia piü o meno conipletamente; il segmento sesto non 
porta che una macchia mediana. La superficie ventrale dell' addome e nera, 
eceettuata una macchia per parte all' apice del secondo segmento, e talvolta una 
per parte piü piccola al terzo di colore bianco giallo. 

Le specie alle quali si avvicina piü o meno sono le seguenti : 

a) Pferochilus interruptus Klug, ma quest" ultimo si distingue tra altro 
perche ha le antenne nere in totalitä, le mandibole nere coli' estremitä rossastra, 
le fascie dell" addome interotte nel mezzo, e perche e notabilmente piü grande. 

b) Pterochüus Chevrieranus Sauss., ma la femmina di quest ultimo ha il 
primo e secondo segmento addominale col fondo di colore rosso, ed e piü piccola. 

c) Pterochilus alhojncUis Kriechb., ma quest' ultimo dovrebbe avere nero 
Tutto il capo eceettuata una macchia bianca dietro all' apice degli occhi. ed una 
alla base delle mandibole, il postscutello con due piccole macchie bianche e nera 
la base delle coscie, e finalmente e sensibilmente piü piccolo. 

d) Pterochilus Phaleratus Panz., al quäle piü che a tutti gli altri si avvi- 
cina anche per la grandezza. Ma se ne distingue principalmente perche il Ptero- 
chilus Bezzi mihi ha lo scapo delle antenne di colore piü o meno ferruginoso; 
il postscutello con una macchia lineare bianco gialliccia; le coscie senza colore 
nero e piü o meno macchiate di bianco gialliccio; lo stigma totalmente nero; 
gli ornamenti di colore bianco gialliccio; le fascie dell' addome piü o meno 
smarginate. 

Di questa specie ne prese due femmine mentre volavano sulla sabbia, a 
Santa S.ofia presse Pavia, il giorno 16 Luglio 1891, il chiarissimo entomologo 
Sign. Mario Bezzi. A questo distinto naturalista, il quäle gentilmente mi cedette 
gli esemplari per la descrizione, dedico questa specie. 

L' aver trovate due femmine che concordano si puo dire perfettamente, 
m" indusse a ritenere questa specie come nuova, e ciö tanto piü . che differisce 
dalle note per caratteri abbastanza rilevanti. 



70 



Ruggero Cobelli. 



2. Cladius major nova species. 

9 . Longitudo 6 mm. Nigra, nitida, leviter brunneo pubescente, sculptura 
fere nulla. Frons inter antennas prominula. Epistomio emarginato. Antennis 
pubescentibus ; articulo tertio in ferne evidenter emarginato ; articulis tertio quarto 
et quinto apice oblique truncatis. Alis leviter fumatis; tegulis brunneis ; venis 
totis stigmateque, vena costali brunnea excepta, nigris. Pedibus, coxis trocan- 
teribus et femoribus nigris, geniculis tibiisque albis, tarsibus plus minus brunne- 
scentibus. Mas ignotus. 

Tutto il corpo e nero, liicente, senza sciiltura manifesta anche veduto con 
forti lenti, ed e rivestito di una corta e sparsa peluria, la qiiale manca quasi 
affatto alla superficie superiore dell' addome. Tra le antenne si vede un piccolo 
rialzo conico abbastanza appariscente, e sopra di esso sul vertice im altro piccolo 
rialzo lamellare. L' epistomio mostra una decisa smarginatura. Le antenne sono 
pubescenti, il terzo quarto e quinto articolo tagliati obbliquamente dall' alto e 
dair innanzi, al basso ed all' indietro, in modo che all' apice di questi articoli, 
superiormente, si forma un piccolo prolungamento; inoltre il primo articolo ha 
inferiormente una manifesta incavatura che va dall' innanzi all' indietro. Le ali 
leggermente aifumicate, e le nervature, compreso lo stigma, nere in totalitä, 
eccettuata la nervatura costale che e di un colore bruno piü chiaro. Le tegule 
delle ali nere coli' estremitä esterna leggermente macchiata di bianco sporco. 
Delle zampe, le anche, i trocanteri e le coscie sono di colore nero, mentre i 
ginocchi e le gambe hanno un colore bianco sporco, e medesimamente sono colo- 
rati i tarsi, questi ultimi sono piü o meno abbruniti nei loro ultimi articoli, 
ed un poco abbruniti sono pure gli apici delle tibie specialmente quelli delle 
posteriori. 

La specie alla quäle si avvicinerebbe di piü, sarebbe il 

Cladius ramicornis Eondani, ma quest' ultimo oltre di essere piü piccolo, 
ha r addome rossastro, le ali jaline, la nervatura costale e lo stigma giallo chiaro, 
le altre nervature ferruginose, e le tegule bianco giallastre. 

Dal Cladius pectinicornis Fourc. 9 distingue a prima vista oltreche 
per molti altri caratteri, giä per la mancanza in quest' ultimo della smarginatura 
alla superficie inferiore del terzo articolo delle antenne. 

II chiarissimo entomologo Sign. Mario Bezzi catturo una femmina di 
questa specie nell' Agosto 1891 a Mollaro nella Valle di Non ed il Sign. Don 
Francesco Conci un altra femmina a Tesero nella Valle di Fiemme. 

Credetti bene di apporre a questa specie il nome di major, perche e la 
piü grande finora conosciuta del genere Cladius. 

3. Nematus insubricus nova species. 

9 . Longitudo 10 mm. Nigra, subnitida, brunneo pubescente. Sculptura; 
dbdomine superficie superiore fere nulla, levissime trasversim rugulosa; capite, 
thorace, mesopleuris, dbdomine superficie inferiore et laterali subtiliter et super- 



Quattro nuovo spccic di Iinonotteri. 



71 



ficialiter sed ilense punctata. Frons inter antennas prominula. Epistomio emar- 
ginato. Lahro et palpis incerte fusco ferrugineis. Mandihulis, hasi ohscure 
brunneo ferrugineis, apice nigris. Alis suhliyalinis, hasi leviter lutescentibus. 
Stigmate et venis, vena costali alae anticae et posticae et hasi venarum omnium 
ruhro ferrugineis exceptis, nigris. Pedihus, coxis omnihus hasi tihiis posticis 
apice et tarsis posticis nigris exceptis, ruhro ferrugineis. Mas ignotus. 

II corpo e nero, abbastanza lucente, ricoperto di una breve peluria bruna, 
piü appariscente siil capo e quasi nuUa sulla superficie superiore dell' addome. 
Osservata con forti lenti la superficie superiore dell' addome vi si scorge appena 
una legge rissima striatura trasversa, mentre su tutto il resto del corpo, vale a 
dire sul capo, torace, mesopleure, superficie inferiore e laterale dell' addome si 
vedono piccoli e superficiali ma spessi punti. La fronte tra le antenne mostra 
un leggero rialzo, ed al di sopra un altro leggero rialzo lamellare. L' epistomio 
e decisamente smarginato, e tanto il labbro quanto i palpi oscuramente rosso 
bruno ferruginosi. Le mandibole all' apice nere, alla base hanno una macchia 
incerta di colore bruno ferruginoso. Le ali quasi trasparenti e leggermente 
giallognole fino verso lo stigma. La vena costale tanto delle ali anteriori quanto 
delle posteriori di colore rosso ferruginoso in totalitä e cosi tutte le altre nerva- 
ture alla loro base; il restante delle nervature e lo stigma brune quasi nere. Le 
zampe sono di colore rosso ferruginoso, eccettuata la base delle anche, 1' apice 
delle gambe posteriori ed i tarsi posteriori di colore nero. 

Questa specie per la sua grandezza e per i suoi caratteri si distingue, a 
mio avviso, assai facilmente da tutta la caterva dei Nematus finora descritti. 

Una femmina di questa specie fu catturata nei pressi di Milano sul salice 
ai 18 Luglio 1888 dal chiarissimo naturalista Sign. Mario Bezzi. 

4. Seiandria bimaeulata nova species. 

cf. Longitudo 6 mm. Nitida, leviter puhescente, sculptura nulla. Inter 
ocellos et antennas, spatio deplanato limho elevato circuvidato et medio linea 
elevata instructo; suhtus trihus foveolis medio puncto elevato instructis; et post 
ocellis foveolis duahus. Nigra, lahro tegulisque alhis; ahdomine dorso medio 
segmentis 2 — 5 et venire medio segmentis 1 — 5 flavis. Pedihus totis, coxis nigris 
exceptis, stramineis, unguiculis et articulis ultimis tarsorum leviter hrunne- 
scentihus. Capite thorace fere latiore; epistomio leviter emarginato, mandihulis 
nigris apice rufis. Alis levissime ohscuratis fere hyalinis, venis totis, extrema 
hasi alba excepta, stigmateque nigris; vena costali externe incrassata. Femmina 
ignota. 

Tutto il corpo e nero eccettuate le parti di cui si farä parola piü sotto, 
lucente, coperto di una sottile e curta peluria bianca dappertutto fuorcbe sulla 
parte superiore del capo dove e nera. Osservata la superficie del corpo anche 
con lenti forti non si scorge nessuna scoltura particolare. II capo e un poco pii^i 
largo del torace. AI davanti degli ocelli tra essi e 1 'inserzione delle antenne 
scorgesi uno spazio piano limitato esternamente da una linea elevata, e questo 



72 



Ruggero Cobelli. Quattro uuovc specie di Imcnotteri. 



spazio ha iiel inezzo una breve liuea elevata che si dipaite dalF ocello medio. AI 
di sotto di questo spazio, ma ancora sopra F inserzione delle antenne esistono tre 
fossette disposte orizzontalmente, e ciascuna porta nel mezzo un punto elevato. 
AI di dietro degli oeelli si trovano due altre fossette ma piü piccole delle sopra- 
descritte, L' epistomio e leggermeiite smargiuato. II labbro bianco. Le mandi- 
bole nere colla pimta rossigna. Le tegule biaiiche. L' addome nero eccettuato 
nella porzione mediana del dorso e del veiitre. Sul dorso sono colorati di giallastro 
r apice del secondo segmento, tutto il terzo ed il quarto e la base del quinto ; 
al ventre hanno lo stesso colore ma uii poco piii chiaro nella porzione mediana, 
i segmenti primo, secondo, terzo, quarto e quinto. Duuque V addome e nero alla 
base all' apiöe ed ai lati, mentre e macchiato di giallastro nella porzione mediana 
del dorso e del ventre. Le zampe sono di colore giallo pagliarino, eccettuate le 
anche nere, e gli ultimi articoli dei tarsi e le unghie leggermente brunnescenti. 
Le ali leggermente oscurate quasi perfettamente jaline. Le nervature sono nere 
eccettuata una piccola porzione alla base che e bianca. Lo stigma e pure nero 
ma col margine inferiore un poco piü chiaro. L' estremitä esterna della nerva- 
tura costale e ingrossata e s' unisce colla sottocostale. 

La specie che s' avvicinerebbe piii alla nostra sarebbe la Salandria strami- 
neipes Klug, dalla quäle si distingue a prima vista, perche quest' ultima ha 1' ad- 
dome completamente nero. 

II Sign. Don Francesco Conci catturö un maschio nel 1891 a Tesero nella 
Valle di Fiemme, e su di questo estesi la presente descrizione. 



73 



Osservazioüi suUa floritura e feeondazione della 
Primida acanlis Jaequin/) 

Per il 

Dr. Riiggero Cobelli 

in Kovereto. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Februar 1892.) 



Deila feeondazione di questa pianta non ne parla affatto 1' illustre Dr. Her- 
mann Müller nei classici suoi lavori. 

Le uniche indicazioni che ho trovate in proposito, sono le seguenti parole 
di Carlo Darwin.^) „E sorprendente che si possa vedere tanto di 
rado gli insetti nell' atto di visitare i fiori durante il giorno; io ho 
tuttavia veduto occasionalmente piccole specie di api in questa 
funzione; suppongo quindi che essi vengano ordinariamente fecon- 
dati da lepidotteri notturni." E piü sotto: „La autofecondazione di 
ambidue le forme fu probabilmente favorita dai Thrips, i quali ab- 
bondavano entro ai fiori." 

Questa scarsezza di dati m' indusse a tentare alcune osservazioni su questa 

pianta, 

La Primula acaulis Jacq. nei dintorni di Kovereto e frequentissima, ed 
ai primi tepori di primavera ricopre i versanti delle coUine di un tapetto giallo 
che rallegra la vista. La pianta, come e noto, e eterostilica dimorfa. Sebbene 
il colmo della floritura, nei dintorni di Eovereto sia nei Marzo e nell' Aprile, 
tuttavia si puö trovare qualche pianta fiorita in siti adattati, dai primi di Ottobre 
fino ai primi di Maggio ; per cui si puo incontrare fiorita per ben otto mesi dell' 
anno, ed invero nei mesi piii freddi, essendo esclusi i mesi di Giugno, Luglio, 
Agosto e Settembre. 

n tubo della coroUa tanto nella brevistila quanto nella longistila, e molto 
ristretto nella sua porzione inferiore fino al punto dove si trovano le antere, e si 

1) Sinonimi: Primula veris Y. acaulis L., Primula vulgaris Hudson et Smitli, Primula 
fjravfliflora Lamark, Primula silvestris Scopoli. 

^) Carlo Darwin. Le diverse forme dci fiori in piante della stessa specie. Traduzione ita- 
liana di Giov. Canestrini e Lamberto Möschen. Unione tipografica editrice torinese. 1884, p. 27. 
Z. K. Ges. B. XLII. Abb. 10 



74 



Ruggero Cobelli. 



allarga alquanto al di sopra, ma questo allargamento e poco pronunciato nella 
longistila, ed iin poco piü nella brevistila. 

Ho creduto non inutile 1' eseguire sopra dieci fiori di ciascheduna forma, 
le seguenti misurazioni, nelle quali i numeri indicano millimetri. 

Forma brevistila: 

Lunghezza totale del tubo corollino. 19 — 20 — 19 — 19 — 19 — 
20 — 19 — 18 — 18 — 20. 

Lunghezza della porzione ristretta del tubo corollino. 16 — 

17 — 16 — 16 — 16 — 17 — 16 — 15 — 15 — 17. 

Forma longistila: 

Lunghezza totale del tubo corollino. 17 — 18 — 17 — 17 — 18 — 

18 — 17 — 18 — 20 — 17. 

Lunghezza della porzione ristretta del tubo corollino. 10 — 

10 — 8 — 8 — 9 — 9 — 8- 9 — 8 — 9. 

Quando il fiore non e ancora aperto completamente, si osservano i seguenti 
fatti sugli organi riproduttori, e cio tanto nella brevistila quanto nella longistila. 

11 pistillo e curto e va mano mano allungandosi a seconda che si sviluppa il fiore, 
fino a raggiungere circa la metä del tubo nella brevistila, e 1' apertura del tubo 
nella longistila. Le antere immature sono divaricate e formano una specie di 
anello toccandosi coi lati, e lasciando nel centro un foro pel quäle si puö penetrare 
fino all' interno del fiore della brevistila, e pel quäle passa lo stilo del pistillo 
della longistila. Mano mano che si maturano le antere, si aprono ai lati e piii 
verso all' interno, e ripiegandosi colla loro punta 1' una verso delF altra fino a 
toccarsi, chiudono il foro che esisteva tra loro formando una s])ecie di volta nella 
brevistila, mentre nella longistila abbracciano completamente lo stilo del pistillo 
e chiudono ugualmente il foro che esisteva prima tra loro. 

Stimai pure utile per gli ulteriori studi, di teuer conto del numero e del 
peso dei semi. A questo scopo il giorno 25 Maggio 1890 raccolsi dieci capsule 
SU plante cresciute all' aperto e ricavai i seguenti dati. 

II numero dei semi di ciascuna Capsula era il seguente, 44 — 38 — 31 — 
39 — 49 — 41 — 31 — 35 — 53 — 34; in complesso quindi le dieci capsule contene- 
vano 395 semi. Per una Capsula, il numero massimo di semi fu di 53, il minimo 
di 31, il medio di 39 5. 

II giorno 28 Maggio 1890 con una bilancia di precisione si pesarono i 395 
semi, e si trovö che pesavano grammi 0*295, per cui in medio i 39"5 semi di 
ciascheduna Capsula pesavano grammi 0'0295. 

Per curiositä si tornarono a pesare il giorno 8 Luglio 1891, quindi quasi 
quattordici mesi depo, e si trovo che i 395 semi pesavano grammi 0'293. E perciö 
interessante il vedere che dopo piü di un anno perdettero soltanto due milli- 
grammi di peso. 

Allo scopo di poter studiare con tutta la mia comoditä la fioritura di 
questa pianta, raccolsi nel bosco dodici plante, sei brevistile e sei longistile, e le 
piantai in sei vasi nel seguente ordine. 



Osservaziüui ssuUa tiorituia e fecoudazioue della Primula acnitlis Jacquin. 



75 



Nel vaso segnato I ima brevistila ed iina longistila. 

T> - r> n II V T) « ;i 

„ „ „III due brevistile. 
. . „ IV „ 

« V „ loiigistile. 
VI 

Di qiieste piaute iiiorirouo tutte eccettiiate quelle dei vasi segiiati I e II. 
Questi due vasi si coUocarono tra le controfenestre di iina staiiza riscaldata du- 
raute 1' iiiverno ed in cui la temperatura oscillö tra i + 10** ed i + 12** C. In 
tal modo si impedi ai pronubi 1' accesso ai fiori. Incominciando dal 20 Geunajo 
1891. i vasi veuivano illuminati dal sole, da due a quattro ore al giorno. Sulla 
tloritura di queste quattro piaute istituii lo osservazioni che si leggouo nella se- 
guente tabella. e uelle linee che la seguono. 







Vaso I 


Vaso II 






Vaso I 


Vaso II 


Data della 










Data della 










fioritura 


brevi- 


longi- 


brevi- 


longi- 


fioritui 


a 


brevi- 


longi- 


brevi- 


longi- 






stila 




stila 








stila 








1890. 












1891. 












Ottobre 


1 






1 




Febbrajo 22 




Q 
Ö 


o 




r) 


2 


— 


1 




— 


« 


23 




2 


2 


2 
















24 






3 


3 


1891. 












n 


25 


3 




4 


4 


Gennajo 


7 






1 






26 


4 




2 


1 


Febbrajo 


5 




2 








27 


5 




2 


1 




6 




3 


1 






28 


1 




5 


4 


n 


7 










Marzo 


1 


3 




o 
o 


2 




8 






1 






2 


1 




1 


3 




9 










» 


3 


2 




1 


4 




10 




2 








4 


2 




2 


3 


v 


11 






2 




n 


5 


4 




1 


1 


n 


12 






1 




n 


6 






3 


3 


n 


13 




2 


1 




r 


7 


2 


_ 




1 


n 


14 




1 


1 






8 


2 




2 


1 


n 


15 




1 


2 






9 






2 


1 


n 


16 


1 


1 






n 


10 








2 


» 


17 


1 


2 






n 


11 


1 




1 


1 


n 


18 




3 


2 




n 


12 










v 


19 


3 


1 


2 






13 


1 




1 




n 


20 




1 


3 




Totale . 




38 


38 


57 


39 


n 


21 






2 

















10* 



76 



Ruggero Oobelli, 



Oltre i fion perfetti segnati nella suesposta tabella, non si svilupparono 
che iinperfettamente, quattro fiori nella pianta brevistila del Vaso I, ed otto nella 
longistila del Vaso II, e di questi non tengo calcolo, 

Meritano poi, io credo, particolare menzione i seguenti fatti. 

Tutti i fiori avevano il loro gambo isolato, eccettuati i quattro ultimi coni- 
parsi nella pianta longistila del Vaso II, e cbe non si svilupparono perfettamente 
come gli altri, i quali si dipartivano dall' apice di un breve peduncolo comune, e 
ciaschedun fiore era sostenuto inferiormente da una bratteola (var. caulescens). 

Inoltre quasi tutti i fiori della pianta longistila del Vaso II invece di avere 
lo Stigma sferico capitato come al solito, lo avevano, alcuni allungato, altri piii 
meno appiattito, altri con rigonfiamenti, ed altri diviso in due e talvolta in 
tre rami. 

Finalmente osservo che nella pianta brevistila del Vaso II vi furono due 
fiori visibilmente piü piccoli degli altri. 

Senonche il fatto piü importante osservato nella fioritura di queste quattro 
piante, si e, che non si ottenne nemmeno una Capsula. E che cosa vorrä signifi- 
care che di 172 fiori nessuno fu fecondato, abbenche le piante fossero in ottime 
condizioni per il loro sviluppo, come lo dimostra il fatto che germogliarono e 
fiorirono rigogliosamente ? A mio credere la risposta piii ovvia si e che questa 
pianta non ha la faccolta di fecondarsi da se senza 1' intervento di pronubi ; e 
pronubi non potevano arrivare fino a questi piante, rinchiuse come erano tra le 
controfenestre. 

In questi fiori rivulti sempre, durante tutto il loro sviluppo, perpendi- 
colarmente coli' apertura del tubo corollino all' insii, si capisce facilmente che nei 
fiori longistili il polline non puö cadere spontaneamente suUo stigma corrispon- 
dente; ma perche ciö non succede nei fiori brevistili dove lo stigma e piü basso 
delle antere? A mio credere, ciö succede perche. come si e detto piü sopra, le 
antere mature si aprono ai lati e piü verso all' esterno e ricoprono lo stigma di 
una specie di volta, attraverso la quäle non possono passare i granuli del polline, 

Ma neppure la fecondazione incrociata, il passaggio cioe del polline da 
fiore a fiore sia della stessa o di piante diiferenti brevistile e longistile, non suc- 
cede in questa pianta senza 1' intervento di pronubi. Ed un tal fatto lo deduco 
dair osservazione che in tutti e due i vasi, in un dato momento della fioritura 
delle due piante brevistila e longistila, i fiori si intrecciavano tra loro, eppure 
non si fecondarono mai. 

A mio credere, resta perciö provato, che senza 1' intervento di pronubi, 
in questa pianta non succede ne 1' autofecondazione ne la fecondazione incrociata. 

Che se la fecondazione di questa pianta succede soltanto per 1' intervento 
di pronubi, quali sono essi? E qui prima di enumerati, osservero quanto fu giä 
detto da Darwin, e che non isfuggi agli altri osservatori, che rarissime volte 
si vedono insetti nell' atto di visitare i fiori di questa pianta, anzi io devo aggiun- 
gere che in tutte le mie escursioni non vidi mai posarsi nessun insetto sui fiori 
di questa pianta, sebbene ne trovassi spesso di nascosti nei loro tubo corollino 
come dirassi piü sotto. Ne posso trattenermi dal fare la seguente riflessione. Se 



Össervazioni sulla lioritura c fcooudazioue della Primula acaulis Jacqiiin. 



77 



rari sono i pronubi, per moltiplicare la probabilita doUa fecondazione a mezzo 
dogli iusetti, egli e probabile che servi la grande quantita non solo, ma altresi il 
colore splendido di qiiesti fiori, i quali cosi diventano piü facilmente reperibili 
dai pronubi. 

Ed ora passero in rassegna i pronubi osservati da altri e da me, trattando 
separatamente di quelli appartenenti ai singoli ordini degli insetti. 

1, Lepidotteri. Diurni. Mio fratello Prof. Giovanni, mi assicura di 
aver veduto piii volte posarsi sui fiori della Primula acaulis Jacq. la Gonopterix 
Wiamni L. farfalla che si deve ritenere come vero pronubo della Primula acaulis 
Jacq. perche ha una tromba lunga 18 mm e comparisce assai per tempo (14Febbrajo 
1892). Le altre specie diurne che volano nell' epoca della fioritura di questa pianta, 
colla loro tromba ti'oppo curta^) arrivano difficilmente sino al fondo del tubo corol- 
lino, si deve perciö dire che questi lepidotteri diurni non si possono considerane 
come veri pronubi della pianta in discorso. Tutt' al piü si potrebbero classificare 
come pronubi accidentali, nel senso che poggiandosi a caso prima su di un 
fiore brevistilo e poi su di uno longistilo, trasportano per pure accidente il polline 
del primo suUo stigma del secondo. Medesimamente potrebbe succedere coli' Inter- 
mezzo di ditteri o di altri insetti. Ma di tali accidentalitä non si puö certo tener 
gran calcolo. — Notturni. Come sopra si disse Darwin suppone che la 
Primula acaulis Jacq. venga fecondata ordinariamente da lepidotteri notturni; 
la qual cosa resterä una supposizione fino a che qualcheduno piü fortunato di 
me e dei miei antecessori, non arriverä a cogliere sul fatto questi pronubi. 

2. Imenotteri. Darwin assicura di aver vedute delle piccole api nell' 
atto di visitare i fiori della Primula acaulis Jacq. Siccome non si sa a quali 
specie esse appartenevano, cosi non e possibile lo stabilire con sicurezza in qual 
modo queste piccole api operano 1' incrociamento. Ed in vero se hanno una certa 
grandezza, poggiandosi prima sulla brevistila e poi sulla longistila possono tras- 
portare il polline dalla prima alla seconda operando 1' incrociamento. Che se poi 
sono molto piccole, possono penetrare neir interno del tubo corollino, caricarsi 
di polline e trasportarlo da un fiore all' altro, come forse possono anche produrre 
r autofecondazione. Jo non ho mai veduto, nelle mie escursioni, posarsi piccoli 
apidi sui fiori della Primula acaulis Jacq., ne ne ho mai trovato nell' interno 
del tubo corollino. Cosi pure non vidi mai posarsi su questi fiori le femmine 
dei Bombus ne altri grossi apidi che compariscono nel tempo della fioritura di 
questa pianta, abbenche frequentassero assiduamente i fiori vicini della Pulmo- 
naria officinalis L. E cio deve fare meraviglia perche alcuni di essi hanno un 
rostro abbastanza lungo^) da poter penetrare fino al fondo del tubo corollino della 
Primula acaulis Jacq. 

1) PajyiUo podalirius L. Lunghozza della tromba 12mra. 
Pieris rapae L. . „ 11 „ 

Vanessa polychloros L. ^ 14 
Antocharis cardamines L. „ ^ „ 14 ^ 

^) Cosi neir Anfhophora pilipes Fabr. 9 rostro e lungo 15 ram. 

„ Bombus hortorum L. var. orgülacens Scopoli 9 ü rostro e lungo 18 mm. 



78 Kuggero Cobelli. Osservazioui s. floritura e fecond, d. Primula acauUs Jacq. 



3. Coleotteri. II chiarissimo entomologo Sign. Bernardiiio Halbherr 
trovö nel tubo corollino delbi Primula acauUs Jacq. i seguenti piccoli coleotteri: 
Änthobium rohustum H., Brachypterus gravidus III., Meligethes umhrosus St., 
Meligethes erythropus Gyll. Questi piccoli coleotteri caricandosi di polline possono 
produrre V aiitofecondazione, ovvero trasportandolo da un fiore all' altro produrre 
la fecondazione incrociata. 

4. Tripsidi. Come giä aveva osservato Darwin, i tripsidi si riscon- 
trano in abbondanza nei fiori della Primula acaulis Jacq. Ed ancbe questi, come 
i piccoli coleotteri, possono produrre tanto 1' autofecondazione quanto la fecon- 
dazione incrociata. 

5. Ditteri. II mio amico Sign. Mario Bezzi osservö nei dintorni di Mi- 
lano che il Bomhylius medius L. frequentava i fiori della Primula acaulis Jacq. 
Parerebbe pero che anche questo insetto debba annoverarsi fra i pronubi acci- 
dentali, perche possiede una tromba forse troppo curta per arrivare fino al fondo 
del tubo corollino della Primula acaulis Jacq. 

Per cui esclusa, per i fatti suesposti la possibilitä tanto dell' autofecon- 
dazione quanto della fecondazione incrociata senza V intervento degli insetti, a 
mio parere, si deve addivenire alle seguenti conclusioni: 

1. I pronubi ordinari della Primula acaulis Jacq. tanto per Y autofecon- 
dazione quanto per la fecondazione incrociata sono i Tripsidi ed i piccoli Coleotteri 
sopraenumerati; e la Gonopterix EJiamni L. per la fecondazione incrociata. 

2. Resta a provarsi se piccoli apidi abbiano una e quäle importanza nella 
fecondazione di questa pianta. 

3. Osservatori piü fortunati, potranno forse stabilire se e quali Lepidotteri 
notturni, sieno da annoverarsi tra i pronubi della Primula acaulis Jacq. 

4. Forse, come sopra si disse, si dovrä ascrivere una qualche importanza 
anche a quegli insetti che designai come pronubi accidentali. 

5. Pinalmente se non si trovano pronubi dal rostro lungo (se si eccettui la 
Gonopterix Bhamni L.) che servino alla fecondazione incrociata nel modo tanto 
classicamente descritto da Darwin, perche la Primula acaulis Jacq. e etero- 
stilica dimorfa ? Questa riflessione mi fa sperare che un giorno o 1' altro, da 
qualche fortunato osservatore, si ritroveranno i pronubi classic! in discorso, i quali, 
non essendo mai stati veduti da nessuno durante il giorno feccettuata la Gono- 
pterix Bhamni L.), dovranno a mio credere, ricercarsi tra gli animali notturni, 
e precisamente, come giä disse il Darwin, tra i Lepidotteri notturni a lunga 
tromba che si sviluppano durante 1' epoca della fioritura della Primula acaulis 
Jacq. Ma anche questa speranza potrebbe essere vana, se 1' eterostilia fosse per 
av Ventura il rimansuglio di tempi andati, e se i pronubi d' una volta piü non 
esistessero. Ovvero potrebbe anche essere che tali pronubi esistessero soltanto in 
certi paesi o solo in dati tempi, per cui questa pianta per ovviare alla quasi totale 
mancanza dei pronubi classici ed alla raritä degli altri, si propaga altresi rigo- 
gliosamente per gemme dalle radici, ed e una pianta perenne. 

Ma a tutte queste questioni risponderanno, io spero, osservatori piii fortu- 
nati e piii di me valenti. 



79 



üeber das sogenannte Stillstandstadium in der Ent- 
wicklung der Oestriden-Larven. 

Von 

Prof. Dr. Friedrich Brauer. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Februar 1892.) 



Ich habe in meinen Arbeiten über Oestriden wiederholt hervorgehoben, 
dass man bei Beobachtung des Verlaufes des parasitischen Lebens der Larve, 
dessen Erscheinungen auf verschiedene Weise z.um Ausdruck kommen, eine räthsel- 
hafte, noch unausgefüllte Lücke findet. Das heisst, man kennt das Brutabsetzen 
der weiblichen Fliege und die neugeborene Larve, aber von diesem Moment an 
findet man im Körper des 'rrägers bei dessen Obduction lange Zeit keine Spur 
der sicher darin befindlichen Larven. 

So ist es bei Hypoderma Diana, welche im Mai ihre Eier auf Rehe ab- 
legt, erst im Jänner, also nach acht Monaten, gelungen, die Larven im Unter- 
hautzellgewebe zu entdecken (siehe Monogra])hie der Oestriden, S. 101 und 274). 
Ebenso hat man bei Cephenomyien, welche larvipar sind, die Larven erst in 
einem weiteren Häutungsstadium Anfangs Jänner (Röse) hoch" oben in der Nasen- 
höhle aufgefunden, während die Brut wohl schon im August abgesetzt worden 
sein dürfte (1. c, S. 188). 

Unterscheidet man im Vei-laufe des Parasitismus mehrere Stadien: 1. das 
Einwandern der neugeborenen Larven, 2. die durch die Parasiten hervorgerufenen 
Erscheinungen (bei Hypodermen das Erscheinen der Larven im Unterhautzell- 
gewebe, das äusserlich sichtbare Hervortreten der Dasselbeulen, bei Cephenomyien 
die catarrhalischen Symptome im Schlünde) und 3. das Abgehen der reifen Larven 
vom Wohnthiere, so liegt die genannte Lücke zwischen dem 1. und 2. Stadium. 
Ich habe daher in dem Verlaufe ein Stillstandstadium (1. c, S. 38, 9.) angenom- 
men, welches sich auch noch dadurch rechtfertigen lässt, weil die Larve nach 
diesem Stillstandstadium nicht bedeutend gewachsen erscheint, obschon dieses den 
längsten Zeitraum des periodischen Parasitismus ausfüllt. Es besteht sonach auch 
bei der Larve eine gewisse Verlangsamung des Wachsens, was bei anderen 



80 



Friedrich Brauer. 



Muscarien-Larven nicht beobachtet wurde, vielleicht aber bei den parasitischen 
Tachinarien im beschränkten Sinne ebenso gefunden werden dürfte. 

In Betreff der Cephenomyien ist diese Lücke theilweise durch Dr. J. Csokor 
ausgefüllt worden. Die von der weiblichen Fliege geborene Made, welche ich 
zuerst beschrieben habe, ist nur 1 mm lang (1. c, S. 189), die von Eöse in der 
Nasenhöhle gefundene Larve war im Jänner 3 mm lang und wie ich aus dem 
Vergleiche der Hautdornen ersehe, welche viel grösser als bei der neugeborenen 
Larve erscheinen, jedenfalls von der neugeborenen durch eine Häutung getrennt 
(man vergleiche 1. c, Taf. IX, Fig. 2 mit Fig. 3). Die von Eöse gefundene Form 
gehört also schon dem zweiten Stadium an. Zwischen beiden steht nun die von 
Csokor in der Luftröhre eines Rehes gefundene Form, welche 2 b mm lang ist, 
die kleinen Hautdornen der neugeborenen Larve zeigt und somit wahrscheinlich 
das ausgewachsene erste Larvenstadium darstellt. 

Das erste Stadium wäre somit 1 — 2 b mm, das zweite Stadium 3 — Ii mm 
und das dritte Stadium 20 — 35 mm lang. Die Larve gelangt durch die Fliege 
in die Nase, wandert in die Luftwege (1. Stadium), geht von da zurück in 
die oberen Gegenden der Nasenhöhle und zuletzt in die Rachenhöhle (2. und 
3. Stadium). 

Insolange die Larve in den Luftwegen oder vielleicht auch im Oesophagus 
sich befindet, findet man sie weder im Rachen noch in den Nasenmuscheln, und 
das ist die längste Zeit. Warum sie aber nicht schon längst in der Luft- oder 
Speiseröhre gefunden wurde, daran ist wohl einfach das Jägerrecht schuld, nach 
welchem jene Theile dem Jäger gehören und schwer zur Untersuchung zu er- 
langen sind. 

Ein Vorkommen erwachsener Larven in den Luftwegen ist wohl auf ein 
abnormes zurückzuführen, da grössere Larven durch den Reiz, den sie ausüben, 
wohl nicht lange ohne böse Folgen dort verbleiben oder normal vorkommen 
könnten. Da mehrere Exemplare der Jugendform von Dr. Csokor in den Luft- 
wegen gefunden wurden, dieses Stadium aber noch nie von einem anderen Orte 
bekannt wurde, so halte ich dieses Vorkommen für das normale. 



Bei Hypodermen hat man, nachdem die alte Ansicht, dass die Fliege mit 
ihrer Legeröhre die Haut des Trägers durchbohre, durch meine Beobachtungen 
hinreichend widerlegt war, angenommen, die neugeborene Larve bohre, nach 
Verlassen der von der Fliege an Haare oder die Haut angeklebten Eier, selbst- 
ständig in die Haut. Diese Ansicht wurde von mir dadurch begründet, weil die 
Larve, welche man im Unterhautzellgewebe findet und für die jüngste Form 
halten musste, Mundtheile zeigt, welche zum Einbohren geeignet scheinen. Ge- 
stützt wurde diese Ansicht aber noch durch die Beobachtungen, welche ich an 
der neugeborenen Larve der Gattung Oestromyia machte, die sofort nachdem 
sie das Ei verlassen hat, wie ich das an mir selbst experimentirte, in meine 
Haut einbohrte (conf. 1. c, S. 100 und 273), während die erwachsene Larve in 



Ueber das sogenannte Stillstaiidstadium in der Entwicklung der Oostrideu-Larven. 81 



I/asselbeiileii unter der Haut wie bei Hypoderma lebt. Freilich darf nicht un- 
erwähnt bleiben, dass die Mundtheile der neugeborenen Oestromyia-LuYve viel 
grösser sind als bei jener von Hypoderma}) Aber in beiden Gattungen entwickelt 
sich, wie das Dr. Adam Handlirsch für Hypoderma feststellte, die Larve im 
Ei in wenigen Tagen, ist sehr klein, nur so lang als das Ei, in welchem sie 
gestreckt liegt, mit dem Hinterende dem eigentlichen Anhänge des Eies zuge- 
wendet (conf. Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1890, S. 515). 
Als weiterer Unterschied dieser beiden Gattungen muss noch bemerkt werden, 
dass sich die Oestromyia-L-dVYe viel rascher entwickelt als die von Hypoderma, 
was wohl mit dem Träger im Zusammenhange steht, dessen Leben viel mehr 
gefährdet und kürzer ist als bei den Trägern der Hypodermen; diese leben in 
Kuminantiern , jene in Mäusen (Hypudaeus). Oestromyia legt das Ei Ende 
August und die erwachsene Larve findet man im October, die Puppe überwintert 
und liefert im Juni die erste Generation, deren Nachkommen Ende August er- 
scheinen. Hier fehlt das Stillstandstadium und ich bin geneigt, die früher 
beschriebenen Dasselbeulen, welche ich durch künstliche üebertragung der Larven 
auf Kaninchen und Meerschweinchen erzielt habe, als die definitiven zu erklären 
(conf. Monographie der- Oestriden, S. 274). Des raschen Verlaufes wegen, der 
nicht erwartet wurde, konnten sich die Larven unbemerkt entfernt und der 
Beobachtung entzogen haben. Nach diesen Beobachtungen war jedoch ein Vei-- 
gleich der Larven beider Gattungen in Bezug ihrer Einwanderung gerechtfertigt 
und man muss bei der folgenden Mittheilung stets im Auge behalten, dass der 
Zusammenhang ein gedachter ist, weil bis jetzt noch Niemand das Einbohren 
der Hjpodermen-Larven in die Haut gesehen und beobachtet hat, wie dies bei 
Oestromyia unzweifelhaft ist. 

Von dem amerikanischen Thierarzt Cooper-C u r tice wurde nämlich 
folgende höchst interessante Beobachtung veröffentlicht (The Oxwarble of the 
United States in Journal of Comparative Medicine and Veterinary Archives, Vol. XII, 
Nr. 6, p. 265, Juni 1891), welche durch den Befund sehr für die Wahrheit spricht. 

Dr. Cooper-Curtice sagt, nachdem er festgestellt hat, dass die am Rinde 
in Amerika beobachtete Hautbremse niemals Hypoderma bovis Deg., sondern 
stets Hypoderma lineata Villers sei. Folgendes: „Von diesem Moment (vom Ei 
an) bis zum Erscheinen der Dasselbeulen weicht die Lebensgeschichte, wie sie 
von anderen Autoren dargestellt wird, von meiner Ansicht bedeutend ab. Da es 
nothwendig ist, die bestimmten Stadien, welche die Larve durchläuft, zu begrenzen, 
so sind bestimmte Namen für diese anzunehmen. Das erste Stadium ist dar- 
gestellt von Brauer (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1890, 
S. 515), es ist das die Larvenform, welche im Ei zur Entwicklung kommt: 
Oval-Larva Cur tice. 

Das nächste Stadium wird im Oesophagus gefunden: Oesophageal-Larva 
Curtice. Ob dieses Stadium verschieden sei von der neugeborenen Form, dem 



1) Bei der Larve von Hypoderma sind im durchsichtig gemachten Ei die Mundtheile nicht 

sichtbar. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. U 



82 



Friedrich Hr:iiicr. 



Ovalstadiuin, oder ob iiocti Zwischenstadien existiren, ist erst nachzuweisen. 
Das Oesophagealstadium ist aber identisch mit dem Stadium des Unterhautzell- 
gewebes (Brauer, Monographie der Oestriden, Taf. VIII, Fig. 2, sogenanntes 
1. Stadium) und mit jenem ersten Stadium, welches in den Dasselbeulen erscheint. 
Daher, um die drei Hautstadien nicht für verschieden zu halten von jenen in 
einem früheren Aufsatze (Insect Life, U. S. Dept. Agriculture, Vol. II, Nr. 7 und 8, 
1890) Cooper-Curtice's, ist es gut, sie 1., 2. und 3. Hautstadium zu bezeichnen. 
Durch thatsächliche Umstände glaube ich, dass die neugeborene Larve aufgeleckt 
und von dem Träger verschluckt wird und im Bachen oder Oesophagus wohnt. 
Diese Theorie gründet sich auf die Auffindung und das Erscheinen von Larven 
an den Wänden des Oesophagus im November, lange bevor sie am Kücken 
der Einder hervorbrechen. Später, um Weihnachten, erscheinen die Larven in 
Mehrzahl unter der Haut am Rücken. Die zuerst unter der Haut zu findenden 
Larven haben dieselbe Grösse und dieselben Merkmale wie jene im Oesophagus. 
Ende Jänner und am Anfange des Februar sind alle Larven und ebenso die 
entzündlichen Aflfectionen im Oesophagus verschwunden, welche im Jänner so 
deutlich waren. 

Wie in dem oben citirten Aufsatze bestätigt wurde, sind Larven nächst 
der 11. Rippe am Oesophagus gefunden woi'den, ebenso von Hinrichsen (Archiv 
f. Wissensch, prakt. Thierheilkunde, Bd. XIV, 1888, S. 219) in der Dura mater 
des Rückenmarkes, in subcutanen Muskeln und im Unterhautzellgewebe (Brauer 
und Cooper-C urtice). Ferner fand ich (C ooper-Cur tice, 1. c, 1890) eine 
Larve im Bindegewebe um die Milz. Zweimal habe ich Wunden in den Muskeln 
des Oesophagus gefunden, welche, wie ich glaube, vom Durchbohren der Larven 
herrührten. 

Ich beobachtete ein Jahr darauf kleine Flecke an der Innenseite frisch 
abgezogener Häute, die mir als Anbohrungen erschienen, welche die Larve im 
ersten Stadium beginnt. 

In gegenwärtiger Jahreszeit (Juni) habe ich nichts mehr von diesen 
Flecken gefunden, denn alle Larven hatten ihre Röhren nach aussen vollendet. 

Die jüngsten solchen Oeffnungen haben den Umfang der darin enthaltenen 
Larvensegmente und von dem später um die Larve sich bildenden Sacke ist nichts 
zu sehen. (Das stimmt vollständig mit meiner Beobachtung; conf. Monographie 
der Oestriden, S. 105. Brauer.) 

Gerade vor der Zeit, in welcher man junge Larven in der Haut zu finden 
im Stande ist, erscheint die Bedingung des sogenannten „lick" (Leckens), wie 
die Fleischer es nennen. Das „Lecken" ist nichts Anderes als ein Erguss von 
Serum in die anstossenden Gewebe, das Unterhautzellgewebe und wird verursacht 
durch die Entzündung, welche durch das Wandern der Larven bedingt wird. 
Dieses Exsudat ist auch an den Wänden des Oesophagus, gerade bevor die jungen 
Larven dort ganz verschwunden sind. 

Dem „Lecken" folgt nach seinem Verschwinden aus dem Unterhautzell- 
gewebe an den reich besetzten Hautstellen in der Sattelgegend das Auftreten 
von Larven in Säcken oder Taschen, einer Bindegewebsneubildung. im zweiten 



1161)61 das sogenannte StillstandstiKlium in der Entwicklung der Oestriden-Larven. 



83 



und dritten Stadium. Wenn diese Taschen vollkommen gebildet sind, verschwindet 
das „Lecken". Letzteres soll nach Ansicht der Farmer und Fleischer durch 
Lecken entstehen. Es ist jedoch leicht einzusehen, dass Rinder sich selbst lecken 
und gerade zu dieser Zeit, weil das Durchbohren der empfindlichen Haut durch 
die Larven einen Reiz erzeugt. Wenn die als „lick" („Lecken") bezeichnete 
Ursache ihren Sitz im Oesophagus hat, eine Stelle, welche die Zunge des Rindes 
nicht erreichen kann, so ist diese Ursache ein Symptom für das Vorhandensein 
von Larven und ein Beweis, dass diese das „lick" verursachen. 

Die Larven durchbohren die Haut mittelst des Hinterendes (wurde ebenso 
von mir nachgewiesen, Monographie der Oestriden, S. 105 und Wiener Entomol. 
Zeitung, 1887, Bd. VI, Heft 1, S. 72,, Brauer), welches mit einem geeigneten 
Bohrapparate durch die dichten Reihen von Stacheln versehen ist, Brauer und 
Ormerod bilden denselben bei der jungen Larve ab. Es ist wahr, dass am 
Vorderende wenige Stacheln und zwei Haken sich befinden, aber diese sind be- 
deutungslos gegen obigen Apparat am Hinterende." (Es sind hier jene zwei Haken 
und die dazwischen liegende Spitze gemeint, welche allerdings bei der jungen 
Hypoderma-L?ir\e sehr klein sind, aber bei Oestromyia grösser erscheinen und 
dort in ihrer Function beim Einbohren der Larve von aussen in die 
Haut des Trägers genau beobachtet wurden, daher nicht ganz ausser Acht zu 
lassen sind. Brauer). 

Soweit Cooper-Curtice. Was noch am Schlüsse über das Häuten der 
Larven und über deren weitere Entwicklung gesagt wird, habe ich bereits im 
Jahre 1862 (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, Bd. XII, S. 505 
und Archiv für Naturw. v. Troschel, 1862, S. 210) festgestellt. 

Wir empfehlen diese höchst interessanten Beobachtungen Allen, die in der 
Lage sind, dieselben weiter zu prüfen, und heben namentlich hervor — mögen 
auch noch die erwähnten Beobachtungen an Oestromyia, sowie die Mundtheile 
der jungen Larve gegen die Ansicht sprechen, dass die Hypodermen-Larven ihren 
Weg unter die Haut durch den Mund und die Speiseröhre des Wirthes nehmen — , 
dass doch die Thatsache festgestellt ist, dass die Hypodermen-Larven vor ihrem 
Abgange die Haut von innen nach aussen durchbrechen, dass sie vorher im Zell- 
gewebe verschiedener Organe und in Muskeln als pralle cylindrische Körper, viel- 
leicht mehr passiv als activ, ähnlich wie fremde Körper (Nadeln), wandernd ge- 
funden wurden und dass Cooper-Curtice 200 Exemplare im Oesophagus, 45 
des ersten Hautstadiums im Unterhautzellgewebe, 150 des zweiten und 550 des 
dritten Hautstadiums gefunden hat. Dieses Verhältniss spricht sehr für das nor- 
male Vorkommen der Jugendform im Oesophagus, während das erste Hautstadium 
thatsächlich am schwersten gefunden wird, weil seine Zeit eine sehr kurze und 
sein Aufenthalt ein verschiedener ist. Weiter spricht für ' diese Beobachtung ein 
ähnliches Einwandern bei Gastrophilus-LM'Yen, von denen man aber auch nur 
die neugeborene Larve, wie sie das Ei verlässt, und das letzte Stadium kennt. 
Die dazwischen liegenden Stadien sind nur ganz zweifelhaft bekannt. 

Das verschiedene Verhalten bei Oestromyia würde durch die Lebensweise 
auf Nagern, durch die kürzere Entwickelungsdauer und durch die stärkere Ent- 

U* 



84: F. Brauer. Ueter d. sog. Stillstandstadium iu d. Entwicklung d. Oestriden-Larven, 



Wickelung der Mundtheile der neugeborenen Larve seine Erklärung finden, indem 
wir die kleinen Mundtheile der Hypodermen-Larve als Eückbildungen durch 
Nichtgebraucli anzusehen hätten, wie ja auch thatsächlich die Imago bei Oestro- 
myia einen entwickelten Rüssel zeigt, während Hypoderma kaum ein Rudiment 
davon zeigt. Das Typische der Oestriden-Gruppe ist hier zur vollen Entwickelung 
gekommen, während Oestromyia mehr ihre Herkunft von verwandten Muscarien 
zur Schau trägt, üeberhaupt bildet heute die Gruppe der Oestriden keine 
so scharf begrenzte Formenreihe wie vor 40 Jahren, wo man sie als Familie 
betrachtete. Ich habe in den „Oestriden des Hochwildes" 1858 zuerst die Ansicht 
vertreten, dass diese Fliegen nur ein Zweig der Muscarien seien. 



85 



Die österreichischen Arten der Gattung Hüara Meig. 

(Mit Beriicksiclitigiing der Arten üeiitsclilands und der Schweiz.) 

Von 

Prof. Gabriel Strobl. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Februar 1892.) 



Die Gattung Hüara wurde von Meigen, HI, 1 (1822), aufgestellt, Taf. 22, 
Fig. 1 — 5 illustrirt und von allen späteren Autoren in demselben Umfange bei- 
behalten. Die Charakterisirung derselben ist in Schiner, I, 112, vollständig 
richtig und erschöpfend gegeben ; nur sind die Augen nicht bei allen getrennt. 
Sämmtliche Arten stimmen im Bau der Fühler, der Taster, des kurzen, dicken 
Rüssels, des Kopfes, des Flügelgeäders, in der Thoraxbeborstung (besonders in den 
immer langen und starken Borsten am Eande des Thoraxrückens), in den vier 
bis zehn Borsten am Hinterrande des sonst kahlen Schildchens, im Bau des 
Hypopygium, die meisten auch in den verdickten Vorderfersen so sehr über- 
ein, dass eine Zerlegung in kleinere Gattungen durchaus nicht im Interesse der 
Wissenschaft wäre. Die besitzen allerdings oft eigenthümliche Auszeichnungen, 
die 9 hingegen sind so gleichmässig gebaut, dass die Bestimmung derselben bis- 
her zu den schwierigsten Aufgaben zählte. Sie sind übrigens in weitaus den 
meisten Fällen — nach Abrechnung der eigenthümlichen Merkmale der Vorder- 
schienen und Vorderfersen — den überaus ähnlich, nur wenige 9 (z- B. 
priiinosa, Uttorea, heterogastra) weichen auch in der Färbung so bedeutend ab, 
dass sie früher für verschiedene Arten gehalten wurden. 

Diese Gattung wurde bisher sehr stiefmütterlich behandelt. Die Enträthse- 
lung der älteren Beschreibungen bietet unglaubliche Schwierigkeiten, da die 
wenigsten ausführlich genug sind; eigentlich niustergiltige Beschreibungen fand 
ich nur bei Hilara sartrix Becker und magica Mik. Weniger gründlich, aber 
doch sehr brauchbar sind auch die von Dir. Loew in der Berliner Entomol. 
Zeitschrift, 1873, gegebenen; alle übrigen haben weder die wichtige Beborstung 
des Thoraxrückens, noch die der Beine hinreichend berücksichtigt; auch der Bau 
der Beine, die Länge der Tarsenglieder, namentlich die zur sicheren Bestimmung 
wichtige Gestalt der Hinterschienen des 9 wurde fast nie erwähnt. 



86 



Gabriel Strobl. 



Manche ältere Arten, z. B. quadrivittata, sind Sammelarten; ich vermied 
aber so viel als möglich Neubenennungen und verwendete auch solche Namen; 
Schiner 's quadrivittata (Hofmuseum) enthält z. B. 'duch piihipes Loew, chjpeata 
enthält drei verschiedene Arten etc. 

Die Schwierigkeiten werden noch erhöht durch die besonders bei dieser 
Gattung häufig vorkommenden unausgefärbten Formen. Auch wenn der Körper 
schon völlig ausgefärbt ist, bleiben die Beine längere Zeit imausgefärbt und un- 
reif; daher findet man sehr häufig Exemplare, bei denen die Beine breitgedrückt, 
besonders die Vorderfersen der unregelmässig gebogen, abgeplattet, bedeutend 
länger und breiter sind, als bei \ ollkommen ausgereiften Individuen. Die im reifen 
Zustande schwarzen oder schwarzbraunen Beine sind im unreifen braun oder gar 
licht gelbbraun, so dass man versucht wäre, die Art unter den gelbbeinigen auf- 
zusuchen. Alle dunkelbeinigen Arten besitzen aber in unreifem Zustande nur gelb- 
braune Beine und fast immer bedeutend lichtere Kniee, während die Beine der 
wirklich lichtbeinigen Arten immer rothgelb ohne deutlich lichtere Kniee sind; 
liegt also ein unreifes Exemplar mit braungelben Beinen (und lichteren Knieen) 
vor, so suche man es unter den dunkelbeinigen Arten. Selbstverständlich wähle 
man anfangs möglichst ausgereifte und unbeschädigte Exemplare; minder gut 
erhaltene oder unreife Exemplare werden sich später wohl auch mehr oder weniger 
sicher unterbringen lassen. Um bei der Färbung des Kopfes sicher zu gehen, 
beachte man wohl, ob derselbe nicht etwas fettig glänzt und behandle ihn in 
diesem Falle nach Prof. Mik's Anweisung „Ueber das Präpariren der Dipteren" 
mit Schwefeläther. An den Leib angelegte Beine lassen sich bei einiger Vorsicht 
mittelst einer mässig starken Nadel selbst bei trockenen Exemplaren unschwer 
in eine zur Untersuchung der Beborstung geeignete Lage bringen. 

Kopf. Der Umriss des Kopfes, der Bau, die Färbung und feine Behaa- 
rung der Fühler, sowie ihr Endgrilfel bieten nur selten ein zur Unterscheidung 
der Arten brauchbares Merkmal, wurden daher meist übergangen. Die Stirne ist 
anfangs immer so breit als das meist mässig breite Gesicht und erweitert sich 
allmälig gegen den Scheitel ; nur wenige Arten besitzen eine auffallend breite oder 
schmale Stirne, nur die zweier Arten auf der Stirne zusammenstossende Augen. 
Unter Rüssel verstand ich gewöhnlich nur die harte, glänzend schwarze bis 
schwarzbraune Oberlippe (labrum); selbst diese zeigt nur unbedeutende Diffe- 
renzen, die übrigen Theile des Rüssels ausser etwa ihrer Färbung fast gar keine. 
Die Grösse, Färbung und Beborstung der Taster liefern hingegen manchmal, 
wenigstens bei den grauen Arten, gute Unterschiede, selten bei den schwarzen 
Arten, bei denen sie ausnahmslos schwarz sind. 

Der Thoraxrücken besitzt bei allen Arten drei behaarte Streifen (Inter- 
stitien Loew 's), nämlich einen bald regelmässig zwei- oder vierreihig, bald unregel- 
mässig 2 — 3 — 4-, bald vorne zwei-, rückwärts vierreihig behaarten Mittelstreifen 
(Acrostichalbörstchen Mik's) und zwei gewöhnlich einreihig, öfters aber auch 
unregelmässig 2 — 3-reihig behaarte Seitenstreifen (Dorsocentralbörstchen Mik's); 
die Anordnung der Börstchen ist für die meisten Arten sehr constant, bei cT 
und $ durchaus dieselbe und daher sowohl zur Bestimmung der Art, als auch 



iJio (pstonoichiscliou Arten der Gattuug llilara Meig. 



87 



zur Erkennung der Zuyanimougohörigkeit der Geschlechter von hoher Wichtigkeit. 
Die Borsten des 9 sind meist kürzei-, als die des (j^. — Zwischen diesen drei 
behaarten Streifen liegen zwei kahle Streifen und aussen legen sich ebenfalls 
zwei kahle Streifen an (Striemen Loew's), so dass stets sieben abwechselnd 
kahle und behaarte Streifen vorkommen. Bald sind die drei behaarten, bald die 
vier unbehaarten oder wenigstens die zwei inneren deutlich dunkler, nicht selten 
aber ist der Thoraxrücken fast ganz einfarbig schwarz oder licht. Die Ausdrücke 
„Thorax dreistriemig, vierstriemig" etc. bedeuten, wenn nicht ausdrücklich das 
Gegentheil gesagt ist, drei oder vier dunkle Streifen. Die Angaben über die 
Länge der Thoraxborsten beziehen sich stets nur auf die drei behaarten Streifen; 
die bei allen Arten gleichmäsig vorkommenden, viel längeren und stärkeren Borsten 
am Rande des Thoraxrückens wurden meist nicht berücksichtigt. Das Schildchen 
besitzt meist nur vier Eandborsten, die mittleren stets stärker; seltener 6 — 10. 
Die Zahl ist nicht ganz constant; vierborstige Arten können auch mit 5 — 6, 
sechsborstige mit 5—8 vorkommen. 

Hinterleib. Ausser Form, Farbe, Glanz ist die Behaarung oft von 
Wichtigkeit; die meisten Arten besitzen längere und stärkere Randborsten der 
Ringe, eine Art von stets einreihigen End-Macrochaeten. Das Hypopjgium ist 
im Ganzen sehr einförmig gebaut, stets geschlossen, seitlich d= zusammengedrückt, 
sehr oft zweischneidig; doch fanden sich zahlreiche zur Bestimmung sehr brauch- 
bare Unterschiede in der verschiedenen Form und Grösse des Ganzen oder einzelner 
Theile. Die Angabe „Hypopjgium dem Körper eng angeschlossen" bezieht sich 
nur auf die überwiegende Mehrzahl der Fälle; bei jeder Art mit gewöhnlich 
angeschlossenem Hypopygium findet man auch einzelne Exemplare, bei denen 
es absteht oder dem Hinterleib locker aufliegt und dann oft höher erscheint, als 
in normaler Lage. Steht es ab, so sieht man am oberen Ende jeder der zwei 
Seitenlamellen 1 — 3 Dornspitzen, die theils der Seitenlamelle inserirt sind (analog 
wie bei Clinocera), theils vielleicht (die innersten) als die Enden von inneren, 
nicht sichtbaren Organen zu betrachten sind; ich wählte gewöhnlich den Aus- 
druck „Oberes Vorderende der Seitenlamellen mit . . . Dornspitzen". Bei eng 
angeschlossenem Hypopjgium muss man freilich auf die Vergleichung dieser oft 
nicht unwichtigen Dornspitzen verzichten, ausser man weicht das Exemplar auf; 
in der Bestimmungstabelle gelangt man auch ohne dieses Merkmal zum Ziele. 
Ich beschrieb das Hypopygium immer nui- so weit, als es sich ohne Zerlegung 
und Präparation einer scharfen Lupe zeigt. 

Beine. Die Länge^ Stärke, der Bau der Schenkel, Schienen und Tarsen, 
besonders der Vorderschieuen und Vordertarseu des der Hinterschienen des 9> 
sowie die Anordnung, Menge und Stärke der Behaarung und Beborstung variirt 
in dieser Gattung ganz ausserordentlich und liefert daher sehr gute und leicht 
sichtbare Merkmale zur Unterscheidung der Arten. Statt „vorderer Meta4arsus" etc., 
zog ich die Meigen 'sehen Ausdrücke „Vorder-, Mittel- und Hinterferse" vor. 
Die Schienen beschrieb ich stets in ihrer natürlichen Lage, bei der die Vorder- 
und Mittelbeine senkrecht zur Körperaxe, die Hinterbeine aber parallel mit der 
Körperaxe stehen; die Rück- = Aussenseite der vorderen Schienen ist dann — 



88 



Gabriel Strobl. 



Ausscnseite der Hinterschienen = die von der Körperaxe abgewendete Seite; 
die Rückseite der Hinterschienen aber ist die am weitesten rückwärts gelegene 
Seite derselben; die Ausdrücke „Vorder-, Hinter- und Innenseite" ergeben sich 
dann von selbst. Da fast alle dunkelbeinigen Arten schmal rothgelbe Kniee 
besitzen, wurde dieser Umstand oft nicht erwähnt; nur wenn auch die Kniee 
schwarz sind, wird dieses Merkmal besonders hervorgehoben. 

Flügel. Diese sind bei allen Arten ausserordentlich gleichförmig gebaut. 
Der Vorderrand, die Gestalt und Länge der Basalzellen, die Anal- und Discoidal- 
zelle, die drei aus derselben „entspringenden" Adern, die immer sehr feine und 
abgekürzte Axillarader und die fast ebenso feine und ebenfalls verkürzte Ver- 
längerung der Analader über die Analzelle hinaus bieten fast gar keinen Unter- 
schied und wurden daher bei den Einzelbeschreibungen meist übergangen. Bessere 
Unterschiede liefert das ßandmal, sowie die Länge und Form der Endgabel, 
doch sind auch hier die Angaben nur mit Vorsicht zu verwerthen, da der Ur- 
spruugswinkel und Verlauf der oberen Zinke (= Spitzenquerader M eigen 's) rtiit- 
unter variirt. Bei Untersuchung dieses Winkels muss man die Lupe senkrecht 
zur Flügelfläche halten, denn bei schiefer Stellung der Lupe erscheint der 
Winkel immer viel spitzer, als er in Wirklichkeit ist. Monströse Aderver- 
zweigungen kommen, da die Adern meist kräftig sind, nur selten vor, etwa 
eine überzählige Querader zwischen Spitzenquerader und der zweiten Längsader, 
eine Anhangszelle zur Discoidalzelle etc. 

•Zum Schlüsse der Einleitung erübrigt mir noch die angenehme Pflicht, 
meinen herzlichsten Dank auszudrücken dem Herrn Prof. Dr. Friedrich Brauer 
für die gütige Zusendung der Schiner 'sehen Typen und die Erlaubniss, das 
Materiale des Hofmuseums zu studiren, dem Herrn Custos Rogenhofe r für 
die freundliche Erlaubniss zur Benützung der reichen Bibliothek des Hofmuseum, 
sowie dem Herrn Prof. Tief in Villach für die bereitwillige Ueberlassung seines 
fast 400 Exemplare reichen .ffi/am-Materiales, meist aus Kärnten .und Oester- 
reichisch-Schlesien. Dieses enthielt auch 62 zumeist von Herrn Kowarz deter- 
minirte Stücke in 24 Arten, aus welchen ich viel ISfutzen zog, wenn ich auch 
mit manchen Determinationen nicht einverstanden bin; zu den vier nov. spec. 
Kow. i. litt., welche sich darunter befanden, verfasste ich die Beschreibung und 
publicire sie mit Herrn Kowarz' freundlichst gegebener Erlaubniss unter den 
von ihm gegebenen Namen. Auch Prof. Thalhammer in Kalocsa und Herr 
Theodor Becker in Liegnitz überliessen mir bereitwilligst ihr reiches Materiale. 
Leider versagten mir die übrigen österreichischen Dipterologen, an welche ich 
mich um Ifi'Zara-Materiale wandte, ihre Mitwirkung, so dass die Angaben über 
die geographische Verbreitung noch manche Lücken aufweisen. Alle Angaben 
über Oesterreich und Steiermark stammen, wenn kein Findername angegeben 
ist, aus eigenen Funden. Von den bisher aus Cisleithanien publicirten Arten 
fehlt mir keine einzige, von den durch Loew aus Herculesbad beschriebenen 
nur zwei, beide nur in einem Geschlechte beschrieben. Da aber möglicher Weise 
auch diese, sowie die übrigen aus Nord- und Mitteleuropa publicirten Arten in 
Oesterreich noch könnten aufgefunden werden, so nahm ich sie, wenn sie analytisch 



Die österreichisclien Arten der Gattung Hilara Meig. 



89 



verwendbare Unterschiede besassen, in den Bestimmungstabellen auf, ebenso die 
9 der wenigen, mir nur im männlichen Geschlechte bekannten Arten, aber nur 
so weit, als sich aus dem mit Sicherheit schliessen Hess oder nach den vor- 
handenen Angaben der Autoren. Selbstverständlich übernehme ich keine Garantie 
für die Kichtigkeit der Beschreibung der mir unbekannten ausser österreichischen 
Arten. Die mir nicht durch Autopsie bekannten Formen sind stets mit * be- 
zeichnet. Wegen der schwierigen Unterscheidung der zahlreichen Arten musste 
die Tabelle etwas ausführlicher werden. 



Bestiininuiigstabelle der Männclien. 

1. Thorax ganz oder grösstentheils rothgelb, ebenso die Beine. 2. 
Thorax ganz oder fast ganz dunkel. 5. 

2. Thoraxrücken rothgelb, nicht oder kaum verdunkelt. Grössere Arten (wenig- 
stens 4 mm) ; Eandmal blass, die zwei ersten Glieder der Vordertarsen schwach 
verdickt. 3. 

Thoraxrücken deutlich verdunkelt; circa 3 mm. 4. 

3. Thorax einfärbig oder schwach dunkel gestriemt. Hinterleib ganz oder zum 
grössten Theile rothgelb, flava Schiner. 56. 

Thorax mit zwei blassen Striemen, Hinterleib schwarzbraun, thoracica 
Mcq. * 57. 

4. Kopf und Thoraxrücken fast ganz aschgrau bereift, Schwinger und Hinter- 
leib ganz rothgelb; Randmal sehr blass. tenella Fall. 58. 

Thorax unbereift; Stirne, Mitte des Rückenschildes, Schwingerknopf, Rand- 
mal und Hinterleibsende schwarzbraun. ephippiu7n Scholtz. 

5. Vorderferse gar nicht verdickt, dünn und lang. 6. 

Vorderferse deutlich dicker als die Schiene und die folgenden Tarsen- 
glieder. 10. 

6. Augen auf der Stirne ganz zusammenstossend. Thorax schwarz, Schwinger 
dunkel, Beine und Bauch blassgelb. 7. 

Augen nicht ganz zusammenstossend. 8. 

7. Thoraxrücken glänzend schwarz, flavipes Meig. 45. 
Thoraxrücken schwärzlich, matt, gracilipes Boh., Zett. * 

8. Augen sehr schmal getrennt, Thoraxrücken glänzend grau, mit zwei schwärz- 
lichen Striemen, Beine und Bauch blass rothgelb, Hinterleibsringe mit weiss- 
lichen Endsäumen, cingulata Dalb. 44. 

Augen ziemlich breit getrennt, Körper und Beine schwarz. 9 a. 

9a. Flügel milchweiss, mit sehr blassen Adern, tyrolensis n. sp. 12h. 
Flügel grau, mit dunklen Adern. 96. 

9h. Discoidalzelle verlängert, trapezartig, Thorax etwas glänzend, nicht licht ge- 
streift. Vorderschienen auffallend verdickt, minuta Zett.* 13. 
Discoidalzelle nicht verlängert, Thoraxrücken ganz matt, rückwärts mit vier 
feinen lichten Streifen : Vorderschienen nicht verdickt, simplicipes n. sp. 12. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 12 



90 



Gabriel Stiobl. 



10. Thoraxrücken von vorne gesehen ganz schwarz, höchstens mit zwei feinen 
lichten Streifen ; selten von der Seite gesehen schwarzgrau, mit drei breiten 
schwarzen Streifen ; Stirne und Hinterkopf matt schwarz, Schwinger, Hüften, 
Beine ganz dunkel (letztere meist mit lichten Knieen); höchstens imm. 11. 
Thorax von vorne gesehen nicht ganz schwarz, von der Seite gesehen deutlich 
dunkelgrau oder noch lichter; wenn braunschwarz, so Schwinger oder Beine 
— letztere wenigstens an den Vorderhüften — licht. 29. 

11. Hinterschenkel stark verdickt, an der Spitze plötzlich ausgeschnitten ver- 
dünnt. 12. 

Hinterschenkel einfach oder, wenn ziemlich dick, nicht ausgeschnitten ver- 
dünnt. 16. 

12. Vorderferse nur massig verdickt, so lang als die Schiene, länger als die 
übrigen Tarsenglieder zusammen, messerklingenartig, mit tiefer Längsfurche; 
Flügel glashell, mit ziemlich blassen Adern, sulcitarsis n. sp. 15. 
Vorderferse bedeutend kürzer und dicker als die Schiene, nicht klingenartig. 
Flügel graulich oder noch dunkler, Adern schwarz. 13. 

13. Flügel schwarzgrau mit starken Adern, Acrostichalborsten in der Mitte zwei- 
reihig. 4 mm. eumera Loew. * 

Flügel nicht schwarzgrau oder wenn fast schwarzgrau, kleinere Art. 14. 

14. Acrostichalborsten 3 — 4-reihig, Dorsocentralborsten einreihig; Hinterleib weiss- 
, lieh behaart, Hypopygium oben lang gelb gewimpert. Hinterschienen rück- 
wärts nur gleichmässig fein behaart, höchstens mit äusserst unscheinbaren, 
von den Flaumhaaren kaum unterscheidbaren Wimpern; meist 4 mm. diver- 
sipes n. sp. 16. 

Hinterleib dunkler behaart, Hyi)opygium nicht lang gelb gewimpert. Hinter- 
schienen ausser der feinen Behaarung auch mit deutlich dickeren und längeren 
Börstchen. 15. 

15. Grösser (3'5— 42 mm), mit äusserst kurzen, unregelmässig dreireihigen 
Acrostichal- und unregelmässig zweireihigen Dorsocentralborsten, schwach 
grauen, bisweilen fast glashellen Flügeln, nitidula Zett. 14. 

Kleinere Art oder Varietät mit läugei'en, unregelmässig zweireihigen Acro- 
stichal- und einreihigen Dorsocentralborsten, ziemlich dunkelgrauen Flügeln. 
femorella Zett. 14. 

16. Vorder- und Mittelschienen mit langen Haaren besetzt. 17. 

Höchstens die Vorderschienen lang beborstet; Mittelschienen ohne Auszeich- 
nung. 18. 

17. Mittelschienen sehr stark keulenförmig verdickt, ringsum mit ganz ausser- 
ordentlich langen Borsten besetzt. Mittelferse einfach. Thorax äusserst glän- 
zend. 3 mm. Hystrix n. sp. 6. 

. Mittelschienen nur mässig verdickt, ohne Borsten, aber mit sehr dichten und 
langen Wollhaaren bekleidet. Mittelferse etwas verdickt. Thorax ganz matt. 
Circa 4 mm. anomala Loew. 

18. Vorderschienen aussen fast unbehaart, aber mit einer Beihe sehr langer und 
ziemlich dicker Borsten; l'horax mässig glänzend, Hinterleib ganz matt. 



Die österreichischen zVrteu der Gattung llUara Meig. 



91 



Vorderferse sehr breit, eiförmig, gegen die Spitze verschmälert, pectinipes 
n. sp. 10. 

Vorderschieneu aussen dicht flaumig, ohne lange dicke Borsten, höchstens 
mit feinen langen Borstenhaaren zwischen den Flaunihaaren. 19. ^ 

19. Acrostichal- und Dorsocentralbörstchen mehrreihig; Hinterleib und Beine 
deutlich lichthaarig; Thorax nur von vorne gesehen fast schwarz, von der 
Seite gesehen dunkelgrau, mit drei schwarzen Striemen; Hinterschienen ganz 
ohne Borsten, wohl aber meist mit etwas längeren, sehr feinen Haaren zwischen 
den kürzereu; wenigstens 4 mm. maura Fbr, 17. 

Dorsocentralbörstchen nur einreihig, Hinterleib und Beine dunkelhaarig; 
kleinere Arten. 20. 

20. Thorax ganz matt, sammtschwarz, bisweilen von der Seite gesehen schwarz- 
grau; Vorderferse dick walzenförmig oder länglich. 21. 

Thorax nicht ganz matt, von jeder Seite besehen ganz schwarz. 22. 

21. Thorax mit zwei feinen, glatten, vorne nicht oder kaum verkürzten, grau- 
weissen Streifen, von der Seite besehen öfters dunkelgrau,- mit drei breiten 
schwarzen Striemen; Flügel grau. Vorderschiene aussen langflaumig, mit 
einigen noch längeren Borsten; Vorderferse allseitig fein und lang behaart. 
longevittata Zett. 11. 

Ganz wie vorige, aber Vorderschienen und Vorderfersen nur sehr kurzflaumig, 
Vorderferse viel dünner. Subspec. andermattensis m. 11 b. 

22. Vorderschiene aussen ziemlich langflaumig und dazwischen mit einigen noch 
längeren feinen Borstenhaaren; Vorderferse entweder langflaumig oder mit 
einigen laugen Borstenhaaren. 23. 

Vorderschiene aussen nicht langflaumig und ausser den Apicalborsten ohne 
auffallend lange Borstenhaare; Vorderferse kurz oder sehr kurz behaart, ohne 
Borstenhaare. 25. 

23. Hinterleib ganz matt, selten sehr schwach glänzend; Thoraxrücken äusserst 
stark glänzend. Vorderferse quadratisch, kaum länger als breit, aussen sehr 
kurzflaumig, mit 1—2 längeren Borsten. Alle Beine plump, selbst die drei 
Mitglieder der Hinte rtarsen kaum so lang als breit, chorica Fall. 3. 
Vorderferse fast doppelt so lang als breit, aussen lang flaumhaarig. Thorax 
massig glänzend; Beine schlanker, die drei Mittelglieder der Hintertarsen 
deutlich länger als breit. 24 a. 

2i a. Fast 4 ww. Hinterleib ganz matt. Flügel fast schwarz, nigrina Fall. 5b. 
Kleinere Arten mit lichteren Flügeln und nicht ganz mattem Hinterleibe. 24 &. 

24 b. Vorderferse aussen auch noch mit einigen längeren Borstenhaaren, länglich- 
eiförmig, etwas zusammengedrückt; die drei folgenden Glieder breiter als 
lang. Hinterleib mässig behaart, Hypopygium mässig gross, Beine mit lichteren 
Knieen. pseudochorica n. sp. 4. 

Vorderferse genau walzenförmig, ohne längere Borsten; die drei folgenden 
Glieder länger als breit. Hinterleib dicht und lang behaart, Hypopygium 
sehr gross, Beine ganz schwarzbraun, lasiochira Kow. i. litt. 5. 

12* 



92 



Gabriel Strobl. 



25. Die vier hiuteren Beine ziemlich plump und kurz, die Vorderbeine noch 
plumper und kürzer; die drei mittleren Tarsenglieder selbst an den Hinter- 
beinen nicht deutlich länger als breit. Thorax und Hinterleib nur massig 
glcänzend ; höchstens 3 mjn. 26. 

Die vier hinteren Beine ziemlich lang und schlank, die drei mittleren 
Tarsenglieder der Hinterbeine sehr deutlich länger als breit; mindestens 
Smm. 27. 

26. Thorax tief schwarz, mit zwei deutlichen feinen, grauweissen, vorne ver- 
kürzten Striemen. Vorderferse = Schiene, Hinterschienen rückwärts deut- 
lich gedörnelt, die drei mittleren Hintertarsenglieder ungefähr so lang als 
breit. Hypopygium oben sehr kurz behaart, hivittata n. s]). 7. 

Thorax schmutzig braunschwarz in Folge unregelmässiger, sparsamer brauner 
Bestäubung, ohne deutliehe Striemen. Vorderferse höchstens = Schiene, 
Hinterschienen nicht deutlich gedörnelt, die drei mittleren Hintertarsenglieder 
deutlich breiter als lang, nur bei einer grösseren Varietät etwas länger, als 
breit. Hypopygium oben ziemlich lang flaumhaarig. Pinetorum Zett. 8. 

27. Thorax und Hinterleib schmutzigschwarz, nur mässig glänzend; Acrostichal- 
borsten sogar vorne deutlich und entfernt vierreihig, ziemlich lang. Mittel- 
schenkel vorne mit 4—5 auffallend langen Borstenhaaren; auch die Hinter- 
schienen ziemlich auffällig beborstet. Flügel ziemlich glashell, quadrifaria 
n. sp. 9. 

Thorax und Hinterleib stark glänzend, rein schwarz, Acrostichalborsten 
höchstens hinten gedrängt vierreihig; Mittelschenkel nicht oder kürzer borsten- 
haarig. 28. 

28. Acrostichalborsten rückwärts deutlich vierreihig, ziemlich lang; die Flügel 
schwärzlichgrau, selten nur sattgrau; Vorderferse aussen etwas länger flaum- 
haarig als innen. Spitzenquerader so ziemlich bajonettartig gestellt. Hinter- 
schienen mit zwei ziemlich langen Borstenreihen. Cornicula Loev/. 1. 
Acrostichalborsten meist nur zweireihig, wegen ihrei' Kürze kaum sichtbar; 
Flügel glashell. Spitzenquerader wie bei voriger oder stark divergirend. 
Vorderferse überall äusserst kurz flaumhaarig; Hinterschienen nur sehr kurz 
gedörnelt. clypeata Meig. 2. 

29. Vorderschienen und Vorderfersen aussen mit zahlreichen sehr langen, starken 
Borstenhaaren besetzt. 30 a. 

Wenigstens die Vorderferse ohne sehr lange, starke Borstenhaare, höchstens 
mit kurzen Börstchen. 33. 

30 a. Thorax glänzend schwarz. Hinterschienen ausserordentlich lang kamni- 
förmig beborstet, pilosopectinata n. sp. 51 b. 
Thorax nicht glänzend schwarz. 305. 

30 b. Auch die Mittelschienen und die zwei folgenden Tarsenglieder sehr lang woll- 
haarig. Thorax schwarzgrau. Schwinger gelbweiss, Beine schmutzig gelb- 
braun, mit gegen das Ende dunkleren Tarsen, in f ans Zett. 
Mittelbeine nicht auffallend behaart. 31. 



Die östeireicliischcu Arten der Gattung Hilara Meig. 



93 



31. Hinterkopf imd Thorax ziemlich hell aschgrau. Acrostichalhorsten vier- 
reihig; die vorderen Beine fast ganz rothgelb, Hinterheine grösstentheils 
dunkel, matrona Hai. 51. 

Hinterkopf und Thoraxrücken dunkel braungrau oder braunschwarz. Acro- 
stichalhorsten zweireihig. 32. 

32. Schwinger rothgelb, nur stellenweise etwas verdunkelt. Das zweite Vorder- 
tarsenglied wenig verdickt, doppelt so lang als breit, nicht lang beborstet. 
Prothoraxstigma und der grösste Theil der Schenkel rothgelb, cilipes 
Meig. 53. 

Schwingerknopf ganz schwarzbraun; das zweite Tarsenglied ziemlich stark 
verdickt, wenig länger als breit, aussen mit einigen langen Borsten. Pro- 
thoraxstigma und gewöhnlich fast die ganzen Schenkel dunkel, spinimana 
Zett. var. spinigera m. 52. 

33. Grosse (mindestens 4 mm), durchaus sehr dunkle Arten mit schwarzem Ober- 
und Hinterkopf, fast immer dunklen Schwingern, kräftigen schwarzen Beinen, 
unpaarigen dunklen, aber oft undeutlichen Thoraxstriemen. 34. 

Kleinere Arten oder, wenn gross, heller gefärbt oder Beine nicht schAvarz, 
oder die dunklen Thoraxstriemen, wenn überhaupt vorhanden, paarig. 40. 

34. Flügel schwarzgrau; 4"5 — 6 mm. Thorax dunkelgrau, mit drei breiten schwarzen 
Striemen. Schwinger schwarzbraun, Hinterleib matt schwarz, lugubris 
Fall. 18. 

Flügel nicht schwarzgrau, höchstens grau oder bräunlich. 35. 

35. 6—7 mm. Stirne auffallend schmal, anfangs kaum so breit als die Basis des 
dritten Fühlergliedes. Schwinger meist rothgelb. Thorax nur mit einer 
breiten Strieme. Vorderferse wenig verdickt, so lang als die Schiene, angusti- 
frons n. sp. 23. 

Etwas kleinere Arten. Stirne doppelt so breit. Schwinger stets dunkel. 
Vorderferse kürzer und dicker. 36. 

36. Hinterschienen ganz ohne Spur von Borsten, höchstens mit etwas längeren 
feinen Wimpern zwischen den Flaumhaaren. Thorax von vorne gesehen fast 
schwarz, von seitwärts gesehen mit drei genäherten, schwarzen, scharf be- 
grenzten Striemen. Hinterleib weisslich behaart, maura Fbr. 17. 
Hinterschienen rückwärts mit einer deutlichen Borstenreihe. Die drei Thorax- 
striemen entfernter, schwach begrenzt, oft undeutlich. Hinterleib dunkel 
behaart. 37. 

37. Hinterleib mehr dunkelgrau als schwarz, deutlich bestäubt. Hypopygium 
gross, oft höher als das Leibesende; Vorderferse sehr stark verdickt. 38. 
Hinterleib glänzend schwarz, unbestäubt. Hypopygium kleiner, nicht höher 
als das Leibesende. Vorderferse weniger verdickt. 39. 

38. Hinterschienen rückwärts sehr stark beborstet; Vorderferse mit einigen längeren 
Borsten. Flügel grau oder bräunlich. Hinterleib meist deutlich flachgedrückt. 
pilosa Zett. 20. 

Hintersehienen nur schwach beborstet; Vorderferse ohne längere Borsten. 
Flügel glashell. Hinterleib nicht flachgedrückt, scrobiculata Loew. 21. 



94 



Gabriel Strobl. 



39. Vorderferse äusserst kurzflaiimig, ohne längere Borstenhaare. Schildchen vier- 
borstig. Borsten der Ringränder und Hinterschienen fein, dimidiata n. sp. 19. 
Voi'derferse aussen ziemlich lang behaart und dazwischen noch längere feine 
Borstenhaare. Schildchen wenigstens sechsborstig. Borsten der Ringränder 
und Hinterschienen ziemlich stark, interstincta Fall. 22. 

40. Die vier kahlen Streifen des Thorax bedeutend dunkler als die drei behaarten, 
ziemlich breit nnd scharf begrenzt, meist vollständig getrennt; wenn scheinbar 
nur zwei, so sind diese in der Mitte durch die damit fast verschmolzenen, 
beiderseits verkürzten Seitenstreifen doppelt so breit. Ausgereifte Beine immer 
dunkel. Schwinger licht oder dunkel. 41. 

Die vier kahlen Streifen nicht oder nur ganz vorne etwas dunkler, Thorax 
einfärbig oder die drei behaarten Streifen dunkler; wenn deutlich zwei- 
striemig, sind die Beine gelb. Beine und Schwinger bald licht, bald dunkel. 51. 

41. Mittelschenkel vorne mit dicht gedrängter, meist auffallend langer Reihe von 
Flaumhaaren; Mittelschienen und Mittelfersen aussen ebenfalls dicht, aber 
mässig lang kammartig flaumhaarig, ohne Borsten; Kopf und der ganze 
Körper bläulichgrau, Hinterleib schlank, weiss behaart. Acrostichalborsten 
hinten vierreihig; Hypopygium nicht gross, mit zwei feinen, gekrümmten 
Dornen, pubipes Loew. 29. 

Mittelschienen nicht auffallend kammartig flaumhaarig oder auch mit deutlichen 
Borsten. 42. 

42. Hinterleib weiss behaart, sogar die feinen Randborsten — wenigstens in 
gewisser Richtung — weiss, höchstens ganz rückwärts einige dunkle. Kopf 
und der ganze oder fast der ganze Körper weissgrau oder bläulichgrau. 
Hypopygium gross, mit vier geraden Dornspitzen. Vorderferse (ausgereift) 
fast walzenförmig, etwa um die Hälfte dicker als das Schienenende. 43. 
Hinterleib dunkler (wenigstens bräunlich) behaart, Randborsten in keiner 
Richtung weiss. Körperfarbe dunkler ; bei zweifelhaften Arten sind die Seiten- 
lamellen des Hypopygium lang dunkel behaart. 44. 

43. Thoraxrücken gebräunt. Vorderschienen aussen mit langen feinen Borsten- 
haaren; Acrostichalborsten lang, regelmäsig zweireihig; Hinterleib und Beine 
schlank, hirta Kow. i. litt. 30. 

Thorax nicht gebräunt; Vorderschienen aussen nur mit kurzen Borstenhaaren. 
Acrostichalborsten kurz, hinten unregelmässig 2 — 3-reihig, Hinterleib und 
Beine plump und ziemlich kurz, tetragramma Loew. 28. 

-44. Vorderferse wenig breiter als das kaum verdickte Schienenende ; Beine schlank, 
mit lichten Knieen, Schwinger licht. Acrostichalborsten regelmässig zwei- 
reihig; die vier dunklen Striemen ziemlich schwach, die mittleren genähert, 
die seitlichen öfters scheinbar mit denselben verschmolzen. 45. 
Vorderferse dick, wenigstens um die Hälfte breiter als das Schienenende; 
wenn schmal, so sind die Schwinger dunkel; Beine meist ziemlich plump. 
Acrostichalborsten zwei- oder vierreihig. 46. 

45. lieber 4 mm. Vorderschienen aussen ziemlich lang behaart, dazwischen 
deutliche, noch längere feine Borstenhaare; Vorderferse = % Schiene. 



Die österreichischen Arten der Gattung TlUara Meig. 



95 



Hypopygium massig gross. Adern schwarz. Hinterleib ziemlieh schlank. 
fuscipes Fbr. 41. 

3 mm. Vorderschicneu aussen nur kurz behaart oder nur mit undeutlich 
längeren Borstenhaaren; Vorderferse kaum = ^/s Schiene. Adern braun. 
Hinterleib plump mit meist sehr grossem Hypopygium. griseola Zett. 42. 

46. Grösser (4"5 plump. Ober- und Hinterkopf in jeder Richtung grau; 
Vorderferse fast so lang und doppelt so breit, als die Schiene, aussen etwas 
länger behaart. Beine sehr deutlich grau bereift; Hypopygium oben lang 
dunkel behaart, quadrivittata Meig. 31. 

Kleiner (höchstens 3'5 mm). Hinterkopf wenigstens von oben betrachtet 
grösstentheils mattschwarz, von rückwärts betrachtet oft stellenweise grau 
schimmernd. 47. 

47. Thoraxrücken grau, alle Striemen sehr deutlich, die mittleren entfernt. 
Acrostichalborsten von vorne an vierreihig; Beine glänzend schwarzbraun 
mit lichteren Knieen; Vorderferse äusserst kurz behaart. Oberkopf wenigstens 
theilweise grau. 48. 

Mittelstrienien sehr genähert, aber vom grauschwarzen oder braunschwarzen 
Grunde sich oft wenig abhebend. Acrostichalborsten überall zweireihig. 
Oberkopf fast ganz schwarz, Beine ohne deutlich lichtere Kniee. 49. 

48. Oberkopf und eine nach unten sich dreieckig verschmälernde Hinterhaupt- 
strieme bläulichgrau, letztere scharf schwarz begrenzt. Hinterleib schwarz- 
braun, Beine schlank, carinthiaca n. sp. 33. 

Hinterkopf und Oberhaupt mattschwarz, nur ein bis zum ersten Ocellenauge 
reichender, meist dreieckiger Stirnfleck grau. Hinterleib dunkelgrau, Beine 
plump. Beckeri n. sp. 32. 

49. Vorderschienen aussen nur niässig lang bewimpert, auch die Borstenreihen 
der Hinterschienen nur wenig länger, als die Flaumhaare. Die vier Thorax- 
striemen schaif und deutlich; Schwinger schwarzbraun, histriata Zett. 34. 
Vorderschienen aussen langflaumig, dazwischen 5 — 8 noch längere feine 
Borstenhaare. Striemen ziemlich undeutlich. 50. 

50. Schwinger weissgelb; Borstenhaare der Hinterschienen viel länger, als die 
Flaumhaare. Vorderferse aussen langflaumig, pilipes Zett.V {tanychira 
Kow. i. litt.). 36. 

Schwinger schwarzbraun ; Borstenhaare der Hinterschienen nur mässig länger, 
als die Flaumhaare. Vorderferse überall sehr kurzflaumig, brevivittata 
Zett. 35. 

51. Flügel milchweiss mit weissen Adern; Hinterleib weisstiaumig. Zarte, ganz 
hellgraue,. 2 mm grosse Art. Beine schwarzbraun mit lichten Knieen. nivei- 
pennis Zett. 37. 

(Anmerkung. Das noch unbekannte cT von lacteipennis Nr. 27 
wird sich durch kräftigen Bau, dicke Beine, die bedeutendere Grösse etc. 
analog dem $ leicht unterscheiden lassen.) 

Flügel nicht milchweiss, höchstens weisslich glashell; meist grössere Arten. 52. 



96 



Gabriel Strobl. 



52. Kleine, plumpe Arten mit kurzen, kräftigen Beinen und drei sehr deutlichen 
schwarzen Thoraxstriemen. 53. 

Schlanke, dünnbeinige oder grössere Arten. Thorax nie scharf dreistriemig, 
höchstens deutlich einstriemig oder undeutlich 2 — 3-striemig. 54. 

53. Thorax schwarzgrau mit drei sehr breiten, tiefschwarzen Striemen, einfachen 
Hinterschenkeln und ganz schwarzen Tarsen. 4mm. longevittata Zett. 
(die hellere Form; siehe Nr. 21). 11. 

Kleiner, bläulichgrau mit schmäleren Striemen; Hinterschenkel dick, unten 
mit Stachelborsten. Die ersten Glieder der Hintertarsen hell rothgelb. 
Braueri n. sp. 25. 

54. 4'5 mm. Hinterleib fast ganz rothgelb, Fühlerbasis rothgelb. AUe Schenkel 
und Schienen lang, dicht und fast wollartig behaart, ebenso die zwei ersten 
Glieder der Vordertarsen. abdominalis Zett. 

Hinterleib wenigstens oben grösstentheils dunkel, Fühlerbasis dunkel; wenn 
rothgelb, sind die Beine nicht wollartig behaart. 55. 

55. bnim; fast ganz silbergrau bereift. Dorsocentralborsten zweireihig, prui- 
7iosa Meig. 24. 

Dorsocentralborsten einreihig, Körper nicht silbergrau bereift. 56. 

56. 2 5 mm. Vorderbeine sehr kurz und plump, Vorderferse viel dicker und minde- 
stens so lang als die Schiene. Acrostichalborsten lang, zweireihig oder hinten 
vierreihig. Schwinger und Beine schwarzbraun; letztere ziemlich lang und 
reichlich behaart. 57. 

Grössere oder anders gebildete Arten. 58. 

57. Thoraxrücken fast kupferbraun. Acrostichalborsten regelmässig zweireihig. 
Hinterleib braunschwarz, schwarz behaart. Tiefii n. sp. 38. 

Der ganze Körper matt bläulichgrau. Aci'ostichalborsten meist hinten vier- 
reihig. Hinterleib lang gelb behaart, sartrix Becker. 39. 

58. 4:.mm oder darüber. Bauch grösstentheils gelb durchscheinend. Acrostichal- 
borsten 3 — 4-reihig, ziemlich lang. 59. 

Bauch nicht oder wenig gelb durchscheinend; wenn deutlicher, so kleinere 
Art. Acrostichalborsten wenigstens vorne deutlich zweireihig oder wenn mehr- 
reihig, sehr kurz. 62. 

59. Kaum 4 mm. Kopf ganz grau. Acrostichalborsten überall deutlich vierreihig. 60. 
Wenigstens 5 mm. 61. 

60. Thorax bräunlichgrau, fast immer mit ziemlich breiter dunkler Mittelstrieme. 
Vorderbeine theilweise, Hinterbeine fast ganz dunkel; Eandmal höchst un- 
deutlich, littorea Fall. 46. 

Thorax grau, ohne Rückenstrieme. Schenkel und Schienen fast ganz roth- 
gelb; Randmal dunkel, discolor Kow. i. litt. 49. 

61. Kopf und Thorax ziemlich hellgrau; Hinterleib stellenweise grau bestäubt 
mit weissgrauen Ringrändern. Fühlerwurzel theilweise rothgelb oder roth- 
braun; Vordertarsen ganz dunkel, heterogastra Now. 55. 



Die österreichischen Arten der Gattung Ililava Meig. 



97 



- Kopf schwarz, Thorax schwarzgrau. Hinterleib schwarzbraun, glänzend, un- 
bestäubt, ohne lichte Ringränder. Fühler ganz dunkel; Vorderferse gelbbraun. 
lurida Fall. 54. 

62. Beine mit Ausnahme der Kniee schwarz oder dunkelbraun. Randmal dunkel. 63. 
Wenigstens die Vorderbeine ganz oder grösstentheils rothgelb. 64. 

63. Circa 3 mm. Schwinger dunkel. Acrostichalborsten stellenweise mehrreihig. 
Vorderferse sehr plump, elliptisch, pseudosartrix n. sp. 40. 
Schwinger licht ; Vorderferse wenig breiter als das kaum verdickte Schienen- 
ende. Acrostichalborsten ziemlich lang, ganz regelmässig zweireihig. Hieher 
die striemenlosen Varietäten von fuscipes Fbr. und griseola Tie it. 
Siehe Nr. 45. 

64. Rückenschild glänzend dunkelgrau mit zwei undeutlich dunkleren Striemen. 
Schienen fast ganz braun; Schwingerknopf und Hinterleib schwarzbraun. 
Flügelgabel sehr lang und schmal. 65. 

Rückenschild matt; Hinterleib deutlich grau bereift. Schwinger hell; Gabel 
ziemlich kurz und breit. 66. 

65. Schenkel dunkel rothgelb bis grösstentheils braunschwarz. Fühler, Taster und 
Bauch dunkel, cinereomicans n. sp. 43. 

Schenkel, Fühlerwurzel, Taster und Bauch licht rothgelb. Mikii n. sp. (Dal- 
matien). 43 h. 

66. 2"5 — 3 mm. Beine schlank mit ganz dunklen Tarsen, fast ganz braunen oder 
schwarzbraunen Hinterschienen. 67. 

Wenigstens 4 mm. Beine kräftiger. Schienen höchstens gegen das Ende ge- 
bräunt. Randmal dunkel. 68. 

67. Hinterschienen mit Ausnahme der Basis schwarzbraun. Taster und Schwinger 
sehr licht; Randmal gelb, undeutlich. Thorax ungestriemt, Acrostichalborsten 
regelmässig zweireihig, canescens Zett. 48. 

Hinterschienen höchstens bräun. Taster und Schwinger öfters, Randmal 
immer dunkel. Acrostichalborsten vorne zwei-, hinten vierreihig. Thorax 
meist mit dunkler Mittelstrieme, manicata Meig. 47. 

68. Circa 4 mw. Schienen und Tarsenwurzeln hell. Vorderferse schwach verdickt, 
wenig kürzer, als die Schiene; Schenkel unter allen grauen, gelbbeinigen 
Arten die plumpesten. Acrostichalborsten ziemlich deutlich 3— 4-reihig, aber 
sehr kurz, gallica Fall. 50. 

Fast 5 mm. Schienen am Ende und Tarsen ganz dunkel, auch die Schenkel oben 
in der Spitzenhälfte bräunlich; Hinterleib dunkelbraun, obscuritarsis Zett.* 

Bestimmungstabelle der Weilbclien. 

1. Thorax und Hinterleib ganz oder grösstentheils rothgelb oder rothbraun, ebenso 
die Beine. 2. 

Wenigstens der Thorax von schwarzer Grundfarbe. 5. 

2. Wenigstens 4 mm. Hinterleib ganz licht gefärbt. 3. 
Höchstens 3 mm. 4. 

Z. B. Ges. B. XLII. Ahh. 13 



98 



Gabriel Strobl. 



3. Flügel graulich mit schwarzen Adern. Fühler fast ganz schwarz; Stirne sehr 
schmal. Thoraxrücken und Hinterleih nicht bereift, ganz oder fast ganz roth- 
gelb, flava Schiner. 56. 

Flügel weisslich mit sehr blassen Adern. Fühler fast ganz rothgelb; Stirne 
ziemlich breit. Thoraxrücken stark bläulichgrau bereift; Hinterleib bleich- 
gelb mit Perlmutterschimmer, magica Mik. 57. 

4. Kücken des Thorax und Hinterleibes von lichtgrauer Bereifung weissschim- 
mernd, Schwinger, Beine und der ganze Körper hell rothgelb; Kopf grau, 
Fühler grösstentheils dunkel, tenella ¥siU. 58. 

Fühler, Stirne, Schwingerknopf und Mitte des Eückenschildes schwarzbraun; 
Hinterleib braun mit gelben Einschnitten. Ephippium Scholtz.* (Nach 
Scholtz vielleicht = fasciata Meig. 9-) 

5. Thoraxrüeken von vorne gesehen ganz schwarz, höchstens mit feinen lichten 
Streifen; überhaupt meist ganz schwarz, selten von der Seite gesehen schwarz- 
grau mit drei breiten schwarzen Striemen. Stirne und Hinterko])f stets matt- 
schwarz ; Schwinger, Taster und Beine sehr dunkel, letztere meist mit lichten 
Knieen; höchstens 4 mm. 6. 

Thoraxrücken auch von vorne gesehen nicht schwarz, von der Seite gesehen 
deutlich grau, braun oder noch lichter; wenn schwarz, so sind die Beine oder 
Schwinger gelb. 25. 

6. Hinterschenkel stark verdickt, an der Spitze plötzlich ausgeschnitten ver- 
dünnt. 7. 

Hinterschenkel dünn, einfach, oder wenn ziemlich dick, nicht plötzlich aus- 
geschnitten verdünnt. 9. 

7. Vorderferse bedeutend dicker, als die folgenden Tarsenglieder; Flügel ganz 
glashell mit ziemlich blassen, höchstens braunen Adern, sulcitarsis n. sp. 15. 
Vorderferse nicht deutlich dicker, als die folgenden Tarsenglieder; Flügel 
deutlich, oft intensiv grau mit schwarzen Adern, 8. 

8. 3'5 — 4 mm. Acrostichalborsten äusserst kurz, unregelmässig dreireihig, Dorso- 
centralborsten unregelmässig zweireihig. Flügel schwächer grau oder fast 
glashell, nitidula Zett. 14. 

Kleiner. Acrostichalborsten länger, unregelmässig zweireihig, Dorsocentral- 
borsten einreihig. Flügel intensiv grau, femorella Zett. 14. 

(Anmerkung. Das unbekannte 9 ^on eumera Loew wird, wenn 
es überhaupt verdickte Hinterschenkel besitzt, durch schwarzgraue Flügel von 
nitidula zu unterscheiden sein.) 
9.2 mm. Ocellenhöcker deutlich. Beine einfach, fast nackt; Hinterschienen 
rückwärts kaum behaart, vorne mit äusserst kurzen, aufrecht abstehenden 
Wimpern. Discoidalzelle schmal verlängert, minuta Zeit. 13. 
Grösser oder doch mit anders behaarten Beinen und breit abgestutzter Dis- 
coidalzelle. 

10. Flügel milchweiss mit blassen Adern, tyrolensis.* (Analog dem cT be- 
schrieben.) 

Flügel nicht milchweiss, mit dunklen Adern. 11. 



Die österreichischen Arten der Gattung IlUara Meig. 



99 



11. Thorax ganz matt, sammtschwarz, wenigstens hinten licht gestriemt. 12. 
Thorax wenigstens massig glänzend, fast immer striemeulos. 13. 

12. 2 mm. Vier lichte Striemen über die Borstenreihen nur ganz hinten deut- 
lich. Schildchen 6— 8-borstig; nur die Hinterschienen schwach beborstet. 
simplicipes n. sp. 12. (Das unbekannte 9 von awomaZa Loew wird auch 
hier einzureihen sein.) 

Wenigstens 2"5 mm. Thorax mit zwei durchlaufenden feinen, lichten, glatten 
Mittelstriemen; von der Seite gesehen meist dunkelgrau mit drei breiten 
schwarzen Striemen. Schildchen vierborstig; auch die Vorderschienen be- 
borstet, longevittata Zett. 11. 

13. Hinterschierien ganz gerade, weder plattgedrückt, noch gegen das Ende deut- 
lich verdickt, höchstens an der Spitze etwas eingebogen. 14. 
Hinterschienen zt verdickt oder in der Mitte gekrümmt. 16 

14. Beine kurz und ziemlich dick, die drei mittleren Tarsenglieder fast gleich 
lang und meist dicker, als lang. Hinterschienen ganz ohne Borsten; Thorax 
schwach glänzend. Pinet07'um Zeit. 8. 

Beine dünn, ziemlich lang; die Tarsen lang, die drei mittleren an Länge 
abnehmend, aber alle deutlich länger als breit. Hinterschienen deutlich be- 
borstet; Thorax sehr glänzend. 15. 

15. Flügel schwärzlichgrau, selten bloss grau. Borstenreihen des Thorax und der 
Hinterschienen ziemlich auffallend. Cornicula Loew. 1. 

Flügel ganz oder fast ganz glashell. Borstenreihen des Thorax und der 
Hinterschienen kurz und schwach, clypeata Meig. 2. 

16. Hinterschienen ganz gerade, von der Mitte an deutlich und genau walzen- 
förmig verdickt, an der Spitze nicht verschmälert, auf der Rückseite ganz 
ohne Borsten. Hinterleib weisslich behaart; 3 5 — 4'5 mm. 17. 
Hinterschienen etwas gekrümmt und plattgedrückt oder in der Mitte spindel- 
förmig verdickt und beiderseits verschmälert; gewöhnlich 2"5 mm. 18. 

17. Thoraxrücken durchaus glänzend schwarz. Dorsocentralborsten unregelmäsig 
einreihig. Hinterleib und Beine sehr kurz und ziemlich spärlich behaart, 
glänzend, diversipes n. sip. 16. 

Thorax höchstens von vorne betrachtet schwarz ; von seitwärts oder rückwärts 
deutlich dunkelgrau mit drei breiten schwarzen Striemen. Dorsocentral- 
borsten mehrreihig. Hinterleib und Beine ziemlich auffallend flaumhaarig. 
maura Fbr. 17. 

18. Flügel fast schwarz, Hinterleib ganz matt. Schienen im Basaldrittel dünn, 
dann auffallend keulig verdickt und gekrümmt, zuletzt wieder etwas ver- 
schmälert. 3 — 4 mm. nig r in a Y-^ll. 5 &. 

Flügel lichter, Hinterschienen gewöhnlich anders gebildet. 19. 

19. Beine ganz schwarz. Hinterschienen nur am Ende etwas nach einwärts 
gekrümmt, rückwärts ganz ohne Borsten. Pinetorum Zett. 8. 

Beine fast immer mit lichten Knieen. Hinterschienen in der Mitte nach 
auswärts gekrümmt, wenigstens mit kurzen Borsten zwischen den Flaum- 
haaren. 20. 

13* 



100 



Gabriel Strobl. 



20. Thorax ganz einfarbig, glänzend. Hinterleib matt oder fast matt. Acro- 
stichalborsten zweireihig. Hinterschienen nicht auffällig gebildet. 21. 
Auch der Hinterleib deutlich glänzend; wenn der Glanz schwach, so Thorax 
lichtstriemig oder Acrostichalborsten vierreihig oder Hinterschienen auf- 
fällig gebildet. 22. 

21. Thorax sehr stark glänzend. Hinterleib flachgedrückt. Vorderferse nur = 
V4 — Vs Schiene. Beine und besonders Tarsen kurz und dick. chorica¥a\\. 
Thorax mässig glänzend, Hinterleib nicht flachgedrückt. Vorderferse = 
V2 Schiene. Beine und Tarsen schlank, pseudochorica n. sp. 4. 

(Anmerkung. Sollte ein 9 mit keinem von 13—21 stimmen, ver- 
gleiche man die Beschreibung von lasiochira ^f. 5.) 

22. Thorax und Hinterleib ziemlich schwach glänzend. Hinterschienen nur schwach 
breitgedrückt, in der Mitte gekrümmt, an der Spitze nicht oder kaum verengt. 23. 
Hinterschienen sehr autfällig spindelförmig erweitert, beiderseits deutlich 
verschmälert. 24. 

23. Acrostichalborsten überall deutlich vierreihig, ziemlich lang. Thorax schmutzig 
schwarzbraun ohne deutliche Striemen. Beine schlank mit dünnen Tarsen 
und sehr deutlicher Beborstung. quadrifaria n. sp. 9. 
Acrostichalborsten zweireihig, äusserst kurz. Thorax tiefschwarz mit zwei 
feinen, lichten, vorne verkürzten glatten Striemen. Beine plumper, die 
mittleren Tarsenglieder nicht länger, als breit; sogar die Hinterschienen nur 
schwach beborstet, bivittata Zeit. 7. 

24. Thorax sehr stark glänzend. Hinterschienen vor dem Ende unregelmässig 
und stark spindelförmig verdickt, am Ende stark verschmälert. Hinterschenkel 
einfach. Hystrix n. sp. 6. 

Thorax nur schwach glänzend. Hinterschienen noch viel auffälliger verbreitert, 
die dickste Stelle fast == ^/s der Schienenlänge, aussen sehr convex. Hinter- 
schenkel stark und gekrümmt, pectinipes n. sp. 10. 

25. Wenigstens 4 mm; sehr dunkel gefärbt mit dunklen Tastern, tiefschwarzem 
Ober- und Hinterkopf, kräftigen schwarzen Beinen (nur Kniee meist rothgelb), 
fast immer dunklen Schwingern und unpaarig dunklen, oft undeutlichen 
Thoraxstreifen. 26. 

Kleiner oder, wenn gross, lichter gefärbt oder Beine nicht ganz schwarz 
oder die dunklen Striemen paarig. 32. 

26. 5 — 6 mm. Flügel schwarzgrau mit starken Nerven, Thorax dunkelgrau mit 
drei scharf begrenzten, gleichbreiten schwarzen Striemen. Behaarung ganz 
dunkel. Hinterschienen einfach, luguhris Fall.* 18. 

Flügel nicht schwarzgrau oder kleinere Arten. 27. 

27. Hinterschienen gerade, gegen die Spitze deutlich walzenförmig verdickt, an 
der Spitze nicht verschmälert. 28. 

Hinterschienen nicht so verdickt, höchstens der ganzen Länge nach etwas 
plattgedrückt. 29. 

28. Hinterschienen ganz ohne Borsten. Hinterleib weisslich behaart. Thorax 
mit drei scharf begrenzten genäherten dunklen Striemen, maura Fbr. 17. 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



101 



Hinterschienen deutlich beborstet, Hinterleib dunkel behaart. Thorax schwarz- 
grau und dreistrieniig, aber die Seitenstriemen ziemlich schmal und oft 
undeutlich. Circa 4: mm. Flügel rein grau. Hinterschienen in der Spitzen- 
hälfte doppelt so dick, als in der Basalhälfte. dimidiata n. sp. 19. 

29. lieber 5 mm. Stirne sehr schmal, anfangs nur wenig breiter, als die Basis 
des dritten Fühlergliedes. Thorax höchstens mit einer breiten dunklen 
Strieme. Hinterleib silbergrau bereift; Schwinger meist rothgelb, angusti- 
frons n. sp. 23. 

Selten 5 mm. Stirne doppelt so breit, Hinterleib nicht licht bereift, Schwinger 
dunkel. Thorax meist dreistriemig. 30. 

30. Hinterleib glänzend schwarz, unbestäubt, nicht flachgedrückt. Flügel ge- 
bräunt. Hinterschienen etwas plattgedrückt und gekrümmt, interstincta 
Fall. 22. 

Hinterleib immer deutlich grau bestäubt, schwarzgrau, meist deutlich flach- 
gedrückt. 31. 

31. Hinterschienen ganz einfach, dünn und gerade. Flügel grau oder bräunlich. 
pilosa Zett. 20. 

Hinterschienen etwas gekrümmt und breitgedrückt. Flügel fast glashell. 
scrohiculata Loew. 21. 

32. Die vier kahlen Thoraxstreifen bedeutend dunkler, als die drei behaarten, 
ziemlich breit, scharf begrenzt, meist ganz getrennt; wenn scheinbar nur 
zwei, so sind diese in der Mitte durch die damit verschmolzenen, beiderseits 
verkürzten Seitenstreifen doppelt so breit. Ausgereifte Beine immer ganz 
dunkel (meist mit lichten Knieen). {argyrosoma mit ebenfalls ziemlich deut- 
lichen vier Striemen unterscheidet sich durch silberweissen Hinterleib.) 33. 
Die kahlen Streifen nicht oder nur vorne etwas dunkler. Thorax also db 
einfärbig oder die drei behaarten Streifen dunkler; wenn deutlich zweistriemig, 
sind die Beine licht. 44. 

33. Körper weissgrau oder bläulichgrau, Kopf grau, nirgends tiefschwarz. Hinter- 
leib ganz weiss behaart; wenn die Körperfarbe zweifelhaft, so sind die Hinter- 
schienen gerade. 34. 

Körper dunkelgrau oder dunkelbraun. Hinterleib dunkler behaart; in zweifel- 
haften Fällen sind die Hinterschienen gekrümmt. 36. 

34. Eückenschild in der Mitte gebräunt. Acrostichalborsten ganz regelmässig 
zweireihig, ziemlich lang. Hinterschienen gerade, sehr dünn. Kniee nicht 
oder nur undeutlich lichter. Jiirta Kow. i. litt. 30. 

Eückenschild nicht gebräunt. Acrostichalborsten wenigstens hinten mehr- 
reihig, sehr kurz. Kniee lichter. 35. 

35. Hinterschienen etwas breitgedrückt, dick, aber fast ganz gerade, tetra- 
gramma Loew. 28. 

Hinterschienen stark breitgedrückt, hin und her gebogen, besonders in der 
Mitte deutlich gekrümmt, puhipes Loew. 29. 

36. Acrostichalborsten äusserst kurz, entfernt unregelmässig zwei- oder deutlich 
vierreihig. Mittelstriemen entfernt. Thoraxrücken rein grau, höchstens etwas 



102 



Gabriel Strobl. 



bräunlich, scharf vierstriemig. Hinterschienen etwas breitgedrückt und ge- 
bogen. Beine ziemlich kräftig. 37. 

Acrostichalborsten nicht besonders kurz, bisweilen sogar ziemlich lang, deutlich 
genähert zweireihig. Mittelstriemen genähert; Striemen oft wenig scharf. 
Beine dünner. 39. 

37. Wenigstens 3*5 mm. Ober- und Hinterkopf grau, Beine deutlich grau be- 
reift. Acrostichalborsten entfernt und unregelmässig 2— 3-reihig. quadri- 
vittata Meig. 31. 

Selten über 3 mm. Hinterkopf grösstentheils tief schwarz (wenigstens von 
oben betrachtet): Beine nicht oder schwach bereift. 38. 

38. Scheitel und Hinterkopf tief schwarz. Beine schwarz, mässig glänzend mit kaum 
lichteren Knieen. Acrostichalborsten deutlich vierreihig. Beckeri n. st^. 32. 
Scheitel und ein anstossendes Dreieck des Hinterhauptes bläulichgrau. Beine 
dunkelbraun mit breit lichten Knieen, sehr glänzend. carinthiaca 
n. sp. 33. 

39. Wenigstens 3 mm. Hinterhaupt grau, höchstens schwarzgrau; Thoraxrücken 
grau, höchstens etwas grünlich oder bräunlich. Beine lang, dünn, meist mit 
lichten Knieen. 40. 

Meist kleiner. Ober- und Hinterkopf tiefschwarz. Thoraxrücken sehr dunkel, 
grauschwarz oder braunschwarz. Beine kürzer und dicker, ganz dunkel- 
braun. 42. 

40. Die vier Striemen sehr scharf, vollkommen getrennt. Kniee nicht deutlich 
lichter, hirta Kow. (vide Nr. 34). 30. 

Die Striemen ziemlich undeutlich, besonders die äusseren. Kniee lichter. 41. 

41. Fast 4 mm. Schüppchen braun, Adern schwarz, Hinterschienen dünn und 
ganz gerade, fuscipes Fhr. 41. 

Höchstens 3 mm. Schüppchen rothgelb, Adern braun, Beine sehr dünn, nur 
die Hinterschienen etwas breitgedrückt und gekrümmt, griseola Zett. 42. 

42. Kaum 2mm. Schwingerknopf hellgelb. Rückenschild schwarzbraun, pilipes 
Zett.? {tanychira Kow. i. litt.). 36. 

Wenigstens 2"5 mm. Schwingerknopf schwarzbraun, nur bei einer sehr seltenen 
Varietät der histriata rothgelb. 43. 

43. Die vier Rückenstriemen scharf, schwarz, breit. Thorax braungrau; Hinter- 
beine plump, histriata Zett. 34. 

Die Rückenstriemen schwach, oft undeutlich. Thorax meist ziemlich rein 
grau; Hinterbeine nicht plump, hrevivittata Zett. 35. 

44. 2*5— 3 mm. Thoraxrücken schwarz oder schwarzgrau. Beine sehr zart, ganz 
oder grösstentheils licht. Hinterleib meist dunkel, aber Bauch blass. 45. 
Grösser oder Thorax lichter. 48. 

45. Stirne ganz schwarz. 46. 

Stirne grau. Beine ganz bleich, höchstens stellenweise braun; nur Tarsen 
dunkler. 47. 

46. Beine gelbbraun. Thorax glänzend schwarz, Hinterleib gelbbraun, Hinter- 
beine einfach, aber auffallend lang gewimpert. pilosopectinata u. sp. 



Die östoi reicbischen Arten der Gattung ITUara Meig. 



103 



Spitze der Hinterschenkel und die keuligeu Hinterschienen mit Ausnahme 
der Basis schwarz, cuneata Loew. * 

47. Thorax glänzend schwarz. Circa Snim. flavipes Meig, 45. 
Thorax matt grauschwarz. Circa 2 h mm. gracilipes Boh.* 

48. Flügel milchweiss mit weissen oder gelblichen Adern. Hinterleib weiss- 
flaumig. Kleine, hellgraue Arten. 49. 

Flügel höchstens weisslich glashell. Adern dunkler. 50. 

49. 2 mm. Weissgrau, Thorax ungestriemt. Hinterschienen dünn, niveipennis 
Zeit. 37. 

Grösser, bläulichgrau. Thorax ein- oder schmal dreistriemig. Hinterschienen 
ziemlich breitgedrückt, gekrümmt und gefurcht, lacteipennis n. sp. 27. 

50. Thoraxrücken glänzend grau, ziemlich deutlich zweistriemig. Schenkel wenig- 
stens theilweise blass. 51. 

Thorax matt oder nicht grau. 53. 

51. Bauch und Beine gelb, bisweilen der ganze Hinterleib rothgelb. Hinterränder 
der Einge weissgelb. Eandmal sehr blass. cingulata Dlb. 44. 
Schienen dunkel. Hinterleib ohne weisse Ringe. Eandmal dunkel. 

52. Hinterleib und Fühler schwarz. Beine und Taster grösstentheils dunkelbraun. 
cinereomicans 43. 

Hinterleib, Schenkel, Taster und Fühlerwurzel hell rothgelb. (Dalmatien.) 
Milcii 43 &. 

53. Thorax schwarzgrau mit drei breiten, tiefschwarzen Striemen. Kopf, Schwinger 
und Beine schwarz, longevittata Zett. (die hellere Form; siehe Nr. 12). 11. 
Thorax anders gefärbt. 54. 

54. Hinterleib gelbbraun, die Fühlerwurzel ganz oder grösstentheils rothgelb. 55. 
Hinterleib wenigstens oben dunkel, Fühler meist ganz schwarz. 56. 

55. Hinterleib perlmutterglänzend. Eandmal dunkelbraun, scharf begrenzt. Scliwin- 
gerknopf wenigstens theilweise dunkel, heterogastra l^ov. 55. 
Schwinger bleich. Hinterleib ohne? Perlmutterglanz, abdominalis Zett.* 
($ wird sich schwer von heterogastra unterscheiden lassen). 

56. Thoraxrücken sehr dunkel braungrau oder schwarzgrau; meist wenigstens 
4 wm. 57. 

Thorax hellgrau oder weissgrau; meist kleiner. 60. 

57. 4'5 mm. Beine meist fast ganz schwarz, nur Hüften und Schenkelstriemen 
deutlich rothgelb. Schwingerknopf dunkel. Zweiter Eing seitwärts mit 
deutlicher, dunkler, angedrückter Haarbürste, spinimana Zett. var. spini- 
gera m. 52. 

Beine lichter, braun bis gelb. Zweiter Eing ohne auffallende Haarbürste. 58. 

58. Kaum 3 mm. Schwinger weisslich; Beine schmutziggelb, fast nackt. Tarsen 
und Schienenspitzen dunkel. Körper schwarzgrau, infans Zett.* 
Wenigstens 4 mm. Schwinger nicht weisslich. 59. 

59. Vorderferson und Schienen höchstens braun, meist lichter. Prothoraxstigma 
und Schwingerknopf dunkel, lurida Fall. 54. 



104 



Gabriel Strobl. 



Tarsen ganz, Schienen grösstentheils schwarz oder dunkelbraun. Prothorax- 
stigma und Schwingerknopf rothgelb, letzterer nur stellenweise etwas ver- 
dunkelt, cilipes Meig. 53. 

60. Hinterleib braungelb bereift. Thorax mit drei braunen Striemen; alle Borsten- 
reihen mehrreihig, pruinosa Me'ig. 24. 

Hinterleib nicht braungelb bereift. Dorsocentralborsten nur einreihig. 61. 

61. Hüften und Beine dunkel (nur Kniee licht). 62. 

Vorderbeine wenigstens theilweise und immer auch die Vorderhüften roth- 
gelb. 66. 

62. Hinterleib silberweiss bereift; Kopf und Thorax weissgrau. Thorax bisweilen 
mit vier ziemlich deutlich dunkleren Striemen. Acrostichalborsten äusserst 
kurz, unregelmässig zweireihig, argyrosoma n. sp. 26. 

Hinterleib nicht silberweiss; wenn weisslich, Acrostichalborsten deutlich vier- 
reihig. 63. 

63. Hinterschienen dünn und ganz gerade. 64. 
Hinterschienen etwas breitgedrückt und gebogen. 65. 

64. 2"5 mm; matt hechtgrau. Schwinger dunkel; Hinterleib ganz blass behaart, 
sehr spitz. Acrostichalborsten unregelmässig zwei-, stellenweise 3 — 4-reihig. 
sartrix Becker. 39. 

Nur 2 mm. Hinterleib ziemlich dunkel behaart; ganz stumpf, pseudo- 
sartrix n. sp. 40. 

Wenigstens 3"5 mm. Schwinger hellgelb. Acrostichalborsten regelmässig zwei- 
reihig, fuscipes Fall, (die Varietät mit ungestriemtem Thorax; siehe 
Nr. 41). 41. 

65. 2 5 — 3 mm. Hinterleib braungrau, matt, deutlich bereift. Schüppchen roth- 
gelb. Schwinger licht, Flügel graulich, griseola Zett. var. nigritarsis 
Zett. (die striemenlose Form). 42. 

2 mm. Hinterleib schwarzbraun, glänzend, unbereift. Schüppchen und Schwin- 
ger dunkelbraun; Flügel weisslich glashell. Thorax mit ziemlich deutlichen, 
fast kupferrothen Striemen. Tiefii n. sp. 38. 

66. Vorderschenkel dunkel gestreift oder fast ganz dunkel; überhaupt die Beine 
grösstentheils dunkel, ebenso der Schwingerknopf. 67. 

Vorderbeine mit Ausnahme der Tarsen rothgelb, die Schenkel höchstens 
schwach dunkel gestreift; Beine nie grösstentheils dunkel. 68. 

67. Acrostichalborsten überall vierreihig; Eandmal äusserst undeutlich. Kopf, 
Thorax und Hinterleib weissgrau, littorea Fall. 46. 
Acrostichalborsten vorne zweireihig, hinten vierreihig; Randmal dunkel. 
Körper dunkler grau, manicata Meig. 47. 

68. Taster sehr dunkel. 4—5 mm. Beine ganz rothgelb, plump; nur die Tarsen 
dunkel, gallica Fall. 50. 

(Anmerkung. Das ebenfalls grosse, noch unbekannte 9 "^^n ohscuri- 
tarsis Zett. dürfte sich analog dem von gallica unterscheiden.) 
Taster immer rothgelb. Kleinere Arten mit schlanken Beinen. 69. 

69. Acrostichalborsten wenigstens vorne regelmässig zweireihig. 70. 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



105 



Acrostichalborsten überall regelmässig vierreiliig; Taster rothgelb. 71. 

70. Acrosticbalborsten ganz regelmässig zweireihig. Hinterschienen etwas breit- 
gedrückt und gekrümmt, mit Ausnahme der schmalen Basis schwarz. Kand- 
mal undeutlich, canescens Zett. 48. 

Acrostichalborsten hinten vierreihig. Hinterschienen nicht glänzend schwarz. 
Randmal dunkel, manicata Meig. (die Varietät mit fast ganz lichten 
Beinen). 47. 

71. Schwinger und Hinterbeine dunkel. Thorax ziemlich dunkelgrau, matrona 
Hai. 51. 

Schwinger und Hinterbeine rothgelb. Thorax aschgrau, discolor Kow. 
i. litt. 49. 



I. Grupi}e der Hilara chorica Fall. 

Durchwegs sehr kleine, aber ziemlich kräftige, kurzbeinige Arten mit tief- 
schwarzem Kopf, Thorax und Hinterleib, sehr dunklen Schüppchen, Schwingern 
und Beinen, dunkler Behaarung, schwarzen Adern, sehr dunklem Eandmale, 
meist vier-, seltener 6 — 8-borstigem Schildchen, meist zweireihigen Acrostichal- 
und einreihigen Dorsocentralbörstchen. (Der stets lichtere Eindruck vor dem 
Schildchen und die meist schmal lichten Kniee wurden oft übergangen.) 

A. Hinterschenkel nicht verdickt, Schildchen vierborstig. 
(Nur bei einer Art sechsborstig.) 

1. Comicula Loew, Berliner Entom. Zeitschr., 1873, Nr. 31. 

lugtihris Meig., III, 10 (höchst wahrscheinlich, wenigstens stimmt die 
allerdings äusserst kurze Beschreibung des einzigen 9 [tiefschwarze Farbe, schwärz- 
liche Flügel, die Grösse, die gerade Spitzenquerader] vollständig; M eigen er- 
hielt das 9 ''^on Wiedemann, also sehr wahrscheinlich aus Oesterreich, wo die 
Art gemein ist. Der Name ist aber schon von Fall, an eine andere Art vergeben). 

chorica Schiner, Fauna, I, 115 (da Schiner schwärzliche Flügel, glänzend 
schwarzen Körper, dickes Hypopygium, Grösse und „gemein an Waldbächen" 

angibt) und Sammlung!, Strobl, 1880, „Dipterologische Funde um Seitenstetten", 
nicht Fall. 

3 — 3 5 mm. Ätra, nitidissima, ohscure pilosa, halterihus pedibusque 
ohscuris, thoracis dorso pedibusque distincte setosis, alis nigricantibus, femori- 
bus simplicibus, scutello setis 4. 

Hypopygio majusculo, metatarsis anticis cylindrico-ovalibus, breviter, 
extus longius pubescentibus. 

9 • Tibiis et tarsis simplicibus. 

Stirne ziemlich breit," nebst Hinterkopf sammtschwarz, matt. Thorax- 
rücken sehr glänzend schwarz, aber hie und da etwas grau bereift; Brustseiten 
dunkelgrau. Die unregelmässig vorne 2 — 3-, hinten vierreihigen Acrostichal- 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 14 



106 



Gabriel Strobl. 



börstclien und die einreihigen Dorsocentralbörstchen von ziemlich auffallender 
Länge. Hinterrand des Schildchens mit vier Borsten, die mittleren länger. Hinter- 
leib ebenfalls sehr glänzend, schwarz, die Haare und die längeren Marginal- 
börstchen der Einge schwarz. Beine ziemlich lang dunkel behaart und deutlich 
beborstet; besonders die Vorderschienen aussen mit ziemlich langen feinen Haaren 
und dazwischen mit einigen noch etwas längeren feinen Borsten. Die Hinter- 
schienen deutlich zweireihig (aussen und rückwärts je eine Keihe) beborstet; alle 
Schienen auch mit Apicalbörstchen. Hinterschenkel nicht verdickt. Flügel meist 
schwärzlichgrau, seltener nur grau, schwarzaderig; Stigma deutlich, langgestreckt, 
schwarzgrau. Analader sehr fein und verkürzt. Die Gabel ziemlich lang und 
schmal; die obere Zinke entspringt meist beinahe rechtwinkelig, biegt sich 
nahe dem Ursprünge und verläuft fast gerade, wenig divergirend, etwa zur Mitte 
zwischen der Mündung der zweiten und dritten Längsader, ist also fast bajonnet- 
artig; manchmal allerdings ist der Ursprung ziemlich spitzwinkelig oder die 
Divergenz eine bedeutende. 

cT- Hypopygium ziemlich gross, geschlossen, seitlich stark zusammen- 
gedrückt, oben und unten ziemlich schneidig, so hoch oder höher, als der Hinter- 
leib und demselben fest angedrückt, fein und kurz behaart; nur am oberen 
Vorderrande etwas längere schwarze Haare. Vorderferse cylindrisch-oval, etwa 
= ^/s Schiene = vier folgende Tarsenglieder, kaum doppelt so dick, als das 
Schienenende. Behaarung sehr kurz, nur an der Aussenseite bedeutend länger; 
hier auch meist 1—2 längere feine Borsten. 

9- Ganz wie das Männehen, nur durch die einfachen, etwas kürzer be- 
haarten und beborsteten Beine und den zugespitzten Hinterleib verschieden. Die 
Vorderferse dünn, — Schiene = die drei folgenden Tarsenglieder; die Tarsen- 
glieder zusammen länger, als die Schiene. Hinterschienen nicht verdickt. Be- 
borstung des Thoraxrückens und Hinterleibes kaum kürzer als beim (f. 

Anmerkung. Unreife Exemplare besitzen oft braune bis gelbbraune 
Beine, solche 9 oft auch braunen Hinterleib und grauliche Flügel. Thorax- 
rücken bisweilen mit deutlichen schmalen grauen Striemen zwischen den Borsten- 
reihen. 

Die Beschreibung Loew s stimmt so genau, dass an der richtigen Be- 
stimmung kein Zweifel ist. 

Im Bachnathale an der unteren Donau von Kowarz entdeckt (Verhandl. 
der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1873, S. 457) ; gemein an Waldbächen 
Oesterreichs, besonders um Seitenstetten; in der Sammlung Sc hiner 's zahlreiche 
cT und 9- In Steiermark bis 1000 w selten; auch aus Kärnten erhielt ich 
durch Prof. Tief (Tschinowitsch bei Villach) nur ein einziges . In Tirol um 
Bozen, Nauders (1. Becker!); in Ungarn bei Hajos und Keczel (1. Thalham- 
mer!), auch am Albula-Pass und zu St. Moritz in der Schweiz und häufig in 
Schlesien um Liegnitz, Hummel (1. Becker!). 

2. clypeata Meig'., III, 4!; Zett., Dipt. Scand., 356; Schiner, Fauna, 
I, 114 (nach der Beschreibung; in der Sammlung aber steckten cÄonm, 2)smc7or 
chorica und Cyrtoma spurium). 



Die Österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



107 



SimilUma Corniculae: differt alis hy aUnis, thorace pedibusque vix 
setosis. cT. Hypopygio minore, metatarso antico brevissime pubescente. 

3— 3'5 mm. Die massig breite Stirne und der Hinterkopf sammtschwarz, 
matt. Thoraxrücken und Hinterleib glänzend schwarz, Brustseiten dunkelgrau. 
Thoraxrücken, Hinterleib und Beine wenigstens beim cT fast nur mikroskopisch 
bräunlich behaart, beim 9 meist etwas deutlicher; nur an den Hüften und 
Hinterbeinen sind die Haare deutlich, auch die weissliche Behaarung des Unter- 
kopfes beim 0' ziemlich auffallend. Die Börstchenreihen des Thoraxrückens beim 
gewöhnlich sehr undeutlich, äusserst kurz, beim 9 bisweilen bedeutend länger, 
aber doch noch auffallend kürzer, als bei Cornicula. An den schlanken Beinen 
sind nur die Apicalbörstchen der Schienen, die Börstchen an der Vorderseite der 
Mittelschenkel, die- an der Ober- und Unterseite der nicht verdickten Hinter- 
schenkel und an der Aussenseite der Hinterschienen ziemlich deutlich, aber fein; 
die übrige Behaarung äusserst kurz. Die Flügel sind graulich glashell oder 
ganz glashell, schwarzaderig; die Spitzenquerader entspringt spitzwinkelig und 
divergirt meist stark, öfters auch ziemlich wenig, je nachdem ist sie kürzer 
oder länger, als bei Cornicula. 

cf. Hypopygium klein, geschlossen, angedrückt, gleichsam das stumpfe, 
zusammengedrückte Ende des Hinterleibes, fast kahl; wenn es etwas zurück- 
geschlagen ist, sieht man an jeder der nach oben verbreiterten, schief abgestutzten, 
trapezartigen Seitenlamellen einen kurzen, gekrümmten Dorn, ziemlich lange, 
schwarze Bewimperung und den zwischen den Lamellen wagrecht nach vorne 
vortretenden, an der Basis dicken, glänzend schwarzen, an der Spitzenhälfte 
äusserst dünnen, gelbbraunen Penis. Vorderschienen einfach, wenig gegen die 
Spitze verdickt; Vorderferse dick, überall äusserst kurzflaumig, bei unreifen 
dreimal so breit, als das Schienenende, breitelliptisch, gebogen, convex-concav, 
bei ausgereiften nur zweimal so breit, länglich, gerade, beiderseits zusammen- 
gedrückt, etwa = ^/g Schiene = drei folgende Tarsenglieder; alle Tarsenglieder 
mindestens so lang, als breit. 

9 • Ganz wie das (j^, aber alle Beine einfach, noch schlanker. Hinterschienen 
gerade, nicht verbreitert. Der Thoraxrücken meist weniger glänzend, stellenweise 
sparsam grau bestäubt, die Börstchenreihen desselben oft deutlich länger, als 
beim ^f. Vorderferse dünn ■= V2 Schiene — 3 Tarsenglieder ; alle Tarsenglieder 
mindestens so lang als breit. 

Von dieser Art kommen zwei gut unterscheidbare Formen vor: 

a) brevifurca m. ^T, 9 kurzer, breiter, stark divergirender, 

stumpferer Gabel, kaum sichtbaren Börstchenreihen des Thoraxrückens und 
äusserst kurz bewimperten Seitenlamellen des Hypopygium. 

bj longifurca m. ^T, 9 ziemlich langer, spitzwinkeliger, wenig 

divergirender Gabel, länger bewimperten Seitenlamellen des männlichen Hypo- 
pygium und — besonders beim 9 — längeren Börstchenreihen des Thoraxrückens, 
die nur wenig hinter denen von Cornicula zurückstehen. Doch lassen sich diese 
zwei Formen nicht immer leicht unterscheiden; letztere Form ist clypeata Zett., 
da er den Thorax „conspicue pilosus'^ nennt. 

14* 



108 



Gabriel Strobl. 



Von der sehr ähnlichen femorella und nitidula Zett. unterscheidet sich 
clypeata leicht durch die dünnen Hinterschenkel, von hivittata durch die bedeu- 
tendere Grösse, den stärkeren Glanz, den nicht striemenartig bereiften Thorax, 
die deutlich beborsteten Hinterschienen, besonders aber durch die viel schlankeren 
Beine. Von Cornicula unterscheidet sich die erste Form ebenfalls leicht durch 
die Form der Gabel, die viel kürzere, oft äusserst kurze Thoraxbeborstung und 
überhaupt viel kürzere Behaarung, durch glashelle Flügel. Die zweite Form, 
die in Gabelform und Thoraxbeborstung sich der Cornicula auffallend nähert, 
unterscheidet sich besonders durch glashelle Flügel, das auch durch die 
überall äusserst kurzflaumige Vorderferse; unreife 9 der Cornicula aber lassen 
sich vom 9 der zweiten Form nur sehr schwer unterscheiden; am sichersten 
noch durch die kürzere Beborstung. 

An Flüssen, Bächen, Teichen, Seen, auf Sumpfwiesen, bisweilen auch auf 
vom Wasser entfernten Gebüschen, besonders in Gebirgsgegenden Oesterreichs, 
Kärntens und Steiermarks nicht häufig, bis 1500 m. Um Bozen und Guttenstein 
2 cT (1- Becker!); in Ungarn um Hajos, Kalocsa etc. nicht selten (1. Thalham- 
mer!). Auch um St. Moritz in der Schweiz (1. Becker als pinetorum Zett. 19)- 
Mai bis August, in Ungarn auch schon im April. 

3. cJiorica Fall., Zett., Dipt. Scand., I, 357; Meig., III, 4; Tief, 
Progr., 1887, S. 26; non Schiner, I, 115, nec Strobl, Progr., 1880, S. 10; 
nana Mcq., Meig., VII, 80. 

2 — 2' 7 mm. Atra, ohscure pilosa, thoracis dorso nitidissimo, dbdomine 
opaco, halteribus pedihusque ohscuris, thoracis dorso et tibiis posticis hreviter 
setosis, femorihus simplicibus, scutello setis 4, alis ohscure cinereis. 

Tibiis anticis brevibus, incrassatis, metatarso antico fere quadrato, 
brevissime puberulo, setis 1 — 2 longioribus. 

9 • Pedibus brevibus, crassiusculis, tibiis posticis subdilatatis, incurvis. 

cf, 9- Stirne ziemlich breit, nebst Hinterkopf sammtschwarz , matt. 
Thoraxrücken äusserst glänzend, ganz unbestäubt, Brustseiten bläulichgrau, Hinter- 
leib ganz matt, sammtschwarz. Die deutlich zweireihigen Acrostichalbörstchen 
und einreihigen Dorsocentralbörstchen fast so lang, als bei Cornicula. Schildchen- 
borsten vier, die mittleren länger. Hinterleib mässig kurz behaart mit nur ganz 
feinen Marginalbörstchen ; Behaarung des ganzen Körpers dunkel. Flügel wie bei 
Cornicula, graubraun bis schwärzlichgrau, aber meist bedeutend heller, als bei 
dieser; die Spitzenquerader kürzer und meist deutlich zweimal (an Basis und 
Ende) gebogen; Analader oft nur wenig verkürzt, aber gegen das Ende feiner. 

. Hinterleib cylindrisch, Hypopygium so hoch, als das Hinterleibsende, 
knospenförmig, geschlossen, angedrückt, kurz und sparsam behaart; wenn etwas 
zurückgeschlagen, so sieht man die bei den meisten Arten vorne oben vorhan- 
denen zwei gekrümmten Dornen und die wagrecht vorgestreckte dicke, schwarze 
Peniswurzel. Vorderschenkel sammt Schienen und Tarsen ganz auffallend plump, 
kurz und dick. Vorderschenkel beiderseits kurz und fein behaart ; Vorderschienen 
gegen die Spitze sehr verbreitert, aussen zwischen den Flaumhaaren mit unge- 
fähr fünf langen, feinen Borstenhaaren; Vorderferse fast kugelig-quadratisch, 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



109 



seitlich stark zusammengedrückt, kaum länger, als breit, fast so lang, als die 
Schiene und doppelt so dick, als das sehr verdickte Schienenende, mindestens 
viermal so dick und eben so lang, als die sehr kurzen, breiten Endglieder zu- 
sammengenommen; überall deutlich, aber sehr kurz behaart, unten sehr kurz 
borstig-stachelig, oben an der äusseren Spitzenecke mit 1 — 2 bedeutend längeren 
Borstenhaaren. Die übrigen Beine einfach, deutlich schlanker; die Hinterschienen 
zwischen der feinen Behaarung mit zwei Eeihen (aussen und rückwärts je eine) 
von 3 — 5 deutlich längeren und dickeren Borsten; die Vorderschenkel unten mit 
Präapicalborste, die Mittelschenkel vorne, die Hinterschenkel oben und unten 
mit mehreren kammartig gestellten Borsten; alle Schienen mit 1 — 2 Apicalborsten. 

9 . Ganz wie das cT, aber etwas kleiner, Hinterleib meist flachgedrückt, 
zugespitzt, ziemlich auffallend schwarzhaarig. Vorderschienen einfach, aussen 
ebenfalls mit 3 — 5, aber bedeutend kürzeren Borstenhaaren; die Vorderferse ein- 
fach, aber ziemlich breit, nur = ^4 — Vs Schiene = zwei Tarsenglieder, unten 
ebenfalls mit kurzem Stachelkamme. Alle Schenkel, Schienen und Tarsen kurz 
und dick, Hinterschenkel etwas gekrümmt, aber nicht plötzlich verschmälert, 
Hinterschienen fast vom Grunde aus etwas breitgedrückt und in der Mitte 
gekrümmt. 

Anmerkung. Diese Art ist die echte chorica Fall., Zett., Meig., wie aus 
den Angaben Zetterstedt's erhellt, besonders 1. wegen der geringen Grösse 
i^W" Zett.), 2. wegen des glänzenden Thorax und matten Hinterleibes, 3. wegen 
der nur etwas „beraucht glashellen" Flügel, 4. wegen der „kugeligen" Vorder- 
ferse und der „dickeren Vorderschienen" des (j^. 

Auf Sumpfwiesen, an Teichen und Waldbächen Obersteiermarks bis 1500 m 
häufig; in Niederösterreich nur in Berggegenden, z. B. im Gebiete von Hernstein 
(Mik, 1886, S. 520, 1. Beck), um Seitenstetten, Melk; in Kärnten um Villach 
an mehreren Standorten, besonders häufig am Kumitzberge (Prof. Tief!); sehr 
häufig um Freiwaldau in Oesterr.-Schlesien (1. Tief!). In der Sammlung Schiner's 
steckt ein Pärchen als chjpeata. Aus Gastein (Salzburg) erhielt ich 2 9? aus 
Kaltwasser (Schlesien) und Partenkirchen (Baiern) 1 (j^, 19? St. Moritz 
(Schweiz, als pinetorum Beck., Berl., 1887, S. 126) 2 c?, alle von Becker ge- 
sammelt. In der Sammlung Winthem's aus Südlappland 1 9 und ohne Fundort 
als chorica 3 , 9 • Fnde Mai bis Ende Juli, im Gebirge bis Ende August. 

A. l)seudochorica ii. sp. cT 5, 9 2 — 2' 5 mm. Simillima chorica e, 
differt tantum thorace minus nitente, pedihus et tarsis longioribus, gracilioribus, 
alis einer eohyalinis. 

cf. Metatarso antico crasso, oblong o-ovato, hypopygio majore. 

9 . Pedihus gracilihus, tibiis posticis subdilatatis, subincurvis. 

cf. Der chorica so überaus ähnlich, dass die Beschreibung derselben fast 
in Allem stimmt, nur folgende Unterschiede sind zu beachten. Die Taster sind 
weniger reich beborstet, nur eine Borste auffallend lang (bei chorica wenigstens 
zwei). Der Thoraxrücken glänzt viel weniger und mehr fettartig; der Hinterleib 
ist zwar 'ebenfalls sehr matt, glänzt aber doch etwas fettartig. Das Hypopygium 
ist etwas grösser, überragt oben und unten etwas das Leibesende; statt der zwei 



110 



(■rabriel Strobl. 



langen gekrümmten Dornen sieht man am Ende der Seitenlamellen je zwei winzige 
Dornspitzen. 

Die Beine sind schwarz mit gelben Knieen, bedeutend länger und schlanker, 
etwa wie bei Cornicula, auch die Vorderschenkel und Vorderschienen kaum dicker 
und nicht kürzer, als die übrigen, die Vorderschienen gegen das Ende wenig 
erweitert, aussen mit derselben merkwürdigen, ungleich langen Behaarung und 
den (3—5) bedeutend längeren feinen Borstenhaaren, die nur bei chorica, tany- 
chira (= pilipes?), lasiochira und hrevivittata vorkommen. Die Vorderferse ist 
aussen lang flaumhaarig, mindestens doppelt so lang, als bei chorica, an der 
Spitze mit 1 — 2 längeren Borstenhaaren, die aber bisweilen fehlen, und auch vor 
der Mitte mit 1 — 2 deutlich längeren feinen Haaren. Sie ist nicht quadratisch, 
sondern fast doppelt so lang, als breit, länglich, am Unterrande gerade, am 
Oberrande aber sanft gebogen, daher nach beiden Seiten deutlich verschmälert, 
seitlich etwas zusammengedrückt; nur die drei Mittelglieder der Vordertarsen 
sind kurz, breiter als lang, die der übrigen Tarsen sind ziemlich lang, an Länge 
abnehmend, aber selbst das vierte noch so lang, als breit. Die wimperartige 
Behaai'ung der vorderen Schenkel ist ziemlich kurz, die der Hinterschenkel aber 
recht lang, die Schienen sind ebenfalls ziemlich lang und dicht flaumhaarig, 
die hintersten mit zwei deutlichen Eeihen von Borsten (aussen und rückwärts). 
Sie stimmt also in den Beinen viel mehr mit Cornicula und clypeata, von denen 
sie sich aber durch den verschiedenen Glanz des Körpers und die auffallende 
Behaarung der Vorderbeine leicht unterscheidet; pilipes Zett. [tanychira Kow. 
i. litt.) unterscheidet sich durch die bedeutend längere Behaarung und Beborstung 
des Hinterleibes und der Beine, die gelben Schwinger, den ganz matten, ziemlich 
deutlich vierstriemigen Thorax, hrevivittata ^N^iohi noch mehr ab. Zetterstedt 
nennt zwar den Thorax von pilipes schwarz, aber den ganzen Körper matt und 
die Schwinger weisslich, daher kann meine Art nicht auf pilipes bezogen werden. 

Die Flügel sind meist lichter, als bei chorica, graulich glashell, doch 
bisweilen ebenso dunkel, die Spitzenquerader nur am Grunde gebogen, an der 
Spitze ganz oder fast ganz gerade. 

Das $ stimmt in Färbung, Behaarung und Flügeln mit dem hat 
aber durchaus schlanke Tarsen. Die Vorderferse ist = ^j^ Schiene = drei 
Tarsenglieder; die Hinterschiene ist etwas gekrümmt und breitgedrückt, aber 
trotzdem viel schlanker und länger, als bei chorica; die Börstchen der Vorder- 
und Hinterschienen sind nur kurz. 

Bei Melk an Teichufern am 7. Juni 1885 2 , 1 $ ; bei Hermagor und 
Villach in Kärnten ebenfalls 2 cTr 1 9 d- Prof. Tief!); in der Sammlung 
Schiner s 1 als clypeata Meig. 

5 a. lasiochira Kow. i. litt. 

cf. 2 5mm. Simillima pseudochoricae; differt hypopygis maximo, 
abdomini fere aequilongo, alis infuscatis, pedibus totis fuscis, metatarso antico 
cylindrico, extus fere aequaliter longe pubescente, tarsis anticis longioribiis . 

Steht der pseudochorica äusserst nahe, ja scheint bei oberflächlicher Be- 
trachtung damit identisch, ist aber durch folgende Merkmale gut verschieden: 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig, 



III 



Der bei pseudochorica wenig auffällig behaarte und fast matte Hinterleib ist bei 
lasiochorica dicht dunkel behaart, an den Bingen lang gewimpert und glänzt 
ziemlich stark. Das Hypopjgium ist ganz autfallend grösser, fast so lang und 
bedeutend höher, als der Hinterleib in Folge der übermässig entwickelten Bauch- 
lamelle, zusammengedrückt zweischneidig, glänzend schwarzbraun, eng ange- 
schlossen, mit kurzen, breiten Seitenlamellen. Die Flügel sind stark bräunlich- 
grau getrübt. Die Beine sind nicht schwarz mit lichten Knieen, sondern durchaus, 
auch an den Knieen, glänzend schwarzbraun, noch schlanker, auch die Vorderbeine 
mindestens so lang, als die Mittelbeine, jedoch etwas plumper und mit deutlich 
gegen das Ende verdickten Schienen ; diese sind aussen ziemlich lang flaumhaarig, 
noch länger gewimpert und dazwischen mit fünf (zwei gegen die Basis und drei 
gegen die Spitze) noch etwas längeren, dickeren, aber bei weitem nicht so auf- 
fallenden Borstenhaaren, als bei pseudochorica. Die Vorderferse ist aussen eben- 
falls ziemlich lang flaumhaarig, aber ohne deutlich längere Borstenhaare und 
genau walzenförmig, nur etwa um die Hälfte breiter, als das verdickte Schienen- 
ende, etwas kürzer, als die Schiene und die vier folgenden Tarsenglieder ; diese 
sind sämmtlich deutlich länger, als breit. 

Die zweireihigen Acrostichalbörstchen, der mässige Glanz des schwarzen 
Thoraxrückeus, die dunkelbraunen Schwinger, das vierborstige Schildchen, die 
dichte, wimperartige (aber etwas längere und reichlichere) Behaarung der Schenkel, 
die Beborstung der Schienen etc. zeigt keinen nachweislichen Unterschied. 

Ich erhielt durch Prof. Tief zwei bei Bozen in Südtirol am 8. und 14. Juni 
1873 von Kowarz gesammelte Männchen. 

5 6. nigrina Fall., Zett., I, 354; Meig., III, 4; Schin., I, 115. (In 
der Sammlung Win them 's [Hofmuseum] stecken 4 ^f, 4 $, ein Pärchen wurde 
in die Sammlung Schiner 's übertragen; ohne Fundort. Schiner führt sie nach 
Schölt z nur aus Schlesien an; auch von Becker erhielt ich 1 aus Moisdorf, 
13. Juli. Da sie höchst wahrscheinlich auch in Oesterreich vorkommt oder die 
Exemplare Winthem's vielleicht aus Oesterreich stammen, gebe ich hier die 
wichtigsten Daten.) 

Äffinis Corniculae et pseudochoricae; at major (3'5 — 4mm), alis 
fere nigris, dbdomine opaco. 

. Metatarso antico ohlongo-cylindrico, versus apicem pilis longioribus. 

9 . Tihiis posticis in medio valde incrassatis, deplanatis, incurvis, versus 
basim distincte, versus apicem modice angustatis. 

, 9 . Aeusserst ähnlich der Cornicula; die Flügel ebenfalls, ja noch 
intensiver schwärzlich und fast gleich geädert; die Beine ebenso schlank und 
ebenfalls lang wimperig behaart und beborstet. Aber Rückenschild nur mässig 
glänzend, schwarz, kaum stellenweise grau bestäubt ohne deutliche Striemen, oder 
von seitwärts gesehen sehr dunkel grauschwarz, mit drei undeutlichen breiten 
schwarzen Striemen. Hinterleib ganz mattschwarz. 

Das Hypopygium zeigt oben vier kurze, gerade Dornspitzen. Die Vorder- 
schienen sind aussen länger flaumhaarig und vor dem Ende mit drei auffallend 
langen Borsten bewehrt; die Vorderferse ist ziemlich langgestreckt, länglich-cylin- 



112 



Gabriel Strobl. 



drisch; oben gegen die Spitze hin wird die Behaarung auffallend länger; einige 
Haare sind fast borsten artig. — Bei einem unreifen Exemplare sind Hinterleib 
und Beine grösstentheils gelbbraun. 

9 . Hinterschienen im Basaldrittel dünn, dann auffallend keulenförmig 
verdickt, plattgedrückt, gekrümmt, gegen das Ende wieder etwas verschmälert; 
sie sind ziemlich lang zweireihig beborstet. 

Von der gleich grossen dimidiata m. ebenfalls leicht zu unterscheiden 
durch die dunklen Flügel, die Beborstung der Vorderschienen, Behaarung der 
Vorderferse und das Hypopygium des (j^, die bedeutend verschiedene Verdickung 
der Hinterschienen des 9> den viel dunkleren Thorax. 

6. hystrioc n. sp. 

S, 9 2' 5 mm. Atra, obscure pilosa, halterihus pedihusque ohscuris, 
thoracis dorso nitidissimo, dbdomine suhopaco, femoribus simplicibus. 

Tibiis anticis subincrassatis, longe pectinatis, metatarso ovali-oblongo ; 
tibiis mediis claviformibus, undique longe setosis; hypopygio magno. 

9 . Tibiis Omnibus extus ciliatis, posticis fusiformibus. 

cf. Ganz schwarz, dunkel behaart. Gesicht nicht flach, sondern buckelig 
gewölbt. Hinterkopf und die mässig breite Stirne sammtschwarz, matt. Thorax 
äusserst glänzend, ganz (sogar am Schildcheneindruck) unbestäubt, Brustseiten 
glänzend bleigrau. Die zweireihigen Acrostichal- und einreihigen Dorsocentral- 
börstchen ziemlich lang, etwa wie bei Cornicula. Schildchen vierborstig, die 
Mittelborsten länger. Schwinger schwarz mit braunem Stiele. Hinterleib sammt- 
schwarz, fast matt, nicht besonders dicht und ziemlich kurz behaart. Hypo- 
pygium gross, bedeutend über das Hinterleibsende aufragend, seitlich stark zu- 
sammengedrückt, ganz geschlossen, glänzend schwarz, sehr schwach behaart. 
Flügel schwärzlichgrau getrübt, schwarzaderig mit ganz normaler Gabel (obere 
Zinke fast rechtwinkelig, dann stark gebogen und gerade, mässig divergirend). 
Beine sehr glänzend, unbestäubt, mässig dicht kurzhaarig. Vorderschenkel einfach; 
Vorderschienen etwas gegen das Ende verdickt, aussen mit einer Reihe von un- 
gefähr acht aussergewöhnlich langen Borstenhaaren. Vorderferse länglich-oval, 
etwa = ^/s Schiene = vier Tarsenglieder, ungefähr doppelt so breit, als das 
Schienenende, sehr kurz-, aussen aber bedeutend länger flaumhaarig; die folgenden 
Tarsenglieder etwa so lang, als breit. Mittelschenkel dünn, vorne mit einer Reihe 
von etwa fünf ziemlich langen und feinen Haaren, sonst nur kurz flaumig. Mittel- 
schienen gegen die Spitze hin ganz auffällig keulenförmig verdickt und fast vom 
Grunde an mit anfangs mässig langen, dann aber ausserordentlich langen und 
ziemlich starken Borstenhaaren, die etwa die dreifache Länge des dicken Schienen- 
endes besitzen, ringsum besetzt. Mittelferse und Hinterbeine einfach, dünn; 
Hinterschienen rückwärts zwischen der kurzen Behaarung mit einigen bedeutend 
längeren feinen Borsten. 

9- Stimmt in Kopf, Thorax und Flügeln ganz mit dem cf, nur sind 
die Börstchenreihen kürzer; der Hinterleib ist sammtartig schwarz, aber ziemlich 
fettglänzend, flachgedrückt, allmälig verschmälert, wie beim cT behaart. Alle 
Beine einfach, nur die Hinterschienen in der Mitte unregelmässig spindelförmig 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



113 



erweitert, nach beiden Enden aber deutlich verschmälert. Die Behaarung der 
Beine ist sehr fein und kurz; nur trägt die Eückseite sämmtlicher Schienen 
eine deutlich längere Wimpernreihe und die Mittelschenkel tragen vorne nahe 
der Basis gleich dem cT etwa vier ziemlich lange und feine Haare. Vorderferse 
= V2 Schiene. 

An Katarakten der Enns am Gesäuseeingang (Obersteiermark) ein Pärchen, 
16. Juli 1891; auch Becker sammelte im Gesäuse am 25. Juni 1891 1 
Von Hermagor bei Villach, ebenfalls im Juli, durch Prof. Tief 3 $. 

Anmerkung. Diese Art ist nur mit anomala Loew, „Isis", 1840, 554, 
aus Posen zu vergleichen, die aber nach der Beschreibung glashelle, nur am 
Vorderrande gebräunte Flügel, verdickte Mittelferse und 2"' Grösse besitzt. 

Aus Hummel in Schlesien erhielt ich durch Becker vier am 25. Mai 
gesammelte die fast ganz mit der kurzen, von Schiner S. 116 gegebenen 
Abschrift stimmen und die ich unbedenklich für anomala Loew halte; sie 
sind von hystrix weit verschieden, denn sie sind grösser (3"5 — 4 mm), ganz schwarz 
behaart, der lang behaarte Thorax ist ganz sammtschwarz und matt, striemenlos, 
der etwas grau bereifte Hinterleib schwach glänzend. Kopf sammtschwarz, Stirne 
ziemlich breit, Eüssel und Fühler von Kopflänge. Schüppchen braun, Schwinger 
rothgelb mit dunklem Stiele. Hypopygium normal, etwa wie bei Cornicula. Vorder- 
und Mittelbeine plumper, als die Hinterbeine, sehr dicht und lang, aber wollartig, 
nicht borstenartig behaart, die Haare meist an der Spitze gekrümmt oder ge- 
kräuselt, nur die Rückseite der Vorderschienen trägt eine Reihe dickerer und 
noch längerer borstenartiger Haare. Vorderferse sehr dick elliptisch oder verkehrt- 
eiförmig, ziemlich lang flaumhaarig, etwas kürzer, als die Schiene, aber etwas 
länger, als die Summe der folgenden, kurzen Tarsenglieder. Auch die Mittelferse ist 
langflaumig und etwas cylindrisch verdickt. Die Hinterbeine sind ziemlich kurz- 
flaumig, die Rückseite der Hinterschienen kurz und schwach beborstet. Die Flügel 
sind graulich glashell mit dunkelbraunen Adern und langem braunem Randmal. 

7. bivittata n. sp., longevittata Tief, Progr., 1887, S. 27, non Zett. 
5, 9 ^'5 tnm. Atra, modice nitens, halteribus, abdomine pedibusque 
fusconigris, obscure pilosa, brevissime setulosa, thorace striis 2 einer eis angustis; 
setulis acrostich. minimis, biseriatis. 

Pedes antici crassiusculi, metatarsus incrassatus, brevis, cylindricus, 
brevissime puberulus; ceteri tarsorum articuli brevissimi. 

9 . Abdomine pedibusque fere nudis, femoribus anterioribus crassiusculis, 
tibiis posticis siibdilatatis, incurvis, tarsis brevibus. 

Kopf wie bei den vorigen Arten. Thoraxrücken und Hinterleib nur mässig, 
fettartig glänzend, ersterer äusserst kurz, aber deutlich schwarz behaart,* tief 
sammtschwarz, letzterer nebst den Beinen braunschwarz. Brustseiten schwarzgrau. 
Bei ganz reinen Exemplaren sieht man zwischen den winzigen zweireihigen 
Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbör stehen eine feine, vorne verkürzte, 
bleiglänzende oder bräunliche glatte Strieme. Schildchen vierborstig. Flügel 
ziemlich kurz, bräunlichgrau mit nur braunen, gegen das Licht gesehen fast 
braungelben Adern. Spitzenquerader ziemlich kurz, an der Basis stark, an der 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 15 



114 



Gabriel Strobl, 



Spitze schwach gebogen; Analader ziemlich verkürzt; das braune Stigma bis- 
weilen fast so breit, als die Randzelle, von der es nur die Basis und Spitze 
frei lässt. 

cf*. Hypopygium wenig zusammengedrückt, geschlossen, etwas über den 
Hinterleib aufragend, sehr fein kurzhaarig. Vorderbeine ziemlich plump, die 
Sehenkel mit äusserst kurzen, die gegen das Ende stark verdickten Schienen 
aussen mit etwas längeren Haaren, meist feiner, kurzer Mittelborste und zwei 
etwas längeren Apicalbörstchen. Vorderferse = Schiene = vier Tarsenglieder, 
gleichmässig dick, vollkommen walzenförmig, weder zusammengedrückt, no.ch 
unten abgeplattet, fast doppelt so lang, als dick; bei unreifen Individuen aller- 
dings fast dreikantig oder unregelmässig eingedrückt; sie ist überall sehr kurz 
und dicht flaumhaarig. Mittelschenkel vorne mit einer ziemlich aulfallenden 
Eeihe kammartig gestellter Borsten. Hinterschenkel oben und unten mit etwas 
kürzeren und dünneren Haarborsten; Mittel und Hinterschienen kurz feinhaarig, 
letztere rückwärts auch mit einigen deutlichen, dickeren Börstchen. Hinterleib 
deutlich kurz behaart, mit längeren feinen Borsten an den Ringrändern; alle 
Haare und Borsten dunkel. Die drei Mittelglieder der Tarsen an allen Beinen 
auffallend kurz und breit, an den vorderen Beinen deutlich breiter, als lang, an 
den Hinterbeinen so lang, als breit. 

9. Hinterleib und Beine etwas kürzer-, aber ganz analog, wie beim ^ 
behaart. Die Borsten an der Rückseite der Hinterschienen deutlich, aber sehr 
fein und nur wenig länger, als die dazwischen stehenden Härchen. Die vorderen 
Schenkel ziemlich dick, die Hinterschenkel etwas länger und dünner. Hinter- 
schienen etwas breitgedrückt und deutlich gekrümmt. Vorderferse einfach, dünn, 
etwa = ^/s — Schiene = drei Tarsenglieder; die mittleren Glieder aller Tarsen 
etwa so lang als breit. . Unreife Exemplare besitzen ganz braune Beine, fast 
glashelle Flügel, 9 ^".ch braunen Hinterleib. 

Unterscheidet sich von den vorausgehenden Arten leicht durch die geringe 
Grösse, den nur matt glänzenden Thorax und Hinterleib, den zweistriemigen 
Thorax, die blässeren Adern, das ausserdem durch die stark verdickten Vorder- 
schienen, die walzenförmige Vorderferse, das 9 durch die bedeutend kürzeren 
Tarsen, die gekrümmten, etwas plattgedrückten Hinterschienen. Die Unterschiede 
von der äusserst ähnlichen Pinetorum und quadrifaria siehe bei diesen. 

Anmerkung. Diese Art kann nicht carbonella Zett. sein, denn das 
derselben besitzt eine einfache, nicht verdickte Vorderferse und carbonella ist 
ganz mattschwarz. 

An Bächen, auf Gebüsch in Oesterreich imd Steiermark ziemlich selten, 
bisher nur um Seitenstetten gegen Ende Juni ziemlich häufig, am Bösenstein 
und um Mariahof bei St. Lambrecht Mitte Juli in beiden Geschlechtern gesammelt; 
in Menge hingegen erhielt ich sie durch Prof. Tief (als longevittata Zett.) aus 
Judendorf, Ossiach, Tschinowitsch, Kumizberg etc. bei Villach in Kärnten (Anfang 
Mai bis Mitte Juni); ferner vom Ritten bei Bozen und von Nauders (Tirol) durch 
Herrn Becker 2 J^, 2 9> von Partenkirchen (Baiern) 1 cf. In der Sammlung 
Winthem's stecken als clypeata Meig. 3 (5^, 1 9- 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



115 



8. nnetonim Zett., 3017; Strobl, Progr., 1880, S. 10; Tief. Progr., 
1887, S. 26, non Schiner, I, 114, denn die 11 Original-Exemplare Schiner's 
sind femorella Zett. 

cT '2"5, 9 ^ Simillima hivittatae , differt: Plerumque minor, 

'thoracis dorso sordide brmmeopruinoso, non disUncte hivittato, dbdomine pedi- 
busque glahrioribus, nigris, tibiis posticis vix vel non setulosis. 

c^. Metatarso antico breviore. 

9 . Tibiis posticis non dilatatis, rectis vel apice paullo ineurvis. 

Diese Art ist der bivittata so täuschend ähnlich, dass man sie nur bei der 
grössten Aufmerksamkeit unterscheiden kann. Als Unterschiede bei und $ er- 
geben sich: Sie ist fast immer kleiner; der Thoraxrücken ist nicht tiefschwarz und 
zweistriemig, sondern mehr schmutzig schwarzbraun, besonders wegen der unregel- 
mässig zerstreuten braunen Bestäubung. Der Hinterleib und die Beine sind bei 
ausgereiften Individuen ganz schwarz (letztere ohne gelbe Kniee) und glänzen 
stärker, als der Thorax. Die Behaarung der Beine ist durchwegs kürzer und 
feiner, die Hinterschienen entweder ganz ohne Börstchen oder nur zwischen den 
kurzen Härchen mit einigen längeren, aber ebenso feinen. Die Flügel und die 
kaum sichtbaren Acrostichalbörstchen ergeben keinen Unterschied. 

Die Vorderbeine sind fast ganz wie bei bivittata gebaut, aber die 
Schienen immer ohne Mittelborste und die vollkommen walzenförmige Vorder- 
ferse etwas kürzer, höchstens = 7$ Schiene; bei unreifen Exemplaren ist sie 
allerdings länger und verschiedenartig eingedrückt, sogar dreikantig; die Behaa- 
rung derselben noch kürzer, als bei bivittata, kaum sichtbar. Die drei mittleren 
Tarsenglieder sind sogar an den Hinterbeinen deutlich breiter, als lang. Das 
Hypopygium weicht durch die aulfallend längere Behaarung der Oberseite ab. 

$ . Unterscheidet sich vom $ der bivittata leicht durch die geraden, gleich- 
dünnen, also weder zusammengedrückten, noch gekrümmten, höchstens an der 
Spitze etwas eingebogenen Hinterschienen; ferner durch die deutlich kürzeren 
mittleren Tarsenglieder, die an den vorderen Beinen breiter, als lang, an den 
Hinterbeinen kaum so lang, als breit sind; endlich durch die höchst unschein- 
bare Behaarung der Beine. Die Hinterschienen rückwärts ganz gleichmässig 
kurzflaumig, selten mit Spuren längerer Börstchen. 

Anmerkung. Von chjpeata unterscheidet sie sich sicher durch die geringe 
Grösse, den matt glänzenden, schmutzig braunschwarzen Thorax, die bedeutend 
kürzeren und dickeren Beine, besonders die auffallende Kürze der Tarsen; das 
auch durch die Bildung der Vorderbeine. 

In Oesterreich um Melk und Seitenstetten an Flussufern und auf 
Gebüsch gar nicht selten, auch im Gesäuse bei Admont in Obersteier. Aus 
Kärnten erhielt ich durch Prof. Tief 4 um Federaun und Tschinowitz bei 
Villach gesammelte $. Von Tirol (Selrainthal, I.Heller) durch Palm in den 
Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1869, S. 420, angegeben. Mitte 
April bis Mitte Juni. Aus Liegnitz (Schlesien) erhielt ich durch Herrn Becker 
59, 1 Die von Herrn Becker, 1887, S. 126, beschriebene Pinetorum hingegen 
gehört theils zu chjpeata, theils zu diversipes m. 

15* 



116 



Gabriel Strobl. 



Yar. major, 3 5 — 4, 9 3 mm. Tarsenglieder deutlich länger, als 
breit. Sonst ganz normal. In Röhricht bei Keczel, Ungarn, 16. April (1. Thal- 
hammer). 

9. quadrifaria n. sp. 

5, '^.2' 5mm. Herum simiUima hi vittat ae; differt thorace sordide fusco, 
vix vel non striata, setis acrostich. multo longioribus, 4-seriatis, pedihus, imprimis 
tarsis longioribus, tihiis distincte setosis, alarum furca longiore, angustiore. 
et ^ differunt, sicut in hivittata. 
Auch diese Art ist der hivittata sehr ähnlich, auch ebenso gross. Sie unter- 
scheidet sich hauptsächlich durch den fast glanzlosen, schmutzig braun- oder 
grauschwarzen Thoraxrücken, mit zwei nur undeutlichen oder ganz fehlenden 
Striemen, durch die doppelt so langen, auch vorne deutlich vierreihigen Acro- 
stichalbörstchen, durch die viel auffälligere Behaarung und Beborstung der Beine; 
die Anordnung der Borsten ist übrigens ganz analog, nur zeigen auch die Vorder- 
schienen auf der Aussenseite eine Reihe von Börstchen. Die Gabelader der Flügel 
ist länger, divergirt nur wenig, ist nur an der Basis gebogen, die Gabel erscheint 
also länger und schmäler. Die Brustseiten sind heller grau. Das Hypopygium 
ist, wenn angedrückt, ganz analog gebildet; wenn abstehend, sieht man vorne 
oben jederseits zwei deutliche Dornspitzen, eine breitere, fast gerade und eine 
schmälere, gekrümmte; hivittata besitzt beiderseits nur ganz kurze, kaum be- 
merkbare Spitzchen. Im Bau der Vorderferse des (^f und der Hinterschienen des 
9 kein Unterschied; die Tarsenglieder sind aber bei beiden Geschlechtern deut- 
lich länger, als breit. Dadurch, sowie durch die Behaarung und Beborstung er- 
innert sie sehr an Cornicula Loew, unterscheidet sich aber leicht durch Farbe 
und Glanz des Thoraxrückens, durch die weiter auseinander stehenden, auch vorne 
regelmässig vierreihigen Acrostichalbörstchen, die ziemlich glashellen Flügel, die 
4 — 5 sehr langen Borstenhaare an der Vorderseite der Mittelschenkel, den ziem- 
lich matten Hinterleib, das 9 auch durch die gekrümmten, etwas plattgedrückten 
Hinterschienen. 

Am Almsee bei Turrach sammelte ich Mitte Juli beide Geschlechter, bei 
Melk und Seitenstetten anfangs Juli je 1 9; in der Sammlung Sch in er 's steckt 
unbestimmt 1 'm Nauders (Tirol) sammelte Herr Becker 1 ^, in Guttenstein 

1 cf, in Zermatt und St. Moritz (Schweiz) 2 9? 2 cT, zu Liegnitz in Schlesien 

2 J", 19. Juni, Juli. 

10. pectinipes 11. sp. 

cT, 9- ^ — 3 5mm. SimiUima hivittatae et longevittatae; differt 
tihiis anticis extus longe pectinatis, metatarso antico ovato, thorace modice nitente, 
ahdomine holosericeo, opaco, 9 tihiis posticis valde dilatatis, utrinque angustatis. 

cf. Ganz schwarz, nur Hüftgelenke und Kniee schmal rothgelb. Kopf 
sammtschwarz, Gesicht etwas heller bestäubt; Stirne mässig breit. Thorax mit 
grauen Seiten und mässig glänzendem, tiefschwarzem Rücken ; nur die zwei 
glatten Striemen zwischen den Borstenreihen ziemlich deutlich grau. Die zwei- 
reihigen Acrostichal-, die einreihigen Dorsocentral- und die vier Schildchenborsten 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



117 



verhältiiissmässig lang, etwa wie bei Corniciila. Hinterleib cylindrisch, ganz 
matt, sammtschwarz, deutlich schwarz behaart und mit längeren feinen Marginal- 
borsten. Hypopygium klein, fast niedriger, als das Leibesende, wenig zusammen- 
gedrückt, nicht deutlich zweischneidig, ziemlich lang und schütter schwarz behaart, 
geschlossen und angedrückt; bei abstehendem Hypopygium sieht man am oberen 
Vorderende jeder Seitenlamelle zwei kurze, fast gerade Dornen. Flügel stark 
graubraun getrübt; Adern schwarz, auch die Analader stark, aber verkürzt; 
Spitzenquerader fast rechtwinkelig entspringend, dann stark gebogen und wenig 
divergirend. Stigma dunkelbraun, aber nicht deutlich begrenzt, da fast die 
ganze Randzelle stark getrübt ist. Beine ziemlich stark behaart und beborstet; 
die Schenkel nicht verdickt, die Mittelschenkel vorne, die Hinterschenkel oben 
und unten mit längeren, kammartig gestellten Borsten. Die gegen das Ende 
stark verdickten Vorderschienen aussen fast unbehaart, aber mit einer Reihe von 
sechs ganz auffallend langen und starken Borsten, an die sich oben und unten 
einige kürzere Borstenhaare anschliessen ; Mittelschienen nur mit zwei deutlichen 
Apicalborsten, Hinterschienen aussen und rückwärts mit ziemlich starker Borsten- 
reihe. Vorderferse ausserordentlich verdickt, eiförmig, gegen die Spitze etwas 
verschmälert, äusserst kurz behaart; nur gegen die Spitze 1—2 längere Borsten; 
sie ist mindestens dreimal so dick, als das Schienenende, fast so lang, als die 
Schiene und fast länger, als die übrigen Tarsenglieder zusammen. Auch die 
Mittelferse ist an der Basis dreieckig verdickt und verschmälert sich allmälig 
gegen die Spitze. Die Tarsenglieder sind nicht auffallend kurz, selbst an den 
Vorderbeinen mindestens so lang, als breit. 

$ . Färbung wie beim die Börstchenreihen des Thorax kürzer, die 
zwei lichten Streifen ziemlich undeutlich. Hinterleib kegelförmig, ebenfalls matt 
oder beinahe matt. Flügel wie beim ^, aber fast glashell, das schwarzbraune 
Stigma daher sehr deutlich. Beine schwächer-, aber überall deutlich behaart, 
jedoch ohne die auffallenden Borsten des cf; nur die circa sechs kammartig ge- 
stellten Borstenhaare der Vorderseite der Mittelschenkel lang. Die Vorder- und 
Hinterschienen rückwärts auch mit längeren Börstchen, die mit feinen, sparsamen 
Haaren abwechseln; die Mittelschienen nur mit 1—2 Apicalbörstchen. Vorder- 
und Mittelbeine ganz einfach, ziemlich dünn, die Vorderferse = Schiene = 
drei Tarsenglieder; die drei mittleren Tarsenglieder aller Beine nehmen allmälig 
an Länge ab, das vierte ist ungefähr so lang, als breit. Höchst auffallend ist die 
Form der Hinterbeine: die Schenkel sind ziemlich stark und etwas gekrümmt; 
die Schienen sind so auffallend spindelförmig verdickt, dass die dickste Stelle 
so breit ist, als der dritte Theil der Schienenlänge; sie sind von der Mitte nach 
beiden Enden gleichmässig verschmälert, aussen sehr convex, innen mehr flach, 
bei unreifen sogar eingedrückt oder gerinnt. 

Anmerkung. Von allen Verwandten durch die Vorderschienen und Mittel- 
fersen des und durch die Hinterbeine des 9 leicht zu unterscheiden. 

An Waldbächen Niederösterreichs (um Melk und Seitenstetten) selten; ich 
sammelte Mitte bis Ende Juni 2 J^, 5 9 5 Pi"of. Tief sandte aus der Umgebung 
Villachs 1 9. 



118 



Gabriel Strobl. 



11. longevittata Zett., I, 358, non Tief, Progr., 1887, S. 27. 

4, 9 <5'5 mm. Atra, tota opaca, obscure pilosa; ihorace striis 2 an- 
gustis plumheis vel nigrocinereus striis 3 atris; pedes distincte pilosi et setosi 
femoribus simplicibus; alae obscure cinereae. 

Metatarso antico elliptico, longe piloso. 
$. Tibiis et tarsis simplicibus. 

Ganz ausserordentlich, ähnlich der bivittata, aber grösser und vielfach 
verschieden. Kopf und Thoraxrücken ebenfalls sammtschwarz, letzterer aber voll- 
kommen glanzlos mit zwei kaum verkürzten, bleigrauen schmalen Linien zwischen 
den zweireihigen Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen; der Eindruck 
vor dem Schildchen braungrau. Die Seiten des Thoraxrückens sind, besonders 
beim 9 » öfters ziemlich deutlich bleigrau, so dass man bei gewisser Eichtung den 
Thoraxrücken als schwarzgrau mit drei tiefschwarzen, breiten, matten Striemen 
bezeichnen kann. Brustseiten schwarzgrau. Hinterleib ebenfalls fast ganz matt, 
wie bei bivittata gebaut und schwarz behaart, aber sowohl die Behaarung des 
Hinterleibes, als auch die Borstenreihen des Thorax und die vier Schildchenborsten 
bedeutend länger. Flügel ganz grau, schwarzaderig, nur die sechste und siebente 
Längsader bleich; Spitzenquerader lang, wenig geschwungen: Stigma, wie bei 
den vorausgehenden, schwarz oder schwarzbraun. 

cf. Hypopygium ganz wie bei bivittata; wenn etwas zurückgeschlagen, 
sieht man am oberen Vorderende desselben zwei kurze, stumpfe Stachelspitzen 
und dazwischen den wagrecht vorgestreckten, am Grunde dicken, schwarzen, an 
der Spitze feinen, gelbbraunen Faden. Behaarung der Beine aber bei der öster- 
reichischen Normalform ganz auifallend dichter und länger. Alle Schenkel und 
Schienen beiderseits mit ziemlich langen, ungleichen Haaren und dickeren, 
längeren Börstchen bewimpert, bleischwarz, alle Tarsen tiefschwarz. Besonders 
auffallend ist die dichte, lange, zweiseitige Bewimperung der gegen das Ende 
ziemlich verdickten Vorderschienen; aussen tragen sie auch 1—2 lange Mittel- 
und 4 — 5 lange Apicalbörstchen. Die Vorderferse ist sehr dick, elliptisch, = 
^3 Schiene = vier Tarsenglieder; sie ist allseits fast eben so lang behaart, wie 
die Schiene, mit einzelnen noch längeren Borsten. 

9 . Färbung genau wie beim , Beborstung und Behaarung ganz analog, 
zwar bedeutend kürzer, aber immerhin noch auffallend. Hinterschienen gerade, 
nicht erweitert, Tarsen weniger schwarz, Vorderferse einfach = Va Schiene = 
vier Tarsenglieder. Also auch das 9 durch die längere Spitzenquerader, den 
ganz matten Thoraxrücken, die längere Vorderferse, längere Tarsen, die dichtere 
und längere Behaarung des Hinterleibes und der Beine von bivittata leicht zu 
unterscheiden. 

Anmerkung. Zetter stedt beschreibt kleinere Exemplare mit lichterem 
Thorax, während meine Exemplare eine dunklere Alpenform vorstellen dürften; 
sonst finde ich keinen Unterschied; hirtula Zett. aus Lappland ist, weil ganz 
rauhhaarig mit dunkel rostrothen Beinen etc., jedenfalls eine andere Art, ebenso 
nigrina Fall, wegen der schwärzlichen Flügel, der länglichen Vorderferse des cf , 
der erweiterten Schienen des 9 ^ind der bedeutenderen Grösse. 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



119 



Auf Krummliolzwiesen der steirischen Alpen stellenweise häufig; longe- 
vittata Tief „in einem Hohlwege bei Jndendorf in Kärnten" (Tief, Progr., 
1888) ist hivittata, hingegen sammelte Prof. Tief ein der echten longe- 
vittata am 20. Juli auf der Pasterze bei Heiligenblut. Juli, August. 

longevitfata Zett. sul)si)ec. andermattensis in. Vier cT, die Herr 
Becker zu Andermatt (Schweiz) am 8. August sammelte, stimmen in Zeichnung, 
Färbung und Mattheit des Thorax, in Kopf, Flügeln und Hinterleib vollständig 
mit den steirischen Exemplaren, unterscheiden sich aber constant dadurch, dass 
1. dem Hinterleibe Macrochaeten vollständig fehlen, 2. die Vorderschienen nur 
äusserst kurz und ziemlich sparsam flaumhaarig sind und nur wenige etwas 
längere Borsten besitzen, 3. die Vorderferse viel dünner, fast nur so dick, als das 
Schienenende und auf allen Seiten äusserst kurz behaart ist und 4. auch die 
folgenden Tarsenglieder bedeutend schmäler sind. Sonst konnte ich trotz wieder- 
holter Vergleiche keinen Unterschied entdecken und betrachte sie daher nur als 
eine Subspecies oder Localrace; die $ werden sich kaum oder gar nicht unter- 
scheiden lassen. 

12. simplicipes ii. sp. 

2'5, 2 mm. Atra, opaca, ohscure pilosa; thomce setis acrosticJi. 
hiseriatis, dorsocentralibus uniseriatis, postice vittis 4 indeterminate pallide 
pruinosis; scutellum setis 6 — 8; pedes et kälteres fusconigri; tarsi antici sim- 
plices; dlae fuscescentes stigmate lato, ohscuro. 
Uypoprjgio mediocri, adpresso. 

9 . Tibiis posticis vix compressis et incurvis. 

Kopf und Thorax tiefschwarz, matt, mit kaum lichteren Brustseiten; der 
Hinterleib schwarzbraun, etwas glänzend und ziemlich deutlich dunkelgrau be- 
stäubt, der ganze Körper sehr dunkel behaart und beborstet. Eüssel sehr dick, 
glänzend schwarz, kürzer, als der Kopf. Taster länglich, schwarz, mit einer 
langen und mehreren kurzen dunklen Borsten. Fühler plump mit breiten, kurzen 
Wurzelgliedern; das dritte Glied breit kegelförmig, länger als der Griftel, alle 
Glieder matt schwarz. Stirne fast von Augenbreite, Hinterkopf kurz schwarz be- 
haart. Thorax mit ziemlich langen zweireihigen Acrostichal- und einreihigen 
Dorsocentralbörstchen ; rückwärts stehen die vier Börstchenreihen auf lichter 
bestäubtem, bräunlichgrauem Grunde; ebenso gefärbt ist der Eindruck vor dem 
6 — 8-borstigen Schildchen. Schüppchen und Schwingerstiel braun, Knopf schwarz- 
braun. Hinterleib mit dichten schwarzen Haaren und Eandborsten; das 
glänzend schwarzbraune Hypopygium ist ganz normal gebaut, zusammengedrückt 
zweischneidig, eng angeschlossen, so hoch, als der Hinterleib, oben sehr kurz 
schwarz behaart; wenn es aufgerichtet ist, überragt es den Hinterleib und zeigt 
an der Spitze zwei äusserst kurze Dornspitzen. Beine mässig schlank, glänzend 
schwarzbraun ohne lichte Kniee, alle Tarsen dünn, auch, die Vorderferse; die 
folgenden Glieder werden allmälig kürzer, aber noch das vierte Glied ist minde- 
stens so lang, als breit, an den Hinterbeinen etwas länger. Die Schenkel sind 
kurz und sparsam wimperig behaart, nur die Hinterschenkel beiderseits länger 
gewimpert; die Behaarung der Schienen ist noch kürzer und mehr angedrückt; 



120 



Gabriel Stiobl. 



deutliche Börstchen sind nur an der Kückseite der Hinterschienen vorhanden 
(etwa vier). Die Flügel sind deutlich bräunlich getrübt mit sehr breitem, 
dunkelbraunem, fast die ganze Randzelle ausfüllendem Randmal. Die Adern in der 
Vorderhälfte schwarz, in der Hinterhälfte braun bis braungelb, ziemlich fein; 
die Endgabel mässig lang und ziemlich schmal, die obere Zinke entspringt fast 
rechtwinkelig, ist am Grunde stark, an der Spitze wenig oder gar nicht gebogen 
und mündet in der Mitte zwischen der zweiten und dritten Längsader. 

Das $ lässt sich nur durch den kegelförmigen, zugespitzten Hinterleib, 
die kürzere Behaarung desselben und der Beine, sowie die fast unmerklich platt- 
gedrückten und gekrümmten Hinterschienen unterscheiden. 

Anmerkung. Diese Art sieht der Mvittata und longevittata ganz auf- 
fallend ähnlich, ist aber leicht durch die ganz unverdickten, schlanken Vorder- 
fersen des cT, die nur ganz hinten deutlichen lichten Thoraxstriemen, das mehr- 
borstige Schildchen und die nur an den Hinterschienen vorhandenen Börstchen 
zu unterscheiden. Die allenfalls zu vergleichende carhonella Zett., 5003, cT, hat 
ungestriemten Thorax, lichtere Flügel, fast zusammenstossende Augen, ganz anders 
gebautes Hypopygium und ist wegen des Hypopygium, der Augen, des fast fehlen- 
den Fühlergriffels, der länglich verkehrt-eiförmigen Discoidalzelle, der geraden 
Spitzenquerader gewiss gar keine Hilara, sondern entweder das unbekannte 
zu Bagas unica Walk, oder noch wahrscheinlicher zu Steleocheta setacea Becker, 
Berliner Entomol. Zeitschr., 1887, S. 130; nur ist es für letztere Art zu klein 
(1"'). Minuta Zett. ist kleiner, besitzt auffallend verdickte Vorderschienen beim 
cT, verlängerte Discoidalzelle, striemenlosen Thorax, deutlichen Ocellenhöcker etc. 

Eine der schönen Entdeckungen Prof. Tiefs, der um Paternion in Kärnten 
am 12. Mai 9 und 3 $ sammelte. 

13. minuta Zett., I, 359 und 3018. 

2 mm. $. Minima, fere nuda, nigra, subopaca, halteribus pedihusque 
öbscuris; frons lata, femora crassiuscula, area discoidalis elongata, valde an- 
gustata; tihiae posticae antice erecto puherulae. 

secundum Zett. : Tihiis anticis validis, metatai'so simplici. 

Von dieser Art kenne ich nur 1 $ . Stirne auffallend breit mit deutlichem 
Ocellenhöcker, breiter als das Auge und nicht ganz matt, sondern fettartig glän- 
zend; ebenso glänzt Thorax und Hinterleib. Behaarung unter allen Arten die 
schwächste. Die zv/eireihigen Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen 
kaum sichtbar; Schildchen sechsborstig. Hinterleib und Beine fast ganz kahl; 
nur an den Hinterbeinen sind die Flaumhärchen deutlicher, aber ebenfalls sehr 
kurz. Die Vorderseite der Hinterschienen zeigt eine sehr kurze, fast senkrecht 
abstehende, dichte Wimpernreihe; die Rückseite ist fast nackt. Die Beine sind 
pechbraun, gegen das Licht gehalten gelbbraun (wohl nicht ausgereift), die 
Schenkel ziemlieh dick, die Schienen und Tarsen dünn, nur die Hinterschienen 
gegen das Ende etwas dicker. Die Flügel sind auf der Hinterhälfte intensiv grau, 
auf der Vorderhälfte mehr braun, Stigma kaum merklich, nur als schmaler 
dunklerer Schatten angedeutet. Adern schwarz, auch die verkürzte Analader. Die 
Spitzenquerader entspringt spitzwinkelig, ist dann etwas gebogen und divergirt 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



121 



ziemlich. Die Discoidalzelle ist auffallend verlängert, so dass sie fast ein niedriges 
gleicbsclienkeliges Dreieck mit der vierten Längsader als Grundlinie bildet; die 
zwei ersten aus ihr entspringenden Längsadern sind sich bedeutend mehr ge- 
nähert, als bei den übrigen Arten. 

Das Exemplar ist übrigens abnorm und zeigt an der Spitze jeder Discoidal- 
zelle noch eine Anhangszelle, die auf einem Flügel quadratisch, auf dem anderen 
Flügel rechteckig ist; nur wenn man die innere ungleich gestellte Querader 
wegdenkt, erhält die Zelle ihre verlängerte Form. Wegen dieser Form der 
Discoidalzelle, der geringen Grösse und schwachen Behaarung halte ich das 
Thierchen für minuta Zett., obwohl die Beschreibung etwas abweicht; sollte das 
mir noch unbekannte cT verdickte Tarsen besitzen, so wäre die Art neu und 
würde ich den Namen nudiuscula vorschlagen. Bei oberflächlicher Betrachtung 
lässt sie sich von pinetorum kaum unterscheiden. 

. Unter Obstbäumen bei Seitenstetten in Niederösterreich am 28. Juni 1891 
gestreift. 

Das unterscheidet sich nach Zetter stedt vom 9 durch verdickte 
Vorderschienen; ^f, $ variiren mit schwarzrothen Beinen (unreif?). 

13 5. tyrolensis n. sp. 

2' 5 mm. Atra thorace nitidissimo, abdomine plumheonigro, albido- 
piloso; halteribus ohscuris, pedibus nigris, simpUcissimis, fere nudis; alis lacteis 
nervis tenuissimis, pallidis, stigmate obsoleto, costa et nervo 1. ohscuris. 

Sehr auffallende Art. Unter allen vorhandenen Beschreibungen stimmt 
nur die der tenuinervis Zett., I, 349, so ziemlich; doch nennt Zetterstedt die 
Art subopac, während meine Art einen sehr stark glänzenden Thorax besitzt 
und auch Hinterleib und Beine stark glänzen; auch nennt er die Flügel bloss 
albohyalin und beschreibt nur 1 $; da er die Art braunschwarz, die Beine 
ebenfalls schwarzbraun nennt, halte ich sie für ein unreifes Exemplar von clypeata 
oder pinetorum. 

Kopf schwarz, ganz normal gebaut, mit mässig langen Fühlern, ziemlich 
schmaler, vorne etwas grauschimmernder Stirne, ohne Ocellenhöcker, dunklen 
Tastern, äusserst kurzem, kaum etwas vorstehenden Eüssel. Thoraxrücken schwarz, 
sehr lebhaft glänzend mit drei noch dunkleren, aber undeutlichen Striemen, 
zwischen denen er etwas grau schimmert; Brustseiten grau bereift. Acrostichal- 
börstchen zwei-, Dorsocentralbörstchen unregelmässig einreihig, alle äusserst kurz. 
Schildchen mit 8 — 10 kurzen Eandborsten; Eindruck vor demselben gelbgrau be- 
reift. Schüppchen und Schwinger dunkelbraun, Knopf schwarzbraun. Hinterleib 
etwas mehr bleigrau, ebenfalls glänzend, kurz-, aber deutlich weisslich behaart. 
Hypopygium mässig gross, knospenförmig, ganz geschlossen, sehr kurz weisslich 
behaart. Beine schlank, ganz einfach, glänzend schwarz mit lichteren Knie- 
spitzen, äusserst kurz flaumhaarig; nur an den Hinterschenkeln ober- und unter- 
seits, besonders gegen die Spitze, etwas länger wimperhaarig. Schienen ganz ohne 
Borsten. Alle Fersen schmal und kaum von halber Schienenlänge. Flügel milch- 
weiss mit äusserst dünnen, blassen Adern; nur die Eandader ist bis über die 
Mündung der dritten Längsader und die erste Längsader ist besonders gegen das 

Z. B. Ges. ß. XLII. Abh. 16 



122 



Gabriel Strobl. 



verdickte Ende hin schwarzbraun. Eandmal nur angedeutet. Das Geäder ist sonst 
ganz normal: die Discoidalzelle kurz und breit, die Endgabel ziemlich kurz und 
breit; die obere Zinke entspringt spitzwinkelig und mündet genau in der Mitte 
zwischen der zweiten und dritten Längsader. 

Diese Art sieht habituell der sulcitarsis und dypeata ähnlich, steht aber 
wegen der ganz einfachen Beine wohl am besten neben minuta. 

Am Lusierpasse in Südtirol leg. Th. Becker am 19. Juni 1891 2 

B. Hinterschenkel verdickt, an der Spitze ausgeschnitten 
verdünnt; Schildchen mehrborstig. 

14. femorella Zett., I, 355; Schiner, 116; Becker, Berliner Entomol. 
Zeitschr., 1887; Tief, Progr., 1887, S. 27. 

pinetorum Schiner, I, 114 und Sammlung, non Zett. 

nitidula Zett., 355; Schiner, 116; Tief, Progr., 1887, S. 26; Becker, 
1. c, S. 127. 

2'5 — 4 3 mm. Atra, nitida, ohscure pilosa, halterihus pedihusque ohscuris; 
thorax et pedes setuUs distinctis, scutellum setis 6—8; femora postica crassa, 
abrupte angustata. 

cT. Hypopygio majusculo, metatarso antico crassissimo, ovali. 

9- Tibiis et tarsis omnibus simplicibus. 

Stirne breit, nebst Hinterkopf sammtschwarz, matt. Thoraxrücken glänzend 
schwarz, Brustseiten dunkelgrau, Acrostichalbörstchen etwas unregelmässig zwei- 
reihig, öfters vorne mit einer Zwischenreihe; Dorsocentralbörstchen ein- bis 
zweireihig; die Börstchen deutlich, aber kaum halb so lang, als bei Cornicula. 
Schildchen mit sechs, selten acht ziemlich langen Borsten. Hinterleib glänzend 
schwarz, sehr kurz dunkel behaart; überhaupt die Behaarung dunkel, nur die 
Unterseite des Kopfes, die Hüften, besonders die Vorderhüften und die Seiten 
der Hinterleibsbasis mit ziemlich bleichen Haaren. Behaarung der Beine kurz 
und fein, höchstens die wimperartig gereihten Haare der Unterseite der Mittel- 
und Hinterschenkel etwas auffällig. Längere Börstchen fehlen fast ganz; nur die 
Apicalbörstchen der Schienen und feine Börstchen an der Eückseite der Hinter- 
schienen zwischen der kurzen Behaarung, letztere wenigstens beim 9 ziemlich 
deutlich. Hinterschenkel ziemlich verdickt und gekrümmt, vor der Spitze plötzlich 
wie ausgeschnitten verdünnt und an der Uebergangsecke mit einigen kurzen 
stachelartigen Börstchen. Alle Schienen einfach, die Hinterschienen häufig ihren 
Schenkeln eng angedrückt und schwer loszumachen. Flügel fast wie bei Cornicula, 
aber nur intensiv grau; die Spitzenquerader bedeutend kürzer, stärker divergirend, 
aber ebenfalls mit fast rechtwinkeligem Ursprünge. Analader sehr fein, aber 
wenig verkürzt. 

Hinterleib cylindrisch; Hypopygium geschlossen, zusammengedrückt, 
zweischneidig, so hoch oder kaum höher, als das Leibesende und demselben 
angedrückt, oben kurz behaart. Die Vorderferse sehr dick, 2 — 3 mal dicker, als 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



123 



-das Schienenende, breitelliptisch, fast = Schiene = vier Tarsenglieder, äusserst 
kurzflaumig, oben convex, unten ziemlich flach mit langer, tiefer Mittelrinne. 

9. Fast nur durch den kegelförmigen Hinterleib und die einfachen 
Vorderbeine vom cT unterscheidbar; die Vorderferse nicht dicker, als die folgenden 
Glieder = V2 Schiene- = drei folgenden Tarsenglieder; Behaarung der Beine 
fast genau wie beim , nur die Börstchen der Hinterschienen deutlicher. Unreife 
Exemplare mit gelbbraunen Beinen sind nicht selten. 

Anmerkung. Nitidula Zett., 355, die der Autor selbst nur durch etwas 
bedeutendere Grösse, etwas . hellere Flügel, kürzere Thoraxbörstchen und etwas 
längere Vorderferse des cT — lauter relative Merkmale von geringem Werthe — 
von femorella unterscheiden kann, ist nach den genauesten Vergleichen meiner 
grössten Exemplare mit den kleinsten wohl nur eine grössere, kürzer beborstete 
Form der femorella mit helleren Flügeln, die sich vorwiegend in subalpinen 
Lagen findet, während die kleinei-e, dunkelflügelige femorella in der Alpenregion 
am häufigsten auftritt. In den Hinterschenkeln, Hinterschienen, der Vorder- 
ferse etc. findet sich kein haltbarer Unterschied, auch kaum in den Acrostichal- 
börstchen; die kleinsten Exemplare zeigen nur zwei deutliche, unregelmässige 
Reihen, bei den grösseren schiebt sich — wenigstens vorne — noch eine Mittel- 
reihe ein, auch die Dorsocentralbörstchen sind bei grossen Exemplaren unregel- 
mässig zweireihig; doch machen die vielen Mittelformen jeden scheinbar constanten 
Unterschied illusorisch. Auch Becker, 1. c, findet die Unterschiede sehr gering 
und hebt nur die verschiedene Länge der Börstchen hervor. Da Zetter stedt 
beiden Geschlechtern verdickte Hinterschenkel zuschreibt und die Vorderferse 
länglich nennt, so kann er nur diese subalpine Form gemeint haben, denn ausser 
der folgenden Art, die keinen oblongen Metatarsus besitzt, und der an der unteren 
Donau von Kowarz gesammelten eumera Loew, die schwarzgraue Flügel be- 
sitzt, gibt es keine bekannte Art mit in beiden Geschlechtern ausgeschnittenen 
Hinterschenkeln. 

Beide Formen in den Alpengegenden bis in die Schweiz häufig, in Ober- 
steiermark sehr gemein. Aus Kärnten erhielt ich durch Prof. Tief femorella 
vom Eichholzgraben bei Villach und von der Saualpe, wo auch Schiner sie 
sammelte (11 Exemplare); nitidula in besonders grossen Exemplaren (4— 4'3 wm) 
von Federaun und vom Grasgraben bei Villach, sowie von Freiwaldau in Oester- 
reichisch-Schlesien ; 1 9 der var. nitidula sammelte Prof. Beruh. Wagner auch 
bei Seitenstetten in Niederösterreich. Zahlreiche Exemplare der femorella sammelte 
Herr Becker zu Andermatt und St. Moritz (Schweiz), var. nitidula ebenfalls 
zu St. Moritz, am Wölfelsfall und zu Liegnitz (Schlesien); femorella Scholz, 
Bresl., 1850, aus Schlesien gehört wohl auch zu var. nitidula. In der Sammlung 
W int he m 's aus Südlappland 1 cJ^ der Normalform. Die Tiefform schon von 
Mitte Mai an, die alpine femorella von Mitte Juni bis Ende August. 

15. suleitarsis n. sp. 

3 — 4 mm. Aterrima, nitidissima, alhido puherula, halteribus pedihusque 
ohscuris, femoribus posticis incrassatis, abrupte angustatis, alis albidohyalinis 
nervis dilute brunneis. 

16* 



124 



Gabriel Strobl. 



. Hypopygio majusculo, metatarsis anticis longis, subincrassatis. 

9. Metatarso antico crassiusculo. 

3"5 — 4 mm, 9 3 — 3*5 mm. Ober- und Hinterkopf matt, sammtschwarz. 
Thorax und Hinterleib glänzend schwarz, Brustseiten dunkelgrau. Thoraxrücken 
stellenweise mit graulichen Härchen mehlartig bestäubt, ' die zweireihigen Acro- 
stichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen äusserst kurz, schwarz. Schildchen 
mit 6 — 8 Borsten. Hinterleib mit einem äusserst kurzen, weisslichgelben Flaume 
besetzt; nur die weisslichen Haare an den Seiten der Basairinge etwas länger; 
ebensolche Haare an den Hüften und der Unterseite des Kopfes. Die ziem- 
lich lichte, gelbliche oder bräunliche Behaarung aller Beine ebenfalls ausser- 
gewöhnlich kurz, gleichsam nur eine Art Bereifung derselben; nur die Hinter- 
schenkel beiderseits (oben und unten) mit etwas längeren, kammfö]-mig gestellten 
Haaren. Ausser den kleinen Apicalborsten sind die Schienen, auch die Hinter- 
schienen, ganz borstenlos; nur die Mittelschienen tragen innen einige etwas 
längere borstenartige Haare. Die Hinterschenkel sind verdickt, vor der Spitze 
eingeschnitten verdünnt, ganz wie bei femorella. Die Flügel sind ganz durch- 
sichtig glasartig, sogar etwas weisslich, mit gelbbraunen bis braunen, ziemlich 
feinen Adern, gelbbraunem Stigma, ziemlich kurzer Gabel, spitzwinkelig ent- 
springender, wenig gebogener, stark divergirender Spitzenquerader; die sechste 
und siebente Ader sehr schwach. 

cf. Hypopygium glänzend, fast kahl, geschlossen, zusammengedrückt, 
zweischneidig, ziemlich gross, den Hinterleib überragend. Vorderferse nur wenig 
dicker, als das Schienenende, so lang, als die Schiene, bedeutend länger, als die 
übrigen Tarsenglieder zusammen, überall nur sehr kurz behaart ; die untere Kante 
bildet gleichsam die Fortsetzung der Schiene und trägt eine äusserst kurze, dichte, 
schwarze Haarbürste ; die obere Kante liegt nur eine halbe Schienenbreite höher 
und neben derselben verläuft der ganzen Länge nach eine glatte, tiefe, breite Rinne. 

9 . Stimmt so vollkommen mit dem dass es sich nur durch den 
zugespitzten Hinterleib, die noch unscheinbarere Behaarung und die Vorderferse 
unterscheiden lässt. Diese nur ebenso dick, als das wenig verdickte Schienenende, 
= Schiene = drei Tarsenglieder; die folgenden Tarsenglieder sind nur halb 
so dick. 

Anmerkung. Diese Art ist also von femorella durch die ganz durch- 
sichtigen Flügel, die blassen Adern, den spitzeren Gabelwinkel, die weissliche 
Behaarung, durch grösseres Hypopygium, auffallend schlanke und lange 
Vorderferse, 9 durch die dickere Vorderferse leicht zu unterscheiden. 

Auf Krummholzwiesen und an Alpenbächen Obersteiermarks stellenweise 
häufig, z. B. am Rottenmannertauern, auf Kalkalpen um Admont. Juli, August. 

II. Grruppe der Hilara mmira. 

Ziemlich grosse bis sehr grosse, kräftige, starkbeinige Arten mit ebenfalls 
tief schwarzem Kopfe, schwarzen Schwingern und Beinen, fast immer 6 — 10- 
borstigem Schildchen, dunkelgrauem, ein- oder dreistriemigen (nur bei einer 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



125 



Uebergangsform schwarzem) Thoraxrücken uud vierreihigen Acrostichalbörstcheii. 
Die Kniee sind fast immer schmal rothgelb. 
16. diversijyes n. sp. 

3 5 — 4 3 mm. Suhnuda, thorace atro, nitido, setis acrostich. pluriseriatis, 
dorsocentralibus uniseriatis; abdomen atrum, albopuherulum, kälteres pedesque 
obscuri genubus flavis. 

. Metatarso antico crassissimo, ovali, femoribus posticis crassis, abrupte 
angustatis. 

$. Metatarsis et femoribus omnibus simplicibus, tibiis posticis versus 
apicem incrassatis, cylindricis. 

cf, $. Gesicht matt, graiischwarz mit glänzend schwarzem Mundrande, 
Ober- und Hinterkopf mattschwarz. Thoraxrücken und Hinterleib glänzend 
schwarz, ersterer ganz ohne Striemen mit 3 — 4-reihigen, aber nur bei starker 
Vergrösserung sichtbaren Acrostichal- und unregelmässig einreihigen Dorsocentral- 
börstchen. Schildchen mit 8 — 10 schwachen Borsten. Schüppchen braun, gelb 
gewimpert, Schwinger schwarzbraun mit rothgelbem Stiele. Hinterleib von winzigen 
weissen Härchen wie bestreut und dadurch etwas matt, aber ohne deutlich 
längere Eandborsten, Die Seiten der Basairinge, die Hüften und Hinterschenkel 
deutlich gelblich- und etwas länger behaart; sonst sind die Beine nur äusserst 
kurz gelblich flaumhaarig; sogar die Apicalborsten der Schienen sind winzig und 
die Rückseite der Hinterschienen besitzt keine Börstchen oder höchstens eine An- 
deutung derselben. Flügel grau; die Spitzenquerader entspringt ziemlich spitz- 
winkelig, ist am Grunde nur wenig gebogen, dann fast gerade und divergirt stark. 

c^. Vorderferse länglich- eiförmig oder elliptisch, in der Mitte dreimal 
dicker, als das Schienenende, nach beiden Enden verschmälert, = ^/s Schiene,- 
= vier Tarsenglieder, äusserst kurz flaumhaarig, auf der Oberseite stark convex, 
auf der Unterseite flach mit schwacher oder deutlicher glatter Mittelrinne ; unreif 
ist sie gekrümmt und unten ausgehöhlt Hinterschenkel verdickt, gekrümmt, vor 
der Spitze plötzlich ausgeschnitten verdünnt, genau wie bei femorella, aber allseits 
dichter und länger gelblich flaumhaarig, ohne stachelartige Börstchen an der 
Uebergangsecke. Hypopygium ziemlich gross, geschlossen, zweischneidig zu- 
sammengedrückt, angedrückt, vorne oben mit zwei Reihen langer gelber Haare, 
sonst nur äusserst kurz flaumig; wenn es etwas absteht, sieht man an der Vorder- 
ecke jeder Seitenlamelle einen kurzen, gekrümmten Dorn. 

9 . Ganz wie das , die bleiche Behaarung etwas kürzer, aber auch am 
Hinterleibe noch deutlich; die Vorderferse einfach, dünn, = ^/s Schiene = drei 
Tarsenglieder. Alle Schenkel einfach, die Hinterschenkel sogar etwas dünner, 
als die vorderen; Hinterschienen vom Ende des ersten Drittels an allmälig, aber 
nicht auffällig verdickt, nicht breitgedrückt, sondern vollkommen walzenförmig, 
am Ende etwa am dicksten. 

Diese Art ist durch die verschieden gebildeten Hinterschenkel des cT und 9 
sehr auffällig; meines Wissens wurde noch keine derartige Art beschrieben. Sie 
steht gleichsam in der Mitte zwischen femorella und maura, bildet durch den 
ganz schwarzen Thoraxrücken einen Uebergang von der I. zur II. Gruppe, schliesst 



126 



Gabriel Strobl. 



sich jedoch zunächst an maura an. Von nitidula und femorella unterscheidet 
sie sich durch die Grösse, durch die deutlich weisslichgelbe Behaarung des Hinter- 
leibes, die gelblichbraune der Beine, die fehlenden oder kaum merklichen Börst- 
chen der Hinterschienen, die langen Wimpern des Hypopygium, die kaum ange- 
deuteten Thoraxbörstchen, die zehn Schildchenborsten, das 9 auch durch die 
dünnen, einfachen Hinterschenkel und verdickten Hinterschienen; von maura 
durch den glänzend schwarzen, ganz ungestriemten Thoraxrücken, die etwas 
kürzere Behaarung, daher grösseren Glanz des Thorax, Hinterleibes und der 
Beine, die nur einreihigen Dorsocentralbörstchen, das cT auch durch die Hinter- 
schenkel; eumera Loew, Berliner Entomol. Zeitschr., 1873 (nur (j^ bekannt), 
weicht ab durch zweireihige Acrostichalbörstchen, schwarzgraue Flügel, muss aber 
dieser Art jedenfalls sehr nahe stehen. Pinetorum Zett. endlich, mit der diese 
Art wohl vielfach verwechselt wurde, hat in beiden Geschlechtern einfache Hinter- 
schenkel und ganz schwarze Kniee, längliche Vorderferse beim . 

In Oesterreich, Steiermark und Kärnten ziemlich häufig; ich sammelte 
sie oftmals in beiden Geschlechtern um Melk, Seitenstetten, Admont, im Gesäuse. 
Durch Prof. Tief erhielt ich vom Grasgraben bei Villach, 14. Mai, 2 cT» von der 
Stelzing (1410 m), 10. Juli, 7 cf, 2 $. Mai, Juni, in Alpengegenden Juli, August. 
Ausserhalb Oesterreichs wurde sie von Th. Becker zu St. Moritz (pro parte als 
pinetorum, Berliner Entomol. Zeitschr., 1887, S. 127) in der Schweiz, am Wölfels- 
fall und zu Eeinerz in Schlesien gesammelt. 

17. maura Fabr., Zett., I, 341; Schiner, I, 115 und Sammlung!; 
Strobl, Progr., S. 10!; globulipes Meig., III, 3 (nicht glohuUceps, wie Schiner 
citirt). 

Empis Simplex Wied., Meig., III, 28 (scheint eine kleinere, dunklere Form 
zu sein). 

4 — 4' 5, $ 3' 5 — 4 mm. Subnuda, nigra; thorax ohscurc cinereus vittis 3 
aequalihus approximatis nigrofuscis, setulis pluriseriatis ; dbdomen albopuhe- 
rulum, pedes simplices, ohscuri, genubus flavis. 

Metatarso antico oblong o-ovato, brevissime puberulo. 

$ . Tibiis posticis versus apicem cylindrico-incrassatis. 

Gesicht und ein Fleck unmittelbar über den Fühlern weisslichgrau, Ober- 
und Hinterkopf mattschwarz. Thoraxrücken — von der Seite und von rückwärts 
gesehen — dunkelgrau mit drei scharf begrenzten, genäherten, dunkelbraunen 
bis schwarzen, fast gleichbreiten, meist weisslich gesäumten Striemen, die seit- 
lichen vorne etwas verkürzt; von vorne gesehen ist er bisweilen beinahe ganz 
schwarz, daher wurde die Art in der analytischen Tabelle doppelt aufgeführt. 
Sowohl die Acrostichal- als auch die Dorsocentralbörstchen sind mehrreihig, aber 
fast nur punktförmig; nur die am Seitenrande bei allen Arten vorhandenen 
längeren Borsten sind auch bei dieser ziemlich lang. Schildchen mit 6 — 10 
kurzen Borsten. Hinterleib cylindrisch, schwarz. Thoraxrücken und Hinterleib 
durch äusserst feine und kurze, fast mehlartige weissliche Bestäubung ziemlich 
matt, nur der Hinterleib deutlich glänzend. Die Beine sind ebenso fein, aber 



Die östeneichiscben Arten der Gattung Hilara Meig. 



127 



mehr gelbbräunlich behaart und wenig glänzend ; bedeutend längere gelblichweisse 
oder bräunlich gelbe, fast wollige Haare finden sich nur am Kopfe, an den Seiten 
der Hinterleibbasis, an den Hüften und Hinterschenkeln. Die Beine sind braun 
bis schwarz, immer mit lichteren Knieen, ganz ohne Borsten, bloss die Apical- 
börstchen der Schienen deutlich ; alle Schenkel einfach, die hintersten zwar ziem- 
lich dick, doch nicht eingeschnitten verdünnt. Flügel graulich mit braunem 
Stigma und schwarzbraunen Adern, nur die sechste und siebente Längsader 
undeutlich und verkürzt. Die Spitzenquerader entspringt spitzwinkelig, ist dann 
nur wenig gebogen und divergirt stark. 

cf. Vorderferse stark verdickt, länglich-oval, bei unreifen verschieden ein- 
gedrückt oder gebogen, bei reifen aber gerade, fast walzenförmig, nur auf der 
Unterseite ziemlich flach, doch ohne Mittelrinne, überall dicht und äusserst kurz- 
flaumig, ungefähr = Schiene = vier Tarsenglieder. Die Vorderschienen sind 
deutlich, die Hinterschienen kaum gegen das Ende verdickt. Hypopygium kaum 
von der Höhe des Hinterleibsendes, ganz geschlossen, seitlich zusammengedrückt, 
überall sehr kurz gelbbräunlich flaumhaarig; nur die Oberränder der Seiten- 
lamellen zeigen — bei zurückgeschlagenem Hypopygium — zwei Eeihen etwas 
längerer weissgelber Wimpern ; auch der Rand des letzten Ringes oben mit einer 
längeren weissgelben Wimpernreihe. 

9. Ganz wie das cT, die Behaarung kaum etwas kürzer, die Vorder- 
schienen und Vorderfersen nicht verdickt, letztere etwa = Schiene; die 
Hinterschienen vom Ende des ersten Drittels an deutlich verdickt, walzenförmig, 
nicht flachgedrückt. 

Anmerkung, Die Unterschiede von diversipes siehe bei dieser Art; bei 
besonders dunklen $ der maura beachte man die 3— 4-reihigen Dorsocentral- 
börstchen, während diversipes immer nur einreihige, höchstens stellenweise 
undeutlich zweireihige besitzt. Auch zeigen selbst die dunkelsten Exemplare 
wenigstens in gewisser Richtung deutliche dunklere Striemen. 

In Niederösterreich an Bachufern um Amstetten und Seitenstetten sehr 
gemein, selten um Melk; in der Sammlung Schiner's vom oberen Lunzersee, 
aus Josefsthal etc. 17 cT, 9 5 Sammlung Winthem's als globuUpes 2 

2 9- erhielt sie auch aus Böhmen und Lemberg durch Schmidt-Göbel; 
ferner durch Prof. Tief aus Freiwaldau in Schlesien und von zahlreichen Stand- 
orten der Umgebung Villachs in Kärnten. Nach Kowarz, Verhandl. der k. k. 
zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1873, S. 457, um Herculesbad. Auch in Schlesien 
(Wölfelsfall, Liegnitz, Hummel, Dohnau) häufig (1. Becker). Mai bis Juli. 

18. luguhHs Fall., Zett., 341; Schiner, I, 116; Kow., Verh. d. zool.- 
botan. Ges., 1873, S. 457; non Meig., III, 10. 

trigramma Meig., VI, 337; Schiner, I, 116. 

4'5 — 6 mm. Ätra, opaca, ohscure pilosa, halteribus, alis, pedihusque 
nigricantibus; ihorax ohscure einer eus vittis tribus latis atris. 

Metatarsus anticus cylindricus, tibia vix latior; femora subtus 

spinulosa. 



128 



Gabriel Strobl. 



Eine der grössten und auffallendsten Arten. Kopf und Hinterleib 
tiefschwarz, sammtartig matt, schwarz behaart und beborstet. Rückenschild 
dunkelgrau mit drei behaarten, gleichbreiteu, vorne nicht verkürzten, tiefschwarzen 
Striemen. Der glänzend schwarze Rüssel etwas kürzer, die mattschwarzen Fühler 
fast länger, als der Kopf. Das dritte Fühlerglied breit kegelförmig mit gleich- 
langem EndgrifFel. Die Taster lang, walzenförmig, schwarz, etwas grau schimmernd, 
lang schwarz beborstet. Die mässig langen Acrostichal- und Dorsocentralbörstchen 
unregelmässig 2 — 3-reihig. Schildchen 8 — 10-borstig. Prothoraxstigma dunkel, 
Schulterschwiele rothgelb. Schüppchen braun, braun gewimpert. Schwinger schwarz- 
braun mit braunem Stiele. Behaarung des cylindrischen Hinterleibes sehr 
reichlich, die langen Marginalborsten stark. Hypopygium mässig gross, glän- 
zend schwarz, zusammengedrückt, geschlossen, angedrückt, gleichsam der stumpfe 
Schluss des Hinterleibes, oben ziemlich lang schwarz behaart. 

Beine nicht besonders kurz, aber kräftig, besonders die Schenkel; alle 
Schenkel unten mit kurzen, dornartigen Borsten, ausserdem noch nebst den 
Schienen allseitig reichlich und mässig lang dunkel behaart. Vorder- und Mittel- 
schienen aussen, Hinterschienen aussen und rückwärts mit starken, aber ziemlich 
spärlichen dornartigen Borsten. Vorderferse etwas länger, als die halbe Schiene, 
= drei Tarsenglieder, nur wenig dicker, als das verdickte Schienenende, walzen- 
förmig, allseits ziemlich lang flaumhaarig mit einzelnen längeren feinen Borsten- 
haaren. Flügel mit sehr dicken, schwarzen, braun gesäumten Adern; die Fläche 
ist schwärzlichgrau, die Rand- und die Vorderhälfte der Unterrandzelle gesättigt 
braun, das noch etwas dunklere Randmal daher schwer unterscheidbar. Die 
Gabel ist nicht besonders spitzwinkelig, breit, der obere Ast divergirt stark und 
mündet näher der zweiten als der dritten Längsader. Die Analader sehr un- 
scheinbar. 

Das 9 gleicht nach Zetterstedt bis auf die gewöhnlichen Geschlechts- 
unterschiede ganz dem und besitzt einfache, an der Spitze nicht verdickte 
Hinterschienen. 

Auf Krummholz wiesen des Kalbling in Obersteiermark am 18. Juli 1890 
ein (j^, von Kowarz bei Herculesbad am 1. Juni 1871 mehrere Exemplare ge- 
sammelt (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in "Wien, 1873, S. 457, als 
luguhris); ich sah aus Prof. Tiefs Sammlung ein von dorther stammendes 
als trigramma Meig. ; es ist aber nur eine kleinere Form (4'5 mm) mit nicht 
ausgefärbten, braunen Beinen und etwas lichteren Flügeln, die aber in allen 
wesentlichen Merkmalen mit meinem alpinen stimmt. 

19. dimidiata n. sp. 

3'7 — 4'5 mm, plerumque 4 mm. Atra, nitida, obscure pilosa, halterihus 
pedihusque öbscuris, genuhus distincte flavorufis; thoracis dorsum fuseum vitta 
media distincta, lateralibus 2 evanescentibus nigris; scutellum setis 4. Alae 
cinereohyalinae ; pili et setae tenues, breves. 

. Metatarso antico modice incrassato, cylindrico, brevissime puberido; 
hypopygio mediocri. 

9 . Dimidio apicali tibiarum posticarum aequaliter incrassato, cylindrico. 



i)ie österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



129 



Ober- und Hinterkopf tief schwarz, matt. Thoraxrücken graubraun mit 
drei schwach begrenzten braunen oder schwärzlichen Striemen; die mittlere 
breiter und deutlicher. Acrostichalbörstchen vierreihig, Dorsocentralbörstchen 
einreihig. Schildchen vierborstig. Schwinger schwarzbraun mit rothgelbem Stiele. 
Hinterleib fast unbestäubt, glänzend schwarz, ohne bleiche Ringränder, beim cT 
genau cylindrisch, beim 9 kegelförmig; sehr kurz schwarzhaarig mit sehr 
sehwachen Marginalborsten, die dem Q meist sogar gänzlich fehlen. Beine schwarz 
mit deutlich rothgelben Knieen; die Vorderschienen aussen, die Mittelschienen 
innen, die Hinterschienen aussen und rückwärts mit deutlichen, aber sehr feinen 
Borsten. Flügel rein grau, schwarzaderig mit braunschwarzem Stigma; die Gabel 
ziemlich spitzwinkelig, die obere Zinke bedeutend länger, als bei pilosa; die 
Analader verkürzt, sehr fein. 

. Hypopygium mittelgross, kleiner, als bei pilosa, aber etwas grösser, 
als bei interstincta, eiförmig, meist fest angedrückt, der obere Theil ziemlich 
deutlich, der untere nur mikroskopisch behaart. Die Bauchlamelle matt, die 
kleinen Seitenlamellen glänzend, dreieckig; bisweilen steht es ab und dann sieht 
man vorne oben zwei kleine, gekrümmte Dornen, zwischen denen der glänzend 
schwarze, dicke, plötzlich in einen feinen, gelbbraunen Faden verdünnte Penis 
wagrecht vorragt; dicke Basis und dünnes Ende ungefähr gleich lang. Die 
Vorder ferse eiförmig-cylindrisch, fast = Schiene = vier Tarsenglieder, nur 
wenig dicker, als das Schienenende, überall, auch an der Spitze, nur sehr kurz 
behaart, ohne längere Borsten. Die übrigen Beine ganz einfach. 

Stimmt in Färbung, Behaarung, Flügelfarbe etc. durchaus mit dem 
cT; nur ist der Hinterleib kegelförmig, meist ganz ohne Marginalborsten und 
überhaupt kaum behaart. Die Vorderbeine sind einfach, die Hinterschienen aber 
fast von der Mitte an deutlich und gleichmässig walzenförmig verdickt; wegen 
dieser Theilung in eine dünne und eine doppelt dickere Hälfte gab ich der Art 
den Namen dimidiata. 

Anmerkung. Trotz der verdickten Hinterschienen kann diese Art nicht 
nigrina Fall, sein, da diese einen mattschwarzen Hinterleib, schwärzliche Flügel 
besitzt und nur IV2'" gross ist; siehe nigrina, S. III. 

In den steierischen Voralpen und Alpen an Bächen, Seen und Tümpeln 
eine der gemeinsten Arten; schwebt oft schaarenweise unmittelbar über dem 
Wasser. Aus Sedrun (Südtirol) 1 9 (1. Becker). 800— 2000 m. Juli, August. 

20. pilosa Zett., 342; Schiner, I, 115 und Sammlung!; Strobl, 
Progr., S. 10! 

interstincta Meig., III, 6, excl. Cit. Fall. 

spinipes Macq., Dipt., 112, 7, sec. Meig., VIT, 80. 

4 — 4 5 vim. Tota griseonigra, opaca, ohscure pilosa et fortius setosa, 
halteribus pedihusque ohscuris genubus anguste dilutioribus ; thorax subtrivit- 
tatus, scutellum setis 6—8; alae brunnescentes vel cinereae. 

Metatarso antico valde incrassato, ovato-oblongo, brevissime puberulo 
pilis nonnullis apicalibus longioribus; hypopygio magno. 

9 • Tibiis et tarsis simplicibus, tibiis posticis tenuibus, rectis. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 17 



130 



Gabriel S^trobl. 



Gleicht der vorigen Art sehr, so dass es genügt, die Unterschiede hervor- 
zuheben. Das Schildchen ist stets 6 — 8-borstig. Der Hinterleib des und $ ist 
nicht cylindrisch, respective kegelförmig, sondern ziemlich stark niedergedrückt, 
nicht glänzend schwarz, sondern ziemlich stark gelbgrau oder grau bestäubt, fast 
matt, ebenfalls ohne bleiche Eingränder. Die schwarze Behaarung desselben ist 
sehr deutlich, die Marginalborsten sind länger und stärker, auch beim 9 iioch 
deutlich, wenn auch feiner. Die Flügel sind nicht einfach grau, sondern besitzen 
bei beiden Geschlechtern deutlich einen Stich ins Bräunliche ; rein graue kommen 
nur selten vor. Die Spitzenquerader entspringt beinahe rechtwinkelig, biegt sich 
aber bald sehr stark und läuft dann, wenigstens anfangs, beinahe parallel mit 
der dritten Längsader. Das Hypopygium ist deutlich grösser, überall kurz-, aber 
deutlich behaart, zurückgeschlagen, dem Hinterleib aufliegend. Die Vorderferse 
des cT ist sehr stark verdickt, fast doppelt so dick, als das verdickte Schienen- 
ende, länglich-eiförmig, sehr kurz behaart, an der Spitze aber mit 2 — 4 längeren 
feinen Borsten, fast = Schiene = vier Tarsenglieder. Beim 9 sind alle Beine 
einfach, auch die Hinterschienen ganz gleichmässig dünn, nirgends verdickt oder 
gebogen. Die Beborstung der Schienen ist analog der von dimidiata, aber be- 
deutend stärker und länger. 

Anmerkung. Diese Art ist jedenfalls pilosa Zett., da sie von Zetter- 
stedt durch die dunkelgraue Färbung des ganzen Körpers, durch den auffallend 
verdickten Metatarsus und das grosse Hypopygium des kenntlich genug be- 
schrieben wurde. Einen Zweifel, ob er nicht die folgende Art beschrieben habe, 
könnte nur die Angabe „alis hyalinis"' erregen; doch dürfte er diesen Passus 
wohl nur gebraucht haben, um den Unterschied von der unmittelbar voraus- 
gehenden Art [lugubris Fall.) recht hervorzuheben. Die übrigen Angaben, beson- 
ders noch y,distincte pilosa'^, passen viel besser auf diese, als die nachfolgende Art. 

Ueber Waldsümpfen, auf Bachgebüsch in Niederösterreich ziemlich häufig, 
besonders um Melk und Seitenstetten; nach Schiner einzeln bei Dornbach und 
Klosterneuburg, am Schneeberg (9 cf, 9 Schiner's Sammlung!). Auch um 
Lemberg (1. Schmidt-Göbel!) und um Waldegg in Schlesien (Prof. Tief!); bei 
Herculesbad (Kowarz in diesen Verband!., 1873, S. 457). Um Liegnitz 2 cT 
(1. Becker!); bei Hajos in Ungarn (1. Thalhammer). Ende April bis Mitte 
Mai, selten später. 

21. scrohiculata Loew, Berliner Entomol. Zeitschr., 1873, Nr. 30, S. 41 ; 
Becker, Berliner Entomol. Zeitschr., 1887!; Kowarz, Verhandl. der k. k. zool.- 
botan. Gesellsch. in Wien, 1873, S. 457. 

caerulea Becker, 1. c, S. 128, 9- 

cT 5, 9 ^ — 5 mm. Simillima pilosae et vix differt, nisi alis hyalinis, 
setis dbdominis pedumque dehilioribus, scutelU setis 4 — 6. 

cT- Äbdomine cylindrico, metatarso antico aequaliter puhescente. 

9 . Tibiis posticis subdilatatis, incurvis, sulcatis, abdomine conico. 

Kopf, Thorax, Hinterleib ohne irgend einen erkennbaren Unterschied der 
Färbung etc.; nur ist der Hinterleib des (j^ und 9 nicht flachgedrückt und die 
Marginalborsten sind bedeutend schwächer. Die Vorderbeine des sind ebenfalls 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



131 



ganz analog gebaut, doch fehlen an der Vorderferse die längei'en Spitzenborsten. 
Mittel- und Hinterbeine des cT ebenfalls ganz gleich gebildet, aber die Borsten 
der Hinterschienen schwächer. Schildchen mit nur vier, selten sechs Borsten. 
Die Vorderschienen, die beim noch eine schwache Borstenreihe besitzen, sind 
beim 9 Woss flaumhaarig oder die Börstchen sind ganz undeutlich. Die Flügel, 
die bei pilosa immer deutlich braungrau oder grau getrübt sind, sind in beiden 
Geschlechtern durchaus glashell, die Gabel ist etwas kürzer und breiter, die 
Spitzenquerader zweimal geschwungen und stärker divergirend. 

Das 9 unterscheidet sich leichter, da zu dem Unterschiede der Flügel- 
färbung und Beborstung auch noch die recht auffallende Verschiedenheit der 
Hinterschienen kommt. Bei pilosa sind dieselben dünn und ganz gerade, bei 
scröbiculata aber der ganzen Länge nach deutlich breitgedrückt, vor der Mitte 
am breitesten, gegen die Basis ziemlich stark, gegen die Spitze allmälig sehr 
schwach verschmälert; sie sind auf beiden Flachseiten deutlich mit einer Längs- 
rinne versehen und in der Mitte etwas gekrümmt. Die Hinterschienen der inter- 
stincta sind ähnlich, aber viel schwächer, ja kaum merklich, breitgedrückt und 
überall gleich breit, nicht oder kaum gefurcht; auch unterscheidet sich inter- 
stincta 9 leicht durch den glänzend schwarzen, nicht bestäubten Hinterleib und 
die bräunlichen Flügel, während scröbiculata 9 einen fast ganz matten, 
dunkelgrau bestäubten Körper besitzen. 

Von Kowarz im Mai bei Dubova und am serbischen Donauufer häufig 
gesammelt (1. c, S. 457), von Becker bei Zermatt und St. Moritz in den Schweizer 
Alpen (circa 1900 m) 6 cT, 7 9 über Wasser schwebend, von mir in den steierischen 
Alpen an Bächen und Sümpfen zugleich mit dimidiata Mitte bis Ende August 
einige Pärchen entdeckt (Hochschwung bei Kottenmann, Natterriegel bei Admont, 
1800 m). 

Anmerkung. Coerulea Becker ist nach dem untersuchten Original- 
Exemplare aus St. Moritz nur ein fettig gewordenes 9 der scröbiculata; von 
bläulicher Färbung sah ich keine Spur mehr. 

22. interstincta Fall., Zett., I, 343; Schiner, I, 115 und Sammlung!; 
Tief, Progr., S. 26!; Strobl, Progr., S. 58. 

modesta Meig., III, 10! 

5'5 — 6'5, 9 ^'5 — 5 mm. Atra, nitida, obscure pilosa et setosa, halteri- 
bus pedibusque obscuris genubus vix dilutioribus : thoracis dorsum cinereo- 
nigrum vittis 3 parum determinatis nigris; scutellum setis 6 — 8. 

Alae cinereohi/alinae ; hypopygium minus; metatarsus anticus parum 
incrassatus, cylindricus, longe pubescens setulis longioribus intermixtis. 

9 • Pedes simplices tibiis posticis subcompressis, paullo incurvis. 

Auch diese Art ist den vorausgehenden so ausserordentlich ähnlich, dass 
die Hervorhebung der wichtigeren Merkmale genügt. Am dunkelgrauen Thorax- 
rücken sind die drei schwärzlichen Striemen vorhanden, aber, besonders die 
seitlichen, sehr undeutlich und schwach begrenzt. Das Schildchen 6 — 8-borstig. 
Der Hinterleib fast genau, wie bei dimidiata, also cylindriseh, fast unbestäubt, 
glänzend schwarz, aber mit stärkerer schwarzer Behaarung, stärkeren Kandborsten 

17* 



132 



Gabriel Strobl. 



und deutlicli bleichen Ringrändern, beim 9 ebenfalls glänzend schwarz, doch 
ohne deutlich lichtere Ringränder, kegelförmig, nicht niedergedrückt, eher seitlich 
zusammengedrückt. Die Flügel fast wie bei pilosa, aber beim cT graulich glas- 
hell, beim 9 gebräunt. 

Hypopygium klein, etwas schmäler, als der letzte Ring, nicht auf- 
liegend, genau wie bei dimidiata, doch etwas kleiner und auch unten deutlich 
behaart. Die Vorderferse ist wenig verdickt, cylindrisch, an der ganzen Aussen- 
seite mit ziemlich langen, dazwischen auch mit einigen noch längeren Haaren 
besetzt, aber ohne eigentliche Borsten; etwas kürzer, als die Schiene und die 
folgenden Tarsenglieder zusammen. 

9 . Die Hinterschienen besitzen an der Rückseite ziemlich starke Borsten, 
jedenfalls bedeutend stärkere, als dimidiata und sind nicht eigentlich verdickt, 
aber der ganzen Länge nach etwas plattgedrückt, an den 'Flachseiten öfters mit 
ziemlich deutlicher Furche, in der Mitte etwas gekrümmt. 

Anmerkung. Meine Art ist gewiss die Art Fall, und Zett. wegen der 
von Zetterstedt angegebenen verschiedenen Flügelfärbung des und 9» des 
besonders kleinen Hypopygium und des nur „länglichen Metatarsus" des cf; 
aethiops Zett., 347, dürfte nur eine sehr seltene melanochroitische Form derselben 
sein, wie Zetterstedt selbst ziemlich deutlich zu verstehen gibt. 

An Teichen und Waldbächen Oesterreichs (bei Melk und Seitenstetten) um 
Gebüsch oder über dem Wasser schwebend ziemlich häufig, gewöhnlich erst im 
Juni; selten in Obersteiermark im Juli. Ich besitze sie auch aus Lemberg 
(Ende Mai) durch Schmidt-Göbel, sah sie von der Stelzing in Kärnten, 19. Juli 
(1410m, 1. Prof. Tief), aus Gnesau, 21. Juni (1. Prof. Tief), aus Reinerz in 
Preussisch-Schlesien, 16. Juli 1851 (Sammlung Schiner's 6 9); ebendaher, 
sowie von Liegnitz, Krummhübel, Hummel, Peist, Hirschberg, Zobten in der 
Sammlung Becker 's zahlreiche 9> ^^-i bis Juli. Aus Südlappland in der 
Sammlung Winthem 's ein unbestimmtes J^. 

23. angustifrons ii. sp. 

Simillima priorihus, at major ((^ 6—7, 9 5"5 — 6 mm), ihorax vitta unica 
lata, frons valde angusta, kälteres riifoflavi vel capitulo nigro, pedes nigri genu- 
hus distincte luteoflavis, scutellum setis 4. 

. Hypopygium magnum, metatarsus anticus tibiae aequilongiis, parum 
incrassatus, cylindricus, hreviter puhescens. 

9- Pedes simpliees tibiis posticis tenuibus, rectis; abdomen albido- 
pruinosum. 

Auch diese Art steht den vorausgehenden äusserst nahe, ist aber schon 
durch die Grösse und die schmale Stirne gut unterschieden. Bei den früheren 
Arten , ist die Stirne unmittelbar über den Fühlern schon fast doppelt so breit, 
als die Basis des dritten Fühlergliedes und erweitert sich nach oben bedeutend; 
bei angustifrons aber ist sie anfangs kaum so breit, beim 9 nur wenig breiter, 
als die Basis desselben und erweitert sich nach oben nur wenig, so dass sie in 
der Gegend des vorderen Nebenauges nicht einmal die dreifache Breite des Neben- 
auges besitzt. Die Stirne ist ganz mattschwarz ohne das graue Basalbändchen 



Die österreichischen Arten der Gattung Hllara Meig. 



133 



oder Dreieck der vorigen Arten; der Hinterkopf ebenfalls mattschwarz. Gesicht 
gelblichgrau bestäubt. Die Taster walzenförmig, ziemlich gross, lang schwarz 
beborstet; die Fühler bisweilen mit undeutlich rothbraunen Wurzelgliedern. 
Thorax und Hinterleib überall mehr oder weniger grau bestäubt, wie bei pilosa, 
mit der sie auch in der schwarzen Behaarung und Beborstung am besten stimmt; 
nur sind die Marginalborsten des Hiuterleibes kaum angedeutet. Der Eücken- 
schild ist meist mehr gelblichgrau und zeigt nur eine einzige, breite, die vier 
Reihen der Acrostichalbörstchen umfassende, vorne vollständige, vor dem Schildchen 
abgekürzte Strieme, die aber bisweilen, besonders beim 9? undeutlich ist. Die 
Dorsocentralbörstchen sind, wie bei den vorigen, nur einreihig, beim 9 ^^er 
undeutlich zweireihig. Schildchen mit vier langen Borsten. Schüppchen rothgelb, 
selten braun, blass gewimpert. Schwinger entweder ganz rothgelb, nur die Basis 
des Knopfes verdunkelt oder der ganze Knopf schwarzbraun. Hinterleib des cf 
grauschwarz, am Rücken schwarz-, an den Seiten etwas bleicher behaart, an der 
Grenze zwischen Rücken und Bauch eine nicht chitinisirte, blassrothe Strieme. Die 
Beine schwarzgrau, schwarz behaart und beborstet, wie bei pilosa, die Gelenke 
der Hüften und die Kniee rothgelb. Die Flügel sind ganz wie bei pilosa, grau 
getrübt mit einem Stich ins Braungelbe; nur ist die sechste Längsader ziemlich 
stark und geht fast bis zum Rande, während sie bei den vorigen Arten stark ver- 
kürzt und meist sehr blass ist. 

cf. Hypopygium fast ganz wie bei pilosa, gross, höher, als der letzte Ring, 
vollständig geschlossen, unten matt, oben glänzend, überall sehr kurz, aber deut- 
lich behaart; Penis und Dornhacken genau wie bei dimidiata. Die Vorderferse 
ist so lang, als die übrigen Glieder zusammen, fast so lang, als die Schiene, 
massig verdickt, cylindrisch, überall nur sehr kurz, aber deutlich flaumhaarig. 

Das 9 stimmt sehr mit dem ^T, ist aber kleiner, die Stirne etwas breiter, 
der Hinterleib plump, die Beine ganz einfach, schlank, besonders die Tarsen 
lang und dünn, die Hinterschienen ebenfalls ganz unverdickt, gerade, die Be- 
borstung und Behaarung kürzer; die rothgelbe Seitenstrieme des Hinterleibes 
ebenfalls vorhanden. Ganz reine Exemplare zeigen in gewisser Richtung den 
ganzen Hinterleib silbergrau bereift; in anderen Richtungen ist der Rücken dunkel 
und nur die Seiten sind silbergrau; die Hinterränder der Ringe sind weisslichgelb. 

Variirt mit hellem oder dunklem Fühlerknopf bei sonst vollständig iden- 
tischen oder 9j fc'i'ner mit sehr deutlicher bis kaum sichtbarer Rückenstrieme; 
unreife Exemplare besitzen ziemlich blasse Flügeladern und braune Beine mit 
lichteren Knieen. 

An Bächen und auf Waldpflanzen um Admont in Obersteiermark an vielen 
Punkten, aber nur vereinzelt. Mitte Juli bis Mitte August. 

24. pruinosa Mei^., III, 7! (ein typisches in der Sammlung Schi- 
ner "s); Schiner, I. 114 und Sammlung!; Tief, Progr,, S. 26; vulnerata Schin., 
115 und Sammlung! 

4 5 — 5, 9 S'6—4 mm. Nigra genubus et halteribus fuscoflavis, hreviter 
pilosa setulis minimis; ihorax setulis acrostich. et dorsocentralihus pluriseriatis. 



134 



Gabriel Strobl. 



cT- Totus alMdoeoeruleo pruinosus hypopijgio reflexo, non incumbente, 
■metatarso antico hrevi, crasso, cylindrico. 

9 • Ahdomine hrunneopruinoso, thorace cinereöpruinoso vittis 3 hrunneis, 
pedibus simplicibus. 

Eine grosse, kräftige, sehr auffallende Art, die trotz der lichteren Färbung 
jedenfalls zur II. Gruppe gehört und zunächst der angiistifrons steht. 

Gesicht und die schmale Stirne unmittelbar über den Fühlern weissgrau, 
der übrige Kopf schwarz. Der glänzend schwarze Eüssel kürzer, die matt schwarzen 
Fühler länger, als der Kopf. Taster mässig gross, licht schimmernd und licht 
behaart, nur die längere Borste schwarz. Unterkopf ebenfalls gelblich behaart. 
Thorax des ganz weisslichblau bereift, die sehr kurzen Acrostichalbörstchen 
unregelmässig 3 — 4-reihig, die Dorsocentralbörstchen unregelmässig zweireihig; 
zwei glatte dunklere Striemen sehr undeutlich. Prothoraxstigma dunkel, Schüppchen 
hell rothgelb mit lichteren Wimpern, die Schwinger ziemlich dunkel gelbbraun 
bis dunkelbraun. Das Schildchen vierborstig. Hinterleib des schlank, etwas 
plattgedrückt, wie der Thorax bereift, ja fast silberweiss, mit kurzer, weicher, 
weisser Behaarung ohne Eandborsten. Das Hypopygium ist mässig gross, schief nach 
oben gerichtet, nicht aufliegend, grau bereift, die Seitenlamellen glänzend schwarz; 
oben je zwei dicke, zusammengeneigte, schwer unterscheidbare Dornfortsätze. 

Die kräftigen, aber ziemlich langen Beine sind weich und kurz weisslich 
behaart; die Hinterschenkel zeigen oben längere Wimpern; die Vorder schienen 
sind allseitig und die Vorderferse aussen ziemlich lang weisslich behaart, die 
Vorderschienen tragen aussen, die Hinterschienen rückwärts zwischen der dichten 
Behaarung auch einige längere feine Borstenhaare. Die Vorderbeine sind plump, 
besonders die Schienen auffällig kurz und gegen das Ende stark verdickt; die 
Vorderferse ist fast doppelt so breit und fast so lang, als die Schiene, so lang 
als die vier Tarsenglieder, fast genau walzenförmig, nur die Oberkante etwas 
convex. , Die drei mittleren Tarsenglieder der Vorderbeine sind sehr kurz, etwas 
breiter, als lang, die der übrigen Beine ungefähr so lang, als breit. 

Die Flügel sind ziemlich graubraun getrübt mit schwarzen, starken 
Adern, dunklem, langem Stigma und kurzer Gabel; die obere Zinke entspringt 
beinahe rechtwinkelig, biegt sich dann stark und verläuft gerade, mässig diver- 
girend, zur Mitte zwischen der zweiten und dritten Längsader. 

Das kleinere 9 unterscheidet sich besonders durch die Färbung. Der 
Thoraxrücken ist mehr gelblichgrau oder dunkelgrau mit drei gleichbreiten 
braunen Striemen über den Borstenreihen. Die fünf ersten Ringe des stark 
plattgedrückten Hinterleibes sind oben ganz dicht hellbraun bereift, die folgenden 
schmalen Ringe grau. Alle Beine ganz einfach, die Hinterschienen zwar kräftig, 
aber vom Baue der übrigen Schienen; Behaarung und Beborstung etwas kürzer, 
aber sonst ganz wie beim cT, ebenso Kopf, Flügel, Borstenreihen des Thorax etc. 
Es erinnert sehr an maura 9 • 

In Niederösterreich von Schiner als selten angegeben und S. 114 als 
pruinosa das cf, S. 115 als vulnerata cT, 9 beschrieben; beide sind aber nach 
Original-Exemplaren Schiner's durchaus identisch. Schiner kannte anfangs 



Die östeiieicbischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



135 



von pruinosa nur ^f, von mdnerata nur 5; die cT '^^i vulnerata stammen erst 
vom 15. Mai 1881 aus St. Veit. Prof. Mik gibt in „Herustein", 1885, S. 520, 
vulnerata cT von Schwarzensee (1. Beck) an. Kärnten: Aus Federaun, 4. und 
7. Mai, Vassach, 10. Mai, Rennstein, 9. Mai, vom Grasgraben, 14. Mai, etc. um 
Villach erhielt ich durch Prof. Tief über 40 cT, 9» viele in copula gefangen, 
so dass über die Zusammengehörigkeit dieser beiden „Arten" gar kein Zweifel 
besteht. Tirol: Palm, Verhandl. der k. k. zool.-botau. Gesellsch. in Wien, 1869. 
S. 420, gibt vulnerata von der Gallwiese am Inn an. Aus Preussisch-Schlesien 
1 cf (1- Becker). 

III. Grruppe der Hilara quadrivittata Meig". 

Kleinere bis sehr kleine, hellgraue bis schwarzbraune Arten mit dunklen, 

ziemlich kurzen und kräftigen Beinen, fast immer hellen Schwingern; durch 

ziemlich plumpen Körperbau und stets scharf begrenzte, autFallend dunklere 
Thoraxstriemen ausgezeichnet. Schildchen meist vierborstig. 

A. Arten mit (wenigstens beim cT) einer oder drei dunklen 

Thoraxstriemen. 

25. BraueH ii. sp. 

3 mm. . Cinerea, coerulescens ; thorax vittis trihus nigris, setulis mi- 
nimis; scutellum setis 4 — 6; pedes nigri, validi, gemihus et articuUs 3 primis 
tarsorum posticorum pallidis, femorihus posticis crassis, subtus spinosis; kälteres 
semiohscuri; alae hyalinae stigmate nullo; metatarsus anticus cylindricus, sub- 
incrassatus. 

Diese Art ist schon durch die Hinterbeine so ausgezeichnet, dass sie mit 
keiner bekannten Art verwechselt werden kann. Von ziemlich kurzem, gedrungenem 
Bau, noch gedrungener, als tetragramma, der sie sehr ähnlich ist. Grau, auf 
Thoraxrücken und Hinterleib mit deutlichem Stich ins Bläuliche, auf den Thorax- 
seiten rein grau. Kopf fast breiter, als der Thorax, mit mässig breit getrennten 
Augen. Gesicht und Stirne weissgrau, Scheitel und obere Partie des Hinter- 
hauptes beinahe schwarzgrau. Behaarung des Hinterkopfes kurz, fast ganz weiss, 
nur oben auch schwarz. Fühler und der mäfjsig kurze Rüssel schwarz, die 
Taster sehr klein, grauschimmernd, kurz weiss beborstet. 

Thoraxrücken mit äusserst dichtem und feinem, bläulichweissem, mehli- 
gem Flaume bedeckt, mit äusserst kleinen, fast punktförmigen Börstchenreihen, 
die mittlere unregelmässig 2 — 3-, die seitlichen unregelmässig 1 — 2-reihig; die drei 
Striemen sehr deutlich, gleich breit, glänzend, braunschwarz, die seitlichen beider- 
seits etwas verkürzt. Schildchen mit 4 — 6 längeren schwarzen Borsten. Schulter- 
schwiele, die hell gewimperten Schüppchen und die Schwinger braungelb, letztere 
aber mit an der Spitze dunkelbraunem Knopfe. 

Hinterleib dick cylindrisch, kurz, mit demselben mehligem Flaume 
bedeckt, wie der Thoraxrücken, sonst kaum behaart. Hypopygium nicht gross, 



136 



Gabriel Strobl. 



deutlich abgeschnürt, wagrecht nach rückwärts gestreckt, mit (von der Seite be- 
trachtet) dreiseitiger Bauchlamelle, kurz spatelförmigen, convexen, breit abge- 
stutzten Seitenlamellen, deren vordere Oberecke eine feine, gekrümmte Dornspitze 
trägt; zwischen denselben ragt der dicke, glänzend schwarze, an der Spitzenhälfte 
feine, gelbbraune Penis wagrecht nach vorne. Fast das ganze Hypopygium ist 
glänzend schwarz, äusserst kurz weisslich flaumhaarig. 

Beine kurz, die Schenkel ziemlich dick; die hintersten doppelt so dick, 
aber nicht ausgeschnitten verdünnt, sondern nach beiden Enden allmälig ver- 
schmälert, auf der ganzen Unterkante mit einer Keihe ziemlich kurzer und starker 
dornartiger Borsten; sonst sind die Beine nur äusserst kurz und weich weisslich 
flaumig, selbst die Apicalbörstchen der Schienen sehr klein ; nur die Hüften zeigen 
etwas längere weisse Behaarung. Die Schienen sind schlank, die hintersten auf- 
fallend dünn. Die Vorderferse ist kaum dicker, als das Schienenende, etwa = 
Schiene = drei Tarsenglieder. Die Färbung der Beine ist schwarz, aber durch 
den Flaum ziemlich graulich, alle Kniee und die drei ersten Tarsenglieder der 
Hinterbeine hell rothgelb. 

Die Flügel sind rein glashell, irisirend, ohne deutliches Stigma, die erste 
Längsader dafür stigmaartig verdickt ; die Nerven stark, schwarz, nur der sechste 
und siebente Längsnerv sehr fein. Die kurze Gabel bildet fast ein gleichschenke- 
liges Dreieck, indem die obere Zinke spitzwinkelig entspringt und fast gerade 
oder nur wenig gekrümmt, stark divergirend verläuft, so dass sie näher der Mün- 
dung der zweiten, als der dritten Längsader endet; sie erinnert also an die Gabel 
einer Empis. 

Auf Gesträuch bei Seitenstetten in Niederösterreich am 25. Mai 1891 2 c/'; 
im Stadtforste von Liegnitz (Schlesien) am 16. Mai 1 (1. Becker). 
26. argyvosoma ii. sp. 
niveipennis Zett., 352, var. a) und h). 

9 3mm. Simillima niveipenni, at major, occipite cano, thorace sub- 
vittato; alae magis alhohyalinae nervis ohscuris; davae apex infuscatus; tarsi 
postici basi pallidi. 

Diese Art ist der niveipennis so ausserordentlich ähnlich, dass es mich gar 
nicht wundert, wenn Zetterstedt sie nur als eine grössere Form derselben 
betrachtet hat. Aber bei genauem Vergleiche der 9 beider Arten ergeben sich 
zahlreiche bedeutende Unterschiede. 

Der ganze Thorax und Hinterleib ist ebenso schön lichtgrau bereift, wie 
bei niveipennis, der Hinterleib ist sogar noch lichter; man kann ihn als silber- 
weiss bezeichnen. Am Kopfe ist nicht bloss Gesicht und Stirne, sondern auch 
Scheitel und Hinterhaupt lichtgrau; sogar die ziemlich plumpen Fühler schimmern 
lebhaft grau. Die Hinterhauptshaare sind kurz und grösstentheils weiss; nur an 
den Augenrändern stehen kurze schwarze Haare. Die glänzend schwarze, hornige 
Oberlippe ist beträchtlich länger. Borsten des Thoraxrückens und Schildchens wie 
bei niveipennis; erstere äusserst kurz und die Mittelbörstchen unregelmässig 
zweireihig. Die zwei glatten Zwischenstreifen sind deutlich dunkler, sogar eine 
Spur von zwei verkürzten dunklen Aussenstriemen vorhanden. Prothoraxstigraa 



Die österreichiscbeu Arten der Gattung Hilara Meig. 



137 



dunkel. Schüppchen und Schwinger, wie bei niveipennis, nur ist die Basis des 
Stieles und die Spitzenhälfte des Knopfes deutlich verdunkelt. Die fünf ersten 
Hinterleibsringe sind silberweiss und weisshaarig, die folgenden wegen spärlicher 
Bereifung mehr schwarzbraun. Die ganz einfachen Beine (besonders die Schenkel) 
sind stärker gebaut und in Folge der dichteren, auch etwas längeren Behaarung 
matt, mehr graulich; sie sind schwarzbraun mit lichten Knieen; die Hinter- 
schienen zeigen keine Auszeichnung, sind so dünn und gerade, als die übrigen. 
Das erste und theilweise auch das zweite Tarsenglied ist an allen Beinen, be- 
sonders deutlich an den Hinterbeinen, braun bis gelbbraun. Die feine Beborstung 
der Beine analog, wie bei niveipennis, aber sehr wenig auffällig. 

Die Flügel sind weniger milchweiss, sondern fast nur rein glashell, aber 
etwas weisslich, lebhaft irisirend. Die Adern sind zwar fein, aber ziemlich dunkel, 
die sechste Längsader stärker und länger. Das Rand mal fehlt ebenfalls, dafür ist 
die erste Längsader gegen das Ende hin sehr verdickt und ahmt wegen ihrer 
dunklen Farbe ein Randmal täuschend nach. Die Endgabel ist fast wie bei 
niveipennis, aber die obere Zinke ist an der Basis stärker und auch an der Spitze 
deutlich geschwungen und mündet näher der zweiten Längsader. 

Anmerkung. Nach eingehenden Vergleichen mit Braueri möchte ich 
dieses Thierchen für das $ derselben halten, trotzdem die Färbung so bedeutend 
abweicht und die Hinterschenkel stachellos sind; doch haben wir auch bei Uttorea 
rf, 9 ähnliche Färbungsdifferenzen. Funde in copula werden darüber wohl Ge- 
wissheit bringen. 

Im Lärchen Wäldchen, 17. Mai, und auf Wiesen des Blümeisberges, 2. Juli 
1891, bei Seitenstetten je 1 9- ^^s Dohnau in Schlesien, 19. April, vier identische 
9, aber mit fast milchweissen Flügeln (1. Becker). 

27. lacteipennis ii. sp. 9- 

3 mm. Similis Braueri, differt fronte atro, thorace unistriato, setulis 
thoracis longiorihus, regulariter 2- et 1-seriatis, dbdomine albopiloso, alis lacteis 
nervis pallidis, femoribus posticis simplicibus, tibiis posticis incurvis, sub- 
compressis, tarsis omnibus nigris. 

Dieses 9 ^at ganz den kurzen, gedrungenen Bau der Braueri, auch dieselbe 
Körperfarbe und man könnte es leicht für das 9 derselben halten, wenn die 
Unterschiede nicht zu zahlreich und auffällig wären. 

Die abweichenden Merkmale sind: Die Stirne ist mit Ausnahme eines 
weissgrauen Dreieckes über den Fühlern sammtschwarz, der Hinterkopf aber, von 
rückwärts betrachtet, deutlich grau. Die Acrostichalbörstchen sind regelmässig 
zweireihig, die Dorsocentralbörstchen regelmässig einreihig, zwar kurz, aber doch 
deutlich länger, als bei Braueri. Der Thorax zeigt nur eine massig breite, aber 
nicht besonders auffällige Mittelstrieme über die Acrostichalbörstchen; statt der 
Seitenstriemen aber nur eine sehr schwache Verdunkelung des Untergrundes der 
Dorsocentralbörstchen. Die Schwinger sind lichtbraun ohne Verdunkelung des 
Knopfes. Der plattgedrückte, allmälig verschmälerte Hinterleib ist überall ziemlich 
lang gelblichweiss behaart. Die Beine sind ganz analog, wie bei Braueri, gebaut, 
nur die Schienen etwas kräftiger, die Hinterschenkel nur wenig stärker, als die 
Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 18 



138 



Gabriel Strobl. 



übrigen, unten nicht stachelborstig. Die Hinterschienen sind auffallend stark, 
fast der ganzen Länge nach ziemlich breitgedrückt, in der Mitte etwas gekrümmt 
mit der Convexität nach aussen, die concave Innenseite mit einer tiefen, die 
convexe Aussenseite mit einer schwächeren Längsfurche. Die wimperartige kurze 
Behaarung der Beine ist licht und deutlich; die Rückseite der Vorder- und 
Hinterschienen zeigt zwischen den Wimpern auch einige längere feine, nicht 
borstenartige Haare. Die Beine sind ganz schwarzbraun, etwas grau bereift, 
nur die Kniee rothgelb. Die Flügel sind ganz milchweiss, alle Adern blass, 
statt des Stigma nur eine Verdickung der ersten Längsader. Die Gabel wie bei 
Braueri, aber die obere Zinke ist stärker geschwungen und mündet genau in 
der Mitte zwischen der zweiten und dritten Längsader. 

An einem Zimmerfenster der Abtei Melk in Niederösterreich am 30. Mai 1 $ . 

B. Arten mit vier dunklen Thoraxstriemen. 

28. tetragrmmna Loe^v, Berliner Entomol. Zeitschr., 1873, Nr. 34; 
Kowarz, Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1873, S. 457. 

3 5— 4 mm. cf , 9 • Nigra, tota alhidopruinosa, aTbopilosa, opaca, vix 
setulosa, squamis, halterihus et genuhus pallidis; thorax vittis 4 aequaliter 
distantibus nigrohrunneis ; setulae acrosticliales fere biseriatae; alae hyalinae 
nervis et stigmate ohscuris. 

Metatarsus anticus ovaliohlongus, hrevissime puherulus; hypopygium 
magnum appendicibus 4 brevibus rectis muticis. 

9 . Tarsi simplices, tibiae posticae crassiusculae, rectae. 

Meine Exemplare stimmen vollkommen mit der Beschreibung Loew's 
überein. Die Art kann nur mit der folgenden verwechselt werden; vor den übrigen 
ist sie ausgezeichnet durch die lichte, weissliche oder bläulichgraue Bereifung des 
Kopfes, Thorax, Hinterleibes und der Beine, die fast rein weisse Behaarung des 
Unterkopfes, Hinterleibes, der Hüften, Schenkel und die besonders beim 9 auf- 
fallend kurze Behaarung der Beine; nur an den Schienen und Tarsen ist die 
Behaarung etwas dunkler. Die vier dunkelbraunen Striemen des Thorax stehen 
fast gleich weit von einander ab, sind scharf begrenzt, die äusseren breiter, als 
die inneren und beiderseits stark verkürzt, die inneren nur rückwärts. Die sehr 
kurzen Acrostichalbörstchen sind fast ganz regelmässig zweireihig, die Reihen 
etwas von einander entfernt; nur rückwärts sieht man einige überzählige Börstchen, 
die Andeutung einer dritten oder gar vierten Reihe. Schulterschwiele rothbraun, 
Prothoraxstigma braun, Schwinger und Schüppchen hellgelb, letztere weiss ge- 
wimpert; Schildchen mit vier Borsten. Die weisse Behaarung des Hinterleibes 
ist schwach, aber deutlich; das besitzt auch ziemlich lange, aber sehr feine 
weisse Marginalborsten der Ringe. Die Beine sind fast borstenlos; nur die Vorder- 
und Hinterschienen tragen rückwärts ausser den Apicalbörstchen auch deutliche, 
aber sehr feine Börstchen, die Hinterschienen auch an der Aussenseite. Die Flügel 
sind graulich glashell mit feinen schwarzen, gegen die Basis deutlich gelben 
Adern und deutlichem, aber ziemlich schwachem Stigma. 



Die österreichisclien Arten der Gattung llilara Meig. 



139 



cf. Der Hinterleib ist kurz und dick. Das Hypopygium ist gross, fast 
senkrecht aufgerichtet, überragt oben und unten den Hinterleib, ist unten grau, 
oben schwarz. Die Seitenlamellen sind länglich-elliptisch, stark convex, weisslich 
behaart; an ihrer Spitze sieht man beiderseits zwei kurze, stumpfe, ziemlich dicke, 
gerade, dornartige Fortsätze. Die Vorderferse ist länglich-eiförmig, äusserst kurz 
flaumhaarig, so lang, als die vier Tarsenglieder und wenig kürzer, als die Schiene. 
Die drei mittleren Tarsenglieder sind an allen Beinen ziemlich breit und kurz, 
selbst an den Hinterbeinen kaum so lang, als breit. 

9 . Gleicht so sehr dem , dass es sich fast nur durch die etwas breitere 
Stirne, den zugespitzten, platteren Hinterleib, die einfachen Vorderfüsse und die 
etwas schwächere Behaarung unterscheiden lässt; die Marginalborsten der Leibes- 
ringe fehlen ganz. Die Hinterschienen sind bedeutend plumper, als die übrigen, 
aber überall gleich breit, ganz gerade, weder deutlich gekrümmt, noch abge- 
plattet. Die Tarsen sind weniger breit, die Mittelglieder ungefähr so lang, als 
breit, nur das zweite Tarsenglied deutlich länger. 

Im Mai in der Umgebung von Orsowa häufig (Kowarz, 1. c); von mir 
an der Donau bei Melk in Mederösterreich um Gesträuch fliegend am 22. Mai 
1885 1 cf und 2 9 angetroffen. Aus Niederösterreich (1. Ullrich) 1 ^ (Samm- 
lung Schiner als pruinosa). 

29. ptiMpes Loew, Berliner Entom. Zeitschr., 1873, Nr. 35; Kowarz, 
Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1873, S. 457. 

4— 4 5 mm. 9- Simillwia tetragrammae; differt setuUs acrostich. 
fere qiiadriseriatis, tarsis longiorihus, nigropilosis. 

cT. Hypopygio minore, Jiorizontali appendicibus 2 incurvis; femorihus, 
tihiis et metatarsis mediis extus longius et confertissime erectopuhescentihus, 
setis deficientibus. 

9 . Tibiis posticis compressis, valde incurvis. 

Diese Art sieht der tetragramma so täuschend ähnlich, dass man sie nur 
bei der grössten Aufmerksamkeit unterscheiden kann. Oberlippe und Fühler sind 
schwarz, die Wurzelglieder bisweilen stellenweise rothbraun. Die Taster walzen- 
förmig, ziemlich dicht grau bestäubt, an der Spitze lichter schimmernd oder 
daselbst rothbraun, mit einer langen und mehreren kurzen bleichen Borsten. 
Gesicht und Stirne sind fast gleich breit, ziemlich schmal, weissgrau bestäubt, 
Scheitel und Hinterkopf bläulichgrau bestäubt. Die Bereifung des Thorax und 
Hinterleibes ist stets bläulichgrau, die vier Striemen sind beinahe schwarz. Die 
Acrostichalbörstchen sind wenigstens von der Mitte an deutlich vierreihig; vorne 
sind die Seitenbörstchen spärlich, so dass die Börstchen unregelmässig 2 — 3-reihig 
erscheinen; die etwas längeren Dorsocentralbörstchen sind regelmässig einreihig. 
Schildchen vierborstig. Schulterschwiele, Schüppchen und Schwinger sind hell 
rothgelb. Die Beine sind ziemlich lang, aber kräftig, mit weichen Flaumhaaren 
überall dicht bedeckt. Die Behaarung ist an den Hinterbeinen und allen Tarsen 
dunkler, so dass die Hinterschienen und alle Tarsen oder wenigstens die vier letzten 
Tarsenglieder tief schwarz und schwarz behaart erscheinen. Die Beborstung der 
Schienen ist fast identisch, nur sind die Borsten etwas dicker ; die Vorderschienen 

18* 



140 



Gabriel Strobl. 



haben aussen, die Hinterschienen rückwärts zwischen den dichten kurzen Flaum- 
haaren 3 — 4 etwas längere Borstenhaare. Die drei mittleren Tarsenglieder sind 
beim cT nicht breitgedrückt, an den Vorderbeinen eben so lang, als breit, an den 
übrigen deutlich länger; beim $ auch an den Vorderbeinen etwas länger. Die 
Flügel sind fast glashell mit feinen schwärzlichen Adern, langem, schmalem, 
braunem Eandmal und ziemlich breiter Endgabel; die obere Zinke entspringt 
spitzwinkelig, biegt sich schwach und verläuft dann gerade zur Mitte zwischen 
der Mündung der zweiten und dritten Längsader. 

Der Hinterleib ist bedeutend schlanker, ziemlich lang cylindrisch, 
weiss behaart mit weissen — höchstens in gewisser Eichtung dunklen — Eand- 
borsten. Das Hjpopygium ist nicht aufgerichtet, sondern von ganz normaler 
Bildung, nur so hoch, als der Hinterleib, gleichsam das stumpfe Ende desselben 
und meist eng in wagrechter Stellung demselben angeschlossen, zusammengedrückt 
zweischneidig, kurzflaumig, grösstentheils grau bereift; nur die breit dreieckigen 
Seitenlamellen sind glänzend schwarz. Wenn es zurückgeschlagen ist, sieht man 
an der Spitze jeder Seitenlamelle einen sehr feinen, nach vorne gerichteten, 
gekrümmten schwarzen Dorn und den zwischen den Lamellen wagrecht vor- 
gestreckten, an der Basis dicken, schwarzen, an der Spitzenhälfte sehr feinen 
gelbbraunen Faden. Die Vorderferse ist etwas kürzer und nicht ganz doppelt so 
dick, als die Schiene, dick walzenförmig und überall sehr kurz flaumig ; übrigens 
der von tetragramma äusserst ähnlich. An der Vorderseite der Mittelschenkel 
fällt eine vom Grunde bis über die Mitte lange, dann allmälig kürzere, dicht 
gedrängte Eeihe wimperartiger Flaumhaare auf; ebenso sind Schiene und Meta- 
tarsus der Mittelbeine aussen mit einer sehr dicht stehenden, aufgerichteten kamm- 
artigen Eeihe ziemlich langer weisslicher Flaumhaare besetzt, ohne Borsten. Die 
Länge dieser Flaumhaare ist aber etwas variabel, bisweilen sehr gering, die Eeihen 
nur in gewisser Eichtung auffallend. Die Behaarung der übrigen Beine hat nichts 
Auffälliges, nur ist auch die Hinterseite der Vorderschenkel sehr dicht flaumhaarig, 

9 • Besitzt nicht die eigenthümliche Behaarung der Mittelbeine, ausser an 
den Schenkeln, wo sie aber schütterer steht, und unterscheidet sich durch die- 
selben Merkmale vom i^, wie bei tetragramma, ausserdem aber durch die Bildung 
der Hinterschienen. Diese sind ziemlich stark breitgedrückt, inwendig längs- 
furchig, in der Mitte sehr stark und unregelmässig nach aussen gebogen. Ab- 
plattung und Biegung bedeutend stärker, als bei Beckeri. 

Anmerkung. Diese Art ist also schon durch Hypopygium und Mittel- 
beine des i-^nd die Hinterschienen des 9 von tetragramma sicher unterscheidbar. 

Weit verbreitet, aber in den Sammlungen meist mit quadrivittata ver- 
wechselt. Sehr selten im Kasan am serbischen Donau ufer, Mai {Kowarz, 1. c, 
Loew, 1. c); aus Niederösterreich in der Sammlung Schiner's und Winthem's 
theils als quadrivittata, theils als fuscipes häufig; aus Frei Waldau in Schlesien, 
aus Gnesau, Federlach, vom Eichholzgraben bei Villach in Kärnten (1. Tief und 
Tief, Progr., 1887, S. 26, als quadrivittata); an schattigen Waldbächen und auf 
Sumpfwiesen Obersteiermarks bis in die Alpenregion, besonders um Admont und 
am Eottenmanner Tauern, nicht selten. Mai bis Juli. 



Die Österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



141 



Ausserhalb Oesterreichs: Wölfelsfall (Schlesien) 2 ^f, 3 9» Krummhübel 
(Schlesien) 1 9 (1- Becker), Reinerz (Sammlung Schiner 's), Dovre (Norwegen) 
1 cT, unbestimmt (Sammlung Winthem's). 

30. hirta Kow. i. litt. 

cT S 5, 9 S mm. Simillima pubipedi; caesia, thoracis dorso hnmnes- 
cente, qtiadrivittato, setis acrostich. longiuscitlis, distincte hiseriatis, abdomine 
albopiloso; pedes graciles, longe puhescentes et setosi. 

Hypopygium magnum, non adpressum spinis 4 rectis; tibiae anticae 
pilis longissimis raris; metatarsus anticus incrassato-cylindricus, tibiae aequi- 
longus, brevissime puberulus. 
j 9- Tibiae et tarsi omnino graciles. 

Diese Art ist der pubipes in Grösse und Körperfarbe täuschend ähnlich, 
unterscheidet sich aber leicht durch viel schlankere Beine, regelmässig zweireihige 
Acrostichalbörstchen und die meist lang borstenhaarigen Schienen. 

cT. Kopf dunkelgrau. Oberkopf sogar grösstentheils schwärzlich, Gesicht 
und Taster weissgrau bestäubt. Die glänzend schwarze Oberlippe und die grau 
schimmernden Fühler kürzer, als der Kopf. Oberkopf mit vier langen paarweise 
gestellten Borsten. Hinterhaupt oben schwarz-, unten weissgelb behaart. 

Thorax und Hinterleib grünlich oder bläulichgrau, der Thoraxrücken 
aber, besonders zwischen den Mittelstriemen deutlich und schön gebräunt. Die regel- 
mässig zweireihigen Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen ziemlich 
lang. Die vier Striemen scharf begrenzt, schwarz, gleich weit von einander ent- 
fernt, die äusseren etwas breiter und beiderseits stark verkürzt. Die Schwinger 
und die weisslich gewimperten Schüppchen hell rothgelb. 

Hinterleib ziemlich schlank, cylindrisch, etwas flachgedrückt, mit langen, 
wenigstens grösstentheils weissgelben Haaren und noch längeren feinen Eand- 
borsten der Ringe. Hypopygium ziemlich auffallend gross, zusammengedrückt 
zweischneidig, tiefer herabreichend, als der Hinterleib, fast ganz grau bestäubt, 
vorne oben mit vier geraden Dornspitzen, die inneren zweispitzig. 

Beine schlank, dunkelbraun mit schwarzen Tarsen, reichlich grau behaart 
und daher glanzlos; die Behaarung der Schenkel und Schienen ziemlich dicht 
und kurz, nur stellenweise wimperartig. Alle Schienen auf der Rückseite auch 
mit langen, feinen Borstenhaaren, die Mittelschienen auf der Vorderseite, die 
Hinterschienen auf der Aussenseite auch mit einigen kürzeren, dickeren Börstchen. 
Tarsen schlank, die Mittelglieder an allen Beinen deutlich länger, als breit. Die 
Vorderferse so lang, als die Schiene, fast doppelt so breit, als das Schienenende, 
dick walzenförmig, äusserst kurz flaumhaarig. 

Flügel graulich glashell mit feinen schwarzen Adern, langem braunem 
Randmal, ziemlich langer Gabel; die obere Zinke entspringt spitzwinkelig und 
divergirt ziemlich stark; die sechste und siebente Längsader sehr unscheinbar. 

9- Hinterleib regelmässig konisch, wenigstens nach rückwärts deutlich 
dunkel behaart, Behaarung viel kürzer, als beim cT, auch die Rückenborsten und 
die Behaarung der Beine viel kürzer; die Reihen der Schienenborsten sind zwar 
vorhanden, aber sehr unbedeutend. Alle Beine schlank und einfach ; sonst stimmt 



142 



Gabriel Strobl. 



es genau mit dem Von quadrivittata besonders durch die schlanken, ein- 
fachen Schienen zu unterscheiden. 

Bei Villach in Kärnten von Prof. Tief ein Pärchen gesammelt und mir 
zur Beschreibung mitgetheilt; das 9 durfte ich meiner Sammlung einverleiben. 
Aus Gastein in Salzburg (3. und 7. September) 3 cT, 2 9 Becker); die 
Gasteiner Exemplare unterscheiden sich durch kürzere Schienenborsten und stellen- 
weise schwarz behaarten Hinterleib des sind aber sonst identisch. 

31. quadrivittata Meig"., III, 7 (Sammelart); Schiner, I, 115, und 
Sammlung pro parte; Strobl, Progr., 1880, S. 10; non Zett., non Tief, Progr., 
1887, S. 26. 

(^ 4 — 4'5, 9 3'5 — 4 mm. Tota grisea, obscure-' inlosa; thor.acis dorsum 
saepe hnmnescens, setulis acrostich. pro parte hiseriatis; pleurae cinereae; tliorax 
remote quadrivittatus ; pedes nigri, pruinosi, distincte setosi, crassiuscuU genubus 
flavis; kälteres flavi. 

cf. Metatarsus anticus oblong o-ovalis, extus longius pubescens, liypo- 
pygium supra longe pilosum. 

9 . Pedes simplices, tibiis posticis incurvis, subcompressis. 

Auch diese Art gleicht den vorausgehenden sehr und schliesst sich jeden- 
falls zunächst an. Doch ist schon die Färbung sehr verschieden. Gesicht und 
Stirne sind hellgrau, Ocellengegend etwas schwärzlich, Hinterhaupt dunkel braun- 
grau. Oberseite des Thorax und Hinterleibes braungrau, die übrigen Körperseiten 
ziemlich dunkelgrau. Die Acrostichalbörstchen sind entfernt zweireihig, aber hie 
und da mit überzähligen Börstchen als Andeutung einer dritten oder vierten 
Reihe. Die Behaarung des ganzen Körpers ist entschieden dunkler, an Kopf- 
unterseite, Hüften, Hinterleibsseiten gelblich (beim 9 ^^ch wohl weisslich), an 
den übrigen Theilen bräunlich, die Randborsten der Hinterleibsringe schwarz. 
Die Beine sind überhaupt viel länger und reichlicher behaart und beborstet. An 
allen Schenkeln und Schienen sieht man deutliche Reihen von borstenartigen 
schwarzen Haaren; besonders auffallend sind 5 — 7 Borstenhaare an der Aussen- 
seite der Vorderschienen. Die Flügel sind weniger glashell; die Spitzenquerader 
entspringt entschieden weniger spitzwinkelig, beinahe rechtwinkelig, und ist bei- 
nahe rechtwinkelig gebogen, bisweilen auch durch eine überzählige Querader 
mit der zweiten Längsader verbunden; veiläuft dann ganz gerade; bei den zwei 
vorigen Arten ist die Beugung schwächer. 

Das Hypopygium ist fast ganz gleich gebildet mit dem der pubipes, 
besitzt aber an der Oberseite ziemlich dichte und lange schwärzliche Haare. Die 
Vorderferse ist in der Mitte deutlich dicker, also mehr oval, auf der Aussenseite 
meist deutlich länger flaumhaarig, als auf der Innenseite (bei den vorigen ist 
die Behaarung überall äusserst kurz) ; etwas länger, als die vier folgenden Tarsen- 
glieder und fast so lang, als die Schiene. Die drei Mittelglieder der Vordertarsen 
sind gleich lang, so lang, als breit, die der übrigen Tarsen nehmen an Länge ab, 
das vierte ist etwa so lang, als breit. Die Hinterseite der Vorderschenkel ist 
viel lockerer flaumhaarig, als bei pubipes und zwischen den Flaumhaaren der 
Mittelschienen stehen längere Borsten, die bei pubipes fehlen. 



Die österreichischen Arten der Gattung Ililara Meig. 



143 



9 . Unterscheidet sich wieder durch schwächere Behaarung und Beborstung, 
einfache Vorderfersen mit etwas längeren Mittelgliedern, die konische Form des 
Hinterleibes, etwas geringere Grösse. Die Hinterschienen sind etwas dicker, als 
die übrigen, deutlich zusammengedrückt und gekrümmt. Der Thoraxrücken oft 
reiner grau. 

Anmerkung. Bei unreifen sind Beine und Hinterleib gelbbraun. 

In Niederösterreich nach Schiner gemein, doch hat er Inder Sammlung 
die verwandten Arten, besonders i^wöipes, damit vermengt; ich sammelte sie mehr- 
mals um Seitenstetten, einmal am Hochschwung in Obersteiermark an Alpen- 
bächen, erhielt sie aus Lemberg durch Schmidt-Göbel; Kowarz, Verhandl. 
der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1873, S. 457, gibt sie aus Herculesbad 
an, Palm, Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1869, S. 420, aus 
Innsbruck und Mariaberg in Tirol. In der Sammlung Winthem's steckt als 
quadrivittata theils die echte, theils carinthiaca, als fuscipes ebenfalls quadri- 
vittata und verwandte Arten. In Kalocsa, Hajos etc. (Ungarn),! Thalhammer, 
3 d", 1 9 (cT nur 3-5 9 3 mm). In Liegnitz (Schlesien) 1 cT, 2 9 (1. Becker). Mai 
bis Aug^ist. 

82. Beckeri n. sp. 

quadrivittata Zett., Dipt. Scand., 339 (V oder folgende Art), non Meig. 
3 5, 9 3—3 5 mm. Ohscure civierea vertice et occipite atro, ohscure 
pilosa; thorax vittis 4 nigrobrunneis ; interiores distantes, exterioribus approxi- 
matae; kälteres flavi; pedes nigri, nitidi, parum pruinosi pilis et setis brevibus. 

cf. Metatarso antico incrassato, oblongo-ovali, brevissime puberulo; hypo- 
pygio reflexo, incumbente. 

9- Pedibus simpUcibus, tibiis posticis subcompressis, in medio incurvis. 

Diese Art und die folgende sehen der quadrivittata so ähnlich, dass 
Zetterstedt und Becker sie für kleine Formen derselben gehalten haben; 
doch macht der scharfsichtige Dipterologe, dem zu Ehren ich diese Art benannte, 
auf die wahrscheinliche Verschiedenheit derselben zuerst aufmerksam. Die Unter- 
schiede sind wichtig genug, um sie als eine eigene Art aufzuführen. Sie ist 
immer kleiner; die Körperfarbe ist bedeutend dunkler; die sehr kurzen Acro- 
stichalbörstchen sind deutlich vierreihig, die zwei inneren Striemen daher weiter 
von einander entfernt; die äusseren legen sich vorne beinahe an die inneren, 
rücken aber gegen rückwärts weiter weg. Gesicht und Stirnfleck über den Fühlern 
bis zum ersten Ocellenauge sind zwar hellgrau, der Scheitel und Hinterkopf aber 
— wenigsten von oben betrachtet — sammtschwarz ; letzterer schimmert, von 
rückwärts betrachtet, stellenweise grau. Das Schildchen wie bei quadrivittata 
mit zwei längeren inneren und zwei kürzeren äusseren Borsten. Der Hinterleib 
ist dunkelgrau, in gewisser Richtung beinahe schwarz, dunkel behaart mit 
schwarzen feinen Randborsten der Ringe. Beine glänzend schwarzbraun, sehr 
wenig oder kaum bereift, durchaus sehr fein dunkel behaart mit den gewöhnlichen, 
aber feinen Schienenbörstchen (an den vordersten eine, an den hintersten zwei 
Reihen); nur die Hüften sind heller- und länger flaumhaarig. Bloss die äussersten 



144 



Gabriel Stiobl. 



Kniespitzen sind rothgelb. Die Flügel sind ganz wie bei quadrivittata, schwarz- 
aderig, graulich glashell, mit wenig verkürzter, aber sehr vei'dünnter Analader etc. 

cf. Die Vorderschienen sind gegen das Ende ziemlich verdickt, aussen 
mit 4 — 5 massig langen, äusserst feinen Borsten ; die Vorderferse ist sehr stark 
verdickt, fast = Schiene = 4 Tarsenglieder, äusserst kurz flaumig. Die Vorder- 
beine unterscheiden sich also nur durch die kürzeren, feineren Schienenborsten 
und die überall gleich kurze Behaarung der Vorderferse von denen der quadri- 
vittata. Das Hypopygium ist mässig gross, ganz schwarz, kaum behaart, zurück- 
geschlagen, aufliegend, vorne oben mit zwei kurzen Dornen. 

$. Gleicht so sehr dem dass es sich nur durch den etwas dunkleren, 
auf der Mitte des Eückens schwarzbraunen, an den Seiten deutlich grau bereiften, 
matten, sehr sparsam behaarten, ebenfalls fast cylindrischen, aber kurzen, plumpen, 
am Ende plötzlich zugespitzten Hinterleib, die kürzeren Börstchen der Schienen, 
die einfachen Vorderbeine und die etwas breitgedrückten, in der Mitte gekrümmten 
Hinterschienen unterscheiden lässt. 

Anmerkung. Diese oder die folgende Art ist jedenfalls quadrivittata 
Zett., wie sich aus seinen Angaben (IV4 — IV2'", Körper schwärzlich, die zwei 
Thoraxstreifen entfernt, Beine fast nackt etc.) ergibt. 

Zu Freiwaldau in Oesterreichisch-Schlesien (1. Tief!), um Seitenstetten und 
Guttenstein in Niederösterreich nicht selten; im Gesäuse an felsigen Ennsufern 
ziemlich häufig ; am Kalbling bei Admont bis 6500 ' ; bei Seebach und im Gurk- 
thale (Kärnten) (1. Tief). In Preussisch-Schlesien um Goldberg, Moisdorf 2 cT, 
3 9 (1- Becker). Aus Kiel in der Sammlung Winthem's 1 cT. Juni bis August. 

33. carinthiaca 11. sp. 

quadrivittata Becker, Berliner Entomol. Zeitschr., 1887, S. 127!, non Meig. 

cf 3 5, 9 Smm. SimilUma Beciceri; differt toto vertice et triangulo 
occipitis caesiis, striis thoracis optime separatis, abdomine toto fuseo, pedibus 
gracilioribus, magis nitidis, genubus latius rufoflavis. 

cT, 9 • Aeusserst ähnlich der Beciceri, nur durch folgende Merkmale unter- 
scheidbar: Der ganze Oberkopf bläulichgrau ; diese Farbe zieht, sich verschmälernd, 
in Form eines Dreieckes bis auf die Mitte des Hinterkopfes, beiderseits von der 
tiefschwarzen, matten Färbung des Hinterkopfes scharf begrenzt. Die äusseren 
Thoraxstriemen sind überall von den inneren gleichweit und scharf getrennt. 
Der Hinterleib ist ganz schwarzbraun ohne deutliche Bereifung. Die Beine sind 
schlanker, glänzend schwarzbraun ohne Bereifung, aber mit ziemlich breit roth- 
gelben Knieen. Flügel, Hypopygium, Vorderbeine des cT g^^uz identisch, nur die 
Vorderferse bedeutend plumper und dicker. 

Das 9 unterscheidet sich vom 9 der Beckeri ebenfalls durch Kopf, Thorax- 
striemen, glänzend schwarzbraunen, ganz unbereiften Hinterleib und Beine, die 
breiter gelben Kniee; die Hinterschienen aber sind identisch gebildet. 

Bei St. Anna und Müllnern um Villach (Kärnten) von Prof. Tief Ende 
Juni und Anfangs August 1 ^f, 4 9» Stiftsgarten von Seitenstetten (Nieder- 
österreich) von mir 1 9 erbeutet; in der Sammlung Winthem's als quadri- 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



145 



vittata ohne Fundort 1 $. In St. Moritz (Schweiz, 1. Becker) 1 ^, 1 9 (^1« 
quadrivittata var.), um Hoisdorf, Goldberg, Eothkirch, Brecheishof (Schlesien), Mai 
bis Juli, 3 cT, 2 9 (1. Becker). 

34. histriata Zett., 340. ^\ 

Simülima Beckeri, differt: minor (3 mm), striis mediis approximatis, 
setulis acrostichalibus hiseriatis, tota fronte atra, squamis et halteribus ohscuris, 
pedihns totis fiiscis. 

. Hypopijgio mediocri, supra longe piloso; tibia antica modice ciliata, 
metatarso antico siibincrassato, cylindrico, hrevissime puberulo. 

9 . Tibiis posticis subcompressis, paullo incurvis. 

Der Beckeri zwar sehr ähnlich, aber durch eine Eeihe wichtiger Merkmale 
verschieden. Die Stirne ist fast unmittelbar von den Fühlern an sammtschwarz, 
ebenso Scheitel und Hinterkopf; nur ein schmales Querbändchen am Grunde der 
Fühler ist weissgrau; selten zieht sich bis zum ersten Ocellenauge ein undeutlich 
lichterer Streifen. Die ziemlich langen Acrostichalbörstchen sind regelmässig 
zweireihig, die Mittelstriemen sind sich daher viel mehr genähert; die Seiten- 
striemen sind etwas breiter, beiderseits abgekürzt, überall deutlich von den Mittel- 
striemen getrennt; alle vier Striemen scharf und fast schwarz. Das Schildchen 
hat vier, selten sechs Borsten; der Thoraxrücken ist bei beiden Geschlechtern 
braungrau, die Schüppchen und Schwinger sehr dunkel braun. Die Beine sind 
schwarzbraun, sogar an den Knieen; die Schenkel zeigen sehr feine, kammartig 
gestellte, schüttere Haare, die Vorderschienen sind aussen mit einer Eeihe massig 
langer, äusserst feiner Borstenhaare besetzt, die Hinterschienen mit zwei Eeihen 
(aussen und rückwärts) etwas kürzerer Borsten. Die Flügel wie bei Beckeri, nur 
die Endgabel spitzer. 

cT. Das Hypopygium ist oben mit bedeutend längeren, feinen, dunklen 
Flaumhaaren bedeckt. Die Vorderferse ist walzenförmig, etwa um die Hälfte 
dicker und etwas kürzer, als die Schiene, unten abgeplattet, überall sehr kurz-, 
aber deutlich flaumhaarig, so lang, als die folgenden Tarsenglieder zusammen; 
die drei mittleren Tarsenglieder sind so laug als breit, an den übrigen Beinen 
etwas länger, als breit. 

Das 9 gleicht durchaus dem cT, nur sind Thorax und Beine etwas kürzer 
beborstet. Der kurze, plumpe, meist stark abgeplattete Hinterleib ist fast unbe- 
haart. Die Vorderbeine sind ganz einfach, ihre mittleren Tarsenglieder etwas 
länger, als breit, ihre Ferse = ^/^ Schiene ; die Hinterschienen sind ziemlich stark 
zusammengedrückt, gekrümmt, innen mit einer Längsfurche versehen. 

Anmerkung. Diese Art ist sicher die gleichnamige Zetterstedt's, denn 
er unterscheidet das einzige, ihm bekannte cT von seiner quadrivittata (= Beckeri 
m.) durch geringere Grösse, dunklere Farbe, kürzere, ganz schwärzliche Beine, 
stärker genäherte Mittelstriemen und dunkle Schwinger, nennt die Beine wenig 
behaart und die (wahrscheinlich nicht ganz ausgereifte) Vorderferse länglich- 
eiförmig; auch erwähnt er ausdrücklich das Vorhandensein von Seitenstriemen. 
Von brevivittata Zett. unterscheidet sich das cT schon durch die Vorderbeine 
sehr leicht, das 9 ^^a sichersten durch die viel schärferen, schwärzeren und 
Z. B. Ges. B. XLII. Ahh. 19 



146 



Gabriel Strobl. 



breiteren Thoraxstriemen, dann wohl auch durch die braungraue Färbung des 
Thoraxrückens, die längeren Borstenreihen desselben, die kürzeren Wimpern der 
Vorderschienen; tanychira Kow. {pilipes Zeit.?) $ unterscheidet sich besonders 
durch geringere Grösse, hellgelbe Schwinger, meist sechsborstiges Schildchen, 
fast wimperlose Vorderschienen, das wieder durch die Vorderbeine. 

In Voralpengegenden Steiermarks und Kärntens. Ich fing um Admont auf 
blühenden Weiden am 2. Mai 1 cT, im Gesäuse an der Enns am 28. Mai 1 ^f. 
Prof. Tief sammelte zu St. Andrä bei Villach am 15. Mai 21 und 9> darunter 
manche in copula. Am Wölf elsf all (Schlesien) sammelte Becker am 2. Juni 1 $ 
mit rothgelben Schwingern; sonst war es identisch. 

35. brevivittata Macq., Zett., 357; Meigen, VII, 80; Tief, Progr., 
1887, S. 27. 

3 — 3'5, 9 -^'5 — 3 mm. Caesia thoracis dorso hrunnescente opaco, db- 
domine fusco nitidulo, capite atro; obscure püosa et setosa; thorax vittis 4 parum 
distinctis nigris, setis acrostichalihus biseriatis ; squamae, kälteres et pedes fusci. 

cf . Tibiae anticae longe pilosae; metatarsus valde inerassatus, elUpticus, 
compressus; hypopygium mediocre, supra longius pilosum. 

9 . Pedes antici simpUces, tibiae posticae subcompressae, paullo incurvae. 
Meist etwas kleiner, als bistriata, derselben ausserordentlich ähnlich, 
aber bedeutend schlanker gebaut, schon mehr an fuscipes und griseola sich 
anschliessend. Die weniger langen Acrostichalbörstchen ebenfalls zweireihig, die 
Dorsocentralbörstchen einreihig. Die Färbung auf den Brustseiten hechtgrau, 
auf dem Rücken dunkel braungrau bis fast rein grau, matt. Die vier Striemen 
sind vorhanden, die seitlichen wieder bedeutend breiter und beiderseits verkürzt, 
aber alle viel undeutlicher, die mittleren ziemlich schmal und auf dem dunklen 
Untergrunde oft kaum sichtbar, die seitlichen fast, wenigstens in gewisser Eichtung, 
mit den mittleren verschmolzen. Schüppchen und Schwinger ebenfalls ganz dunkel- 
braun, nur der Stiel etwas lichter. Kopf fast genau wie bei bistriata, beinahe 
ganz schwarz, nur das üntergesicht und ein schmaler, bis zum ersten Ocellen- 
auge reichender, bald dreieckiger, bald viereckiger, meist aber kaum unterscheid- 
barer Streifen schimmert weiss. Rüssel, Taster, Fühler ebenfalls schwarz; die 
Beborstung des Kopfes in der Regel länger und reichlicher. 

Hinterleib ziemlich schlank, schwarzbraun, etwas glänzend, reichlich 
dunkel behaart und beborstet. Hypopygium ziemlich gross, locker aufliegend, 
glänzend schwarzbraun; die Oberseite mit langen schwarzen Haaren ziemlich 
dicht bekleidet. Die ziemlich langen, ovalen Seitenlamellen gehen in einen 
stumpfen, breiten Fortsatz aus und unterhalb desselben sieht man zwei winzige 
dreieckige Dornen. 

Beine ziemlich schlank, dunkelbraun ohne deutlich lichtere Kniee, auch 
die Vorderbeine wenig kürzer und dicker; alle Schenkel mit langen feinen Haaren 
wimperartig besetzt, die Vorderschenkel nur unten, die übrigen unten und oben. 
Die Schienen kurz, fast anliegend, behaart, die mittleren nur mit Apicalborsten, 
die hinteren aussen mit kurzen, rückwärts mit langen, feinen Borstenhaaren. 
Die Vorderschienen sind aussen und innen ziemlich lang flaumhaarig, aussen 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



147 



aber noch mit ungefähr acht sehr langen und feinen Borstenhaaren besetzt; 
Vorderferse elliptisch, 2— 3 mal breiter und fast so lang, als die Schiene, etwas 
länger, als die vier Tarsenglieder, seitlich zusammengedrückt, unten abgeplattet, 
überall sehr kurz flaumig; bisweilen ist sie fast walzenförmig; die drei folgenden 
Tarsenglieder sind breiter, als lang, die Mittelglieder der übrigen Beine etwa so 
lang, als breit. 

Die Flügel sind graulich glashell mit feinen, dunklen Adern, sehr breitem, 
fast die Randzelle ausfüllendem, dunkel braungelbem Randmal, sehr spitzwinkeliger, 
wenig gebogener, dann gerader, massig divergirender oberer Gabelzinke; die 
Gabel ist mittellang. 

Das 9 stimmt fast vollkommen mit dem , erscheint aber wegen des 
plumpen, kegelförmigen, meist etwas abgeplatteten Hinterleibes kleiner. Der 
Rückenschild ist öfters reiner dunkel hechtgrau, die vier Striemen sind dann 
deutlicher, aber immer noch viel schwächer und schmäler, als bei histriata; die 
Behaarung und Beborstung ist kaum merklich kürzer, als beim aber die 
Vorderbeine sind ganz einfach, die Borsten der Vorderschienen zwar sehr deutlich, 
aber nicht länger, als die der Hinterschienen; die Vorderferse = V2 Schiene, 
die drei Mittelglieder so lang, als breit. Die Hinterschienen sind etwas zusammen- 
gedrückt und gekrümmt. 

Anmerkung. Von der sehr ähnlichen griseola und fuscipes durch dunkle 
Schwinger und schwarzen Kopf leicht zu unterscheiden, von lasiochira Kow. 
durch die bedeutendere Grösse, die dunklen Schwinger, den helleren Thorax. 

Um Paternion und Villach (Drauufer, Napoleonswiese, Seebach) in Kärnten 
von Ende April bis Mitte Mai häufig; ich sah 10 cT ^^nd 10 9 Sammlung 
Tiefs. In Niederösterreich selten; ich sammelte 1 cT Sonntagsberge und 
sah ein Pärchen (als griseola) in der Sammlung Schiner's. Um Dohnau in 
Schlesien 1 (1. Becker). 

36. pilipes Zett., 346'?; tanychira Kow. i. litt. 

2— 2 6 mm. Nigrofusca, longius pilosa et setosa; caput atrum, thorax 
subquaärivittatus, pleurae ohscure cinereae; halteres flavi; alae Jiyalinae stig- 
mate ohscuro. 

Tibiae anticae longe pubescentes setis longioribus immixtis; metatarsus 
anticus oblong o-ovalis, incrassatus, longe pubescens; hypopygium maximum, 
clausum, supra longe pilosum. 

9 . Pedes simplices, tibiis anticis et posticis extus setulis longioribus. 
Diese durch lange und dichte Behaarung auffallende Art erinnert an 
pseiidochorica, noch mehr an bistriata, ist aber schon durch die Behaarung und 
die ganz hell rothgelben Schwinger sicher unterscheidbar. Kopf tiefschwarz, 
matt, schwarz beborstet; nur das Gesicht grau. Rüssel fast so lang, Fühler 
bedeutend kürzer, als der Kopf; das dritte Fühlerglied kurz, breit kegelförmig, 
der ziemlich breite Endgriffel noch kürzer. 

Thoraxseiten dunkelgrau; der Rücken von vorne gesehen beinahe schwarz- 
braun, von der Seite gesehen dunkelbraun mit vier schwer sichtbaren, etwas 
glänzenden, breiten schwarzen Striemen; die mittleren sehr genähert. Acrostichal- 

19* 



148 



Gabriel Strobl. 



börstchen zweireihig, Dorsocentralbörstchen einreihig, ziemlich kurz. Schildchen 
vierborstig. Schüppchen braun mit lichten Wimpern, Schwinger hell rothgelb. 

Hinterleib kurz, plump, massig glänzend, schwarzbraun mit in gewisser 
Eichtung lichteren Eingrändern, lang und reichlich dunkel behaart mit noch 
längeren, ziemlich starken Randborsten der Einge; die lange Behaarung setzt 
sich über die ganze Oberseite des Hypopygium fort. Das Hypopygium ist 
sehr gross, plump, zweischneidig zusammengedrückt, geschlossen und angedrückt, 
nicht höher, als der Hinterleib, aber tiefer hinabsteigend; wenn es absteht, legt 
es sich schief über den Hinterleib und man sieht am Ende der auffallend langen 
Seitenlamellen je zwei dicke Dornen. 

Beine schwarzbraun ohne lichte Kniee, nicht gerade plump. Die Vorder- 
schienen nur wenig kürzer und dicker, als die übrigen, Vorderferse etwa doppelt 
so dick, aber etwas kürzer, als die Schiene und die vier Tarsenglieder. Die 
Vorderschienen sind aussen ziemlich lang flaumig und zwischen den Plaumhaaren 
stehen fünf etwa doppelt so lange, etwas dickere Borstenhaare; die Vorderferse 
ist aussen ungefähr ebenso lang flaumig, aber ohne längere Haarborsten ; an den 
übrigen Seiten sind die Flaumhaare äusserst kurz. Auch die sonstige Behaarung 
der Beine ist recht auffällig. Alle Schenkel sind unten, die Hinterschenkel auch 
oben mit langen, feinen Haaren wimperartig besetzt (die Mittelschenkel aber ohne 
die Borsten der Tiefii); die Mittel- und Hinterschienen sind dicht mit kurzen, 
an der Rückseite aber ebenfalls fast wimperartigen Flaumhaaren besetzt, die 
Hinterschienen tragen ausserdem noch eine Aussenreihe von kurzen und eine 
Eückenreihe von sehr langen, feinen Borstenhaaren. 

Die Flügel sind fast glashell; die drei vordersten Längsadern sind schwarz, 
die übrigen braun; nur die Analader ist unscheinbar und verkürzt. Das schmale, 
gestreckte Eandmal ist braun, die erste Längsader oberhalb desselben sehr ver- 
dickt; die Gabel ziemlich spitz und lang, der obere Ast wenig gebogen und 
schwach divergirend. 

Das $ ist noch kleiner, die Behaarung an Kopf, Hinterleib und Beinen 
ganz , auffallend kürzer, doch sieht man an der Rückseite der Vorder- und 
Hinterschienen noch ganz gut ungefähr fünf längere Borstenhaare zwischen den. 
kurzen, feinen Flaumhaaren ; auch die Bewimperung der Schenkel ist ganz analog, 
jedoch kürzer. Die Bildung der Fühler, Flügel, die Färbung des Thorax, des 
kurzen, kegelförmigen Hinterleibes, der Schüppchen, Schwinger etc. ist ganz wie 
beim cf. Nur die Gabel der Flügel ist bisweilen etwas kürzer und an der 
Spitze breiter. Die Hinterschienen sind sehr schwach zusammengedrückt und 
etwas gekrümmt. 

Anmerkung. Die Beschreibung Zetterstedt's weicht ab durch etwas 
bedeutendere Grösse und „Thorax schwarz, nicht gestriemt", sonst stimmt sie 
sehr gut; aus der Kürze der Beschreibung aber lässt sich schliessen, dass er den 
Thorax nicht besonders genau betrachtet habe; wahrscheinlich hatte er schlecht 
gespiesste Exemplare, an denen der Thorax allerdings schwarz erscheint; auch 
sein Fundort „auf Riedgräsern und Weidenblüthen" ist analog dem meinigen. 
Sollte pilipes Zett. doch verschieden sein, so müsste der Name tanychira bleiben. 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



149 



Sehr ähnlich, aber mit ganz schwarzem Thorax, schwarzen Schwingern und viel 
kleinerem Hypopygium ist ])seudochorica. 

Ich traf diese Art einmal über feinem Ufersande einer Donauau bei Melk 
in Menge schwebend (Ende April 1885), erhielt auch als tanychira Kow. i. litt, 
durch Prof. Tief drei um Paternion in Kärnten, 12. Mai, gesammelte 9» denen 
leider die Schwinger fehlten. 

IV. Crruppe der Hilara Uttorea Fall. 

Schlanke, zarte Arten mit dünnen, langen, meist grösstentheils lichten 
Beinen (nur die Vorderbeine der cT sind bisweilen plump), meist theilweise licht 
bestäubtem oder wirklich lichtem Körper, in der Regel vierborstigem Schildchen. 

A. Dunkle Arten mit ganz dunklen Beinen (nur die Kniee 

oft licht). 

37. niveipeimis Zeit., 352, var. c; Schiner, I, 116; Strobl, Progr., 
1880, S. 10. 

2 7mn. Laete cana, opaca, occipite nigro; thorax non vittatus; dbdomen 
albopuhescens ; alae lacteae nervis albidis stigmate nullo, costa hrunnea; squamae 
et kälteres alboflavae; pedes fusci genuhus pallidis. 

Hypopygio parvo, metatarso antico incrassato, ohlongo. 

9- Pedibus simpUcibus. 

Fast die kleinste und zarteste aller Arten, schon durch die Farbe der 
Flügel leicht erkennbar. (;f . Kopf sammt Fühlern und der autfallend kurzen 
Oberlippe schwarz, Taster und Eüssel aber gelbbraun, Gesicht und die massig 
breite Stirne bis zum vorderen Ocellenauge weiss bestäubt. Der ganze Thorax 
und Hinterleib gleichmässig lichtgrau, matt, nur die Ringränder noch lichter. 
Die zweireihigen Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen äusserst kurz; 
die glatten Zwischenstreifen bisweilen dunkler. Schwinger und weiss gewimperte 
Schüppchen hellgelb. Schildchen mit zwei langen Mittel- und zwei kurzen Seiten- 
borsten. Hinterleib mit sehr zarten, weissen Flaumhärchen und Randbörstchen; 
Bauch oft gelblich durchscheinend. Hypopygium klein, schwarz mit grau bereifter 
unterer und fast unbestäubter oberer Hälfte. Die Seitenlamellen klein, dreieckig, 
fein und licht flaumhaarig. Grund des Penis dick, glänzend schwarz, Spitze sehr 
dünn, gelbbraun. 

Die dünnen Beine sind ausgereift schwarzbraun, fast unbestäubt, unaus- 
gereift oft gelbbraun, immer mit ziemlich breit lichteren Knieen. Die lichte 
Behaarung derselben ist äusserst unscheinbar, nur die weisse Behaarung der 
Hüften, einige braune Wimpern an der Unterseite der Mittel- und Hinterschenkel, 
besonders gegen die Spitze hin, die schwarzen Apicalbörstchen der Schienen und 
die Börstchenreihe an der Rückseite der Hinterschienen etwas auffällig. Die 
Vorderbeine sind etwas plumper, die Schiene etwas gegen die Spitze verdickt, 
die Ferse etwa von der Gesammtlänge der übrigen Glieder und fast von der 



150 



Crabriel Strobl, 



Länge der Schiene, länglich-oval, in der Mitte etwas breiter, aber noch nicht 
doppelt so breit, als das Schienenende, überall äusserst kurz flaumhaarig. 

Die Flügel sind äusserst zart, milch weiss mit weissen, dünnen Adern; 
das Randmal fehlt, dafür ist die erste Längsader von der Mitte an gelbbraun 
und etwas verdickt. Die Gabel ist kurz, ihre obere Zinke am Grunde nur wenig 
gebogen und stark divergirend. Die Analader endet auf halbem Wege. 

Das 9 zeigt nur die gewöhnlichen Geschlechtsunterschiede: Zugespitzten 
Hinterleib, durchaus einfache Beine, etwas kürzere Behaarung, etwas breitere 
Stirne. 

Anmerkung. Ich nehme die var. c. als die echte niveipennis Zett. an, 
weil nur diese wirklich schneeweisse Flügel besitzt. 

In Niederösterreich: Auf Gesträuch an Bachufern, im Stiftsgarten und in 
Birnblüthen um Seitenstetten nicht besonders selten, um Melk nur einmal ge- 
sammelt. Aus Kärnten von der Napoleonswiese bei Villach durch Prof. Tief 1 9- 
In der Sammlung Win them 's und Schiner's 5 , 1 9 lacteipennis Wmth. 
i. litt.; um Lindenbusch (Schlesien) 2 (1. Becker). Ende April bis Ende Mai.* 

38. Tiefii n. sp. (Zu Ehren des eifrigen Dipterologen Prof. Tief in Villach.) 

cf 2'5, 9 ^tnm. ^f. Thorax dorso cupricolor, non vittatus setis acro- 
stichdlibus longis, hiseriatis; pleurae ohscure cinereae, dbdomen fuscum; kälteres 
ohscuri, pedes nigri geniculis pallidis. Tota distincte ohßcure pilosa et setosa; 
alae hyalinae stigmate ohscuro. Hypopygium magnum, clausuni; tibiae anticae 
hrevissimae, incrassatae; metatarsus anticus tihia multo longior et latior. 

9 . TJiorax cinereus, cupreo-suhvittatus, tibiae posticae suhdilatatae, paullo 
incurvae. 

cf. Gesicht, Stirne und Hinterkopf grau; Rüssel und Fühler schwarz, 
ersterer kürzer, letztere fast länger, als der Kopf, grau schimmernd; das dritte 
Glied kegelförmig, etwa so lang, als der dicke Griffel. Scheitel mit auffallend 
langen, schwarzen Borsten. Thorax matt, grünlichgrau, auf dem Rücken ziem- 
lich kupferroth; Prothoraxstigma schwarz, die braun gewimperten Schüppchen 
und die Schwinger braun, der Knopf am Ende schwarzbraun. Die regelmässig 
zweireihigen Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen verhältnissmässig 
lang; Striemen fehlen. Schildchen vierborstig. 

Hinterleib ziemlich plump, glänzend schwarzbraun mit sehr deutlichen 
dunklen Haaren und längeren Marginalborsten. Das Hypopygium gross, ebenfalls 
glänzend schwarzbraun, fast kahl, nicht höher, als der Hinterleib, aber tiefer 
hinabreichend, geschlossen, eng anliegend, zusammengedrückt zweischneidig. 

Beine glänzend schwarzbraun mit schmal gelben Knieen; Mittel- und 
Hinterbeine ziemlich schlank, letztere mit gekrümmten Schenkeln. Vorderbeine 
kurz und plump, besonders die gegen das Ende stark verdickten Schienen; Vorder- 
ferse rechteckig, doppelt so dick, als das Schienenende, zusammengedrückt (weil 
nicht ausgereift), bedeutend länger, als die Schiene und als die vier Tarsenglieder, 
äusserst kurz flaumig. Die Vorderschenkel zeigen oben, die übrigen beiderseits 
eine ziemlich lange Wimpernreihe, die Mittelschenkel besitzen vorne zwischen den 
Wimpern auch noch fünf bedeutend längere und dickere Borstenhaare; die zwei 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



151 



der Basis zunächst stehenden sind die längsten, etwa dreimal so lang, als die 
Schienenbreite. Die Behaarung der Schienen ist bedeutend kürzer, nur an der 
Rückseite der Vorderschienen ziemlich lang und wimperartig. Alle Schienen tragen 
Apicalbörstchen, die Hinterschienen auch noch aussen und rückwärts eine Reihe 
von ziemlich langen Borstenhaaren. 

Die Flügel sind glashell, die Adern — mit Ausnahme der sehr feinen 
sechsten und siebenten — dunkel, das Randmal deutlich, dunkelbraun. Die Gabel 
ziemlich lang und schmal; die obere Zinke entspringt spitzwinkelig und ist nur 
massig gebogen. 

Das § stimmt sehr genau mit dem nur ist der Thoraxrücken fast 
ganz grau (doch sind die drei Borstenreihen ziemlich deutlich kupferbraun ver- 
dunkelt), die Behaarung und Beborstung kürzer, die ebenfalls ziemlich plumpen 
Vorderbeine sind einfach, die Hinterschienen etwas breitgedrückt und in der Mitte 
gebogen, die Schenkel nur sparsam und kurz gewimpert, die Flügel fast weisslich 
glashell. Die Hinterschienen ebenfalls zweireihig beborstet, die Basis der Mittel- 
schenkel mit längeren Wimpern, Hinterschenkel gekrümmt, Hinterleib glänzend 
schwarzbraun etc., wie beim ^f. 

Obersteiermark: An felsigen und sandigen Ufern der Enns im Gesäuse am 
28. Mai 1 cT, am 1. August 2 9; ^^ch Herr Becker sammelte am 11. Juni 1891 
im Gesäuse 1 $, bei dem die drei Thoraxstriemen auf der Hinterhälfte sehr 
deutlich sind; vorne sind sie weit verkürzt. 

39. Sartor Becker, Berliner Entomol. Zeitschr., 1888, S. 7—12; Mik, 
Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1888, Sitzungsber., S. 97; 
sartrix Handl., Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1889, S. 623. 

alpina Loew i. litt. 

cf 3 — 3 5, ^ 2'5 mm. Caesia halterihus pedihusque fuseonigris arti- 
culationibus flavis. TJiorax immaculatus setis acrostichalibus longis antice 
hiseriatis; scutellum setis 4. Abdomen flavovillosum; hypopygium mediocre. 
Pedes posteriores graciles, antici femoribus et tibiis brevibus; metatarso tibia 
fere longiore, crasso. 

9- Pedibus simplicibus, tibiis posticis tenuibus, rectis. 

Steht der Tiefii und pseudosartrix am nächsten. Kopf, Thorax und 
Hinterleib ganz matt bläulichgrau, Rüssel auffallend kurz. Taster klein, dunkel, 
mit einigen langen und einigen kurzen dunklen Borsten. Fühler normal, schwarz, 
etwa von Kopflänge. Stirne massig breit. Hinterkopf oben schwarz beborstet, 
unten gelb behaart. Prothoraxstigma, Schulterschwiele und Schwingerstiel roth- 
braun, Knopf schwarzbraun. Schüppchen hell rothgelb, bisweilen dunkel gerandet, 
weissgelb gewimpert. Thoraxrücken meist ganz einfärbig, selten schwach zwei- 
striemig, mit ziemlich langen Borstenreihen, die mittlere vorne genau zweireihig, 
hinten vierreihig, die seitlichen einreihig ; bisweilen sind die Acrostichalbörstchen 
bis vorne hin vierreihig; die vier Schildchenborsten lang. 

Hinterleib etwas flach gedrückt mit ziemlich auff'allend langen und 
reichlichen, durchaus gelben weichen Haaren, die nur in gewisser Richtung dunkel 
erscheinen, besetzt, Hypopygium normal, knospen förmig, zusammengedrückt. 



152 



Gabriel Strobl. 



anschliessend, mattschwarz, grau bereift, gelbhaarig, etwas unter den Hinter- 
leib hinabreichend; wenn es absteht, zeigen die glänzenden kleinen, schwarzen 
Seitenlamellen je zwei kurze, schwarze Dornen und dazwischen den wagrecht 
vorgestreckten Faden mit der gewöhnlichen dicken, schwarzen Basal- und feinen, 
gelbbraunen Endhälfte, 

Beine reichlich behaart und beborstet, die Schenkel mehr wimperartig, 
die hintersten mit zwei längeren, feinen Subapicalborsten ; die Schienen sind 
kürzer behaart, aber die mittleren mit einer (vorne), die hintersten mit zwei 
Borstenreihen (aussen und rückwärts), die Vorderschienen nur mit Apicalborsten. 
Die hinteren Beine sind sehr schlank, die vordersten ziemlich dick und kurz. 
Die Vorderferse ist so lang oder deutlich länger und über zweimal breiter, als 
die Schiene, nur sehr kurz flaumhaarig; die vier folgenden Tarsenglieder etwa 
so lang, als breit, zusammen kürzer, als die Ferse, 

Die Flügel sind glasartig mit braunen, an der Basis gelben, dünnen 
Adern, langem, schmalem, braunem Eandmal und ziemlich langer und schmaler 
Gabel, Der sechste und siebente Längsnerv äusserst schwach, 

9- Gleicht ganz dem (f, nur ist die Beborstung des Thorax und der 
Beine kürzer, ebenso die weisslichgelbe Behaarung des Hinterleibes sehr kurz, 
aber ebenfalls ziemlich dicht; die Borsten der Hinterschienen sind deutlich, aber 
wenig länger, als die Flaumhaare, alle Beine schlank und einfach, 

Anmerkung, Unreife Exemplare besitzen lichtbraune bis gelbbraune 
Beine und schwächeres Eandmal. — Steht der littorea sehr nahe, die sich 
aber durch überall deutlich vierreihige Acrostichalbörstchen, braungrauen Thorax 
mit meist deutlicher dunkler Mittelstrieme, kaum sichtbares Stigma, lichte Vorder- 
beine, dünnere Vorderfersen sicher unterscheidet; das 9 <ier littorea ist sehr 
verschieden durch die silbergraue Bereifung, die zusammengedrückten und ge- 
krümmten Hinterschienen etc, Canescens unterscheidet sich durch ganz roth- 
gelbe Taster, Vorderbeine und Schwinger, griseola durch helle Schwinger, regel- 
mässig zweireihige Acrostichalbörstchen, unscheinbare Vorderfersen, Tiefii <^ durch 
schwarzbraunen, ganz schwarz behaarten Hinterleib, dichte Beborstung der Beine, 
sehr kurze und dicke Vorderbeine, das 9 durch weisslich glashelle Flügel, die 
Form der Hinterschienen, die Acrostichalbörstchen etc. 

In Fichtenwäldern der Schweiz (Osten-Sacke n. Zeller), Tirols (Obladis 
im oberen Innthale, 1. Mik; Condino in Südtirol, 1. Pokorny; Kaunser-, Trafoier- 
und Suldenthal, 1. Brauer und Handlirsch!), Salzburgs (um Gastein ziemlich 
gemein, 1, Mik und Becker!), Obersteiermarks (Schneealpe, 1, Pokorny; Strechen- 
graben und Hochschwung bei Kottenmann, Bösenstein bei Trieben (9), 1- ipse). 
Ende Mai bis August, lieber das merkwürdige Schleierchen des siehe Hand- 
lirsch, 1. c. Ausser den Original-Exemplaren Becker 's und den zahlreichen 
tirolischen Exemplaren des Hofmuseum (bloss cf) sah ich noch 3 cT ^us Sedrun 
(Schweiz), 1, Becker, 

40, pseiidosartrioß m. 

2 5 — 3, 9 2 *^2.w. Tota obscure cinerea, capite nigro, halteribus pedi- 
busque fuscis, articulationibiis flavis; thorax subiinmaculatus setis acrostichalibus 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Mcig. 



153 



fere hiseriatis; scutellum setis 4. Abdomen parce pilosum, pilis pro parte ob- 
scuris. Alae subkyalinae stigmate clistincto. 

cT. Hypopygium minus appendicibus 2 tenuibus incurvis; metatarsus 
antieiis tibia brevior, incrassatus, ellipticus. 

9 • Pedibus simplicibus, tibiis posticis tenuibus, rectis. 

Kopf matt schwarz, sammtartig. Thorax ganz gleichmässig dunkel asch- 
grau, matt. Hinterleib schwarz oder undeutlich grau bereift. Oberlippe glänzend 
schwarz, bedeutend kürzer, Fühler schwarz, so lang, als der Kopf. Stirne massig 
breit, nur vorne nebst dem Gesichte etwas grau schimmernd. Taster winzig, 
schwärzlich, grau schimmernd oder gegen die Spitze gelblich mit einer langen 
und einigen sehr kurzen dunklen Borsten. Thorax einfärbig, selten mit Spuren 
zweier glatter dunklerer Linien; die Börstchen massig lang, die Acrostichal- 
börstchen wenigstens in der Mitte deutlich zweireihig, ganz hinten öfters mit 
überzähligen Börstchen, daher 3— 4-reihig; die Dorsocentralbörstchen einreihig. 
Prothoraxstigma, Schulterschwiele, Schwingerstiel und Schüppchen rothbraun, 
letztere öfters mit dunklerem Kande und lichter Bewimperung. Schwingerknopf 
schwarzbraun; Schildchen vierborstig. Hinterleib ziemlich schlank, cylindrisch; 
Behaarung schwach, oben dunkel mit feinen längeren Randborsten, vorne an den 
Seiten ebenso kurz, aber weisslich. Hypopygium ziemlich klein und kurz, der 
stumpfe Abschluss des Hinterleibes, nicht höher, als derselbe, seitlich zusammen- 
gedrückt, äusserst kurz dunkel behaart, matt schwarz, nur die ziemlich breiten 
und kurzen, spateiförmigen Seitenlamellen glänzend schwarz; am oberen Ende 
derselben je eine feine, kurze, gekrümmte Dornspitze. Faden von normaler 
Gestalt, wagrecht nach vorne gestreckt, Basalhälfte dick, schwarz, Spitzenhälfte 
sehr fein, gelbroth. Beine schlank, dunkelbraun mit lichten Knieen und Gliede- 
rungen der Hüften, fein-, kurz- und ziemlich spärlich lichtflaumig und länger 
dunkel gewimpert; die Wimpern nur an der Ober- und Unterseite der Hinter- 
schenkel ziemlich lang und zahlreich; deutliche feine Borstenhaare nur an den 
Schienenspitzen, sowie an der Aussen- und Rückseite der Hinterschienen. Vorder- 
schenkel und Vorderschienen etwas kürzer und dicker, als die übrigen, die 
Vorderferse deutlich kürzer, aber mindestens doppelt so breit als die Schiene, 
etwa so lang, als die vier Tarsenglieder, in der Mitte deutlich erweitert, elliptisch, 
äusserst kurz flaumig; alle Tarsen schlank, selbst die vordersten Mittelglieder etwas 
länger, als breit. Flügel graulich glashell mit feinen dunkel- bis lichtbraunen 
Adern, deutlichem, schmalem, braunem Randmal und ziemlich kurzen, mässig 
divergirenden Gabelzinken ; die obere ist nur am Grunde deutlich gebogen ; sechste 
lind siebente Längsader sehr schwach und verkürzt. 

Das 9 gleicht ganz dem , nur ist die Beborstung des Thorax und der 
Beine noch kürzer, die Börstchen der Hinterschienen fehlen ganz, die Schienen 
sind dünn und gerade, alle Beine schlank und einfach. 

Pseudosartrix ist der sartrix ungemein ähnlich und nach der Beschreibung 
Beck er 's nicht sicher unterscheidbar, da Becker den Hinterleib schwarzhaarig 
nennt, während er durchaus gelbhaarig ist; die Dichte und Länge der Haare 
ist allerdings etwas variabel, ebenso die Acrostichalbörstchen bisweilen fast ganz 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 20 



154 



Gabriel Strobl. 



zwei- oder vier-, gewöhnlich, aber in der Vorderhälfte zwei-, in der Hinterhälfte 
vierreihig. Pseudosartrix ist stets kleiner, unterscheidet sich ferner durch den 
sammtschwarzen Koi)f, den schwarzen, kaum grau bereiften Hinterleib, der kurz, 
sparsam, nur an den Seiten weisslich, am Rücken aber schwärzlich behaart ist, 
durch die deutlich kürzere Vorderferse, die dunkleren, rothbraunen bis braunen 
Schüppchen, die kürzere Endgabel der Flügel. Auch ist sie keine alpine Art. 
Ich sammelte 1 (^f am 28. Mai in Gräben der Tauernstrasse bei Trieben, 1 9 
erhielt ich aus einem sumpfigen Walde bei Hajos in Ungarn (1. Thalhammer), 
2 cf 'vom Wölfelsfall und von Kaltwasser (Schlesien), 21. Mai und 12. August 
(1. Becker). 

41. fuscipes Fabr., Meigen, III, 6; Zett., 338!; Schiner, I, 114 
(? Beschreibung stimmt so ziemlich, das Original-Exemplar aber yn^v puhipes Loew). 

cT 4 mm, $ 3' 5 mm. Nigra, obscure cinereopruinosa, squamis brunneis, 
halteribus et genubus luteis; thoracis dorsum brunnescens subquadrivittatus, 
vittis lateralibus, nonnunquam etiam mediis evaneseentibus, setis acrostichalibus 
biseriatis, longiusculis; scutellum setis 4 — 6. Pedes longiusculi pilis et setis 
brevibus. 

. Metatarso antico cylindrico, parum incrassato, extus distincte pube- 
scente; hypopygium mediocre, addomen longe cylindricum. 

$ . Pedibus simplicibus, tibiis posticis gracilibus, rectis. 

cf. Der ganze Körper, auch Kopf und Beine, sind schwarz, aber dicht 
dunkelgrau bestäubt, nur der Thoraxrüoken oft etwas bräunlich, Rüssel und die 
dicht schwärzlich behaarten Seitenlamellen des Hypopygium glänzend schwarz, 
Taster matt schwarz, die schmalen Kniee und die Schwinger rothgelb, letztere 
am Ende des Stieles und am Grunde des Knopfes etwas verdunkelt. Fast die 
ganze Behaarung ist dunkel fahlgelb bis braun, die längeren Borsten schwarz; 
die weissgelb gewimperten Schüppchen sind dunkel rothgelb bis braun. Gesicht 
und Oberkopf sind ziemlich breit, hellgrau, der Hinterkopf dunkelgrau. Die 
vier braunen Striemen des Thoraxrückens sind wenig auffällig, aber die 
mittleren meist ganz deutlich ; die seitlichen, beiderseits verkürzten, bilden schein- 
bar nur eine Verdickung der Mittelstriemen, da der Zwischenraum ziemlich 
dunkel ist; bei einer Varietät fehlen die vier dunkleren Striemen fast ganz, ja es 
können sogar die drei Borstenreihen etwas dunkler sein. Die regelmässig zwei- 
reihigen Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen sind ziemlich lang. 
Schildchen mit 4 — 6 mässig langen Borsten. Der ganz dunkelgraue Hinter- 
leib ist ziemlich schlank cylindrisch, deutlich dunkel behaart mit längeren 
feinen Randborsten der Ringe. Das Hypopygium ist mässig gross, etwa = V4 
des Hinterleibes, geschlossen, fast anliegend, schwach behaart, gleichsam der 
stumpfe Schluss des Hinterleibes, mit den normalen zwei gekrümmten Dornspitzen. 

Beine. Die Schenkel zeigen oben und unten ziemlich kammförmig ge- 
stellte längere Wimpern ; die Schienen sind kurz und weich flaumhaarig, ausser- 
dem mit einer, die hintersten mit den gewöhnlichen zwei Reihen längerer 
Börstchen; die der Vorderschienen des cT sind ziemlich lang. Die Vorderschienen 
des cT selbst sind ebenfalls ziemlich lang, nur wenig gegen das Ende verdickt, 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



155 



die Ferse nur wenig dicker, als das Schienenende, schmal walzenförmig, etwa 
= Schiene, = drei Tarsenglieder, aussen etwas länger flaumhaarig, als innen. 

Die Flügel sind graulich glashell mit langem, braunem Randmal, von 
der Breite der Randzelle, schwarzen Adern, spitz entspringender, dann gebogener, 
zuletzt gerader, massig divergirender oberen Zinke. 

9 . Gleicht ganz dem cT bis auf die gewöhnlichen Geschlechtsunterschiede ; 
die Hinterschienen sind so dünn, als die übrigen, weder breitgedrückt, noch ge- 
krümmt. 

Anmerkung. Die Beschreibung Meigen's und Zetterstedt's stimmt 
ausgezeichnet; nur nennt Zetterstedt das Eandmal schwarz, während Meigen 
es richtig braun nennt; auch waren die Exemplare Zetterstedt's nicht ganz 
ausgefärbt, da er die Beine bald braun roth, bald schwärzlich nennt. Doch erwähnt 
er ausdrücklich die lichten Kniee, die nur bei dunkelbeinigen Arten vorkommen. 
Griseota Zett. kann meine Art nicht sein, denn diese ist bedeutend kleiner, hat 
noch blässeres Randmal und lichtere Adern. 

In Obersteiermark und Kärnten selten; bisher nur an felsigen Ennsufern 
des Gesäuses bei Admont von mir und in Auen bei Villach von Prof. Tief einige 
Pärchen gesammelt. 

42. griseola Zett., 350; Schiner, I, 116; Tief, Progr., 1887, S. 26; 
nigritarsis Zett., 351 (eine Varietät); platyura Loew, Berliner Entomol. Zeitschr., 
1873, Nr. 32?; fuscipes Zett. var., Becker, Berliner Entomol. Zeitschr., 1887, 
S. 126. $! 

2 3— 3 5 mm. SimüUma fuscipedi, at minor, tenerior, squamis luteis, 
scutelU setis 4, pedihus tenuibus, alis hycdinis nervis et stigmate palUdiorihus, 
palpis saepe luteis. 

Metatarsus anticus brevior, undique distincte puhescens, tibiae anticae 
non setulosae; abdomen crassum, breviter cylindricum liypopygio magno. 

$ . Pedibus simplicibus, tibiis posticis subcompressis, incurvis. 

Diese Art ist so ähnlich der fuscipes, dass man sie leicht, wie Becker, 
1. c, gethan, für eine kleine Form derselben halten könnte. Färbung des Kopfes, 
Thorax, Abdomen, die dunkle Behaarung, die Anordnung und Länge der Borsten- 
reihen zeigt keinen nennenswerthen Unterschied. Die vier dunklen Thoraxstriemen 
sind ebenfalls bald ziemlich deutlich {griseola Zett.), bald fehlen sie ganz [nigri- 
tarsis Zett., 351) ; sonst unterscheidet sich diese Form in nichts von der Normal- 
form. Der Thoraxrücken ist bisweilen deutlich kupferbraun, meist aber grünlich- 
grau. — Als Unterschiede gelten: Die Schüppchen sind heller rothgelb mit 
weisslicher Bewimperung; auch die Schwinger und bisweilen die Taster ganz 
rothgelb ohne deutliche Verdunkelung. Der Hinterleib ist auffallend kürzer und 
dicker, öfters seitlich stark zusammengedrückt und höher als breit; er ist nur 
etwa zweimal so lang, als hoch (bei fuscipes dreimal). Das Hypopygium ist 
gewöhnlich noch bedeutend grösser wegen der bedeutend grösseren, ebenfalls dicht 
schwarz behaarten Seitenlamellen, kaum bereift, auch unten ziemlich glänzend 
schwarz und bildet fast den dritten Theil des Hinterleibes, stark zusammen- 

20* 



156 



Gabriel Strobl. 



gedrückt, scharf zweischneidig, oben locker aufliegend mit zwei feinen, ge- 
krümmten Dornspitzen; doch sah ich auch Exemplare mit ziemlich kleinem 
Hypopygium. 

Die Beine sind höchstens schwarzbraun mit rothgelben Knieen, öfters 
(wohl nur bei unreifen) sogar gelbbraun, nur ganz fein bereift und noch dünner. 
Die feine Behaarung ist ähnlich, aber bedeutend kürzer, die Börstchen nur an 
der Rückseite der Hinterschienen und an den Schienenspitzen deutlich, ziemlich 
lang und sehr fein. Die Rückseite der Vorderschienen ist kürzer flaumig ohne 
oder nur mit sehr kurzen, wimperartigen Börstchen. Die Vorderferse gleicht 
ganz der von fuscipes, ist ebenfalls kaum um die Hälfte breiter, als das wenig 
verdickte Schienenende, ist aber kürzer, meist kaum = ^/s Schiene und auf 
beiden Seiten gleichmässig deutlich flaumhaarig. 

Die Flügel wie bei fuscipes, aber fast rein glashell mit dünneren, meist 
bloss braunen, gegen die Basis deutlich gelben Adern und viel schwächerem, 
gelbbraunem Randmal. 

Das 9 gleicht durchaus dem cT auf die Hinterleibsform, die noch 
kürzere Behaarung des Hinterleibes und der Beine, die ganz einfachen, dünnen 
Vorderbeine. An den Vorderschienen nicht einmal eine Spur von Börstchen; die 
der Hinterschienen sind deutlich; diese sind etwas plattgedrückt und deutlich 
zweimal gebogen (d. h. bei reifen Exemplaren); dadurch lässt sich auch das 9 
von fuscipes sicher unterscheiden. 

Anmerkung. Kann nicht hrevivittata Macq., Zett. etc. sein, denn diese 
ist nach Zetterstedt eine Art mit schwarzem Hinterleib und Stigma und kurz 
ovaler Vorderferse. In der Beschreibung der platyura Loew aber finde ich nichts, 
das sich nicht ungezwungen auf die striemenlose Form der griseola anwenden 
Hesse, ausser dass Loew die Acrostit3halbörstchen = bei cornicula nennt; sie 
wären dann hinten vierreihig (?) ; der Hinterleib ist „glänzend, unbestäubt", aber 
auch bei griseola die Bestäubung oft sehr schwach. In der Sammlung Beck er 's 
sah ich wirklich einige Exemplare der griseola mit überzähligen Börstchen als 
Andeutung einer dritten und vierten Reihe von Acrostichalbörstchen. 

In Obersteiermark und Kärnten mit fuscipes, aber bedeutend häufiger. ■ 
Auf Ennssand im Gesäuse Ende Mai beide Varietäten häufig, am Drauufer bei 
Villach, 25. April, von Tief ebenfalls beide Varietäten in grösserer Anzahl ge- 
sammelt; als platyura Loew von Kowarz, Verhandl. der k. k. zool.-botan. 
Gesellsch. in Wien, 1873, S! 457, um Herculesbad, als fuscipes bei St. Moritz 
(Schweiz), am Wölf eisfall, Reinerz (Schlesien) von Becker gesammelt. 

B. Arten mit dunklem Thorax, aber wenigstens theilweise 
(auch ausser den Knieen) lichten Beinen. 

43 a. cinereomicmis ii. sp. 

. 3'4 mm. Thorax nitens, ohscure cinereus, dbdomen fuscum hast dilu- 
tiore, setae acrostichales hiseriatae, longae; tota distincte ohscure pilosa et setosa; 
kälteres ohscuri; pedes tibiis et tarsis ohscuris, femoribus totis vel pro parte rufis. 



Die östcrreicbisclien Arten der Gattung Hilara Meig. 



157 



cf. Hypopygiiim magnum, compressum, fere orhiculare; metatarsus antims 
tibiae fere aeqiiüongus, distincte incrassatiis, cylindricus, pubescens, extus setuUs 
longiorihus. 

Kopf klein, der massig breite Oberkopf sammt Hinterkopf matt schwarz, 
schwarz beborstet. Rüssel viel kürzer, Fühler fast länger, als der Kopf, beide 
schwarz. Taster klein, sehr dmikel mit einer auffallend langen Borste. Thorax 
ziemlich dunkel grau, an den Seiten matt, am Rücken glänzend, undeutlich zwei- 
striemig. Schultersehwiele. die blass gewimperten Schüppchen und der Schwinger- 
stiel rothbraun, der Knopf ganz schwarzbraun. Die ziemlich langen Dorsocentral- 
börstchen einreihig, die Acrostichalbörstchen zweireihig, hie und da mit einer 
überzähligen Borste, Schildchen vierborstig. Hinterleib (mit Hypopygium) 
glänzend sshwarzbraun, unbereift, dunkel behaart und beborstet, die Basis, be- 
sonders an der Bauchseite, rothgelb durchscheinend. Hypopygium auffallend 
gross in Folge der übermässig entwickelten Bauchlamelle, stark zusammengedrückt 
zweischneidig, geschlossen und eng angedrückt, fast von doppelter Höhe des 
Hinterleibes, beinahe kreisrund, fast unbehaart. Beine glänzend, dunkel roth- 
gelb, die Schienen fast ganz braun mit schmal lichter Basis, die Tarsen schwarz- 
braun; Schienen ziemlich kurz- und fast anliegend-, Schenkel aber länger und 
abstehend wimperartig behaart; sehr auffallend sind vier starke Borstenhaare auf 
der Vorderseite der Mittelschenkel und die lange, feinere Bewimperung an der 
Unterseite der Hinterschenkel. Yorderschienen aussen, Hinterschienen aussen und 
rückwärts mit einer Reihe längerer Borstenhaare. Die Beine sind ziemlich schlank, 
die Yorderschenkel und Vorderschienen kaum dicker und kürzer, als die übrigen. 
Die Vorderferse ist etwas kürzer, aber doppelt so dick, als die Schiene, dick 
walzenförmig, deutlich kurz flaumhaarig, aussen mit etwa drei etwas längeren 
und dickeren Borstenhaaren. Flügel etwas bräunlich mit feinen, dunklen Adern, 
langem dunkelbraunem Randmal fast von der Breite der Randzelle und recht 
auffällig langer, sehr schmaler Endgabel; die obere Zinke entspringt spitzwinkelig, 
biegt sich stumpfwinkelig und divergirt so wenig, dass sie näher der dritten, 
als der zweiten Längsader mündet. 

Anmerkung. Diese Art steht sehr nahe der canescens, griseola und 
sartrix, ist aber von ersteren durch die schwarzbraunen Schwinger, von allen drei 
Arten durch den glänzenden Thorax auf den ersten Blick leicht unterscheidbar. 
Im Thorax erinnert sie an cingulata, in Geäder und Beinen an Cornicula. 

Zu St. Anna bei Villach (Kärnten) von Prof. Tief 1 entdeckt und mir 
überlassen. 

Aus Moisdorf, 13. Juli, erhielt ich durch Herrn Becker 1 cT, 1 $; .sie 
stimmen sonst genau mit der beschriebenen Form, sind aber besser ausgereift 
oder bilden eine dunklere Varietät, cf: Der Thorax ist dunkler, schwärzlich 
bleigrau, die Striemen undeutlicher, der Hinterleib glänzend schwarz mit viel 
kleinerem Hypopygium, die Beine dunkelbraun, nur die Vorderhüften ganz, die 
übrigen theilweise, alle Gliederungen und die Schenkelwurzeln rothgelb. Das 9 
stimmt bis auf die einfachen Vorderbeine, den zugespitzten Hinterleib, die etwas 
plattgedrückten, etwas gekrümmten Hinterschienen, die lichtere Färbung des 



158 



Gabriel Strobl. 



Thorax und der Beine ganz mit dem cT. Die Endgabel ist bei beiden ebenfalls 
langgestreckt mit fast bajonettartig gestellter oberer Zinke. 
43 &. Mikii ii. sp.^) 

cf 3 5, 9 3 mm. ^T- Fusca, pdlpis, antennarum articulis hasalibus, pleura- 
rum maculis, venire et pedibus fere totis luteis; hypopygio majusculo; meta- 
tarso antico tihiae aequilongo, suhincrassato ; alae cinereohyalinae stigmate fusco. 

9 . Differt pedibus et toto abdomine flavis. 

Ausgezeichnete Art, etwa neben einer eomicans, aber vielfach verschieden, 
cf. Kopf schwarz; die Basalglieder der Fühler und die Taster ganz rothgelb. 
Stirne schmal. Thorax und Hinterleib des (wie sich aus der plattgedrückten 
Vorderferse schliessen lässt) noch nicht ganz ausgereiften Exemplares ziemlich 
glänzend dunkelbraun, stellenweise, besonders an der Hinterleibsbasis, lichter 
durchscheinend. Prothorax, Schulterschwiele, einige Flecke über den Hüften, 
Schwingerstiel, Bauch, Hüften und Schenkel rothgelb. Schwingerknopf und 
Schienen mit Ausnahme der Basis braun, die Tarsen braunschwarz. Thoraxrücken 
ziemlich deutlich grau bereift mit zwei schwachen braunen Striemen. Die massig 
langen, schwarzen Acrostichalbörstchen vorne regelmässig zweireihig, die Dorso- 
centralbörstchen einreihig; Schildchen vierborstig. Die ziemlich kurze und sehr 
feine Behaarung des Hinterleibes und der Beine weisslich, nur in gewisser Eichtung 
dunkel. Hinterleib zart, schlank; das Hypopygium etwas höher, als das Leibes- 
ende, knospenförmig, vollständig geschlossen ohne sichtbare Anhänge. Die Beine 
sehr schlank, fast borstenlos ; nur die Apicalborsten der Schienen und 4 — 5 Borsten 
der Eückseite der Hinterschienen deutlich. Vorderferse ungefähr so lang und 
kaum um die Hälfte dicker, als die Schiene mit sehr deutlicher, auf der Oberseite 
etwas längerer Pubescens. Alle Tarsenglieder länger, als breit. Geäder ganz 
normal, Adern und Randmal schwarzbraun, die Endgabel ziemlich lang und 
schmal; die obere Zinke entspringt fast rechtwinkelig, macht einen Bogen und 
mündet in der Mitte zwischen der zweiten und dritten Längsader. 

9- Stimmt in Kopf, Thorax und Flügeln ganz mit dem c^, nur ist die 
Stirne etwas breiter. Der Hinterleib aber ist ganz blassgelb mit schwachem 
weisslichem Schimmer; der Schwingerknopf ist nur wenig verdunkelt und die 
Beine sind fast ganz gelbroth; doch sieht man an den Schienen, besonders gegen 
das Ende, eine deutliche Bräunung und die Tarsen sind fast ganz dunkelbraun. 
Die Beine sind durchaus einfach, auch die Hinterschienen schlank und gerade. 

Von dieser schönen Art, der ich den Namen eines unserer grössten vater- 
ländischen Dipterologen zu geben mir erlaube, entdeckte Herr Theodor Becker 
am 20. Mai in Dalmatien ein Pärchen. 

^) Leider muss ich den Namen Avieder einziehen, denn während des Druckes erschien in der 
Wiener Entomologischen Zeitung, Jahrg. 1892, S. 83, dieselbe Art unter dem Namen Novdkii Mik ; 
die Identität ist durch Vergleich der vom Autor mir zugesandten Exemplare mit den Exemplaren 
Becker 's gesichert. Ebenso beschrieb Herr Mik ebendaselbst, S. 81, die Varietät meiner angusti- 
frons mit schwarzen Schwingern als aeronetha ; die Art muss also nach dem Prioritätsgesetze aero- 
netha heissen und für die Varietät mit rothgelben Schwingern könnte der Name angustifrons (als 
Varietät) bleiben. 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



159 



44. eingnlafa Dalilb., Zett., 4270, 9. 

Sturmii Meig., III, 5, 9 (verosimiliter) ; Schiner, I, 113. 

cTj 9- 2 5— 3 mm. Tenerrima; thorax griseus, nitens vittis 2 öbscuris; 
ahdomen pro parte obscurum mcisuris albis venire flavopellucido ; pedes flavi 
tarsis ohscuris. 

cT. Hypopygiiim minimum, frons angustissima, tarsi omnes tenues. 
9 . Prothorace et dbdomine toto vel pro maxima parte luteoflavo, fronte 
lata, pedibus simplicibus. 

. Der ganze Bau des Thierchen erinnert auffallend an RhampJiomyia 
umbripennis. Fühler rothgelb mit schwarzem Endgliede, dieses kegelförmig mit 
gleichlangem Endgriffel. Taster weissgelb, klein. Gesicht und ein Bändchen über 
den Fühlern weissgrau, die äusserst schmale Stirne sammtschwarz. Hinterkopf 
aschgrau, fein weissgelblich behaart, nur um die Augenränder mit schwarzen 
Börstchen. Der ganze Thorax nebst dem Hinterrücken und dem vierborstigen 
Schildchen glänzend gelblichgrau. Zwischen den sehr kurzen zweireihigen Acro- 
stichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen jederseits eine ziemlich schmale, 
schwärzliche, aber nicht immer deutliche Strieme. Auch dunkle, beiderseits ab- 
gekürzte Seitenstriemen angedeutet. Die Schwinger und die weissgelb gewimperteu 
Schüppchen rothgelb. Hinterleib cylindrisch, allmälig verschmälert mit äusserst 
unscheinbarem wagrechtem Hjpopygium; die winzigen dreieckigen Seitenlamellen 
stehen senkrecht auf, sind ziemlich lang flaumig, zeigen die zwei normalen ge- 
krümmten Dornspitzen und zwischen ihnen geht wagrecht nach vorne der dicke, 
anfangs schwarze Faden. Die Behaarung des Hinterleibes ist sehr schwach, 
dunkel; die schwarzen ßandbörstchen der Einge sehr kurz und fein. Oben ist der 
fettglänzende Hinterleib grösstentheils oder doch theilweise schwärzlich, am Bauche 
ganz — aber oft auch stellenweise oben — durchscheinend rothgelb; die Ring- 
ränder schimmern breit weiss. 

Die Beine sind äusserst zart, besonders alle Tarsen dünn und lang, auch 
die zwei ersten Glieder der Vordertarsen; die Vorderferse zeichnet sich vor den 
übrigen Fersen nur durch deutliche Bewimperung der Unterseite aus. Die Be- 
haarung der Beine ist sehr kurz und ziemlich dunkel, nur die der Hüften 
länger und licht; Börstchen, sogar Apicalbörstchen fehlen; nur die Hinterschienen 
zeigen rückwärts eine deutliche Borstenreihe. Hüften und Beine sind fast stroh- 
gelb, nur die vier Hinterhüften am Grunde und die Tarsen gegen das^ Ende 
verdunkelt; die letzten Glieder schwarzbraun. 

Die Flügel sind glashell, das Geäder normal, Adern und Randmal blass- 
braun, die Endgabel ziemlich kurz und breit, die obere Zinke stark divergirend. 
Die 9 sind sehr ähnlich dem cT ; ist die Stirne dreimal so breit, Prothorax, 
Schulter, der ganze oder fast der ganze Hinterleib ist rothgelb; Bauch, Ring- 
ränder und Beine sind noch lichter gelb; die Hinterschienen dünn und gerade. 

Anmerkung. Dass dieses Thierchen cingulata Dahlb. ist, ergibt sich 
unzweideutig aus Z Otterstedt, denn seine Beschreibung des 9 ergibt fast gar 
keinen Unterschied; er nennt zwar den Hinterleib schwarz mit gelblichen Ein- 
schnitten, aber es handelt sich da gewiss nur um eine dunklere Form. Nimmt 



160 



Gabriel Strobl. 



man an, dass Meigen, III, 5, bei der Beschreibung der Sturmii Wied, ein un- 
reifes $ mit verdunkeltem Mittelraume zwischen den zwei Thoraxstriemen vor 
sich hatte, da' er den Thorax „schwarzbraun, in den Seiten grau" nennt, so 
passt seine Beschreibung ebenfalls sehr gut auf vorliegende Art. Sie steht jeden- 
falls der flavipes Meig. am nächsten. 

In den Ybbs-Auen bei Amstetten in Niederösterreich 2 cT gestreift; in der 
Sammlung Win them 's unbestimmt 5 cj^, 5 $; in Eeinerz (Schlesien) 1. Becker 
am 3. Juni 1 (ein Exemplar mit oben fast ganz schwarzem Hinterleibe). 

45. flavijjes Meig., III, 11; Schiner, I, 113; Tief, Progr., 1887, S.26. 

obscura Meig., III, 11? 

S'5 — 3 mm. Thorax ater, nitidissimus pleuris caesiis; abdomen fuscum 
venire dilutiore; pedes gracülimi, nitidi, distincte ciliati et setosi, in utroque 
sexu simplices, flavi tarsis ohscuris; alae hyalinae stigmate obscuro. 

Hypopygio minuto, appresso, oculis cohaerentibus, 9 &onte lata. 

Sehr auffällige Art, bosonders durch die Augen des cT. Kopf klein, Augen 
des zusammenstossend, die des 9 durch die weissgraue Stirne fast in Augen- 
breite getrennt. Taster klein, schmal, weissgelb, licht behaart ohne Borsten. 
Rüssel viel kürzer, die schwarzen Fühler etwas länger, als der Kopf. Hinterhaupt 
dunkelgrau. Thorax am Rücken glänzend schwarz mit kurzen zweireihigen 
Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen; an den Brustseiten bläulich- 
grau. Prothorax des grau, Vorderhüften weissgelb, unbereift, hintere Hüften 
stark verdunkelt; beim 9 Prothorax und Vorderhüften weissgelb, grau bereift, 
hintere Hüften rothgelb. Schulterschwiele und Schwingerstiel rothgelb, Knopf 
schwarzbraun. Hinterleib des schwarzbraun, ziemlich matt, cylindrisch, beim 
9 konisch, glänzender, bei beiden am Bauche rothgelb; das Gelb beim aus- 
gebreiteter. 

Beine des cf, 9 äusserst zart, schlank, ganz einfach, glänzend strohgelb 
mit gebräunter Endhälfte der Hinterschenkel, etwas gebräunten Schienenenden 
und dunklen Tarsen. Behaarung der Hüften, Schenkel und Schienen lang, ge- 
reiht wimperartig; die Mittelschenkel zeigen vorne an der Basis etwa fünf be- 
deutend längere und dickere, beim 9 weniger autfallende Borstenhaare; die 
Hinterschienen aussen und rückwärts eine Reihe bedeutend längerer Borstenhaare. 
Die Vorderferse des ist so lang und dünn, als die übrigen Fersen. 

Flügel gelblich glashell mit feinen dunklen Adern, langgestrecktem, 
braunem Randmal, autfallend breiter Discoidalzelle, mässig langer und nicht be- 
sonders divergirender Gabel; die obere Zinke entspringt sehr spitzwinkelig und 
ist am Grunde nur wenig gebogen. Die sechste und siebente Längsader sehr 
deutlich, aber verkürzt. 

. Hypopygium gar nicht auffällig, klein, geschlossen, eng angedrückt, 
nur der stumpfe Schluss des Hinterleibes, 

Das 9 nur durch die bereits erwähnten Unterschiede der Stirne, des Hinter- 
leibes, der Hüftenfarbe vom cT verschieden. 

Aeusserst selten. Meigen, I.e., erwähnt ein Panzer'sches Exemplar aus 
Oesterreich; Schiner kannte die Art nicht. Prof. Tief sammelte zu Freiwaldau 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



161 



in Oesterr.-Schlesien 1 9» zu Villach in Kärnten 1 ^T; in der Sammlung Wint- 
hem's stecken als ventralis Winth. i. litt. 2 cf*. Nach Scholtz um Breslau 
nicht selten. 

Anmerkung. Gracilipes Bohem., Zett., 4607, lässt sich nach der Be- 
schreibung nur durch matten, schwärzlichen Thoraxrücken des und zurück- 
geschlagenes Hypopygium (Hypopygio reflexo), das 9 durch bleiche Schwinger, 
schwarzgrauen Thoraxrücken unterscheiden. Ob nicht doch nur Varietät? Cuneata 
Loew aus Südungarn (Berliner Entomol. Zeitschr., 1873, Nr. 36, bloss 9) unter- 
scheidet sich nach Loew von flavipes 9 durch ganz schwarze Stirne, schwarze 
Spitze der Hinterschenkel, mit Ausnahme der Basis schwarze Hinterschienen und 
länger keiiige Discoidalzelle. Ohscura Meig., III, 11, c^, wird nur durch röthlich- 
braune Schwinger und Beine von flavipes unterschieden (1 aus England); da 
aber meine Exemplare der flavipes sogar schwarzbraune Schwinger und wenigstens 
stellenweise gebräunte Beine besitzen, so handelt es sich wohl nur um mehr oder 
minder ausgereifte Formen derselben Art. Auch fulvipes Macq. cT aus Bordeaux 
= rufipes Macq. 9 Nordfrankreich (Meig., VII, 81 und 80) würde ich un- 
bedenklich als grössere Form (2'") zu flavipes ziehen, wenn die Vorderferse des 
^ nicht erweitert, unterseits gewimpert genannt würde. 

46. littorea Fall., Meig., III, 8, 9; Zett., 351; Schiner, I, 113 und 
Sammlung! (1 cT, 2 9). 

univittata Meig., III, 9, cT- 

3 — 3'5 mm. Cana, opaca, seriehus 4 aequaliter distantibus setarum acro- 
stichalium; kälteres et pedes posteriores fusci, antici dilutiores ; alae alboliyalinae 
stigmate subnullo. 

9 . Albida thorace immaculato, tibiis posticis suhcompressis, paullo incurvis. 
. Obscurior thorace plerumque univittato, abdomine fusco, metatarso 
antico incrassato, cylindrico. 

9 . Aeusserst ähnlich der argyrosoma. Der ganze Kopf, der ungestriemte 
oder kaum zweistriemige Thorax und der Hinterleib sehr hell aschgrau, fast 
bläulichweiss ; nur die Legeröhre schwarzbraun. Die schwarzen Fühler etwas 
länger, als bei argyrosoma und nur wenig grauschimmernd. Taster klein, dunkel. 
Die Hinterhauptshaare ziemlich lang, borstenförmig, schwarz, nur ganz unten 
weiss. Die glänzend schwarze Oberlippe nur wenig kürzer, als der Kopf. Thorax 
mit vier ziemlich regelmässigen, gleich weit abstehenden Keihen von Mittelborsten 
und einer Reihe Seitenborsten, alle mässig lang; nur ganz vorne sind die Mittel- 
borsten bisweilen bloss dreireihig. Schildchen vierborstig. Prothoraxstigma gelb- 
braun. Schüppchen lichtgelb, weiss gewimpert. Schwinger mit rothgelbem Stiele 
und schwarzbraunem, höchstens an der äussersten Basis lichterem Knopfe. 
Hinterleib ganz weiss behaart. Flügel genau wie bei argyrosoma, nur ist die 
Gabel etwas länger, schmäler, die obere Zinke weniger divergirend. Die Adern 
sind an der Basis bedeutend blässer, fast weiss, die Discoidalzelle meist etwas 
länger und schmäler; das Kandmal ebenfalls kaum angedeutet. Die Beine sind 
etwas schlanker, von äusserst feinem lichtem Flaume und schwacher Bereifung 
etwas grau und matt; deutliche Borsten bemerkt man nur an der Spitze der 

Z. B. Ges. B. XLII. Ath. 21 



162 



Gabriel Strobl. 



Schienen, an der Vorderseite der Mittelschenkel und zweireihig gestellte an den 
Hinterschienen. Die Färbung der Beine ist nie ganz schwarzbraun; die Vorder- 
beine sind in der Eegel bedeutend blässer, als die fast ganz schwarzbraunen 
Hinterbeine; wenigstens die Vorderhüften immer ganz rothgelb, meist auch die 
Mittel- und theilweise sogar die Hinterhüften ; die vorderen Schenkel und Schienen 
sind wenigstens streifenförmig lichter, bisweilen beinahe ganz rothgelb. Die Kniee 
sind an allen Beinen licht, die Tarsen immer schwarzbraun oder schwarz, höchstens 
die Ferse etwas bräunlich. 

Man kann also das $ sicher von argyrosoma unterscheiden durch die 
stärkere, vorherrschend schwarze Behaarung des Hinterkopfes, die vierreihigen, 
längeren Acrostichalbörstchen, das lichtere Prothoraxstigma, den dunklen Schwinger- 
knopf, die schlankeren, kürzer flaumhaarigen Beine, die immer lichteren Vorder- 
beine, besonders Vorderhüften, die ganz dunklen Hintertarsen und endlich durch 
die Form der Hinterschienen; diese sind etwas dicker, als die übrigen, etwas 
plattgedrückt und in der Mitte etwas gekrümmt. 

Das cT stimmt zwar in den Flügeln, Schüppchen, Schwingern, in der 
(etwas längeren) Beborstung des Kopfes, Thorax und der Beine, soAvie in der 
Färbung derselben ganz mit dem 9> unterscheidet sich aber durch die Färbung 
des Thorax und Hinterleibes so auffallend, dass man es leicht gleich Meigen 
für eine andere Art halten könnte. Kopf und Brustseiten sind bläulichgrau oder 
grünlichgrau, bedeutend dunkler, als beim $ . Der Thoraxrücken ist selten gleich- 
färbig und ungestriemt, sondern meist bräunlichgrau mit deutlicher brauner 
Strieme über die Acrostichalbörstchen. Die ungestriemten Exemplare sind 
gewöhnlich nicht ganz ausgefärbt. Der dünne Hinterleib ist mehr braunschwarz, 
wenig bereift und nur vorne an den Seiten deutlich weiss behaart; am Rücken 
aber ist die Behaarung ziemlich dunkel mit dunklen,^ ziemlich auffälligen Marginal- 
borsten; doch schimmern alle Haare in gewisser Richtung deutlich weisslich. 
Die Stirne ist schmäler; die Vorderschienen sind etwas verdickt, die Vorderferse 
walzenförmig, äusserst kurz flaumig, etwa um die Hälfte dicker, als das Schienen- 
ende, so lang als die vier Tarsenglieder und nur wenig kürzer, als die Schiene. 
Das Hypopygium ist von normaler Form, zusammengedrückt, zweischneidig, meist 
mit dem Hinterleibe eng verbunden und gleichsam der stumpfe Abschluss des- 
selben, bisweilen abstehend mit den normalen Dornspitzen; es ist schwarzbraun, 
unten etwas bereift, oben glänzend, mässig dicht dunkel flaumhaarig. Bei unreifen 
Exemplaren scheint die Basis und der Bauch des Hinterleibes gelbbraun durch. 

In Niederösterreich selten: Sammlung Schiner!, an sonnigen Bielach- 
ufern bei Melk!; in Oberösterreich bei Kreuzen an der Donau (1. Prof. Bernhard 
Wagner!). In Salzburg bei Gastein, Ende August und 10. September 2 , 1 9 
(1. Becker). In Oesterreichisch- Schlesien bei Freiwaldau sehr häufig (1. Prof. 
Tief, 38 cT, $!); nach Scholtz, Bresl., 1850, auch in Preussisch-Schlesien. 
In Obersteiermark an den Ufern der Enns und ihrer Seitenbäche im Gesäuse, 
um Admont, ßottenmann, Trieben, Hohentauern bis 1400 m häufig. In der 
Sammlung Winthem's unbestimmt aus Lübeck und Rendsberg 2 $. Juni bis 
Ende August. 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



163 



47. manicata Mei^., III, 5; Zett., 348!; Schiner, I, 114, fehlt in 
der ^mmlung. 

squalens Zett.. 349, 9, 4606, (j^ (eine Varietät). 

2 5 mm. Obscure cinerea ah domine et capite fere nigrescente, halteribus 
et pedibus brimneoßavis, tarsis obscuris. Thorax vitta angusta brunnea, setis 
acrostich. bi-, postice quadriseriatis. Alae einer eohyalinae stigmate obsciiriore, 
parum distincto. 

cT. Pedes antici breciores, crassiores metatarso oblongo-ovali. 

9- Pedes simpUces, dilutiores posticis infuscatis. 

cT. Kopf klein, Gesicht weiss bestäubt, die ziemlich breite Stirne und der 
Hinterkopf aber sehr dunkel grau, beinahe schwarz. Die glänzend schwarzbraune 
Oberlippe und die grauschimmernden Fühler fast von der Länge des Kopfes. 
Taster winzig, dunkel- bis rothbraun, an der Spitze weissschimmernd mit einer 
langen und mehreren kleinen dunklen Borsten. Thorax dunkel grünlichgrau, 
Schulterschwiele und Prothoraxstigma dunkelbraun, Schüppchen ganz hell roth- 
gelb, licht gewimpert, Schwinger rothgelb, aber Stiel und Knopf theil weise 
bräunlich verdunkelt; kann auch ganz rothgelb oder braun werden. Die Acro- 
stichalbörstchen vorne deutlich zweireihig, in der Hinterhälfte vierreihig, die 
Dorsocentralbörstchen einreihig, alle ziemlich lang ; über die Mittelreihe läuft eine 
ziemlich schwache, schmale braune Strieme. Schildchen vierborstig. 

Hinterleib schmächtig, schwärzlich, aber stellenweise deutlich grau 
bereift, mit sparsamen dunklen Haaren und feinen langen Eandborsten. Hypo- 
pvgium mässig gross, zusammengedrückt, eng angeschlossen und etwas dem 
Hinterleib aufliegend, oben mit zwei sehr kurzen, dicken, krummen Dornspitzen. 

Beine ziemlich spärlich und kurz fast angedrückt behaart, nur die Unter- 
und Oberseite der Hinterschenkel mit einer Eeihe langer Wimpern. Vorder- 
schienen aussen. Hinterschienen aussen und rückwärts auch mit spärlichen, 
feinen, etwas längeren Borstenhaaren. Beine schlank, nur die Vorderschenkel und 
Schienen etwas kürzer und dicker, die Vorderferse etwas kürzer, als die Schiene 
und die vier folgenden Tarsenglieder, etwa doppelt so breit, als das Schienenende, 
länglich-oval, sehr kurz-, aussen etwas länger flaumhaarig. Hüften rothgelb, 
Schenkel und Schienen ebenfalls, aber stellenweise gebräunt oder braun gestriemt; 
Tarsen ganz dunkel. 

Flügel schwach grau mit feinen dunklen Adern, dunklem, aber nicht 
auff'allendem Randmal, langer, spitzwinkeliger Endgabel; die obere Zinke ist am 
Grunde nur schwach gebogen, verläuft dann gerade und divergirt wenig. 

Das 9 unterscheidet sich nur durch die gewöhnlichen Geschlechtsunter- 
schiede des Hinterleibes und der Vorderbeine ; die Beine sind meist lichter, nur 
die Hinterbeine db gebräunt. 

Ich halte diese Art unbedenklich für manicata Zett. Die Beschreibungen 
Meigen's und Schiner 's stimmen ebenfalls so ziemlich, nur nennen beide den 
Thoraxrücken schwarzbraun. 

Die Art steht der littorea und canescens sehr nahe, unterscheidet sich 
aber von beiden durch deutliches dunkles Randmal, die vorne zwei-, hinten vier- 

21* 



164 



Gatriel Strobl. 



reihigen Acrostlchalbörstclien, von canescens auch durch dunklere Taster etc.; 
von der ebenfalls sehr ähnlichen sartrix durch lichtere Schwinger und Bpine, 
dunkler grünlichgraue Thoraxfarbe, dunkle Mittelstrieme, längere, schmälere 
Flügelgabel. 

Scheint in Oesterreich äusserst selten zu sein; ich sah nur ein von Prof. 
Tief bei Freiwaldau in Oesterreichisch-Schlesien gesammeltes und 1 aus 
Gastein, 30. August (1. Becker). Aus Zermatt und St. Moritz (Schweiz) je 1 9 
(1. Becker, in Berliner Entomol. Zeitschr., 1887, S. 129, als littorea). 

Anmerkung. Hilara squalens Zett., 349, ist gewiss nur eine Varietät 
mit ungestriemtem Thorax, wie auch bei littorea, fuscipes und griseola solche 
vorkommen; schon beim einzigen 9 vermuthet Zetterstedt, dass es eine Varietät 
der manicata sei und beim später aufgefundenen schreibt er ausdrücklich: 
„vix nisi thorace immaeulato ah Hilara manicata diversa^. 

48. canescens Zett., 3015. 9- 

cT, 9- — 3 mm. Cinerea dbdomine fuscescente, thorace immaeulato, 
setis acrostichalihus hiseriatis, longiusculis, halterihus alhidis; pedes rufoflavi 
tarsis omnihus ohscuris, tihiis posticis fusconigris, 9 citris, suhdilatatis; 
palpae luteae, alae liyalinae stigmate suhnullo. 

cf. Metatarso antico suhincrassato, cylindrico. 

Gesicht und Stirne weissgrau, Hinterkopf und Thorax grünlichgrau oder 
grau ; Hinterleib weniger bestäubt, mehr braunschwarz. Fühler grauschimmernd, 
öfters mit röthlichen Wurzelgliedern. Oberlippe glänzend schwarz, Eüssel braun. 
Taster klein, hell rothgelb mit einer langen und mehreren kurzen, ziemlich 
hellen Borsten. Hinterkopf oben schwarz beborstet, unten weisslich behaart. 
Prothoraxstigma braun, die Schwinger und die weiss gewimperten Schüppchen 
hellgelb. Acrostichalbörstchen sehr regelmässig und etwas entfernt zweireihig, 
Dorsocentralbörstchen einreihig, alle ziemlich ,lang; die zwei glatten Zwischen- 
streifen bisweilen dunkler; Aussenstriemen nicht angedeutet. Schildchen vierborstig. 

Hinterleib ziemlich kurz, braunschwarz, am Bauche oder an der ganzen 
Basis bleicher, mit sehr feinen dunklen Haaren und Randbörstchen. Hypo- 
pygium braunschwarz, etwas bestäubt, sehr fein dunkel behaart, kurz, hoch auf- 
gerichtet, die Seitenlappen länglich, sehr convex, glänzend schwarz, den Hinter- 
leib ziemlich überragend; am stumpfen Oberende sind vier ziemlich dicke, kaum 
gekrümmte kurze Dornen sichtbar. Beine schlank, sammt den Hüften rothgelb, 
die Hinterschienen mit Ausnahme der rothgelben Basis schwarzbraun, auch die 
übrigen Schienen gegen das Ende verdunkelt, alle Tarsen schwarz. Mittel- und 
Hinterschenkel mit einer undeutlichen braunen Rückenstrieme, letztere bisweilen 
grösstentheils braun (aber mit lichterem Ende) ; auch die Basis der Hüften trägt 
bisweilen einen dunklen Fleck. Beine sehr fein und sparsam wimperartig flaum- 
haarig; Börstchen nur an den Schienenspitzen, an der Vorderseite der Mittel- 
schienen, an der Aussen- und Rückseite der Hinterschienen deutlich. Vorder- 
schienen des gegen die Spitze etwas verdickt, Vorderferse walzenförmig, nur 
wenig breiter, als das Schienenende, = Schiene, = vier Tarsenglieder, sehr 
kurz flaumig. 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



165 



Flügel rein glashell, irisirend, an der Basis etwas gelblich; Adern fein, 
ziemlich dunkel, selbst der etwas verkürzte Analnerv sehr deutlich. Randmal 
nur als gelber Schatten augedeutet, dafür das Ende des ersten Längsnerves 
stigmaartig verdickt. Die Endgabel ziemlich kurz; die obere Zinke entspringt 
spitzwinkelig, ist zweimal geschwungen und divergirt stark. 

Das 9 gleicht ganz dem (j^ und unterscheidet sich nur durch den schwächer 
behaarten kegelförmigen Hinterleib, die etwas kürzeren Borsten des Thorax und 
der Beine, die einfachen Vorderbeine, besonders aber durch glänzend schwarze, 
fast der ganzen Länge nach verdickte und etwas breitgedrückte, in der Mitte 
deutlich nach aussen gekrümmte Hinterschienen. Dunkle Exemplare besitzen 
ein deutliches, aber bloss gelbbraunes Eandmal. 

Anmerkung. Diese Art ist jedenfalls canescens Zelt.; Zetterstedt 
kannte nur ein einziges, nicht ganz reifes 9 ^ daher nennt er die Beine gelb und 
spricht' von keinem Stigma, sondern nur von einer schmalen Stigmalinie (= ver- 
dickter erster Längsnerv). Cuneata Loew, Berliner Entomol. Zeitschr., 1873, 
Nr. 36, unterscheidet sich nach der Diagnose durch ganz schwarze Stirne, schwarze 
Spitze der Hinterschenkel, grösseren Glanz des Thorax und Hinterleibes. TS'". 

Steiermark. Im Gesäuse an felsigen Ennsufern nicht selten, auch am 
Stiftsteiche und Lichtmessberge bei Admont vereinzelt. Oesterreich. In den 
Ibbsauen bei Amstetten 1 in der Sammlung Schiner's 1 cf. Schweiz. 
St. Moritz, 15. Juli, 1 (1. Becker). Juni bis August. 

49. discolor Kowarz i. litt. 

4 — 4 5, 9 — ^ Cinerea abäomine fusco hasi düutiore, obscure 
pilosa. Setae acrostichales quadriseriatae seriehus internis approximatis ; pdlpi 
et pedes flavi tarsis ohscuris. 

cf. Hypopygio magno incwnhente; metatarsus anticus modice incrassatns, 
cylindricus, tihia paullo hrevior, hreviter puhescens. 

9- Pedihus simplicibus. 

cT. Kopf ganz aschgrau mit ziemlich schmaler Stirne und oben schwarz 
beborstetem, unten gelblich weiss behaartem Hinterhaupte. Die glänzend schwarze 
Oberlippe und die mattschwarzen Fühler kaum kürzer, als der Kopf; das dritte 
Glied kegelförmig, so lang, als der Gritfei; das zweite oder auch das erste an 
der Spitze rothgelb. Die Taster klein, rothgelb mit einer langen und mehreren 
kurzen, wenigstens in gewisser Richtung hellen Borsten. 

Thorax ganz aschgrau, bisweilen mit undeutlichen dunklen Striemen über 
die Borstenreihen, nur Schulterschwiele, Prothoraxstigma, einige Flecke unter den 
Flügeln rothgelb, Schüppchen und Schwinger noch heller. Acrostichalbörstchen 
regelmässig vierreihig, das innere Paar aber sehr genähert; Dorsocentralbörstchen 
einreihig; alle Borsten mässig lang. Schildchen vierborstig. 

Hinterleib mässig lang, cylindrisch, etwas glänzend dunkelbraun, wenig 
bestäubt, an der Basis aber, besonders am Bauche, deutlich gelbbraun. Behaarung 
und Randborsten dunkel, nur die Basis weisslich behaart. Hypopygium gross, 
schwarz, nur unten deutlich bereift; Seitenlamellen langgestreckt, länglich, convex, 
mit ziemlich dichten, langen, dunklen Haaren besetzt; am oberen Ende ist 



166 



Gabriel Strobl. 



jederseits eine einfache und eine gegabelte Dornspitze sichtbar; der feine, gelbliche 
Penis ragt wenig vor. 

Beine ziemlich schlank, auch die Vorderschenkel und Vorderschienen nur 
wenig dicker und kürzer. Hüften, Schenkel und Schienen ganz rothgelb, selten 
rothbraun mit etwas dunkleren Schenkelstriemen, Tarsen ganz schwarz, nur die 
Hinterferse an der Basis lichter. Behaarung der Schenkel massig lang wimper- 
artig, die der Schienen noch kürzer, mehr anliegend. Mittelschenkel vorne mit 
5 — 7 längeren Borstenhaaren, Vorderschienen aussen, Hinterschienen aussen und 
rückwärts mit einer Reihe deutlich längerer und dickerer Borstenhaare; Mittel- 
schienen ebenfalls aussen am Grunde und innen gegen die Spitze mit einigen 
Borsten. Vorderferse fast so lang und etwa um die Hälfte dicker, als die 
Schiene, walzenförmig, überall kurz-, aussen etwas länger flaumhaarig. 

Flügel graulich mit ziemlich feinen, dunklen, gegen die Basis gelblichen 
Adern, schmalem, langgestrecktem, dunkelbraunem Randmale, mässig langer 
Gabel; die obere Zinke entspringt fast rechtwinkelig, biegt sich ebenfalls fast 
rechtwinkelig und geht gerade, mässig divergirend, zur Mitte zwischen der zweiten 
und dritten Längsader; die Analader ist sehr fein, aber kaum verkürzt. 

9- Gleicht ausserordentlich dem Die Stirne ist kaum breiter, die 
Behaarung und Beborstung des Thorax, Hinterleibes und der Beine ist ganz 
dieselbe, nur etwas kürzer; der kegelförmige Hinterleib am Bauche ebenfalls 
deutlich lichter. Vorderbeine einfach. Hinterschienen gerade und nicht dicker, 
als die übrigen; die Tarsen an der Wurzel deutlich lichter. 

Anmerkung. Ueber die zwei inneren Reihen der Acrostichal- und die 
Dorsocentralbörstchen läuft bisweilen eine feine braune Strieme; die Hinter- 
schienen sind selten braun. 

Diese Art steht der Utiorea zunächst, unterscheidet sich aber durch die 
fehlende Rückenstrieme, die ganz gelben Hinterbeine, die bedeutend stärkeren 
Borsten der Beine, das dimkle Randmal, die hellen Schwinger etc. leicht. Gallica 
9 unterscheidet sich ebenfalls leicht durch dickere Beine, schwächere Beborstung, 
die kurzen Acrostichalbörstchen, den grauen Hinterleib, die grösseren dunklen 
Taster, das auch durch lichte Vorderfersen etc. 

Zu Freiwaldau in Oesterreichisch-Schlesien sehr häufig (1. Prof. Tief); 
ich untersuchte 51 , ^?(,r\miQ-Y mehrere in copula gefangene Pärchen; auch 

aus Moisdorf und Buschhäuser in Preussisch-Schlesien erhielt ich durch Herrn 
Becker 5 (f. 2 9. Juli. 

50. gallica FaU., Meig., III, 9; Zett., 336; Schiner, I, 114 und 
Sammlung; Tief, Progr., 1887, S. 26!. 

^ 4 — 4' 5, 9 5*5 — 4 5 mm. Tota cana palpis obscuris, halterihiis alhidis; 
pedes rohusti femorihus et tibiis rufoflavis, tarsis obscuris, metatarso maris 
rufoflavo; setulae acrostichales confertae, pluriseriatae; dlae cinereohydlinae 
stigmate distincto. 

Hypopygium majus, clausum; metatarsus anticus subincrassatus, 

oblongus. 

9 • P^des simplices, tibiae posticae rectae, non dilatatae. 



Die österreicbischen Arten der Gattung Hüara Mcig. 



167 



Kopf grau. Gesicht heller weissgrau. Oberlippe glänzend schwarzbraun, 
kürzer, als der Kopf; Fühler schwarz, grauschimmernd mit rothbraunen Wurzel- 
gliedern. Taster ziemlich lang, dunkel, grau bereift mit einer sehr langen und 
mehreren kurzen dunklen Borsten. Thorax gleichmässig und ziemlich hell grau, 
der Rücken mit sehr kurzen, sehr zusammengedrängten 2 — 4-reihigen, unregel- 
.mässig geordneten Acrostichal- und einreihigen Dorsocentralbörstchen. Die zwei 
glatten Zwischenstreifen meist undeutlich dunkler. Schildchen vierborstig. Schulter- 
schwiele, Prothoraxstigma und einige schwach begrenzte Flecke unter den Flügeln 
rothbraun. Schwinger und die weiss gewimperten Schüppchen hellgelb. 

Hinterleib ziemlich kurz und plump, ebenfalls grau bereift, unten gegen 
die Basis oft blasser, fast braungelb. Behaarung ziemlich dunkel, die Rand- 
börstchen schwärzlich. Hjpopygium ziemlich gross, aufgerichtet, den Hinterleib 
überragend, eng demselben angedrückt, mit etwas bereifter Unterhälfte, glänzend 
schwarzbraunen, fein dunkel behaarten, breit eiförmigen Seitenlamellen, jede mit 
einem ziemlich langen, stumpfen, krummen Enddorne. 

Beine ziemlich plump, ganz hell rothgelb, auch die Schienen gegen das 
Ende kaum bräunlich, das erste Tarsenglied des (j^ ebenfalls braungelb oder 
braun, die folgenden aber schwarzbraun bis schwarz. Die Behaarung ist ziemlich 
kurz und dunkel, auch an den Schenkeln kaum wimperartig; an den Vorderhüften 
weisslich, weich, an den hinteren Hüften länger, schwarzborstig. An der Vorder- 
seite der Mittelschienen, an der Aussenseite der Vorder- und Rückseite der 
Hinterschienen stehen auch deutliche längere Börstchen. Die Vorderferse ist 
etwas dicker, als das wenig verdickte Schienenende, etwas kürzer, als die Schiene 
und die Summe der folgenden Tarsenglieder, länglich walzenförmig, innen äusserst 
kurz, aussen länger flaumhaarig. 

Die Flügel sind graulich glashell mit starken, dunklen, gegen die Basis 
deutlich gelben Adern, so dass die Flügelbasis gelblich erscheint; Stigma deutlich, 
schmal, dunkelbraun; Endgabel mässig lang, die obere Zinke an der Basis stark 
geschwungen, dann gerade, mässig divergirend; die Analader schwach, aber wenig 
verkürzt. 

9 . Unterscheidet sich nur durch die gewöhnlichen Geschlechtsunterschiede 
und ganz dunkle Tarsen; doch ist die Ferse immer etwas lichter, höchstens 
dunkelbraun, bisweilen fast rothgelb. Die Behaarung und Beborstung kaum von 
der des verschieden. 

Anmerkung. Die sehr ähnliche caneseens Zett. ist immer viel kleiner, 
hat rothgelbe Taster, ganz dunkle Hinterschienen und Tarsen, undeutliches 
Randmal, viel dünnere Beine etc. Wegen der starken Beine gehört gallica 
eigentlich in die II. Gruppe, den übrigen Merkmalen nach aber schliesst sie sich . 
besser den vorausgehenden Arten an. 

In Oesterreich selten. Schiner fing sie bei Dornbach (1 4 $!); Prof. 
Tief sammelte am Kumizberge bei Villach (Kärnten) am 24. Mai 2 Pärchen; 
Prof. Thalhammer in Weingärten bei Keczel im Pester Comitat und in einer 
Fasanerie bei Hajos 3 cT, 2 9 (1 cf ^^^r 3'5 w?w gross). In Preussisch-Schlesien 



168 



Gabriel Strobl. 



bei Liegnitz und Hummel ziemlich häufig (1. Becker), schon von Sc holt z 1850 
aus Breslau etc. angegeben. Mai, Juni. 

51. matrona Hai., Schiner, I, 113, non Tief, Progr., 1887, S. 26, 
non Strobl, Progr., 1880, S. 58. 

cT 3'5, $ 3 mm. Cinerea palpis et pedibus rufoflavis, femoribus posticis 
et tibiis versus apicem infuscatis, tarsis obscuris; setae acrostichales quadri- 
seriatae; alae cinereae stigmate obscuro. 

cf. Tibiis et metatarsis anticis longe spinosis, Tiypopygio magno. 

9 . Pedibus simpUcibus, tibiis anticis et posticis spinulosis. 

Meine Exemplare stimmen bis auf die geringere Grösse (Schiner gibt 2V2'" 
an) genau mit Schiner 's Beschreibung; Schiner vermengte sie aber mit cilipes. 

Ziemlich hell bläulich aschgrau, auch der Hinterkopf und die Ober- 
seite des Hinterleibes; nur am Bauche und an der Basis ist er ziemlich durch- 
scheinend rothgelb, gegen das Ende wird er dunkler, fast schwarzbraun. Taster, 
Wurzelglieder der Fühler, ein Theil des Prothorax sammt Schulterschwiele, einige 
Flecke an den Brustseiten, die Schüppchen nebst ihrer Bewimperung, Hüften, 
Schenkel und Schienen rothgelb; nur die Hinterschenkel und alle Schienen gegen 
das Ende ziemlich verdunkelt und etwas bereift, alle Ta'rsen schwarzbraun. Der 
Schwingerstiel rothgelb, der Knopf aber dunkler bis schwarzbraun. Prothorax- 
stigma ebenfalls braun. Hinterleib und Beine sind ziemlich reichlich bräunlich 
behaart und schwarz beborstet. Die Acrostichalbörstchen sind deutlich vierreihig, 
höchstens ganz vorne zweireihig, die Dorsocentralbörstchen einreihig, alle ziem- 
lich lang; das Schildchen vierborstig; die zwei glatten Zwischenstreifen des Thorax- 
rückens sind öfters undeutlich bräunlich, äussere Striemen aber fehlen ganz. Die 
Flügel sind grau mit dunkelbraunen bis schwarzen Adern; die Spitzenquerader 
entspringt spitzwinkelig und ist deutlich gebogen; die Gabel ziemlich lang, wenig 
divergirend; das Randmal schmal, lang, dunkelbraun. Hypopygium gross, ge- 
schlossen, zusammengedrückt zweischneidig, fest anliegend, kurz dunkel behaart. 
Vorderschiene und Yorderferse aussen der ganzen Länge nach mit einer Reihe 
starker, langer Borsten. Vorderferse stark walzenförmig verdickt, etwa = Schiene, 
= vier Tarsenglieder, wenigstens an der Basis, öfters auch an der Spitze durch 
äusserst feinen Flaum graulich. 

9. Stimmt fast ganz mit dem 0^. Der kegelförmige Hinterleib ist mehr 
schwarzbraun und öfters nur am Bauche deutlich durchscheinend rothgelb. Die 
vier Vorderschienen sind fast ganz rothgelb, auch die Wurzelglieder ihrer Fersen 
öfters lichter, braungelb ; die Hinterschienen aber mit Ausnahme ihrer schmalen 
Basis schwarzbraun. Alle Beine sammt Fersen sind einfach, aber die Vorder- 
schienen aussen, die Hinterschienen aussen und rückwärts mit einer ziemlich 
starken, jedoch mässig langen Borstenreihe besetzt; die Apicalborsten besonders 
auffallend. Die Schüppchen haben meist einen dunklen Saum und in gewisser 
Richtung dunkle Wimpern; auch die rothgelben Flecke der Brustseiten sind öfters 
sehr verdunkelt und undeutlich. Der Hinterleib besitzt keine Haarbürste. 

Steiermark. An Waldbächen um Admont im Juli und August nicht 
selten; ich sammelte im Jahre 1891 2 cf, 8 9- 



Die österreicliiscben Arten der Gattung Eilara Meig. 



169 



Kärnten. Auf der Saualpe nach Schiner; aber in seiner Sammlung ist 
nur 1 cf richtig bestimmt. 1 cT und 1 9 waren cilipes. 

Oesterreich. Icfin der Sammlung Schiner's als lasiopa Schin. i. litt. 
Schiner hielt die laugen Tasterborsten für Gesichtshaare. 

51 h. pilosopectinata n. sp. cT, § . 

c^. Nigra, thorace nitidissimo, dbdomine opaco, pedibus et halterihus 
hrunneoflavis, femoribus, tibiis et metatarsis longe pilosopectinatis, praesertim 
tibiis posticis. 

9- Abdomine brunneoflavo, armatura pedum breviore, sed posticorum 
satis longa. 

Ein leider nicht gut erhaltenes Pärchen dieser wunderbaren Art steckt in 
der Sammlung Schiner's als n. sp. aus Oesterreich. Das ^ ist von allen be- 
kannten Arten leicht unterscheidbar durch die ganz aussergewöhnlich langen, 
kammförmig gereihten, feinen Borstenhaare der Hinterschienen, die fast länger 
sind, als die Vorderschienenborsten der matrona; auch die Vorderschienen besitzen 
lange, kammförmig angeordnete Borstenhaare; ebenso ist die wimperartige Be- 
haarung der Hüften, Schenkel, Mittelschienen, sowie der Vorder- und Hinterferse 
durch ihre Länge sehr auffällig. Die Vorderferse ist stark cylindrisch verdickt, 
gegen die Spitze etwas verschmälert und ungefähr so lang, als die Schiene. Kopf 
mattschwarz; das dritte Fühlerglied ziemlich lang kegelförmig, unten etwas aus- 
gebuchtet, mit dickem, langem Griffel. Thorax glänzend schwarz, Hinterleib 
matt schwarz mit lichteren Endsäumen ; Schwinger und Beine gelbbraun. Flügel 
glashell mit langem, breitem, braunem Eandmal. Hypopjgium mittelgross, nor- 
mal, zusammengedrückt, zweischneidig, oben mit zwei geraden Dornspitzen. 

Das in copula gefangene 9 gleicht sehr dem (j^, aber der Hinterleib ist 
gelbbraun, die Bewimperung der Beine um sehr viel kürzer; doch ist die der 
Hinterschenkel und einfachen Hinterschienen ebenfalls viel länger, als die der 
übrigen Beine. 

52. spiniinana Zett., 344, var. sinnigera m. 

matrona Tief, Progr., 1887, S. 26. 

5, 9 ^'5tnm. Fusconigra halteribus pedibusque concoloribus, coxis 
et basi femorum flavorufis; obscure pilosa. 

cf. Tibiis anticis et articulis 2 primis tarsormn extus longe setosis, in- 
crassatis. 

9 . Pedibus simplicibus, segmento secundo abdominis fasciculis 2 pilorum 
öbscurorum. 

Kopf ganz schwarzgrau, matt, schwarz beborstet. Rüssel kürzer, Fühler 
so lang, als der Kopf. Thorax oben braunschwarz mit zwei undeutlich dunkleren 
glatten Striemen; Prothoraxstigma dunkelbraun, Brustseiten dunkelgrau, Schwinger 
schwarzbraun. Hinterleib und Beine ebenfalls schwarzbraun und gleich dem 
Thoraxrücken ziemlich glänzend. Rothgelb sind nur die blass gewimperten 
Schüppchen, der Schwingerstiel, etwa die Endhälfte der Hüften, die Gelenke, die 
schmale, nicht scharf begrenzte Basis der Schenkel und die Kniee. Die Acrostichal- 
börstchen sind zwei-, die Dorsocentralbörstchen einreihig, alle sehr kurz; das 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 22 



170 



Gabriel Strobl. 



Schildchen vierborstig. Der Hinterleib ist fein dunkel-, nur an den Seiten lichter 
behaart mit ziemlich langen, feinen Randborsten der Ringe. Die Beine ziemlich 
dicht und dunkel kurzhaarig, Hinterschienen mit den normalen Borstenreihen, 
aber auch die Mittelschienen inwendig zweireihig sparsam beborstet. 

Die Flügel sind grau mit feinen schwarzen Adern, lang gestrecktem schwärz- 
lichem Randmal und langer Endgabel; die obere Zinke entspringt ziemlich spitz- 
winkelig, biegt sich und verläuft meist ganz gerade, nur wenig divergirend; 
bisweilen ist sie am Ende deutlich gebogen. Die Analader ist verkürzt, ziemlich 
dunkel. 

Vorderschienen gegen die Spitze verdickt, innen äusserst fein gewim- 
pert mit Endborste, aussen etwa von der Mitte an mit 8 — 10 sehr langen, feinen 
Borsten. Vorderferse elliptisch, etwa von doppelter Breite des verdickten Schienen- 
endes und fast von der Länge der Schiene ; innen kurz flaumig mit einigen kurzen 
Borsten, aussen länger flaumig mit etwa neun sehr langen Borsten. Das zweite 
Tarsenglied ebenfalls elliptisch, halb so dick, als das erste, aber doppelt so dick, 
als das dritte, aussen mit 3 — 4 sehr langen Borsten. Die übrigen Beine schlank 
und einfach. Hinterleib schlank, cjlindrisch; Hjpopygium gross, ziemlich glän- 
zend schwarz, wenig bereift, fein flaumhaarig; die zurückgeschlagene Partie liegt 
dem Hinterleibe auf und zeigt beiderseits 3 — 4 glänzend schwarze, kürzere und 
längere Dornspitzen, 

Das 9 gleicht im Allgemeinen dem Der Hinterleib ist kegelförmig, 
ziemlich matt, schwach behaart, zeigt aber auf jeder Seite des zweiten Ringes 
eine ziemlich auffallende, dunkelbraune bis schwarze, dichte, dem Ringe eng an- 
liegende Haarbürste. Alle Beine sind einfach, schlank, entweder so dunkel wie 
beim ^ oder es sind die Hüften beinahe ganz, die Basis der Schenkel ziemlich 
breit gelbroth mit einer beinahe zur Spitze reichenden gelbbraunen Seiten- 
strieme. 

Obersteiermark. Auf Krummholzwiesen des Natterriegel bei Admont 
6 $ , im Wirthsgraben bei Hohentauern und um den Scheiplsee des Bösenstein 
einige Pärchen. Juli, August. 1300—1700 m. 

Kärnten. In der Stelzing (1410 w) auf der Saualpe (1. Prof. Tief 1 $). 

Salzburg. Um Gastein am 8. September 3 $ (1. Becker). 

Anmerkung. Die scandinavische Normalform Zetterstedt's unter- 
scheidet sich nur durch aufi'allend lichtere Schenkel; beim (j^ sind nur an den 
vier hinteren Schenkeln deutlich dunkle Partien, das $ hat noch lichtere Schenkel 
mit nur geringer Bräunung, besonders an den Hinterschenkeln; auch die Schienen 
sind bedeutend lichter. Das zweite Vordertarsenglied des und der Haarbüschel 
am zweiten Ring des $ ist ganz identisch mit unseren Alpenexemplaren. 

Ich sah in der Sammlung Schiner 's 1 cT f^us den Dalekarlischen Alpen 
(1. Bohemann als cili-pes Meig.), 1 § aus Lappland (mis. Zetter stedt als 
spinimana Zett.; das cT, ebenfalls als spinimana Yon Zett er stedt bezettelt, war 
aber abdominalis Zett. !), ferner unbestimmt aus Dowre (Norwegen) in der Samm- 
lung Winthem's 2 ö^, 1 9. 



Dio österreicliischeu Arten der Gattung Hilara Meig. 



171 



53. cilipes Meig:., III, non Schiner, I, 113 (Schiner vermengte sie 
mit matrona und hielt spinimana Zett. für cilipes Meig.). 

matrona Strobl, Progr., 1880, S. 58, non Hai. 

4 5 — 5 5 mm. SimilUma spinimanae; differt vertice nigro, halterihus 
pallidis. 

Secundo tarsorum anticorum articulo nec incrassato, nec setoso. 
9. Pilorum fasciculo deficiente. 

Diese Art ist der spinimana var. spinigera so überaus ähnlich, dass es 
genügt, die Unterschiede anzuführen. Stirne und Scheitel sind fast ganz sammt- 
schwarz, der Hinterkopf dunkel braungrau. Das Prothoraxstigma ist rothgelb, 
die Schwinger ebenfalls; nur die Endhälfte des Stieles und die Basis des Knopfes 
sind verdunkelt. Die ganzen Hüften und Schenkel sind rothgelb, nur die Hinter- 
schenkel mit dunkler Eückenstrieme ; die Schienen sind wenigstens an der Basis 
deutlich rothgelb. Die Behaarung des Hinterleibes ist lichter fahlbraun, nur die 
Marginalborsten sind schwarz. Die obere Zinke der Endgabel ist auch gegen das 
Ende hin deutlich gebogen und divergirt stärker. Für spinimana (Normalform) 
fallen die Färbungsditferenzen der Beine weg. 

cT. Die Vorderbeine sind fast genau wie bei spinigera; die Schienenborsten 
etwas zahlreicher, das zweite Tarsenglied ist kurz walzenförmig, nur wenig dicker, 
als das dritte und aussen ganz ohne lange Borsten, höchstens kurz beborstet. 
Das Hypopygium ist ganz analog, nur etwas kleiner und mit weniger deutlichen 
Stachelspitzen. 

9 • Unterscheidet sich im Allgemeinen von spinigera durch dieselben Merk- 
male, wie das ; der Hinterleib ist überall deutlich fahlgelb behaart; die Be- 
haarung ist an den Seiten des zweiten Ringes etwas dichter, bildet aber keine 
Haarbürste und ist wenig von der übrigen Behaarung verschieden. Die Beine sind 
etwas länger und schlanker, als bei spinigera. 

Oesterreich. An Waldbächen um Seitenstetten nicht selten, aber ver- 
einzelt; ich sammelte 4 cT, 5 $. 

Kärnten. Zu Tschinowitsch bei Villach am 23. Mai 1 (leg. Prof. Tief). 

In der Sammlung Schiner 's stecken ohne Fundort als matrona 1 und 
1 9 neben einem echten cT von matrona; in Fauna, I, 113, bezieht sich seine 
Angabe „Steiermark, wahrscheinlich nur im Hochgebirge" wohl auf spinimana, 
zumal Sohiner in nota die spinimana Zett. als identisch mit cilipes erklärt; 
steirische Exemplare fehlen in seiner Sammlung. 

In Liegnitz (Schlesien) sammelte Herr Be'cker 1 Mai, Juni. 

54. luHda Fall., Meig., III, 8; Zett., 336; Schiner, I, 114 und Samm- 
lung!; Tief, Progr., 1887, S. 26!; Strobl, Progr., 1880, S. 10. 

cT 5 — 6, 9 ^ — 5 mm. Cinereonigra, ahdomine fusco, hasi et venire flavo- 
pellucido; kälteres ohscuri; pedes graciles, rufoflavi; tarsi ohscuri, metatarsis 
flavescenfibits ; alae cinereae stigmate ohscuro. 

cf. Abdomen gracile, cylindricum hypopygio parvo; metatarsus anticus 
paullo incrassatus, cylindricus. 

9 . Pedes simplices, ahdomen breve, crassum. 

22* 



172 



Gabriel Strobl. 



cT- Diese Art steht der cilipes am nächstsn, wenn ihr auch die langen 
Stachelborsten derselben fehlen. Stirne und Hinterhaupt sammtschwarz, matt; 
letzteres, von rückwärts betrachtet, mehr grauschwarz. Taster klein, rothgelb. 
Thorax rücken dunkelgrau, kaum gestriemt, bisweilen die glatten Streifen 
schwärzlich. Schulterschwiele, Flecke über den Hüften, Schüppchen und Schwinger- 
stiel rothgelb, Knopf und Prothoraxstigma dunkelbraun. Acrostichalbörstchen 
unregelmässig vier-, Dorsocentralbörstchen einreihig, ziemlich kurz. Schildchen 
vierborstig. Hinterleib schlank, cylindrisch, braunschwarz, Bauch und Basis 
aber durchscheinend gelbbraun. Hypopygium klein, knospenförmig, geschlossen, 
kurzflaumig, oben mit einer Keihe langer schwarzer Haare ^ es bildet gleichsam 
den stumpfen Schluss des Hinterleibes. Beine schlank, alle Schenkel und Schienen 
einfach, kurz flaumhaarig; Vorderschienen (aussen) mit einer. Hinterschienen 
mit zwei Eeihen (aussen und rückwärts) ziemlich starker Borsten; Mittelschienen 
vorne und rückwärts mit je zwei längeren Borsten. Vorderferse nur etwa um die 
Hälfte dicker, als das Schienenende, walzenförmig, sehr kurzflaumig, = Schiene, 
= vier Tarsenglieder ; diese ganz einfach. Hüften, Schenkel, Schienen und das 
erste Tarsenglied rothgelb, die folgenden braun. Flügel grau mit schwarzen 
Adern, langem braunem Randmal, langer, schmaler Gabel; die obere Zinke 
entspringt spitzwinkelig, biegt sich und verläuft zuletzt gerade, wenig divergirend. 
Die Analader ist ziemlich schwach, verkürzt. 

$. Gleicht dem bis auf den plumpen, dicken, plötzlich zugespitzten 
Hinterleib. Die Beine sind ganz einfach, die Borsten an den Vorder- und Mittel- 
schienen äusserst kurz, an den Hinterschienen ziemlich lang und stark. Die 
Färbung meist wie beim (j^, das erste oder die zwei ersten Tarsenglieder eben- 
falls viel lichter, als die übrigen. Doch gibt es auch dunklere Exemplare, bei 
denen die lichten Brustflecke kaum erkennbar, die Hinterleibsbasis nur am Bauche 
deutlich rothgelb, die Hüften am Grunde verdunkelt, die Beine fast ganz braun 
sind mit lichten Seitenstriemen der Schenkel und unreife lichtere $ mit fast 
ganz rothbraunem Körper (Sammlung Win them 's!). 

Kärnten. Zu St. Anna und Federaun bei Villach von Anfang Juni bis 
Ende Juli, 5 cT, 5 9 (1- Pi'of. Tief), zu Josefsthal (1. Mann, in der Sammlung 
Schiner). 

Oesterreich. „Gemein an allen Waldbächen" (Schiner, I, 114 und 
Sammlung, 18 $!); ich sammelte sie nur vereinzelt um Seitenstetten, Am- 
stetten und Melk, Juni bis Juli. 

Ungarn. Um Herculesbad (Kow., Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. 
in Wien, 1873, S. 457). 

Tirol. Bei Lengmoos am Ritten (Palm, Verhandl. der k. k. zool.-botan. 
Gesellsch. in Wien, 1869, S. 420). 

Nach Scholtz in Schlesien nicht selten. 

55. heterogastra ^fow., Verhandl. des Naturw. Vereines in Brünn, 1868. 
abdominalis Becker, Berliner Entomol. Zeitschr., 1887, S. 128!; Schiner, 
I, 114 und Sammlung!; Scholtz, Bresl., 1850; non Zett. 



Die österreicliisclien Arten der Gattung Hilara Meig. 



173 



6—7, $ O D— 6 mm. Capite et thorace caesio, antennarum articidis 
basalibus, palpis et pedihus rufoflavis, tarsis ohscuris, halteribus infuscatis; 
setae acrostichales quadriseriatae ; dlae cinereae stigmate ohscuro. 

. Ahdomine hasi vel venire rufoflavo, liypoirygio magno, ' metatarso 
antico longo, incrassato, cylindrico. 

9- Ahdomine rufoflavo, argenteomicante. 

cf. Kopf und der fast ungestriemte Thorax blaugrau; Hinterleib meist 
nur am Bauche bei durchfallendem Lichte deutlich gelbbraun mit schwärzlichen 
Querbäudern, oben entweder ganz schwarzbraun mit weisslichen Ringrändern, 
oder selten theilweise rothgelb. Fühler mit theilweise rostrothen Wurzelgliedern 
und schwarzem Endgliede. Rüssel und die graubereiften Taster rothgelb, Ober- 
lippe glänzend schwarz. Schüppchen bleich gelbbraun mit schwarzen Wimpern. 
Schwinger ebenfalls bleich, aber der Knopf entweder an der Spitzenhälfte deutlich 
gebräunt oder ganz braun bis schwarzbraun. Thoraxseiten immer deutlich roth- 
braun gefleckt mit rothgelbem Prothoraxstigma. Die Acrostichalbörstchen regel- 
mässig vierreihig, die Dorsocentralbörstchen einreihig, die zwei glatten Zwischen- 
streifen deutlich dunkler. Schildchen sechsborstig. 

Hinterleib schwarz behaart mit langen, feinen Marginalborsten. Das 
Hypopygium ziemlich gross, geschlossen, zurückgeschlagen, dem Hinterleib fast 
aufliegend, äusserst kurzflaumig, vorne oben aber ziemlich lang schwarzhaarig, 
glänzend schwarz mit elliptischen, sehr convexen Seitenlamellen und kaum sicht- 
baren Dornspitzen. 

Beine schlank, lang, rothgelb, aber die Hinterschenkel mit schwarzbrauner 
Rückenstrieme, alle Schienen gegen das Ende breit verdunkelt, Tarsen ganz 
schwarzbraun. Die Schenkel sind dunkel- und ziemlich kurz wimperartig behaart, 
nur an der Unterseite der Mittelschenkel, an der Unter- und Oberseite der 
Hinterschenkel sind die Wimpern lang. Die Schienen sind noch kürzer- und 
ziemlich anliegend flaumhaarig, die mittleren nur mit Apicalborsten, die vorderen 
aussen, die hinteren aussen und rückwärts mit einer Reihe langer, feiner Borsten- 
haare. Die Vorderbeine sind den Mittelbeinen gleich gestaltet, aber ihre Ferse 
stark verdickt, bei unreifen zusammengedrückt, bei reifen genau walzenförmig, 
fast von der Länge der Schiene und nur äusserst kurz flaumhaarig. 

Die Flügel sind lang, graulich glashell mit feinen schwarzen Adern und 
einem zwar sehr schmalen, aber scharf begrenzten, langgestreckten, dunkelbraunen 
Randmal; die Gabel ist lang, spitz, mässig breit, die obere Zinke nur am Grunde 
deutlich gebogen. 

Das 9 stimmt in Kopf, Thorax, Flügeln, Schwingern, Färbung und Be- 
borstung der ganz einfachen Beine vollständig mit dem cT, unterscheidet sich 
aber auffallend durch den ganz rothgelben, sehr schön silber- oder perlmutter- 
glänzenden Hinterleib, der dasselbe im Fluge besonders auffällig macht, aber 
selbst bei getrockneten Exemplaren noch sehr deutlich ist. 

Magica Mik unterscheidet sich leicht durch fast ganz rostgelbe Fühler, 
dunkel rostrothen Thorax, bloss vierborstiges Schildchen, milchweisse Flügel. 

Von Nowicki in den Gebirgen Galiziens entdeckt. 



174 



Gabriel Strobl. 



Kärnten. Nach Schiner, I, 114 und Sammlung in den Kärntner Alpen 
(2 c^, 2 $). 

Steiermark. An Waldbächen und auf der Scheibleggerhochalpe bei Ad- 
mont, im Wirthsgraben bei Hohentauern vereinzelt; Juli, August. 700— 1700 m. 

Tirol. Bad Eatzes am Schiern, 1. G redler (Palm, Verhandl. der k. k. 
zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1869, S. 420, als abdominalis). 

Schweiz. Zu St. Moritz 1. Becker 1 cT, 2 9!(als abdominalis, 1887, S. 126). 

Schlesien. Um Eeinerz, 25. Maf bis 2. Juni, 1. Becker 5 (^f, 1 $. 

Manche betrachten heterogastra Now. als identisch mit abdominalis 
Zett.; aber heterogastra unterscheidet sich in der Behaarung der Beine nur 
wenig von lurida und gallica, während abdominalis nach Zetterstedt's Angaben 
sich von beiden durch längere Behaarung, besonders „tibiis crebrius ^nlosis^ 
unterscheidet; ferner besitzen die reifen von heterogastra eine fast ganz 
schwarzgraue Oberseite des Hinterleibes und selbst der Bauch ist oft nur an der 
Basis wenig licht durchscheinend; bei unreifen ist freilich auch die Oberseite an 
der Basis mehr oder weniger rothgelb durchscheinend und die Basalglieder der 
Fühler sind dann ganz rothgelb; abdominalis Zett. aber besitzt nach Zetter- 
stedt einen „gelblich durchscheinenden Hinterleib mit schwärzlichem After". 
Nun sah ich in der Sammlung Schiner 's aus Lappland ein von Zetterstedt 
selbst herrührendes, freilich irrthümlich als spinimana Zett. bezetteltes cT, auf 
welches diese Angaben genau passen. Es ist der heterogastra ausserordentlich 
ähnlich; in den Flügeln ist kein Unterschied; das Eandmal ist schmal, aber 
braun (nicht, wie Zetterstedt angibt, obsolet). Auch der Thorax ist, soweit 
das stark staubige Stück erkennen Hess, identisch und das Hypopygium. Aber 
der Hinterleib war mit Ausnahme des Hypopygium und der letzten Ringe ganz 
rothgelb; die Behaarung aller Hüften, Schenkel und Schienen bedeutend länger, 
dichter und fast wollartig; die feinen Stachelborsten dazwischen an den Vorder- 
schienen noch bedeutend länger; auch die Vorderferse und das nächste Tarsen- 
glied waren mit ziemlich langen und dichten Flaumhaaren bekleidet (nicht 
wimperig beborstet, wie bei spinimana). Abdominalis ist also jedenfalls schon 
durch die Behaarung von heterogastra verschieden. Das $ wird sich wahrscheinlich 
durch den Mangel des Silberschimmers, den sonst Zetterstedt gewiss erwähnt 
hätte, unterscheiden. Wie Zetterstedt dieses Exemplar als spinimana, so hat 
er vielleicht Exemplare der heterogastra als abdominalis verschickt ; heterogastra 
kommt ebenfalls in Südlappland vor; in der Sammlung Winthem's steckt 1 
mit ganz offener Discoidalzelle, gegabelter dritter und vierter Längsader; sonst 
normal. 

C. Thorax ganz oder grösstentheils roth. 

56. flava Schmer, I, 115 und Sammlung!; Tief, Progr., 1887, S. 26!; 
Strobl, Progr., 1880, S. 10. 

4 — 4 5 mm. Tenerrima, rufoflava capite, hypopygio et tarsis obscuris, 
halteribus subinfuscatis ; distincte ohscure pilosa et setosa; pedes elongati, gra- 
cillimi; alae longae, cinereae stigmate xmiillo obscuriore. 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



175 



cf. Tarsis 2 x>edum anticonim suhincrassatis, hypopygio maximo. 
9 . Tibiis posticis subcompressis. 

Die Beschreibung Schiner 's stimmt genau, nur sind alle meine zahl- 
reichen Exemplare und auch die acht Original-Exemplare Schiner's nicht 3'", 
sondern nur 2"' = 4 — 4 5 mw lang und der Eückenschild ist fast immer unge- 
striemt. Stirne des cf und 9 sehr schmal, braun, Hinterkopf schwärzlichgrau, 
Taster und Küssel rothgelb, Oberlippe aber glänzend schwarzbraun. Die Acro- 
stichalbörstchen unregelmässig 2— 3-reihig, die Dorsocentralbörstchen einreihig, 
alle ziemlich lang. Das Schildchen mit vier langen Borsten, die mittleren noch 
länger. Die Schwinger rothgelb, aber der Knopf stellenweise etwas verdunkelt. 
Der Hinterleib mit langen macrochätenartigen Eandborsten der Einge. Die Beine 
dünn, ziemlich lang- und steif schwarzhaarig, alle Schienen mit einer, die Hinter- 
schienen mit zwei Eeihen längerer Borsten. Die Tarsen sind nicht ganz braun, 
sondern, besonders beim 9> gegen den Grund zu deutlich rothgelb. 

Die Flügel sind graulich mit feinen, schwarzen Adern, langer Gabel, 
deren obere Zinke fast rechtwinkelig entspringt, fast rechtwinkelig sich biegt 
und dann sehr wenig divergirt, also fast bajonettartig steht. Das Eandmal ist 
lang, schmal, aber nicht besonders dunkel. Die sechste und siebente Längsader 
höchst unscheinbar. 

Vorderferse lang, etwa = % Schiene (bei unreifen länger), meist 
stark zusammengedrückt, kaum dicker, als das Schienenende; auch das zweite, 
etwa halb so lange Tarsenglied ist deutlich, aber noch schwächer verdickt und 
ebenfalls zusammengedrückt. Das Hypopygium ist aulfallend gross, fein behaart 
und zurückgeschlagen, aber dem Hinterleibsrücken nicht aufliegend. 

9 . Gleicht bis auf die konische Hinterleibsform und die einfachen Vorder- 
beine ganz dem c?. Die Stirne ist nur wenig breiter; die Hinterschienen sind 
gerade, aber stärker, als die übrigen und seitlich etwas zusammengedrückt. 

C^, 9 variiren mit stellenweise oder beinahe ganz verdunkeltem Hinterleibe; 
selbst der Thoraxrücken ist bisweilen (bei fettig gewordenen Exemplaren) dunkel. 

Kärnten. Um Villach (1. Prof. Tief, 4 

Steiermark. Um Admont an Waldbächen und in Hohlwegen vereinzelt. 

Oesterreich. Bei Klosterneuburg in den Donauauen (Schiner, I, 115 
und Sammlung!); um Melk vereinzelt, um Seitenstetten besonders in Waldbach- 
schluchten des Blümeisberges und gegen Michael häufig (36 cT^ 9)- 

Schlesien. Liegnitz, Goldberg, Eothkirch 1 ^T, 3 9 Becker). Mai 
bis Ende Juli. 

57. magica Mik, Wiener Entomol. Zeitung, 1887, S. 100—102; Tief, 
Progr., 1887, S. 27; thoracica Macq.? Die Diagnose und Beschreibung sind so 
ausgezeichnet, dass ich nichts Besseres an ihre Stelle zu setzen wüsste, daher ich 
die wichtigsten Daten hier einfach wiederhole. 

9 4 mm. Capite nigro, antennis fere totis, palpis pedihusque pallide 
testaceis, lahro atro; thorace ohscure ferrugineo, caesio-pollinoso, obsolete bi- 
vittato, opaco; scutello quadrisetoso ; abdomine halteribusque ex luteo albescenti- 
bus; alis lactescentibus, stigmate elongato, albido. 



176 



Gabriel Strobl. 



Fühler rostgelb mit oben dunkel gesäumtem dritten Gliede. Gesieht und 
Stirne schwarzbraun, matt; Hinterkopf schwarz mit grauer Bestäubung. Taster 
bleich rostgelb, Rüssel ebenso, aber mit glänzend schwarzer Oberlippe. Prothorax 
rothgelb, Meso- und Metathorax sammt Schildchen dunkel röthlichbraun mit 
zartem, bläulichgrauem Dufte; Rücken bestäubt, aber mit zwei schmalen Längs- 
striemen, welche, weil sie kaum bestäubt sind, die Grundfarbe zeigen. Die 
Acrostichalbörstchen mehr, als zweireihig, doch ungeordnet, die Dorsocentral- 
börstchen einreihig. Hinterleib sehr zart, bleich gelblich mit weisslichem 
Schimmer, die Seiten der Basis länger rostgelblich-, der Bauch sehr zart weisslich 
behaart, die Ringränder oben mit schwärzlichen, feinen Wimpern. Hüften und 
Beine bleich rostgelb, die Tarsen allmälig dunkler; die Behaarung kurz und 
schütter, die Hinterschienen rückwärts auch mit einigen längeren Borstenhaaren. 
Flügel weisslich, in gewisser Richtung fast milchweiss, am Vorderrande gelblich. 
Die Adern blass gelbbraun, in durchfallendem Lichte fast weiss, das lange Rand- 
mal sehr unscheinbar, gelblich. Die Endgabel lang und sehr schmal, die obere 
Zinke mündet näher der dritten, als der zweiten Längsader. 

Von Prof. Tief im Thiergarten nächst Rossegg bei Villach am 16. Juli 
an einer beschatteten, mit Moos überwucherten Wand entdeckt und Herrn Prof. 
Mik übersendet; 1 $ hatte auch ich zur Ansicht. 

Anmerkung. Ob nicht thoracica Macq., Meig., VII, 81, Schiner, I, 
116, damit identisch ist?; freilich werden die Beine des 9 — jedenfalls irrthümlich, 
da das l>lass rostgelbe Beine besitzt — schwarz genannt. Ich gebe hier die 
Beschreibung derselben : 

(j^. Kopf schwärzlich. Taster rothgelb. Rückenschild rostgelb mit zwei 
blassen Striemen; Hinterleib- schwarzbraun (bei heterogastra ein analoges Ver- 
hältniss). Beine haarig, blass rostgelb mit bräunlichen Füssen; zwei erste Glieder 
der vorderen verdickt. Schwinger rostgelb. Flügel fast glashell mit kaum merk- 
lichem Randmale. 

9. Bauch gelb, blass, nach hinten dunkler. Beine haarig, schwarz mit 
einfachen Füssen. (Soll wohl heissen: „mit schwarzen, einfachen Füssen", da 
für eine derartige Verschiedenheit der Beinfärbung des und 9 ^^in 
Analogen bei den Empiden existirt). 2"', 

Von Macquart aus dem nördlichen Frankreich, im Mai ziemlich gemein, 
von Scholtz (4 (^) aus Preussisch-Schlesien, von Kowarz, Verhandl. der k. k. 
zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1873, S. 457, aus Herculesbad angegeben. 

58. tenella FalL, Zett., 353; Meigen, III, 9; Schiner, I, 115 und 
Sammlung! 

2 5 mm. Testacea, opaca, capite et thoracis dorso cinereopruinoso, 
antennis et tarsorum ultimis articulis ohscuris; alae fere hyalinae stigmate 
palUdo; metatarsus anticus modice incrassatus. 

9 differt pedihus simpUcibus, etiam dbdomine alhidopruinoso. 

cf. Fast ganz hell rothgelb, matt. Der Rüssel viel kürzer, die Fühler 
fast so lang, als der Kopf. Wurzelglieder stellenweise rothbraun, das Endglied 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Moig. 



177 



schwarz, kurz, birnförmig mit etwas längerem Endgriffel. Die Taster klein, hell 
rothgelb. Gesieht und die fast gleich breite Stirne weisslichgrau, der ganze 
Hinterkopf hell aschgrau. Thorax nebst Schüppchen und Schwingern hell roth- 
gelb; aber schon die Brustseiten zeigen eine schwache graue Bereifung; die 
aschgraue Bereifung des Thoraxrückens aber ist viel intensiver und lässt nur 
einen ziemlich breiten Eand frei, so dass man den Rücken aschgrau nennen 
kann, mit hie und da etwas durchscheinender rothgelber Grundfarbe; auch das 
Schildchen mit Ausnahme des Randes und der Hinterrücken sind grau bereift. 
Die Acrostichalbörstchen sind ziemlich regelmässig vierreihig, die Dorsocentral- 
börstchen einreihig, alle ziemlich lang; das Schildchen vierborstig. Der Hinter- 
leib ist unbereift, etwas glänzend, ziemlich kräftig, oben dunkel behaart mit 
schwarzen Randborsten; die Seiten der ersten Ringe und der Bauch zeigen feine, 
weissliche Haare. Das Hypopygium ist etwas zusammengedrückt, wegen der 
stark entwickelten, glänzend rothgelben Seitenlamellen höher, als der Hinterleib, 
ziemlich lang flaumhaarig; die Bauchseite desselben ist matt. An der Spitze 
jeder Seitenlamelle bemerkt man einen kurzen und einen längeren feinen, 
schwarzen Dorn. 

Die Beine sind schlank, rothgelb, unbereift, ziemlich glänzend; nur die 
drei letzten Tarsenglieder stark verdunkelt. Sie sind deutlich flaumhaarig, die 
Haare an den Schenkeln gereiht, länger und wimperartig. Die Mittelschenkel 
zeigen vorne gegen die Basis drei ziemlich lange und starke schwarze Borsten- 
haare. Die Vorderschienen besitzen blos zwei Apicalborsten, die Mittelschienen 
ausser diesen noch innen gegen die Spitze zwei deutliche Borsten, die Hinter- 
schienen aussen und rückwärts je eine Reihe ziemlich langer schwarzer Borsten- 
haare. Die Vorderferse ist fast so lang und kaum um die Hälfte dicker, als die 
Vor der schiene, sehr kurz flaumig, walzenförmig. 

Die Flügel sind fast glashell, etwas gelblichgrau mit gelbbraunen, feinen 
Adern, sehr blassem, gelblichem Randmal und mässig langer Gabel; die obere 
Zinke entspringt spitzwinkelig, biegt sich schwach, verläuft gerade und mündet 
etwas näher der dritten, als der zweiten Längsader; die Discoidalzelle ist ziemlich 
schmal, die sechste Längsader sehr deutlich, aber verkürzt. 

Das 9 gleicht durchaus dem bis auf die gewöhnlichen Geschlechts- 
unterschiede (zugespitzten Hinterleib, einfache Beine) ; nur ist auch der Hinterleib 
auf der Oberseite deutlich weissgrau bereift; es schimmern also bei ihm Thorax 
und Hinterleib weisslichgrau, und zwar , der Hinterleib heller und lebhafter, als 
der matte Thorax. 

Anmerkung. Diese Art ist mit magica Mik 9 am nächsten verwandt, 
doch ist magica wegen der bedeutenderen Grösse, des schwarzen Kopfes, der 
nicht vierreihigen Acrostichalbörstchen jedenfalls eine verschiedene Art. 

Wurde von Dr. Egg er bei Dornbach (Niederösterreich) in Mehrzahl 
gefangen (Schiner, 1. c); die Beschreibung wurde nach 10 ebendaher stam- 
menden c?, 9 (Sammlung Schiner, 1. Egg er) entworfen. 



Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 



23 



178 



Gabriel Strobl. 



Die Gruppirung der zahlreichen mittel- und nordeuropäischen Arten 
ergibt sich am natürlichsten aus den Gesammtmerkmalen der cT und 9 ; darnach 
kann man am besten vier Gruppen unterscheiden; nur die österreichischen Arten 
derselben sind numerirt; von den mir nicht durch Autopsie bekannten wurde nur, 
soweit sich aus den Beschreibungen schliessen Hess, die Verwandtschaft angedeutet. 
Die Gruppencharaktere wurden schon den Einzelnbeschreibungen vorangesetzt und 
werden daher hier nicht mehr wiederholt. 

I. Gruppe der Hilara ehorica Fall. 

A. Hinterschenkel nicht verdickt, Schildchen (mit wenigen Aus- 

. nahmen) vierborstig. 

Die Aneinanderreihung der Arten ist bei den Einzelnbeschreibungen nicht 
ganz natürlich ausgefallen; besser ist folgende, bei der aber die Numerirung der 
Einzelnbeschreibungen beibehalten wurde, cf, 9 bedeutet, dass schon beide Ge 
schlechter bekannt sind, sonst steht nur oder $. 

1. Cornicula Loew. c^, 9- 2. clypeata Meig. cf, 9- 9. quadrifaria n. si^. 
(j^, 9 • 3. ehorica Fall. cT, 9 • 4. pseudochorica n. sp. cf, 9 • 5 &. nigrina 
Fall, cfj 9- 5. lasiocMra Kow. i. litt. cf. 7. hivittata n. sp. cT, 9- 8. Pine- 
torum Zeit, c^, 9- H- longevittata Zett. cf, 9- 12. simplicipes n. sp. 9- 
10. pectinipes n. sp. cT, 9- 6- Systrix n. sp. c^", 9- 13. minuta Zett. cT, 9- 
13 Z). tyrolensis n. sp. 

tenuinervis Zett., 349. Ein einziges, wahrscheinlich nicht ausgefärbtes 
9 aus Norwegen. Die Merkmale zu unbestimmt, daher wohl kaum mit Sicher- 
heit zu deuten; wahrscheinlich unreife Form von clypeata oder pinetorum. Bei 
13 h. besprochen. 

anomala Loew, „Isis", 1840, S. 554, cT, aus Posen. Zunächst verwandt 
mit Hystrix n. sp. und nach derselben beschrieben. 

B. Hinterschenkel verdickt, an der Spitze ausgeschnitten verdünnt; 

Schildchen mehrborstig. 

14. a) femorella Zett. und b) nitidula Zett. 15. sulcitarsis n. sp. 

Hieher noch eumera Loew, ^T? Berliner Entomol. Zeitschr., 1873, von 
Kowarz (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1873, S. 457) um 
Verendin bei Herculesbad gesammelt. Als einzigen Unterschied von femorella 
finde ich die schwarzgraue Färbung der Flügel und vielleicht noch die „läng- 
liche", aber ebenfalls „sehr dicke" Vorderferse; Artwerth daher problematisch. 

II. Gruppe der Hilara maura Fabr. 

16. diversipes n sp. cf, 9- 17. maura Fabr. cT, 9- 18- luguhris Fall. 
9- 19. dimidiata n. sp. cT, 9- 20. pilosa Zett. ^f, 9- 21. scroMculata 
Loew. (f, 9- 22. interstincta Fall. cT, 9- 23. acronetha Mik = angustifrons 
n. sp. , 9 • 24. pruinosa Meig. cT, 9 • (Iii der Färbung zwar ziemlich abweichend, 



Die österreichischen Arten der Gattung Ililara Meig. 



179 



der ganzen Tracht nach aber hieher gehörig ; die dem Baue nach ebenfalls sehr 
verwandte, in der Färbung aber zu sehr abweichende gallica Fall, stellte ich 
lieber zu ihren Färbungsverwandten der IV. Gruppe.) 

III. Gruppe der Hilara quadrivittata Meig. 

A. Thorax wenigstens beim cT mit einer oder drei dunklen Striemen. 

25. Braueri n. sp. 26. Argyrosoma n. sp. $ (wahrscheinlich das $ 
zur vorigen Art). 27. lacteipennis n. sp. 9 . 

B. Thorax mit vier dunklen Striemen. 

28. Tetragramma Loew. cT» 9 • 29. pubipes Loew. cT, $ . 30. hirta Kow. 
i. litt, cf, 9- 31. quadrivittata Meig. cT, 9- 32. BecJceri n. sp. ^T, 9- 33. ca- 
rinthiaca n. sp. cf, 9- 34. histriata Zett. (f, 9- 35. hrevivittata Zett. cf» 9- 
36. pilipes Zett.? {tanychira Kow. i. litt.). cT, 9- Die ebenfalls oft vierstriemigen 
fuscipes Fabr. und griseola Zett. gehören besser zur folgenden Gruppe, sowohl 
wegen ihrer Gesammttracht, als auch, weil ihre Striemen schwach sind und nicht 
selten gänzlich fehlen. 

Anmerkung. Ob recedens Walker, Ins. brit., I, 101 (England, selten), 
in diese oder in die folgende Gruppe gehört, lässt sich aus der kurzen Beschrei- 
bung nicht entnehmen („grau, Kopf und Fühler schwarz, Thorax mit zwei braunen 
Streifen; Flügel grau, Schwinger gelb; Beine schwarz; 1 lin."). Ist sie eine 
kurzbeinige Art, so fällt sie vielleicht mit Beckeri oder carinthiaca zusammen, 
obwohl diese vier Striemen besitzen; ist sie lang- und dünnbeinig, so ist sie 
wahrscheinlich = griseola Zett., nur hat diese keinen schwarzen, sondern 
höchstens einen dunkelgrauen Kopf; vielleicht war der Kopf fettig. 

IV. Gruppe der Hilara littorea Fall. 

A. Dunkle Arten mit ganz dunklen Beinen (nur Kniee oft licht). 

37. niveipennis Zett. ^, 9 . 38.. Tiefii n. sp. cT, 9 • 39. Sartor Becker, c^, 9 . 
40. pseudosartrix n. sp. c^, 9- 41. fuscipes Fabr. cT, 9- 42. griseola Zett. cT, 9- 

In diese Abtheilung gehört wohl hirtula Zett., 348, ein aus Lapplaud, 
durch den ganz rauhhaarigen Körper von allen Arten verschieden. l^U'", matt, 
schwarzgrau, Thorax schwach dreistriemig; Beine dunkel rostroth (unreif?), 
Schwinger dunkel, Flügel glashell etc. 

platyura Loew, die von dem grossen Hypopygium ihren Namen erhielt, 
stellte ich als höchst wahrscheinliches Synonym zu der durch eben dieses Merk- 
mal ausgezeichneten griseola Zett. ; siehe daselbst die Vergleichung. 

B. Arten mit dunklem Thorax, aber wenigstens theilweise lichten 

Beinen. 

43. cinereomicans n. sp. cf, 9- 43 &. Novalcii Mik = Mikii n. sp. cf, 9- 
44. cingulata Dahlb. cf, 9 . 45. flavipes Meig. cT, 9 • 46. littorea Fall. cT, 9 • 

23* 



180 



Gabriel Strobl. 



47. manicata Meig. 9 • 48. canescens Zett. cT, 9 • 49. discolor Kow. i. litt, cf , 
9- 50. gallica Fall. cT, 9- 51. matrona Hai. cT, 9- 51 pilosopectinata n. sp. 

9- 52. spmimana Zett. var. spinigera m. cf, 9- 53. cilipes Meig. cT, 9- 
54. lurida Fall, ^f, 9- 55. heterogastra Now. cf, 9- 

Hieher gehören gracilipes Boll., Zett., 4607, cf, 9» ^i^d cuneata 
Loew, Berliner Entomol. Zeitschr., 1873, Nr. 36, 9 > l>eide äusserst verwandt mit 
flavipes Meig. und daselbst verglichen. 

Ebenso nahe verwandt und höchst wahrscheinlich sogar mit flavipes iden- 
tisch ist ohscura Meig-., III, 11, die er nur durch röthlichbraune Schwinger 
und Beine von flavipes unterscheidet; bloss 1 aus England. Aber meine Exem- 
plare der flavipes besitzen sogar schwarzbraunen Schwingerknopf und wenigstens 
stellenweise gebräunte Beine, so dass es sich gewiss nur um unreife (flavipes) 
und ausgereifte Formen (ohscura) handelt, ohscura Zett., 3018, ist aber 
jedenfalls eine ganz verschiedene Art; denn Zetter stedt nennt den Thorax ein- 
farbig grau, den Hinterleib glänzend schwarz, die Schwinger weisslich, die Vorder- 
schenkel dicker, die Beine dunkelbraun (fusci). Da die obere Zinke der Flügel- 
gabel kurz und gerade, die Discoidalzelle länglich und fast vor der Flügelmitte 
gelegen ist, so ist ohscura Zett. höchst wahrscheinlich gar keine Hilara, sondern 
eine kleine Empis. 

infans Zett., 346, 9; 2 cT in der Sammlung Winthem's aus Dovre, 
Norwegen. Nach der ganzen Tracht, besonders wegen der lang behaarten Vorder- 
und Hinterschienen und der Vorderfersen jedenfalls mit matrona Hai. zunächst 
verwandt; auch die Mittelschienen ringsum und die zwei folgenden Tarsenglieder 
auf der Rückseite mit ausserordentlich dicht gestellten, sehr langen feineren und 
stärkeren, fast wollartigen Haaren besetzt. Hypopygium gross, zusammengedrückt, 
aufliegend. Beine ganz schmutzig gelbbraun, nur die Tarsen gegen das Ende 
dunkler ; Flügel normal, ziemlich glashell mit braunem Randmal. Thorax dunkel- 
grau bis schwärzlich. 

abdominalis Zett., 337, (j^, 9> i^^it der heterogastra Now. von den 
deutschen Dipterologen verwechselt wurde, ist unter 55 besprochen. 

obsciiHtarsis Zett., 4999, 1 aus Lappland {2^U"', mattgrau, Schwin- 
ger und Beine gelb, Schenkel oben bräunlich, Vorderferse länglich-oval, zusammen- 
gedrückt etc.) steht wohl zunächst der gallica Fall. 

C. Thorax ganz oder grösstentheils roth. 

56. flava Schin. cT, 9 • 57. magica Mik. 9 • (Wahrscheinlich = thoracica 
Macq.; Diagnose siehe bei magica.) 58. tenella Fall. cT, 9- 

Hieher noch ephippium Sclioltz, Breslauer Entomol. Zeitung, 1851, 19 
(nur 1 cf, 1 9); Schiner, I, 116, cT» 9- Jedenfalls zunächst der tenella Fall., 
aber verschieden durch schwarzbraune Fühler, Vorderstirne, Schwingerknopf, 
Rückenschildsmitte, Hinterleibsende, Tarsen und Randmal. Hinterleib des 9 braun 
mit gelben Einschnitten. IV4'". Ich sah ein am Wölfeisfall am 7. Juli von 
Becker gesammeltes, 3"5 wm grosses cT, das so ziemlich stimmt; es sieht einer 



Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 



181 



kleinen, fettig verdunkelten flava sehr ähnlich, aber die Endgabel der Flügel ist 
viel kürzer und breiter und nur die Vorderferse ist verdickt, diese aber bedeutend 
stärker, elliptisch; das zweite Tarsenglied ist ganz unverdickt und sehr kurz; 
also jedenfalls von flava verschieden. Die letzten 3—4 Ringa sind schwarz, das 
grosse, wie bei flava gebaute Hypopygium aber wieder rostroth. 

Höchst wahrscheinlich gar keine Hilara sind ausser obscura 
Zett. noch: 

carhonella Zett., 5003 (bei simplicipes unter Nr. 12 besprochen), und 

longirostris Macq., Meig., VII, 71; diese ist wegen des verlängerten 
Rüssels wohl eine Empis, wahrscheinlich aus der Gruppe der chioptera Fall. 

Nicht berücksichtigt wurden die wenigen bisher publicirten südeuropäischen 
Arten: suhlineata Br. und infuscata Br. aus Griechenland, fulvipes und 
ciner'ea Macq., Meig., VII, 81, aus Bordeaux; fulvipes ist wohl das cT zu 
ß^pes Macq., Meig., VII, 80, und beide wahrscheinlich zunächst der flavipes Meig. 
Die kurze Beschreibung der cinerea passt auf mehrere graue österreichische 
Arten; nicht einmal die Färbung der Beine ist erwähnt. 

fasciata Meig., III, 11, 9 (schwarz, jeder Ring des Hinterleibes mit 
einer aschgrauen Basalbinde; Schwinger und Beine schwarzbraun; Flügel glas- 
hell; 172'")» ist wohl auch eine südeuropäische Art. Scholtz hält sie fraglich 
für das 9 von ephippium sibi. 



Alphabetisches Register 



Seite 

Empis Simplex Wied. 17. . . . 126 
Hilara abdominalis Zett. 

Nach 55 174 

„ ahclominalis Schiner. 55 172 
„ acronetha Mik = an- 

gustifrons 132 

„ anclemiattensis 11. 

sulbsp. 11 &. . . . 
„ angustifrons n. sp. . 
„ anotnala Lw. Nach 6 
„ argyrosoma n.sp. 26 
„ Beckeri 11. sp. 32. 
„ bistriata Zett. 34. 
„ bivittata u. sp. 7. 
„ BraueH n. sp. 25. 
„ brevivittata Mcq. 35 
„ canescens Zett. 48. 
„ carhonella Zett. Nach 1 2 
„ carinthiaca u. sp. 33 



119 
132 
113 
136 
143 
145 
113 
135 
146 
164 
120 
144 



Seite 
108 

105 
171 
181 



Hilara cJiorica Fall. 3. . 
„ chorica Schiner. 1. . 
„ cilipes Meig-. 53. . 
„ cinerea Macq. . , , 
„ einer eomicans n. sp 

43 

„ eingulata Blb. 44. 
„ elypeata Meig. 2. 
„ coerulea Becker 21. 
„ eornicula Loew. 1. 
„ cuneata Lw. Nach 45 
„ dimidiata n. sp. 19 
„ discolor Kow. i. 1. 49 
„ diversipes n. sp. 16 
„ ephippium Scholtz 
„ eumera Loew. Nach 14 

und 16. . . 123, 126, 178 
„ fasciata Meig. 
„ femorella Zett. 14. 



156 
158 
106 
130 
105 
165 
128 
165 
124 
180 



181 
122 



182 Gabriel Strobl. Die österreichischen Arten der Gattung Hilara Meig. 





t 


Seite 






Seite 


Hilara flava Scliiner. 56 


174 


Hilara ohscuritarsis Zett. . 


180 


n 


flavipes Meig. 45. . 


160 


55 


pectinipes n. sp. 10. 


116 


« 


fulvipes Macq. Nach 45. 


161 


55 


pilipes Zett. 36. . . 


147 


n 


fuscipes rbr. 41. . , 


154 


55 


pilosa Zett. 20. . . 


129 


n 


gallica Fall. 50. . . 


166 


55 


pilosopectinata n. 




r> 


glohulipes Meig. 17. 


126 




sp. 51 & 


169 




gracilipes Boll. Nach 




55 


JPiuetorum Zett. 8. 


115 




45 


161 


5, 


Pinetorum Schiner. 14. 


122 




gHseola Zett. 42. 


155 


55 


platyura Lw. Nach 42. 


155 




heterogastra Nw. 55. 


172 


55 


pruinosa Meig. 24. 


133 


n 


Jiirta Ko^y, 30. . . 


141 


55 


pseudochorica n. sp. 




» 


hirtula Zett. . . . 


179 




4 


109 


n 


Hystrioc n. sp. 6. 


112 


55 


pseudosartHx n. sp. 




n 


iufans Zett. . . . 


180 




40 


152 


n 


interstincta Fall. 22. 


131 


55 


puhipes Loew. 29. . 


139 


n 


interstincta Meig. 20. . 


129 


55 


quadrifaria ii. sp. 9. 


116 


n 


lacteipennis ii. sp. 27. 


137 


J5 


quadrivittata Meig. 




n 


lasiochira Ko w.i .1.5. 


110 




31 


142 




littorea Fall. 46. . . 


161 


55 


quadrivittata Zett. 32. 


143 


» 


longevittata Zett. 11. 


118 


55 


recedens Walker. . . . 


179 




longirostris Macq. . . 


181 


51 


rußpes Macq. Nach 45. 


161 




luguhris Fall. 18. . 


127 


51 


Sartor Becker. 40. . 


151 




luguhris Meig. . . . 


105 


51 


scrobiculata Lw. 21. 


130 




lurida Fall. 54. . . 


171 


55 


simplicipes ii. sp. 12. 


119 




tnagica Mlk. 57. . . 


175 


51 


spinig er a ii. var. 52. 


169 




manicata Meig. 47. 


163 


51 


spinimana Zett. 52. 


169 




matrona Hai. 51. . 


168 


55 


spinipes Macq. 20. . . 


129 




maura Fbr. 17. . . 


126 


51 


squalens Zett. 47. . . 


163 




iHfijtn n. sp. 43 &. . . 


158 


51 


Sturmii Meig. 44. . . 


158 




minuta Zett. 13. 


120 


55 


sulcitarsis n. sp. 15. 


123 


55 


modesta Meig. 22. . . 


131 


51 


tanychira Kow. i. 1. 




55 


wawa Macq. 3. . . . 


108 




36 


147 


55 


uigrina Fall. 5 &. . 


III 


51 


tenella Fall. 58. . . 


176 


55 


nigritarsis Zett. 42. 


155 


55 


tenuinervis Zett. 121, 178 


» 


nitidula Zett. 14. . 


122 


55 


tetragramma Lw. 




51 


niveipennis Zett. 37. 


149 




28 


138 


55 


niveipennis Zett. var. <x. 




55 


thoracica Macq. 58. 


176 




und & 


136 


51 


Tiefii 11. sp. 38. . . 


150 


55 


Novaliii Mik (= 




11 


trigramma Meig. 18. . 


127 




m.) 


158 


51 


tyrolensis n. sp. 13 h. 


121 


55 


ohscura Meig. 45. 160, 180 


55 


univittata Meig. 46. 


161 


55 


ohscura Zett. . . . 


180 


55 


vulnerata Schiner. 24. 


133 



183 



Monographische Uebersicht der Mecopodiden. 

Von 

Josef ßedtenbacher. 

(Mit Tafel III.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 6. April 1892.) 



Einleitung. 

In den älteren Handbüchern über Orthopteren ist die kleine Gruppe der 
Mecopodiden nur durch wenige Formen vertreten; so führt z. B. Burmeister in 
seinem Handbuch der Entomologie nur die Gattungen Pomatonota, Mecopoda 
und Phyllophora an, von denen die erstere zu den Meconeraiden, die beiden 
letzteren zu den Phaneropteriden gerechnet werden. Auch Servil le kennt nur 
drei Gattungen, Mecopoda, Phyllophora und Hyperomala; bei Stäl (Recensio 
Orthopterorum, II) werden die Genera Mecopoda, Pomatonota und Phyllophora 
unter den Phyllophoriden, die Gattung Moristus unter den Pseudophjlliden 
angeführt. 

Erst in Brunner v. Wattenwyl's Monographie der Phaneropteriden 
(S. 10) erscheinen die Mecopodiden als eigene Zunft und werden daselbst folgender- 
massen charakterisirt : 

Prosternum iispinosum. Tibiae anticae foraminihus apertis instructae, 
superne spinis apicalibus dudbus. Tibiae posticae superne utrinque spina api- 
cali instructae. Tarsi depressi; articuli bini primi latere longitudinaliter sul- 
cati, laminatim extensi. 

Seither sind eine Anzahl Schriften über Mecopodiden erschienen und 
namentlich durch Karsch und Krauss eine erhebliche Menge neuer Arten und 
Gattungen bekannt geworden, welche eine Abänderung der oben angegebenen 
Charakteristik nothwendig machen, da sowohl die Form der Vorderbrust, als auch 
die Gestalt der Foramina und die Bedornung der Vorderschienen wesentliche 
Abweichungen zeigen können. Die Charakteristik der Mecopodiden würde sich 
demnach etwa folgendermassen zusammenfassen lassen: 

Caput hypognathum, verticale. Fastigium verticis nunquam productim 
nec scrobibus antennarum cinctum, aut conicum., angustum, aut latum et 



184 



Josef Redtenbacher. 



ohtusum, aut bituberculatum. Äntennae prope et inter oculos insertae. Pro- 
sternum hispinosum vel bituberculatum. Elytra Semper tympano instructa. 
Tibiae anticae foraminibus plerumque apertis, raro extus vel utrinque conchatis, 
apice superne plerumque in utroque latere spina apicali, raro tantum externa 
vel nulla armatae. Tibiae posticae superne Semper spinis apicalibus duabus 
instructae. Tarsi depressi, articulis binis primis latere longitudinaliter sulcatis. 
Lamina subgenitalis plerumque valde elongata, apice profunde excisa, stylis 
minimis vel nullis instructa. Ovipositor subrectus vel incurvus, apicem versus 
sensim acuminatus, apice nunquam oblique truncatus. 

Der Verwandtschaft nach stehen die Mecopodiden unzweifelhaft einerseits 
den Meconemiden, andererseits den Pseudophylliden am nächsten, letzteren umso 
mehr, als auch bei ihnen nicht selten ausnahmsweise offene Foramina an den 
Vorderschienen auftreten. Dadurch ergibt sich, dass die Abgrenzung zwischen 
den letztgenannten Gruppen eine ziemlich schwierige und keineswegs voll- 
kommen scharfe ist, und dass namentlich die Unterschiede zwischen Mecopo- 
diden und Pseudophylliden oft sehr subtiler Natur sind. Doch zeigen letztere 
fast immer den Kopfgipfel von den Fühlergrubenrändern dicht eingeschlossen, die 
Vorderschienen niemals, die Hinterschienen nur ausnahmsweise mit Enddornen 
versehen; die Subgenitalplatte des cT ist nicht so stark verlängert und tief ge- 
spalten als bei den Mecopodiden und die Legescheide meistens breit, am Ende 
schief abgeschnitten. Dem zu Folge sind z. B. nach meiner Ansicht die von 
Karsch beschriebenen Gattungen Phyrama (Berliner Entomol. Zeitschr., XXXII, 
2, 1888, S. 416, Fig. 1), Mastigapha und Simodera (Berliner Entomol. Nachr., 
XVII, 1891, Nr. 7, S. 99, 100) weder zu den Prochiliden, noch zu den Mecopo- 
diden, sondern entschieden zu den Pseudophylliden zu rechnen. Speciell für die 
Prochiliden, die übrigens ohne Zweifel den Pseudophylliden am nächsten stehen, 
gilt nach meinem Ermessen der prognathe, schief nach vorne gerichtete Kopf als 
wichtigstes Merkmal, so dass es unnatürlich wäre, die oben genannten Gattungen 
in diese kleine Zunft einzureihen. 

Bei der vorliegenden Bearbeitung der Mecopodiden stand mir hauptsäch- 
lich das Material aus der reichen Sammlung des Herrn Hofrathes C. Brunner 
V. Wattenwyl, sowie jenes des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien zu 
Gebote, weshalb ich gerne die Pflicht erfülle, dem genannten Herrn Hofrathe, 
sowie der löbl. Direction des k. k. Hofmuseums an dieser Stelle meinen aufrich- 
tigsten Dank auszusprechen. 

Ueber die Lebensweise der Mecopodiden finden sich wie bei den meisten 
tropischen Orthopteren höchst spärliche Angaben. 

In systematischer Beziehung Hessen sich etwa drei Abtheilungen unter- 
scheiden, die Moristini, deren Kopfgipfel schmal, konisch und nicht oder nur 
leicht gefurcht ist, die Mecopodini, deren Kopfgipfel entweder breit, abgerundet 
oder abgestutzt, oder aber durch eine tiefe Längsfurche in zwei seitliche Höcker 
getheilt ist, endlich die Phyllophorini, deren Halsschild kapuzenartig stark 
nach hinten verlängert ist und daher einen bedeutenden Theil des Hinterleibes 
bedeckt. 



Monographische Uehersicht der Mecopodiden. 



185 



Die Fühler sind von geringer systematischer Bedeutung, oft sehr lang 
(Biaphlehus), das erste Glied mitunter (Phricta) aussen mit einem Zahn am 
Ende versehen. 

Das Pronotum zeigt sehr verschiedene Formen; bei den Phyllophorinen 
ist es kapuzenartig, bei anderen mit Dornen oder Stacheln besetzt (Encentra, 
Phricta), der Hinterrand meist abgerundet oder abgestutzt, seltener stumpf- 
winkelig (Corycus) oder stark verlängert (Pomatonota). Die Seitenkiele fehlen 
entweder vollständig (Macroscirtus) oder sie sind stumpf (Mecopoda), oft höckerig 
(Diaphlebus), oder durch die Querfurchen des Halsschildes tief eingeschnitten 
(Characta), oder mit Zähnen und Stacheln besetzt (Acridoxena, Macrolyristes, 
Phyllophorini). 

Das Prosternum ist meist mit zwei Stacheln, seltener mit zwei kleinen 
Höckern versehen (Pomatonota, Corycus). 

-Meso- und Metasternum sind nur ausnahmsweise ohne Lappen (Phricta), 
meist tief zweilappig, wobei die Lappen in der Regel divergiren, seltener einander 
fast berühren (Segestes, Moristus). 

Die Flügeldecken kommen in allen Entwicklungsgraden vor; raeist sind 
sie vollkommen ausgebildet, seltener abgekürzt [Macroscirtus spec.) oder ver- 
kümmert, lappenförmig (Leproscirtus), manchmal ganz fehlend oder kaum ange- 
deutet (Phricta, Bhammatopoda) . Der Form nach sind sie bald lang und schmal 
(Segestes), bald breit und kurz {Corycus), am Ende meist abgerundet oder schief 
abgestutzt, seltener spitz oder lanzettförmig {Elaeoptera, Macroscirtus spec). 
Systematisch von Bedeutung ist der Verlauf der Radialadern, die entweder der 
ganzen Länge nach getrennt bleiben (Elaeoptera, Biaphlehus), oder sich durch- 
aus (Macroscirtus) oder nur bis zur Mitte berühren (Mecopoda); auch der 
Ursprung und die Zahl der Radialäste ist mitunter (Segestes, Mecopoda) von 
Belang. Charakteristisch für manche Gattungen (Änoedopoda, Moristus) ist 
das oft stark erweiterte, bauchig aufgetriebene Analfeld, bei anderen (Vetralia, 
Mecopoda) ist der Deckflügel hinter jenem Felde plötzlich der Quere nach ein- 
gedrückt. Ein eigenthümliches Geäder zeigt der Deckflügel von Pseudophyllanax 
(vgl. meine „Vergleichende Studien über das Flügelgeäder der Insekten" in Annalen 
des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Wien, 1886, S. 179; Moristus, Taf. XI, 
Fig. 24) und ganz abnormer Flügelbau zeichnet die Gattungen Acridoxena und 
Corycus aus. 

Die Hinterflügel sind in der Regel den Deckflügeln entsprechend ausge- 
bildet, meist kürzer als dieselben, seltener etwas länger (Mecopoda), mitunter 
ganz oder theilweise verkümmert [Macroscirtus, Gymnoscirtus etc.). 

Von den Beinen sind besonders die hinteren oft stark verlängert, die 
Hinterschenkel an der Basis stark verdickt (Mecopoda) oder schlanker (Vetralia, 
Corycus), seltener kurz und dick (Pachysmopoda) oder lang und dünn (Rham- 
matopoda); auf der Oberseite sind die Hinterschenkel (selten auch die vorderen) 
manchmal mit Stacheln oder Dornen versehen [Phricta, Encentra, Leproscirtus, 
Characta, Mecopoda spec), unten mit 1 — 2 Reihen von Dornen bewehrt, selten 
dornlos, oder mit abnormen Lappen versehen (Acridoxena). Die Gelenklappen 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 24 



186 



Josef iledtenbaclier. 



besonders der Hinterschenkel zeigen in der Eegel einen, mitunter auch 2—3 End- 
dornen (Pseudophyllanax, Dasyphleps). 

Die Vorderschienen sind auf der Oberseite meist gefurcht, selten glatt 
{Ityocephala, Corycus spec), beiderseits bedornt oder unbewehrt, am Ende in 
der Eegel mit zwei Apicaldornen versehen; nur selten fehlen letztere auf der 
inneren (Moristus) oder auf beideh Seiten (Segestes), während sie an den Hinter- 
schienen stets vorhanden sind. Die Foramina der Vordertibien sind in der 
grössten Mehrzahl offen, nur bei wenigen auf der Aussenseite (Segestes, Moristus) 
oder beiderseits halb geschlossen, ohrmuschelförmig ( Gharacta, Phyllophora). 

Die Cerci des cf sind stets einfach konisch, dicht behaart, gegen das 
Ende zugespitzt und einwärts gebogen, an der Spitze mit 1 — 2 kleinen Klauen, 
niemals innen mit Zähnen versehen. Die Subgenitalplatte des ist in der 
Mehrzahl der Fälle stark verlängert, am Ende tief ausgeschnitten, entweder ohne 
oder nur mit winzigen Griffeln versehen; seltener ist sie kurz (Phricta), oder 
mit längeren Griffeln ausgerüstet (DiapMehus), manchmal erscheinen die beiden 
Lappen am Ende zweizähnig oder gespalten (Bhammatopoda). 

Die Legeröhre ist stets wohl entwickelt, entweder fast gerade (Moristus, 
Segestes) oder mehr weniger, mitunter fast sichelförmig oder winkelig gebogen 
(Pomatonota, Ityocephala, Corycus, Äcridoxena), stets gegen das Ende allmälig 
zugespitzt, niemals schief abgeschnitten. 



Greograpliisehe Yerbreitung. 

Weitaus die Mehrzahl der Mecopodiden gehört der östlichen Halbkugel an, 
während aus Amerika bisher nur zwei Arten und Gattungen bekannt geworden 
sind (Encentra, Bhammatopoda). 

Sämmtliche Arten gehören der tropischen oder subtropischen Zone an, 
wobei Japan den nördlichsten, das Capland in Afrika den südlichsten Punkt des 
Verbreitungsbezirkes bilden. 

Kosmopolitische Arten oder Gattungen sind nicht vorhanden. Nur einige 
Gattungen sind der asiatischen und australischen Fauna gemeinsam (Segestes, 
Moristus, Mecopoda); Afrika besitzt durchwegs eigenthümliche Formen. 

Der Hauptverbreitungsbezirk der Mecopodiden beginnt mit Afrika, setzt 
sich über die Inseln Sokotra und Ceylon nach Vorder- und Hinterindien, China 
und Japan, dann über die Sundainseln und Philippinen nach Neu-Guinea und 
Australien, sowie dem australischen Inselgürtel fort. 

Mit Ausnahme der südafrikanischen Gattung Pomatonota sind die Moristini 
nur über Asien und Australien verbreitet; dagegen gehören mit Ausnahme der 
zwei genannten amerikanischen Gattungen alle Mecopodiden mit abgekürzten oder 
verkümmerten Flügeln der afrikanischen Fauna an (Leproscirtus, Gymnoscirtus, 
Äpteroscirtus, Macroscirtus). Andererseits fehlt die für Asien und Australien so 
charakteristische Gattung Mecopoda in Afrika vollständig und wird dort durch 
die Gattungen Anoedopoda und Pachysmopoda, sowie durch die langflügeligen 



Monographische Uebersicht der Mecopodiden. 



187 



Macj-oscirtus -Alten vertreten. Soweit unsere bisherigen Kenntnisse reichen, 
gehören die Mehrzahl der atVikanischen Formen der tropischen Westküste an, 
während Süd- und Ostafrika nur wenige Gattungen aufweisen, unter denen 
Änoedopoda auch im Westen vorkonnnt. Corycus ist in Westafrika und Mada- 
gaskar (!) vertreten; sie bildet ebenso wie die abenteuerliche Acridoxena eine 
charakteristische Form der afrikanischen Orthopterenfauna, während die Insel 
Sokotra durch die abweichende Gattung Facliysmopoda ausgezeichnet ist. 

Asien besitzt au typischen Gattungen Characta und Macrolyristes für 
die Sundainseln, Vetralia für Ceylon, während die Gattungen Mecopoda, Segestes 
und Moristus bis in die polynesische Region reichen. 

Im Festlande von Australien sind bisher, nur einige wenige Arten aufge- 
funden worden, das Genus Phricta und ein oder zwei ilfecopoc^a -Arten. Eine 
etwas grössere Anzahl von Arten wurde auf den australischen Inseln nachgewiesen ; 
auf Neu -Guinea die Gattungen Segestes und DasypJileps, Mossula auf den 
Salomons-Inseln, Pseiidopliyllanax auf Neu-Caledonien, auf den Fidschi-Inseln 
endlich die Genera Biaphlebus, Elaeoptera und Ityocephala. Eine weitere Ver- 
breitung zeigen nur die Arten der Gattungen Moristus und Mecopoda ; innerhalb 
der letztgenannten sind diejenigen Arten, deren Hinterschenkel oben mit Zähnen 
besetzt sind, ausschliesslich auf die australische Region beschränkt. Aus der 
eigentlich pacifischen Region sind bisher nur die obengenannten Arten von den 
Fidschi-Inseln bekannt geworden; in Neuseeland scheinen die Mecopodiden 
zu fehlen. 



Literatur. 

Bolivar Ignazio, 1889—1890, Ortöpteros de Afrika del Museo de Lisboa (Ex- 
tracto do Journal de Sciencias mathematicas, i)hysicas e naturales, 2. Serie, 
Nr. II, p. 73; Nr. III, p. 150; Nr. IV, p. 211). 

Brülle Auguste, 1835, Histoire naturelle des Insects. Tom. IX. Orthopteres et 
Hemipteres, p. 140. Paris. 

Burmeister Hermann, 1839, Handbuch der Entomologie, II. Bd., S. 673, 685. 
Berlin. 

Fabricius Joh. Christ , 1775, Systema entomologiae, p. 284. 

— 1793, Entomologia systematica, Tom. II, p. 37. Hafniae. 

Greeff, 1884, Die Fauna der Guinea-Inseln St. Thome und Rolas (Sitzungsber. 

der Gesellsch. zur Beförd. der ges. Naturwissensch., S. 74). Marburg. 
De Haan W., 1842, Bijdragen tot de Kennis der Orthoptera (Verhandl. over de 

natuurlyke Geschiedenis der Nederlandsche overzeesche Bezittingen). 
Karsch Ferd., Dr., 1886, Ueber Eustälia foUata Scudd. (Berliner Entomol. 

Nachr., XII, S. 145). 

— 1886, Eine neue westafrikanische Mecopodide (Berliner Entomol. Nachr., 
XII, Nr. 20, S. 316). 

— 1886, Die Mecopodiden des Berliner zoologischen Museums (Berliner 
Entomol. Zeitschr., XXX, 1, S. 107, Taf. IV). 

24* 



188 



Josef Redtenbach 



Karsch Ferd., Dr., 1888, Das Weibchen des Corycus Jurinei Sauss. (Berliner 
Entomol. Zeitschr., XXXII, 2, S. 415). 

— 1888, Prochilide oder Mekopodide? (Berliner Entomol. Zeitschr., XXXII, 
2, S. 416, Taf. IV}. 

— 1888, Zwei neue Mecopoda -Arten (Berliner Entomol. Nachr., XIV, Nr. 10, 
S. 145). 

— 1891, lieber die Orthopterenfamilie der Prochiliden (Berliner Entomol. 
Nachr., XVII, Nr. 7, S. 97). 

— 1891, Uebersicht der von Dr. Paul Preuss auf der Barombi-Station in 
Kamerun gesammelten Locustodeen (Berliner Entomol. Zeitschr., XXXVI, 
2, S.. 317, 328, 341). 

Kirbj Will. F., 1891, Notes on the Orthopterous family Mecopodidae (Trans. 
Entom. Soc. London, III, Octob., p. 405). 

Krauss Hermann, Dr., 1890, Beitrag zur Kenntniss westafrikanischer Ortho- 
pteren (Spengel's Zoologische Jahrbücher; Abtheil, für System., Geogr. 
und Biol. d. Thiere, V. Bd., S. 344, Taf. XXX und S. 647). 

Linne Charles, v., 1758, Systema naturae, ed. X, Tom. I, ]). 429; Tom. 11, p. 696, 

— 1763, Amoenitates academicae, Tom. VI, p. 396. 

— 1764, Museum S. E. M. Ludovicae Ulricae Keginae etc., p. 127. Holmiae. 
Lucas, 1887, Bullet. Annal. de la Soc. Entom. de France (5), VII, p. XX. 
Pictet Alphonse, 1888, Locustides nouveaux ou peu connus du Musee de Geneve 

(Mem. de la Soc. de Phys. et d'Histoire natur. de Geneve, XXX, Nr. 6, 
p. 13). 

Saussure Henri, de, 1861, Orthopteres du Musee de Geneve (Annal. de la Soc. 

Entomol, 4*^ ser., I, ]). 489, PI. 11, Fig. 4—7). 
Scudder Sam. H., 1874—1875, A Century of Orthoptera, Dek. II (Proceedings 

of the Boston Society of Natural History, Vol. XVII, p. 454; 1879, Vol. XX, 

p. 95). 

Serville Jean Guill. Audinet, 1831, Eevue methodique des Orthopteres (Annales 
des Sciences naturelles, Tome 22, p. 58). 

— 1839, Histoire naturelle des Insectes. Orthopteres. Avec des planches. Paris. 
Snellen, siehe Vollenhoven. 

Stäl Carl, 1873, Orthoptera uova (Oefvers. af Kongl. Svenska Vetensk. Akad. 
Förhandl., Nr. 4, p. 39). Stockholm. 

— 1874, Kecensio Orthopterorum, II, p. 21, 47. Stockholm. 

— 1877, Orthoptera nova ex Insulis Philippinis (Oefvers. af Kongl. Svenska 
Vetensk. Akad. Förhandl., Nr. 10, p. 45). Stockholm. 

Stoll Caspar, 1787 — 1815, Eepresentation exactement coloree d'apres nature des 
Spectres ou Phasmes, des Mantes, des Sauterelles, des Grillons, des Criquets 
et des Blattes, qui se trouvent dans les quatre parties du monde. Amsterdam. 

Taschenberg Otto, 1883, Beiträge zur Fauna der Insel Sokotra (Giebel s 
Zeitschrift für die ges. Naturwissensch. Bd. 56, S. 184). 

Thunberg C. P., 1815, Hemipterorum maxillosorum genera illustrata (Memoires 
de l'Acad. imp. de St.-Petersbourg, Tome V, p. 279). 



Monographiscbe üebeisicbt der Mecopodiden. 



189 



Vollenhoven, Snellen van, 1865, Macrolyristes, en nieuw geslacM van Or- 

thoptera (Tijdsclir. voor Entomologie, 8. Deel, p. 106, PI. 7). 
Walker Francis, 1869, Catalogue of the Specimens of Dermaptera, Saltatoria 

and Supplement to the Blattariae in the Collection of the British Museum, 

Part. II et III. London. 
War Ion M. Gust., 1876, Description d'une nouvelle espece d'Orthopteres. (XIL Bull. 

de la Soc. d'Hist. nat. de la Moselle, p. 27). 
White, 1865, Proceed. of the Eoyal Physical Society of Edinhourgh, III, p. 309. 



Dispositio venerum. 

1. Fastigium verticis angustum, coniforme, simplex vel leviter sulcatum, nun- 

qiiam in tuheros duos divisum (3Iorlstini,) 

2. Elytra obliterata. Pronotum spinosum. Femora omnia superne spinosa. 

Genus australicum (Fig. 1.) 1. Phricta m. 

2 2. Flytra perfecte explicata. Pronotum haud spinosum. Femora superne 
inermia. 

3: Elytra apicem femorum posticorum haud superantia, venis radialibus 
tota longitudine distantibus. 

4. Pronotum carinis lateralibus interruptis, dentatis vel tuberculatis. 
Genera australica. 

5. Lobi geniculares femorum posticorum utrinque bispinosi. Elytra 
apicem femorum posticorum haud attingentia. 

2. Dasyphleps Karsch. 
5 5. Lobi geniculares omnes utrinque tantum spina unica vel nulla 

armati (Fig. 2.) 3. Diaphlebus Karsch. 

4 4. Pronotum carinis lateralibus nullis vel rotundatis, laevibus. 

5. Pronotum postice valde rotundato-productum. Genus africanum. 

4. Pomatonota Burm. 
5 5. Pronotum postice haud productum, t?'uncatum. Genera australica. 
6. Pronotum antrorsum angustatum. (Fig. 3.) 5. Elaeoptera m, 
6 6. Pronotum retrorsum angustatum ... 6. Mossula Walk. 
3 3. Flytra apicem femorum posticorum plerumque multo superantia, venis 
radialibus prope basin valde approximatis, apicem versus sensim diver- 
gentibus. 

4. Statura modica. Pronotum haud sulcatmn. Foramina tibiarum 
anticarum extus conchatcc, intus apjerta. Metasternum lobis rotun- 
datis, contiguis. Species asiaticae et australicae. 
5. Minor. Caput pronoti longitudine. Tibiae anticae et intermediae 
superne spinis apicalibus nullis (Fig. 4.) , 7. Segestes Stäl. 
5 5. Major. Caput pronoto brevius. Tibiae anticae et intermediae 
superne in latere postico tantum spina apicali instructae. 

8. Moristus Stäl. 



190 



Josef Redtenbacher. 



4 4. Statura robustissima. Pronotuni in media longitudinaliter sul- 
catum. Foramina tihiarum anticarum utrinque aperta. Metasternum 
lobis acuminatis divergentibus. Genus australicum. (Fig. 5.) 

9. Pseudophyllanax Walk. 
1 1 . Fastigium verticis latum, transversiim, apice rotundatum vel truncatum, 
vel per sulcum profundum in tuberös duos divisum. 

2. Pronotum nee elongatum nec cucuUatum .... ( Mecopodini,) 
3. Fastigium verticis apice per sulcum profimdum in tuberös duos 
divisum. 

4. Elytra obliterata, sqaamiformia vel nulla. 

5. Pedes longissimi, gracillimi. Fetnora postica vix incrassata. 
Genus americanum (Fig. 6.) . . . 10. Rhammatopoda m. 
5 5. Pedes minus elongati. Femora postica basi distincte incrassata. 
6. Femora postica superne spinosa. 

7. Pronotum quadriseriatim spinosuin. Genus americanum. 

(Fig. 7.) 11. Encentra m. 

7 7. Pronotum rugosum, Tiaud spinosum. Genus africanum 

(Fig. 8.) 12. Leproscirtus Karsch. 

6 6. Femora postica superne inermia. Genus africanum. 

13. Apteroscirtus Karsch. 
4 4. Elytra perfecte explicata. Genera Sundaica. 

5. Pronotum carinis lateralibus bis profunde incisis. Elytra apice 

rotundata (Fig. 9.) 14. Characta m. 

5 5. Pronotum carinis lateralibus dentatis, haud incisis. Elytra apice 
oblique truncata, acuminata . 15. Macrolyristes Sn eilen. 
3 3. Fastigium verticis apice haud in tuberös duos divisum, sed latum 
transversum, apice rotundatum vel truncatum. 

4. Pronotum- postice rotundatum vel truncatum, raro obtuse-angu- 
latum. Elytra cT normaliter reticulata, haud inflata. 
5. Tibiae anticae et posticae superne sulcatae. 
6. Femora postica basi parum incrassata. 

7. Pronotum carinis lateralibus spinosis. Femora quatuor 
antica appendiculata. Genus africanum. 

16. Acridoxena White. 
7 7, Pronotum haud spinosum, carinis lateralibus distinctis. 
Femora haud appendiculata. 

8. Elytra brevia, apicem femorum posticorum haud attin- 
gentia. Genus ceylonicum ... 17. Vetralia'W?ilk. 
8 8. Elytra elongata, femora postica valde superantia. Genus 

africanum 18. Anoedopoda Karsch. 

6 6. Femora postica basi valde incrassata. 

7. Pronotum carinis lateralibus distinctis, per sulcos trans- 
versos plerumque bis incisis. Elytra venis radialibus a 
media divergentibus, 



I 



Monographische Uohersicht der Mecopodiden. 



191 



8. Elytra äbdomen valde superantia. Femora postica välde 
elongata. Speeles asiaticae et australicae. . 

19. Mecopoda Serv. 
8 8. Elytra dbdomen haud superantia. Femora postica äbdo- 
men haud superantia. Genus africanum. 

20. Pachysmopoda Karsch. 
7 7. Fronotum carinis lateralihus nullis vel rotundatis. Elytra 
ahbreviata vel venis radialibus contiguis. Genera africana. 
8. Elytra perfecta vel abbreviata, venis radialibus tota longi- 
tudine contiguis (Fig. 10.) . 21. Macroscirtus Pictet. 
8 8. Elytra alaeque rudimentaria. 

22. Gymnoscirtus Karsch. 
5 5. Tibiae anticae et posticae superne haud sulcatae. Genus australi- 

cum (Fig. 11.) 23. Ityocephala m. 

4 4. Fronotum postice angulatum. Elytra abnormaliter reticulata, 
valde inflata. Genus africanum (Fig. 12.) . 24. Corycus Sauss. 
2 2. Fronotum cucullatum, postice valde acuminato-productum, carinis laterali- 
bus dentatis vel crenulatis (Phyllophorini,)^) 

I. Moristini. 
1. Gfenus. I^hricta m. (Fig. 1.) 

(<ppt/CTo? — horrendus.) 

Oculi globosi, prominentes. Antennarum articulus primus extus carinatus, 
apice dente brevi, intus tuberculo obtuso instructus. Fastigium verticis breve, 
angustissimum, haud sulcatum, cum fastigio frontis per carinam longitudinalem 
conjunctum. Frons transversa, plus quam duplo latior quam longior. Pronoti 
dorsum planum, margine antico rotundato, postico truncato in medio nonnihil 
emarginato, sulcis 2 transversis tenuibus curvatis, carinis lateralibus interruptis. 
Prozona et mesozona utrinque spina valida öbliqua, serrulata, metazona utrinque 
Spina majore serrulata necnon spinis 2 minoribus armata. Lobi laterales 
angusti, subtus rotundati, angulo antico tuber culato, margine postico oblique 
ascendente, sinu humerali nullo. Elytra et alae nullae, plicis tantum indicatae. 
Segmenta dorsalia abdoyninis in medio carinata. Frosternum spinis 2 latis, 
triangularibus, valde remotis. Meso- et metasternum latum, transversum, haud 
lobatum, foraminibus 2 remotis, per sulcum transversum conjunctis. Fedes 
pilosi. Coxae anticae spina valida armatae. Femora 4 antica tuberculata, 

') In Bezng auf diese Gruppe verweise ich auf die demnächst erscheinende Monographie von 
Herrn Dr. H. Dohm. 

Das Genus Zacatula Walker (Catal.,- 1890, III, p. 433) ist mir nur aus der angeführten, 
mangelhaften Beschreibung bekannt, so dass seine systematische Stellung nicht näher angegeben 
werden kann. 



192 



Josef Rcdtenbaclier. 



superne spinis 2 — 4 seriatis, subtus in margine antico spinis validis 4 — 5 in- 
structa; femora postica in latere externo rugis nonnullis transversis, elevatis, 
superne spinis validis circiter 10 in serie positis, in latere inferiore extus spinis 
validis 8 — 10, intus paucioribus et minorihus armata. Lobi geniculares femorum 
4 anticorum utrinque longespinosi, femorum posticorum utrinque bispinosi. 
Tibiae anticae utrinque tympano aperto, superne sulcatae, utrinque spinis 
3—4 instructae; tibiae intermediae superne utrinque spinis 4 — 5, intus majori- 
bus, uti in tibiis anticis apicem versus magnitudine decrescentibus ; tibiae 
posticae superne utrinque- dentibus compluribus inter eosque minoribus armatae. 
Cerci conici, recti, granulosi et pilosi, apice acuminati. Lamina subgeni- 
talis parum producta, apice triangulariter excisa, subtus carinata, stylis 
minimis instructa. 

Diese Gattung ist ausgezeichnet durcli die Stacheln auf dem Pronotum 
und den Schenkeln. Die Vorderflügel erscheinen nur als Läppchen an der Seite 
der Vorderbrust, die Hinterflügel als kleine Lappen an der Seite des Metanotums, 
welche nicht abgetrennt sind und deutlich eine fächerförmige Nervatur erkennen 
lassen. 

Speeles unica. 

PhHcta spinosa m. 

Ferrugineo-testacea. Frons et sterna pallide-testacea. Genae maculis 
duabus fuscis obliquis. Antennae dilute fusco-annulatae. Pronoti dorsum 
fortiter nigro- vel fusco-punctatum; lobi laterales margine inferiore late infus- 
cato, nigropunctato. Abdomen segmentis omnibus dorsalibus longitudinaliter 
nigro- vel fusco-striatis. Pedes omnes dilute fusco-marmorati. Femora postica 
sulco inferiore basi ferrugineo. . 

Long, corporis 19 mm, long, pronoti 5' 3 mm, long, femorum posticorum 
17' 8 mm. 

Patria: Queensland (Coli. Brunner). 

2. Genus. Uasyphleps Karsch. 

Fastigium verticis angustum, ' acuminatum. Antennae pilosae. Pronotum 
rugosum, carinis lateralibus acutis, bis incisis; lobi laterales subtus haud angu- 
lati. Elytra coriacea, apicem femorum. posticorum haud attingentia, apice 
rotundata, reticulo denso, valde expresso, venis longitudinalibus (excepta vena 
radiali postica) parum distinctis, venis radialibus a basi valde divergentibus, 
Alae hreves, latae, pellucidae, campo marginali apice obtuso. Prosternum 
bispinosum; meso- et metasternum bilobatum. Femora postica subtus utrinque 
spinosa. Lobi geniculares omnes, excepto lobo externo femorum anticorum, 
utrinque in spinas 2 producti. Foramina tibiarum anticarum utrinque aperta. 
Lamina subgenitalis cT stylis longiusculis, articulatim insertis. Ovipositor 
angustus, incurvus. cf, 9 . 

Basyphleps Karsch, 1891, Berliner Entom. Zeitschr., Bd. 36, Heft II, S. 343. 

Locusta de Haan, 1842, Bijdragen etc., p. 187, PI. XVIII, Fig. 13. 



Monographische Uebersicht der Mecopodiden. 



193 



Speeles unica. 
Dasyphleps Novae-Guineae de Haan. 

Testaceo-flavescens. Elytra viridia, macula hasali fusca. Alae alhidae. 

Long, corporis 9'5"', long. ped. post. 2" 2"'. 

Locusta Novae-Guineae de Haan, 1842, Bijdragen etc., p. 187. 

Dasyphleps Novae-Guineae Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., 
Bd. 36, Heft II, S. 343. 

Patria: Nova-Guinea (de Haan), Kuschai, Carolinen-Inseln (Karsch). 

Diese Art ist mir nur aus den Beschreibungen von Karsch und de Haan 
bekannt. Eine besondere Auszeichnung bilden die doppelten Dornen an den 
Gelenklappen der Schenkel. 

3. Greil US. Diaphlehus Karscli. (Fig. 2.) 

Fastigium verticis angustum, conicum, antice leviter sulcatum, cum frontis 
fastigio contiguum. Oculi glohosi. Pronoti dorsum rugosum, carinis lateralibus 
rotundatis, tuberculis vel dentibus conicis obsitis, sulcis 2 transversis profundis, 
margine antico rotundato, postico trimcato; lobi laterales subtus haud angulati, 
sed truncati, angulo postico rotundato, sinu humerali nullo. Elytra coriacea, 
dense et irregulariter reticulata, abdomen distincte superantia, venis radialibus 
a basi tota longitudine distantibus. Alae latae, breves, apice obtusae, pellucidae. 
Prosternum bispinosum; mesosternum lobis latis triangularibus, apice acuminatis ; 
metasternum lobis apice acuminatis vel obtusis. Femora 4 antica subtus in 
latere antico tantum, postica utrinque spinosa. Lobi geniculares omnes apice 
utrinque in spinam producti. Tibiae anticae superne planae vel sulcatae, 
inermes, foraminibus apertis. Cerci pilosi, apice incurvi et bimucronati. 
Lamina subgenitaUs cT parum producta, apice triangulariter excisa, stylis 
longiusculis instructa. Ovipositor modice longus, nonnihil incurvus, apice 
acuminatus. 

Diaphlebus Karsch, 1891, 1. c, S. 343. 

Diese Gattung zeichnet sich aus durch das runzelige, an den Seitenrändern 
mit Höckern -versehene Pronotum. 

Dispositio specierum. 

1. Elytra unicolora (excepta area anali) . . . . l. V. bivittatus m. 
1 1. Elytra fusco-maculata vel marmorata. 

2. Pronotum postice utrinque angulo laterali nigro-maculato . 

2. D. marmoratus m. 

2 2. Pronotum postice anguste nigro-limbatum. 

3. D. brevivaginatus Karsch. 

1. Diaphlebus bivittatus m. 

Testaceo-flavescens, unicolor. Antennae pallidae, apicem, versus täte et 
dilute fusco-annulatae. Pro-, meso- et metazona pronoti utrinque in tuberem 
magnum conicum productae ; metazona angulis posticis nigro-marginatis. Elytra 

Z. B. Ges. B. XLH. Abh. 25 



194 



Josef Redtenbacter. 



lanceolata, apice rotundata, area anali fusco-areolata. Loht meso- et meta- 
sternales apice acuminati. Pedes püosi, elongati. Femora 4 antica in latere 
antico subtus spinis 5 — 6, postica utrinque spinis compluribus, intus pauciori- 
hus armata. Coxae anticae Spina longa instructae. Tibiae 4 anticae superne 
sulcatae, anticae superne inermes, intermediae carina posteriore 5-spinosa. cT. 

Long, corporis 2'7 mm Long, elytrorum . . . , 24 mm 

„ pronoti 5 5 „ „ femorum posticorum . 30 „ 

Patria: Fidschi- Inseln (Coli. Brunner), 

2. Diaphlebus marmoratus m. (Fig. 2.) 

Praecedenti similis. Major, testaceus. Antennae fusco-annulatae. Frons 
fasciis 2 fuscis, antice convergentibus, postice evanescentibus. Pronoti dorsum 
ferrugineo-testaceum,, fortiter rugosum, angulis posticis late nigro-maculatis, 
carinis lateralibus tuberis irregulariter obsitis. Elytra dilute fusco-marmorata, 
basi macula fusea ornata. Lobi metasternales apice obtusi vel leviter tuber- 
culati. Femora omnia in medio et ante apicem leviter et dilute fusco- vel 
griseo-annulata ; femora 4 antica subtus in latere antico spinis 4 — 6, basi fusco- 
cinctis instructa; femora postica utrinque spinis compluribus apice nigris, basi 
fusco-cinctis, intus rarioribus armata. Tibiae anticae superne planiusculae, 
extus interdum spinula unica subapicali instructae; tibiae intermediae superne 
distincte sulcatae, carina posteriore spinis circiter 5, basi fusco-cinctis instructae. 
Lamina subgenitalis 9 Icita, rotundato-truncata, in medio carinata. Ovipositor 
apice ferrugineus. 9 • 

9 9 

Long, corporis . ... 30 mm Long, femorum posticorum 28'8 mm 

„ pronoti 6'6 n « ovipositoris . . . 19 5 „ 

„ elytrorum . ... 34 „ 

Patria : Fidschi-Inseln ( Coli. Brunner). 

3. Diaphlebus brevivaginatus Karscli. 

Sordide flavescens, pronoto postice nigro-limbato, elytris dense reticulatis, 
cellulis nonnullis nigris, antennis fusco-annulatis, spinis pedum apice nigris, 
dorso pronoti ruguloso, sulcis transversis profundis instructo, marginibus laterali- 
bus profumde incisis. 9 • 

9 ■ 9 

Long, corporis . ... 35 mm Long, femorum posticorum 32'5 mm 

„ pronoti 7'2 „ „ ovipositoris . . , 20 „ 

„ elytrorum . . . . 37 „ 

Diaphlebus brevivaginatus Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., 
Bd. 36, Heft II, S. 343. 

Patria: Fidschi- Inseln (Karsch). 

Diese mir nur aus der Beschreibung von Karsch bekannte Art scheint 
der vorigen sehr nahe zu stehen. 



Monographische Uehersicht der Mecopodiden. 



195 



4. Greiius. Pomatonota Buriii. 

Fastigium verticis angiistum, ohtusum, superne sulcatmn, cum fastigio 
frontis haucl contigimm. Antennae longissimae. Oculi valde prominentes. Pro- 
notum laeve, postice valde productit^m, rotundatum, leviter convexum; lobi 
laterales rotundato-inserti, margine inferiore rotundato, margine postico oblique 
ascendente, sinu humerali nullo. Elytra coriacea, lata, nitida, dense reticu- 
lata, venis radialibus haud contiguis, apice late rotundata, dbdomen distincte 
superantia. Alae breves, angustae. Prosternum utrinque in tuberculum vel 
dentem brevissimum productum. Lobi meso- et metasternales late trianguläres, 
divergentes, apice acuminati. Femora 4 antica inermia, postica subtus utrinque 
spinis compluribus. Lobi geniculares omnes spinosi. Tibiae anticae superne 
planae, extus spiyiis 3 — 4, intus nullis, intermediae superne extus spinis 2, 
intus 4 armatae. Lamina subgenitalis 9 cipice triangulärster emarginata. Ovi- 
positor latus, valde incurvus, apice acuminatus. 

Pomatonota Burmeister, 1839, Handbuch der Entomol., II, S. 683. 

Pomatonota Karsch, 1891. Berliner Entom. Zeitschr., Bd. 36, Heft II, S.344. 

Stilpnothorax Bietet, 1888, Locustides nouveaux etc., p. 5, PI. I, Fig. 1. 

Speeles unica. 
Pomatonota Dregii Burm. 

Nitida, viridis vel flavo-testacea, angulo humerali elytrorum albido vel 
sulfureo, intus saepe nigro-marginato. Ovipositor fuscus. 9 • 

9 9 

Long, corporis . . . 25 — 30 mm Long, femorum postic. 29 — 30 mm 
„ pronoti .... 16 — 18 „ „ ovipositoris . . 13—15 „ 

„ elytrorum . . . 26 — 30 „ 

Pomatonota Dregii Burm., 1839, I. e., S. 684. 

Stilpnothorax loricatus Bietet, 1888, 1. c, p. 6. 

Patria: Cap (Pictet), Port Natal (Burm., Coli. Brunner). 

5. Grenus. Elaeoptera m. (Fig. 3.) 

(IXaio? — Oleaster; Tirspov — ala.) 

Antennae longissimae. Fastigium verticis angustum, conicum, apice 
superne leviter sulcatum, cum fastigio frontis per carinam longitudinalem con- 
junctum. Pronoti dorsum margine antico rotundato, postico truncato, sulcis 
2 transversis distinctis, carinis lateralibus obsoletis vel nullis; lobi laterales 
angulo antico et postico rotundato, sinu humerali subnullo. Elytra coriacea, 
lanceolata, apice plus minusve acuminata, dense reticulata, vena radiali postica 
valde elevata, ceteris subobsoletis, indistinctis, venis radialibus basi remotis, 
a medio sensim approximatis. Alae elytris parum breviores, pellucidae. Pro- 
sternum spinis 2 longis, subcontiguis ; lobi meso- et metasternales trianguläres, 

25* 



196 



Josef Eedtenbacher. 



apice in spinam producti. Femora 4 antica suhtus in latere antico tantum, 
postica utrinque spinosa. Lohi geniculares omnes in spinam longiorem vel 
hreviorem producti. Tibiae 4 anticae superne planae vel sulcatae, anticae inermes 
vel extus spinula unica suhhasali armatae, intermediae postice superne spinulis 
3 — 4 suhhasalibus instructae. Gerd cf pilosi, apice valde incurvi et mucronati. 
Lamina subgenitalis parum producta, apice triangulariter excisa, stylis 
longiusculis, gracilibus instructa. Lamina subgenitalis 9 rotundata, apice non- 
nihil incisa, in medio carinata. Ovipositor leviter incurvus, sensim acuminatus. 

Ausgezeichnet durch die schmalen, lederartigen, lanzettförmigen Deckflügel 
deren hintere Radialader auffallend stark vorspringt, während die übrigen Längs- 
adern mehr weniger undeutlich sind. 

Dispositio specierum. 

1. Statura parva. Viridis, nitida. Elytra abdomen vix superantia. 

1. E. nitida m. 

1 1. Statura majore. Testaceo-flavescens, haud nitida. Elytra abdomen distincte 
superantia 2. E. lineata m. 

1. Elaeoptera nitida m. 

Statura parva. Viridis, nitida. Pronotnm haud rugosum, indistincte 
punctatum, nitidum. Elytra angusta, margine postico (superiore) parum cur- 
vato, Vena radiali postica modice prominula, campo anali et margine postico 
nigro et albido-signato. Pedes brevipilosi. Femora 4 antica in latere anteriore 
spinulis nonnullis, postica utrinque compluribus fuscis armata. Tibiae anticae 
superne inermes, tota longitudine sulcatae. Genitalia in exemplo nostro desunt. cf . 

Long, corporis .... 14'6 mm Long, femorum postieorum 18 mm 

„ pronoti -5 „ „ elytrorum .... 108 „ 

Patria: Viti Levu, Fidschi-Inseln (Coli. Brunner). 

2. Elaeoptera lineata m. (Fig. 3.) 

Praecedente major. Testaceo-flavescens, parum nitida. Pronotum dis- 
tincte rugosum. Elytra in ^ subpellucida, venis radialibus basi sulfureis, in 
9 opaca, margine inferiore subrecto, margine posteriore (superiore) rotundato, 
Vena radiali postica valde prominula, spatio interradiali plus minusve albido- 
testaceo; margo posticus elytrorum in utroque sexu punctis nigris, in Seriem 
rectam positis, partim confliientibus, signatus. Pedes glabri, vel subtilissime 
pilosi. Femora 4 anteriora antice subtus spinulis 5 — 6 fusco-nigris, antica 
subtus interdum nonnihil infuscata; femora postica utrinque spinis compluribus 
fuscis, geniculis leviter infuscatis. Tibiae anticae superne leviter deplanatae, 
extus spinula subbasali arm,atae. Ovipositor pallidus. (J', 9 • 

Long, corporis . 16 — 17 22 mm Long, femorum postic. 23 26 mm 

„ pronoti . 2'8 4'8 „ „ ovipositoris . . — 1^'5 „ 

„ elytrorum 14 7 21'7 „ 

Patria: Viti Levu, Fidschi-Inseln (Coli. Brunner). 



Monographische Uehersicht der Mecopodiden. 



197 



6. Gfeiuis. Mossula Walker. 



Corpus gracile. Fastigium verticis parviim, porrectum, rotundatum. 
Oculi valde globosi. Prothorax postice angustior, sulcis 2 transversis, secundo 
arcuato, margine antico rotundato, lateribus suhrotundatis, margine postico 
recto. Pedes graciles. Femora 4 antica in margine antico tantum, postica 
utrinque spinosa. Tibiae 4 anticae superne inermes. Elytra confertissime 
reticulata, abdomen nonnihil superantia. Ovipositor nonnihil incurvus, abdo- 
mine paullo brevior. 

Mossula Walker. 1869, Catalogue etc., II, p. 288. 

Diese Gattung, welche durch das hinten verengte Pronotum auffällt, ist 
mir nur aus Walker 's Beschreibung bekannt und scheint dem vorigen Genus 
nahezustehen. 



1. Vertex et pronotum nigrovittatum . . . . 1. M. vitticoUis Walker. 
11. ünicolor, haud nigrovittata 2. M. Salomonis IL'why. 

1. Mossula vitticoUis Walker. 

Fulva. Vertex et pronoti dorsum nigro-vittatum. Caput testaceum, 
lituris 2 prope antennas sitis punctisque 4 frontis nigris. Äntennae piceae, 
basi fulvae. Prothorax nigromarginatus, maculis 2 discoidalibus sulcisque 
nigricantibus. Elytra testaceo-venosa. Alae cinereae. Äbdominis segmenta fusco- 
marginata. cf, 9 • 

Long, corporis 21 — 24"', expans. elytr. 42 — 52"'. 

Mossula vitticoUis Walker, 1869, 1. c, p. 288. 

Patria: ? 

2. Mossula Salomonis Kirby. 

Robusta, fulva. Frons albidovariegata. Äntennae apice et latere in- 
feriore saltem articuli secundi nigrae. Vertex concavus, antice fastigio brevi 
coniformi. Elytra corporis longitudine, subparallela, apice rotundata, testacea, 
basi leviter nigromaculata. Alae semicirculares, fusco-hyalinae, elytris paullo 
breviores. Femora antica intus spinis 6, intermedia extus spinis 6 — 7, postica 
utrinque spinis 8 — 13. Cei'ci breves. Lamina subgenitalis lobis 2 longis, 
pilosis. Ovipositor fere corporis longitudine, parum incurvus. , 9- 



Mossula Salomonis Kirby, 1891, Trans. Ent. Soc. London, III^ p. 411, Octob. 
Patria: Salomons-Inseln (Kirby). 

7. Grenus. Segestes Stäl. (Fig. 4.) 

Generi Moristo Stäl maxime affinis. Statura graciliore. Fastigium 
verticis conicum, aciiminatum, superne leviter sulcatum. Pronotum teres, ni- 



Dispositio specierum. 



9 




Long, corporis . 
„ elytrorum 



45 50—60 mm 
41 52—60 „ 



198 



Josef Redtenbacher. 



gosum, margine antico rotundato, carina mediana longitudinali suhtilissima; 
lohi laterales haud altiores quam lati, suhtus rotundati, sinu humerali parum 
profundo. Elytra longa, angusta, suhparallela, venis radialibus contiguis, ramo 
radiali pone medium vel prope apicem emisso. Älae fere in medio latissimae. 
Prosternum hispinosum. Meso- et 3Ietasternum plamim; ille lohis rotundatis, 
diver gentihus, Jwc lohis ohtusis, contiguis. Femora antica suhtus in latere 
antico tantum spinuUs 0—4, intermedia inermia vel spinulis 1 — 2, postica 
utrinque spinis complurihus armata. Lohi geniculares femorum 4 anteriorum 
apice in spinam hrevissimam, femorum posticorum in spinam longiorem pro- 
ducti. Tihiae 4 anticae superne spinis apicalihus nullis; anticae superne sul- 
catae, inermes, tympano extus conchato, intus aperto; tihiae intermediae superne 
intus spinulis nonnuUis, Cerci graciles, pilosi, apice incurvi et acuminati, 
apice ipso mucronati. Lamina suhgenitalis cj" valde elongata, angusta, pilosa, 
apice triangulariter excisa, stylis hrevissimis vel nullis. Lamina suhgenitalis 9 
apice incisa vel emarginata. Ovipositor suhrectus, sensim acuminatus, levissime 
incurvus. 

Segestes Stäl, 1877, Orthoptera nova ex Insulis Philippinis' (Oefvers. af 
Kongl. Svenska Vetensk. Akad. Förhandl., Nr. 10, p. 45). 

Diese Gattung hat ganz den Habitus von Moristus, unterscheidet sich 
jedoch scharf durch den vollständigen Mangel der Enddornen an den Vorder- und 
Mittelschienen. 

Von den vier ersten Arten ist mir nur je ein Stück bekannt, so dass die 
Abgrenzung derselben nicht völlig sicher ist. 

Dispositio specierum. 

1. Femora postica suhtus hasi infuscata. 

2. Femora postica spinis apice tantum fuscis. 1. S. vittaticeps Stäl. 
2 2. Femora postica spinis totis fuscis, hasi fusco-cinctis. 

2. S. punctipes m. 
1 1. Femora postica suhtus hasi haud infuscata, vel tota fusca. 
2. Femora postica concolora. 

3. Colore flavescente S. S. unicolor m. 

3 3. Colore fusco 4. S. fuscus m. 

2 2. Femora postica suhtus cinnaharina vel aurantiaca. 5. S. decoratus m. 

1. Segestes vittaticeps Stäl. 

Viridis, olivaceo-virescens vel flavescens. Occiput interdum vitta partim 
ohliterata nigra. Pronotum rugoso-punctatum, loho postieo hrevissimo. Elytra 
angusta, ramo radiali primo multo pone mediuni, secundo ante apicem ipsum 
emisso. Alae sordide alhicante-pellucidae. Pedes pilosi. Femora antica intus 
spinula unica, intermedia inermia, postica suhtus dimidia parte hasali fusca, 
utrinque spinis complurihus fuscis, hasi pallidis. Tihiae intermediae superne 
intus spinulis complurihus (5—7). Lamina suhgenitalis stylis nullis in- 
structa. cT, 9- 



Monographische TJebersicht der Mecopodiden. 



199 



Long, corporis . ... 30 mm Long, femorum posticorum 25 mm 

„ pronoti ^'S „ « corporis cum elytr. $ 53 „ 

„ elytrorum . ... 34 „ 

Segestes vittaticeps Stäl, Orthoptera nova ex Insulis Philippinis (Oefvers. 
af Kongl. Svenska Vetensk. Akad. Förhandl., Nr. 10, p. 45). 
Patria: Philippinen (Stäl, Coli. Brunner). 

2. Segestes punctipes ra. 

Flavescens, praecedenti simillimus. Elytra ramo radiali unico ante 
apicem ipsum emisso. Pedes parce pilosi. Femora 4 antica suhtus inermia, 
postica suhtus basi infuscata, apicem versus utrinque spinis fuscis, basi fusco- 
cinctis armata, ante apicem ipsum area geniculari nigra ornata. Tibiae inter- 
mediae superne intus spinulis 2 subapicalibus instructae. Lamina subgenitalis 9 
triangularis, elongata, acuminata, apice incisa, lobis angustis acuminatis. Ovi- 
positor leviter incurvus. 9- 

9 9 

Ljong. corporis . ... 38 mm Long, femorum posticorum 33 mm 

„ pronoti ö'7 „ „ ovipositoris . . . . 26 „ 

„ elytrorum . . . . 40 „ 

Patria: Philippinen (Coli. Brunner). 

3. Segestes imicolor m. 

Praecedenti simillimus, flavescens. Elytra ramis radialibus tribus, primo 
paullo pone medium emisso. Antennae remote et dilute fusco-annulatae. Femora 
antica suhtus in latere interno spinis 3 — 4, intermedia extus spinulis 1 — 2, 
postica suhtus unicolora, spinis utrinque compluribus, apice tantum fuscis. 
Tibiae intermediae superne intus spinulis 2 — 3 instructae. Lamina subgeni- 
talis 9 brevis, apice rotundato-truncata, in medio vix incisa. Ovipositor 
rectus. 9- 

9 , 9 

Long, corporis . ... 39 mm Long, femorum posticorum 29'5mm 

„ pronoti 67 „ „ ovipositoris . . . 27 „ 

„ elytrorum . ... 49 „ 

Patria: Pelew-Insel (Coli. Brunner). 

4. Segestes fuscus m. 

Praecedentibus simillimus. Fusca, unicolor. Antennae fusco-nigrae, basi 
pallidiores. Frons cum venire pedibusque colore pallidiore, testaceo. Elytra 
ramis radialibus duobus, primo multo pone medium emisso. Alae griseae. 
Pedes parce pilosi. Femora antica suhtus in latere interno spinulis 3, inter- 
media inermia, postica utrinque spinis compluribus nigris. Tibiae intermediae 
superne spinis 6 instructae. Lamina subgenitalis 9 ovalis, apice triangu- 
lariter excisa, lobis apice rotundatis. Ovipositor rectus, sensim acuminatus, 
fuscus. 9 • 



200 



Josef Redtenbacher. 



9 




Long, corporis 
„ pronoti . 



45 mm 
6-3 „ 



„ elytrorum . ... 50 „ 

Patria: Philippinen (Je. k. Hofmuseum Wien). 
5. Segestes decoratus m. (Fig. 4.) 

Statura majore. Viridi-flavescens vel olivaceus, antennis, venire pedi- 
husque flavescentibus. Palpi aurantiaci. Pronotum rugosum, margine inferiore 
lohorum lateralimn, interdum Tinea quoque intermedia dorsali croceis. Elytra 
area anali necnon margine postico laete viridi vel citrino, ramis radialihus 2 
ante apicem emissis. Pleurae meso- et metathoracis croeeo-rugosae. Pedes parce 
pilosi. Femora 4 anteriora antice spinulis 2, postica subtus aurantiaca vel 
cinndbarina, geniculis interdum nonnihil infuscatis. Tibiae intermediae superne 
intus spinulis compluribus. Lobi geniculares femorum posticorum Spina majore 
fusco-nigra necnon 1 — 2 minoribus instructi. Lamina subgenitalis stylis 
brevissimis. Lamina subgenitalis 9 longitudinaliter sulcata, apice nonnihil 
emarginata. Ovipositor rectus, apicem versus ferrugineus. q, 9 - 



Generi praecedenti similis. Statura multo robustiore. Fastigium verticis 
angustum, acuminatum, superne sulcatum. Pronotum leviter rugosum, margine 
antico rotundato, postico truncato, carinis lateralibus nullis; lobi laterales 
altiores quam lati, margine infero angulato, sinu humerali distincto. Elytra 
longa, in medio latiora, apice rotundata, venis radialibus basi contiguis, a mMio 
sensim diver gentibus, ramo radiali in medio emisso, campo anali in convexo, 
inflato. Prosternum bispinosum. Meso- et metasternum planum; ille lobis apice 
tuberculatis, diver gentibus, hoc lobis obtusis, contiguis. Femora 4 antica in 
latere anteriore subtus spinulis 1 — 3, postica utrinque spinis compluribus ar- 
mata. Lobi geniculares femorum 4 anticorum apice spinula brevissima vel sub- 
obsoleta, femorum posticorum Spina longiore instructi. Tibiae 4 anticae in latere 
posteriore tantum superne spina apicali armatae; anticae superne sulcatae, in- 
ermes, tympano extus conchato, intus aperto; tibiae intermediae superne intus 
spinis compluribus parvis. Cerci valde incurvi, sensim acuminati, apice ipso 
mucronati. Lamina subgenitalis ^ valde elongata, apice profunde excisa, stylis 
minimis instructa. Ovipositor subrectus, sensim acuminatus. 

Moristus Stäl, 1873, Orthoptera nova (Oefvers. af Kongl. Svenska Vetensk. 
Akad. Pörhandl., Nr. 4, p. 47). 



Long, corporis . . 52 55 mm 
„ pronoti . . 7'5 8'3 „ 
„ elytrorum . 59'5 69 5 „ 



9 




Patria: Neu- Guinea (Coli. Brunner). 



8. Gfeiius. Moristus Stäl. 



Monographische Uebersicht der Mecopodiden. 



201 



Moristus Stäl, 1874, Recensio Orthopterorum, II, p. 67, 95. 

Moristus Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., Bd. 36, Heft II, S. 343. 

Diese Gattung ist, wie die vorhergehende, durch das aussen nur halb, innen 
ganz offene Tympanum der Vorderschienen ausgezeichnet, unterscheidet sich jedoch 
von letzterer durch die abweichende Bildung der Enddornen an den vier Vorder- 
schienen. 

Dispositio specierum. 

1. Minor, gracilior. Meso- et metasternum parum latius quam longum. 

1. M. nubilus Stäl. 

1 1. Major, robustior. Meso- et metasternum transversum, multo latius quam 
longum 2. M. coriaceus L. 

1. Moristus nubilus Stäl. 

Minor. Fusco-griseus vel fusco-testaceus. Elytra latiora, maculis obso- 
letis fuscis nebulosa. Alae angustiores et longiores. Meso- et metasternum 
parum latius quam longum. Lamina subgenitalis cT angustior. Lamina sub- 
genitalis 9 apice vix excisa. Ovipositor apicem elytrorum haud superans, leviter 
sed distincte incurvus. cT, 9 . ^ ^ 

Long, corporis . .... 55 — 60 50 — 70 mm 

„ pronoti SS— 10 SS— 10 5 „ 

„ elytrorum . ... 73 —80 77 —86 „ 
„ femorum, posticorum . 40 — 45 40 — 48 „ 
„ ovipositoris .... — 31 — 43 „ 

Moristus nubilus Stäl, 1874, Recensio Orthopterorum, p. 96. 
Patria: MoluJcIcen, Aru- und Key-Inseln (Coli. Brunner), Java ß: k. Hof- 
museum Wien). 

2. MoHstus coriaceus L. 

Praecedente robustior. Viridis vel fusco-testaceus, capite, ventre pedibus- 
que saepe flavescentibus. Elytra immaculata, vel dilute pallide nebulosa. Alae 
breviores. Meso- et metasternum transversum, multo latius quam longum. 
Lamina subgenitalis ^ latior. Lamina subgenitalis 9 apice distincte triangu- 
lariter emarginata. Ovipositor longior, fere rectus, apicem elytrorum valde 
superans. (f, 9- ^ ^ 

Long, corporis 60 — 65 76 — 80 mm- 

„ pronoti 10—11 11-5— 12 5 „ 

„ elytrorum 80 82 —86- „ 

„ femorum posticorum .45 50 — 51 „ 

„ ovipositoris .... — 46 — 50 „ 

Gryllus coriaceus Linne, 1758, Systema naturae, ed. X, 1, p. 430. 

Gryllus coriaceus Linne, 1764, Mus, S. R. M. Lud. Ulr. Reg. etc., p. 136. 

Gryllus coriaceus Stoll, 1815, Representation etc., PI. X a, Fig. 39, 40. 

Moristus coriaceus Stäl, 1874, Recensio Orthopterorum, p. 95. 

Patria: MoluTcken, Amboina (Coli. Brunner, k. k. Hofmuseum Wien). 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 26 



202 



Josef Redtenbach er. 



9. Grenus. Pseudophyllanaoö Walker. (Fig. 5.) 

Statura robustissima. Fastigium verticis conicum, apice leviter sulcatum, 
obtusum. Genae utrinque carina longitudinali obtusa. Pronoti dorsum teres, 
in medio ohtuse longitudinaliter sulcatum, sulco utrinque carina longitudinali 
rugoso-granulata incluso, superea sulcis 2 transversis distinctis, mesozona leviter 
rugßsa, margine antico pronoti rotundato, postico truneato, in medio nonnihil 
emarginato, angulis lateralibus punctatis; lobi laterales altiores quam lati, 
margine infero obtusangulo, angulo antico in dentem producto, sinu humerali 
parum profundo. Elytra lata, abdomen valde superantia, apice latissima, 
rotundata, venis radialibus contiguis, ramo radiali prope medium emisso, vena 
ulnari antice ramos 2 subparallelos emittente, ramo primo (vena discoidali) 
usque ad apicem, ramo secwrido (vena ulnari) in marginem posticum perducto. 
Alae latissimae, pellucidae, antice coriaceae, virescentes. Prosternum bispinosum. 
Meso- et metasternum latissimum, transversum, postice in lobos 2 late triangu- 
läres, divergentes productum. Femora 4 antica superne nodulosa, subtus in 
latere antico tantum spinis 1 — 2 armata; femora postica superne leviter nodu- 
losa, subtus utrinque spinosa. Lobi geniculares omnes apice in spinas 2—3 
producti, lobo externo tantum femorum anticorum unispinoso. Tibiae omnes 
superne spinis apicalibus 2 instructae; anticae superne planae, inermes, tympano 
utrinque aperto; tibiae intermediae superne intus spina unica subbasali armatae. 
Lamina subgenitalis ^ valde elongata, apice profunde triangulariter excisa, 
lobis angustis, acuminatis, apice stylis minimis instructa. Cerci crassi, 
apice valde incurvi, apice ipso bimucronati. Lamina subgenitalis 9 triangu- 
laris, apice triangulariter excisa. Ovipositor rectus, basi incrassatus, apicem 
versus sensim angustatus et acuminatus. 

Pseudophyllanax Walker, 1869, Catalogue etc., II, p. 398. 

Platyphyllum Warion, 1876, Description d'uue nouvelle espece d'Orthopteres. 

Diese Gattung zeichnet sich aus durch die gewaltige Körpergrösse, sowie 
durch die breiten Vorderflügel, deren Ulnarader in zwei lange parallele Aeste 
ausläuft, deren vorderer bis zur Flügelspitze zieht, während der hintere vor der- 
selben in den Hinterrand mündet. 

Speeles unica. 
Pseudophyllanax insularis Walker. 

Viridis vel ferrugineo-flavescens, capite, ventre pedibusque saepe pallidiori- 
bus. Elytra campo discoidali huc illuc maculis varicosis obsito, campo tym- 
panali in intus valde dilatato. Ovipositor ferrugineus. cf, 9- 

c? 9 

Long, corporis 62 68 — 85 mm 

„ pronoti WS WS— 19 „ 

„ elytrorum 61 100 —105 „ 

„ femorum posticorum . . 34'5 48 — 51 „ 

„ ovipositoris — 43 — 44 „ 



Monographische üebersicht der Mecopodiden. 



203 



Pseudophyllanax insularis W^lkei-, 1869, Catalogue etc., II. p. 398. 

Platyphyllum giganteiim Warion, 1876, D.escription d'une nouvelle espece 
d'Orthopteres, p. 27, Fig. 9 • 

Platyphyllum giganteum Lucas, 1877, Bull. Annal. de la Soc. Entom. de 
France (5), VII, p. XX. 

Patria: Neu-Caledonien (Coli. Brunner, k. k. Hofmuseum Wien), Isle of 
Pines (Walker, Warion). 

Die Art lebt auf Cocospalmen {Cocos nucifera L.), deren Blätter sie mit 
Begierde verzehrt. 

II. Mecopodini. 
10. Gfeniis. Wiammatopoda m. (Fig. 6.) 

(^a[jL[j.a — filum; tou? — pes.) 

Statura gracili. Antennae longissimae. Fastigium verticis articulo prima 
antennarum haud latius, apice per sulcum longitudinalem in tuberös 2 divisum, 
subtus per carinam longitudinalem cum fastigio frontis conjunctum. Pronoti 
dorsum teres, rugosum, margine antico rotundato et in medio tuberculato, 
margine postico truncato, sulcis 2 transversis distinctis, mesozona utrinque 
tuherculis altiorihus 2, metazona utrinque tuberculo unico instructis; lobi late- 
rales margine infero truncato, angulo antico et postico truncato, simu humerali 
nullo. Prosternum bispinosum. Meso- et metasternum utrinque in spinam 
erectam productum. Pro- et mesothorax utrinque supra coxas in tuberculum 
conicum productus. Coxae anticae superne in spinam, coxae 4 posticae subtus 
in tuberculum acuminatum productae. Elytra alaeque nullae. Pedes longissimi, 
gracillimi. Lobi geniculares femorum omnium in spinam producti. Femora 
antica subtus utrinque, intermedia extus tantum spinosa. Tibiae anticae superne 
sulcatae, utrinque spinulis 4 instructae, foraminibus utrinque apertis; tibiae 
intermediae superne sulcatae, utrinque spinulis nonnullis armatae. Femora 
postica valde elongata, basi vix incrassata, dimidia parte basali superne obtuse 
tuberculata, subtus utrinque spinis compluribus. Cerci cT valde incurvi, apice 
mucronati. Lamina subgenitalis q elongata, apice valde et profunde excisa, 
lobis angustis, acuminatis, apice extus oblique truncatis, illucque stylis minimis 
instructa, propterea quasi bifida. 

Die langen, dünnen Beine, welche diese Gattung auszeichnen, geben dem 
Thiere ein fast spinnenartiges Aussehen; eigenthümlich sind ferner die zapfen- 
förmigen Fortsätze an den Seiten der Vorder- und Mittelbrust. 

Species unica. 
Rhammatopoda opilionoides m. 

Viridis. Antennae ferrugineae, basi flavae, apicem versus fuscae. Abdomen 
ferrugineo-flavescens, segmentis omnibus ante apicem dilute fusco-limbatis. Venter 

26* 



204 



Josef Redtenbacher. 



flavescens. Femora omnia subtus infuscata, spinis pallidis armata, apice cum 
hasi tibiarum flava. Spinae tibiarum omnes fuscae. cT. 

Long, corporis . ... 13 mm Long, femorum anticorum 16'4 mm. 

„ pronoti ^'9 „ „ „ posticorum 27'5 „ 

Patria: Peru (Coli. Brunner). 

11. Greniis. Encentra m. (Fig. 7.) 

(eyxsvTpo? — spinosus.) 

Fastigium verticis decUvum, articulo primo antennarum nonnihil an- 
gustius, per sulcum longitudinalem in tuberculos 2 divisum, antice per carinam 
obliqumm longitudinalem cum fastigio frontis conjunctum. Pronoti dorsum 
teres, rugosum, sulcis 2 transversis profundis; prozona margine antico rotun- 
dato, in tuberculos 3 elevatos producto, meso- et metazona spinis 4 erectis, Seriem 
transversam curvatam formantibus instructis, margine postico rotundato-truncato, 
in medio tuberculato. Elytra et alae nullae. Prosternum bispinosum; meso- 
et metasternum utrinque in spinam elevatam productum. Prothorax utrinque 
supra coxas anticas spina instructus. Pedes 4 antici in exemplo nostro desumt. 
Coxae omnes subtus in tuberculum productae, anticae superne dente vel spina 
incurva instructae. Pedes postici valde elongati; femora postica basi distincte 
incrassata, lobis genicularibus utrinque unispinosis, superne spinis vel dentibus 
validis, incurvis, in series tres dispositis, subtus utrinque spinis compluribus 
validis instructa. Lamina subgenitalis $ triangularis, acuminata, carinata. 
Ovipositor latus, sensim incurvus et acuminatus. 9 • 

Diese Gattung ist ausgezeichnet durch die Dornen auf dem Pronotum und 
auf der Oberseite der Hinterschenkel. 

Species unica. 
Fnicentra longipes m. 

Ferrugineo- vel testaceo-flavescens. Spinae femorum posticorum basi dilute 
fusco-circumdatae. Ovipositor virescens, basi fuscescens. $. 

9 9 

Long, corporis .... 15' 5 mm Long, femorum postic. . 28 7 mm 

„ pronoti 4 „ „ ovipositoris . . . 13 „ 

Patria: Medellin (Coli. Brunner). 

12. Gfenus. Leproscirtus Karscli. (Fig. 8.) 

Fastigium verticis articulo primo antennarum multo latius, apice obtusum 
et leviter transversa carinatum, per sulcum longitudinalem in tuberös 2 laterales 
divisum, cum fastigio frontis contiguum. Corpus omnino scabrum, dense granu- 
latum. Pronoti dorsum teres, margine antico rotundato, postico truncato, sulcis 2 



Monographische Uebeisicht der Mecopodiden. 



205 



transversis, carinis lateraUhus nullis vel postice tantum levissime indicatis; lobi 
laterales pronoti subtus late truncati, angulo antico recto, postico rotundato, 
sinu humerali nullo. Elytra alaeque squamiformia ; elytrum sinistrum cf 
inflatum, coriaceum, fortiter rugoso-punctatum, 9 parvum, squamiforme, saepe 
ohliteratum. Prosternum hispinosum, spinis valde remotis. Meso- et metasternum 
transversum, leviter lohatum, lobis lateralibus postice leviter conico-productis. 
Abdomen compressum, dorso carinato, serrato-dentato. Coxae anticae superne 
Spina armatae. Femora 4 antica subtus levissime serrulata; femora postica 
dense granulata, basi valde incrassata, superne uniseriatim spinosa, subtus 
utrinque spinosa. Tibiae anticae superne sulcatae, inermes, foraminibus utrinque 
apertis; tibiae intermediae superne intus spinulis perpaucis, subobliteratis. Lobi 
geniculares interni femorum 4 posticorum spina longiore instructi, ceteri inermes. 
Lamina subgenitalis cT apice late emarginata et in medio triangulariter incisa, 
utrinque stylo minimo instructa. Cerci cT breves, apice valde incurvi, apice 
ipso bimucronato. Ovipositor laevis, parum incurvus, apicem versus sensim 
acuminatus et angustatus. 

Leproscirtus Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., Bd. 36, Heft II, 
S. 328 und 344. 

Euthypoda Karsch, olim. 

Der kammförmig gezackte Hinterleib, die fast kreisrunden derben Ober- 
flügel und die Dornen auf der Oberseite der Hinterschenkel lassen diese Gattung 
leicht erkennen. 

Speeles unica. 
Leproscirtus granulosiis Karsch. 

Fusco-griseus vel fusco-testaceus. Frons, genae, clypeus, margo inferior 
loborum lateralium pronoti necnon pleurae mesothoracis flavae et nitidae. Tibiae 
posticae ferrugineae. cf^, $. 

9 9 

Long, corporis . . . 24 31 mm Long, femorum post. 23 26 8 mm 
„ pronoti . . . 5 6 „ „ ovipositoris . — 15 „ 

„ elytrorum . . 7 — 2 „ 

Leproscirtus granulosus Karsch, 1891, 1. c, S. 329, Fig. 3 — 4. 

Euthypoda granulosa Karsch, 1886, Berliner Entom. Nachr., XII, S. 316. 

Euthypoda granulosa Karsch, 1888, ibid., XIV, S. 147. 

Patria: WestafriJca, Kualco bis Kimpoho (Karsch), Gaboon ( Coli. Brunner). 

13. Grenus. Apteroseirtus Karsch. 

Corpus subteres, glaberrimum, laevissimum, nitidum, densius impresso- 
punctatum, segmentis abdominalibus dorso carinula longitudinali laevigato in- 
structis. Fastigium verticis convexum, antice truncatum, articulo primo anten- 
narum latius, per sulcum longitudinalem in tuberös 2 laterales divisum, a 
fastigio frontis sulco transverso, lato, profundo divisum. Pronotum teres 



206 



Josef Kedtenbacher. 



convexum, postice truncatum; löbi laterales margine inferiore rotundato, angulo 
antico et postico rotundato, sinu humerali nullo. Prosternum spinis 2 valde 
distantihus; meso- et metasternum transversum, leviter lohatum, lohis lateralibüs 
rotundatis. Elytra cT pronoto suhaequilonga vel nulla, 9 Cornea, lohiformia, 
minima vel nulla. Pedes longi, graciliores. Femora 4 antica suhtus inermia, 
postica hasi valde incrassata, suhtus utrinque spinis raris vel suhnullis. Lohi 
geniculares interni femorum 4 posteriorum apice spina hrevi incurva instructi, 
ceteri inermes. Tibiae 4 anticae superne inermes vel raro-spinulosae, posticae 
superne tertia parte basali inermes, dehinc spinis compluribus sat validis armatae. 
Cerci cT breves, parum incurvi; lamina subgenitalis apice ßssa, stylis nullis. 
Ovipositor pronoto duplo longior, parum incurvus, laevissimus, apice acutus, 
valvulis inferioribus subtus apicem versus serrulatis. 

Äpteroscirtus Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., Bd. 36 Heft II, 
S. 330 und 345. 

Euthypoda Karsch olim. 

Diese Gattung ist mir nur aus der Abbildung und Beschreibung von 
Karsch bekannt. 

Dispositio specierum. 

1. Elytra et alae subnullae. Femora postica subtus in latero interno inermia. 

1. A. inalatus Karsch, 
1 1. Elytra et alae nullae. Femora postica utrinque spinulosa. 

2. A. denudatus Karsch. 

1. Äpteroscirtus inalatus Karsch. 

Luteo-fuscus, nitidus. Elytra abbreviata, in cT pronoti longitudinem sub- 
aequantia, rotundata, in Q brevissima. Alae subnullae. Pedes longiores. Femora 
postica valde incrassata, subtus in latere externo tantum spina unica subapicali 
instructa. cf, 9- 

Long, abdom. . . . 13 19 mm Long, femorum post. 31 35 5 mm 
„ pronoti ... 6 7'5 „ „ ovipositoris . — 27 „ 

„ elytrorum . . 6 4 „ 

Äpteroscirtus inalatus Karsch, 1891, 1. c, S. 342. 
Euthypoda inalata Karsch, 1886, 1. c, Bd. 30, S. 117. 
Patria: Westafrika, Cinchoxo, Kuaho bis Kimpoko (Karsch). 

2. Äpteroscirtus denudatus Karsch. 

Fusco-testaceus, flavovariegatus. Elytra alaeque nullae. Femora postica 
subtus in margine exteriore spinis 4 — 5, interiore spinis 2 — 3 armata. Tibiae 
anticae annulo basali flauo, lateribus pone foramina flavis, margine inferiore 
fusco-maculatae. rT, 9- 

cf 9 9 

Long, corporis . . . 33 33 mm Long, femorum postic. . 35 35 mm 
„ pronoti ....66,, „ ovipositoris . . — 50 „ 

Patria: Kamerun, Barombi- Station (Karsch). 



Monographische üebersicht der Mecopodiden. 



207 



14. Greuus. Characta in. (Fig. 9.) 

(^apay.Toi; — incisus.) 



Fastigium verticis articulo primo antennarum angustius, superne sul- 
catum, apice hituberculatum, cum fastigio frontis haud contiguum. Pronoti 
dorsum planum, carinis lateralibus acutis, per sulcos 2 transversos bis profunde 
incisum; prozona antici nonnihil emarginata, postice rotundata, angulo laterali 
postico dentato; mesozona utrinque denticulata, metazona angulo antico sub- 
dentato, margine postico rotundato, in medio dente elevato instructo. Lobi 
laterales pronoti subtus truncati, angulo antico acuto, denticulato. Elytra 
apicem versus dilatata, apice rotundata, venis radialibus in dimidia parte 
basali contiguis, dehinc divergentibus, ramo radiali pone medium emisso. Alae 
longissimae. Femora 4 antica elongata, gracilia, antica subtus in latere in- 
teriore ante apicem dentibus 3 validis instructa, intermedia subtus inermia, 
postica basi incrassata, superne spinis compluribus validis armata, subtus 
utrinque spinosa. Lobi geniculares omnes apice in spinam producti. Tibiae 
anticae superne sulcatae, utrinque spinis 4 instructae, foraminibus semiapertis, 
conchatis; tibiae posticae quadriseriatim spinosae, superne spinis numerosioribus. 
Prosternum bispinosum; meso- et metasternum lobis ovatis, apice in spinam 
productis. Lamina subgenitalis 9 rotundata, apice nonnihil incisa. Ovipositor 
sensim et sat incurvus, apice acuminatus. 

Diese Gattung erinnert durch den Habitus und die Dornen auf der Ober- 
seite der Hinterscbenkel an Mecopoda cyrtoscelis Karsch, unterscheidet 
sich aber von derselben wesentlich durch die scharfen, zweimal tief eingeschnitte- 
nen Seitenkiele des Pronotums, durch die Form des Scheitelgipfels, sowie durch 
längere Vorder- und Mittelbeine und durch die stärker gekrümmte Legescheide. 



Characta bituberculata m. 

Fusca. Vertex cum fastigio frontis pallidus. Elytra in tertia parte 
apicali macula magna pallida signata. Alae sordide testaceae. Femora postica 
utrinque nigro-punctata. Ovipositor basi palUdior, apicem versus ferrugineo- 
castaneus. 9 • 



Speeles unica. 



Lo7ig. corporis 40 mm Long. 

„ pronoti „ „ 

„ elytrorum .... 57 „ 
Patria: Borneo, Matang (Mus. Budapest). 




15. Gfenus. Maerolyristes Snellen Tan Voll. 



Corpus robustum. Fastigium verticis antice per sulcum profundum in 
protuberantias duas divisum. Pronoti dorsum planum, postice rotundatum, 



208 



Josef Redtenbacher. 



retrorsum valde ampliatum, carinis lateralihus acutis, dentatis, sulcis 2 trans- 
versis modice profundis. Elytra lata, lanceolata, apice oblique truncata, acumi- 
nata, campo anali in valde dilatato. Frosternum Mspinosum; meso- et 
metasternum hilohatum, lohis apice in spinam productis. Femora postica basi 
parum incrassata, suhtus utrinque spinosa. Lohi geniculares omnes axnce in 
spinam producti. Cerci cf parum incurvi, longi. Lamina subgenitalis 
elongata, profunde excisa. Ovipositor sensim incurvus et acuminatus. 

Macrolyristes Snellen van Voll., 1865, Tijdschr. voor Entomologie, VIII, 
p. 106, PI. VII, Fig. 1, 2. 

Diese Gattung ist mir nur aus der citirten Besclireibung bekannt. 

Species unica. 
Macrolyristes Imperator Siielleu van Toll. 

Viridis. Antennis fulvis, longissimis, apicem versus obscurioribus. Carinis 
pronoti et elytrorum maculis irregulariter positis fuscis. Alae pellucidae, viridi- 
nervosae. Ovipositor fusco-marginatus. cj\ 9- 

Long, corporis 66 mm, cum pedibus 175 mm, expans. elytr. 220 mm, 
long, ovipositoris 22 mm. 

Macrolyristes imperator Snellen van Voll, (nee Walker), 1865, 1. c, p. 108, 
PI. VII, Fig. 1, 2. 

Patria: Java, Borneo (Snellen van Voll). 

16. Greniis. Acridoocena White. 

Caput magnum. Fastigium verticis latum, transversum, obtusum, a fastigio 
frontis sulco subtili divisum. Pronotum sellaeforme, in medio valde constrictum, 
sulcis duobus transversis approximatis, pro- et metazona elevatis, latere utrinque 
carinatis, 6 — 7 spinosis, margine antico rotundato, postico rotundato-truncato. 
Prosternum bispinosum. Elytra lata, perpendicularia, abdomine breviora, folium 
mortuum imitantia, margine antico ante apicem eroso, vena radiali elevata. 
Alae elytra super antes, margine antico emarginato, apice prominente coriaceo. 
Femora 4 antica subtus serrato-dentata, antice ante apicem in lobum latum, 
dentatum dilatata. Femora postica basi parum incrassata, elongata, subtus 
utrinque spinosa, lobis genicularibus utrinque in spinam longiorem productis. 
Tibiae 4 anteriores (inprimis anticae) basi valde dilatatae et dentato-spinosae, 
superne sulcatae; tibiae posticae basi nonnihil incrassatae. Segmenta dorsalia 
abdominis postice in dentem producta. Cerci validi, basi crassi et rugosi, 
apicem versus incurvi et acuminati, apice ipso bidentati. Lamina subgenitalis 
ante apicem dilatata, apice profunde triangulariter excisa. Ovipositor brevis, 
latus, valde incurvus, a medio sensim acuminatus. 

Acridoxena White, 1865, Proc. of the R. Phys. Soc. of Edinb., III, p. 309. 

Stälia Scudder, 1875, Proc. of the Bost. Soc. of Nat. Hist., XVII, p. 454. 

Eustälia Scudder, 1879, 1. c, XX, p. 95. 



Monographische Uehersicht der Mecopodiden. 



209 



Eustälia Karsch, 1886, Berliner Entomol. Zeitschr., XXX, 1, S. 108. 
Eustälia Karsch, 1891, 1. c, XXXVI, 2, S. 346. 

Eustälia Karsch, 1886, Berliner Entomol. Nachr., XII, Nr. 10, S. 145. 
Diese durch die Bildung des Halsschildes, der Flügel und Beine höchst 
auffallende Gattung ist mir nur aus den erwähnten Beschreibungen bekannt. 

Speeles unica. 
Acridoxena hewaniana White. ^) 

Obscure fusco-testacea. Äntennae basi excepta nigrae. Lobi laterales 
pronoti necnon pleurae meso- et metathoracis testaceae. Alae atrocoeruleae, apice 
fuscae. Femora fusco-testacea, fusco-conspersa. Tibiae in medio paUidiores. 
Spinae omnes apice nigrae. Tarsi fusci. Abdomen nigrascens. Ovipositor rugu- 
losus, obscure fusco-testaceus. , 9 • 

9 9 

Long, corporis . . 44 55 mm Long, femor. postic. 39 5 44'5mm 

„ elytrorum . . 26 3 35 5 „ „ ovipositoris . — 14 5 „ 

Acridoxena hewaniana White, 1865, Proceed. of the Royal Physical Soc. 
of Edinb,, III, p. 310. 

Stälia foliata Scudder, 1875, Proc. of the Bost. Soc. of Nat. Eist., XVII, 
p. 456, Fig. 3—5. 

Eustälia foliata Scudder, 1879, 1. c, XX, p. 95. 

Eustälia foliata Karsch, 1886, Berliner Entomol. Nachr., XII, Nr. 10, 
S. 145, Fig. cT. 

Patria: Old-Calabar (Scudder), Gaboon (Karsch). 

17. Grenus. Vetralia Walker. 

Fastigium verticis latiim transversum, apice truncatum., leviter sulcatum, 
a fastigio frontis sutura transversa divisum. Pronoti dorsum planum, totum 
rugosum, margine antico truncato-emarginato, margine postico rotundato-trun- 
cato, carinis lateralibus distinctis, per sulcos 2 transversos interruptis ; lobi 
laterales subtus rotundato-truncati, sinu humerali subnullo. Elytra brevia, 
abdomen parum superantia, apicem versus dilatata, apice oblique rotundato- 
truncata, vena radiali pone medium subito antrorsum vergente, venis radiali- 
bus basi remotis, dehinc contiguis, campo anali triangulari, margine postico 
(superiore) pone eum transverse impresso, dehinc subito ampliato. Prosternum 
bispinosum; lobi meso- et metasternales ovales, apice in spinam, angulo antico 
utrinque rotundato-producti. Femora antica subtus antice Spina 1 subapicali 
instructa, intermedia inermia, postica basi modice incrassata, subtus utrinque 
6 — 7 spinosa. Lobi geniculares omnes in spinam producti. Tibiae 4 anticae 

1) Bei Kirhy (Trans. Entom. Soc. London, III, Oct., p. 410) ist bei der Species als Autor- 
name „Smith" angegeben, was wohl auf einem Irrthum beruhen dürfte ; der oben angeführte Band 
der Proceed. of the Royal Physical Soc. of Edinb. stand mir nicht zu Gebote. 

Z. B, Ges. B. XLII. Abb. 27 



210 



JosefRedtenbacter. 



superne sulcatae, utrinque spimdosae, foraminibus apertis. Cerci cf conici, 
apice incurvi et mucronati. Lamina suhgenitalis cT elongata, profunde triangu- 
lariter excisa, stylis nullis. 

Vetralia Walker, 1869, Catalogue etc., II, p. 391. 

Mecopoda (Euthypoda) Karsch, 1886, Berl. Entom. Zeitschr., XXX, S. 115. 

Speeles unica. 

Vetralia quadrata Walker. 

Viridis, capite venire pedibusque flavescentibus. cj". 



Vetralia quadrata Walker, 1869, 1. c, p. 392. 

Euthypoda (Mecopoda) difformis Karsch, 1886, 1. c, S. 115, Taf. IV, Fig. 1. 
Patria: Ceylon (Walker, Karsch, Coli. Brunner). 



Fastigium verticis latissimum, postice subconvexum, antice transverse 
carinato-truncatum, declivum, a fastigio frontis sulco subtili divisum. Pronoti 
dorsum planum, in medio nonnihil concavum, margine antico rotundato-truncato, 
margine postico rotundato-producto, totum rugoso-punctatum, carinis laterali- 
bus plus minusve distinctis, per sulcos 2 transversos subtiles bis incisis; lobi 
laterales angulo antico recto, subdentato, angulo postico rotundato, sinu humerali 
distincto. Elytra latissima, femora postica valde superantia, pone campum 
analem transverse impressa, apice oblique truncata, angulis rotundatis, venis 
radialibus contiguis, a medio subito diver gentibus, vena ulnari (antica) usque 
ad apicem perducta, cum ramis radialibus confusa, area anali in intus 
valde producta, convexa. Alae elytris breviores. Prosternum spinis 2 subcontiguis, 
depressis; meso- et metasternum lobis ovalibus, apice acuminatis. Femora 4 
antica in latere anteriore subtus spinulis nonnullis parvis, postica basi parum 
incrassata, subtus utrinque spinosa. Lobi geniculares femorum 4 pssticorum 
tantum intus in spinam brevissimam incurvam producti. Tibiae 4 anticae 
superne sulcatae, utrinque spinulosae, foraminibus apertis. Cerci cf apicem 
versus sensim acum-inati et incurvi, apice ipso mucronati. Lamina sub genitalis cf 
lata, elongata, apice profunde triangulariter excisa, stylis minimis instructa. 
Ovipositor parum incurvus, apicem versus sensim acuminatus, marginibus 
laevissimis, 

Anoedopoda Karsch, 1891, 1. c, XXXVI, 2, S. 333 und 346. 
Mecopoda Karsch olim, Burmeister etc. 

Die Gattung hat den Habitus von Mecopoda, ist jedoch durch die schwach 
verdickten Hinterschenkel und das Geäder der Flügeldecken leicht von letzterer 
zu unterscheiden. 




Long, corporis . 
„ pronoti . 



20 —22 mm 
5-7-6 „ 



18. Crenus. Anoedopoda Karsch. 



Monographische Uebersicht der Mecopodiden. 



211 



Dispositio specierum. 

1. Carinae laterales pronoti rotundatae 1. An. lamellata L. 

11. Carinae laterales pronoti acutae 2. An. erosa Karsch. 

1. Anoedopoda lamellata L. 

Lurida, fusco-conspersa. Antennae testaceae, dilute et irregulariter fusco- 
annulatae. Carinae laterales pronoti ohtusiores, rotundatae. Elytra saepe in 
area discoidali niaculis complurihus vitreis, hasi fusco-maculatis ornata. Tibiae 
cum apice femorum omnium pallidiores, testaceae. Ovipositor fuscus. , 9 • 

Long, corporis . . . 32 39 mm Long. fem. postie. 33 35' 5 mm 

„ pronoti . ... 9 10 „ „ ovipositoris . — 21 — 22 „ 

„ elytrorum . , . 52 56 „ 
- Gryllus lamellatus Linne, 1758, Systema naturae, I, p. 429. 
Gryllus lamellosus Linne, 1764, Mus. S. E, M. Lud. Ulr. Keg. etc., p. 128. 
Mecopoda lamellosa Stäl, 1874, Eeeensio Orthopterorum, II, p. 48. 
Mecopoda latipennis Burmeister, 1839, Handbuch der Entomol., II, S. 686. 
Mecopoda latipennis Bolivar, 1890. Ortöpteros de Afrika del Museo de 
Lisboa, IIL .p. 221. 

Patria: Port Natal (Karsch, Burmeister, k. Je. Hofmuseum Wien, Coli. 
Brunner), Zulu, Zanzibar, Kilimandscharo (Coli. Brunner), Sierra Leone 
(Linne), Lndia (?) (Linne). 

2. Anoedopoda erosa Karsch. 

Praecedenti simillima. Biffert statura majore, graciliore, carinis laterali- 
hus pronoti acutis, productis, bis profunde incisis. 9 • 

9 9 

Long, corporis . ... 43 mm Long, femorum posticorum 42'5 mm 

„ pronoti ^^'5 „ „ ovipositoris . . . 24 „ 

„ elytrorum . ... 67 „ 

Anoedopoda erosa ' Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., XXXVI, 2, 
S. 334, Fig. 7. 

Patria: Kamerun, Baromhi- Station (Karsch). 

19. Grenus. Mecopoda Serrille. 

Fastigium verticis latum, transversum, haud sulcatum, apice interdum 
transverse carinatum. Pronoti dorsum planum, antice truncatum, postice rotun- 
datum vel leviter et obtuse angulatum, sulcis 2 transversis, carinas laterales 
distinctas bis insecantibus ; lohi laterales multo altiores quam lati, subtus truncati, 
angulo antico subacuto, recto, angulo postico rotundato, sinu humerali distincto. 
Elytra elongata, apicem femorum posticorum attingentia vel superantia, apice 
oblique truncata, pone aream analem transverse impressa, venis radialibus hasi 
contiguis, a medio subito et sensim diver gentibus, vena ulnari antica in marginem 

27* 



212 



Josef ßedtenbacher. 



posticum perducta, cum ramo radiali haud confusa, campo anali in intus 
dilatato, convexo. Älae elytra plerumque nonnihil superantes, apice coriaceae. 
Prosternum hispinosum. Lohi meso- et metasternales ovales, apice acuminati. 
Femora 4 antica in latere anteriore spinulis plerumque nonnullis, postica 
utrinque compluribus armata. Lohi geniculares femorum posticorum utrinque, 
intermediorum intus tantum in spinam brevem producti. Tibiae omnes superne 
sulcatae, utrinque spinosae, anticae foraminibus apertis. Cerci crassi, apice 
incurvi et acuminati, apice ipso bimucronati. Lamina subgenitalis cf elongata, 
apice profunde triangulariter excisa, stylis minimis instructa. Ovipositor rectus 
vel parum incurvus, apicem versus sensim acuminatus. 

Mecopoda Serville, 1839, Hist. nat. des Insectes. Orthop., p. 532. 

Mecopoda Burmeister, 1839, Handbuch, der Entomol., II, S. 685. 

Mecopoda Karsch, 1886, Berliner Entomol. Zeitschr., XXX, 1, S. 108. 

Mecopoda Stäl, 1874, Recensio Orthopterorum, II, p. 47. 

Gryllus Linne, 1758, Systema naturae, ed. X, I, p. 429. 

Gryllus Linne, 1764, Mus. S. R. M. Lud. Ulr. Reg. etc., p. 127. 

Locusta Fabricius, 1793, Entomologia systematica, II, p. 37. 

Conocephalus Thunberg, 1815, Mem. de l'Ac. imp. de St. Petersb., V, p. 279. 

Lucera Walker, 1869, Catalogue etc., II, p. 265. 

Dispositio specierum. 

1. Femora postica superne spinosa vel dentata. 1. M. cyrtoscelis Karsch. 
1 1. Femora postica superne nec dentata nec spinosa. 
2. Fastigium verticis antice transverse carinatum. 
3. Elytra alis breviora. 

4. Suleus transversus frontalis profundus . . 2. M. dilatata m. 

4 4. Suleus transversus subtilis S. M. divergens m. 

3 3. Elytra alis longiora. 

4. Femora 4 antica bispinulosa. Ovipositor abdomine multo longior. 

4. M. Walheri Kirby. 
4 4. Femora antica trispinulosa, intermedia inermia. Ovipositor brevior. 

5. M. platyphoea Walker. 
22. Fastigium verticis antice rotundatum, declivum, haud transverse cari- 
natum Q. M. elongata L. 

1. Mecopoda cyrtoscelis Karsch. 

Fusca vel grisea vel lurida, dilute pallide vel fusco-maculata. Antennae 
pone medium annulis nonnullis albidis. Vertex antice planus, haud rotundatus, 
carina transversa acuta pallida. Pronoti dorsum postice rotundatum vel obtus- 
angulum, carinis lateralibus acutis, profunde bi-incisis. Elytra latiuscula, alis 
parum breviora, pone medium latissima, saepe maculis nonnullis majoribus, 
vitreis vel albidis vel fuscis. Femora 4 antica subtus in latere antico plerumque 
spinulis 2 — 3 nigris, interdum inermia, postica basi valde incrassata, extus 
carina longitudinali acuta, superne serie irregulari dentium vel spinarum in- 



Monographische Uehersicht der Mecopodiden. 



213 



structa. Tibiae 4 anticae siiperne plerumque in utroque latere spinosae. Ovi- 
positor pone hasin nonnihil dilatatus, apice leviter incurvus. " cT, 9- 

<f 9 

Long, corporis .... 25 — 28 33— 37 mm 
„ pronoti .... 65 8'8 „ 

elytrorum .... 50—51 62—72 „ 

„ femorum posticorum 39 46 — 57 „ 

„ ovipositoris ... — 23 — 27 „ 

Mecopoda cyrtoscelis Karsch, 1888, Berliner Entomol. Nachr., XIV, 
Nr. 10, S. 146. 

Mecopoda Karschi Kirby, 1891, Trans. Entom. Soc. London, III, Oct., p.407. 
Mecopoda regina Kirby, 1891, 1. c, p. 408. 

Patria: Segaar-Bay (Karsch), Aru-Inseln, Neu-Britannien ( Coli. Brunner), 
Queensland, DuTce of York Island (Kirhy). 

Diese Art ist durch die Bedornung auf der Oberseite der Hinterschenkel 
ausgezeichnet. Die beiden von Kirby (1. c.) beschriebenen Arten halte ich für 
identisch mit der obigen Art, da die Bedornung an den vier vorderen Schenkeln 
und Schienen variabel ist, auch die übrigen Merkmale nicht scharf genug für 
eine specifische Trennung erscheinen. 

2. Mecopoda dilatata in. 

Mecopodae elongatae L. valde affinis. Fusca. Vorsum verticis et 
pronoti palUdius. Fastigium verticis articulo primo antennarum vix duplo 
latius, apice planum et distincte transverse carinatum, a fastigio frontis per 
sulcum profundum latiorem divisum. Antennae annulis nonnullis albis. Pro- 
notum retrorsum versus valde ampliatum, carinis lateralibus distinctis sed haud 
acutis, profunde bi-incisis. Elytra ampliata, venis radialibus valde flexuosis, 
ramis radialibus 6, area anali ^ pronoto fere duplo longiore, area discoidali 
apice macula magna irregulari vitrea ornata. Femora antica subtus spinulis 2, 
intermedia inermia. Tibiae 4 anticae ferrugineae. cT. 

Long, corporis 42 mm Long, elytrorum . ... 65 mm 

„ pronoti 9 „ „ femorum posticorum . 50 „ 

Patria: Borneo (Coli. Brunner). 

Ausgezeichnet durch die breiten, eigenthümlich gebauten Deckflügel. 

3. Mecopoda divergens m. 

Statu/ra et colore Mecopodae elongatae L. Fastigium verticis apice 
truncatum, planum, distincte transverse carinatum, a fastigio frontis sulco 
subtili divisum. Pronotum breve, carinis lateralibus profunde bi-incisis. Elytra 
apicem versus dilatata, basi macula majore necnon altera minore pellucida, 
venis radialibus flexuosis, ramis radialibtis 2 — 3, ramo primo bi- vel trifurcato. 
Femora 4 antica inermia vel spinula unica minima instructa. Ovipositor sensim 
levissime incurvus, ferrugineus. $. 



214 



Josef ßedtenbacher. 



9 9 

Long, corporis 35 mm Long, femorum postic. . 42 5 mm 

„ pronoti 7 „ „ ovipositoris . . . 27'5 „ 

„ elytrorum . . . . 55 „ 
Patria: ? (Coli. Brunner). 

4. Mecopoda Walheri Kirby. 

Fulva, subtus testacea. Vertex litura nigra quadrata signatus, inter 
antennas transverse carinatus. Elytra alis longiora, lata, subfalcata, fuscescente 
plagiata, nigricante sexmaculata. Femora 4 antica subtus antice bispinulosa. 
Ovipositor fere rectus, abdomine multo longior. 

Long, corporis 18"', expans. elytror. 62"'. 

Mecopoda Walkeri Kirby, 1891, Trans. Entom. Soc. London, III, Oct., p.405. 
Mecopoda imperator Walker, 1870, Catalogue etc., III, p. 458. 
Patria: Philippinen (Walker). 

5. Mecopoda platyphoea Walker. 

Ferruginea. Vertex antice rugulosus et transverse carinatus. Antennae 
fuscae, pallido-annulatae. Elytra alis longiora, lata, perparum falcata. Femora 
antica subtus 3-spinulosa, intermedia inermia. Ovipositor vix arcuatus, abdo- 
minis longitudine. 

Long, corporis 15"', expans. elytror. 50"'. 

Mecopoda platyphoea Walker, 1870, 1. c, p. 458. 

Patria: Ceylon (Walker). 

Die beiden vorhergehenden Arten sind mir nur aus der Beschreibung 
Walk er 's bekannt. Beide zeichnen sich dadurch aus, dass bei ihnen die Deck- 
fltigel im Gegensatz zu allen übrigen Mecopoda-kxiQn länger als die Hinter- 
flügel sind. 

6. Mecopoda elongata L. 

Viridis vel fusco-grisea vel fusco-testacea, nunc unicolor, nunc pallido- 
vel nigro-maculata vel variegata. Fastigium verticis latissimum, articulo primo 
antennarum plus quam duplo latius, apice declivum, haud transverse-carinatum, 
a fastigio frontis sulco transverso subtili divisum. Elytra longitudine variantia, 
saepe in area discoidali maculis magnis vitreis, nigro- vel fusco-plagiatis, alis 
distincte breviora. Femora antica subtus in latere antico plerumque spinulis 1 — 3, 
intermedia plerumque inermia; femora postica superne haud spinosa. Ovipositor 
basi rectus, apice levissime incurvus, ferrugineus. cf, 9- 

9 

Long, corporis 30—42 28—40 mm 

„ pronoti 7 — 10 8— 9 5 „ 

„ elytrorum 37—67 45—71 „ 

„ femorum posticorum . . 32—50 42 — 55 „ 

„ ovipositoris — 23—35 „ 

Gryllus elongatus Linne, 1758, Systema naturae, ed. X, I, p. 429. 

Gryllus elongatus Linne, 1764, Mus. S. E. M. Lud. Ulr. Reg. etc., p. 127. 



Monographische Uehersicht der Mecopodiden. 



215 



Gryllus javanus Linne. 1763, Amoenitates academicae, VI, p. 396. 
Locusta elongata Fabricius, 1793, Entomologia systematica, II, p, 37. 
Locusta scalaris Tliunb., 1815, Mem. de l'Ac. imp. de St. Petersb., V, p. 282. 
Locusta lotigipes Thunberg, 1815, 1. c, p. 280. 
Conocephalus elongattis Thunberg, 1815, 1. c, p. 279. 
Locusta ferruginea Stoll, 1815, Representation etc., PI. Va, Fig. 15. 
Mecopoda maculata Aud. Serville, 1831, Revue methodique des Ortbopteres, 
XXn, p. 58. 

Mecopoda virens Aud. Serville, 1839, Hist. nat. des Ins. Ortbopt., p. 533. 
Mecopoda virens Brülle, 1835, Histoire naturelle des Insectes, IX, p. 140, 
PI. XIII, Fig. 1. 

Mecopoda elongata Burmeister, 1839, Handbucb der Entomol, II, p. 685. 
Mecopoda javana de Haan, 1842, Bijdragen etc., p. 187. 
. Mecopoda macassariensis de Haan, 1842, 1. c, p. 188. 
Mecopoda niponensis de Haan, 1842, 1. c, p. 188. 
Mecopoda elongata Walker, 1870, Catalogue etc., III, p. 457. 
Mecopoda rufa Walker, 1870, 1. c, III, p. 458. 
Decticus pallidus Walker, 1870, 1. c, II, p. 262. 
Decticus tenehrosus Walker, 1870, 1. c, II, p. 263. 
Lucera hicoloripes Walker, 1870, 1. c, II, p. 265. 

Patria : China, JajKin^ Vorder- und, Hinterindien, Ceylon, Sunda -Archipel, 
Philippinen, Neuholland (de Haan, Coli. Brunner), Aru- und Key-Inseln, 
MoluMen (Coli. Brunner) etc. 

Diese über einen grossen Tbeil von Südost -Asien, sowie die benachbarten 
Inselgruppen und Australien verbreitete Art variirt, wie alle derartigen, ungeheuer 
in Bezug auf Grösse und Färbung der einzelnen Körpertbeile. Am auffallendsten 
sind die Formen aus Japan durch überaus kurze Hinterschenkel, Flügeldecken 
und Legescheide (vergl. die betreifenden Minimalangaben in der vorhergehenden 
Masstabelle), ohne dass jedoch ein hinreichender Grund zur specifischen Abtren- 
nung derselben vorhanden wäre. 

30. (jrenus. JPachysmopoda Karsch. 

Fastigium verticis articulo primo antennarum latius, obtusum, declivum, 
nec sulcatum nec transverse carinatum. Pronotum elongatum, fortiter punctatum, 
postice rotundatum, carinis lateralibus distinctis, sinu humer ali distincto. Elytra 
apicem ahdominis haud superantia, lata, apice rotundata, venis radialibus ante 
apicem sensim diver gentibus. Prosternum spinis 2 depressis, basi contiguis. 
Meso- et metasternum lobis apice in spinam productis. Femora 4 antica subtus 
in latere antico tantum 4 — 5 spinosa. Femora postica abdomen parum super- 
antia, basi calde incrassata, extus carinis 2 longitudinalibus instructa, subtus in 
latere externo spinis numerosis, in latere interno spinis 2 armata. Lobi geni- 
culares apice acuminati. Tibiae anticae superne late sulcatae. Ovipositor non- 
nihil incurvus, sensim acuminatus. 



216 



Josef Redtenbacher. 



Pachysmopoda Karsch, 1886, Berliner Entomol. Zeitsclir., XXX, S. 108. 
Pachysmopoda Karsch, 1891, 1. c, XXXVI, S. 345. 

Diese durch die dicken, keulenförmigen, kurzen Hinterschenkel ausge- 
zeichnete Gattung ist mir nur aus der Beschreibung von Karsch bekannt. 

Species uniea. 
Pachysmopoda ahbreviata Tasch. 

Viridis vel testacea. Äntennae pallide-annulatae. Caput crassum, fortiter 
punctatum. Pronotum disco necnon carinis lateralibus fusco-nigris. Elytra 
campo antico et intermedio seriatim nigro- et alhido-maculata. Femora postica 
geniculis infuscatis. . 9 • 

9 " 9 

Long, dbdom. . . . 23 27 mm, Long, femorum postic. 28 34 mm 

„ pronoti . . . 10 12 5 „ „ ovipositoris . . — 25 5 „ 

„ elytroTum . . 27 33 „ 

Mecopoda ahbreviata Taschenberg, 1883, Zeitschr. für die ges. Naturwiss., 

Bd. 56, S. 184. 

Pachysmopoda ahbreviata Karsch, 1886, 1. c, XXX, S. 114, Taf. IV, 

Fig. 2. 

Patria: Insel Solcotra (Karsch, Berliner Museum). 

%1. Gfenus. Macroscirtus Pictet. (Fig. 10.) 

Fastigium verticis latum, obtusum, nec sulcatum nec transverse carinatum. 
Pronoti dorsum punctatum, teres, carinis lateralibus nullis; lobi laterales suhtus 
truncati, angulo antico fere recto, postico rotundato, sinu humerali plus minusve 
explicato. Elytra angusta, longitudine valde variantia, campo anali haud 
inflato, venis radialihus usque ad apicem contiguis. Femora antica suhtus 
antice tantum spinulis 1 — 2 minimis instructa, intermedia inermia; postica 
elongata, hasi valde incrassata, extus haud vel ohtuse carinata, suhtus inermia 
vel spinulosa. Lobi geniculares interni tantum femorum 4 posteriorum spinosi. 
Tibiae omnes superne sulcatae, utrinque vel extus spinosae, vel inermes. Pro- 
sternum hispinosum; lobi meso- et metasternales trianguläres, apice acuminati, 
divergentes. Ovipositor sensim incurvus et acuminatus. 

Macroscirtus Pictet, 1888, Mem. de la Soc. de Phys. et d'Hist. natur. de 
Geneve, XXX, p. 13. 

Macroscirtus Karsch, 1891, 1. c, XXXVI, 2, S. 345. 

Sthenaropoda Karsch, 1891, 1. c, XXXVI, 2, S. 331 und 346. 

Euthypoda Karsch olim. 

Karsch betrachtet Sthenaropoda und Macroscirtus als eigene Gattungen, 
weil jene wohl entwickelte Flügel und tiefe Schulterbucht besitzt. Ich kann 
dieser Meinung nicht beipflichten, da die Entwicklung der Flügel für sich allein 
unmöglich als ein generisches Kriterium gelten kann, und die Ausbildung der 



Monographische Uehersicht der Meeopodideu. 



217 



Schulterbucht eben im innigsten Zusammenhang mit dem Grade der Entwicklung 
der Flügel steht. 

Dispositio specierum. 

1. Elytra abdomen valde stiperantia. 

2. Femora postica suhtus tota inermia. Tibiae anticae superne extus 

spinis 3—5 1. M. preussianus Karsch. 

22. Femora postica suhtus spinosa. Tibiae anticae superne extus spina 

tantum unica 2. M. monrovianus Karsch. 

1 1. Elytra abdomen haud vel vix superantia. 
2. Elytra apice rotundata. 

3. Alae abbreviatae, elytris parum breviores. 3. M. brevipennis m. 
3 3. Alae subabortivae, elytrorum dimidia longitudine. 

4. M. Kanguroo Pictet. 
22. Elytra apice acuminata b. M. acutipennis Kersch. 

1. Macrosch'tus preussianus Karsch. 

Olivaceo-viridis, fastigio verticis flavido, antennis nigris, dilute pallido- 
annulatis. Elytra femora postica valde superantia, maculis irregularibus flavo- 
albidis, singula majore inter medium et apicem ornata, venis radialibus pallidis. 
Tibiae anticae superne flavae, extus spinis 3 — 5. Tibiae posticae superne extus 
spinis 7, intus 3 instructae. Femora postica subtus tota inermia. (f, $ . 

Long, corporis . . . 31 31 mm Long, femorum postic. 41 41 mm 
„ pronoti . . . . 8 8 „ „ ovipositoris . . — 23 „ 

„ elytrorum . . . 60 60 „ 

Sthenaropoda preussiana Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., 
XXXVI, 2, S. 332, Fig. 6. 

Patria: Kamerun, Barombi- Station (Karsch). 

2. Macroscirtus monrovianus Karsch. 

Fuscus, vertice flavido. Elytra apicem abdominis distincte superantia, 
dilute fusco-marmorata, angusta, apice rotundata. Pedes fusci, excepta hasi 
tibiarum anticarum necnon tibiis posticis flavidis vel ferrugineis. Femora 4 
antica inermia, inter dum' antica intus spinulis 1 — 2 minimis; femora postica 
extus areolata, obtuse longitudinaliter carinata, subtus pallidiora, intus spinis 4, 
extus 2 subapicalibus armata. Tibiae anticae superne extus spinula unica, 
intermedia^ superne utrinque spinulosae. Ovipositor ferrugineus. 9- 

9 9 

Long, corporis . .- . 32 mm Long, femorum postic. 41 — 43mm 
„ pronoti .... 8 „ „ ovipositoris . . 18 — 19 „ 

„ elytrorum . . . 45 — 51 „ 

Mecopoda monroviana Karsch, 1886, 1. c, XXX, S. 112, Taf. IV, Fig. 4. 
? Mecopoda frontalis Walker, 1870, Catalogue etc., V, Supplement, p. 48. 
Patria: Westafrika, Monrovia (Karsch), Sierra Leone (Walker, Coli. 
Brumier), Goldküste, Cape Coast Castle (Coli. Brunner). 

Z. B. Ges. B. XLII. Ahh. 28 



218 



Josef Redtenbacher. 



Trotz der gegentheiligen Meinung Kar seh 's (Berliner Entomol. Nachr., 
XIV, 1888, Nr. 10, S. 145) scheint mir Mecopoda frontalis Walker eher zu 
Macroscirtus monrovianus zu gehören, gerade weil Karsch bei dieser Art selbst 
die Hinterschenkel als mit einigen Dornen bewehrt angibt, während Macro- 
scirtus preussianus nach ihm unbewehrte Hinterschenkel besitzt. 

3. 3Iacroscirtus hf'evipennis m. 

Fuscus. Dorsum capitis et pronoti testaceum, utrinque fusco- vel nigro- 
marginatum. Elytra abdomen vix superantia, angusta, apice rotundata, fusco- 
testacea, sparse et dilute fusco-maculata. Alae angustae, elytris sesquibreviores. 
Tibiae anticae testaceae, infra foramina infuscatae, superne extus spinula unica 
instructae; tibiae posticae fusco-ferrugineae. Femorä antica fusca, inermia; 
intermedia desunt; postica basi valde incrassata, extus transverse areolata necnon 
linea elevata, nitida, longitudinali instructa, subtus pallidiora, dimidia parte 
apicali utrinque spinis 4 — 5 armata. Ovipositor ferrugineus. 9 • 

? 9 

Long, corporis . . . . 36 mm Long, femorum postic. . 37 mm 

„ pronoti 7'5 „ „ ovipositoris . . . ^3 5 „ 

„ elytrorum .... 33 5 „ „ alarum ^5 „ 

Patria: Sierra Leone, Westafrika (Coli. Brunner). 

4. Macroscirtus Kanguroo Pictet. 

Brunneus, fronte, vertice saepe etiam pedibus necnon ovipositore fulvidis. 
Elytra äbdomine parum breviora, lanceolata, apice rotundata. Alae subäbortivae, 
dimidia elytrorum longitudine. Femora postica longissima, superne rugoso- 
punctata, subtus utrinque spinis nonnullis armata. Tibiae anticae superne 
plerumque utrinque spinulis 3 — 4, interdum intus inermes, intermediae superne 
utrinque spinulis 4 — 6 instructae. Lamina subgenitalis elongata, angusta, 
apice profunde excisa. cf, 9- 

9 9 

Long, corporis . . . 31 31 min Long, alarum . ... 12 12 mm 
„ pronoti . ... 10 8 „ „ femorum postic. 41 41 „ 

„ elytrorum . . . 22 25 y, „ ovipositoris . . — 24 „ 

Macroscirtus Kanguroo Pictet, 1888, Locust. nouv. etc., p. 14, PL II, Fig. 38. 

Patria: Gaboon (Pictet, Coli. Brunner), Ashanti (Brit. Mus.). 

5. 3Iacroscirtus acutipennis Karsch. 

Luteo-fuscus, nitidus. Elytra abdomen vix superantia, apice acuminata, 
margine inferiore subrecto, superiore leviter rotundato. Alae tertiam partem 
longitudinis elytrorum attingentes. Femora 4 antica inermia, postica valde 
elongata, extus spinis 7, intus 5 — 8 instructa. Tibiae 4 anticae cum apice 
tibiarum posticarum flavae, omnes superne utrinque spinulosae. cf , 9 • 

9 9 

Long, abdominalis . 17 20 mm, Long, femorum postic. 46 50 mm 
„ pronoti . . 7 8'5 „ „ ovipositoris . . — 25 „ 

„ elytrorum . . 25 5 32 „ 



Monographische Uebersicht der Mecopodiden. 



219 



Euthypoda acutipennis Karsch, 1886, Berliner Eiitomol. Zeitschr., XXX, 
S. 116, Taf. IV. Fig. 3. 

Patria: Chinchoxo, Westafrika (Karsch). 

22. Gfeiuis. Gymnoscirtus Karsch. 

Corpus omnino impresso-punctatum. Fastigium verticis latum, ohtusum, 
haud sidcatum, a fastigio frontis sulco suhtili transverso divisum. Pronotum 
disco suhdepresso, prope sulcum transversum anticum constrictuni, carinis late- 
ralibus ohsoletis; lohi laterales subtus truncati, sinu humerali niiUo. Alae 
elytraqiie rudimentaria. Femora antica et intermedia subtus inermia; femora 
postica hasi valde incrassata, superne impresso-punctata, ovipositorem nonnihil 
superantia, subtus in margine exteriore spinis 3, intus 3—4 validis armata. Ab- 
domen dense et fortiter punctatum, superne carinatum, haud cristatum. Lamina 
subgenitalis <^ apice dilatata et profunde rotundato-excisa, lobis curvatis et 
ante apicem obtusum intus processu unguiformi instructa, stylis nullis. Ovi- 
positor nonnihil incurvus. 

Gymnoscirtus Karsch, 1891. Berliner Entomol. Zeitschr., XXXVI, 2, 
S. 342, 345. 

Euthypoda Karsch olim. 

Diese durch den Mangel der Flügeldecken ausgezeichnete Gattung ist mir 
nur aus der Beschreibung von Karsch bekannt, der (1. c, S. 332) ausdrücklich 
bemerkt, dass selbe mit Sthenaropoda näher verwandt sei als mit Mecopoda. 

Speeles unica. 
Gymnoscirtus unguiculatus Karsch. 

Fusco-griseus. Lobi laterales pronoti infra marginem lateralem disci 
fusco-nigri, nitidi. Abdomen utrinque fascia lata fusco-nigra, nitida, , 9 • 

9 .9 

Long, corporis . . . 28 21 mm Long, ovipositoris . ... 16 mm 
„ femorum postic. . 30 30 „ 

Euthypoda unguiculata Karsch, 1888, Berliner Entomol. Nachr., XIV, 
Nr. 10, S. 147. 

Gymnoscirtus unguiculatus Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., 
XXXVI, 2, S. 342. 

Patria: Usambara, Ostafrika (Karsch). 

23. (xenus. Ity acephala m. (Fig. II a, h.) 

("tu; — ora clypei; xsfpaXrj — caput.) 

Caput rugoso-punctatum. Fastigium verticis latum, transversum, apice 
truncatum, leviter longitudinaliter sulcatum, transverse carinatum, a fastigio 
frontis sulco tenui transverso divisum. Oculi globosi. Pronotum rugosum., 

28* 



220 



Josef Redtenbacher. 



antice truncatum, postice rotundatum, dorso piano, carinis lateralibus nullis, 
sulcis 2 transversis suhtilihus; lohi laterales multo altiores quam lati, margine 
inferiore oblique truncato, prope angulum posticum tuberculo instructo, sinu 
humerali distincto. Elytra apicem versus dilatata, apice oblique truncata, dense 
reticulata, venis radialibus contiguis, a medio levissime divergentibus. Älnc 
elytris nonnihil longiores. Prosternum bispinosum; lobi mesosternales triangu- 
läres, meiasternales late ovales, omnes apice in spinam producti. Pedes pilosi. 
Femora 4 antica subtus in latere anteriore spinulis 5 — 6, postica basi parum 
incrassata, brevia, subtus utrinque 6-spinosa. Lobi geniculares femorum posti- 
corum utrinque, femorum intermediorum intus tantum brevispinosi. Tibiae 4 
anticae superne teretes, inermes. Lamina subgenitalis 9 triangularis, apice 
rotundata et incisa. Ovipositor valde angulato-incurvus. 

Diese Gattung, welche durch die scharfe Querkante des Scheitels, sowie 
durch die oben nicht gefurchten Schienen ausgezeichnet ist, bildet den Uebergang 
zu Corycus Sauss. 

Speeles unica. 
Ityocephala falcata m. 

Viridis, nitida, capite, pronoto, antennis pedib^isque flavescentibus. 9- 

9 $ 

Long, corporis . ... 22 mm Long, femorum postic. . . 20'5 mm 

„ pronoti ^ « « ovipositoris ... 7'5 .„ 

„ elytrorum . . . . 41'8 „ 

Patria: Fidschi-Inseln (Coli. Brunner). 

34. Grenus. Corycus Sauss. (Fig. 12.) 

Fastigium verticis latissimum, rotundatum, a fronte sutura transversa 
septaratum. Pronotum latum, retrosum dilatatum, disco piano, postice obtus- 
angulo, lobis lateralibus rotundato- vel angulato-insertis. Prosternum bispinosum 
vel bituberculatum. Meso- et metasternum postice emarginatum, lobis triangu- 
laribus acutis. Elytra secundum sexum valde diversa, amplissima, coriacea, 
triangularia vel ovalia, plus minusve fornicata, abdomem amplectentia, in 
venis radialibus a basi fere usque ad quartam partem marginis exterioris inter 
se distantibus, dein confluentibus et sub angulo recto flexis, denuo late diver- 
gentibus et transverse usque ad marginem interiorem percurrentibus, venis 
ulnaribus basi longitrorsum contiguis, retrorsum divergentibus, vena antica 
sigmoidea, medium venae radialis posticae transversae attingente, area tympanali 
longissima, lata, in elytro sinistro fornicata, coriacea, — in 9 reticulatione 
normali. Alae elytris breviores, tenerae, pellucidae. Femora omnia lobis genicu- 
laribus acuminatis. Femora postica subtus utrinque vel extus pone medium 
spinulis nonnullis parvis. Tibiae 4 anticae superne inermes, tympanis apertis. 
Cerci longi, subulati, teretes, leviter incurvi, apice obtusi et intus bimucronati. 
Lamina subgenitalis longissima, angusta, arcuata, apice bifida. Lamina 



Monographische Uebersicht der Mecopodiden. 



221 



subgenitalis 9 brevis, convexa. Ovipositor falcatus, acuminatus, hasi inflatus, 
laevissimus. 

Corycus Saussure, 1861, Aniial. de la Soc. Entomol., 4" ser., I, p. 487. 

Corycus Krauss, 1890, Beitrag zur Kenntniss westafrik. Orthopt., S. 344. 

Corycus Karsch, 1891, Berliner Entomol. Zeitschr., XXXVI, 2, S. 335, 346. 

Diese Gattung ist ausgezeichnet durch den hinten stumpfwinkeligen Hals- 
schild, sowie durch das merkwürdige Geäder im Deckflügel des welches 
Krauss in seiner monographischen Bearbeitung dieser Gattung (SpengeTs 
Zoologische Jahrbücher, V, S. 344) ausführlich beschrieben hat. — Wenn ich 
Corycus nicht als eigene Unterzunft aufstelle, so geschieht dies desshalb, weil 
die vorige Gattung ein directes Bindeglied zwischen Corycus und den übrigen 
Mecopodiden bildet, andererseits die schmächtigen Hinterbeine und die sichel- 
förmige Legescheide auch bei anderen Mitgliedern dieser Gruppe vorkommen 
{Ityocephala, Vetralia, Pomatonota etc.). 

Dispositio specierum. 

1. Tibiae anticae superne planae, prope basin nigromaculatae. 

1. C Jurinei Sauss. 

1 1. Tibiae anticae superne sulcatae. 

2. Tibiae anticae prope basin nigromaculatae . . 2. C. intermedius m. 
22. Tibiae anticae immaculatae. 

3. Tibiae anticae superne parum profunde sulcatae. 

4. Elytra margine postico obliquo, supra inter marginem internum et 
posticum angulata. 

5. Elytra inter marginem internum et posticum obtuse angulata. 

3. C. abruptus Krauss, 
5 5. Elytra inter marginem internum et posticum acute angulata. 

4. C. Karschi Krauss. 
4 4. Elytra margine postico recto, supra inter marginem internum et 
posticum eroso-emarginata. . . . 5. C. praemorsus Krdiuss. 
33. Tibiae anticae superne profunde sulcatae. 6. C. Greeffi Krauss. 

1. Corycus Jurinei Saussure, 1861, 1. c, p. 489, PI. XI, Fig. 4—7. 
Corycus Jurinei Krauss, 1890, 1. c, S. 352, Taf. XXX, Fig. 1. 
Patria: Kamerwn (3Ius. Tübingen, Lübeck, Berlin, Genf). 

2. Corycus intermedius m. (Fig. 12.) 

Flavescens. Pronotum postice valde dilatatum, carinis lateralibus distinctis, 
rugulosis, nigris, dorso impresso-punctata, postice angulum valde obtusum for- 
mante. Prosternum bituberculatum. Elytra 9 corpore multo longiora, oblongo- 
ovalia, parum convexa, margine externo parum, interno fortius curvato, apice 
rotundata, area antica basi excepta subvifrea, venis radialibus valde elevatis, 
contiguis, ante apicem subito et valde diver gentibus. Alae pellucidae, elytris 
multo breviores, abdomen parum superantes. Femora postica subtus ante 
apicem macnla nigra signata, in latere externo prope apicem spinulis 2 — 3 



222 



Josef Redtenl) ach er. 



minimis, intus nullis instructa. Tibiae anticae superne distincte sulcatae, cum 
tibiis intermediis infra basin macula fusco-nigra ornatae; tibiae posticae basi 
superne macuUs 3 fusco-nigris notatae. Lamina subgenitalis 9 triangularis, 
apice rotundata et emarginata, longitudine impressa. Ovipositor longus, basi 
angulatus, dehinc parum curvatus, acuminaius, pallide-ferrugineus. 9 • 

9 9 

Long, corporis . ... 21 mm Latid. elytrorum . . . . 11 mm 

„ pronoti ö'7 „ Long, femorum postic. . . 23 „ 

„ elytrorum . . . . 28 „ „ ovipositoris . . . 17 5 „ 

Patria: St. Thome, Westafrika (Coli. Brunner). 

Ausgezeichnet durch die Färbung, sowie durch die Form der Legescheide etc. 

3. Corycus abruptus Krauss, 1890, Beitrag zur Kenntniss westafrik. 
Orthopt., S. 354, Taf. XXX, Fig. 2. 

Patria: Gaboon, Westafrika (Mus. Stuttgart). 

4. Corycus Karschi Krauss, 1890, 1. c, S. 355, Taf. XXX, Fig. 3. 
Patria: Kamerun, Westafrika (Mus. Berlin). 

5. Corycus praemorsus Krauss, 1890, 1. c, S. 355, Taf. XXX, Fig. 4. 
Corycus Jurinei Karsch (nec Sauss.), 1888, Berliner Entomol. Zeitschr., 

XXXII, S. 415, Fig. 

V =: Corycus Karschi Krauss, 9; Karsch, 1891, 1. c, XXXVI, S. 336. 
Patria: Kamerun, Westafrika (Mus. Berlin, Coli. Brunner). 

6. Corycus Greeffi Krauss, 1890, 1. c, S. 356, Taf. XXX, Fig. 5. 
Corycus Greeffi Krauss, 1890, 1. c, S. 664. 

Corycus paradoxus Bolivar, 1890, Ortopteros de Afrika del Museo de 
Lisboa, Nr. IV, p. 220, Fig. 9. 

Chlorocoelus spec. Greeif, 1884, Fauna der Guinea-Inseln St. Thome und 
Rolas, S. 74. 

Patria: St. Thome, Rolas (Mus. Hamburg, Mus. Marburg, Bolivar), 
Madagascar (Coli. Brunner). 



III. Phyllophorini. 



(Vergl. die demnächst erscheinende Monographie dieser Gruppe von Herrn 
Dr. H. Dohm in Stettin.) 



Monographische Uebersicht der Mecopodiden. 



223 



Index alphabeticus, 



A. 

Seite 

ahhreviata 216 

abricptus 221, 222 

Acrldoxena 190, 208 

acutipennis 217, 218 

Anoedopoda . . . . 190, 210 
Apteroscirtus 190, 205 

B. 

bicoloripes 215 

bituberculata 207 

bivittatus 193 

brevipennis 217, 218 

brevivaginatus 193, 194 

C. 

Characta 190, 207 

Chlorocoelus 222 

coriaceus 201 

Coryciis 191, 220 

cyrtoscelis 212 

D. 

DasyjMeps 189, 192 

decoratus 198, 200 

denudatus 206 

JMaphlebus 189, 193 

difformis 210 

dilatata 212, 213 

diver gens 212, 213 

Dregii 195 

E. 

Elaeoptera 189, 195 

elongata 212, 214 

elongatus 214 

Encentra 190, 204 

erosa 211 

Eustälia 208 

Euthtjpoda 205, 206, 210, 216, 219 

P. 

falcata 220 

ferruginea 215 

foUata 209 

frontalis 217 

fuscus 198, 199 



Seite 



giganteum 203 

granulosa 205 

gramilosus 205 

Greefß 221, 222 

Gyfnnoscirtus . . . . 191, 219 



H. 



hewaniana 



209 



imperator 208, 214 

inalata 206 

inalatus 206 

insularis 202 

intermedius 221 

Ityocephala 191, 219 



javana 215 

javanus 215 

Jurinei 221, 222 



Kanguroo 217, 218 

Karschi 213, 221, 222 

L. 

lamellata 211 

lamellatus 211 

lamellosa 211 

lamellosus 211 

latipennis 211 

Leproscirtus .... 190, 204 

lineata 196 

longipes . 204, 215 

loricatus 195 

Jjiicera 212 



M. 



macassanensts . 
Macrolyristes 
Macroscirtus 
maculata . . . 
marmoratus . . 
Mecopoda 
Mecox>odini . 



. . 215 

190, 207 

191, 216 
. . 215 
193, 194 

191, 210, 211 
. 190, 203 



224 Josef Redtenbaclier. Monographische Uehersicht der Mecopodiden. 



Seite 

monroviana 217 

monrovianus 217 

Moristini 189, 191 

Moristus 189, 200 

Mossula 189, 197 

N. 

niponensis 215 

nitida 196 

Novae- Guineae 193 

nuhilus 201 

O. 

opilionoides 203 

P. 

Pachysmopoda . . . 191, 215 

pallidus 215 

paradoxus 222 

Phricta 189, 191 

Phyllophorini . . . . 191, 222 

platyphoea 212, 214 

Platyphyllum 202 

Pomatofiota 189, 195 

praemorsus 221, 222 

preussiana 217 

preussianus 217 

Pseudophyllanaac 190, 202 

punctipes 198, 199 

Q. 

quadrata 210 



Seite 

regina 213 

Mhammatopoda ... 190, 203 
rufa 215 

S. 

Salomonis 197 

scalaris 215 

Segestes 189, 197 

spinosa 192 

Stälia 208 

Sthenaropoda 216 

Stilpnothorax 195 

T. 

tenehrosus 215 

U. 

unguiculata 219 

unguiculatus 219 

unicolor 198, 199 

V. 

Vetralia 190, 209 

virens 215 

vittaticeps 198 

vitticolUs 197 

W. 

Walkeri 212, 214 

Z. 

Zacatula 191 



Explicatio tabellarum. 

Tabula III. 
Fig. 1. Phricta spinosa m. ^f. 
„ 2. Diaphlebus marmoratus m. 9- 
„ 3. JElaeoptera lineata m. 9 • 
„ 4, Segestes decoratus m. 9- 

„ 5. Pseudophyllanax insularis Walker. Lamina subgenitalis (f. 
„ 6. a. Mhammatopoda opilionoides m. . 

6. „ „ „ Lamina subgenitalis (^f. 

„ 7. Eucentra longipes m. 9- 

„ 8. Leproscirtus granulosus Karsch. Caput ab antico visum. (Magnit. aucta.] 
„ 9. Characta bituherculata ni. 

,„ 10. Macroscirtus monrovianus Karsch. Caput ab antico visum. (Magni- 

tudine aucta.) 
„ 11. a. Ityocephala falcata m. 9- 

h. „ n n Caput ab antico visum. (Magnitudine aucta.] 

„ 12. Corycus intermedius m. 9- 




Lith-Ansi v.Tli. BannwarÜi, Wen. 



225 



Die biologische Bedeutung der „Geuitalanhänge" 
der Insekten. 

(Ein Beitrag zur Bastardfrage.) 

Von 

C. Eschericli. 

(Mit Tafel IV.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 4. Mai 1892.) 



Erst in den letzten zwei Deeennien wurde den sogenannten Genitalanhängen 
der Insekten einiges Interesse geschenkt, indem sie mehrfach der Gegenstand von 
Untersuchungen und Beohachtungen von Seiten einiger descriptiven Entomologen 
wurden. Dabei wurden lediglich die morphologischen Verhältnisse und die Be- 
deutung und Verwendbarkeit der fraglichen Organe für die Systematik in Erwä- 
gung gezogen, während die biologische Bedeutung, die, wie ich im Verlaufe dieser 
Abhandlung zeigen werde, in hohem Grade unser Interesse in Anspruch nehmen 
muss, bis jetzt vollständig unberücksichtigt blieb. 

Merkwürdiger Weise wurden die Genitalanhänge der Insekten von den 
Zoologen bisher sehr stiefmütterlich behandelt, ja ganz vernachlässigt, was ich 
dem Umstände zuschreibe, dass die überaus grosse Mannigfaltigkeit in der Bil- 
dung dieser Organe, die das Studium derselben in physiologischer, biologischer 
und vergleichend-anatomischer Beziehung zu einem äusserst anziehenden und 
interessanten macht, den Zoologen vollkommen verborgen blieb. Die Arbeiten 
darüber wurden eben hauptsächlich in „entomologischen Zeitschriften" publicirt, 
die ja gewöhnlich nur in einem kleinen Kreise von Entomologen Verbreitung 
finden. Um so erfreulicher wäre es, wenn durch diese Abhandlung bei zoologisch 
gebildeten Forschern einiges Interesse für das Studium der Genitalanhänge er- 
weckt würde. Denn ohne ihre Mithilfe wird es nicht gelingen, tiefer in das Wesen 
derselben zu dringen. 

I. Allgemeines über die Genitalanhänge. Ueberblick über die 
hauptsäclilichsten Formen. 

Um zu meinem eigentlichen Thema, der Erklärung der biologischen Be- 
deutung der Genitalanhänge, zu gelangen, sehe ich mich genöthigt, einen grossen 

Z. B. Ges. B. XLTI. AMi. 29 



226 



C. Escherieb. 



Umweg einzuschlagen, indem ich gezwungen bin, vorerst über das Wesen der 
genannten Organe im Allgemeinen und über die hauptsächlichsten Formen, so 
weit dies bis jetzt möglich ist, Aufschluss zu geben, und in zweiter Linie das 
Verhalten der Genitalanhänge verwandter Arten zu einander, überhaupt die Be- 
deutung für die Systematik zu berücksichtigen. Denn ohne Einblick in diese 
Verhältnisse dürfte das Nachfolgende schwer zu verstehen sein, während im ent- 
gegengesetzten Falle die biologische Bedeutung sich eigentlich von selbst ergibt. 

Was nun den ersten Punkt, das Wesen der Genitalanhänge im Allgemeinen 
betriflft, so ist darüber Folgendes zu sagen: 

Unter „Genitalanhängen" versteht man in der Entomologie die chitinösen 
Gebilde, die um das Ende des Ductus ejaculatorius beim Männchen, respective 
der Vagina beim Weibchen gelagert sind. Letztere wurden bis jetzt fast ganz 
vernachlässigt und werde ich darauf weiter unten noch kurz zu sprechen kommen; 
es sollen uns daher zunächst nur die Genitalanhänge der Männchen be- 
schäftigen. 

Bei diesen hat man zwei ihrer Function, Entstehung und ihres Vorkom- 
mens nach grundverschiedene Stücke zu unterscheiden: ein sogenanntes primäres 
Stück und ein secundäres Stück. Das primäre Stück findet sich bei sämmt- 
lichen Insekten ohne Ausnahme und besteht gewöhnlich in einer einfachen 
chitinösen Röhre, in die der Ductus ejaculatorius gewissermassen ausläuft. Es ist 
das wichtigste Stück, da es bei der Copula die Ueberführung der Samenflüssig- 
keit des Männchens in die Vagina des Weibchens zu vermitteln hat. Was die 
Entstehung des primären Stückes anbelangt, so beruht diese wahrscheinlich auf 
Cuticularbildung des Ductus ejaculatorius. 

Das secundäre Stück dagegen findet sich nicht bei allen Insekten, son- 
dern fehlt mehreren Gruppen (z. B. den Carabiciden). Es stellt ein aus mehreren 
theils zu beiden Seiten, theils oberhalb des primären Stückes gelegenen, klappen- 
artigen Gebilden zusammengesetztes Organ dar, dessen Function grösstentheils 
darin besteht, das Weibchen während der Copula festzuhalten. Nur in wenigen 
Ausnahmen dient das secundäre Stück als Schutzorgan, wie z. B. bei den Dytis- 
ciden, wo dasselbe lediglich dazu bestimmt ist, das Eindringen von Wasser in die 
Geschlechtsöflfnung der sich begattenden Thiere zu verhindern. Ueber die Onto- 
genese des secundären Stückes steht wenigstens das fest, dass es aus metamor- 
phosirten Theilen von Segmenten zusammengesetzt ist. Einzelheiten darüber 
fehlen noch. 

Man sieht also, wie die beiden Stücke, das primäre und das secundäre 
Stück, die bisher niemals getrennt wurden, in jeder Beziehung von einander ab- 
weichen, wie sie gar nichts mit einander zu thun haben, obwohl in vielen Fällen 
die beiden Theile zu einem einzigen, compacten Organ zusammengefügt erscheinen. 

Noch klarer wird die Verschiedenartigkeit der beiden Stücke durch folgende 
Betrachtung: Bei den Insektengruppen, die des secundären Stückes entbehren, 
bei welchen also der ganze Copulationsapparat lediglich aus dem primären Stück 
besteht, sind an anderen Organen Vorrichtungen angebracht, die functionell 
dem secundären Stück der Genitalanhänge vollkommen gleichgestellt sind. Diese 



Die biologische Bedeutung der „Genitalanhänge" der Insekten. 



227 



VoiTichtungeu bestellen g-rössteiitheils iu crweiterleu, imteii mit einem bürsten- 
artigeii Besatz versehenen Vordertarseu, die dazu dienen, das Weibchen während 
der CopuLi festzuhalten, eine Function, die ja bekanntlich im anderen Falle das 
secundäre Stück zu erfüllen hat. Natürlich muss sich, je nach dem Vorhanden- 
sein oder Mangel eines secundären Stückes, auch die Art der Begattung 
ändern. Während im ersten Falle die Copula in der Weise geschieht, dass die 
beiden Thiere in die entgegengesetzte Richtung sehen, dass also After gegen 
After gewendet ist, sitzt im zweiten Falle das Männchen auf dem Rücken des 
Weibchens — die beiden Thiere sehen also in dieselbe Richtung — , wobei ersteres 
sich mit den das secundäre Stück vertretenden, erweiterten Vordertarseu am 
Rande der weiblichen Flügeldecken festhält. Die erweiterten Vordertarseu des 
Männchens bezeichnet man bekanntlich als „secundären Sexualcharakter"; 
da aber jene nichts Anderes sind als Vertreter des sogenannten secundären Stückes 
und lediglich durch das Verschwinden desselben bedingt wurden, so ist auch 
das secundäre Stück als „secundärer Sexualcharakter" anzusehen, 
während das primäre Stück den Rang eines primären Sexual- 
charakters einnimmt. 

Nach den bisher gewonnenen Gesichtspunkten lassen sich auch die Haupt- 
formen der Genitalanhänge in zwei grosse Gruppen trennen. Die erste Gruppe 
umfasst die einfachsten Formen, die lediglich in dem primären Stück bestehen. 
Eine Ausnahme machen die Dytisciden und überhaupt alle die Insekten, bei denen 
das secundäre Stück als Schutzorgan zu functioniren hat. Diese sind ebenfalls 
in die erste Gruppe zu stellen. 

Zur zweiten Gruppe dagegen gehören die Thiere, deren Genitalanhänge 
neben dem primären Stück ein als Haftorgan dienendes, secundäres Stück 
besitzen. 

Was nun die Genitalanhänge der ersten Gruppe betritft, so stellen diese 
im einfachsten Falle eine glatte, aus einem Stück bestehende, chitinöse Spitze 
dar, in der der Ductus ejaculatorius endet (Fig. 3). Diese Spitze kann auf die ver- 
schiedenartigste Weise geformt sein, indem sie bald gerade, bald nach unten, 
bald nach oben mehr oder weniger gekrümmt oder geknickt ist. Ferner kann, 
wie Fig. 4 zeigt, die Spitze mit einem Widerhacken bewaffnet sein, oder es ver- 
jüngt sich das chitinöse Endstück des Ductus ejaculatorius überhaupt nicht zu 
einer Spitze, sondern bleibt sich an Dicke vollkommen gleich (Fig. 2, 1), ja es 
kann sogar das Ende des primären Stückes kugel-, hacken- oder beilförniig ver- 
breitert sein (Fig. 1). Einen schon etwas complicirteren Bau zeigt Fig. 5 a und 
wo sich mehrere Fortsätze etc. erheben, und vollends Fig. 6, die das primäre 
Stück einer Cetonie vorstellt, zeigt, dass dasselbe sogar aus mehreren, in diesem 
Falle aus drei Stücken zusammengesetzt sein kann. 

Diese einfach gebauten Copulationsapparate der ersten Gruppe, die also 
grösstentheils nur aus dem primären Stück bestehen, sind bei verhältnissmässig 
nur wenig Insekten vertreten, fast ausschliesslich bei den Cole opferen, und hier 
wiederum nur bei einigen Familien (Carabiciden, Dytisciden, Silphiden, Scara- 
baeiden, Curculioniden, Chrjsomeliden). 

29* 



228 



C. Eschericli. 



Viel schwieriger gestalten sich die Verhältnisse hei der zweiten Gruppe, 
die einen solchen Formeureichthum aufweist, dass es nach den heutigen, noch 
ziemlich lückenhaften Untersuchungen kaum möglich ist, bestimmte, typische 
Unterabtheilungen zu unterscheiden. Nach meiner Ansicht am zweckmässigsten 
ist, wie Kraatz vorgeschlagen hat, eine Eintheilung der Formen nach der Zahl 
der Klappen, indem man zwei-, drei- und vierklappige (bi-, tri- und quadri- 
valvuläre) Genitalanhänge unterscheidet. 

Bei dem zweiklappigen oder bi valvulären Copulationsapparat befindet sich 
zu jeder Seite des primären Stückes je eine, gewöhnlich mit einem Widerhacken 
versehene Klappe. Die beiden Klappen sind in normalen Fällen vorne mit 
Bindegewebe verbunden und können infolge dessen gegen einander bewegt 
werden. Diese ganz typischen Formen kenne ich nur von Coleoi)teren, und zwar 
von Meloiden (eigene Untersuchung) (vgl. Fig. 7), von der Gattung Byrrlius 
(E. Reitter) (Fig. 8) und von der Gattung „Ägriotes^'' (V. Schwarz) etc. 
Ungleich complicirter, aber dennoch von bi valvulärem Bau erweisen sich die 
Genitalanhänge vieler Hymenopteren und Dipteren. Es finden sich hier zwei 
sehr grosse, meistens aus mehreren (3 — 5) Stücken zusammengesetzte Klappen, 
zwischen welchen wieder zwei klappenartige Gebilde, jedoch viel kleiner und ein- 
facher, liegen. Es sind also eigentlich im Ganzen vier Klappen vorhanden und 
man könnte daher daran Anstand nehmen, dass ich diese Genitalanhänge zu den 
bivalvulären und nicht zu den quadrivalvulären gestellt h^ibe. Hauptsächlich 
wurde ich dazu bestimmt durch die Stellung der Klappen, die für die einzelnen 
Gruppen sehr charakteristisch ist und die wahrscheinlich auch mit der phyle- 
tischen Entwicklung zusammenhängt. Ausserdem ist es ja noch sehr fraglich, 
ob die kleinen inneren klappenartigen Gebilde gewöhnlichen Haftklappen gleich- 
zustellen sind. 

Diese complicirteren bivalvulären Genitalanhänge wurden bis jetzt be- 
schrieben von den Hymenopterengattungen Bomhus (Schmiedeknecht), Psi- 
thyrus (E. Hoff er), Sphecodes (v. Hagens), Mutilla (Radoskowski) und 
Chrysis (derselbe); ferner von den Mycetophiliden (Dipteren) (Dziedzicki). 
(Fig. 9-12.) 

Der trivalvuläre Bau ist bei den Lepidopteren vorherrschend und 
unterscheidet sich von dem bivalvulären durch das Vorhandensein einer dritten 
Klappe, der sogenannten Afterklappe. Dieselbe ist, im Gegensatze zu den Haft- 
klappen, unpaarig und befindet sich oberhalb der Afterölfnung. Sie ist an der 
Basis meistens breit gebaut und verjüngt sich nach hinten in einen schlanken 
Fortsatz, der gewöhnlich nach unten gebogen ist und zwischen die beiden paarigen 
Haftklappen hineinreicht. Unterhalb der Afterklappe, zwischen den beiden Haft- 
klappen, befindet sich das primäre Stück, das von oben her von ersterer voll- 
ständig bedeckt wird (vgl. Fig. 13). Das ist die Grundidee, nach der die Genital- 
anhänge der meisten Lepidopteren gebaut sind. Allerdings ist der Grundtypus 
in vielen Fällen kaum mehr zu erkennen, da die einzelnen Theile, besonders 
die Haftklappen, in den verschiedensten und complicirtesten Modificationen auf- 
treten. 



Die biolo<rische Bedeutung der „Genitalanhänge" der Insekten. 



229 



Der quad ri valvuläre Co])ulat.ioiisapparat endlich ist dadurch charakteri- 
sirt, dass die Afterklappe, die soeben bei den trivalvulären Genitalanhängen als 
unpaare Klappe geschildert wurde, hier paarig auftritt. Wir haben also zwei 
obere Klappen, die bei den Lepidopteren zu der unpaarigen Afterklappe ver- 
schmelzen, und zwei untere Klappen, die sogenannten Haftklappen zu unterscheiden. 
Zwischen letzteren liegt gewöhnlich das primäre Stück. — Den quadrivalvulären 
Bau kenne ich von den Genitalanhängen der Orthopteren. 

Ausser diesen vier Haupttypen kommen noch eine Anzahl „unregel- 
mässiger", hier nicht unterzubringender Formen vor (Fig. 14, 15), auf deren 
Beschreibung ich verzichten muss, da ich gezwungen wäre, eine Menge Einzel- 
beschreibungen zu geben, was den Rahmen dieser Abhandlung weit überschreiten 
würde. Es liegt ja nicht in meiner Absicht, sämmtliche Formen zu beschreiben, 
sondern ich wollte nur in ganzen kurzen Zügen eine Skizze der Mannigfaltigkeit 
der Genitalanhänge geben, um das Verständniss des Folgenden zu erleichtern. 

Um die phyletische Entwicklung der Formen der Genitalanhänge zum 
Schlüsse noch kurz zu berühren, möchte ich erwähnen, dass man hiebei eine 
stetige Vereinfachung des Complicirteren wahrnimmt. Von den Insekten 
treten bekanntlich die Orthopteren zuerst auf, indem sie ja schon in der Kohlen- 
formation vorkommen, und gerade diese besitzen einen sehr complicirten (quadri- 
valvulären) Bau. Die Genitalanhänge der Raubkäfer dagegen (Carabiciden etc.), 
die erst spät auftreten, sind äusserst einfach gestaltet, indem sie ja nur aus dem 
primären Stück bestehen. Der ursprünglich vierklappige Copulationsapparat wurde 
durch Verschmelzung der beiden oberen Klappen zu dem trivalvulären, dieser 
wurde durch das Rudimentärwerden der Afterklappe zum bivalvulären; die beiden 
Haftklappen des letzteren wurden dann dadurch, dass die Art der Begattung, 
wie oben erwähnt, eine andere wurde, überflüssig und rudimentär, und führten 
schliesslich zu dem einfachen, nur aus dem primären Stück bestehenden Copu- 
lationsorgan der Coleopteren. 

II. Das Verhalten der Genitalanhänge bei verwandten Arten. 

Während das, was bisher gesagt wurde, auf das eigentliche Thema keinen 
directen Bezug hatte, sondern lediglich dazu bestimmt war, den Leser in das 
Studium der Genitalanhänge einzuführen, ist das Nachfolgende schon sehr innig 
mit dem Thema verknüpft. Es bildet nämlich die that sächliche Basis, auf 
die sich die theoretischen Schlüsse stützen. 

Ich beginne zunächst mit der Mittheilung der Untersuchungen, die 
bis jetzt über das Verhalten der (männlichen) Genitalanhänge bei den Arten einer 
Gattung gemacht wurden : 

1. 0. Hofmann^j untersuchte die Genitalanhänge von den einfarbigen 
Arten der Microlepidopteren-Gattung „Butalis"^ und fand, dass jene ein ausge- 
zeichnetes Mittel zur Unterscheidung der dem äusseren Habitus nach kaum 



^) Beiträge zur Kenutniss der Butalidea (Stettiner Entomol, Zeitung, 1888). 



230 



C. Escherich. 



ZU trennenden Arten darböten, indem sie so verschieden geformt 
seien, dass man nicht einmal einen bestimmten Grundtypus con- 
statiren könne. Er äussert sich dort dahin, „dass bei zweifelhaften Artrechten 
eine genaue Untersuchung der Copulationsorgane nicht zu unterlassen sei, und 
dass sie, wie bei den Butalideii, so auch höchst wahrscheinlich bei vielen anderen 
(wenn nicht allen) Gattungen das beste, sicherste und manchmal vielleicht einzige 
Mittel sei zur Entscheidung der Frage, ob eine eigene Art vorliege oder nicht". 

2. Kraatz constatirte, dass bei den Cetonien, die in Bezug auf Farbe, 
Sculptur und Form äusserst variabel sind, die Genitalanhänge nicht mit 
diesen Eigenschaften abändern, sondern constant bleiben, und dass 
es nur durch die Untersuchung derselben möglich sei, die scheinbar zusammen- 
hängende Reihe von Formen in mehrere scharf begrenzte Gruppen, d. i. Arten, 
gewissermassen zu zerschneiden.^) 

3. Derselbe Autor untersuchte auch die Genitalanhänge von Carabi- 
ciden, speciell aus der Grupjie des äusserst veränderlichen Cardbus sylvestris L. 
Letzterer ist in seinem Vorkommen auf gewisse Höhen beschränkt, d. h, er kommt 
nur bis zu einer bestimmten Grenze vor. Dagegen tritt von hier an ein Thier 
auf, das sich nur durch ganz geringe Unterschiede (dunklere Färbung, kleinere 
Gestalt; unbedeutende Sculpturverändei ungen) von sylvestris auszeichnet und das 
man meistens als Varietät desselben, hervorgerufen durch die durch die höhere 
Lage bedingte Veränderung des Klimas und der Nahrung, betrachtete; so nannte 
Moriz Wagner den Carahtis alpinus — das ist nämlich das fi-agliche Thier — 
„eine durch klimatische Verhältnisse veränderte Speciesform des sehr variablen 
Cardbus sylvestris L.".^) Die Vergleichuug der Genitalanhänge aber lehrte, dass 
diese Ansicht eine ganz irrthümliche war, indem nämlich jene als so ver- 
schieden sich erwiesen, dass an eine Zusammengehörigkeit der oben- 
genannten, scheinbar in einander übergehenden Formen, des Cara- 
hus sylvestris und alpinus, gar nicht zu denken ist.^) 

4. In der Meloidengattung Zonitis Fab.,^) die in Bezug auf die Variabilität 
unter den Käfern obenan steht, lieferte die Untersuchung der Genitalanhänge 
vorzügliche Resultate. Während jahrelang unter den Systematikern die grösste 
Confusion sich kundgab und hin und her gestritten wurde, ob dieser oder jener 
Form das Artrecht gebühre, konnte ich im Laufe einiger Stunden mit vollkom- 
mener Sicherheit darüber Aufschluss geben. Und lediglich durch das Verhalten 
der Genitalanhänge bei den einzelnen Arten wurde mir das ermöglicht. Denn 
sie erwiesen sich als vollständig constant, ohne Uebergänge, und bei 
jeder Art als verschieden, meistens sogar sehr beträchtlich. 

5. Bei den Hymenopterengattungen Bombus, Psithyrus, Sphecodes etc. 
ist die Unterscheidung der einzelnen Arten nach Farbe, Form etc. kaum möglich. 



1) Deutsche ontomologische Zeitschrift, 1881. 

2) Die Darwin'sche Theorie und das Migratiousgesetz, S. 30. 
^) Deutsche entomologische Zeitschrift, 1878. 

«) C. Es che rieh, Die paläarktischen Vertreter der Coleopterengattung ^Zonitis"- Fabr. 
(Deutsche entomologische Zeitschrift, 1891, S. 231, Taf. IV). 



Die biologische Bedeutung der „Genitalanhänge" der Inselcten. 



231 



einerseits weil die Variabilität eine sehr grosse ist, und andererseits, weil die 
unterscheidenden Charaktere manchmal nur äusserst geringfügig sind. Man schritt 
deshalb zur Untersuchung der Genitalanhänge und fand in diesen ein vortreff- 
liches Mittel zur Artunterscheidung, indem diese sowohl constant 
sind als auch besonders bei nahe verwandten Arten meistens einen 
grundverschiedenen Bau aufweisen. So äussert sich z. B. v. Hägens^) 
in seiner Arbeit über die Gattung Sphecodes folgendermassen: „Die Bienengattung 
„Sphecodes^ bildet ein auffallendes Beispiel für die Bedeutsamkeit der männ- 
lichen Genitalien, denn bei keiner Insektengruppe hat wohl je eine so grosse 
Meinungsverschiedenheit über die Anzahl der einzelnen Arten stattgefunden — 
Dr. Sichel nimmt nur drei, Prof. Förster 232 Arten an — und nirgendwo 
geben die Genitalien einen so klaren Aufschluss zur Entscheidung 
über die Meinungsverschiedenheit und Feststellung der Arten". 

6. Heinrich Fischer bemerkt über das Verhalten der Genitalanhänge bei 
verwandten Arten in seinem berühmten Werke „Orthoptera Europaea" (1853!), 
p. 14, Folgendes: „Appendices abdominis in speciebus singulis ejusdem 
generis (evidentissime in Locustinorum familia) discrepant, quare ad distin- 
guendos species ceterum simillimos egregie adhiberi possunt". 

7. Endlich möchte ich noch die Resultate, die ]>ziedzicki^) bei der Unter- 
suchung der Genitalanhänge der Dipteren gattung „Phronia'' gewann, und 
die besonders geeignet sind, das Verhalten der Genitalanhänge bei den einzelnen 
Arten zu illustrireu, anführen. Er sagt: „. . . . Je me suis cependant definitive- 
ment convaincu, que la grand variabilite dans la structure de cet Or- 
gane (organe copulateur), remarquee dans les differents especes des 
Mycetophilides, qui appartiennent aux genres que j'ai examines, et la con- 
stance extraordinaire de la forme de cet organe dans chaque espece, sert de 
criterium le plus sür pour la distinction des especes, chex lequelles aucun autre 
caractere ne peut le remplacer. Un des plus eminents observateur dans la syste- 
matique entomologique, Mr. le Prof. Fr. Brauer dans son important travail: 
„Systematisch-zoologische Studien", dit sur la p. 31 (267): „Die Arten werden 
durch die kleinsten Verschiedenheiten ..... durch verschiedene Sculptur und 
zuletzt durch Färbung, sehr gewöhnlich aber durch die Verschiedenheit 
der Geschlechtsorgane abgegrenzt"; ainsi donc le Prof. Brauer, egalement 
comme Darwin et les autres observateurs, considere la diiference dans les or- 
ganes sexuels pour criterium le plus important dans la distinction des especes." 

Ausser diesen sieben angegebenen Fällen wurden noch eine ganze Reihe 
von Untersuchungen über das Verhalten der Genitalanhänge bei verwandten Arten 
angestellt, die hier alle einzeln anzuführen viel zu weit gehen würde. Sie sind 
audi grösstentheils von untergeordneter Bedeutung (wenigstens für unseren Zweck) 
und meistens rein systematischer Natur. 



') Deutsche entomologiscbe Zeitschrift. 1882, S. 210. 

2) Revue des especes europeennes du genre ^Phronia'^ Winnertz (Horae soc. ent. Rossic, 
XXIII, 1889). 



232 



C. Escherich. 



Wenn man die eben mitgetlieilten sieben Fälle durchliest, so wird wohl 
jedem ein Moment sofort auffallen, nämlich die frappante Uebereinstiramung 
der Schlussfolgerungen, die sich aus den Untersuchungen, die doch grösstentheils 
ganz unabhängig von einander, in ganz verschiedenen Insektenclassen gemacht 
wurden, ergaben. Sämmtliche Autoren stimmen nämlich darüber vollkommen 
überein, dass die Genitalanhänge ein ausgezeichnetes Merkmal zur 
Artunterscheidung, ein überaus sicheres Artkriterium darbieten. 
Folgende drei Eigenschaften verleihen ihnen diesen Charakter: einmal sind die 
Genitalanhänge äusserst constant und ändern gewöhnlich nicht mit den übrigen 
Eigenschaften (Farbe, Form, Sculptur) ab; sodann sind sie bei den meisten Arten 
(wenn nicht bei allen!) verschieden, und endlich sind die Unterschiede sehr häufig 
gerade bei nahe verwandten Arten besonders gross. 

Diese Eigenschaften, deren Vorhandensein ja durch die oben erwähnten 
Untersuchungen genügend bewiesen sein dürfte, machen es in der That er- 
klärlich, dass die Genitalanhänge in der Systematik eine grosse KoUe spielen. 
Denn der Begriff „Art" wird dadurch ein bestimmter, scharf begrenzter; die 
Zerschneidung der scheinbar zusammenhängenden organischen Formenkette in 
einzelne grössere oder kleinere Glieder, d. i. Arten, ist nicht mehr der Willkür 
des menschlichen Geistes unterworfen, sondern von der Natur genau vorge- 
schrieben; die oft endlos scheinenden, höchst uninteressanten Streite über die 
Artberechtigung dieser oder jener Form werden aufhören, da man ja mit 
Sicherheit sagen kann: das ist „Art", das ist nur „Rasse"; jede Art ist gewisser- 
massen abgestempelt, so dass es ein „zu viel" oder ein „zu wenig" bei der Auf- 
stellung von Arten nicht mehr geben kann! So wird es, so muss es kommen, 
wenn von Seite der Systematiker die Genitalanhänge genügend berücksichtigt 
werden; ja, es macht sich bereits ein sehr wohlthuender Einfluss in der Ento- 
mologie fühlbar, indem nämlich die schreckliche „Mihi-Sucht", die ja bekanntlich 
in der Entomologie in besonderer Blüthe stand, etwas in Abnahme begriffen isi^ 
und man nicht mehr auf die kleinsten Verschiedenheiten in Farbe, Grösse etc. 
sofort eine „nova species" gründet, sondern sich vorher durch Untersuchung der 
Genitalanhänge darüber Gewissheit verschafft. 

Bisher wurde nur des männlichen Geschlechtes gedacht, indem uns ja ledig- ■ 
lieh die Genitalanhänge der Männchen beschäftigten, während von den weiblichen 
Genitalanhängen noch gar nicht die Rede war. Es sind eben nur äusserst mangel- 
hafte Untersuchungen hierüber angestellt worden! Dennoch aber reichen sie hin, 
die theoretischen Schlüsse, die sich nothwendig ergeben, zu bestätigen. 

Die weiblichen Genitalanhänge bilden den correspondirenden Theil zu den 
männlichen; wo also in dem einen Geschlecht eine Erhöhung sich findet, da ist 
in dem anderen eine Vertiefung zu suchen; wenn z. B. für das Männchen die 
Widerhacken an den Haftklappen einen Zweck haben sollen, so müssen sich dt)ch 
beim Weibchen Vertiefungen finden, in welche die Widerhacken eingreifen können ; 
wenn das primäre Stück des Männchens gebogen ist, so muss der Ruthencanal 
des Weibchens ebenfalls gebogen sein; wenn die Genitalanhänge des Männchens 
tri valvulär sind, also drei Klappen besitzen, so müssen auch beim Weibchen drei 



Die biologische Bedeutung der „Genitalanhänge" der Insekten. 



233 



entsprechende Höhlungen vorhanden sein u. s. f.; überhaupt müssen sich die 
Genitalanhänge der beiden Geschlechter genau ergänzen, um bei 
der Copula ein compactes Ganzes zu bilden. 

Zu einer bestimmten Form des männlichen Copulationsapparates gehört 
also eine ganz bestimmte, genau entsprechende Bildung der weiblichen Genital- 
anhänge. Da aber, wie ich oben des Längeren ausgeführt habe, die männlichen 
Genitalanhänge der meisten (wenn nicht aller!) Arten verschieden sind, so folgt 
daraus, dass das auch bei den weiblichen der Fall sein muss, d. i., dass auch 
die Genitalanhänge derWeibchen bei den meisten Arten verschieden 
geformt sein müssen. 

Diese Schlussfolgerung, zu der man nothwendiger Weise gelangen muss, 
ist so klar und selbstverständlich, dass sie der thatsächlichen Bestätigung gar 
nicht bedürfen würde; trotzdem aber will ich nicht versäumen, die wenigen Unter- 
suchungen, die über das Verhalten der weiblichen Genitalanhänge bei den ver- 
schiedenen Arten gemacht wurden, hier mitzutheilen: 

Vor allen ist hier 0. Hof mann zu nennen, der die weiblichen Genital- 
anhänge der Butaliden (Lepidopteren) untersuchte und constatiren konnte, dass 
diese, ebenso wie die männlichen, bei jeder Art verschieden gebaut 
sind. „An der OefFnung des Ruthencanals befinden sich bei den verschiedenen 
Arten verschieden gestaltete chitinöse Anhänge, die offenbar in Beziehung zu den 
so verschiedenartig gestalteten Genitalanhängen der Männchen und der Beschaffen- 
heit dgs Penis derselben stehen."^) 

Sehr beachtenswerth ist ferner eine Bemerkung Dziedzicki's über di€ 
weiblichen Genitalanhänge der Dipterengattung Phronia: „Tout ce que j'ai dit 
plus haut sur Fimportance de la forme externe de l'organe copulateur pour la 
diagnostique des especes du genre Pronia (siehe oben), peut s'appliquer com- 
pletement ä l'ovipositeur de la $, qui presente egalement des diffe- 
rences, aussi bien prononcees dans chaque espece, qu'il ne cede en 
rien au copulateur sous la rapport d'importance diagnostique".^) 

Endlich constatirte noch E. Hoff er eine Verschiedenheit der weiblichen 
Genitalanhänge bei den verschiedenen Arten der Hjmenopterengattung „Pst- 
thyrus^.^) 

In diesen drei Fällen — den einzigen, die mir bekannt sind — wird also 
unsere oben ausgesprochene Ansicht vollauf bestätigt, wie es ja nicht anders sein 
konnte. Und ebenso wie in diesen drei Gattungen, die in Bezug auf das Ver- 
halten der weiblichen Genitalanhänge bei den verschiedenen Arten untersucht 
wurden, muss es auch bei allen anderen sein, deren Arten im männ- 
lichen Geschlechte verschieden geformte Genitalanhänge besitzen. 



0. Hofmann, Beiträge zur Kenntniss der Butaliden (Stettiner Entomologische Zeitung, 
1890, S. 206). 

2) Dziedzicki; Eevue des especes europeennes du genre „Phronia''^ Winnertz (Horae soc. 
ent. Kossic, XXIII, 1889). 

'7^) Mittheilungen des Naturwissensch. Vereins für Steiermark, 1888, S. 91. 
Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 30 



234 



C. Escherich. 



III. Die biologische Bedeutung der Genitalanhänge. 

NacMem nun im vorigen Abschnitte festgestellt wurde, dass die Genital- 
anhänge der Männchen bei den verschiedenen Arten in der Form ganz beträcht- 
liche Unterschiede zeigen und dass ferner die Genitalanhänge der Weibchen das- 
selbe Verhalten aufweisen, so dürfte wohl der Schluss nahe liegen, dass eine 
fruchtbare Copula nur zwischen ganz bestimmten Individuen statt- 
finden könne, und zwar nur zwischen solchen, deren Genitalanhänge 
in beiden Geschlechtern genau correspondirend gebaut sind. Denn 
eine fruchtbare Copula zweier verschiedener Arten, vorausgesetzt, dass diese 
auch verschiedene Genitalanhänge besitzen, ist schon aus rein mechanischen 
Gründen nicht gut möglich. Es ergänzen sich eben hier die Genitalanhänge 
in beiden Geschlechtern nicht; das Männchen besitzt vielleicht ein gebogenes 
primäres Stück, während der Euthencanal des Weibchens gerade ist; infolge dessen 
kann das Männchen das primäre Stück nicht vollständig einführen; oder das 
Männchen besitzt zwei mit Widerhacken versehene Haftklappen, während beim 
Weibchen keine Vertiefungen dazu vorhanden sind; wie soll in diesem Falle das 
Männchen das Weibchen festhalten? u. s. w. Kurz, es wird dem Männchen einer 
Art niemals gelingen, das Weibchen einer anderen Art wirklich zu begatten. 

Es werden zwar vielfach Beobachtungen berichtet, nach welchen Thiere, 
die ganz verschiedenen Familien, ja sogar verschiedenen Classen angehören, in 
Copula angetroffen wurden ; so hat man z. B. einen Elater in Paarung mit einer 
Orina gesehen, und L. v. Aigner theilte mir brieflich mit, dass er vor einigen 
Jahren eine Sesia mit einer Wespe in Copula angetroffen habe u. s. w. Aber 
diese Thatsachen widersprechen ja meinen Anschauungen nicht im geringsten. 
Denn ich spreche ja solchen unnatürlichen Paarungen nur den Er- 
folg ab, dieser wird stets ein negativer sein. 

Hiefür wurden sogar experimentelle Beweise erbracht, und zwar durch 
E. Hoff er, der in den Gattungen Bombus und Psithyrus diesbezügliche Ver- 
suche anstellte. Diese sind von fundamentaler Bedeutung, so dass ich mich ver- 
anlasst sehe, den Bericht Hoffe r's^) hier wiederzugeben. Er lautet folgender- 
massen : 

„Ich habe schon in den „Hummeln Steiermarks" (I, S. 67) meine Meinung 
über Hummelbastarde dahin formulirt, dass zwischen Individuen zweier ver- 
schiedener Speeles keine wirkliche Copula stattfindet, dass also von Verbaste- 
rungen der Hummeln keine Eede sein kann. Auf Grund der vielen weiteren 
seitdem gemachten Experimente und Beobachtungen glaube ich mit aller Ent- 
schiedenheit bei meiner Ansicht beharren zu müssen. Diese compli- 
cirten Organe der sind eben nur für die ihnen entsprechenden Organe der 9 
gebaut und kann an eine wirkliche Befruchtung des 9 einer bestimmten Species 
durch ein einer anderen Species gar nicht gedacht werden, da eben eine 



1) Mittheilungen des Naturwissensch. Vereins für Steiermark, 1888. 



Die biologische Bedeutung der „Genitalanbäuge" der Insekten. 



235 



physische ÜDmöglichkeit vorliegt. Es soll zwar Smith mehrere Pärchen von 
Psitliyriis rupestris mit Bomhus lapidarius in Copula gesehen haben, weshalb 
Gerstäcker die Ansicht, dass gerade bei schwierigen Gattungen Verbasterungen 
stattfänden, für bestätigt erklärt; ferner bemerkte Schmiedeknecht im Herbste 
1876 das von elegans mit lapidarius 9 vereint. Ich bin aber der Ueber- 
zeugung, dass hier ein Irrthum vorliegt, nicht so sehr in Bezug auf die ange- 
führten Speeles, als vielmehr in Bezug auf den Erfolg der angeblichen Copula. 
Gibt man nämlich hitzige Hummelmännchen, z. B. die des Bomhus Bajellus oder 
pomorum (Stammform oder var. elegans) im Vivarium mit 9 einer beliebigen 
Hummel oder Schmarotzerhummel zusammen, so überfallen die brünstigen 
die armen 9 fa-st augenblicklich, halten sie mit ausserordentlicher Hartnäckigkeit 
und Geschicklichkeit umklammert und versuchen, mögen die Weibchen thun, was 
sie wollen, fliegen, laufen, sich auf den Eücken werfen etc., die Genitalien einzu- 
führen, aber dies gelingt ihnen wegen des ganz verschiedenen Baues der weib- 
lichen Hypopjgien bei einer fremden Art nie, wie ich bei einer Anzahl von Fällen 
gesehen habe, während sie bei noch nicht befruchteten 9 ihrer eigenen Art nach 
längerem oder kürzerem Herumbalgen zum erwünschten Resultate gelangen. Solche 
unverschämte lassen ihre unglücklichen Opfer, die sich mit den Kiefern, dem 
Stachel, ja dem ganzen Leibe dagegen wehren, stundenlang nicht aus, so dass sie 
ihnen die Vorderflügel, unter deren Wurzeln sie sich eben mit den Vorderbeinen 
auf das Hartnäckigste festhalten, häufig so verbiegen, dass die 9 nicht mehr 
fliegen können. Aber da kann man wohl sagen, aller Liebe Mühe ist umsonst, 
nie kann eine ejaculatio seminis in die Samentasche eines fremden 
9 stattfinden, wie ich mich in mehr als hundert Fällen überzeugt habe." 

Weiter unten fährt Hoffer fort: „Ich hatte jeden Sommer und Herbst 
eine grosse Menge von allen möglichen Hummel- und Schmarotzerhummelarten 
im Vivarium, und während man bei gewissen Arten die stundenlang dauernde, 
wirkliche, rechtmässige Copula oft und oft sehen konnte, während die unrecht- 
mässige Herumreiterei zwischen nicht zu derselben Speeles gehörige Formen eine 
gewöhnliche Erscheinung ist, habe ich noch nie gesehen, dass im letzte- 
ren Falle wirklich eine Begattung stattgefunden hätte. Und wie könnte 
das auch stattfinden, da die Genitalanhänge des verschiedener Speeles so total 
verschieden sind? Und da auch die weiblichen Organe verschiedene Formen 
zeigen, so ist eine Verbasterung als eine Unmöglichkeit anzusehen. 
.... Und dann, wer hat je einen Blendling zweier verschiedener Hummel- 
species oder gar zwischen Bomhus und Psithyrus gesehen? Welche Sammlung 
hat nur etwas Aehnliches aufzuweisen ? In der ganzen Literatur findet sich, so 
viel mir bekannt, nicht eine Andeutung darüber. Es müsste ein solcher Bastard 
ja auch eine Vermischung der plastischen Merkmale beider Eltern zeigen, und 
ein Exemplar dieser Art ist noch nie gefangen, wenigstens nie beschrieben worden. 
Die Herumreiterei der hitzigen Bombus- oder Psithyrus-MännGhen auf nicht zu 
ihrer Speeles gehörigen 9 ist ganz einfach dem widrigen Umarmen unglücklicher 
Karpfen oder ähnlicher Fische durch brünstige Froschmännchen zu vergleichen; 
nur könnte in diesem Falle, wenn gelegte Fischeier vorhanden wären, ein Sperma- 

30* 



236 



C. Escherich. 



erguss auf dieselben stattfinden, was bei den Hummeln wegen der inneren Be- 
fruchtung derselben unmöglich erscheint." 

E. Hoff er hat durch diese Versuche zunächst gezeigt, dass bei den Hum- 
meln eine fruchtbare Copula zweier verschiedener Arten nicht zu Stande kommen 
kann, und zwar aus mechanischen Gründen, da die Genitalanhänge bei jeder Art 
verschieden gebaut sind. Daraus geht hervor, dass zur Erreichung einer 
Befruchtung unbedingt nothwendig ist, dass die sich begattenden 
Thiere vollständig gleiche, respective genau correspondirende Ge- 
nitalanhänge besitzen; ist das nicht der Fall, d. i. sind die Genitalanhänge 
der beiden Geschlechter nicht genau correspondirend gebaut, so ist eine Befruch- 
tung ausgeschlossen. 

Wie ich nun oben des Längeren erörtert habe, sind nicht nur bei den 
Hummeln die Genitalanhänge in jeder Art von anderer Gestalt, sondern ist diese 
Eigenschaft wahrscheinlich bei allen Insekten herrschend, so dass man die 
Eesultate, die E. Ho ff er durch seine verdienstvollen Experimente an den Hum- 
meln gewonnen hat, ruhig auch auf die anderen Insekten anwenden kann und 
daher annehmen darf, dass überhaupt in der Classe der Insekten eine 
Befruchtung eines Weibchens einer Art durch ein Männchen einer 
anderen Art (wohl in den allermeisten Fällen) nicht zu Stande kommen 
kann. Und, wäre das nicht der Fall, was für eine Unzahl von Blendlingen 
und Uebergängen müsste dann existiren, da, wie wir durch E. Hoff er und Andere 
erfahren haben, die brünstigen Männchen wenig wählerisch sind und sich einfach 
auf das ihnen zunächst sitzende Weibchen stürzen ! „Die Natur ist hier offenbar 
bestrebt", sagt Kraatz in seiner ausgezeichneten Arbeit über das Begattungs- 
glied der Käfer ^), „nicht nur die Fortpflanzung im Allgemeinen, sondern auch die 
der einzelnen Arten so viel als möglich zu sichern. Sie war demnach darauT 



Kraatz hat sehr Eecht, wenn er der verschiedenartigen Bildung der 
Genitalanhänge die Function eines „Riegels" zuschreibt; denn in der That trägt 
ja der ungeheure Formenreichthum der fraglichen Organe sehr viel 
dazu bei, das Männchen an einer Begattung eines nicht zu derselben 
Art gehörigen Weibchens zu hindern, allgemeiner ausgedrückt, 
Kreuzungen zweier verschiedener Arten auszuschliessen, die „Art" 
also rein zu erhalten. Darin besteht die biologische Bedeutung der 
Genitalanhänge. 

Es erübrigt nur noch, die Frage zu beantworten, durch welche Um- 
stände der Formenreichthum der Genitalanhänge hervorgerufen 
worden sei. Man könnte zunächst auf die Vermuthung kommen, es liegen hier 
Anpassungs Verhältnisse vor; die verschiedene Gestalt sei nothwendig, da ja die 
verschiedenen Arten den Begattungsact auch in verschiedenen Verhältnissen voll- 
ziehen; wenn z. B. die Individuen einer Art auf dem Boden sich begatten, 





^) Deutsche entomologische Zeitschrift, 1881. 



Die biologische Bedeutung der „Genitalanhäuge" der Insekten. 



237 



während die Copula einer anderen Art auf Blüthen, die durch Wind etc. fort- 
während in Bewegung versetzt sind, stattfindet, so dürfe man wohl erwarten, dass 
hei der letzteren Art stärkere Haftapparate vorhanden seien, als bei der erstercn! 
Man könnte so zu der Vermuthung kommen, dass jeder, auch der kleinste 
Theil eines Copulationsapparates, jeder Vorsprung, jede Biegung, jede Ver- 
tiefung etc. eine ganz bestimmte mechanische Function, die durch die Art 
der Begattung genau bedingt sei, zu erfüllen habe. 

Diese Vermuthung wird jedoch sehr unwahrscheinlich, wenn man in Er- 
wägung zieht, dass ja auch bei Arten, die an einer Oertlichkeit vorkommen und 
die die Begattung in genau denselben Bedingungen vollziehen, die Genital- 
anhänge einen grundverschiedenen Bau aufweisen können, wie z. B. 0. Hof- 
mann bei den Butaliden constatirte! Dass die Haupttypen auf Anpassung 
zurückzuführen sind, ist ja selbstverständlich, so ist doch z. B. der Schutzapparat, 
der sich an den Genitalanhängen der Dytisciden befindet, lediglich dadurch bedingt, 
dass sich die Thiere im Wasser begatten und dabei leicht Fremdkörper in die 
Genitalöffnung gelangen -könnten. Aber im Gebiete dieser Haupttypen 
kommen eben eine so ungeheuere Anzahl der verschiedensten Modi- 
ficationen vor, dass hierbei an Anpassung an äussere Verhältnisse gar nicht 
gedacht werden kann. Welche äusseren Umstände könnten die Ursache sein, 
dass von zwei nahe verwandten, an einer Oertlichkeit vorkommenden Arten die 
eine beilförmig erweiterte Haltzangen besitzt, während dieselben Organe bei der 
anderen Art einfach oder kugelförmig erweitert sind, dass die eine Species Dornen 
an der Innenseite der Haftklappen besitzt, während sie bei der anderen fehlen, 
oder dass bei der einen Art das primäre Stück nach hinten zugespitzt, bei der 
änderen aber nicht verjüngt ist, oder endlich dass die Penisscheide bei einer Art 
stark nach abwärts gekrümmt ist, während sie bei der nächstverwandten Species 
gerade oder nach aufwärts gebogen ist? 

Der geistvolle Naturforscher und Philosoph A. Weismann behauptet 
zwar: „es beruht alles auf Anpassung", ein Satz, den bekanntlich sogar 
Ch. Darwin in dieser präcisen Fassung nicht mehr aufrecht erhielt. „Da ist 
nichts Gleichgiltiges", sagt Weismann, „Nichts, was auch anders sein könnte; 
jedes Organ, ja jede Zelle und jeder Zelltheil ist gewissermassen abgestimmt 
auf die Kolle, welche er der Aussenwelt gegenüber zu übernehmen hat. 

Gewiss sind wir nicht im Stande, bei irgend einer Art alle diese An- 
passungen nachzuweisen, aber wo immer es uns auch gelingt, die Bedeutung 
eines Structurverhältnisses zu ergründen, entpuppt es sich immer wieder als 
eine Anpassung, und wer es je versucht hat, den Bau irgend einer Art eingehend 
zu Studiren und sich Kechenschaft zu geben von der Beziehung seiner Theile zur 
Function des Ganzen, der wird sehr geneigt sein, mit mir zusagen: es beruht 
Alles auf Anpassung, es gibt keinen Theil des Körpers und sei es auch der 
kleinste und unbedeutendste, überhaupt kein Structurverhältniss, das nicht ent- 
standen wäre unter dem Einfluss der Lebensbedingungen, sei es bei der betreffenden 
Art selbst, sei es bei ihren Vorfahren; keines, das nicht diesen Lebensbedingungen 
entspräche, wie das Flussbett dem in ihm strömenden Fluss." 



238 



C. Escherich. 



Nach den obigen Ausführungen scheint aber dieses für die Vielgestaltigkeit 
der Genitalanhänge nicht zuzutreffen. Den oben bereits angeführten Gründen 
möchte ich noch hinzufügen, dass wenn die Bildung der Genitalanhänge durch 
Anpassung geleitet worden wäre, doch diejenigen Arten, die sich unter denselben 
Verhältnissen begatten, auch denselben Copulationsapparat besitzen müssten. Eine 
einzige, den Verhältnissen entsprechende Form würde für alle diese vollkommen 
genügend sein, da es sich hier ja nur um eine functionelle Anpassung 
handeln könnte. 

Alle Modificationen, die sich aus einem solchen „Grundtypus" gebildet 
haben, sind daher für die Existenz und Fortpflanzung der Individuen voll- 
kommen gleichgiltige Dinge, die ohne Schaden auch anders sein könnten. 

Wir sehen also, die Erklärung, die Weismann für die Existenz der 
Formen gibt, ist für unseren Fall nicht ausreichend, da ein causaler Zusammenhang 
des Formen reichthums der Genitalanhänge mit der Aussenwelt nicht constatirt 
werden kann. Es bleibt uns dahej; kein anderer Ausweg übrig, als uns zur 
Annahme einer unbekannten Kraft zu bekennen. In der Art und 
Weise, wie sich die Kraft äussert, nämlich in der Schaffung möglichst 
vieler Modificationen in der Bildung der Genitalanhänge, erblicke 
ich das Princip der Keinerhaltung der Art. Wer sich mit dem Studium 
der Geni talanhänge eingehender befasst hat, wird mir Eecht geben, wenn ich 
behaupte, dass in den meisten Fällen die Formen nur deshalb verschieden sind, 
damit sie verschieden sind und so einer Kreuzung ein Hinderniss in den Weg 
legen. Mit grossem Eaffinement ist die Natur manchmal vorgegangen, um dem 
„Princip der Reinerhaltung der Art" gerecht zu werden, indem sie immer und 
immer wieder neue Combinationen erfand und neue Formen construirte. 

Uebrigens wurden auch in anderen Thierclassen Thatsachen constatirt, die 
sehr viel Analogie mit unserem Falle besitzen und die sehr zu Gunsten obigen 
Principes zu sprechen geeignet sind. 

Th. Eimer z. B. theilt uns Folgendes mit:^) „An einem anderen Orte^) 
wurde von mir darauf aufmerksam gemacht, wie ausserordentlich genau der 
Same sowohl in Beziehung auf seine Form als in Beziehung auf Energie und 
Modus der Bewegung den zu seinem Eindringen in das Ei vorhandenen Ein- 
richtungen angepasst sein müsse, um dieses Eindringen bewerkstelligen zu können. 
Ich führte an, wie sehr verschieden die Samenfäden bei ganz nahe verwandten 
Arten zuweilen seien, so z. B. bei Bana temporaria und esculenta. Gleichfalls 
eine wesentliche Verschiedenheit findet sich zwischen Samenelementen von Bufo 
viridis und variäbilis .... Noch grösser sind die in Eede stehenden Unterschiede 
z. B. zwischen Bomhinator igneus und seinen nächsten Verwandten; zahllose 
Beispiele Hessen sich in dieser Richtung anführen. Ich sprach die Ansicht aus, 
derartige morphologische Verschiedenheiten, sei es am Samen, sei es am Ei, 
könnten allein schon die Schwierigkeit der Bastardbildung erklären." 



1) Zoologische Studien auf Capri, II, S. 45. 

'-) Untersuchungen üher den Bau und die Beweglichkeit der Samenfäden. Würzburg, 1874. 



Die biologische Bedeutung der „Genitalanhängc' der Insekten. 



239 



Schildert uns hier Eimer nicht ganz ähnliche Verhältnisse, wie ich es 
bei den Insekten gethau? Auch hier ist also die Tendenz, eine Bastardbefruchtung 
zu verhindern, vorhanden; nur sind die Mittel zur Erreichung dieses Zieles andere 
und feinere als bei den Insekten. 

Ferner möchte ich zum Schlüsse noch der sehr verdienstvollen Unter- 
suchung von Oscar und Eichard Hertwig über die Bedingungen der Bastard- 
befruchtung Erwähnung thun, deren Eesultate ein besonders eclatantes Zeugniss 
darbieten, dass in der organischen Natur die Tendenz liegt, eine 
Kreuzung zweier Individuen, die nicht auf derselben phyletischen 
Entwickelungsstufe stehen, d. i. die verschiedenen Arten angehören, 
möglichst zu verhindern. Die genannten Forscher stellten nämlich Kreu- 
zungsversuche zwischen verschiedenen Arten aus der Classe der Echinoiden an 
und kamen dabei zu folgendem Schlüsse: 

„In der Eizelle sind regulatorische Kräfte vorhanden, welche 
für den normalen Verlauf der Befruchtung garantiren und Poly- 
spermie und Bastardbefruchtung zu verhindern streben."^) 

Wenn wir nun annehmen, dass diese beiden Momente, nämlich ver- 
schiedene morphologisch-physikalische Constitution der Geschlechtselemente bei 
verschiedenen Arten ^) und die von den Gebrüdern Hertwig geschilderte Eigen- 
schaft der Eizelle, auch bei den Insekten herrschen und zusammenwirken mit 
den verschieden gestalteten Genitalanhängen, so ist eine Erklärung für das 
überaus seltene Vorkommen von Bastarden bei den Insekten gegeben! 

Experimentelle Untersuchungen über die Bedingungen der Bastardbefruchtung. Jena, 1885. 
2) Ballowitz constatirte thatsächlich bei den Insekten ganz bedeutende Differenzen in der 
Form der Spermatozoen (Zeitschrift für wissensch. Zoologie, 1890). 



240 C. Escherieb. Die biologische Bedeutung der „Genitalanbänge" der Insekten. 



Erklärung der Abbildungen. 



a^afel IV. 

Fig. 1. Copiüationsapparat (primäres Stück) von Carabus maritimus Schaum. 



(nach Kraatz). 

„ 2. „ von Carabus sylvestris Fab. (nach Kraatz). 

„ 3. „ „ „ alpinus Dej. (nach Kraatz). 

„ 4. „ „ „ Staehlini Adams, (nach Kraatz). 

„ 5 a. „ „ Melolontha albida Friv. (Profil) (nach Metzler). 

„ 5 b. „ „ „ „ „ (untere Ansicht) (nach 

Metzler). 

„ 6. „ „ Lomopiera tiisimcto (Cetonie), Profilansicht (nach 

Kraatz). 

„ 7. „ „ Cantharis vesicatoria L. (ad nat.). 

„ 8. „ „ ByrrJms striata (nach Ee Itter). 

„ 9. „ „ Sphecodes gilbus L. (nach v, Hagens). 

„ 10. „ ,y- Psithyrus globosus (nach Hoffe r). 

„11. „ „ Phronia ö'irsc/mm* Dzied. (nach Dz iedzicki^. 

„ 12. „ „ „ caliginosa Dzied. (nach Dziedzicki), 

„ 13. „ „ Butalis laminella H. S. (nach Hof mann). 

„ 14. „ „ „ palustris Zeller (nach Hofmann), 

„15. „ „ Hylurgus piniperda F. (Borkenkäfer) (nach 

Lindemann). 

p. = primäres Stück. 



Fig. 1 — 6 incl. stellen Vertreter der ersten Gruppe dar. 
„ 7 — 12 incl. zeigen einige hivalvuläre Formen. 
„ 13 stellt einen tri valvulären Copulationsapparat vor. 
„ 14, 15 zeigen einen „unregelmässigen" Bau. 



UBRARY 
OF TUE 
UNIVERSITY or ikUNOIS 



241 



Zur Flora der grossen Kapela. 

Von 

A. Adolf Boller. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 4. Mai 1892.) 



Das Hauptgebirge Croatiens — die grosse Kapela — erreicht in seinem 
nördlichsten Theile, der Bela Lazica (1533 m), seine höchste Erhebung. 

In der mir bekannten Literatur über die croatische Flora finde ich wenige 
Standorte angegeben, die auf diesen Theil des mächtigen Gebirgszuges Bezug 
nehmen und da die Flora des benachbarten Kiek (1182 w) bei Ogulin die herr- 
lichste der Umgebung ist, so vermuthete ich, dass die spärlichen floristischen 
Angaben in der diesbezüglichen Literatur ihre Ursache wohl nur in einer noch 
nicht genügenden Durchforschung der allerdings schwer zugänglichen Bela Lazica 
haben konnten. Umsoweniger konnte ich mir den Mangel an Standortsangaben 
erklären, als doch geographische Lage, geognostische Bedingungen und die Er- 
hebung in die alpine Eegion mit dem Kiek übereinstimmen. 

In folgenden Aufzeichnungen gebe ich das Resultat mehrfacher Excursionen, 
die ich in den Jahren 1886—1888 von Jasenak und Tuk bei Mrkopalj aus in 
diesen mächtigen Gebirgsstock unternahm, zur Kenntniss. 

In der Nomenclatur und Schreibweise der Localitäten bin ich der im 
k. k. militär-geographischen Institute in Wien erscheinenden Specialkarte (Mass- 
stab 1 : 75.000) gefolgt, einerseits weil die Excursionen mit Hilfe dieses Karten- 
werkes durchgeführt wurden und mir kein besseres bekannt ist, andererseits weil 
die Benennungen der Oertlichkeiten nach dem im Volksmunde herrschenden - 
Gebrauche eine unzuverlässige und nur allzu verschiedene ist. 

Die Bela Lazica erhebt sich von dem Orte Jasenak an der Rudolfstrasse 
sehr steil bis zur Höhe von 1533 m und erstreckt sich von diesem dominirenden 
Punkte in nordwestlicher Richtung als kahler Felsengrat in einer beiläufigen 
Längenausdehnung von 10—12 km bis gegen Begovorazdolje hin. 

Die höher gelegenen Hänge dieses Gebirges sind besonders gegen Nord- 
osten vielfach von steilen Felswänden gebildet imd von tiefen, wilden Rissen und 
Schluchten unterbrochen, die unteren Theile sind minder durchschnitten und 
steil, und urwaldartig mit Eichen, Buchen und Fichten bewachsen. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 31 



242 



A. Adolf Boller. 



Der ganze Coraplex bildet eine circa 40 hm^ umfassende Wildniss, in der 
jede menschliche Ansiedlung mangelt. 

Die systematische Aufzählung der beobachteten und gesammelten Pflanzen 
möge hier mit der Bemerkung folgen, dass ubiquäre und allgemein in Croatien 
vorkommende Pflanzen weggelassen wurden und dass ich in Bezug auf die Nomen- 
clatur, die Autorencitation und Artenumgrenzung dem Conspectus florae Europae 
von Nyman gefolgt bin. 

Clematis Flammula L. Auf einem Felsen am Fusse des Kolmasac bei Jasenak 

an einer einzigen Stelle in nur wenigen Exemplaren. 
Ätragene alpina L. Am Grat der Bela Lazica häufig. 

Thalictrum galioides Nestl. Auf Wiesen bei Jasenak längs des Jasenacki potok. 
Eanunculus aconitifoUus L. In allen Schluchten und Wäldern der Bela Lazica 

verbreitet und bis in die Thäler hinabsteigend. 
Eanunculus cassubicus L. Unter Wiesengebüsch im Thale von Jasenak. 
Eanunculus lanuginosus L. In allen Wäldern bei Jasenak und Tuk. 
HelleboTus viridis L. Waldränder, grasige Orte bei Jasenak, Vrelo, Tuk und 

Mrkopalj . 

Helleborus niger L. Bela Lazica in Wäldern. 

Helleborus atrorubens K. Wälder am Fusse der Bela Lazica (Draga poljana 
der Specialkarte). 

Aquilegia vulgaris L. Grasplätze und buschige Hügel bei Jasenak ; Abhänge bei 

Begovorazdolje in einer zierlichen und kleinblüthigen Form (ttwa f. 

micrantha üechtr. ?). 
Aconitum Anthora L. In den höher gelegenen Waldpartien der Bela Lazica. 
Aconitum paniculatum Lam. Höchste Orte der Bela Lazica ; zahlreich, 
Epimedium alpinum L. Unter Buschwerk, auf Hügeln und Abhängen bei Tuk 

und Mrkopalj verbreitet. 
Corydalis lutea DC. Felsen am Aufstiege zur Bela Lazica. 
Corydalis ochroleuca St. In Felsspalten der Bela Lazica, in Gesellschaft mit 

Asplenium viride Huds. und Linaria cymhalaria Mill. 
Nasturtium lippicense DC. Berghänge, sonnige Orte und Felder bei Vrelo und 

Mrkopalj. 

Turritis glahra L. An dem Zaune eines Grasgartens in Jasenak. 
■Dentaria enneaphyllos L. In allen Wäldern verbreitet. 
Dentaria trifolia W. K. Schattige Waldstellen der Bela Lazica. 
Dentaria hulbifera L. Bei Jasenak und Begovorazdolje unter Gebüsch an mehreren 
Orten. 

Hesperis matronalis L. Unter Wiesengebüsch am Jasenacki potok; spärlich. 
Erysimum odoratum Ehrh. Abhänge der Bela Lazica. 

Erysimum odoratum Ehrh. var. dentatum (Blätter gezähnt). Mit der typischen 
Form; vereinzelt. 

Erysimum canescens Roth. Felsige Stellen auf allen Bergen um Jasenak. 
Conringia orientalis DC. Unter der Saat bei Mrkopalj in wenigen Individuen. 



Zur Flora der grossen Kapela. 



243 



Lunaria rediviva L. lu Waldschluchten der Bela Lazica. 
Berteroa incana BC. Strassenrand vor Jaseiiak. 

Peltaria alliacea L. Bei der Mühle von Vrelo an feuchten Felshängen. 
Iberis amara L. Bei Jasenak unter der Saat. 
Aethionema saxatile E. Br. Felsige Orte der Bela Lazica. 

Helianthemum vulgare Gaertn. var. grandiflorum Wk. Mit der typischen Form 

an grasigen Orten der Bela Lazica. 
Helianthemum Fuwana Mill. Hügel bei Jasenak. 
Polygala nicaeensis Risso. Bela Lazica (blaublühend). 
Silene livida Willd. Bela Lazica. 
Silene italica Pers. Buschige Orte bei Jasenak. 

Sile7ie dichotoma Ehrh. In wenigen Individuen auf Wiesen im Thale von 
Jasenak. 

Silene Schlössen Vuk. Bela Lazica. 

Saponaria officinalis L. Mit gefüllten Blüthen in einer ziemlich bedeutenden 

Gruppe an der Strasse bei Jasenak. 
Tunica saxifraga Scop. Trockene Abhänge der Kreka kosa bei Jasenak, 
Dianthus harbattis L. In Wäldern bei Jasenak, auf der Bela Lazica und bei 

Mrkopalj . 

Dianthus compactus Kit. Bela Lazica. 
Dianthus croaticus Borb. Bela Lazica. 

Dianthus silvestris Wulf. Am Grat der Bela Lazica in zahlreichen Gruppen. 
Cerastium decalvans Vuk. In Wäldern am Aufstiege zur Bela Lazica. 
Cerastium glutinosum Tr. Sterile Orte bei Jasenak. 

Stellaria nemorum L. In Wäldern bei Begovorazdolje und in allen Wäldern bei 

Jasenak und der Bela Lazica. 
Moehringia muscosa L. In Felsspalten am Grat der Bela Lazica zahlreich. 
Linum angustifolium Huds. Abhänge bei Tuk. 
Linum gallicum L. Auf der Bela Lazica an mehreren Orten häufig. 
Hihiscus Trionum L. Auf Erdanschüttungen bei Jasenak. 
Malva moschata L. Auf Wiesen bei Mrkopalj und Tuk. 
Althaea hirsuta L. Bei Jasenak. 

Hypericum veronense Schrank. Auf Abhängen überall verbreitet. 
Hypericum Bicheri Vill. Am Grat der Bela Lazica, spärlich. 
Hypericum humifusum L. Felder bei Begovorazdolje. 

Acer opulifolium Vill. In einer Schlucht der Bela Lazica in mehreren prächtigen 

Exemplaren; wohl auch anderwärts. 
Geranium phaeum L. Wiesen bei Jasenak. 
Geranium pratense L. Eine ganze Gruppe weissblühend bei Tuk. 
Geranium lucidum L. Felsige Hänge bei Begovorazdolje. 

Geranium Bobertianum L. var. purpureum Gaud. In Wäldern der Bela Lazica 

vereinzelt mit der typischen Form. 
Staphylea pinnata L. In Wäldern verbreitet, doch nirgends zahlreich. 
Euonymus verrucosus Scop. In Wäldern bei Jasenak, selten. 

31* 



244 



A. Adolf Boller. 



Bhus Cotinus L. Felsige Stellen der Bela Lazica; auch auf Abhängen bei 

Begovorazdolje. 
Genista germanica L. Bela Lazica und sonst verbreitet. 
Genista silvestris Scop. Buschige und grasige Orte der Bela Lazica. 
Genista sagittalis L. Häufig auf Hügeln und Abhängen bei Mrkopalj und Tuk. 
Ononis hircina Jacq. Bei Vrelo auf Grasplätzen. 
AnthylUs tricolor Vuk. Bei Mrkopalj. 
Anthyllis polyphylla Kit. Bela Lazica. 
AnthylUs Dillenii Schult. Bela Lazica. 
Medicago carstiensis Wulf. Am Debeli vrh bei Jasenak. 
Trifolium patens Schreb. Buschige Hügel bei Begovorazdolje. 
Trifolium hyhridum L, Wiesen bei Jasenak. 

Trifolium fragiferum L. Bei Begovorazdolje und nächst Mrkopalj. 
Trifolium medium L. Mit weissen Blüthen bei Tuk. 
Dorycnium decumhens Jord. Trockene Hügel bei Begovorazdolje. 
Arthrolohium scorpioides BC. Grasige Orte bei Mrkopalj, häufig. 
Tetragonolohus siliquous Koth. Wiesen bei Jasenak. 

Galega officinalis L. Strassenränder und Gräben bei Mrkopalj und Jasenak. 
Epilobium montanum L. In allen Wäldern der Bela Lazica. 
Epilohium roseum Eetz. Bei Tuk. 
Circaea intermedia Ehrh. und 

Circaea alpina L. Zusammen in den Wäldern der Bela Lazica. • 
Myricaria germanica Desv. Im Wiesengebüsche am Jasenacki potok bei Jasenak. 
Paronychia imhricata Kchb. An Felsen des Grates der Bela Lazica. 
Sempervivum hirtum L. Bela Lazica. 
Saxifraga Aizoon Jacq. Bela Lazica gemein. 
Saxifraga granulata L. Grasige Abhänge bei Tuk. 
Saxifraga petraea L. Höchste Orte der Bela Lazica. 
Saxifraga cuneifolia L. Bela Lazica. 

Saxifraga rotundifolia L. Ueberall um Jasenak, Vrelo, Tuk und Mrkopalj. 
Laserpitium latifolium L. Höher gelegene Orte der Bela Lazica. 
Orlaya platycarpos K. Bei Mrkopalj, selten. 
Toriiis heterophylla Guss. Bela Lazica, selten. 

Cnidium apioides Spr. In der Nähe des Unterkunfthauses Javornica südlich 
Jasenak. 

Seseli Hippomarathrmn L. Bela Lazica. 
Seseli leucospermum W. K. Bela Lazica. 
Anthriscus fumarioides Spr. Bela Lazica, selten. 
Bupleurum junceum L. Bei Jasenak nicht häufig. 
Bupleurum aristatum Barth Bei Mrkopalj. 

Eryngium alpinum L. Am Grat der Bela Lazica häufig. (Hier auch eine auf- 
fallende weisse Form, ohne jeglicher Amethystfärbung, in vielen Exemplaren 
vermischt mit der typischen Form.) 

Eryngium amethystinum L. Bei Mrkopalj an der Strasse. 



Zur Flora der grossen Kapela. 



245 



Astrantia croatica Tom. Wälder bei Jasenak am Wege zum Aufstieg zur Bela 
Lazica. 

Hacquetia Epipactis DC. In Gesellschaft mit Allium ursirmm L. in den höher 

gelegenen Waldpartien der Bela Lazica. 
Samhucus racemosa L. Waldlichtungen um Jasenak. 
Galium divaricatum Lam. Abhänge des Vk. Javornica südlich Jasenak. 
Galium 'pedemontaniim All. Bela Lazica. 
Valeriana angustifolia Tsch. In Wäldern bei Jasenak. 
Valeriana tripteris L. Bei Begovorazdolje nicht selten. 
Valeriana tuberosa L. Bela Lazica. 
Scahiosa graminifolia L. Bela Lazica. 
Scabiosa ochroleuca L. Hügel bei Tuk nächst Mrkopalj. ■ 
Scahiosa Scopolii Lk. Bela Lazica, spärlich. 

Scahiosa lucida Vill. Häufig bei Begovorazdolje nächst Mrkopalj. 

Cephalaria transsilvanica Schrad. Bela Lazica. Auch bei Tuk an Waldrändern. 

Doronicum austriacum Jacq. In allen Wäldern um Jasenak und an tiefer 

gelegenen Orten der Bela Lazica. 
Ptarmica vulgaris DC. Am Jasenacki potok nächst Vrelo unter Gebüsch. 
Achillea magna L. Bela Lazica. 
Achillea lanata Spr. Ebendaselbst. 

Achillea nohilis L. An der Strasse bei Jasenak; in einem Steinbruche bei 
Mrkopalj . 

Leucanthemum pallens DC. Unter dem Grat der Bela Lazica. 
PyretJirum einer ariaefolium Trev. Bela Lazica, selten. 
Artemisia Ahsinthium L. Bei Mrkopalj. 

Artemisia camphorata Vill. Auf Abhängen des Krcka kosa bei Jasenak. 
Gnaphalium norvegicum Gunn. Holzschläge bei Jasenak. 
Filago gallica L. Abhänge und sterile Orte bei Tuk. 

Telekia speciosa Bmg. In allen Thälern und auf Waldlichtungen gruppenweise. 

Micropus erectus L. Bei Jasenak häufig. 

Petasites albus G. In den Schluchten der Bela Lazica. 

Echinops Bitro L. Sterile Abhänge des Samar vrh, südlich von Begovorazdolje. 
Carlina simplex W. K. Bei Jasenak häufig. 

Onopordon illyricum L. An der Strasse im Orte Jasenak ein mächtiges Exemplar. 
Cirsium heterophyllum All. In den höher gelegenen Theilen der Bela Lazica. 
Carduus alpestris W. K. Auf der Bela Lazica. 

Jurinea mollis Echb. Bei Mrkopalj auf sterilen Abhängen der Celimbasa und 
Glavica. 

Serratula radiata MB. Bei Tuk, selten. 
Centaurea axillaris W. Bela Lazica. 
Centaurea rupestris L. Bela Lazica. 
Hieracium harhatum Tsch. Auf der Bela Lazica. 

Hieracium racemosum W. K. Am Mali Sterfic, östlich von Begovorazdolje. 
Hieracium lanatum W. K. Bela Lazica. 



246 



A. Adolf Boll er. 



Hieracium aurantiacum L. Bei Tuk und bei Jasenak auf buschigen Hängen. 

Picris laciniata Schk. An der Strasse vor Jasen ak. 

Äposeris foetida DC. In allen Wäldern um Mrkopalj und Jasenak. 

Campanula alpina Jacq. Am Grat der Bela Lazica. 

Campanula glomerata L. Bei Begovorazdolje und Mrkopalj häufig. 

Campanula bononiensis L. Auf grasigen Hängen bei Vrelo nächst Jasenak. 

Campanula Waldsteiniana E. S. Bela Lazica. 

Phyteuma betonicaefolium Vill. Bela Lazica, selten. 

Phyteuma pauciflorum L. Bela Lazica. 

Erica carnea L. Bela Lazica. 

Phododendron hirsutum L. Bela Lazica. 

Moneses grandiflora Slsb. In Wäldern bei Tuk und Mrkopalj. 

Vincetoxicum laxum G. G. Abhänge und buschige Orte bei Jasenak. 

Gentiana cruciata L. Um Mrkopalj häufig. 

Gentiana pneumonanthe L. Wiesen bei Jasenak. (Auch mit weissen Blüthen.) 
Gentiana asclepiadea L. In allen Wäldern bei Mrkopalj, Begovorazdolje, Jasenak, 

sowie auf der Bela Lazica verbreitet. 
Calystegia silvatica W. K. Gebüsche an den Hängen der Berge bei Jasenak. 
Heliotropium europaeum L. Sterile Orte und Abhänge bei Mrkopi^j. 
Borago officinalis L. Wegränder bei Jasenak. 

Pulmonaria moUis Wolff. Unter Gebüsch am Jasenacki potok und an Wald- 
rändern bei Yrelo. 
Cerinthe aspera Rth. Bei Tuk. 
Echium Wierzbickii Kb. Bei Mrkopalj. 

Lithospermum purpureo-coeruleum L. Auf einem sterilen Abhänge des Grbin 

vrh südlich von Jasenak. 
Myosotis alpestris Schm. Bela Lazica. Am Visnjevica bei Mrkopalj. 
Cynoglossum montanum Lam. Bela Lazica. 
Omphalodes verna Mch. Unter Gebüsch bei Tuk. 
Scopolia carniolica Jacq. In Schluchten der Bela Lazica. 
Atropa Belladonna L. Wälder bei Jasenak, selten. 
Verbascum thapsiforme Schrad. Bei Mrkopalj. 
Verbascum Blattaria L. Ebendaselbst. 

Verbascum thapsiformi-blattaria Doli. Unter den Eltern. (Stimmt mit einem 
in meinem Herbar erliegenden Original-Exemplare DölTs vollständig 
überein.) 

Verbascum Orientale M. B. Bei Jasenak. 

Scrophularia laciniata W. K. In Felsspalten an den höchsten Orten der Bela 
Lazica. 

Scrophularia Scopolii Hpe. Wälder bei Jasenak am Aufstieg zur Bela Lazica. 
Digitalis ambigua Murr. Unter Gebüsch und in W^äldern bei Mrkopalj und 
Jasenak. 

Linaria genistaefolia Mill. Bei Jasenak nicht selten. 
Linaria cymbalaria Mill. An Felsen der Bela Lazica. 



Zur Flora der grossen Kapela. 



247 



Linaria alpina Mill. Bela Lazica, selten. 

Veronica nrticaefolia Jacq. In allen Wäldern bei Jasenak nnd der Bela Lazica. 

Veronica saxatilis Scop. Bela Lazica. 

Veronica i^ersica Poir. Grasplätze bei Begovorazdolje. 

Euphrasia nemorosa Fr. Bei Mrkopalj auf Grasplätzen. 

Euphrasia Salishurgensis Funck. Hänge der Bela Lazica. 

Melampyrum harhatum W. K. Bei Tuk. 

Orobanche caryophijllacea Sm. Abhänge bei Jasenak. 

Teucrium flavum L. Buschige Orte bei Mrkopalj. 

Teucrium montanum L. Bei Jasenak; auf der Bela Lazica. 

Salvia glutinosa L. Wälder und Schluchten der Bela Lazica. 

Salvia aethiopis L. Bei Vrelo. 

Primella laciniata L. Bei Jasenak überall zahlreich. 
Melittis melissoiohyllum L. In allen Wäldern. 

Melittis melissophyllum L. var. ramosa Frejn. Im Walde bei Jasenak nächst 
dem Unterkunftshaus Javornica. An diesem Orte sammelte ich auch 
mehrere Exemplare mit weissen Blüthen, vielleicht Melittis alhida Guss. 

Stachys alpina L. Auf der Bela Lazica sehr verbreitet. 

Stachys suhcrenata Vis. Auf Karstboden bei Mrkopalj ; auf sonnigen Abhängen 

bei Tuk. (In Croatien ziemlich verbreitet.) 
Sideritis romana L. Bela Lazica. 

Calamintha grandiflora Mch. In allen Wäldern bei Jasenak und am Aufstiege 

zur Bela Lazica. 
Calamintha alpina Lam. Bela Lazica. 

Satureja illyrica Host. Höher gelegene Hänge der Bela Lazica. 
Soldanella montana W. und 

Soldanella alpina W. Beide in Wäldern der Bela Lazica. 

Primula suaveolens Bert. Bela Lazica, 

Androsaee villosa L. Bela Lazica. 

Glohularia Willkommii Nym. Bei Jasenak. 

Glohularia nudicaulis L. Bela Lazica. 

Amarantus viridis L. Bei Mrkopalj. 

Bumex alpinus L. Bela Lazica. 

Rumex ohtusifolius Wallr. Nächst Jasenak. 

Polygonum Bistorta L. Wiesen bei Jasenak. 

Polygonuni alpinum All. Bela Lazica, selten. 

Polygonum arenarium W. K. Bei Mrkopalj, selten. 

Daphne Laureola L. Wälder bei Tuk und Begovorazdolje. 

Daphne Cneorum L. und 

Daphne Mezereum L. Beide in Wäldern der Bela Lazica. 
Thesium intermedium Schrad. Bei Tuk. 
Thesium divaricatum Jan. Bela Lazica. 
Aristolochia Clematitis L, Bei Jasenak gemein. 

Mercurialis ovata Sternb.-Hpe. In den Wäldern zum Aufstiege zur Bela Lazica. 



248 



A. Adolf Boller. 



Euphorbia epithymoides L. Auf Hügeln, Abhängen und Grasplätzen bei Jasenak, 

Mrkopalj und Tuk häufig. 
Euphorbia dulcis L. Wälder bei Jasenak und Begovorazdolje. 
Euphorbia fragifera Jan. Bei Mrkopalj. 
Quercus pedunculata Ehrh. 
Quercus sessiliflora Slsb. 

Quercus lanuginosa Th. Bilden Bestandtheile der Wälder der Bela Lazica. 
Salix pentandra L. Bela Lazica. 
Salix herbacea L. Bela Lazica. 
Abies excelsa Poir. und 

Abies alba Mill. Bilden Bestandtheile der Wälder der Bela Lazica. 
Juniperus nana W. An den höchsten Orten der Bela Lazica. 
Cypripedium calceolus L. Buschige Abhänge bei Mrkopalj. 
Corallorhiza innata Br. Bei Jasenak, selten. 
Listera cordata Br. Bela Lazica. 

Orchis sambucina L. Bei Jasenak (gelb und purpurn blühend). 

Orchis laxiflora Lam. var. palustris Jacq. Auf Wiesen bei Jasenak. 

Piatanthera solstitialis Echb. Wälder der Bela Lazica. * 

Grocus albiflorus Kit. Bei Tuk. 

Narcissus poeticus L. Auf Wiesen bei Jasenak. 

Narcissus Pseudo- Narcissus L. Bei Mrkopalj. 

Leucojum aestivum L. Grasige Abhänge bei Begovorazdolje. 

Asparagus tenuifolius Lam. Unter Gebüsch bei Vrelo nächst Jasenak. 

Tamus communis L. Im Gebüsche auf Hängen der Bela Lazica. 

Hemerocallis flava L. Wiesen bei Jasenak. 

Asphodelus albus W. Bei Tuk. 

Lilium bulbiferum L. 

Lilium Martagon L. Beide auf der Bela Lazica. 

Erythronium dens canis L. Ueberall um Mrkopalj und Jasenak in Wäldern. 

Ornithogalum pyrenaicum L. Unter der Saat bei Jasenak. 

Ornithogalum umbellatum L. Bela Lazica auf grasigen Hängen. 

Allium rotundum L. Bei Tuk. 

Allium sphaerocephalum L. Bei Jasenak. 

Allium roseum L. Auf der Bela Lazica. 

Allium ursinum L. In Wäldern der Bela Lazica zahlreich. 

Colchicum pannonicum Grsb. Auf Wiesen bei Tuk. 

Luzula albida DC. Bei Jasenak in Holzschlägen. 

Luzula Forsteri DC. Bei Tuk. 

Arum maculatum L. Am Jasenacki potok unter Gebüsch. 
Cyperus longus L. Strassengraben vor Jasenak. 
Cyperus Monti L. Bela Lazica. 
Scirpus radicans Schk. Bei Jasenak. 

Carex silvatica Huds. Wälder bei Jasenak und der Bela Lazica. 
Carex distans L. Bei Mrkopalj. 



Zur Flora der grossen Kapela. 



249 



Carex fuliginosa Schk. Böla Lazica. 

Carex ferruginea Scop. Bela Lazica. 

Carex Halleriana Asso. Bei Mrkopalj, selten. 

Carex ASc/ire&m Schrank. Bei Tuk und Begovorazdolje. 

Chrysopogon Gryllus Trin. Abhänge bei Mrkopalj. 

Phleum alpimim L. Bela Lazica. 

Calamagrostis varia P. B. Bei Jasenak. 

Agrostis alpina Scp. Böla Lazica. 

Festuca heterophylla Lam. Bei Tuk. 

Festuca sulcata Hack. Bei Jasenak häufig. 

Festuca glauca. Lam. Bela Lazica. 

Festuca vaginata Kit. Bela Lazica, 

Poa alpina L. Bela Lazica. 

Elymus europaeus L. Grasige Abhänge bei Mrkopalj. 

Blechnum Spicant Rth. In allen Wäldern bei Jasenak und Mrkopalj. 

Scolopendrium vulgare Sym. Ueberall auf steinigen Hängen und in Felsspalten 

der Bela Lazica. 
Asplenium Adiantum nigrum L. Unter Gebüsch bei Jasenak. 
Asplenium germanicum Weis. Böla Lazica, selten. 

Asplenium viride Huds. f. typica. In Felsspalten am Aufstiege zur Bela Lazica. 

Polypodium vulgare L. var. serratum. Bei Jasenak. 

Ceterach officinarum W. An alten Strassenmauern bei Jasenak. 



Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 



32 



250 



Eine botanische Wanderung um Bihae in Bosnien 
und im angrenzenden Theile von Croatien. 

Von 

A. Adolf Boller. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 4. Mai 1892.) 



Ich benützte mehrere längere Urlaube, um jenes Alpengebirge Croatiens zu 
besuchen, welches sich von dem ziemlich bedeutenden Orte Petrovoselo in süd- 
östlicher Eichtung erhebt, sich hart an der croatisch-bosnischcn Landesgrenze 
hinzieht, mit dem Namen Pljesevica planina benannt ist, und mit der Gola 
Pljesevica — 1649 m — den höchsten Punkt erreicht. 

Von diesem Gebirge aus geniesst man nach Osten einen herrlichen Aus- 
blick in das Thal der Una und in die Niederung von Bihac, und da Zeit, Wetter 
und Umstände es gestatteten, so nahm ich stets auch meine Wege dahin und be- 
nützte meine wiederholten mehrtägigen Aufenthalte in Bihac dazu, mich in dessen 
Umgebung in floristischer Beziehung zu orientiren. 

Bihac ist ein freundliches, am Unaflusse gelegenes, im Aufblühen begrilFenes 
Städtchen, mit Post- und Telegraphenverbindung, guten Strassen und leidlichen 
Unterkünften, so dass es sich für eine Durchforschung des unteren Unathales als 
Ausgangsstation sehr gut eignet. 

Hart am Fusse der Pljesevica planina ist die Landesgrenze zwischen 
Croatien und -Bosnien gezogen. Das eben genannte Alpengebirge fällt nach Osten 
von seiner bedeutenden Höhe sehr steil ab. Bihac liegt vom Fusse der Pljesevica 
planina etwa 6 km entfernt. 

Betritt man Nordbosnien von dieser Seite, so ist wohl kaum an anderer 
Stelle der Wechsel des Vegetationsbildes ein so plötzlicher und unvermittelter als 
hier; während die herrliche alpine Flora der Pljesevica planina in Vielem an 
die Flora der Berge Tirols mahnt, treten wir abwärts steigend mit einem Male 
in das ausgesprochenste Vegetationsbild des Karstes, und nur an wenigen Stellen 
der Niederung von Bihac finden wir einige Vertreter der alpinen Flora, die aus 
ihren Höhen durch Elementarereignisse herabgeführt wurden. 



Eine botanische Wanderung um Bihac in Bosnien. 



251 



Das Terrain, das ich auf 15 Excursionen von Bihac aus besuchte, begrenzt 
sich gegen Norden etwa mit dem Orte Ostrozac im Unathale; nach Westen durch 
den Ostabfall der Pljesevica planina; im Süden durch die Ortschaften Medjudrazje, 
Skocaj und Ripac und im Osten durch die Linie Drenovo-Pass an der Strasse 
Bihac-Krupa und die Kammlinie der Grmic planina mit ihrer dominirenden 
Kuppe Gredoviti vrh mit 1209 m Höhe. 

Nomenclatur und Schreibweise der Oertlichkeiten ist nach der im k. 
und k. militär- geographischen Institute in Wien erscheinenden Specialkarte, 
Massstab 1 : 75.000, angenommen, weil die Excursionen an der Hand dieser Karten- 
werke durchgeführt wurden und auch die Notizen auf meinen Ausflügen darnach 
bewerkstelligt worden sind. 

Ich bemerke, dass 15 Excursionen in dem wechselvollen und theilweise 
schwierig zu betretenden Terrain der Umgebung von Bihac verschwindend wenig 
sind, um selbst bei einer so geringen Begrenzung des besuchten Territoriums 
ein vollständiges Bild der floristischen Verhältnisse zu geben ; ich will auch nur 
dasjenige bieten, was mir der Notirung werth schien und was ich sammelte, um 
es späterhin determiniren zu können, während ich alle dort zu Lande überall 
vorkommenden Speeles weggelassen habe; andererseits kommt jedoch dieser Auf- 
zählung der Umstand zu Gute, dass meine Aufenthalte in Bihac zu verschiedenen 
Jahreszeiten waren. 

In der Nomenclatur, Autorencitation und Artenumgrenzung bin ich 
Nyman's Conspectus florae Europae gefolgt. 

Atragene alpina L. Auf Felsen der höchsten Orte des Gredoviti vrh; häufig 

auf der Pljesevica planina. 
Clematis recta L. Auf Wiesen im Unathale bei Eipac, 
Clematis Viticella L. Unter Gebüsch bei Tihotina. 

Thalictrum minus L. var. virens Koch. Auf Abhängen der Curak glava, südlich 
des Drenovo-Passes. 

Anemone hortensis L. Unter Gebüsch im Drenovo-Passe; am Waldrande der 

Sokolacka glavica bei Sokolac. 
Anemone trifoUa L. Auf der Plje§evica planina. 
Adonis autumnalis L. Unter der Saat bei Bihac. 
Adonis vernalis L. Auf Abhängen und Hügeln bei Ostrozac. 
Batrachium hederaceum Dmrt. In der Una bei Golubic. 

Banunculus aconitifolius L. Auf der PljeSevica planina; am Gredoviti vrh in 

der Grmic planina. 
Banunculus ülyricus L. Abhänge bei Bihaö; nicht selten. 
Banunculus Villarsii DC. Pljesevica planina. 

Banunculus acer X lanuginosus. Unter den Eltern am Waldrande zu Lavalje. 

Banunculus arvensis L. var. geyminus Koch. Unter der Saat bei Bihac. 

Helleborus niger L. Abhänge der Pljesevica planina. 

Isopyrum thalictroides L. Unter Gebüsch im Unathale nächst Spahic. 

Nigella damascena L. Unter der Saat bei Sokolac südlich von Bihac ; bei Ostrozac. 

32* 



252 



A. Adolf Boller. 



Aquilegia platysepala Rchb. Unter Gebüsch am Mreznica potok bei Klokot, 
Aconitum Anthora L. Auf der Pljesevica planina und am Gredoviti vrh; an 

letzterer Loealität sehr spärlich. 
Paeonia cordlUna Eetz. An felsigen Stellen der Grmic planina; auf Abhängen 

des Gredoviti vrh. 

Epimedium alpinum L. Abhänge der Grmic planina; unter Gebüsch auf den 
Gradinahöhen. 

Corydalis ochroleuca St. Auf Felsen der Plje§evica planina; an ähnlichen Stellen 

am Gredoviti vrh in der Grmic planina. 
Corydalis lutea DC. Felsen der Pljesevica und der Grmic planina. 
Cheiranthus Cheiri L. Felsige Stellen der Pljesevica planina; am Gredoviti vrh. 
Nasturtium amphibium E. Br. 
Nasturtium terrestre Tausch. 

Nasturtium palustre DC. Im Unathal auf Wiesen und am Ufer des Flusses. 
Nasturtium lippicense DC. An sterilen Orten bei Bihac, 
Arahis croatica Sch., Nym., Ketsch. Auf der Pljesevica planina. 
Cardamine resedifolia L. Auf der Pljesevica planina. 

Cardamine trifolia L. Am Gredoviti vrh in der Grmic planina und in Wäldern 

der Pljesevica planina. 
Dentaria hulbifera L. Unter Gebüsch bei Bihac. 
Sisymhrium Columnae L. Strassenränder bei Kralje. 
Erysimum odoratum Ehrh. Auf Aeckern nächst Spahic. 
Erysimum canescens Eoth. Felsige Orte im Unathale bei Ostrozac. 
Erysimum helveticum DC. Auf Abhängen der Pljesevica planina. 
Alyssum medium Host. Am Gredoviti vrh in der Grmic planina. 
Alyssum montanum L. Grmic planina. 
Farsetia incana E. Br. Um Bihac häufig. 
Draha aizoides L. Auf der Pljesevica- und Grmic planina. 
Thlaspi alpestre L. Felsen des Gredoviti vrh. 
Iberis saxatilis L. Grmic planina in Felsspalten; nicht häufig. 
Hutchinsia petraea E. Br. Auf steinigen Hängen des Debeljaca, südlich von 

Bihac. 

Capsella rubella Eeut. Um Bihac mehrfach aufgefunden. 

Aethionema saxatile E. Br. Auf der Pljesevica planina; an steinigen Hängen 

der Grmic planina. 
Helianthemum vineale Pers. Steinige Abhänge des Berges Kozjan. 
Polygala nicaeensis Eisso. Auf grasigen Hügeln um Bihac verbreitet. 
Polygala comosa Schk. Bei Bihac (auch mit weissen Blüthen). 
Sagina ciliata Tr. Brachen bei Eipac; sehr spärlich. 

Moehringia muscosa L. Felsen der Grmic planina; häufig auf der Pljesevica 
planina. 

Stellaria nemorum L. Häufig in Wäldern der Pljesevica und Grmic planina 
Saponaria officinalis L. Bei Bihac. 

Vaccaria grandiflora Fisch. Unter Getreidesaat bei Klokot und Papar. 



Eine botanische Wanderung um Hihac in Bosnien. 



253 



Dianthus harbatus L. Pljesevica planina auf allen tiefer gelegenen Hängen. 

Dianihus Carthusianorum L. var. alpestris Neilr. Pljesevica planina. 

Dianthus Uburnicus Bartl. Grasige Abhänge bei Zavalje. 

Dianthus nodosus Tausch. Abhänge der Gradinahöhen südlich Bihaö. 

Silene italica Pers. Um Bihac an mehreren Orten. 

Ägrostemma Coronaria L. Steinige Abhänge im Unathale bei Ripac. 

Linum galUcum L. Sterile Abhänge des Gredoviti vrh; auf Hügeln bei Papar. 

Linum angustifoUum Huds. Velika kosa, nördlich des Drenovo-Passes. 

Linum flavum L. Unter Buschwerk an den unteren Hängen der Grmic planina, 

Malva moschata L. Auf Wiesen um Bihac, hie und da. 

Althaea offlcinalis L. Um Bihac; in der Nähe von Ortschaften, in Grasgärten. 
Hihiscus Trionum L. Wüste Orte nächst Veliki Radic an der Strasse Bihac- 
Krupa. 

Hypericum veronense Schrk. Um Bihac häufig. 
Hypericum JRicJieri Vill. Auf der Gola-Pljesevica. 
Hypericum montanum L. Grmic planina unter Gebüsch. 
Acer ohtusatum Kit. Abhänge der Pljesevica planina, nicht häufig. 
Acer monspessulanum L. Abhänge der Gradinahöhe südlich Bihaß. 
Geranium phaeum L. Unter Wiesengebüsch am Mreznica potok bei Klokot und 
Papar. 

Geranium silvaticum L. Wälder der Grmic planina. 
Geranium rotundifolium L. Abhänge des Grodoviti vrh. 
Geranium lucidum L. In Wäldern bei Skocaj, nicht häufig. 
Impatiens noUtangere L. Wälder der Pljesevica planina. 
Tribulus terrestris L. Wegränder bei Ripac im Unathale; bei Veliki Radic. 
Buta divaricata Ten. Bei Skoöaj auf Abhängen. 
Staphylea pinnata L. In Wäldern der Pljesevica planina. 
Evonymus verrucosus Scop. Pljesevica in Wäldern, selten. 
Paliurus australis Gärt. Um Bihac. 
Bims Cotinus L. Hügelgebüsch bei Bihac. 
Spartium junceum L. Bei Ripac auf steinigen Abhängen. 
Genista sericea Wulf. Felsen des Gredoviti vrh. 
Genista silvestris Scop. Sonnige, steinige Hänge der Grmic planina. 
Cytisus alpinus Mill. Auf der Pljesevica planina. 
Cytisus sagittalis Koch. Um Bihac verbreitet. 
Ononis hircina Jacq. Grasplätze um Bihaö. 
AnthylUs polyphylla Kit. Grasige Hänge der Grmic planina. 
Medicago prostrata Jacq. ß. declinata Kit. Mit der typischen Form beim Wach- 
hause in dem Drenovo-Passe. 
Medicago carstiensis Wulf. Bei Berani bunari südlich Veliki Radic. 
Trifolium striatum L. An Wegrändern bei Bihac. 
Trifolium angustifoUum L. Abhänge und grasige Orte bei Lavalje. 
Trifolium alpestre L. Buschige Orte der Grmic planina. 
Trifolium pallidum W. et K. Grasplätze bei Lokovo nächst Skocaj. 



254 



A. Adolf Boller. 



Dorycnium decumbens Jord. Hügel bei Bihac. 
Galega officinalis L. Strassengraben an der Strasse Bihaö-Krupa. 
Colutea arhorescens L. Tiefer gelegene Hänge der Pljesevica planina; auf der 
Grmic planina. 

Oxytropis pilosa DC. Sonnige, grasige Stellen des Gredoviti vrh. 
Astragalus illyricus Bernh. Pljesevica planina. 
Spiraea Filipendula L. Wiesen im Unathale. 

Spiraea Ulmaria L. Unter Gebüscb am Mreznica potok nächst Klokot, 

Fotentilla hirta L. Hügel und grasige Abhänge nächst Lohovo bei Skoöaj. 

Potentilla incUnata Vill. Um Bihac. 

Sorhus torminalis Cr. Auf der Pljesevica planina. 

Crataegus nigra W. K. Pljesevica planina; selten. 

Cotoneaster tomentosa Lindl. 

Cotoneaster vulgaris Lindl. Beide auf der Grmic planina. 
Epilohium trigonum Schrk. In Wäldern bei Skocaj. 

Epilöbium montanum L. In allen Wäldern der Pljesevica und Grmic planina. 

Lythrum Salicaria L. Ufer der Una. 

Paronychia argentea Lam. Pljesevica planina; selten. 

Paronychia imhricata Rchb. Ebendaselbst. 

Sempervivum hirtum L. Pljesevica planina. 

Saxifraga Aizoon Jacq. Grmic planina. 

Saxifraga adscendens L. Auf der Pljesevica planina; am Gredoviti vrh in der 
Grmic planina. 

Laserpitium Gaudini Moret. Pljesevica planina. (Kommt auch am Vellebit vor.) 

Peucedanum austriacum K. Bei Ostrozac im Unathal. 

Peucedanum carvifolium Vill. Grmic planina; selten. 

Athamantha Matthioli Wulf. Auf der Pljesevica planina. 

Libanotis montana Cr. Auf Hügeln um Bihac. 

Seseli tortuosum L. Am Gredoviti vrh in der Grmic planina. 

Seseli osseum Cr. und 

Seseli varium Trev. Beide auf Abhängen der Pljesevica planina. 
Chaerophyllum aureum L. Auf der Sokolaöka glavica bei Sokolac im Walde. 
Scandix australis L. Um Bihaß an mehreren Orten. 
Bunium alpinum W. K. Auf der Pljesevica planina. 

Trinia vulgaris DC. Bei Panjak nächst Vedropolje südlich des Ortes Klokot. 
Bupleurum gramineum Vill. Hügel bei Veliki Radiö. 
Bupleurum aristatum Bartl. Bei Bihac. 

Bupleurum junceum L. Nächst Sokolac unter Gebüsch auf Abhängen. 
Eryngium alpinum L. Am Gredoviti vrh in der Grmic planina. 
Astrantia major L. In Wäldern der Grmic planina. 

Hacquetia Epipactis DC. Auf den Hängen der Pljesevica planina in Wäldern. 
Lonicera etrusca Sav. Bei Bihac auf Abhängen, nicht häufig. 
Galium rotundifolium L. Im Walde der Gradinahöhen südlich Sokolaö. 
Galium silvaticum L. In den Wäldern um Bihac verbreitet. 



Eine botanische Wanderung um Bihac in Bosnien. 



255 



Galium ochroleucum Kit. Am Mali Tubar auf grasigen Abhängen. 

Äspenila cynanchiea L. Hügel und Abhänge nächst Bihaö; bei Ostrozac im 

Unathale unter Gebüsch. 
Valeriana tiiberosa L. Auf der Pljesevica planina. 
Valeriana montana L. Ebendaselbst. 

Valerianella coronata DC. Ziemlich spärlich bei Ripac im Unathale. 
Scahiosa lucicla Vill. Unter Gebüsch und auf Hängen bei Bihac. 
Scdbiosa suaveolens Dsf. Bei Kurtovo selo. 

Cephalaria transsilvanica Schrad. In Wäldern der Pljesevica planina. 
Doronicum austriacum Jacq. Wälder der Grmic planina. 
Cineraria alpestris Hpe. Am Gredoviti vrh in der Grmic planina. 
Cineraria aurantiaca Hpe. Auf der Pljesevica planina. 
Senecio sarracenicus L. Im Unathal unter Gebüsch. 
Senecio Fuchsii Gm. In Wäldern der Grmic planina. 
Änthemis hrachycentros Gay. Bei Bihac. 
Ptarmica Clavenae DC, Auf der Gola-Pljesevica. 
Leucanthemum vulgare Lam. var. latifolium. Bei Bihaö. 
Pyrethrum macrophyllum W. Auf der Pljesevica planina. 
Gnaphalium norvegicum W. Grmic planina. 
Linosyris vulgaris Less. Abhänge bei Ostrozac. 

TeleJcia speciosa Bmg. Auf der Pljesevica planina; am Gredoviti vrh in Wäldern. 

Micropus erectus L. Um Bihac mehrfach verbreitet. 

Echinops Mitro L. Auf einem Abhänge bei Klokot. 

Carduus defloratus L. Um Bihac. 

Carduus collinus W. K. Grmic planina. 

Jurinea mollis Rchb. Bei Vedropolje. 

Carthamus lanatus L. Bei Bihac an mehreren sterilen Stellen, 

Centaurea montana L. Auf Hängen der Grmic planina; auf der Pljesevica planina. 

Centaurea rupestris L. Abhänge bei Skocaj. 

Prenanthes purpurea L. Wälder um Bihac. 

Hieraciitm racemosum W. K. Pljesevica planina. 

Hieracium harbatum Tsch. Ebendaselbst. 

Hieracium aurantiacum L. Am Gredoviti vrh in der Grmic planina. 

Crepis Jacquinii Tsch. Auf der Pljesevica planina. 

Crepis foetida L. Grmic planina. 

Picris laciniata Schk. Bei Ostrozac. 

Leontodon incanus Schk. Pljesevica planina. 

Scolymus hispanicus L. Um Bihac an mehreren Orten. 

Aposeris foetida DC. In Wäldern um Bihac nicht selten, 

Campanula hononiensis L. Auf Hügeln und auf Abhängen bei Bihac an mehreren 
Orten. 

Edraianthus tenuifolius DC. Bei Bihac. 

Erica carnea L, Auf der Pljesevica planina und am Gredoviti vrh in der Grmic 
planina. 



256 



A. Adolf Boller. 



Bhododendron Jiirsutum L. PljeSevica planina. 

Vincetoxicum laxum G. G. Auf grasigen, buschigen Hängen bei Skoöaj. 
Heliotropium europaeum L. An wüsten Stellen bei Bibaö in Gesellschaft mit 

Hihiscus Trionum L. 
Cerinthe asper a Eth. Grmic planina, selten. 
Onosma stellulatum W. K. Bei Ostrozac. 

Lithospermum purpureo-coeruleum L. Auf einem sterilen Abhänge nächst 
Skocaj. 

Omphalodes verna Mch. Unter Gebüsch bei Eipac nächst Bihac. 

Hyoscyamus albus L. Auf einem wüsten Platz bei Klokot. 

Scopolia carnioUca Jacq. Pljesevica planina. 

Verbascum montanum Schrad. Pljesevica planina. 

Verbascum Blattaria L. Um Bihaö verbreitet. 

Verbascum pulverulentum Vill. Grmic planina. 

Verbascum nigrum L. Bei Bihac und um Ostrozac. 

Scrophularia Scopolii P. Wälder des Gredoviti vrh. 

Scrophularia laciniata W. K. Felsen der Pljesevica planina. 

AnUrrliinum Orontium L. Um Bihac an mehreren Orten. 

Pedicularis acaulis Scop. Abhänge bei Zavalje; selten. 

Orobanche caryopliyllacea Sm. Um Bihac ziemlich häufig. 

Orobanche Picridis F. W. Schz. Bei Ostrozac auf Picris laciniata, selten. 

Teucrium Arduini L, Am Gredoviti vrh. 

Teucrium Botrys L. Um Bihaö nicht selten. 

Teucrium montanum L. Grmic planina. 

Salvia verticillata L. Aufwiesen bei Skocaj. 

Scutellaria alpina L. Auf der Pljesevica planina und am Gredoviti vrh. 
Lamium orvala L. Unter feuchtem Gebüsch im Unathale nächst Ostrozac. 
Galeobdolon luteum Huds. Unter Gebüsch am Panjacki potok nächst Vedropolje. 
Stachys alpina L. Grmic planina. 
Stachys germanica L. Bei Bihac. 

Stachys subcrenata Vis. Auf der Karstebene bei Cekerlije, östlich von Bihac. 
Sideritis romana L. Hügel und sterile Abhänge im Dreriovo-Passe. 
Calamintha grandiflora Mch. In Wäldern der Pljesevica planina. 
Calamintha officinalis Mch. Grmic planina. 

Calamintha alpina Lam. Auf der Pljesevica planina und am Gredoviti vrh in 

der Grmic planina. 
Satureja illyrica Host. Hänge der Pljesevica planina. 
Utricularia vulgaris L. In der Una nächst den Mühlen bei Ripac. 
Lysimachia nemorum L. In einem lichten Wäldchen bei Skocaj. 
Anagallis caerulea Schreb. Bei Bihac. 

Soldanella montana W. Am Gredoviti vrh in der Grmic planina und auf der 

Pljesevica planina. 
Primula elatior L. 
Primula acaulis Jacq. 



Eine botanische Wanderung um Biliac in Bosnien. 



257 



Primula officinalis Scop. Alle drei um Bihac verbreitet. 
Primula suaveoleyis Bert. Am Gredoviti vrh. 
Glohularia Wiincommii Njm. Grmic planina. 

Amarantus retroflexus L. Bei Klokot an der Ortslisiere; bei Ostrazac. 
Phytolacca decandra L. In Gärten bei Bihac angepflanzt und an mehreren 
Orten verwildert. 

Chenopodium Bonus Henricus L. In Bihaö, Ostrozac, Pokoj verbreitet (wohl in 

allen Ortschaften). 
Chenopodium Vulvaria L. An denselben Orten. 

Pumex crispus L. Um Bihac und im Unathale bei Golubic und Ripac. 

Pumex alpinus L. Auf der Pljesevica planina häufig; auf der Grmic planina. 

Pumex ohtusifoUus Wallr. Unathal bei Ostrozac. 

Pohjgonum Bellardi All. Bei Sokolac. 

Daphne Mezereiim L. Grmic planina in Wäldern. 

Daplme Laureola L. Auf der Pljesevica planina; selten. 

Äsarum europaeum L. In allen Wäldern um Bihac. 

Äristolochia Clematitis L. Unter Gebüsch, in verwilderten Grasgärten verbreitet. 
Aristolochia pallida W. Auf Abhängen bei Hrgar und Ripac. 
Mercurialis perennis L. Um Bihac häufig. 

Mercurialis ovata Stbg., Hppe. In Wäldern der Pljesevica planina und der 

Grmic planina. 
Euphorbia fragifera Jan. Bei Kurtovo selo. 

Euphorhia dulcis L. In Wäldern der Pljesevica planina und des Gredoviti vrh 

in der Grmic planina. 
Euphorbia epithymoides Jacq. Um Bihac verbreitet. 
Euphorbia carnioUca Jacq. Wälder der Pljesevica planina. 
Euphorbia amygdaloides L. Gredoviti vrh in tiefer gelegenen Waldungen. 
Euphorbia falcata L. Auf Aeckern um Bihac. 
Euphorbia chamaesyce L. Bei Ripac. 

Humulus Lupuliis L. Auf Gebüsch rankend und um Bihaö verbreitet. 
Castanea sativa Scop. Vereinzelt um Bihaß. 
Salix fragilis L. und 
Salix alba L. Am Unaufer. 

SaJix incana Schrk. Unainsel bei Golubic ein Salicettum bildend. 
Salix repens L. Auf einer Wiese bei Papar. 

Salix herbacea L. Auf der Pljesevica planina und am Gredoviti vrh in der 

Grmic planina. 
Salix retusa L. Auf der Pljesevica planina. 
Alnus incana W. und 
Alnus glutinosa G. Beide im Unathale. 
Betula verrucosa Ehrh. Vereinzelt verbreitet. 
Juniperus communis L. Bei Bihac nicht häufig. 
Juniperus nana W. Auf der Pljesevica planina. 
Butomus umbellatus L. Ufer der Una oberhalb Ostrozac. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abb. 33 



258 



A. Adolf Boller. 



Potamogeton natans L. Unafluss an mehreren Stellen. 
Corallorhim innata Br. Wälder der Pljesevica planina. 
Cephalanthera rubra Eich. Um Bihaö häufig. 
Epipactis latifolia All. Wälder um Bihaö, 
Epipactis atrorubens Schult. Auf der Grmic planina. 
Orchis Simia Lam. Abhänge bei Skocaj und Zavalje. 
Orchis glohosa L. Am Gredoviti vrh. 
Orchis Morio L. Aufwiesen im Unathale. 
Orchis samhucina L. Um Bihac verbreitet. 

Orchis laxiflora Lam. Aufwiesen im Unathale; ferner auf Wiesen am Mreznica 

potok bei Klokot und Muslicselo. 
Orchis pallens L. Abhänge der Grmic planina; selten. 

Piatanthera chlorantha Cust. In Wäldern der Pljesevica planina; auf der Grmic 
planina. 

Piatanthera solstitialis Rchb. Ebendaselbst. 

Satyrium hircinum L. Auf einem grasigen, buschigen Abhänge bei Lavalje in 

nur wenigen Individuen. 
Gladiolus segetum Ker. Bei Bihac, selten und vereinzelt. 
Crocus vernus Wulf. Grasplätze um Bihaö. 
Crocus alhiflorus Kit. Abhänge der Grmic planina. 

Narcissus poeticus L. Hie und da auf Grasplätzen; ob wild? Die Pflanze wird 

in Bauerngärten in der Gegend von Bihac auch cultivirt. 
Leucojum aestivum L. Grasige Hänge bei Skocaj. 
Majanthemmn hifolium Schm. In Wäldern um Bihac. 

Tamus communis L. Zwischen Gebüsch auf Abhängen bei Zavalje; auf der 
Grmic planina. 

Anthericum Liliago L. Buschige Hänge nächst dem Drenovo-Passe. 
Lilium Martagon L. Wälder der Grmic planina. 

Erythronium dens canis L. Auf Grasplätzen und in lichten Wäldern um Bihac 
verbreitet. 

Botryanthus vulgaris Kth. Um Bihac auf Wiesen. 

Botryanthus odorus Kth. Abhänge und grasige Stellen bei Zavalje. 

Veratrum album L. und 

Veratrum nigrum L. Beide auf der Pljesevica planina. 
Arum maculatum L. In Wäldern der Grmic planina. 
Typha angustifolia L. Unaufer südlich Ripac. 
Cyperus longus L. Bei Golubic an einer Stelle zahlreich. 
Carex ampullacea Good. Bei Ostrozac. 

Carex pendula Huds. Am Gredoviti vrh in der Grmic planina. 
Carex distans L. Wälder um Biha(5. 

Carex montana L. Auf den Gradinahöhen östlich von Skocaj. 
Phalaris paradoxa L. Bei Golubic, selten. 

Phleum alpinum L. Am Gredoviti vrh; auf der Pljesevica planina. 
Cynosurus cristatus L. Beim Drenovo-Passe. 



Eine botanische Wanderung um Bibac in Bosnien. 



259 



Lasiagrostis Calamagrostis Lk. Abhänge bei Skocaj. 

Piptathcrum paradoxum P. B. Grmic planina, 

Ärrhenatheriim acenaceiim P. B. Bei Bibac an mehreren Orten. 

Acena caryophyllea W. et Wigg. Um Medjiidrazje. 

MoUnia coerulea Mch. Wiesen bei Hrgar, östlich von Ripac. 

Festuca montana M. B. Auf der Pljesevica phiiiiiia. 

Festuca varia Hke. Grmic planiua. 

Festuca amethystina L. Gredoviti vrh. 

Poa serotina Ehrh. Bei Kosa im Unathale. 

Aegilops ovata L. Bei Panjak, nicht häufig. 

Bracliypodium pinnatum P. B. Um Bihac an mehreren Orten. 

Zum Schhisse bemerke ich, dass man viele seltene Pflanzen, die auf der 
Pljesevica planiua wachsen, in dieser Aufzählung vermisst; dies hat seinen Grund, 
weil ich nur die gegen Bihac gelegenen Hänge in Berücksichtigung zog und weil 
der Zweck dieser Aufzählung nur ist, ein Vegetationsbild von Bihac in Bosnien 
zu geben; auch ist die Pljesevica planina von im Lande ansässigen Botanikern, 
also von viel berufenerer Seite, bereits mehrfach durchforscht und die „Flora 
Croatica'* enthält eine Menge Standorte aus diesem Gebiete. 



Nachtrag zu vorstehendem Aufsatze. 

Im Herbare des Herrn Dr. E. v. Haläcsy sah ich vor wenigen Tagen 
schöne Exemplare einer Ononis, die ihm Herr Boll er aus der Umgebung von 
Bihac eingesendet hatte. Die Pflanze stellte sich als die für das Gebiet der Occu- 
pationsländer neue Ononis alopecuroides L. heraus, deren Auffindung in Bosnien 
insoferne von grossem Interesse ist, als es sich um eine bisher nur aus dem west- 
lichen Theile des Mediterrangebietes (Portugal, Spanien, Südfrankreich, Unter- 
italien, Corsica, Sicilien) bekannte, ausserdem für Griechenland angegebene 
Pflanze handelt. 

Wien, 20. Juni 1892. 

Dr. R. V. Wettstein. 



33* 



260 



Geheimrath Dr. Eduard August v. Regel. 

Nachruf, 

gehalten in der Monats Versammlung am 1. Juni 1892 

von 

Josef Armin Knapp. 



„Fallen sehe ich Zweig auf Zweig" möchte ich beim Anblicke der furcht- 
baren Gründlichkeit, mit welcher der unerbittliche Tod unter der botanischen 
Garde Kusslands aufräumt, ausrufen. Während der abgelaufenen letzten drei 
Jahre verloren wir in rascher Folge Trautvetter, Maxiniowicz und am 15. Mai 
1892 Regel. Unter den Genannten weist Eegel die grossartigste Carriere auf, 
er brachte es als seif made man in des Wortes vollster Bedeutung vom Gärtner- 
lehrlinge bis zur Excellenz und dem Adelstande, er verstand es, die Wissenschaft 
mit der Praxis zu vereinigen, der Horticultur, Pomologie und Dendrologie in 
Russland zu neuen und bis dahin kaum geahnten Erfolgen zu verhelfen, sowie 
ihm auch die systematische Botanik höchst wichtige Aufschlüsse verdankt. Alles 
in Allem genommen war Regel eine grossartig und vielseitig veranlangte Indi- 
vidualität, die unwillkürlich an Josef M. Decaisne (geb. 9. März 1807, f 8. Fe- 
bruar 1882) mahnt, welch letzterem jedoch weit reichlichere Mittel bei seinen 
Unternehmungen zu Gebote gestanden haben. Die Gärtner aber, aus deren Mitte 
er hervorgegangen, haben vollends Ursache, auf ihn stolz zu sein, in ihm ein 
leuchtendes Vorbild für alle Zeiten zu erblicken, welches sie nicht bloss verehren, 
sondern auch nachzuahmen trachten sollen! 

Eduard August Regel wurde am 13. August 1815 zu Gotha als Sohn 
eines Gymnasialprofessors und Garnisonspredigers L. A. Regel geboren. Schon 
als Knabe zeigte er eine besondere Liebe zum Gartenbau; er putzte unter An- 
leitung des alten Gartenarbeiters seines Grossvaters Döring die Obstbäume 
aus, schnitt dieselben sogar und hielt auch den Garten der Eltern in Ordnung. 
Das Gymnasium besuchte er bis Secunda und trat 1830 als Gärtnerlehrling in 
den herzoglichen Orangengarten ein, wo er bis 1833 lernte. Während dieser 
Zeit bildete er sich weiter aus, Unterricht in der Botanik und Insectenkunde, 
verbunden mit botanischen Excursionen hatte er beim Oberförster Kellner schon 



Nachruf an Geheiiurath Dr. E. A. v. Regel. 



261 



von 1828 an genommen und die Flora Thüringens war ihm gut bekannt, als er 
im Frühjahre 1833 nach Göttingen übersiedelte; dort wirkte er 2^2 Jahre als 
Volontär im botanischen Garten, dem er in den letzten 1^/2 Jahren ganz ange- 
hörte. Von 1837 — 1839 war Regel als Gartengehilfe im botanischen Garten in 
Bonn und von 1839 — 1842 zu Berlin in derselben Eigenschaft angestellt. Hier 
wie dort besuchte er als „freier Zuhörer" die botanischen CoUegien oder trachtete 
Verbindungen mit den Professoren Bartling, Treviranus, Link und Klotzsch 
anzuknüpfen, doch verschmähte er auch die Freundschaft seiner damaligen CoUegen, 
worunter der Pole Josef v. Warszewicz, später durch seine Reisen in Mittel- 
amerika bekannt, und H. Wagner aus Riga, nicht. Im Februar 1842 erhielt 
Regel den Ruf als Obergärtner an den botanischen Garten in Zürich, als er 
gerade in Unterhandlung stand, sich der ersten englischen Expedition nach dem 
Niger anzuschliessen. Hier trat er bald in ein inniges Freundschaftsverhältniss mit 
dem Director, Professor Heer, und C. v. Naegeli. Der Garten, in schöner Lage, 
war unbedeutend und die Mittel des Institutes, weil auf Handel angewiesen und 
überdies ohne Handelsptianzen, geradezu kärgliche. Da hiess es praktisch arbeiten 
und die schlummernde Liebe zur Gartenbaukunst zu wecken. Im ersten Jahr- 
gange erzielte er bloss eine Einnahme von 300 Francs und erst, nachdem von 
seinem Freunde Josef Warszewicz Ritter v. Rawicz (f 29. December 1866) 
manche neue und interessante Pflanzen aus Mittelamerika eingetroffen, steigerte 
sich dieselbe zusehends, um im Herbste 1855, als er das Institut verliess, die 
Höhe von 30,000 Francs zu erreichen, die selbst unter seinem sonst tüchtigen 
Nachfolger, Eduard Ortgies, nicht überschritten worden ist. Endlich richtete 
er auch einen Samenhandel ein und so gelang es ihm, den Züricher Garten zu 
einem der besseren botanischen Gärten zu erheben. Dazu mussten allerdings auch 
die seltenen Pflanzen der Alpen, der Schweiz, die Regel auf seinen Alpen- 
wanderungen fleissig sammelte, einen erklecklichen Theil beitragen, sowie manche 
seltene Pflanzen der Tropen, die durch Vermittelung schweizerischer Handels- 
firmen in den Züricher botanischen Garten eingeführt wurden. 

Im Vereine mit Professor Heer gründete Regel im Jahre 1843 die 
„Schweizerische Zeitschrift für Land- und Gartenbau"; von 1846 an ward dieselbe 
unter der gleichen Redaction als zwei getrennte Zeitschriften, die eine nur für 
Landwirthschaft, die andere nur für Gartenbau, veröffentlicht. Vom Jahre 1847 
an gab Regel beide Zeitschriften als alleiniger Redacteur heraus, im Jahre 1850 
trat er seinem Freunde Kohl er die Redaction der erstgenannten Zeitschrift ab 
und behielt nur die der letzteren, welche durch die im Jahre 1852 ins Leben 
gerufene „Gartenflora", welche er von da an bis 1884 redigirte, abgelöst wurde. 
Ferner gründete er 1843 im Vereine mit Heer und Naegeli den Schweizerischen 
Land- und Gartenbauverein, dessen unbesoldeter Geschäftsführer er bis zu 
seinem Weggange aus der Schweiz blieb, und später, als der Gartenbau sich als 
besondere Section abtheilte, war er auch noch der Präsident derselben. Er 
habilitirte sich als Docent an der Universität in Zürich, welche ihm kurz vor 
seiner Uebersiedelung nach St. Petersburg das Ehrendoctorat der Philosophie 
verlieh, und nahm an den populären Vorlesungen derselben Theil. 



262 



Josef Armin Knapp. 



Mitten in seiner unermüdliclien Tliätigkeit trat an ihn ein Ruf als Director 
des kaiserlichen botanischen Gartens nach St. Petersburg heran, den er zweimal ab- 
lehnte, um ihm schliesslich doch Folge zu leisten. Mit blutendem Herzen verliess er 
am 10. September 1855 Zürich und folgerichtig die Schweiz, seine zweite Heimat, 
wo er auch seine über das Grab hinaus treue Lebensgefährtin gefunden. Vom 
1. October 1857 — 1867 bekleidete Regel in St. Petersburg die Stelle als wissen- 
schaftlicher Director des kaiserlichen botanischen Gartens, während die Admini- 
stration desselben in anderen Händen lag, was seine Thätigkeit für das Institut 
wesentlich beeinträchtigte. Er gründete trotz aller Schwierigkeiten den kaiserlich 
russischen Gartenbauverein, dem er als Vicepräsident angehörte und der, seitdem 
das Präsidium desselben auf den General -Adjutanten Sr. Majestät Samuel Alexie- 
witsch Greig übergegangen war, seinen Einfluss über das weite Czarenreich 
ausgedehnt hat, so dass derselbe schon jetzt viele Zweigvereine im europäischen 
Russland und selbst im fernen Turkestan zählt. Das erste Aufblühen und über- 
haupt die Möglichkeit der Gründung verdankt der genannte Verein Sr. kaiserlichen 
Hoheit dem Grossfürsten Nicolai Nicolaj ewitsch dem Aelteren, welchem Regel 
im Vereine mit Koer nicke dann eine prächtige Strelitzia widmete (Mitth. d. 
russ. Gartenbauver., I, i. 1859). So nach aussen zahlreiche Stützpunkte findend und 
selbst der kaiserlichen Familie näher tretend — er hatte das Glück, den älteren 
Söhnen Sr. Majestät einen allgemeinen Ueberblick über das Gewächsreich geben 
zu können — überdauerte Regel die ersten zwölf schwierigen Jahre. Mit dem 
Eintritte Traut vette r 's als Director des kaiserlichen botanischen Gartens, 
1868 — 1874, in dessen Händen nun die Administration lag, kam für Regel die 
Zeit der erspriesslichsten Thätigkeit in Betreff der allmäligen Umgestaltung der 
Gewächshäuser und des ganz verkommenen Parkes des kaiserlichen botanischen 
Gartens, der nun allmälig das Gewand der neueren Zeit anlegte. Er gründete 
im Jahre 1863 auf eigene Kosten einen pomologischen Garten, dem nunmehr 
sein Schwiegersohn Kesselring vorsteht, in dem die harten russischen Obst- 
sorten, weil von westeuropäischen verdrängt, damals selten geworden und selbst 
für schweres Geld nicht käuflich, untergebracht und derart erfolgreich cultivirt 
wurden, dass die besseren Sorten nicht bloss in die Gärten Nordrusslands ver- 
breitet worden, sondern auch auf die höheren Lagen Nordamerikas übergegangen 
sind, wo besondere Baumschulen für dieselben bestehen. 

Aber auch Zierbäume und Sträucher zog er im pomologischen Garten und 
die Gärten des nördlichen Russland erfuhren eine Vermehrung nahezu um das 
Dreifache, namentlich an Ziersträuchern, so dass die Petersburger Gärten zur 
Blüthezeit der Sträucher denen Westeuropas nur wenig nachstehen. 

Regel 's schon in Zürich bewiesene Thätigkeit als Landschaftsgärtner kam 
in St. Petersburg vollends zum Durchbruche. Hier entwarf er den Plan zum 
„Neuen Alexandergarten" und wurden von ihm auch die Anlagen um das Denk- 
mal der Kaiserin Katharina im Jahre 1878 geschmackvoll umgestaltet. Des- 
gleichen stellte er im Wesentlichen die Pläne für die internationalen Gartenbau- 
Ausstellungen von 1869 und 1884 fest. 



Nachmf an Geheimratli Dr. E. A. v. Regel. 



263 



Rege Ts Verdienste wurden auch höheren Orts gewürdigt. Er erhielt 1861 
das Ritterkreuz des österreichischen Franz Josefordens, 1864 das Ritterkreuz des 
belgischen Leopoldordens, 1866 den russischen Stanislausorden 2. Classe, 1867 
den preussischen Kronenorden 3. Classe, 1869 das Ritterkreuz des schwedischen 
Nordsternordens, 1874 den russischen Wladimirorden 3. Classe, das Commandeur- 
kreuz des Ordens der italienischen Krone und das Commandeurkreuz 1. Classe 
des Ernestinischen Hausordens von Sachsen-Cohurg-Gotha, 1878 den russischen 
Stanislausorden 1. Classe, 1882 den russischen Annenorden 1. Classe, 1884 die 
Würde als Grand Dignitaire des brasilianischen Rosenordens, 1885 den preussischen 
rothen Adlerorden 2. Classe mit dem Stern und 1887 das Comthurkreuz 2. Classe 
des Albrechtsordens. Viele Vereine ernannten ihn zum Ehren- und correspon- 
direnden Mitgliede, darunter die kais. Akademie der Wissenschaften zu St. Peters- 
burg und die k. bayerische in München, während die Universität zu Bologna ihm 
den Titel eines Doctor honoris causa verlieh. Otto Carl Berg widmete ihm eine 
Myrtaceengattung und mehrere Botaniker eine Reihe von Arten, sowie eine Thrips- 
Art seinen Namen führt. 

Anlässlich seines 70. Geburtstages erhielt er von Nah und Fern Huldigungs- 
adressen und zartsinnige Geschenke. Doch nur noch wenige Jahre erfreute er 
sich des Lebensglückes, das für ihn rastlose Arbeit bedeutete. 

Zu Anfang des Winters 1890 traf ihn ein Schlaganfall, von dem er sich 
so weit erholte, dass er eine Reise nach dem Süden antreten konnte. Zurück- 
gekehrt trat er an den Sarg Maxi mo wie z 's. Nur kurze Zeit ging es noch 
weiter. Die Kräfte erlahmten, mancherlei Sorgen, welche ihm der Gesundheits- 
zustand seines Sohnes Dr. Albert Regel, des berühmten Turkestan-Reisenden, 
bereitete, dürften mitgewirkt haben, doch er bezwang sich immer und wieder bis 
die Hand kaum mehr die Feder noch führen konnte. So ist er denn endlich am 
15. April 1. J. zur Ruhe gegangen, zur Ruhe, die er bis dahin niemals gekannt. 
Die Beerdigung fand unter äusserst zahlreicher Theilna.hme aus der deutsch- 
reformirten Kirche nach dem Smolenski-Friedhofe bei St. Petersburg statt. In 
allen Welttheilen hat die Kunde von seinem Hinscheiden die grösste Theilnahme 
erregt und ganz besonders in den deutschen Ländern, deren treuer Sohn er stets 
gewesen. 

Auch die botanischen Gärten und Museen haben vollends Ursache um ihn 
zu trauern, theilte er doch redlichst mit denselben die in St. Petersburg aufge- 
speicherten botanischen Schätze. Selbst für die wissenschaftlichen Vereine, darunter 
die k. k, zoologisch-botanische Gesellschaft, hatte er nicht bloss Worte der An- 
erkennung, sondern auch Thaten der Förderung. 

Friede seiner Asche und Ehre seinem Andenken ! 



264 



Josef Armin Knapp. 



Bibliographisches Verzeichniss der von ßegel puhlicirteii 

Arbeiten.^) 

A. Selbstständige Arbeiten Regel's. ^) 

Cultur der PJiylica -Arten. — Allgem. Gartenz., VII (1839), S. 395 (v.). 
Die Hauptmomente der Gärtnerei durch Physiologie begründet — Allgem. 
Gartenz., VIII (1840), S. 81—86, 137—143, 148—152, 156—158, 165 bis 
168, 181—183, 187—189, 345—347, 404—406 (v.). 

Kein Vorläufer von Lindley's „The theory of horticulture", 
welche im Februar 1840 erschienen, während Regel's Arbeit erst 
vom 14. März an zum Abdrucke gelangte. Die angebliche Ueber- 
setzung habe ich, weil in Loudon's „The Gardner's Magazine" vom 
October 1841 bis Juni 1842 veröffentlicht, selbstverständlich in 
„Gardner's Chronicle" vergebens gesucht. 
Bemerkungen über eine neue Drymaria -Art, nebst Auseinandersetzung der ver- 
wandten Arten. — Ebenda, VIII (1840), S. 297—300 (v.). 
Beiträge zur Cultur der Calceolarien. — Ebenda, IX (1841), S. 398 — 396 (v.). 
Betrachtungen über die Gattung Orohanche, nebst Andeutungen über die Cultur 

derselben. — Ebenda, X (1842), S. 281—284, 290—291 (_v.). 
Bemerkungen über den Stand der Gärtnerei in der Schweiz im Vergleiche zu 
Deutschland und England, und zwar mit besonderer Berücksichtigung des 
Cantons Zürich. — Ebenda, XI (1843), S. 25-29 (v.). 
Ueber die wichtigsten Materialien und deren zvveckmässigste Auswahl zur Cultur 
der Zierpflanzen. — Schweiz. Zeitschr. f. Land- und Gartenbau, I (184.), 
S. 17 (n. V.); Allgem. Gartenz., XI (1843), S. 283—284, 291—293, 300 bis 
301, 307—308, 315—316 (v.). 
Einige allgemeine Bemerkungen über Nadelhölzer. — Schweiz. Zeitschr. f. Land- 
und Gartenbau (n. v.); Allgem. Gartenz., XVIII (1850), S. 267—269, 
283—286 (v.). 

Mittheilungen über den Garten zu Biebrich. — Schweiz. Zeitschr. f. Land- und 
Gartenbau, VIII (185.), S. 141 (n. v.); Allgem. Gartenz., XIX (1851), 
S. 61—62 (v.). 

Cultur der tropischen Orchideen. — Allgem. Gartenz., XXIII (1855), S. 147 bis 

149, 155—157, 173—174 (v.). 
Der Bastard von Aegilops ovata und Triticum vulgare. — Ebenda, XXIV (1856), 

S. 273—276. 

Beobachtungen über die Gattung Hypochaeris, nebst Feststellung der dazu ge- 
hörigen Speeles und Formen. — Linnaea, XVI (1842), p. 43—65 (v.); Exc. 
Ann. des sc. nat., ser. 2, XIX (1843), p. 178—181, Buchinger. 

Beobachtungen über den Ursprung und Zweck der Stipeln. — Linnaea, XVII 
(1843), p. 193—234, hiezu Taf. 7 und 8 (v.). 

Die Cultur der Eriken, nebst Charakterisirung, kurzer Beschreibung und voll- 
ständiger Synonymie sämmtlicher Arten, welche in deutschen und englischen 
Gärten angetroffen werden. — Verh. d. Ver. z. Bef. d. Gartenb. in d. 
preuss. Staat., XVI (1842), S. 161—349, mit den lithogr. Taf. 2—4 (v.); 



') Fern von Zürich und St. Petersburg, konnte ich nur ein Fragment liefern. 



Nachruf au Geheimrath Dr. E. A. \. Regel. 



265 



S.-A.. Zürich, Grell, Füssli & Co., 1843, 4«. 189 S., m. 3 Taf. (v.); Ree: 

Allgem. Garteuz.. XI (1843). S. 16 (v.). 
Bemerkungen über Ba.stardfarne. — Bot. Zeit., I (1843), S. 537—539 (v.). 
Beitrjige zur Kenntniss einiger Blattpilze. — Ebenda. S. 665—667, biezu 

Taf. III, B. (V.). 
Drei neue Pflanzen. — Ebenda, IX (1851), S. 596—697 (v.). 
Ueber einige Formen von Alpenpflanzen. — Ebenda, S. 609 — 617 (v.). 
Bemerkungen über einige Pflanzen des botanischen Gartens zu Zürich. — Ebenda, 

S. 891—892 (v.). 

Bemerkungen über einige Gesneriaceen. — Ebenda, S. 893 — 894 (v.). 
Einige neue Pflanzen des botanischen Gartens in Zürich. — Ebenda, XI (1853), 
S. 333—335 (v.). 

Zur Aegüops-Yvixge. — Ebenda, XIII (1855), S. 569—573 (v.); Bonpl, III (1855), 
S. 322—325, unter dem Titel: „Die Äegilops-Fi'nge im neuen Stadium". 

Professor Cienkowski's Entdeckung und Urerzeugung. — Bot. Zeit., XIV 
(1856), S. 665—672, 681—687. hiezu Taf. XII (v.). 

Bemerkungen über Pflanzen des St. Petersburger Gartens. — Ebenda, XV (1857), 
S. 713—719 (v.). 

Zur Parthenogenesis. — Ebenda, XVI (1858), S. 305-308 (v.). — Uebers.: 
Ann. and mag. of nat. bist., Ser. 3, III (1859), p. 100 — 106, On partheno- 
genesis by Arthur Henfrey (v.); Amer. Journ. of sc. and arts, Ser. 2. 
XXVII (1859), p. 310—315, 400 A(sa) G(ray) (v.). — Bot. Zeit., XVII 
(1859), S. 47—48 (v.). 

Ueber Betulaceen. — Ebenda, XX (1862), S. 100—104 (v.). 

Noch einmal Betula alba und deren Abarten. — Ebenda, S. 329—330 (v.). 

Ueber die wichtigsten Materialien und deren zweckmässigste Auswahl zur Cultur 
der Zierpflanzen. — Schweiz. Zeitschr. f. Land- und Gartenbau, I (1843), 
S. . . . (n. V.). 

Bemerkungen über zweckmässige Einrichtung von Doppelfenstern zur Ueber- 
winterung von Pflanzen. — Ebenda, mit einer Zeichnung (n. v.). 

Die äusseren Einflüsse auf das Pflanzenleben in ihren Beziehungen zu den 
wichtigsten Krankheiten der Culturgewächse. Ein populärer Vortrag, ge- 
halten am 30. März 1847. Zürich, Meyer & Zeller, 1847, 8", 32 S. 
(v.). — Eec: Bot. Zeit., V (1847), S. 819—820 K. M. (v.); Gardn. chron., 
1847, p. 599 (v.). 

Ueber die Gattungen der Gesnereen. — Flora, XXXI (1848), S. 241— 252 (v.).; Ind. 

sem. bort. Turic. a. 1847, p. 4 (v.); Eec: Bot. Zeit., VI (1848), S. 562 (v.). 
Bemerkungen über die Gruppe der Gattung Ämaranthus mit fünfmännigen 

Blumen. — Flora, XXXII '(1849), S. 161-167 (v.). 
Einige neue Gattungen der Gesnereen. — Ebenda, S. 177 — 182 (v.); Ind. sem. 

hört. Turic. a. 1848, p. 4 (v.). 
Einige neue oder noch nicht gehörig beobachtete, bereits bekannte ältere Pflanzen- 
arten, welche im Jahre 1848 und 1849 im botanischen Garten zu Zürich 

cultivirt wurden. — Flora, XXXII, S. 182—184 (v.). 
Beschreibung einiger neuen Pflanzenarten des botanischen Gartens zu Zürich. — 

Ebenda, XXXIII (1850), S. 353—354 (v.). 
Einige neue Pflanzenarten des botanischen Gartens zu Zürich. — Ebenda, XXXV 

(1852), S. 177—178 (v.). 
Drei neue Pflanzenarten des botanischen Gartens zu Zürich. — Ebenda, S. 417 bis 

418 (v.). 

Lichenologisches. — Ebenda, XXXVI (1853), S. 271—272 (v.). 
Erysimum Cheiranthus Pers. und Erysimum ocJiroleucum Cand. — Ebenda, 
S. 346—348 (v.). 

Bemerkungen über zwei Piteairnien des botanischen Gartens zu Zürich. — Ebenda, 
S. 450-451 (v.). 

Z. B. Ges. B. XLII. Ahh. 34 



266 



Josef Armin Knaj)p. 



lieber Ofenbauten in Gewächshäusern. — Gartenflora, I (1852), S. 45—50, mit 
1 Taf. (v.)- 

Victoria regia und die Wasserpflanzen. — Ebenda, S. 82 — 84 (v.). 
Vermehrung der baumartigen und krautartigen Paeonien. — Ebenda, S. 85 
bis 86 (v.). 

Ueber den Bau von Gewächshäusern. — Ebenda, S. 167 — 175, 356 — 360, mit 
.2 Taf. (v.). 

Blumenausstellung in Zürich am 16., 17. und 18. Mai 1852. — Ebenda,. S. 177 
bis 182 (v.). 

Die Krankheit der Kartoffeln und der Eeben. — Ebenda, S. 197—207 (v.). 
Beiträge zur Vermehrung der Farrenkräuter. — Ebenda, S. 262 — 265 (v.). 
Das Licht und dessen Einwirkung auf die Pflanzenwelt. — Ebenda, S. 265 bis 
276, 297—317 (v.). 

Ein Ausflug von Zürich nach Stuttgart. — Ebenda, II (1853), S. 4—13 (v.). 

Ueber Kamineinrichtungen. — Ebenda, S. 99—100, mit 1 Taf. (v.). 

Die Vegetations Verhältnisse des Winters 1852 auf 1853 in Bezug auf Pflanzen- 

cultnr. — Ebenda, S. 109—118 (v.). 
Die Zeugung des Samens der blüthentragenden Pflanzen und die Entstehung der 

Pflanzenbastarde. — Ebenda, S. 227—242, mit 1 Taf.. S. 260—275 (v.). 
Drainage. — Ebenda, S. 242-244 (v.). 

Sciadocalyx Warszeiviczii Egl. — Ebenda, S. 257—259, mit 1 Taf. (v.); Excerpt: 

III. hortic, I (1854), p. und Taf. 6 (v.). 
Der Garten des Herrn Thomas Treherne zu Schloss Haardt bei Ermatingen am 

Bodensee. — Ebenda, S. 297—301 (v.). 
Zerstörung der Pflanzen durch den Frost. — Ebenda, III (1854), S. 13—18 (v.). 
Verwandlung von Äegilops ovata L. in Weizen {Triticum vulgare VilL). — Ebenda, 

S. 116—126 (v.). 

Ascophora arachnoidea Rgl., ein neuer im Gewächshause schädlicher Pilz, nebst 

Bemerkungen über die Lebensweise des Wein- und Kartolfelpilzes. — Ebenda, 

S. 150—153, mit 1 Taf. (v.). 
Unfruchtbarkeit der Obstbäume. — Ebenda, IV (1855), S. 88—90 (v.). 
Ueber Streptostigma Warszewiczii. — Ebenda, S. 90 — 91 (v.). 
Das Dörren der Saatkartoff'eln. — Ebenda, S. 92 — 93 (v.), 
Cultur der Anguria Mackoyana Lern. — Ebenda, S. 93 (v.). 
Die Blutbuche (Fagus silvatica var. atropurpurea). — ElDenda, S. 93 — 94 (v.). 
Die Anwendung des Chilisalpeters. — Ebenda, S. 94 — 96 (v.). 
Vermögen der Pflanzen, sich den Stickstoff unmittelbar aus der Luft anzueignen. 

— Ebenda, S. 96—97 (v.). 
Tropaeolum Wagenerianum zur Blüthe zu bringen. — Ebenda, S. 104; Uebers. : 

Journ. Soc. centr. d'hortic. (n. v.); La Belg.- hortic, VI (1856), p. 4 — 5 (v.). 
Die Igname Batate [Dioscorea Batatas Dm.). — Ebenda, S. 115 — 118, mit 

1 Holzschn. (v.). 

Das neue Zuckergras {Sorghum saccharatunp Pers.). — Ebenda, S. 119 — 120 (v.). 

Der schwarze Schnee. — Ebenda, S. 121—122 (v.). 

Das Engadin. — Ebenda, S. 142—155, mit 1 Taf. (v.). 

Ueber Garteninstrumente. — Ebenda, S. 158 — 164, mit 1 Taf. (v.). 

Pflanzenschauhaus und beständiges Ausstellungsgebäude der Herren S. und J. Rinz 

zu Frankfurt a. M. — Ebenda, S. 165 (v.). 
Ueber CoUodium, Kohle und Sand als Mittel, das Anwachsen der Stecklinge zu 

befördern. — Ebenda, S. 193—194 (v.). 
Alonsoa Warszewiczii Rgl. — Ebenda, S. 211—212, mit 1 Taf. (v.); Excerpt: 

III. hortic, II (1855), p. und Taf. 60 (v.). 
Pircunia esculenta Moq. ( Phi/tolacea) als Pflanze des Küchengartens. — Ebenda, 

S. 295 (v.) ; Uebers. : La Belg, hortic, VI (1856), p. 147 (v.). 



Nachruf an Geheiinrath Dr. E. A. v. Kegel. 



267 



Erwiderung auf die beiden Berichte über die Frankfurter Ausstellung. — Ebenda, 
S. 307—308 (v.). 

Die Selaginellen, deren Cultur und Fortpflanzung. — Ebenda, S. 310—320, mit 
1 Taf. (v.). 

Das Verfahren von Gall, um saure Weine zu guten, sehr trinkbaren Weinen um- 
zuwandeln. — Ebenda. S. 320—323 (v.). 
Der Guano. — Ebenda, S. 348—349 (v.). 
Zur Äegilo2)s-FvAge. — Ebenda, S. 387—389 (v.). 

Der botanische Garten in Zürich. — Ebenda. V (1856), S. 4—29, mit 5 Taf. (v.); 
Excerpt: La Belg, hortic, VI (1856), p. 338—339, Sur la culture des 
Orchidees en pleine terre (v.). 

Seltene Pflanzen, welche im October 1855 im botanischen Garten zu St. Peters- 
burg blühten. — Ebenda, S. 59—63 (v.). 

Eeiseskizzen, gesammelt auf der Reise von Zürich nach St. Petersburg. — Ebenda, 
' S. 66—82, 99—110; S.-A., 16 S., 8« (v.). 

Neue oder seltenere Pflanzen des botanischen Gartens in St. Petersburg. — Ebenda, 
-S. 85-89, 116—121 (v.). 

Neue Pflanzen des St. Petersburger Gartens. — Ebenda, S. 143—145, VI, S. 152 
bis 160, mit 1 Holzschn. (v.). 

Bemerkungen über die Cultur der Bromeliaceen. — Ebenda, S. 202 — 203 (v.); 
Excerpt: Journ. de la Soc. imp. et centr. d'hortic. de Paris (n. v.); La 
Belg, hortic, VII (1857), p. 39—41, Culture des Bromeliacees (v.). 

Cultur der Pflanzen unserer höheren Gebirge, sowie des hohen Nordens. — Ebenda, 
S. 231—274. mit 1 Taf.; S.-A., Erlangen, Enke, 1856, 46 S., 8*' (v.); Ex- 
cerpt: La Belg, hortic, VII (1857), p. 71—78, 102—103 (v.). 

Neue Pflanzen, die im botanischen Garten zu St. Petersburg blühten. — Garten- 
flora, V (1856), S. 291—296 (v.). 

Eine Weiterbildung der Stärkekörner und ein Beispiel von anscheinender Ur- 
erzeuguug. — Ebenda, S. 322—327, mit 1 Taf. (v.). 

Bemerkungen über neue und seltene Zierpflanzen des St. Petersburger Gartens. 
Ebenda, S. 327—332, 363—368 (v.). 

Der botanische Garten in St. Petersburg. — Ebenda, S. 355 — 363; Excerpt: Ann. 
d'hortic et de bot., I (1858), p. 67—71, W. H. De Vriese (v.); Journ. 
de la Soc. imp. et centr. d'hortic de Paris (n. v.); La Belg, hortic, VII 
(1857), p. 218—222 (v.). 

Die Cycadeen des botanischen Gartens in St. Petersburg. — Gartenflora, VI (1857), 
S. 5—16, mit 3 Taf. (v.). 

Empfehlenswerthe Pflanzen, die im botanischen Garten in St. Petersburg culti- 
virt werden. — Ebenda, S. 16—21, mit 1 Holzschn. (v.). 

Wechsel der Blumengrösse der Nymphaeen und insbesondere der Nymphaea 
micrantha Guillm. — Ebenda, S. 27 (v.). 

Bepflanzung der Blumeugruppen in den Gärten um St. Petersburg. — Ebenda, 
S. 27—29 (v.). 

Petunien-Cultur. — Ebenda, S. 70—73 (v.). 

Das Compostdüngermehl von C. F. Mally & Co. in Wien (Hafnersteig Nr. 710). 

— Ebenda, S. 73—74 (v.). 

Zierpflanzen des St. Petersburger Gartens. — Ebenda, S. 77—80 (v.). 

Neue Zierpflanzen, a) Des St. Petersburger Gartens. — Ebenda, S. 80 — 88 (v.). 

Oranienbaum. — Ebenda, S. 133—136 (v.). 

Bemerkungen zu einigen Pflanzen des St. Petersburger Gartens. — Ebenda, S. 145 
bis 148 (v.). 

Der künstlich erzogene Bastard zwischen Äegilops ovata und Triticum vulgare. 

— Ebenda, S. 163—168, mit 1 Taf.; Ree: Bull. Soc bot. de Fr., IV (1857), 
p. 528—529 (v.). 

34* 



268 



Josef Armin Knapp. 



Pflanzen, welche im kaiserlichen botanischen Garten zu St. Petersburg blühten. 

— Gartenflora, VI (1857), S. 211—213 (v.). 
Der Garten des Herrn G. Blass in Elberfeld. — Ebenda, S. 213—216 (v.). 
Decorative Gewächshäuser, Ebenda, S. 298 — 299 (v.). 

Bemerkungen über Pflanzen des kaiserlichen botanischen Gartens zu St. Peters- 
burg. — Ebenda, S. 306—308, mit 1 Holzschn., VIII, S. 863—366, IX, 
S. 133—135, 156—162 (v.). 

Nachträgliche Bemerkungen zum Maiheft der ,,Gartenflora". — Ebenda, S. 336 
bis 337 (v.). 

Neue oder seltene Pflanzen des botanischen Gartens zu St. Petersburg. — Ebenda, 
S. 342—346 (v.). 

Neue und interessante Pflanzen des St. Petersburger Gartens. — Ebenda, S. 362 
bis 367, mit 1 Holzschn. (v.). 

Beiträge zur Cultur der Orchideen. — Ebenda, S. 367—377 (v.). 

Das Innere des Palmenhauses im kaiserlichen botanischen Garten in St. Peters- 
burg. — Ebenda, VII (1858), S. 9, mit 1 Taf. (v.); Excerpt.: Duchartre 
in Journ. de la Soc. imp. et centr. d'hortic. de Paris (n. v.); III. hört., V 
. (1858), p. 2 (v.). 

Eine Tour von St. Petersburg nach Czarskoe-Selo, nebst Bemerkungen über Ge- 
müse- und Obstbau, Blumencultur etc. — Ebenda, S. 10—22 (v.). 

Pflanzen zur Decoration von Kasenplätzen. — Ebenda, S. 22 — 26 (v.). 

Bericht über den Versuch der Befruchtung von Platycentrum ruhrovenium und 
xanthinum mit einander und der fortgesetzten Befruchtung des Bastardes 
mit sich selbst und den elterlichen Pflanzen. — Ebenda, S. 26 — 29 ; Ree. : 
Bull. Soc bot. de Fr., V (1858), p. 653—655 (v.); Excerpt: La Belg, hortic, 
IX (1859), p. 340—346 (v.). 

lieber Ausartung der Fruchtbäume. — Gartenflora, VII (1858), S. 29—33 (v). 

Der Neuseeländer Spinat (Tetragonia expansa). — Ebenda, S. 33 — 34 (v.). 

Zur Kartofi'elkrankheit. — Ebenda, S. 34 (v). 

Blicke in einige Gärten in und um St. Petersburg im Winter 1857 — 1858. — 
Ebenda, S. 35 — 43, mit 1 Holzschn. (v.); Uebers. : Journ. de la Soc. imp. 
et centr. d'hortic. de Paris (n. v.); Excerpt: La Belg, hortic, VIII (1858), 
p. 305—307 (v.). 

Im botanischen Garten zu St. Petersburg geprüfte neuere und ältere Pflanzen. — 

Ebenda, S. 43—52 (v.). 
Früchte ohne Embryo von Cjcadeen und über die Bildung eines Embryos ohne 

Befruchtung. Parthenogenesis. — Ebenda, S. 100 — 108, mit 1 Taf. (v.). 
Deutsche, französische, englische Samenhandlungen. — Ebenda, S. 181 — 185 (v.). 
Die schwarze Fliege. — Ebenda, S. 185 — 187, mit 3 Holzschn. (v.). 
Bericht über die erste Blumen- und Pflanzenausstellung vom 27. April bis zum 

4. Mai 1858 in St. Petersburg. — Ebenda, S. 205-216 (v.). 
Cultur der perennirenden Phlox in Töpfen. — Ebenda, S. 248 — 249 (v.). 
Bemerkungen über Pflanzen des St. Petersburger botanischen Gartens. — Ebenda, 

5. 249-254, VIII, S. 12-16, 81-83 (v.). 

Bemerkungen über neuere Pflanzen, die im botanischen Garten zu St. Petersburg 

blühten. — Ebenda, S. 282—285 (v.). 
Forschungen im tropischen Westafrika durch Dr. Fr. Wel witsch. — Ebenda, 

S. 301—302 (v.). 

Neue Pflanzen des St. Petersburger botanischen Gartens. — Ebenda, S. 308—310, 

340—343, VIII, S. 245—246, X, S. 173—174 (v.). 
Die Agave- Arten des kaiserlichen botanischen Gartens in St. Petersburg. — Ebenda, 

S. 310—314 (v.); Ree: Bul. Soc. bot. de Fr., V (1858), p. 662—663 (v.). 
Das Rosenweiss. — Gartenflora, VII (1858), S. 350—351 (v.); Uebers.: La Belg. 

hortic, IX (1859), p. 369—370 (v.). 



Nachruf an Geheimrath Dr. E. A. v. Regel. 



269 



Bemerkungen über neuere Pllanzen, die im botanischen Garten zu St. Petersburg 
blühten. — Gartenflora, VII (1858), S. 373—375 (v.). 

Vermehrung der BJiododendron durch Samen und Stecklinge; sowie über kalte 
Vermehrung überhaupt. — Ebenda, VIII (1859), S. 3—7 (v.). 

Der Garten der Fürstin Beliselsky auf Krestolfsky bei St. Petersburg im 
März 1858. — Ebenda, S. 7-9 (v.). 

Platycentrum (Begonia) rex Linden. — Ebenda, S. 9 — 10 (v.). 

Cultur der Foinciana GiUiesii und anderer Pflanzen mit fallendem Laube. — 
Ebenda, S. 10—12 (v.). 

Aufzählung der Yucca- Arten des kaiserlich botanischen Gartens in St. Peters- 
burg, nebst Beiträgen zu deren Cultur. — Ebenda, S. 34—38 (v.); Journ. 
de la Soc. imp. et ceutr. dliortic. de Paris, . . (1859), p. . . . (n. v.); Ex- 
cerpt: Journ. de la Soc. imp. centr. d'hortic. de Paris (n. v.); La Belg, 
hortic, IX (1859), p. 297—299 (v.). 

Zur Urzeugung. — Gartenflora, VIII (1859), S. 38-40 (v.). 

Neuseeländer Spinat. — Ebenda, S. 41 — 42 (v.). 

Ueber Wellingtonia gigantea Lindl. {Sequoia gigantea Seem.), — Ebenda, S. 43 
bis 44 (v.). 

Die cultivirten Arten der Gattung Panax. — Ebenda, S. 45— 46 (v.). 
Botanische Gärten. — Ebenda, S. 67—81 (S.-A., . . S., 8°, n. v.), IX (1860), 

S. 273—289 (S.-A., 19 S., 8", v.). 
Die Ausstellungs- und Verkaufshallc des Ungarischen Gartenbauvereins und über 

Bildungsanstalten für Gärtner. — Ebenda, S. 166—168 (v.). 
Die Familie der Coniferen oder Zapfenbäume. — Ebenda, S. 195 — 204, mit 

1 Taf. (v.). 

Zwei Peperomien. — Ebenda, S. 228—229, mit 1 Taf. (v.). 
Ueber das Beschneiden der oberirdischen Theile beim Verpflanzen. — Ebenda, 
S. 241—243 (v.). 

Torfmoos und dessen Verwendung in Gärten. — Ebenda, S. 244 (v.). 

Verwachsungen bei Tannen. — Ebenda, S. 259 — 260, mit 1 Fig. auf 1 Taf. (v.). 

Neuere Pflanzen, die im botanischen Gai'ten zu St. Petersburg blüthen. — Ebenda, 
S. 261—268, mit 8 Fig. (v.). 

Heddewig's Chineser-Nelken mit gefüllten Blumen. — Ebenda, S. 291 — 292 (v.). 

Bemerkungen über Pflanzen, welche im St. Petersburger botanischen Garten 
blühten. — Ebenda, S. 307—310 (v.). 

Billbergia Jiorrida Egl. — Ebenda, S. 321, mit 1 Taf. (v.); Excerpt: III. hortic, 
VII (1860), p. 6 (v.). 

Die Arten der Gattung Dracaena und Cordi/line, die in den Gärten St. Peters- 
burgs cultivirt werden, und deren Cultur im Zimmer und Gewächshause. 

— Ebenda, S. 326—336 (v.); Excerpt: La Belg, hortic, XI (1860), p. 24 
bis 32, 57—61 (v.). 

Vermehrung der Sikklm-Bhododendron aus Stecklingen. — Gartenflora, VIII 

(1859), S. 336—339, mit 2 Fig. (v.). 
Cultur der Victoria regia. — Ebenda, S. 357—359 (v.). 

Vertilgung der Blattläuse (v.). — Ebenda, S. 359 — 361. — Nachträgliches über 

Blattläuse. — Ebenda, IX (1860), S. 289-290 (v.). 
Ueber neuere Nutzpflanzen und Gemüseljau, — Ebenda, IX (1860), S. 6—10 (v.). 
Cultur der Feigen in Töpfen. — Ebenda, S. 11 — 12 (y.). 

Zimmercultur in St. Petersburg. — Ebenda, S. 12 — 19 (v.); Excerpt: Journ. de 
la Soc imp. et centr. d'hortic. de Paris, VI (1860), p. 356—361 (v.). 

Acclimatisation von Pflanzen. — Ebenda, S. 36 — 44 (v.); Excerpt: La Belg, hortic, 
XI (1861), p. 70 — 70 (v.); Journ. de la Soc. imp. et centr. dhortic. de 
Paris, VI (1860), p. 297—302 (v.). 

Ueber Cordiline indivisa Kunth (Hook er fil., Flora of New Zealand, I, p. 258). 

— Gartenflora, IX (1860), S. 85—87 (v.). 



270 



JosefArmin Knapp. 



3Iusa coccinea Roxb. — Ebenda, S. 87 — 88 fv.). 

Die Pflaiizeuart. — Ebenda, S. 126—133, mit 1 Holzschn. (v.). 

Castrirte Aepfel- und Birnblumen. — Ebenda, S. 163—164 (v.); Bonpl., VIII 

(1860), p. 198-202 (v.). 
Spergula piUfera DC. als Rasenpflanze. — Ebenda, S. 218 (v.); Uebers.: Journ. 

de la Sog. imp. et centr. d'hortic. de Paris, VI (1860), p. 902—903 (v.). 
Bericht über die dritte öffentliche Blumenausstellung vom 28. April bis 6. Mai 

des Russischen Gartenbauvereins in St. Petersburg. — Gartenflora, IX 

(1860), S. 233-255 (v.). 
Neue und interessante Pflanzen des kaiserlichen botanischen Gartens in St. Peters- 
burg. — Ebenda, S. 326-328, 356, 357, 390—391 (v.). 
Ueber das Absterben von Tannen und anderen Bäumen in den Gartenanlagen 

St. Petersburgs. — Ebenda, S. 343—349, mit 3 Holzschn. (v.). 
Der Gemüsegarten des Herrn Grats cheff in St. Petersburg. — Ebenda., S. 349 

bis 353, mit 1 Holzschn. (v.). 
Ueber Stubenaquarien. — Ebenda, S. 386—388 (v.). 

Die Ausstellung der kaiserlichen Freien öconomischen Gesellschaft in St. Peters- 
burg. — Ebenda, S. 408—415 (v.). 

Die Sardana und Mekiarscha der Jakuten. — Ebenda, X (1861), S. 15 — 16 (v.). 

Cultur der Stachelbeeren. — Ebenda, S. 47—49 (v.). 

Die Parthenogenesis im Pflanzenreiche. — Ebenda, S. 50—51 (v.). 

Neuere Pflanzen des kaiseiiichen botanischen Gartens in St. Petersburg. — Ebenda, 
S. 51-53 (v.). 

Aufbewahrung der Edelreiser bis zum Veredeln im Frühlinge, — Ebenda, S. 100 
bis 101 (v.). 

Wasserheizungen. — Ebenda, S. 131 — 134, mit 2 Holzschn. (v.). 

Einige neue Pflanzen deutscher Handelsgärtnereien. — Ebenda, S. 134 — 136 (v.). 

Kranke Pflanzen. — Ebenda, S. 163—166 (v.). 

Die Haselnuss. — Ebenda, S. 201—203 (v.). 

Die Gärten St. Petersburgs und der Umgebung im Herbst 1860. — Ebenda, 

S. 203—210, 236—245, 350—355, 375—384 (v.). 
Vierte Blumenausstellung des Russischen Gartenbauvereins in St. Petersburg vom 

29. April bis 9. Mai 1861. — Ebenda, S. 245—255 (v.). 
Neue Pflanzen des kaiserlichen botanischen Gartens in St. Petersburg. — Ebenda, 

S. 355-356 (v.). 

Die Herbstausstellung von Obst und Gemüse im September 1861. — Ebenda, 
S. 411—415 (v.). 

Ueber einige neuere Pflanzen des Petersburger botanischen Gartens. — Ebenda, 

S. 423-426 (v.). 
Die Cultur der Erythrinen. — Ebenda, XI (1862), S. 5—7 (v.). 
Musa chinensis Paxt. {Musa Cavendishii Paxt.) zur Treiberei. — Ebenda, 

S. 23—24 (v.); Uebers.: Journ. Soc. imp. et centr. d'hortic. de Paris, VIII 

(1862), p. 252-254 (v.). 
Mittel gegen die Maulwurfsgrille. — Ebenda, S. 67—68 (v.). 
Die Gärten in und um St. Petersburg. — Ebenda, S. 172—181, 345—351 (v.). 
Blumenausstellung in St. Petersburg vom 28. April bis zum 8. Mai 1862. — 

Ebenda, S. 281—288, mit 2 Taf. (v.). 
Neuere Pflanzen des St, Petersburger botanischen Gartens. — Ebenda, S. 377 bis 

378 (v.). 

Blühende Palmen. — Ebenda, S. 410—411 (v.). 

Erziehung von Rosenwildlingen. — Ebenda, XII (1863), S. 8—12 (v.). 
Cycas Buminiana Porte. — Ebenda, S. 16—17, mit Holzschn. (v.). 
Noch einige Worte über Institute zur Erziehung der Gärtner. — Ebenda, S. 42 
bis 45 (v.). 

Finus Äbies L. var. fennica. — Ebenda, S. 95—96, mit 1 Holzschn. (v.). 



Nachruf an Geheimrath Dr. E. A. v. Kegel. 



271 



Erwärmung des Bodens, als Mittel zur sicheren Ueberwinterung zarterer Pflanzen 
im freien Lande. — Ebenda, S. 147 — 151 (v.). 

Pflanzen des kaiserlichen botanischen Gartens in St. Petersburg. — Ebenda, 
S. 189—190, XIII, S. 357-358, mit 1 Holzschn. (v.). 

Frühlingsausstellung des Russischen Gartenbauvereins in St. Petersburg vom 

28. April bis zum 1. Mai 1862. — Ebenda, S. 213—216 (v.). 
• Feinde des Apfelbaumes. — Ebenda, S. 257—258, mit 1 Holzschn. (v.). 

Besuch des Russischen Gartenbauvereins in St. Petersburg im kaiserlichen bota- 
nischen Garten im Monat Juni 1863. — Ebenda, S. 277—279 (v.). 

Fsijlla Mali Schmidb. — Ebenda, S. 310, mit 1 Holzschn (v.). 

Excursion des Russischen Gartenbauvereins in St. Petersburg am 8. (20.) Juli 
nach Peterhof und Strelna. — Ebenda, S. 311-315 (v.). 

Excursion desselben am 15. (27.) Juli 1863. — Ebenda, S. 316—317 (v.). 

Bemerkungen über einige Pflanzen des kaiserlich botanischen Gartens in St. Peters- 
burg. — Ebenda, S. 349—350 (v.j. 

Blumenausstellung des Russischen Gartenbauvereins in St. Petersburg vom 21. Juli 
bis zum 4. August 1863 im kaiserlichen Garten zu Jelagim. — Ebenda, 
S. 381—388 (v.). 

Ueber das Keimen bei verschiedenen Temperaturgraden. — Ebenda, XIII (1864), 
S. 15—17 (v.). 

Buntfarbige Pflanzen Japans. — Ebenda, S. 37 — 39 (v.). 

In Petersburg angebaute Kartoff'elsorten. — Ebenda, S. 79 — 84 (v.). 

Die gegenwärtig herrschende Kartotfelkrankheit, mit Benützung der unter diesem 

Titel von De Bary herausgegebenen Schrift. — Ebenda, S. 108—117, mit 

6 Fig. (v.). 

Neuere Pflanzen des botanischen Gartens in St. Petersburg. — Ebenda, S. 132 
bis 133 (v.). 

Der Cardon {Cynara Cardunculus L.), ein feines Gemüse für den Winter. — 

Ebenda, S. 133-136 (v.). 
Die internationale Blumenausstellung in Brüssel vom 24. April bis zum 1. Mai. 

— Ebenda, S. 164—166 (v.). 
Bericht über die internationale Blumenausstellung in Brüssel vom 24. April bis 

zum 1. Mai d. J. — Ebenda, S. 219—242 (v.). 
Ueber Swainsonia galegifoUa R. Br. (alias Stvainsonia Oshorni). — Ebenda, 

S. 272-273 (v). 

Berliner Gärten und der königliche botanische Garten in Berlin, — Ebenda, 
S. 324—334 (v.). 

Drei neue Florblumen. Von Herrn J. J. Gotthol dt in Arnstadt gezüchtet. — 

Ebenda, S. 359 (v.). 
Treiberei der Maiblumen. — Ebenda, S. 364—365 (v.). 

Anbau der Kernobstbäume im Klima Russlands. — Ebenda, XIV (1865), S. 4 
bis 7 (v.). 

Die 7. grosse Ausstellung des Gartenbauvereins in St. Petersburg Ende April und 

Anfang Mai 1864. — Ebenda, S. 11—18 (v.). 
Von St. Petersburg nach Brüssel. — Ebenda, S. 38— 61 (v,); Excerpt: La Belg. 

hortic, XV (1865), p. 86—90, 154—157, 193-201, 264—271 (v.). 
Einige Beobachtungen über die Cultur der Pflanzen im Zimmer und das Accli- 

matisiren der Pflanzen. — Gartenflora, XIV (1865), S. 68—80 (v,). 
Cultur der Orchideen im Kalthause. — Ebenda, S. 109—111 (v.). 
Kartoffelcultur, Kartoffelkrankheit und vergleichende Versuche über den Werth 

von 440 verschiedenen Kartoff'elsorten für den Anbau. — Ebenda, S. 148 

bis 180 (v.). Nachtrag. Ebenda, XV (1866), S. 102—105 (v.). 
Bericht über die im Auftrage Sr. hohen Excellenz des kais. russischen Ministers 

der Reichsdomänen gemachte Reise zur internationalen Ausstellung nach 

Amsterdam im April 1865. — Ebenda, S. 234—282, mit 1 Taf. (v.). 



272 



Josef Armin Knapp. 



Besprechung einiger neuer Pflanzen. — Ebenda, XV (1866), S. 67 — 71, mit 
1 Holzschn (v.). 

Cultur der Topfrosen des Herrn Hofgärtners Freundlich. — Ebenda, S. 133 
bis 135 (v.). 

Die Farne des freien Landes. — Ebenda, S. 137—143 (v.). 

Cultur der Bromeliaceen auf Baumstämmen. — Ebenda, S. 226— 227 (v.); Uebers. : 

La Belg, hortic, XVII (1867), p. 78—79 (v.). 
Die buntblätterigen Scarlet-Pelargonien, deren Cultur, Vermehrung und Anzucht 

aus Samen. — Ebenda, S. 230— 236 (v.). 
Ueber Cyperiis alternifolius fol. variegatis und die Erhaltung buntblätteriger 

Spielarten. — Ebenda, S. 305—306 (v.). 
Cultur der Fr anciscea- Arten. — Ebenda, S. 306—307 (v.). 
Grammatosorus (Schrifthausen) Blumeanus. — Ebenda, S. 335—336, mit 2 Fig. (v.). 
Der Löwenzahn (Taraxacum Dens leonis) als Salatpflanze. — Ebenda. S. 336 

bis 337 (v.). 

Amelanchier Botryapium als Heckenpflanze. — Ebenda, S. 339 — 340 (v.). 
Bemerkungen über Pflanzen des kaiserlichen botanischen Gartens in St. Peters- 
burg. — Ebenda, S. 356-359 (v.). 
Hagebutten für kalte Klimate. — Ebenda, S. 361 (v.). 

Anzucht von Syringa chinensis zur Bluraentreiberei. — Ebenda, S. 375—376 (v.). 
Nachträgliches über Pyrethrum carneum und dessen Abarten. — Ebenda, S. 375 
bis 376 (v.). 

Cerastium tomentosum und Cerastium Biehersteinii Werth und Verwendung. — 
Ebenda, XVI (1867), S. 8—9 (v.). 

Die Frucht- und Gemüseausstellung des russischen Gartenbauvereins in St. Peters- 
burg vom 1. October bis 10. October 1866. — Ebenda, S. 12—16 (v.). 

Ueber einige neuere Pflanzen des kaiserlichen botanischen Gartens. — Ebenda, 
S. 16 (v.). 

Veredlungen mit krautartigen jungen Aesten. — Ebenda, S. 238—239 (v.). 
Ueber Tradeseantia albißora H. Berol. — Ebenda, S. 297—298, mit 1 Holzsclm. (v.). 
Nachrichten über den Pomologischen Garten in St. Petersburg. — Ebenda, S. 324 
bis 334 (v.). 

Pensees oder Gedenkemein; neue Sorten und deren Cultur. — Ebenda, S. 339 
bis 340 (v.). 

Einige Bemerkungen über die Gattung Greigia. — Ebenda, S. 370—373, mit 
3 Fig. (v.). 

Der italienische Bleichfenchel. — Ebenda, XVII (1868), S. 19—20, mit Holzschn. (v.). 
Aethalium septicum Lk., der Lohpilz. — Ebenda, S. 20—22 (v.). 
Veredlung der Bosen auf Wurzeln. — Ebenda, S. 75—76 (v.). 
Bemerkungen über die Higginsia -Arten der Gärten. — Ebenda, S. 115—116 (v.). 
Bemei'kungen über Wildlinge zur Veredlung von Obstbäumen. — Ebenda, S. 136 
bis 137 (v.). 

Galanthus nivalis L. — Ebenda, S. 143 — 144 (v.). 

Reise von St. Petersburg nach Belgien und England. — Ebenda, S. 164 — 165 (v.). 
Die Ausstellung zu Gent vom 29. März bis zum 5. April 1868. — Ebenda, S. 166 
bis 178 (v.). 

J. Linde n 's Etablissement zur Einführung neuer Pflanzen in Brüssel. — Ebenda, 

S. 203—204 (v.). 
Gärten in Gent. — Ebenda, S. 260—266 (v.). 
Berliner Gärten. — Ebenda, S. 296—301 (v.). 
Gärten Londons. — Ebenda, S. 333—335 (v.). 

Der Garten von James Veitch und Söhne in Chelsea, London, S. W. — Ebenda, 
S. 336-338 (v.). 

Der Garten von Hugh Low & Comp, zu Clapton, London, N. E. — Ebenda, 
S. 338-339 (v.). 



Nachruf au Gelieimratli Dr. E. A. v. Regel. 



273 



William Bull 's Etablissement für neue Pflanzen, Kings Road, Chelsea, London, 

S. W. — Ebenda, S. 339—340 (v.). 
Der botanische Garten in Kew bei London. — Ebenda, S. 358 — 362 (v.). 
Einige Nacliriebteu von B. Roezl. — Ebenda, XVIII (1869), S. 4— 6 (v.). 
Cultur der Johannisbeeren. — Ebenda, S. 7 — 19, mit 5 Fig. (v.). 
Beitrag zur Ananascultur für das Klima- von St. Petersburg. — Ebenda, S. 68 

bis 73 (v.). 

Für den Blumengarten. — Ebenda, S. 106—112, mit 1 Taf. (v.). 

Nidularium Lindeni Rgl. (Bromeliaceae). — Ebenda, S. 167 (v.). 

Versuche über die Erdbeersorten im St. Petersburger Klima. — Ebenda, S. 172 

bis 179. 208-215, 260—266 (v.). 
Necrolog von Ferdinand Jacob Ernst Enke. — Ebenda, XIX (1870), S. 33—37 (v.). 
Tillandsia Lindeniana Rgl. und Tillandsia Lindeni Morr. — Ebenda, S. 40 

bis 42 (v.). 

Victoria regia im botanischen Garten zu Adelaide in Südaustralien. — Ebenda, 

S. 51—52 (v.). 
Homalonema singaporense. — Ebenda, S. 53 (v.). 

Der botanische Garten zu Adelaide in Südaustralien. — Ebenda, S. 72 — 75 (v.). 

Formen der Entwicklung der höheren Pflanzen und deren Eiutiuss auf unsere 
Culturen. — Ebenda, S. 75—79 (v.), S.-A., 7 S., 8° (v.). 

Der botanische Garten zu Buitenzorg auf Java. — Ebenda, S. 79 — 80 (v.). 

Bemerkungen über einjährige Zierpflanzen, und zwar vorzugsweise über die in 
den letzten Jahren als Neuheiten empfohlenen. — Ebenda, S. 80 — 83 (v.). 

Moskau und dessen Gärten. — Ebenda, S. 99-109, 133—139, mit 8 Fig. (v.). 

Winterschnitt bei unseren Bäumen und Sträuchern, die geeignete Zeit für den- 
selben. — Ebenda, S. 109—110 (v.). 

Neue Wasserheizungen für Gewächshäuser. — Ebenda, S. III — 112, mit 
1 Holzschn. (v.). 

Von Moskau nach Tschernigow. — Ebenda, S. 175 — 177 (v.). 

Darwinismus. — Ebenda, S. 263- 267 (v.). 

Einige Pflanzen des St. Petersburger Gartens — Ebenda, S. 267 — 268. 

Nachrichten von Herrn B. Roezl. — Ebenda, S. 296—297, XX (1871), S. 6—8. 

Von St. Petersburg nach Helsingfors, Reval, Riga. — Ebenda, S. 356 — 366. 

Kartoff'elbau. — Ebenda, XX (1871), S. 8-11. 

lieber Schaupflanzen. — Ebenda, S. 11 — 13. 

Einfluss des Wildlings auf das Edelreis. — Ebenda, S. 13 — 22. 

Neueste Berichte von Herrn Benito Roezl. — Ebenda, S. 36—37. 

Des Herrn H. Wendland 's in Herrenhausen Verfahren, von der Victoria regia 

jährlich Samen zu erziehen, nebst Bemerkungen. — Ebenda, S. 117 — 119. 
Die Arten der Gattung Dracaena. — Ebenda, S. 132—149, S.-A., 18 S., 8'^ (v.). 
lieber die Befruchtung von Primula praenitens, der chinesischen Primel. — 

Ebenda, S. 166—172, S.-A., 7 S., 8» (v.). 
Noch einmal Tillandsia Lindeniana und Tillandsia Morreniana. — Ebenda, 

S. 172-175. 

Teppichbeete, deren L^nterhaltung und Bepflanzung, nebst Aufzählung und Be- 
sprechung der zu Teppichbeeten und ähnlichen Decorationen besonders 
geeigneten Gewächshaus- und annuellen Pflanzen und speciellen Listen der 
ausdauernden Stauden, welche entweder als Blattpflanzen zu Teppichbeeten 
oder als gleichzeitig blühend zu Blumenbildern und Blumengruppen ver- 
wendet werden können. — Ebenda, S. 195-208, 236—242, 260—268, 
mit 1 Taf., S.-A., 29 S., 8" (v.). 

Die Cultur der Monats- oder Alpenerdbeere. — Ebenda, S. 293 — 296. 

Nachrichten von Roezl aus Sonson im Staate Antioquia (Neu-Granada) und aus 
Medellin. — Ebenda, S. 301—302. 

Die Sumbulpflanze. — Ebenda, S. 324. 

Z. B. Ges. B. XLII. Abh. 35 



274 



Josef Armin Knapp. 



Der Einfluss des Standortes auf Ueberwinterimg der Holzgewächse im Garten. 

— Ebenda, S. 334—336. 
Eeisenotizen. — Ebenda, S. 357—371, XXI (1872), S. 36—53, mit 14 Holzschn. 

(S.-A., 18 S., 8") (v.); 69-74 (S.-A., 6 S., 8^) (v.); 101—108 (S.-A., 8 S., 8") 

(v.); 132-142 (S.-A., 12 S., 8°) (v.); 171-184, 260-275, mit 1 Holzschn. 

(S.-A., 16 S., 8») (v.); S. 298— S06 (S.-A., 9 S., 8°) (v.). 
Cranberry-Culturversuche. — Ebenda, S. 142—143. 

Vermehrung und Anzucht von Pancratium speciosum im Zimmer. — Ebenda, 
S. 196—197. 

Der Himbeerstecher (Änthonomus Bubi). — Ebenda, S. 197. mit 2 Fig. 

Eine Rosengärtnerei in St. Petersburg (Zarskoje-Selo). — Ebenda, S. 201—203. 

Einfluss des Wildlings auf das Edelreis. — Ebenda, S. 203—205. 

Von Fatsia japonica (Aralia Sieholdi) Samen zu erziehen und Cultur der Fatsia 

im Zimmer. — Ebenda, S. 209—210. 
Der Obstgarten zu Nikolsko. — Ebenda, S. 210. 
Neue oder empfehlenswerthe Pflanzen. — Ebenda, S. 213, mit 2 Taf. 
Unsere Lilien. — Ebenda, S. 230—232, mit 2 Holzschn. 

Ueber Pflanzen, welche im St. Petersburger botanischen Garten blühten. — 

Ebenda, S. 232—241. 
Mittheilungen aus dem neuen Stadtgarten auf dem Admiralitäts- und Petersplatze 

in St. Petersburg. — Ebenda, S. 320—326. 
Pflanzen, die im St. Petersburger botanischen Garten zur Blüthe kamen. — 

Ebenda, S. 329—334, mit 1 Holzschn. 
Die internationale polytechnische Ausstellung in Moskau vom Anfang Mai bis Ende 

August 1872. - Ebenda, S. 334-340, S.-A., . . S., 8«. 
Mavenala madagascariensis Adams. — Ebenda, S. 355—356, mit 1 Holzschn. 
Ueber die Schädigung unserer cultivirten Bäume und Sträucher durch Einfluss 

des Frostes im Laufe der letzten zehn Jahre und den Einfluss des Frostes 

auf die Pflanzen überhaupt. — Ebenda, S. 356 — 368. 
Nachrichten von Herrn B. Roezl. — Ebenda, S. 369. 
Blattläuse in Baumschulen. — Ebenda, XXII (1873), S. 20-21. 
Die Gärten des südlichen Australien. — Ebenda, S. 37—40. 
Dr. Schimper in Abyssinien. — Ebenda, S. 44 — 48. » 
Das neue Farnhaus und die Farnsammlung des kaiserlichen botanischen Gartens 

in St. Petersburg. — Ebenda, S. 109—113. 
Das fünfzigjährige Jubiläum und die Geschichte des kaiserlichen botanischen 

Gartens in St. Petersburg. — Ebenda, S. 131 — 147; Excerpt: Monatschr. 

d. Ver. z. Bef. d. Gartenb. in d. preuss. Staat., XVI (1873), S. 342—346. 
Der neue Stadtpark in St. Petersburg. — Gartenflora, XXII (1873), S. 163—166, ■ - 

mit 1 Taf. 

Internationale Pflanzenausstellung in Gent. — Ebenda, S. 174. 
Buntblätterige Abarten. — Ebenda, S. 235. 
Die Funkia -Arten der Gärten. — Ebenda, S. 235—236. 
Allium urceolatum Rgl. — Ebenda, S. 236—237. 

TuUpa Greigi Rgl. — Ebenda, S. 290—299, mit 1 Taf.; Ree: Fl. des Serres, 
XXI (1875), p. 171, mit 1 Taf., L(ouis) V(an) H(outte); III. hortic, XXI 
(1874), p. 21 (v.); Journ. de la Soc. imp. et centr. d'hortic. de Paris, Ser. 2, 
VIII, p. 253—254 (n. v.); Rev. des Sc. nat. Montp., III, p. 118 (n. v.); The 
Garden, V, p. 48—49 (n. v.); The Florist and pomol., 1876, p. 217, mit 
1 Taf., T. T. Moore. 

Eine neue Gespinnstpflanze. — Ebenda, S. 237. 

Khiwa, dessen Lage und Culturen. — Ebenda, S. 357. 

Die Verwüstungen der Weinpflanzungen Frankreichs durch die Phylloxera vasta- 

trix. — Ebenda, S. 361—364. 
Alexei Pawlowitsch Fedschenko. — Ebenda, XXIII (1874), S. 3—7, mit Porträt. 



Nachruf an Geheimiath Dr. E. A. v. Regel. 



275 



Die Fhylloxera. — Ebenda, Ö. 9. 

Einfluss des Wildlings auf den Edelstamm. — Ebenda, S. 9—10. 
Tropaeolum peregrinum und die Verwandten. — Ebenda, S. 14 — 15, mit 
1 Holzschn. 

Zinnia elegans Jacq. flore pleno. — Ebenda, S. 16—17, mit 1 Holzschn. 
Schutz für Pfirsichbäume und Aprikosen an Wandspalieren. — Ebenda, S. 17—18. 
Taxodium distichum Eich. — Ebenda, S. 26. 

Calathea Koernickiana Rgl. — Ebenda, S. 33—34, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahrcsber., II (1876), S. 723. 
Bhododendron- Arten der europäischen Alpen und Sibiriens. — Ebenda, S. 56—61, 

mit 7 Holzschn.; Ree: Botan. Jahresber., II (1876), S. 729; Uebers.: Journ. 

de la Sog. imp. et centr. d'hortic. de Paris, Ser. 2, VIII, p. 520 — 525 (n. v.). 
Philodendron Melioni Hort. — Ebenda, S. 67—68, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., II (1876), S. 713. 
Der Staar und andere schädliche Vögel. — Ebenda, S. 77. 

Vermehrung der Rhopalen und Theophrasten durch Stecklinge. — Ebenda, S. 78. 
Erdbeerculturen im Grossen. — Ebenda, S. 78—79. 
Liliuni pulchellum Fisch, ß. Buschianitm. — Ebenda, S. 79. 
Cultur der Pensees oder Gedenkemein. — Ebenda, S. 79—82. 
Cyathea Smitliii, Cyathea dealbata, Bicksonia antarctica. — Ebenda, S. 85 bis 
87, mit 1 Holzschn. 

Einige Worte über den Samencatalog des Herrn F. C. Heinemann in Erfurt. 

— Ebenda, S. 110—115, mit 5 Holzschn. 
Landrosen im rauhen Klima. — Ebenda, S. 143—145. 

Äbutilon Darivini Hook. ß. trinerve. — Ebenda, S. 130, mit 1 Taf.; Ree: Bot. 
Jahresber., II (1876), S. 741. 

Calochortus Gunnisoni Wats. ß. Krelagi Rgl. — Ebenda, S. 130, mit 1 Taf.; 
Ree: Botan. Jahresber., II (1876), S. 721. 

Ueberwinterung der hochstämmigen Rosen. — Ebenda, S. 145—146. 

Iris reticulata MB. y. cyanea Rgl. — Ebenda. S. 162, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; 
Ree: Botan. Jahresber., II (1876), S. 722. 

Stangeria Katzeri Rgl. — Ebenda, S. 163 — 165, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 
Jahresber., II (1876), S. 713. 

Uebersicht und Beschreibung der Arten der Gattung Berberis mit ungetheilten 
abfallenden Blättern, welche in Nordamerika, Europa, Nordafrika, Mittel- 
asien und Japan heimisch oder in unseren Gärten cultivirt sind. — Ebenda, 
S. 171—179; Ree: Botan. Jahresber., II (1876), S. 729. 

Tulipa Eichleri Rgl. — Ebenda, S. 193 — 194, mit 1 Tal; Ree: Botan. Jahresber., 
(1876), S. 721. 

J. Linden und dessen Etablissement in Gent. — Ebenda, S. 196—201. 
Reisenotizen. — Ebenda, S. 202—207 (S.-A., 6 S., 8*') (v.), 232—237 (S.-A., 6 S., 

8«) (v.), 262-267 (S.-A., 6 S., 8") (v.), 293—300 (S.-A., 8 S., 8») (v.), 370 

bis 375 (S.-A., 6 S., 8*^) (v.), XXIV (1875), S. 134-149, XXIX (1880), 

S. 132—138, 167-177, mit 11 Holzschn., S. 197-206, mit 1 Holzschn., 

S. 325—331, 369—375. 
Calochortus pidchellus ß. parvi^lorus Rgl. — Ebenda, S. 226, mit 1 Taf.; Ree: 

Botan. Jahresb., II (1876), S. 721. 
Agave pubescens Rgl. et Ortgies. — Ebenda, S. 227—228, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., II (1876), S. 722. 
Nachtrag zur Verwendung von Equisetum sylvaticum, nebst einigen Worten über 

Melampyrum und Pteris aquilina. — Ebenda, S. 230—231. 
Piponnaeva Morreniana Rgl. — Ebenda, S. 257 — 259, mit 1 Taf. ; Ree : Botan. 

Jahresber., II (1876), S. 723. 
ÄmarylUs (Rippeastrum) Boezlii Rgl. — Ebenda, S. 290—291, mit 1 Taf.; Ree: 

Botan. Jahresber., II (1876), S. 722. 

35* 



276 



Josef Armin Knapp. 



Eigenthümlichkeiteii der Victoria regia Lindl, bei ihrer Cultur im kais. botani- 
schen Garten zu St. Petersburg. — Ebenda, S. 286. 

Bheum palmatum L. var. tanguticum Maxim. — Ebenda, S. 305—306, mit 
1 Holzschn. 

Tillandsia juncifolia Kgl. — Ebenda, S. 821 — 323, mit 1 Taf.; Kec. : Botan. 
Jahresber., II (1876), S. 723. 

Semannia Benaryi Egl. — Ebenda, S. 353 — 354, mit 1 Taf. ; Ree. : Botan. Jahres- 
ber., II (1876), S. 726. 

Jedem das Seine. — Ebenda, S. 367—369. 

Encephalartos Verschaffelti Rgl. Die Cycadeen unserer Gärten. — Ebenda, XXIV 

(1875) , S. 35-43, mit 1 Taf., S.-A., 8 S., 8" (v.). 

Begonia hyhrida Stella und Vesuvius. — Ebenda, S. 87—91, mit 2 Holzschn.; 

Ree: Botan. Jahresber., III (1877), S. 899. 
Die Samen-Tauschcataloge der botanischen Gärten. — Ebenda, S. 103 — 104. 
Frühlingsausstellung der kaiserlichen Gartenbaugesellschaft in St. Petersburg, 

eröffnet am 17. April (8. Mai) 1875. — Ebenda, S. 164—165. 
Billhergia Brongniarti Rgl. — Ebenda, S. 166. 
Internationale Ausstellung. — Ebenda, S. 167—185. 

lieber die Cultur einiger seltenen Alpenpflanzen und die von BJiododendron 

Chamaecistus. — Ebenda, S. 203. 
Cultur der Dionaea muscipula. — Ebenda, S. 363. 
Die sogenannten insectenfressenden Pflanzen. — Ebenda, S. 364—367. 
Bracocephalum altaiense Laxm. — Ebenda, XXV (1876), S. 33, mit 1 Taf.; Ree: 

Journ. de la Soc. imp. et centr. d'hortic. de Paris, Ser. 2, X (1876), p. 445; 

The Garden, IX (1876), p. 464 (n. v.). 
Odontoglossum Inslei ß. leopardinum Roezl. — Ebenda, S. 34, mit 1 Taf. ; Ree. : 

the Garden, IX (1876), p. 464 (n. v.). 
Die Cjeadeen, deren Gattungen und Arten. — Ebenda, S. 47—51, 140—145, 

202-205, 371-373, XXVII (1878), S: 3-13, mit 3 Taf., S.-A., 11 S., 8« 

(v.); Ree.: Bot. Jahresber.. IV (1878), S. 428, VI, ii (1882), S. 6. E. Strass- 

burger; Gardn. chron., 1878, New ser., IX, p. 594; III. hortic, XXIII 

(1876) , p. 186 — 187; Journ. de la Soc. imp. et centr. d'hortic. de Paris, X 
(1876), p. 443-445 (n. v.); Bull, de la Soc. bot. de Fr., XXIII (1876); 
Rev. bibliogr.. p. 109. 

Blutbirke (Betula alba L. foliis purpureis). — Ebenda, S. 78 — 79. 
Calochortus venustus Benth. ß. hrachysepalus. — Ebenda, S. 130, mit 1 Taf. ; Ree. : 

Journ. de la Soc. imp. et centr. d'hortic. de Paris, Ser. 2, X (1876), p, 447 

(n. V.). 

Die Funlcia-Arten der Gärten und deren Formen. — Ebenda, S. 161—163, mit. , 

1 Taf.; Ree: Botan. Jahresber., IV (1878), S. 496, Engler. 
Anthurium crystallinum Lind, et Andre. — Ebenda, S. 225, mit 1 Taf.; Ree: 

The Garden, X (1876), p. 366 (n. v.). 
Macrozamia Miq. — Ebenda, S. 227—230, mit 1 Taf.; Ree: The Garden, X 

(1876), p. 366 (n. v.). 
Ueber die Heranbildung des Gärtners. — Ebenda, S. 230—237. 
Louis van Houtte. — Ebenda, S. 262—266, mit Porträt. 
Symphytum asperrimum M. B. als Futterpflanze. — Ebenda, S. 359—360. 
Cyananthus lohatus Royle. — Ebenda, XXVI (1877), S. 3, mit 1 Taf.; Ree: 

Gardn. chron., 1877, New ser., VII, p. 754 (v.); The Garden, XI (1877), 

p. 189 (n. V.). 

Heiichrysum graveolens Boiss. — Ebenda, S. 4, mit 1 Taf. ; Ree : Gardn. chron., 

1877, New ser., VII, p. 784. 
Luma Cheken Gray ß. apiculata. — Ebenda, S. 6, mit 1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 

1877, New ser., VII, p. 785 (v.). 
Aus Turkestan. — Ebenda, S. 6—19, S.-A., 14 S., 8" (v.). 



Nachruf an Geheimrath Dr. E. A. v. Kegel. 



277 



Homalonema (Curmcrqria) picturata Lind, et Andre. — Ebenda, S. 33—34, mit 
1 Tat". ; Kec. : Gardn. chrou., 1877, New ser., VII, p. 784. 

Torenia exappcndiculata Rgl. — Ebenda, S. 34—35, mit 1 Taf. ; Ree: Gardn. 
chron., 1877, New ser., VII, p. 813 (v.); The Garden, XI (1877), p. 233 (n. v.). 

Die wollige Apfellaus (Bliitlans, Schizoneitra lanigera Hausm.). — Ebenda, S. 36 
bis 39. 

Niphaea BoezU Rgl. — Ebenda, S. 67, mit 1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 1877, 

New ser., VII, p. 622. 
Linaria linogrisea. — Ebenda, S. 98—99, mit 1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 1877, 

New ser., VII, p. 785 (v.). 
Fentstemon grandiflorus Nutt. — Ebenda, S. 129, mit 1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 

1877, New ser., VIII, p. 300. 
Necrolog von Nikolai Iwanowitsch v. Gelesnow. — Ebenda, S. 131 — 135, mit 

Porträt. 

Xerophyta retinervis Bäk. — Ebenda, S. 161 — 163, mit 1 Taf. und 1 Holzschn.; 

Excerpt: III. Gartenz., 1877, S. 55— 56 (u.V.); Ree: Gardn. chron., 1877, 

New ser., VIII, p. 231, 243 (v.); III. hortie, XXIV (1877), p. 44. 
Bhodödendron parviflorum Adams. — Ebenda, S. 163 — 164, mit 1 Taf.; Ree: 

Gardn. chron., 1877, New ser., VIII, p. 231 (v.). 
Crociis alatavicus Semenow et Rgl. — Ebenda, S. 193, mit 1 Fig. auf 1 Taf., 

S. 234— 235; Excerpt: Gardn. chron., 1877, New ser., VIII, p. 246—247, 

J. G. Baker (v.). 

Orithyia uniflora Don. — Ebenda, S. 194, mit 4 Fig. auf 1 Taf.; Ree: Gardn. 

chron., 1877, New ser., VIII, p. 300. 
Tulipa Kaufmanniana Rgl. — Ebenda, S. 194—196, mit 5 Fig. auf 1 Taf.; Ree: 

Gardn. chron., 1877, New ser., VIII, p. 366. 
IxioUrion Pallasii Fisch. — Ebenda, S. 226—227, mit 1 Taf.; Excerpt: Fl. des 

Serres, XXII (1877), p. und Taf. 2270, J. E. Planchon. 
Der Coloradokäfer, Chrysomela (Doryjohora) decemUneata. — Ebenda, S. 260 — 263. 
Das Vaterland der gewöhnlichen Zwiebel. — Ebenda, S. 263- 264; Excerpt: Gardn. 

chron., 1877, New ser., VIII, p. 685 (v.); III. hortie, XXXIV (1877), 

p. 167 (v.); Nature, XV (1877—1878), p. 251 (v.). 
Chaerophyllum roseum MB. — Ebenda, S. 289, mit ITaf.; Ree: Gai-dn. chron., 

1877, New ser., VIII, p. 788. 
Eranthemum cinnaharinum Wall. — Ebenda, S. 289 — 290, mit 1 Taf.; Ree: 

Gardn. chron., 1877, New ser., VIII, p. 778. 
Sediim umbilicoides Rgl. — Ebenda, S. 290—291, mit 1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 

1877, New ser., VIII, p. 778. 

Vollkommen grosse Aepfel zu erziehen. — Ebenda, S. 303. 
Schädigung der Ulmen. — Ebenda, S. 303—304. 

Die Bohnen Turkestans. — Ebenda, S. 317; Ree: Bot. Jahresber., VI, ii (1882), 
S. 929, F. Kurtz. 

Torenia Fournieri Lind. — Ebenda, S. 368, XXVII (1878), S. 33, mit 1 Taf.; 

Ree: Gardn. chron., 1878, New ser., X, p. 594 (v.); Journ. de la Soc. 

imp. et centr. d'hortic. de Paris, XII (1878), p. 600 (n. v.). 
Buhns crataegifolius Bunge. — Ebenda, XXVII (1878), S. 1, mit 1 Taf.; Ree: 

Gardn. chron., 1878, New ser., X, p. 594 (v.). 
Notizen über insectivore Pflanzen. — Ebenda, S. 16—21, mit C. S(alomon); 

Ree: Botan. Jahresber., VIII, i (1883), S. 336. 
Die Wintersaateule und deren Schaden. — Ebenda, S. 35. 

Iris (Xiphion) KolpaTcowsTciana Rgl. — Ebenda, S. 40—41; Ree: Bot. Jahresber., 
VI, II (1882), S. 32 (v.); Gardn. chron., 1878, New ser., X, p. 246, 306 
(v.); Journ. de la Soc. imp. et centr. d'hortic. de Paris (1879), p. 63 (n. v.). 

CatÜeya citrina Lindl. — Ebenda, S. 67—68, mit 1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 

1878, New ser., X, p. 497. 



278 



Josef Armin Knapp. 



Anemone trifoUa L. — Ebenda, S. 68, mit 1 Fig. auf 1 Tat; Ree: Gardn. chron., 
1878, New ser., X, p. 497 (y.)- 

Öalathea medio-picta Rgl. — Ebenda, S. 99, mit 1 Taf. ; Ree: Gardn. chron., 
1878, New ser., X, p. 497. 

Uebersicht der Arten der Gattungen Maranta und Calatliea nach den vegetativen 
Organen. — Ebenda, S. 100—105, XXyill (1879), S. 293—302. — Früher 
unter dem Titel „Marantowija rasten ija, nachodjaszczjasja w kulturje" auf 
p. 87 — 98, 149 — 153 (und weiterhin?) im Wjestnik imperatorskago obsz- 
czestwa sadowodstwa (n. v.); Ree: Botan. Jahresber., VI, ii (1882), S. 26, 
VII, II (1883), S. 50. 

Änthemis Bieherstemiana Boiss. — Ebenda, S. 129, mit 1 Taf.; Ree: Gardn. 

chron., 1878, New ser., X, p. 752 (v.). 
Toxicophloea Thunbergii Harv. — Ebenda, S. 161, mit 1 Taf.; Eee: Gardn. 

chron., 1878, New ser., X, p. 306. 
TtiUpa triphylla Rgl. — Ebenda, S. 193—194, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Eee: 

Gardn. chron., 1878, Newser., X, p. 786; Journ. de la Soc. imp. et centr. 

d'hortic. de Paris, 1879, p. 64 (n. v.). 
Pedicularis mcgalantha Don. — Ebenda, S. 195, mit 1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 

1878, New ser., X, p. 786 (v.). 
Ferula foetidissima Rgl. et Schmalh. — Ebenda, S. 195—199, mit 1 Taf.; Ree: 

Bot. Jahresber., VI, n (1882), S. 112; Gardn. chron., 1878, New ser., X, p.662. 
Aus Kuldscha. — Ebenda, S. 200—203. 

Keitia Rgl. Iridearum gen. nov. — Ebenda, S. 215; Ree: Botan. Jahresber., VI, 

II (1882), S. 31-32, H. Dingler. 
Corydalis KolpakoivsMana Rgl. — Ebenda, S. (200) 224. 261—262, mit 1 Taf.; 

Kee: Gardn. chron., 1878, New ser., X, p. 720 (v.). 
Anemone nemorosa L. var. Rohinsoniana la. Edenb. — Ebenda, S. 225, mit 

1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 1878, New ser., X, p. 752 (v.). 
Saxifraga Schmidti Rgl. (Subgenus Bergenia). — Ebenda, S. 225—226, mit 

1 Taf.; Ree: Gardn. chron., 1878, New ser., X, p. 786 (v.). 
Bieteria coronopifoUa Nutt. — Ebenda, S. 226, mit 1 Taf.; Eee: Gardn. chron., 

1878, New ser., X, p. 752 (v.). 
Amaryllis solandriflora Lindl. ^. conspicua Knth. — Ebenda, S. 262 — 263, mit 

1 Taf.; Eee: Gardn. chron., 1878, New ser., X, p. 720 (v.). 
KolpaliOiüslda Egl., gen. noY. AmarylUdearum. — Ebenda, S. 294—296, mit 

1 Taf.; Eee: Botan. Jahresber., VI, ii (1882), S. 24; Gardn. chron., 1878, 

New ser., X, p. 786 _(v.). 
Pandanus furcatus und die Pandantis -Arten der Gärten. — Ebenda, S. 296 bis 

. 300, mit 1 Holzschn. ; Eee : Botan. Jahresber., VI, ii (1882), S. 39. 
Congress deutscher Gärtner in Braunschweig im Herbste 1878. — Ebenda, S. 304 

bis 306. 

Iris Eulefeldi Egl. — Ebenda, S. 325-326, mit 1 Taf.; Eee: Gardn. chron., 

1878, New ser., X, p. 786 (v.). 

Falsche Beobachtungen und Behauptungen. — Ebenda., S. 338—340. 

Aquilegia thaUctrifolia Schott et Kotschy. — Ebenda, XXVIII (1879), S. 2, . 

mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Eee: Botan. Jahresber., VII, ii (1883), S. 226. 
Tulipa Kesselringi Egl. — Ebenda, S. 34—35, mit 1 Taf.; Eee: Gardn. chron., 

1879, New' ser., XII, p. 616. 

Gentiana acauUs L. und Gentiana verna L. — Ebenda, S. 65—69, mit 2 Taf.; 

Eee: Botan. Jahresber., VII, ii (1883), S. 226; Gardn. chron., 1879, New 

ser., XII, p. 109 (v.). 
Androsace Laggeri Boiss. — Ebenda, S. 97, mit 1 Taf. ; Ree : Botan. Jahresber., 

VII, II (1883), S. 226; Gardn. chron., 1879, New ser., XII, p. 109. 
Fütterungsversuche mit Drosera longifolia Sm. und Drosera rotundifolia L. — 

Ebenda, S. 104— 109; Botan. Zeit., XXXVII (1879), S. 645—648; Ree: 



Nachruf an Gebciiuiatli Dr. E. A. v. Regel. 



279 



Botan. Jahresber., VII, i (1883), S. 303—304; Gardu. clirou., 1879, New 
ser., XI, p. 790—791. 
Das Kloster imd die Inseln Walam, — Ebenda, S. 139—144: Eec. : Bot. Jahresber., 

VII, II (1883), S. 308. 

Oxalis variabilis Jacq. var. rubra. — Ebenda, S. 161, mit 1 Fig. auf 1 Taf. ; 

Ree. : Gardn. chron., 1879, New ser., XII, p. 85. 
Tulipa iliensis Rgl. — Ebenda, S. 162—163, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Eec: Gardn. 

chron., 1879, New ser., XII, p. 85 (v.). 
lieber Kropfkrankheit der Kohlpflanzen. — Ebenda, S. 170—172; Ree: Botan. 

Jahresber., VII, i (1883), S. 78. 
AmarijUis-Ciütm'. — Ebenda, S. 175—176. 

Trianea hogotensis Karst. — Ebenda, S. 194, mit 1 Taf.; Ree: Gardn, chron, 
1879, New ser., XII, p. 616. 

Perlzwiebel und Lauch oder Porre. — Ebenda, S. 235—236. 

Cultur von Bhinopetalum Karelini Fisch. — Ebenda, S. 265—266. 

Erigeron aurantiacus Rgl. — Ebenda, S. 289, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Ree: Gardn., 
.chron., 1879, Newser., XII, p. 787 (v.). 

Oriihyia oxypetala Knth. — Ebenda, S. 290, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Ree: Gardn. 
chron., 1879, New ser., XII, p. 787 (v.). 

Erythrina insignis Tod. — Ebenda, S. 290—291, mit 1 Taf.; Ree: Botan. Jahres- 
ber., Vll, I (1883), S. 245—246; Gardn. chron., 1879, New ser., XII, p. 787. 

Saxifraga geranioides L. — Ebenda, S. 291—292, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 
Jahresber., VII, n (1883), S. 226. 

Einige gefüllt blühende Abarten unserer einheimischen Pflanzen. — Ebenda, S. 292, 
mit L. B(e issner); Ree: Botan. Jahresber., VII, i (1883), S. 169—170. 

Primula nivalis und deren Cultur. — Ebenda, S. 326 — 327. 

üeber Pliylloxera. — Ebenda, S. 365—367. 

Wiener Gärten. — Ebenda, S. 367-369, XXIX (1880), S. 37-43. 

Statice {Goniolimon) Kaufmanniana Rgl. — Ebenda, XXIX (1880), S. 1—2, mit 

I Taf.; Ree: Botan. Jahresber., VIII, ii (1883), S. 414. 

Eremurus turJcestanicus Rgl. — Ebenda, S. 2—3, mit 1 Taf.; Uebers.: III. hortie, 
XXVIII (1880), p. 120—123 (v.); Ree: Gardn. chron., 1880, New ser., 
XIII, p. 350 (v.). 

Inearvillea Olgae Rgl. — Ebenda, S. 3, mit 1 Taf.; Ree: Botan. Jahresber., VIII, 

II (1883), S. 414. 

Die Schimmelkrankheit des Weinstockes. — Ebenda, S. 17—19. 
Iris Älberti Rgl. — Ebenda, S. 33—34, mit 1 Taf.; Ree: Botan. Jahresber., VIII, 
II (1883), S. 414. 

Änoplanthiis JBiebersteinii Reut. — Ebenda, S. 34—36, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., VIII, ii (1883), S. 640. 
Änthurium Waluieici Rgl. — Ebenda, S. 67 — 68, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., VIII, ii (1883), S. 414. 
Lietzia Rgl., nov. gen. Gesneracearum. — Ebenda, S. 97—98, mit 1 Taf.; Ree: 

Botan. Jahresber., VIII, ii (1883), S. 414. 
Gentiana algida Pall. — Ebenda, S. 98—99, mit 1 Taf.; Ree: Botan. Jahresber., 

VIII, "ii (1883), S. 559; Gardn. chron., 1880, New ser., XIV, p. 107. 
Umhilicus turicestanicus Rgl. et Winkler. — Ebenda, S. 99 — 100, mit 1 Fig. auf 

1 Taf.; Ree: Botan. Jahresber., VIII, ii (1883), S. 414. 
Vorstände der botanischen Gärten. — Ebenda, S. 111—113. 
Pescatorea fhnhriata Rgl. — Ebenda, S. 129, mit 1 Taf. ; Ree : Bot. Jahresber., 

VIII, II (1883), S. 414. 
Silene Elisahelhae Jan. — Ebenda, S. 130—131, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Ree: 

Botan. Jahresbei-.. VIII, ii (1883), S. 152. 
Umhilicus glaber Rgl. et Winkler. — Ebenda, 8. 226—227, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; 

Ree: Botan. Jahresber., VIII, ii (1883), S. 414. 



280 



Josef Armin Knapp. 



Sedum Älherti Egl. — Ebenda, S. 227—228, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber, VIII, ii (1883), S. 414. 
Daphne Blagayana Freyer. — Ebenda, S. 228, mit 1 Taf. ; Ree. : Botan. Jahres- 

ber., Vm, II (1883), S. 153, 594. 
Palmen von Wallis im tropischen Amerika entdeckt. — Ebenda, S. 230, mit 

1 Taf.; Ree: Botan. Jahresber., VIII, ii (1883), S. 78, 491—492. 
Verpflanzung grosser Palmen vom natürlichen Standort in Gärten. — Ebenda 

S. 234—235. 

Gefülltes Xeranthemum annuum. — Ebenda, S. 242—243. 

Die todten ÄilantJius und Platanen der Ringstrassenalleen in Wien. — Ebenda, 
S. 283—285; Ree: Botan. Jahresber., VIII, ii (1883), S. 328. 

Lievena Rgl., nov. gen. Bromeliacearum. — Ebenda, S. 289 — 291, mit 1 Taf.; 
Ree: Botan. Jahresber., VIII, ii (1883), S. 414. 

Erfurter Gärten. — Ebenda, S. 303—308. 

Ausstellung in St. Petersburg. - Ebenda, S. 322—325. 

Zink-Pflanzenetiketten. - Ebenda, S. 326—327. 

Insectenfangende Pflanzen. — Ebenda, S. 331 ; Ree: Botan. Jahresber., VIII, ii 
(1883), S. 336. 

Einwirkung des Winters 1879 — 1880 auf die Holzgewächse. — Ebenda, S. 332 

bis 339, mit L. Beissner; Ree: Botan. Jahresber., VIII, ii (1883), S. 335. 
Dianthus Hoeltzeri Rgl. — Ebenda, XXX (1881), S. 1—2, mit 1 Taf.; Ree: 

Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 176, Winkler. 
Myosotis sylvatica Hoff'm. var. elegantissima Haage et Schm. — Ebenda, S. 2—3, 

mit 1 Taf.; Ree: Botan. Jahresber., IX, n (1884), S. 549. 
Die grosse Ulme unweit Eriwan. — Ebenda, S. 3, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 368. 
Colchicum (Synsiphon) crociflorum Rgl. — Ebenda, S. 33 — 34; Ree: Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 90. 
Saxifraga Hirculus L. var. grandiflora Rgl. — Ebenda, S. 35, mit 1 Fig. auf 

1 Taf.; Ree: Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 544. 
Cypripedium occidentale Ellw. — Ebenda, S. 35 — 36, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 92. 
Laubwerfende Bäume, welche im Herbste die Blätter halten. — Ebenda, S. 36 

bis 39; Ree: Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 314. 
Erythraea pulchella Fries var. diffusa. — Ebenda, S. 91—92, mit 1 Taf.; Ree: 

Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 544. 
Saxifraga oppositifoUa L. — Ebenda, S. 92—93, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Ree: 

Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 544. 
Aretia Vitaliana Murr. — Ebenda, S. 94 — 95, mit 1 Fig. auf 1 Taf. ; Ree : Bot. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 549. 
Oncidium Lietzei Rgl. n. sp. — Ebenda, S. 163 — 164, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 92. 
Statice leptoloha Rgl. n. sp. — Ebenda, S. 164, mit 1 Taf. ; Ree : Bot. Jahresber., 

IX, II (1884), S. 152. 
Carludovica Drudei Masters. — Ebenda, S. 165, mit 1 Taf.; Ree: Botan. Jahres- 
ber., IX, II (1884), S. 68. 
Eine reich blühende Labiate {Coleus Huberi Rgl.). — Ebenda, S. 179—180, mit 

L. Beissner; Ree: Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 140, 441. 
Pulsatilla vernalis Mill. — Ebenda, S. 195. mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 544. 
Porträt von E. Regel. — Ebenda, S. 229—230, mit Porträt. 
Gomeza (Bodriguezia) planifolia Lindl, var. crocea Rgl. — Ebenda, S. 259, mit 

1 Fig. auf 1 Taf. ; Ree : Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 92. 
Maxillaria hypocrita Rchb. fil. — Ebenda, S. 259—260, mit 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 92. 



Nachruf an Geheimratb Dr. E. A. v. Regel. 



281 



Leontice Alberti Rgl. — Ebenda, S. 293, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Ree: Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 407. 
Merendera Eaddeana Rgl. — Ebenda, S. 293—294, mit 1 Fig. auf 1 Taf. ; Ree. : 

Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 407. 
Pleurothallis Binoti Rgl. — Ebenda, S. 295— 296, mit 1 Fig. auf 1 Taf.; Ree: 

Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 92. 
Der Gartenbauverein zu Lulea. — Ebenda, S. 296—297. 

Härte von JDionaea muscipula, Sarracenia ptirpurea und Sarracenia variolaris. 

— Ebenda, S. 297-298. 
Kleinere Mittbeilungen. — Ebenda, S. 298. 

DelpMnium corymhosum Rgl. — Ebenda, S. 323 — 324, mit 1 Taf. ; Ree. : Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 407. 
Hypecoum grandiflorum Bnth. — Ebenda, S. 324, mit 1 Taf.; Ree.: Botan. 

Jahresber., IX, ii (1884), S. 618. 
Gärtnerisehe Mittheilungen. — Ebenda, S. 328—334. 

Allium Suworoivi Rgl. — Ebenda, S. 356, mit 1 Fig. auf 1 Taf. ; Ree. : Botan. 
. Jahresber., IX, ii (1884), S. 407. 

Tanacetum leucophyllum Rgl. n. sp. — Ebenda, S. 358—359, mit 1 Taf.; Ree.: 
Botan. Jahresber., IX, ii (1884), S. 116. 

Lonicera Alberti Rgl. — Ebenda, S. 387—388, mit 1 Taf.; Ree.: Botan. Jahres- 
ber., IX, II (1884), S. 407. 

Maxiilaria hyacinthina Rchb. fil. — Ebenda, S. 388, mit 1 Taf.; Ree.: Botan. 
Jahresbes., IX, ii (1884), S. 92. 

Incarvillea compacta Maxim. — Ebenda, XXXI (1882), S. 1—3, mit 1 Taf.; Ree.: 
Botan. Jahresber., X, ii (1885), S. 26. 

Gentiana Fetisoivi Rgl. et Winkl. — Ebenda, S. 3—4, mit 1 Fig. auf 1 Taf. ; 
Ree.: Botan. Jahresber., X, ii (1885), S. 26, 372. 

Gentiana Olivieri Griseb. — Ebenda, S. 4 — 5, mit 1 Taf.;